Explore every episode of the podcast 100 Songs - Geschichte wird gemacht
| Title | Pub. Date | Duration | |
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| "Respect" - Aretha Frankling (USA, 1967) | 08 oct. 2026 | 00:19:51 | |
In Detroit war die Autoindustrie Mitte der 1960er Jahre bereits in einer tiefen Krise. Martin Luther King war 1963 noch friedlich durch die Stadt marschiert - Seite an Seite mit dem bekannten Pastor CL Franklin. Wenige Jahre später erschütterten Ausschreitungen mit vielen Dutzend Toten die Stadt. Das Ebony-Magazin schrieb 1967 über den Sommer von "Retha, Rap und Revolte". 'Rap' meinte den radikalen Bürgerrechtler H. Rap Brown, Retha war die Tochter des Pastors aus Detroit - Aretha Franklin. Sie wurde im selben Jahr über Nacht zum weiblichen Aushängeschild von Soul-Musik, unter anderem durch "Respect" - im Original vom früh verstorbenen Otis Redding. Aretha Franklin kehrte allerdings die Rollen von Mann und Frau um und verwandelte den Song damit in eine stolze Hymne aller Entrechteten. Diese Folge wurde in Ö1 am 05. 10. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1. | |||
| "Wind Of Change" - Scorpions (Deutschland, 1990) | 08 oct. 2026 | 00:19:44 | |
Die Scorpions waren zu Beginn der 1980er Jahre die wahrscheinlich international erfolgreichste deutsche Band. 1988 brachen die Scorpions in die Sowjetunion auf, um dort eine Reihe von Konzerten zu spielen. Ihre neuen Kontakte mündeten dann in einen Auftritt beim Festival für den Frieden in einem der größten Stadien Moskaus im darauffolgenden Sommer. Wieder zurück verarbeitete Sänger Klaus Meine seine Eindrücke in einem Song, der spät aber doch als Single ausgekoppelt wurde. Die Powerballade mit sentimentalem und leicht schwülstigem Text wurde sofort zum Welthit und letztlich zum dem Song der Wende sowie der deutschen Wiedervereinigung schlechthin. Diese Folge wurde in Ö1 am 06. 10. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1. | |||
| "Feel Good Inc" - Gorillaz (UK, 2005) | 08 oct. 2026 | 00:17:53 | |
Die Gorillaz gründeten sich als Reaktion auf eine blutleere, ideenlose Musikindustrie, die kurz nach der Jahrtausendwende in einer tiefen Krise steckte. Die Band bestand aus vier Comic-Figuren, die sich die Briten Damon Albarn (Sänger der Britpop-Band Blur) und James Hewitt (Tank Girl) ausgedacht hatten, die sich damit dem Zugriff von Musikpresse und Marketing entziehen konnten. Die erste Single "Feel Good Inc" ihres zweiten Albums "Demon Days" zeigte 2005 die Ambivalenzen auf, mit denen sich die Gorillaz weiterhin konfrontiert sahen. Diese Folge wurde in Ö1 am 07. 10. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1. | |||
| "All Too Well" - Taylor Swift (USA, 2021) | 08 oct. 2026 | 00:18:09 | |
"Liebe ist kurz, Vergessen ist lang" - dieses Zitat von Pablo Neruda war am Beginn des Videos zu "All Too Well: The Short Film" zu lesen. Taylor Swift hatte den Song bereits 2012 veröffentlicht, in dem sie eine gescheiterte Beziehung mit vielen Details und Erinnerungen aufarbeitete. Jahre später wurden die Rechte an zahlreichen Alben von Taylor Swift weiterverkauft, die Songwriterin wehrte sich dagegen, jedoch ohne Erfolg. Deshalb nahm sie nicht nur neue Songs auf, mit manchmal beißender Kritik an einer männlich dominierte Entertainment-Industrie, sondern sie veröffentlichte auch alte Songs in neuen Einspielungen. Darunter war auch "All Too Well", das auf Drängen vieler Fans auf die ursprünglichen zehn Minuten verlängert wurde. Diese Folge wurde in Ö1 am 08. 10. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1. | |||
| "In The End" - Linkin Park (USA, 2000) | 30 sept. 2026 | 00:17:47 | |
Das Debütalbum der kalifornischen Band Linkin Park markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung von Nu-Metal: es verband melodischen, introspektiven Alternative Rock mit Rap und schweren Gitarrenriffs. Die Band wurde so zum wichtigsten Einfluss auf Emo-Punk der 2000er-Jahre und Emo-Rap der 2010er-Jahre. "In The End" wurde dabei zur maßgeblichen Single. Am Tag, als US-Radiostationen mit ihr bemustert wurden, dem 11. September 2001, schlugen zwei Flugzeuge im World Trade Center ein. Die schmerzhafte, alles übertönende und letztlich vergebliche Sinnsuche, die im Song geschildert wird, mag dabei vielen jungen Amerikaner:innen aus der Seele gesprochen haben. Diese Folge wurde in Ö1 am 17. 06. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: Diese Folge ist aus Staffel 23. Nicht alle Podcatcher haben sie veröffentlicht. Daher Wiederholung. | |||
| "Man! I Feel Like A Woman!" - (Kanada, 1997) | 30 sept. 2026 | 00:18:50 | |
Heute Abend möchte sie sich überhaupt nicht politisch korrekt benehmen, sang die kanadische Sängerin Shania Twain 1997 auf "Man! I Feel Like A Woman!". In der konservativen Welt des Country war der Song trotz seiner klassischen Rollenverteilung eine kleine feministische Revolution. Shania Twain schuf einen neuen Typus Country-Pop-Star, ohne den Taylor Swift nicht möglich wäre. Diese Folge wurde in Ö1 am 16. 06. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: Diese Folge ist aus Staffel 23. Nicht alle Podcatcher haben sie veröffentlicht. Daher Wiederholung. | |||
| "Simplemente Amigos" - (Mexiko, 1988) | 30 sept. 2026 | 00:19:01 | |
1987 nahm Maria Guadalupe Araujo Yong 32-jährig am internationalen OTI-Song-Festival teil, bei dem sie - das war außergewöhnlich - als Songwriterin und Sängerin ihres eigenen Songs den dritten Platz erreichte. Ein Jahr später gelang ihr mit dem Song "Simplemente Amigos" - einem Song über eine geheime Liebe - der endgültige Durchbruch daheim in Mexiko. Im Video wurde der Song als Mann-Frau-Beziehung inszeniert, während der Text in Wirklichkeit für die homosexuellen Fans von Ana Gabriel geschrieben wurde. Diese Folge wurde in Ö1 am 15. 06. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: Diese Folge ist aus Staffel 23. Nicht alle Podcatcher haben sie veröffentlicht. Daher Wiederholung. | |||
| "Rise Like A Phoenix" - Conchita Wurst (Österreich, 2014) | 30 sept. 2026 | 00:19:58 | |
"Jetzt hat sie uns den Schas gewonnen" - mit diesen Worten krönte ORF-Moderator Andi Knoll das Ende einer fast fünfzigjährigen Durststrecke, als Conchita Wurst als überragende Gewinnerin des Eurovision Song Contest 2014 verkündet wurde. Die internationalen Reaktionen auf "Rise Like A Phoenix" zeigten einmal mehr einen tiefen Spalt im Umgang mit Homosexualität und Gender-Stereotypen in den Ländern Ost- und Westeuropas. Für manche Analyst:innen wurde Conchita Wurst deshalb zur Symbolfigur eines progressiven Europa. Und "Rise Like A Phoenix" - ein eleganter und zugleich bombastischer Song über eine transformative Wiedergeburt - wurde zum Banner-Song eines neuen, toleranten Europa. Diese Folge wurde in Ö1 am 11. 05. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: Diese Folge ist aus Staffel 22. Nicht alle Podcatcher haben sie veröffentlicht. Daher Wiederholung. | |||
| "Paranoid" - Black Sabbath (UK, 1970) | 30 sept. 2026 | 00:19:58 | |
Birmingham war seit der Industriellen Revolution Heimat einer stolzen Arbeiterklasse und verfügte über ausgezeichnete Infrastruktur. Hier wurde in den frühen 1970er Jahren Heavy Metal erfunden - allen voran durch die Band Black Sabbath, die sich nach einem italienischen Horrorfilm benannt hatten. Ihr Gitarrist hatte bei einem Fabriksunfall zwei Fingerkuppen verloren, dadurch stimmte die Band ihre Saiteninstrumente tiefer, weil sie so weniger Kraft beim Spielen benötigten. Black Sabbaths zentraler Proto-Metal-Song "Paranoid" wurde 1970 veröffentlicht. Bassist Geezer Butler - der den Text schrieb - litt an Depressionen, die Hoffnungen der 68er-Bewegung waren mit Tränengas erstickt worden und der übermäßige Konsum von Drogen zeigte deutlich negative Wirkungen. Diese Folge ist aus Staffel 22 und wurde in Ö1 am 12. 05. 2026 gesendet und Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| „Only Time“ – Enya (Irland, 2000) | 30 sept. 2026 | 00:19:54 | |
Am 11. September 2001 wurden die USA zum Ziel von islamistischen Terroranschlägen. Unmittelbar nach den Attentaten wurde der Song „Only Time“ der irischen New-Age-Musikerin Enya besonders häufig zur Bilduntermalung in Fernsehsendern eingesetzt, während der Opfer gedacht werden sollte. Gerade in den USA und alliierten Ländern wie Kanada, Deutschland, Polen, aber auch der neutralen Schweiz und Österreich konnte sich „Only Time“ sehr oft verkaufen. Die Kritiken waren dabei vernichtend. 20 Jahre später hat sich die Bewertung dieser Musikerin gedreht. „Enya ist überall“, titelte ein weitschweifender Essay in einer tonangebenden Musikzeitschrift über ihren Einfluss in der elektronischen Musik. Diese Folge wurde in Ö1 am 11. 03. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: Playlist und Literaturliste zum Podcast Diese Folge ist aus Staffel 20. Nicht alle Podcatcher haben sie veröffentlicht. Daher Wiederholung. | |||
| „Big Yellow Taxi“ – Joni Mitchell (Kanada, 1970) | 30 sept. 2026 | 00:19:48 | |
Joni Mitchell hatte die Vorhänge ihres Hotelzimmers auf Hawaii geöffnet, sie sah in der Ferne vulkanische Berge, während sich unmittelbar vor dem Hotel ein riesiger Parkplatz auftat. „Wir haben das Paradies betoniert“, sang die kanadische Songwriterin im Jahr 1970 relativ beschwingt. „Ist es nicht immer so, dass wir erst wissen, was wir hatten, wenn es nicht mehr da ist?“, meinte sie weiter und schrieb mit „Big Yellow Taxi“ eine der frühesten ökologischen Hymnen der Popmusik. Diese Folge wurde in Ö1 am 2. 02. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: Playlist und Literaturliste zum Podcast Diese Folge ist aus Staffel 19. Nicht alle Podcatcher haben sie veröffentlicht. Daher Wiederholung. | |||
| "Simplemente Amigos" - (Mexiko, 1988) | 17 juin 2026 | 00:19:01 | |
1987 nahm Maria Guadalupe Araujo Yong 32-jährig am internationalen OTI-Song-Festival teil, bei dem sie - das war außergewöhnlich - als Songwriterin und Sängerin ihres eigenen Songs den dritten Platz erreichte. Ein Jahr später gelang ihr mit dem Song "Simplemente Amigos" - einem Song über eine geheime Liebe - der endgültige Durchbruch daheim in Mexiko. Im Video wurde der Song als Mann-Frau-Beziehung inszeniert, während der Text in Wirklichkeit für die homosexuellen Fans von Ana Gabriel geschrieben wurde. Diese Folge wurde in Ö1 am 15. 06. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Man! I Feel Like A Woman!" - (Kanada, 1997) | 17 juin 2026 | 00:18:50 | |
Heute Abend möchte sie sich überhaupt nicht politisch korrekt benehmen, sang die kanadische Sängerin Shania Twain 1997 auf "Man! I Feel Like A Woman!". In der konservativen Welt des Country war der Song trotz seiner klassischen Rollenverteilung eine kleine feministische Revolution. Shania Twain schuf einen neuen Typus Country-Pop-Star, ohne den Taylor Swift nicht möglich wäre. Diese Folge wurde in Ö1 am 16. 06. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "In The End" - Linkin Park (USA, 2000) | 17 juin 2026 | 00:17:47 | |
Das Debütalbum der kalifornischen Band Linkin Park markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung von Nu-Metal: es verband melodischen, introspektiven Alternative Rock mit Rap und schweren Gitarrenriffs. Die Band wurde so zum wichtigsten Einfluss auf Emo-Punk der 2000er-Jahre und Emo-Rap der 2010er-Jahre. "In The End" wurde dabei zur maßgeblichen Single, die allerdings erst ein Jahr nach dem Album-Release veröffentlicht wurde. Am Tag, als US-Radiostationen mit ihr bemustert wurden, dem 11. September 2001, schlugen zwei Flugzeuge im World Trade Center ein. Die schmerzhafte, alles übertönende und letztlich vergebliche Sinnsuche, die im Song geschildert wird, mag dabei vielen jungen Amerikanern und Amerikanerinnen aus der Seele gesprochen haben. Diese Folge wurde in Ö1 am 17. 06. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Mu isamaa on minu arm" (Sowjetunion, 1988) | 13 mai 2026 | 00:20:00 | |
Die Machthaber in Moskau hatten Ende der 1980er Jahre mit Großprojekten, die tief in die Umwelt eingreifen sollten, starke Proteste im Baltikum ausgelöst. Bald regte sich auch Widerstand gegen einen alten Pakt zwischen Nazi-Deutschland und der Sowjetunion, der nach wie vor Grundlage der Annexion des Baltikums durch die Sowjetunion war. Am 11. September 1988 versammelten sich am Ort des großen estnischen Liederfests weit über 200.000 Menschen, um zu protestieren und Lieder zu singen. Krönender Abschluss war “Mu isamaa on minu arm“ ("Mein Vaterland ist meine Liebe"), ein altes Lied, das 1944 vom Komponisten Gustav Ernesaks mit einer neuen, hymnischen Melodie versehen wurde. Er war nach wie vor am Leben und dirigierte an diesem Höhepunkt der Singenden Revolution. Diese Folge wurde in Ö1 am 13. 05. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Paranoid" - Black Sabbath (UK, 1970) | 12 mai 2026 | 00:19:58 | |
Birmingham war seit der Industriellen Revolution Heimat einer stolzen Arbeiterklasse und verfügte über ausgezeichnete Infrastruktur. Hier wurde in den frühen 1970er Jahren Heavy Metal erfunden - allen voran durch die Band Black Sabbath, die sich nach einem italienischen Horrorfilm benannt hatten. Ihr Gitarrist hatte bei einem Fabriksunfall zwei Fingerkuppen verloren, dadurch stimmte die Band ihre Saiteninstrumente tiefer, weil sie so weniger Kraft beim Spielen benötigten. Black Sabbaths zentraler Proto-Metal-Song "Paranoid" wurde 1970 veröffentlicht. Bassist Geezer Butler - der den Text schrieb - litt an Depressionen, die Hoffnungen der 68er-Bewegung waren mit Tränengas erstickt worden und der übermäßige Konsum von bewusstseinsverändernden Drogen zeigte auch deutlich negative Wirkungen. Diese Folge wurde in Ö1 am 12. 05. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Rise Like A Phoenix" - Conchita Wurst (Österreich, 2014) | 11 mai 2026 | 00:19:58 | |
"Jetzt hat sie uns den Schas gewonnen" - mit diesen Worten krönte ORF-Moderator Andi Knoll das Ende einer fast fünfzigjährigen Durststrecke, als Conchita Wurst als überragende Gewinnerin des Eurovision Song Contest 2014 verkündet wurde. Die internationalen Reaktionen auf "Rise Like A Phoenix" zeigten einmal mehr einen tiefen Spalt im Umgang mit Homosexualität und Gender-Stereotypen in den Ländern Ost- und Westeuropas. Für manche Analyst:innen wurde Conchita Wurst deshalb zur Symbolfigur eines progressiven Europa. Und "Rise Like A Phoenix" - ein eleganter und zugleich bombastischer Song über eine transformative Wiedergeburt - wurde zum Banner-Song eines neuen, toleranten Europa. Diese Folge wurde in Ö1 am 11. 05. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Über sieben Brücken musst du gehn" - Karat (Deutschland, 1978) | 09 avr. 2026 | 00:20:02 | |
Im real existierenden Sozialismus sollten in der DDR inmitten blühender Landschaften menschenwürdige Arbeit geschaffen werden und ein Bollwerk gegen feindliche Klassenkräfte entstehen. Doch Mitte der 1970er Jahre wurde die Kluft zum Westen immer deutlicher sichtbar. In dieser Atmosphäre wurde "Über Sieben Brücken musst du gehen" für die Verfilmung einer Liebesgeschichte zwischen einer Deutschen und einem Polen geschrieben. Nach dem Erfolg bei der Erstausstrahlung des gleichnamigen Films im Jahr 1978 befand die ostdeutsche Einheitspartei, dass der Song zu sentimental wäre. Seiner Beliebtheit als melancholische Durchhalteparole tat das keinen Abbruch. Ein Cover des Westdeutschen Peter Maffay verhalf dem Song auch auf der anderen Seite der Zone - in der Bundesrepublik - zu enormer Bekanntheit. Diese Folge wurde in Ö1 am 07. 04. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Plastic Love" - Mariya Takeuchi (Japan 1984) | 09 avr. 2026 | 00:20:04 | |
In den 1980ern lief die japanische Wirtschaft auf Hochtouren und schloss langsam zu den Vereinigten Staaten von Amerika auf. Citypop wurde zum klingenden Ausdruck eines urbanen, hochtechnisierten und konsumfreudigen Lebensgefühls, das sich mit Walkman und tragbaren Kassettenspielern überall hin transportieren ließ. Als Citypop während der 2010er Jahre in Europa und den USA wiederentdeckt wurde, stießen vor allem anspruchsvolle und smoothe Songs, die sich an Erwachsene richteten, auf großen Zuspruch. Dabei wurde der relativ unbekannte Song "Plastic Love" von Mariya Takeuchi weltweit bekannt. In "Plastic Love" träumt ihre Protagonistin von einem ausgelassenen Leben in der Stadt, nachdem sie verlassen wurde. Diese Folge wurde in Ö1 am 08. 04. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Little Dark Age" - MGMT (USA, 2018) | 09 avr. 2026 | 00:18:18 | |
Ein dunkles Zeitalter war angebrochen, das stand für die Band MGMT nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA fest. Das Duo war Mitte der 2000er Jahre mit unbeschwerten Hits über das Leben als Teenager weltbekannt geworden. Danach war es jedoch still um die Band geworden. Das Album "Little Dark Age" entstand über mehrere Jahre und wurde 2018 veröffentlicht. Der Titelsong - inspiriert durch Synthesizer aus der späten Sowjet-Ära - wird zu einem klaustrophobischen Panoptikum, in dem persönliche Ängste mit gesellschaftlichen Abgründen verschmelzen, während im Video Gothic Horror auf Symbolismus und Dekadenz trafen. Diese Folge wurde in Ö1 am 09. 04. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Anak" - Freddie Aguilar (Philippinen, 1978) | 11 mars 2026 | 00:19:59 | |
Rechtswissenschaften sollte Freddie Aguilar studieren, so wollte es sein Vater. Der 17-Jährige lief stattdessen von Zuhause - unweit der philippinischen Hauptstadt Manila - weg und schlug sich als Straßenmusiker durch. Seinen Song "Anak" - Tagalog für "Kind" - soll er in etwa einer Stunde geschrieben haben, kurz nachdem er seine Fehler eingesehen hatte. Der Song über einen reumütigen, verlorenen Sohn erwies sich auf dem ersten Metro Manila Popular Music Festival 1978 als internationales Sprungbrett für Freddie Aguilar; und bald schon soll er an die 30 Millionen Exemplare weltweit verkauft haben. Diese Folge wurde in Ö1 am 10. 03. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Day O" - Harry Belafonte (Jamaica, 1956) | 11 mars 2026 | 00:19:49 | |
Calypso - ein afro-karibischer Musikstil aus Trinidad und Tobago - erlebte in den 1930ern einen ersten Boom in New York. Einer der berühmtesten Calypsos wurde 1952 zunächst von einem trinidadisch-britischen aufgenommen. "Day Dah Light" handelte von einer harten Nachtschicht am Dock und dem anbrechenden Schichtende. Erst die Version des New Yorker Musikers Harry Belafonte - 1956 hieß sie wahlweise "Banana Boat (Day O)" oder "Day O (The Banana Boat Song)" - verhalf dem Work-Song zu weltweiter Berühmtheit. Auf seinen populärsten Song war Harry Belafonte nicht sonderlich stolz - zu leicht ließ sich sein sozialrealistischer Inhalt überhören. Diese Folge wurde in Ö1 am 09. 03. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Only Time" - Enya (Irland, 2000) | 11 mars 2026 | 00:19:53 | |
Am 11. September 2001 wurden die USA zum Ziel von islamistischen Terroranschlägen. Innen- und Außenpolitik sowie die kulturelle Landschaft veränderten sich dadurch grundlegend. Unmittelbar nach den Attentaten wurde der Song "Only Time" der irischen New-Age-Musikerin Enya besonders häufig zur Bilduntermalung in Fernsehsendern eingesetzt, während der Opfer gedacht werden sollte. Gerade in den USA und alliierten Ländern wie Kanada, Deutschland, Polen, aber auch der neutralen Schweiz und Österreich konnte sich "Only Time" sehr oft verkaufen. Die Kritiken waren dabei vernichtend. 20 Jahre später hat sich die Bewertung dieser Musikerin gedreht. "Enya ist überall", titelte ein weitschweifender Essay in einer tonangebenden Musikzeitschrift über ihren Einfluss in der elektronischen Musik. Diese Folge wurde in Ö1 am 11. 03. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "WAP" - Cardi B, Megan Thee Stallion (USA, 2020) | 11 mars 2026 | 00:19:39 | |
Ein tiefer Spalt wurde 2020 einmal mehr sichtbar, als die Rapperinnen Cardi B und Megan The Stallion ihr Duett "WAP" - kurz für 'Wet Ass Pussy' veröffentlichten. In Amerika, aber auch den Feuilletons weltweit, wurde der unverfroren explizite Song sehr kontrovers diskutiert. Die einen sahen darin eine Selbstermächtigung starker, schwarzer Frauen, die das taten, was ihre männlichen Rap-Kollegen schon längst taten - nämlich die Macht des eigenen Geschlechtsorgans zu feiern -, andere sahen in dem Song einmal mehr den Verfall einer liberalen Kultur, die außer gottlosen Obszönitäten und voyeuristischer Identitätspolitik nichts zu bieten hätte. Diese Folge wurde in Ö1 am 12. 03. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Bad Romance" - Lady Gaga (USA, 2009) | 03 févr. 2026 | 00:19:19 | |
Mit der Weltfinanzkrise blühte sog. "Recession Pop" auf, also schnelle, laute, tanzbare Popmusik, die gute Stimmung zur schlechten Lage verbreiten wollte. Die New Yorker Sängerin Lady Gaga wurde 2008 fast über Nacht mit avantgardistischen Bühnenoutfits, Eurodance-Beats und queer-feministischem Spektakel weltbekannt. Ihr Song "Bad Romance" ist ein Jahr später ein Beispiel für den sog. 'Millennial Whoop', bei dem Silben ohne Bedeutung aneinandergereiht werden und Ordnung in chaotisch gewordene Zeichen bringen. Diese Folge wurde in Ö1 am 4. 02. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Construção" - Chico Buarque (Brasilien, 1971) | 03 févr. 2026 | 00:18:43 | |
Als Chico Buarque im Jahr 1970 nach eineinhalb Jahren aus dem italienischen Exil heim in die brasilianische Militärdiktatur zurückkam, war er schockiert. Auf Autos klebten Sprüche wie "Brasilien, lieb es oder verlass es" oder "Brasilien, lieb es oder stirb". Im Titelsong des Albums "Construção" von 1971 verband Dichtung mit subtilen sozialen Kommentaren. Der Titel bedeutet übersetzt "im Bau" oder Baustelle. Damit konnte sowohl Brasilien gemeint sein, das neu errichtet werden sollte, die Arbeiterklasse im Land oder die kunstvolle Art, wie Chico Buarque das Album konstruiert hatte. Diese Folge wurde in Ö1 am 3. 02. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Big Yellow Taxi" - Joni Mitchell (Kanada, 1970) | 03 févr. 2026 | 00:19:48 | |
Joni Mitchell hatte die Vorhänge ihres Hotelzimmers auf Hawaii geöffnet, sie sah in der Ferne vulkanische Berge, während sich unmittelbar vor dem Hotel ein riesiger Parkplatz auftat. "Wir haben das Paradies betoniert", sang die kanadische Songwriterin im Jahr 1970 relativ beschwingt. "Ist es nicht immer so, dass wir erst wissen, was wir hatten, wenn es nicht mehr da ist?", meinte sie weiter und schrieb mit "Big Yellow Taxi" eine der frühesten ökologischen Hymnen der Popmusik. Diese Folge wurde in Ö1 am 2. 02. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Susamam" - Saniser (Türkei, 2019) | 03 févr. 2026 | 00:19:00 | |
In "Susamam" - deutsch "Ich kann nicht schweigen" - nahmen 20 türkische Rapper die Zustände in ihrem Land ins Visier. Eine verlorene Generation sprach über Umwelt, Dürre, Recht, Gerechtigkeit, Bildung, Neugier, Frauenrechte, Gewalt an Frauen, Tierrechte, Verkehr, Straßen, Suizid, Faschismus und natürlich über die Türkei. Das Video des Songs "Susamam" wurde innerhalb einer Woche 20 Millionen Mal angesehen. Diese Folge wurde in Ö1 am 5. 02. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "DtMF" - Bad Bunny (Puerto Rico, 2025) | 05 janv. 2026 | 00:19:51 | |
Der Reggaetónero Bad Bunny zählt bereits seit einigen Jahren zu den erfolgreichsten Musikern der Welt und stellte mehrfach Streaming-Rekorde auf. Am Dreikönigstag 2025 veröffentlichte er das Album "DtMF," kurz für "Debí tirar más fotos", auf Deutsch "ich hätte mehr Fotos machen sollen". Dieser Satz wird zum Bannerspruch einer Zeit auf der Karibikinsel Puerto Rico - ein Außengebiet der USA in der Karibik - bevor amerikanische Touristen und amerikanische Fastfood-Ketten die Insel schleichend in Besitz nahmen. Diese Folge wurde in Ö1 am 5. 01. 2026 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Don't stop believing" - Journey (USA, 1980) | 30 déc. 2025 | 00:20:00 | |
Die Vereinigten Staaten waren am Anfang der 1980er Jahre in der schwersten Wirtschaftskrise seit der Großen Depression. Die Inflation und Arbeitslosigkeit lagen über zehn Prozent. In dieser tiefen Krise macht sich eine kalifornische Hard-Rock-Band auf die Suche nach dem unbändigen amerikanischen Traum; und sie waren überzeugt, dass Menschen sich mit ehrlicher Arbeit weiterhin zu den Schmieden ihres eigenen Glücks machen konnten. 1981 wurde der Song "Don't Stop Believing" ein respektabler Hit, aber im kollektiven Gedächtnis der USA wird er durch die Verwendung im "Made In America" betitelten Finale der Mafia-Serie Sopranos verankert. Diese Folge wurde in Ö1 am 29. 12. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Fight The Power" - Public Enemy (USA, 1989) | 30 déc. 2025 | 00:19:03 | |
Alles an der Band Public Enemy war revolutionär: ihr Selbstbewusstsein, ihre Dringlichkeit, ihre Militanz und ihre Präsenz. Musik und Texte vermittelten eine Art Ausnahmezustand. Der Unterdrückung von Minderheiten in den USA sollte ein Ende gesetzt werden. Einer der Slogans von Public Enemy war folgerichtig "By any means necessary" - in Anlehnung an den Bürgerrechtler Malcolm X. 989 nahmen Public Enemy dann ihren bekanntesten Song auf: "Fight The Power". Eingearbeitet waren eine Reihe afroamerikanischer Samples, darunter James Brown, Syl Johnson, Sly Stone, die Isley Brothers und sogar Bob Marley. Der Song wird eine Art Leitmotiv für den Film "Do The Right Thing" des schwarzen Filmregisseurs Spike Lee. Diese Folge wurde in Ö1 am 30. 12. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Griechischer Wein" - Udo Jürgens (Österreich, 1974) | 03 déc. 2025 | 00:19:47 | |
In den 1960er Jahre erlebte die Wirtschaft in Mitteleuropa eine Hochkonjunktur; Arbeitskräfte wurden gesucht und sollten bald leichter aus dem Ausland für einige Saisonen angeworben werden können. 1962 vereinbarte Österreich ein erstes Abkommen mit Spanien, 1964 mit der Türkei und 1966 mit Jugoslawien. 1973 wurden die Abkommen - kurz nach der ersten Ölpreiskrise - weitgehend gestoppt, zehntausende Verträge wurden nicht verlängert. Eine Rückkehr in die Türkei ist für viele allerdings schwer, denn das Militär hatte geputscht und die Inflation war hoch. Udo Jürgens nahm sich solcher Schicksale 1974 im Song "Griechischer Wein" an. In einem Wirtshaus sitzen griechische Gastarbeiter zusammen, die sich irgendwann ein kleines Glück in ihrer alten Heimat aufbauen möchten. Diese Folge wurde in Ö1 am 01. 12. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "American Idiot" - Green Day (USA, 2004) | 03 déc. 2025 | 00:19:53 | |
Die Vereinigten Staaten von Amerika führten unter Präsident George W. Bush bald schon Kriege in Afghanistan und im Irak, während politische Gefangene ohne Prozess in ein Militärgefängnis auf Kuba verschleppt wurden. Medien wirkten insbesondere nach den Anschlägen vom 11. September gleichgeschaltet - das jedenfalls beobachtete die Pop-Punk-Band Green Day auf ihrem Album "American Idiot" von 2004. Diese Folge wurde in Ö1 am 03. 12. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Kelmti Horra" - Emel Mathlouthi (Tunesien, 2012) | 03 déc. 2025 | 00:18:28 | |
Am 14. Jänner 2011 stand Emel Mathlouthi auf der Avenue Habib Bourguiba in Tunis und fing an zu singen. "Mein Wort ist frei", lautet eine Textzeile auf Arabisch, "Wir haben keine Angst" eine anderem oder "Für die, die aufbegehren, sind wir die Stimme". Die Sängerin war vor wenigen Jahren nach Frankreich gezogen, aber wegen einer seit Wochen anhaltenden Proteste gegen die Staatsführung war sie in ihr Heimatland gekommen. 2015 sang Emel Mathlouthi ihren Song dann bei der Zeremonie zur Verleihung des Friedensnobelpreises. Vier Personen aus Tunesien wurden dabei für ihren Einsatz für Dialog und Demokratie geehrt. Diese Folge wurde in Ö1 am 04. 12. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Mona Ki Ngi Xica" - Bonga (Angola, 1972) | 12 nov. 2025 | 00:20:02 | |
Zu Beginn der 1970er Jahre war Afrika weitgehend entkolonisiert. Nur Portugal hielt noch an den sogenannten Übersee-Provinzen fest. Dazu zählte Angola in Südwestafrika. Der Leichtathlet José Adelino Barceló de Carvalho - der wegen seiner sportlichen Leistungen ungewöhnlich viel Reisefreiheit genoss - half in dieser Zeit dabei mit, die Unabhängigkeitsbewegungen im Ausland miteinander zu vernetzen. Er musste ins europäische Exil gehen und nahm dort sein erstes Album "Angola 72/74" in seiner Muttersprache Kimbundu auf - darunter auch den Song "Mona Ki Ngi Xica" über emotionale Entwurzelung. 1975 wurde Angola als Folge der portugiesischen Nelkenrevolution unabhängig, versank aber für mehrere Jahrzehnte im Bürgerkrieg. Diese Folge wurde in Ö1 am 10. 11. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "London Calling" - The Clash (UK, 1979) | 12 nov. 2025 | 00:19:31 | |
1978 erlebte Großbritannien einen ungewöhnlich kalten "Winter des Missvergnügens", dazu monatelange Streiks, eine Kernschmelze in einem US-amerikanischen Nuklearkraftwerk und die zweite Ölpreiskrise. Die britische Post-Punk-Band The Clash sah sich gezwungen, mit dem Song "London Calling" einen lauten, verzweifelten Notruf aus dem Herzen eines untergehenden Imperiums abzusetzen. Sänger Joe Strummer griff zu Galgenhumor, um sich und die Welt auf die konservative Gegenrevolution der 1980er Jahre einzustimmen. Denn mit der Wahl von Margaret Thatcher zur britischen Premierministerin waren Nachkriegskonsens und sozialer Ausgleich in sich zusammengebrochen. "London Calling" gilt heute trotz seines düsteren Inhalts als essentieller Protestsong. Diese Folge wurde in Ö1 am 11. 11. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Fast Car" - Tracy Chapman (USA, 1988) | 12 nov. 2025 | 00:19:55 | |
Der Zufall wollte es, dass aus "Fast Car" ein weltweiter Hit wurde. Im Juni 1988 fand im Londoner Wembley Stadion ein Benefizkonzert anlässlich des 70. Geburtstags des inhaftierten Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela statt. Soul-Star Stevie Wonder hatte Technikprobleme, deshalb sollte die junge Sängerin Tracy Chapman ein weiteres Mal auf die Bühne, wo ihr an die 600 Millionen Menschen weltweit via Satellitenfernsehen zuhören konnten, wie sie über ein schnelles Auto sang und dabei einen nüchternen Blick auf das Versprechen sozialen Aufstiegs warf. Ein Cover des Songs "Fast Car" von Luke Combs wurde 2023 zum Hit. Bei den Grammy Awards 2024 sangen beide - die scheue schwarze queere Folk-Sängerin und der unprätentiöse Country-Sänger - "Fast Car" gemeinsam. Diese Folge wurde in Ö1 am 12. 11. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Kyarenga" - Bobi Wine (Uganda, 2018) | 12 nov. 2025 | 00:20:00 | |
Uganda wird seit beinahe vierzig Jahren von Yoweri Museveni regiert. Der prominenteste Kämpfer gegen seine Politik ist der Reggae- und Dancehall-Musiker Bobi Wine. Der Musiker wurde 2017 zum Abgeordneten zum Parlament gewählt. Im Mai 2018 erschien Bobi Wines Single "Kyarenga". Das Liebeslied ließ sich sehr leicht als Allegorie auf die Zustände im Land verstehen. Bald schon gründete Bobi Wine eine politische Bewegung - People Power, alle Macht geht vom Volk aus - sowie eine Partei - die National Unity Platform. Der Musiker wurde mit Strafen und Gewalt eingeschüchtert. Trotzdem trat er gegen den Langzeitpräsidenten Museveni bei umstrittenen Wahlen an, wo er letztlich rund ein Drittel der Stimmen erhielt. Diese Folge wurde in Ö1 am 13. 11. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Non, Je Ne Regrette Rien" - Edith Piaf (Frankreich, 1960) | 08 oct. 2025 | 00:19:58 | |
Die französische Sängerin Edith Piaf widmete ihren letzten großen Hit "Non, je ne regrette rien" der französischen Fremdenlegion, sie sang den Song auf einer Plattform des Eiffelturms anlässlich des Kinostarts eines Films über die Landung alliierter Truppen in der Normandie; und als französische Truppen 1962 aus Algerien in Marseille landeten, sangen sie ebenfalls dieses Chanson. Andererseits gilt "Non, je ne regrette rien" als Edith Piafs Schwanengesang. 1961 war sie bereits gezeichnet von schwerer Krankheit, als sie vor versammelter Prominenz bei einem Comeback-Konzert auftrat, nachdem sie ihr Leben lang für einfache Leute gesungen hatte. Diese Folge wurde in Ö1 am 6. 10. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Running Up That Hill" - Kate Bush (UK, 1985) | 08 oct. 2025 | 00:19:46 | |
"Running Up That Hill" chartet in vielen Ländern weltweit zweimal. Einmal am Höhepunkt der Thatcher-Ära, als sich Tories und Labour in Großbritannien einander ideologisch bekämpften und der Kalte Krieg in atomarer Hochrüstung mündete. Das andere Mal 2022 als eine weltweite Pandemie tiefe gesellschaftlich Gräben hinterlassen hat. Der Song "Running Up That Hill" handelt von einem faustianischen Vertrag - nicht mit dem Teufel, sondern mit Gott, um die unüberwindbaren Verständigungsschwierigkeiten zwischen zwei Menschen zu überbrücken. Kate Bush hatte das dazugehörige Album in Eigenregie in ihrem Heimstudio mit neuartigen Synthesizern und Rhythmusmaschinen aufgenommen. Diese Folge wurde in Ö1 am 8. 10. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Where Does My Heart Beat Now" - Celine Dion (Kanada, 1990) | 08 oct. 2025 | 00:20:05 | |
Die englischsprachige Minderheit war über Jahrhunderte in der kanadischen Provinz Québec tonangegebend. Das änderte sich erst mit der sog. "Stillen Revolution", die in den 1960ern auch eine gesellschaftliche Öffnung brachte. Das Verhältnis von kandischem Staat und der Provinz Québec blieb aber zurüttet. Celine Dion, die berühmteste Musikerin der Provinz, wurde in diese Querelen hineingezogen, als sie etwa den accent über dem E aus ihrem Namen streichen ließ. Aus Céline wurde Celine. Oder etwa als die Sängerin, die vielen als unraffiniert galt, immer häufiger Songs Diese Folge wurde in Ö1 am 9. 10. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Quimbara" - Celia Cruz (USA, 1974) | 29 sept. 2025 | 00:18:48 | |
"Salsa existiert nicht", pflegte die Königin des Salsa selbst zu sagen. Sie würde nur kubaniche Musik spielen wie sie schon die kubanische Band Sonora Matancera gespielt hatte, also Guarachas, Boleros, und so weiter. Aber Celia Cruz wurde als Königin des Salsa bekannt. Und kubanische Musik wurde in New York transformiert. Dort lebten bereits hunderttausende Menschen aus Puerto Rico, denen ab 1959 - ausgelöst durch eine Linke Revolution - zehntausende Menschen aus Kuba folgten. Für sie war Salsa eine Verbindung zwischen der alten, vorindustriellen Heimat und der modernen, teils dystopischen Großstadt, wie auch ein Weg, um sich in ihrer karibischen Identität zu bestärken, für die sie in New York oft verspottet werden. Diese Folge wurde in Ö1 am 7. 10. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "I Feel Love" - Donna Summer (Deutschland, 1977) | 08 sept. 2025 | 00:18:59 | |
Im Sommer 1975, so war in einer berühmten New Yorker Disco-Kolumne zu lesen, habe man über kaum etwas so oft gesprochen wie über Donna Summers 17-minütiges "Love to Love You Baby" - ein Import aus dem fernen München. Die Stadt war im Zuge der Olympischen Spiele 1972 umfassend modernisiert worden. Donna Summer sang dort zunächst in Musicals, bevor sie im Studio des jungen Südtirolers Giovanni Giorgio Moroder aufnahm. Zwei Jahre später markierte "I Feel Love" (1977) einen Wendepunkt in der Geschichte der Popmusik: Der Song gilt als Geburtsstunde der elektronischen Tanzmusik. Summers sinnlicher Gesang traf auf ein Arrangement, das nahezu vollständig auf modularen Synthesizern basierte - eine radikale Abkehr vom üppigen, orchestralen Disco-Sound der Zeit. Diese Folge wurde in Ö1 am 8. 09. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Peremen! (Changes!)" - Kino (Sowjetunion, 1986) | 08 sept. 2025 | 00:20:04 | |
"Peremen!" forderte Kino-Sänger Wiktor Zoi im Jahr 1986. In der Sowjetunion konnte das früher Gefängnis bedeuten. Doch Michail Gorbatschow hatte bei seinem Amtsantritt als Staatsoberhaupt der Sowjetunion Offenheit und Umbau (Glasnost und Perestroika) versprochen. Der Song "Peremen!" verband eingängige New-Wave-Gitarrenriffs mit minimalistischer Rhythmik. Der Refrain "Wir warten auf Veränderung!" wurde dabei zum kämpferischen Slogan einer jungen Generation. Der Song verbreitete sich über Mixtapes, wurde auf illegalen Konzerten gespielt und gelangte zuletzt auf die großen Bühnen der UdSSR - trotz der Skepsis der Behörden gegenüber der wachsenden westlich-geprägten Rockszene. Noch heute wird "Peremen!" bei Protesten in Russland oder Weißrussland gespielt. Diese Folge wurde in Ö1 am 9. 09. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Unfinished Sympathy" - Massive Attack (UK, 1991) | 08 sept. 2025 | 00:20:05 | |
In den späten 1980ern mischten sich in der britischen Hafenstadt Bristol auf einzigartige Weise Reggae, Dub, Hip Hop mit Punk-Ethos, elektronischen Sounds, Samples und dem Handwerk einer erstklassigen Musikuniversität. Während der Rest des Landes auf eine Antwort auf amerikanischen Grunge wartete - der als Britpop bekannt werden sollte - entstand in der relativen Abgeschiedenheit von Bristol elektronische Musik, die für die Zeit nach dem Club gedacht war. 1991 - kurz nach Zusammenbruch des Ostblocks - formuliert der Song "Unfinished Sympathy" eine sehnsüchtige, opulente Offenheit - ohne klassischen Refrain, ohne klassische Bassfigur. Stattdessen schwillt ein Orchester an und ab, während eine soulige Frauenstimme von ihren Leiden erzählt. Diese Folge wurde in Ö1 am 10. 09. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Formation" - Beyoncé (USA, 2016) | 08 sept. 2025 | 00:19:47 | |
"Formation" war der kämpferische Auftakt zu Beyoncés visuellem Album "Lemonade", das sich als komplexe Hommage an die Geschichte, Traumata, Spiritualität und Widerstandskraft schwarzer Amerikanerinnen und Amerikaner verstand. Das Video zu "Formation" wurde einen Tag vor dem 50. Super Bowl veröffentlicht. Diese Folge wurde in Ö1 am 11. 09. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1: | |||
| "Coimbra" - Amália Rodrigues (Portugal, 1952) | 02 juin 2025 | 00:19:57 | |
In Coimbra steht die zweitälteste Universität Europas, zeitweise residierten dort die portugiesischen Könige und im 20. Jahrhundert lehrte Antonio Salazar hier Ökonomie, bevor er in den 1930er Jahren zum Diktator Portugals aufstieg. In Coimbra entstand ein Gegenentwurf zum Fado aus der Hauptstadt Lissabon. Die Gitarren waren größer. Und statt über vergebliche Liebe wurde öfters über die Zumutungen der Welt an empfindsame Seelen gesungen. Die Fado-Sängerin Amalia Rodrigues aus Lissabon setzte dieser Schule des Fado mit ihrer Interpretation von "Coimbra" ein Denkmal. 1951 nahm sie den Song auf, 1952 erschien er auf Vinyl. Die Stadt Coimbra wird in diesen Jahren unter Diktator Salazar ausgebaut, Portugal tritt der Nato und der UNO bei, bleibt aber bis in die 1970er Jahre eine Diktatur. Diese Folge wurde in Ö1 am 02.06. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1. | |||
| "Sukiyaki" - Kyu Sakamoto (Japan, 1961) | 02 juin 2025 | 00:18:55 | |
"Sukiyaki" ist der einzige Song aus Japan, der jemals eine Nummer Eins in den USA war. Ein britischer Radio-DJ hatte sich den einfach zu merkenden Titel einfallen lassen, der nichts mit dem Inhalt des Songs zu tun hat. Der Song beschreibt die ambivalenten Gefühle eines Mannes, der sich nicht von seiner Traurigkeit übermannen lässt, seinen Kopf hoch hält und weiter geht. Der Text wurde 1960 von Rokusuke Ei geschrieben, der eines Abends von den größten Protesten heimkam, die Japan im 20. Jahrhundert erlebt hatte. Hunderttausende Menschen demonstrierten gegen die Militärpräsenz der USA in Japan. Die Proteste scheiterten. Damit scheiterten die Bemühungen um eine stärkere Neutralität. Japan war damit allerdings zurück auf der Weltbühne. Diese Folge wurde in Ö1 am 03.06. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1. | |||
| "Wonderwall" - Oasis (UK, 1995) | 02 juin 2025 | 00:20:00 | |
In den 1990er Jahren entwickelte sich im Vereinigten Königreich rasch eine Alternative zu US-amerikanischem Grunge, die bald Britpop genannt wurde. Diese Folge wurde in Ö1 am 04.06. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1. | |||
| "Regenbogenfarben" - Kerstin Ott, Helene Fischer (Deutschland, 2018) | 02 juin 2025 | 00:19:55 | |
In den 2010er Jahren wurde in immer mehr west- und mitteleuropäischen Staaten die "Ehe für alle" gesetzlich verankert. Im Film, in der Kunst, im Pop und R'n'B waren schwule, lesbische und langsam auch trans- und non-binäre Künstler:innen Normalität. Im deutschen Schlager und der Volksmusik dauerte es, bis sie wirklich willkommen waren. 2018 konnte man im Video zu "Regenbogenfarben" von Berliner Schlagersängerin Kerstin Ott sehen, wie sie ihre Frau küsst und ein lesbisches Paar Hochzeit feiert. Im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit kam der Song in einer Version mit Deutschlands größtem Schlagerstar Helene Fischer für ihre Fernseh-Weihnachtsshow an. Diese Folge wurde in Ö1 am 05.06. 2025 gesendet und ist Teil des kultur- und zeitgeschichtlichen Archivs von Ö1. | |||