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International auf der Suche nach den besten Menschen aus der Entertainmentbranche: Ole Heidelk über seinen Job als Recuiter bei Netflix in London04 Sep 2026

An einem einzigen Arbeitstag spricht Ole Heidelk mit Menschen auf drei oder vier verschiedenen Kontinenten, über unterschiedlichste Themen und für ganz verschiedene Teams. Er selbst sitzt hierbei in einem großen Open-Space-Büro in London, seinem Arbeitsplatz als Recruiter bei Netflix.

Sein Weg zu diesem Job beim weltbekannten Streaming-Giganten war keineswegs vorgezeichnet: Seinen Bachelor in Business Administration hat er im Abend- und Wochenendstudium gemacht, weshalb sein erster Abschluss nicht von jeder Universität akzeptiert wurde, an der er sich für den Master bewarb. Auf mehr Offenheit für Menschen mit unterschiedlichen Studienwegen stieß Ole allerdings an der Leuphana Universität Lüneburg, wo er schließlich ein Masterstudium in Management und Entrepreneurship mit dem Schwerpunkt Personalmanagement begann und 2016 auch abschloss.

Die Studieninhalte an der Leuphana Universität beschreibt er als ausgewogene Mischung aus Betriebswirtschaftslehre, Managementskills, Arbeitsrecht und Wirtschaftspsychologie. Am stärksten in Erinnerung geblieben ist ihm allerdings ein Modul zum Thema Wissenschaftsphilosophie im allerletzten Semester. Zu verstehen, was Wissenschaft bedeutet und dass man sich der Wahrheit nur annähert, aber nie etwas mit absoluter Sicherheit wissen kann: Diese Erkenntnisse ermöglichten Ole einen neuen Blickwinkel auf sein Studium als Ganzes und auf die Inhalte, mit denen er sich in den letzten Semestern beschäftigt hatte. Ergänzt wurde seine Zeit an der Leuphana Universität durch ein Auslandssemester in Shenzhen, China.

Nach dem Studium arbeitete Ole zunächst als Recruiting-Verantwortlicher für Praktikantenprogramme bei Google in Dublin, bevor er sich entschied, nach London zu Netflix zu wechseln. Grund für den Wechsel war für Ole weniger die Bekanntheit des Streaming-Anbieters, sondern die Unternehmenskultur: Netflix hat ein sogenanntes Culture Deck veröffentlicht, das beschreibt, wie die Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens gestaltet werden soll. Das zentrale Versprechen dieser mittlerweile im Human-Resources-Bereich sehr bekannten Sammlung von Leitsätzen ist direktes, offenes Feedback, genau das, wonach Ole auf der Suche war.

Als Recruiter bei Netflix ist Ole nicht derjenige, der Schauspielerinnen unter Vertrag nimmt. Er sucht die Menschen, die hinter der Kamera stehen oder im Büro tätig sind: erfahrene Produktionsleiterinnen, Production Managerinnen und Fachleute aus der Entertainmentbranche in ganz Europa. Was ihn hierbei jeden Tag aufs Neue begeistert, ist die Vielfalt der Menschen, mit denen er spricht. Langweilig ist es Ole in diesem Job noch nie geworden, wie er selbst im Podcast verrät. Zugleich braucht er in seinem Job oft Geduld und gute Networking-Skills: Manchmal dauert es Monate oder gar Jahre vom ersten persönlichen Gespräch mit potenziellen Mitarbeitenden bis hin zu ihrer Bewerbung. Am Ende entscheiden zudem immer die Teams selbst, ob eine Person fachlich und menschlich zu ihnen passt. Ole beschreibt seinen Job deshalb vor allem als den eines Beraters. Seine Aufgabe ist es, Talente zu identifizieren und auch andere vom Potenzial neuer Mitarbeiterinnen zu überzeugen.

Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Warum ist Ole der Meinung, dass man zuerst überlegen sollte, in welcher Firma man arbeiten möchte, bevor man darüber nachdenkt, welche Position genau man dort einnehmen möchte? Wie gestaltet sich der Arbeitsalltag in einem weltbekannten Großunternehmen? Und was rät Ole jemandem, der sich auf eine Stelle bewirbt und nicht weiß, wie er zeigen kann, dass die Ausschreibung zu ihm passt?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand im April 2022 statt.

Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=28205

Maschinen beibringen, die Welt zu verstehen: Dr. Fabian Sturm über seine Arbeit als Postdoc Research Engineer, Zukunftstechnologien und Kickerspielen gegen die KI28 Aug 202600:39:05

Tischfußball spielen gegen die KI, an einem Kicker, dessen eine Seite vollständig von einem neuronalen Netz gesteuert wird? Was wie ein Studentenspaß klingt, war für Dr. Fabian Sturm 2017 der Einstieg in ein Forschungsfeld, das ihn bis heute nicht mehr loslässt. Seitdem denkt er darüber nach, wie wir Maschinen beibringen können, unsere Welt zu verstehen: Warum werden eine Tasse oder ein Schraubenzieher so gegriffen, wie sie gegriffen werden? Wie vermittelt man das einem Roboter? Und wie kann man so letztendlich Arbeitnehmer: innen entlasten, deren Tätigkeit anstrengend oder monoton ist und zugleich ihre ganze Aufmerksamkeit erfordert? 

Heute beschäftigt er sich mit dieser und anderen Fragen als Postdoc Research Engineer an der Technischen Hochschule Nürnberg. Was er als Postdoc macht, ist schwer in einem Satz zu fassen: Er forscht selbst, aktuell vor allem im Bereich der Bilderkennung durch künstliche Intelligenz, arbeitet mit Unternehmen zusammen, konzipiert Fachvorträge, betreut Studierende, hält Vorlesungen und spielt darüber hinaus mit dem Gedanken der eigenen Unternehmensgründung. 

Besonders begeistert ihn, in seiner Tätigkeit die Technik- und Elektronikbegeisterung weitergeben zu können, die ihn seit seiner Jugend begleitet: Vor dem Studium absolvierte er eine Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik, arbeitete anderthalb Jahre als Geselle und holte dann sein Abitur mit Schwerpunkt Elektrotechnik nach. Dennoch war für ihn bald klar, dass er sich nicht sein gesamtes Studium und späteres berufliches Leben mit diesem einen Bereich beschäftigen wollen würde. Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Elektro- und Informationstechnik an der Hochschule Darmstadt war schließlich genau das, wonach Fabian gesucht hatte: Ein Studiengang, der Technik, Informatik, Maschinenbau und Wirtschaft verbindet, und für den er noch heute wirbt: Wer sich nicht auf ein Fachgebiet wie die Elektrotechnik oder die Betriebswirtschaft beschränken möchte oder noch nicht genau weiß, wohin der berufliche Weg ihn oder sie führen könnte, findet hier genau das Richtige.

Noch während des Master-Studiums zeichnete sich für Fabian die Möglichkeit zur Promotion ab: Als Werkstudent kam er zu Bosch Rexroth in den Automatisierungsbereich und konnte schließlich für das Unternehmen ein Jahr lang in den USA arbeiten. Hier schrieb er seine Masterarbeit zum Thema Montageassistenzsysteme, also KI-gestützte Hilfsmittel, die das Anlernen neuer Mitarbeitender in Produktionslinien beschleunigen. Daraus entwickelte sich wie von selbst die Idee zu seiner Doktorarbeit, die Fabian mit der Unterstützung von Bosch Rexroth als Industriepromotion schreiben konnte. Im Podcast spricht er über die Chancen dieser Förderung, den Alltag als Doktorand und wie er mit dem Gefühl umgeht, als promovierter Erstakademiker immer etwas zwischen den Stühlen zu sitzen. 

Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Warum kann Wirtschaftsingenieurwesen gerade dann das richtige Studium sein, wenn man sich noch nicht zwischen Technik, Informatik, Maschinenbau und Wirtschaft entscheiden möchte? Wie kann man über Gamification einen Automatisierungsprozess an einem Alltagsgegenstand, wie einem Tischkicker, intelligent gestalten? Was verbirgt sich hinter dem Begriff Vision Language Action Model, und warum könnte es die Zukunft der Robotik verändern? Und: In welchem Bereich möchte Fabian selbst ein Unternehmen gründen?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand statt im April 2026

Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=26944

Alles andere als verstaubt: Silke Huffziger über ihre abwechslungsreiche Arbeit als Wirtschaftsprüferin, Managerin und Prokuristin bei PwC14 Aug 2026

Von Oktober bis in den April hinein sitzt Silke Huffziger in den Prüferzimmern von Banken und arbeitet dort eng mit Vorstand, Rechnungswesen und Risikomanagement zusammen. In dieser sogenannten „Busy Season" taucht Silke, die heute als Wirtschaftsprüferin, Managerin und Prokuristin bei PricewaterhouseCoopers (PwC) in Hamburg im Bereich Financial Services tätig ist, tief in die Prozesse und Strukturen eines ganzen Unternehmens ein. Die etwas ruhigeren, aber nicht weniger spannenden Sommermonate verbringt sie damit, neue Kolleg:innen anzuwerben und auszubilden. Es ist dieser Kontrast, der für Silke ihre Arbeit zu einer der interessantesten Tätigkeiten in der Finanzbranche macht. 

Ihr Weg zur internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC begann mit einer Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Sparkasse. Auf diese Weise bekam Silke direkt nach dem Abitur bereits einen Einblick in die Arbeitswelt und wurde praxisnah auf das Berufsleben vorbereitet. Danach folgte ein Bachelorstudium mit dem Schwerpunkt Rechnungslegung und Steuern, während dessen sie ein erstes Praktikum bei PwC absolvierte. Dabei erkannte sie schnell: Die Kombination aus der analytischen Arbeit mit Zahlen und der verantwortungsvollen Aufgabe, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben gemeinsam mit ihren Mandant:innen zu überprüfen, war genau das Richtige für sie. Sie entschied sich, fest bei PwC in Hamburg einzusteigen.

2017 traf Silke nach einigen Jahren im Unternehmen eine wegweisende Entscheidung: Sie wollte sich noch einmal weiterbilden, um Wirtschaftsprüferin zu werden. Mit dem berufsbegleitenden AUDIT XCELLENCE Master  an der Leuphana Universität Lüneburg fand Silke genau das Programm, das sie beruflich weiterbringen konnte. Wie sie im Gespräch mit Sophia erzählt, ist das Studium eng mit der Praxis verzahnt: Im Winter arbeitete Silke bei PwC für ihre Kund:innen bzw. Mandant:innen, im Sommer saß sie in Lüneburg im Hörsaal. Diese Kombination beschreibt sie als große Bereicherung, denn erst während des Studiums sind ihr viele Zusammenhänge zwischen der täglichen Praxis und den dahinterliegenden Konzepten und Prüfungsstandards wirklich klar geworden.

Nachdem sie am Ende des Masterstudiums ihr Wirtschaftsprüferexamen bestanden hatte, übernahm Silke zunehmend Verantwortung im Unternehmen: Heute führt sie selbst Mitarbeitende und unterschreibt eigenhändig die Jahresabschlussprüfungen ihrer Mandate, was ohne ihre berufsbegleitende Weiterbildung nicht möglich gewesen wäre. Außerdem hat sie in diesem Jahr ein neues Schulungsprogramm für Berufseinsteiger:innen im Bereich Bankenprüfung mit aufgebaut und ist im Recruiting aktiv. In dieser Rolle gibt sie unter anderem Gastvorlesungen an Hochschulen und zeigt jungen Menschen durch ihre eigene Begeisterung für die Wirtschaftsprüfung, warum diesem Bereich vollkommen zu Unrecht ein immer noch etwas verstaubtes Image anhaftet.

Für die Zukunft hat Silke sich zudem ein neues Ziel gesetzt: Sie möchte im Rahmen eines sogenannten „Secondments“ einige Zeit im Ausland arbeiten, vielleicht in Singapur, den USA oder Kanada. Ein solcher Auslandsaufenthalt würde es ihr ermöglichen, nicht nur andere Arbeitsweisen, sondern auch neue Kulturen und Kolleg:innen aus der ganzen Welt kennenzulernen. 

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Wie läuft eine Jahresabschlussprüfung bei einer Bank im Detail ab? Welche Eigenschaften sollten angehende Wirtschaftsprüfer:innen mitbringen? Und wie findet Silke auf dem Trampolin einen Ausgleich zu ihrer anspruchsvollen Arbeit?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=28271

Elbphilharmonie statt Streamingdienst: Wie Jonathan Schanz als Redakteur beim NDR junge Menschen für klassische Konzerte begeistert07 Aug 2026

Social-Media-Posts vorbereiten, Knigge-Regeln für Konzertbesuche erklären und eine Generation mit dem NDR-Elbphilharmonie-Orchester vertraut machen, die Musik in erster Linie über Streamingdienste wie Spotify hört: Das ist der Arbeitsalltag von Jonathan Schanz, und er würde seinen Beruf mit niemandem tauschen wollen. 

Jonathan hat bis 2019 Umweltwissenschaften mit dem Nebenfach Digitale Medien im Bachelor an der Leuphana Universität Lüneburg studiert. Heute arbeitet er als Redakteur im Bereich Orchester, Chor und Konzerte beim NDR in Hamburg. Gleichzeitig ist er selbstständiger Kameramann, Moderator, Cutter und Grafiker. Ein Blick auf seinen Lebenslauf zeigt, wie unterschiedlich die Projekte sind, mit denen er sich beruflich bereits beschäftigt hat: Die Bandbreite reicht von Werbevideos bis zum Reeperbahn Festival Aftermovie, vom Funk-Format „Sex und Shisha“ bis zum Grafikdesign für ein Magazin zum Thema politische Bildung.

Beim NDR ist Jonathan als Redakteur unter anderem für das NDR Elbphilharmonie Orchester, die NDR Big Band und das NDR Vokalensemble zuständig. Seine aktuelle Hauptaufgabe ist es, Formate zu entwickeln, die klassische Musik für jüngere Zuhörer:innen und neue Zielgruppen zugänglich machen. Wer noch nie ein Konzert besucht hat und nicht weiß, wann man im Theater klatscht und wann lieber nicht, gehört genau zu der Gruppe, die Jonathan im Sinn hat. Er analysiert Instagram-Feeds und TikTok-Videos, außerdem recherchiert er, wie Orchester in anderen Ländern Jugendliche und junge Erwachsene für sich gewinnen. Davon ausgehend überlegt er, wie die Hör- und Sehgewohnheiten der Generation Z in die Welt der klassischen Musik übersetzt werden können. 

Zum Studium an der Leuphana Universität Lüneburg kam Jonathan durch eine Freundin. Bereits bei der Aufnahmeprüfung begeisterten ihn der grüne Campus und das innovative Konzept der Universität, die es ihm ermöglichte, zugleich ganz verschiedenen Interessen im Studium nachzugehen. Noch immer schwärmt er sowohl von seinem Hauptfach Umweltwissenschaften als auch von seinem Nebenfach Digitale Medien. 

Das Hauptfach deckte dabei ein breites Spektrum an Inhalten ab, von Ökologie und Chemie über Bodenkunde bis zu Ökonomie und Management, immer unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit. Ob ihn das Studium in Umweltwissenschaften hier auf seinen späteren Weg im Medienbereich vorbereitet hat, beantwortet Jonathan ehrlich: Was geblieben ist, sind weniger die fachlichen Inhalte, sondern etwas Grundlegenderes; eine klare Struktur im Denken und Arbeiten sowie ein Gespür für die eigenen Stärken und Werte. 

Die Module zu Bildbearbeitung, 3D-Animation, Videoproduktion, Medientheorie und Mediengeschichte im Nebenfach Digitale Medien legten dagegen den inhaltlichen Grundstein für das, womit er sich heute beruflich beschäftigt. Noch während des Studiums drehten er und zwei Kommilitonen zudem erste kleine Filme, arbeiteten unentgeltlich in unterschiedlichen Projekten mit und brachten sich selbst vieles bei, was über die Inhalte des Studiums hinausging. Später ermöglichte Jonathan das große Netzwerk aus der Studentenzeit außerdem, noch einmal als Dozent zu einem spannenden Thema an die Universität zurückzukehren. 

Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Wie entwickelt man Formate für ein Publikum, das klassische Musik nur aus dem Schulunterricht kennt? Was steckt hinter den 26 unterschiedlichen Stationen auf Jonathans Lebenslauf und welche davon sind ihm besonders positiv in Erinnerung geblieben? Und wie sieht für jemanden, der zugleich Angestellter und Selbstständiger ist, ein echter Urlaub aus?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand statt im November 2023.

Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=28261

Wenn der Funke der Technikbegeisterung überspringt: Daniel Tamanini über seine Arbeit als Dozent im Bereich Elektrotechnik und die Wichtigkeit inspirierender Mentoren31 Jul 202600:25:26

Präsentationen über Human-Machine-Interfaces ausarbeiten, sein Team koordinieren und dazwischen Anrufe von Kunden, die dringend Unterstützung dabei benötigen, wie man die Probleme in ihrer elektronischen Fertigung beheben kann: Das ist der Alltag von Daniel Tamanini. Er arbeitet als technischer Direktor bei Chip 1 Exchange, einem Hersteller und Vertreiber elektronischer Bauelemente. Hier leitet er Teams in den Bereichen Analytik, elektrischen Tests und Materialanalysen von Bauteilen. Seine Abteilung arbeitet buchstäblich an allem, was Strom braucht: vom Haushaltstoaster über Displays in Luxusfahrzeugen bis hin zu Bauteilen für die Luftfahrt.

Nebenbei steht Daniel regelmäßig im Hörsaal. An der Hochschule Darmstadt, wo er auch selbst studiert hat, ist er heute in den Bereichen Ausfall- und Fehleranalyse sowie Elektrotechnik und Signalverarbeitung als Dozent tätig. Die Lösungen, die er dort mit Studierenden entwickelt, finden manchmal kurz darauf in seinem Unternehmen Verwendung. Das ist einer der vielen Verbindungspunkte zwischen seinen beiden Tätigkeiten, von denen Daniel im Podcast berichtet. 

An der Hochschule Darmstadt schloss er zunächst sein Diplom in Automatisierungs- und Informationstechnik ab und schrieb seine Abschlussarbeit über einen Datenlogger für die Langzeitkonservierung elektronischer Bauteile. Dieses Projekt entwickelte er von Grund auf selbst, programmierte es und nahm es schließlich in Betrieb. Das Ergebnis war so überzeugend, dass er kurz über eine Patentanmeldung nachdachte, wie er mit einem Augenzwinkern erklärt. Anschließend begann er den Master in Elektrotechnik, ebenfalls an der Hochschule Darmstadt, dieses Mal berufsbegleitend.

Die Möglichkeit zum berufsbegleitenden Masterstudium ergab sich für Daniel durch die Wirtschaftskrise von 2008, durch die er bei seinem damaligen Arbeitgeber eine Zeit lang weniger zu tun hatte und die ihm so neben dem Job Kapazitäten ließ. Kurz darauf übernahm er parallel zum Studium allerdings Personalverantwortung und verbrachte weit mehr als 40 Stunden pro Woche im Büro. Im Interview erzählt er, wie er die intensive Zeit seines berufsbegleitenden Studiums erlebt und was er damals neben allen fachlichen Inhalten auch für sein Leben im Allgemeinen gelernt hat. 

Den jungen Menschen, die diesem Podcast zuhören, gibt Daniel mit auf den Weg: Sucht euch ein Studium und einen Job, die euch Spaß machen, und zwar so sehr, dass ihr auch noch in vielen Jahren gerne zur Arbeit geht. In diesem Kontext erklärt er, warum Karriereknicks nichts sind, wovor man sich fürchten muss und warum es so wichtig ist, trotz Unsicherheit neue berufliche Chancen zu ergreifen und einfach erst einmal „Ja“ zu sagen. 

Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Wie sieht ein berufsbegleitendes Masterstudium neben einem Vollzeitjob konkret aus? Wie findet man einen Mentor und was macht eine gute Mentor-Mentee-Beziehung aus? Und warum würde Daniels beruflicher Werdegang vielleicht ganz anders aussehen, wenn er und seine Großmutter in seiner Kindheit nicht mit Flachbatterien gebastelt hätten?  

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand statt im März 2026.

Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=26793

Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com
Durch Datenanalyse herausfinden, was Menschen bewegt: Key Account Manager Ole Paulsen über seine Arbeit beim Internetgiganten Google24 Jul 2026

Wann suchen Menschen online nach neuen Autos, wie vergleichen sie Versicherungen und welche Urlaubsziele sind besonders beliebt? Mit solchen Fragen beschäftigt sich unserer heutiger Gast Ole Paulsen als Key Account Manager bei Google in Dublin. Täglich arbeitet er hier in einem internationalen Umfeld mit großen Datenmengen, die ihm faszinierende Echtzeit-Einblicke in das ermöglichen, was Nutzer:innen beschäftigt.

Bevor ihn sein beruflicher Weg nach Irland führte, studierte Ole zunächst BWL und Wirtschaftsrecht im Bachelor sowie Management und Data Science im Master an der Leuphana Universität Lüneburg. Hier war er Teil eines der ersten Data-Science-Jahrgänge Deutschlands, einer kleinen, international gemischten Gruppe, verbunden durch ihr gemeinsames Interesse an einem Fachgebiet, das damals in Deutschland noch recht neu war.

Besonders in Erinnerung geblieben ist Ole aus der Zeit an der Universität ein Seminar, in dem er gemeinsam mit zwei Kommilitonen in Kooperation mit dem Startup Horse Analytics einen Fitness-Tracker für Pferde entwickelte: Sensordaten und Videoaufnahmen wurden zusammengeführt, um die Gangart der Tiere zu klassifizieren. Basierend auf den bereitgestellten Daten des Unternehmens entwickelten sie ein Modell, das rasch auf dem Markt erfolgreich wurde und mittlerweile sogar zur Früherkennung von Erkrankungen bei Pferden eingesetzt wird. Eine weitere Veranstaltung, an die er sich gern zurückerinnert, befasste sich mit Recommender Systems, die etwa bei Streaming-Diensten Nutzer:innen für sie möglicherweise interessante Serien oder Filme vorschlagen. Besonders spannend fand Ole dabei die Frage, wie ein System auch bei neuen Nutzer:innen, über die noch keinerlei Informationen vorliegen, dennoch zu einer überzeugenden Empfehlung kommen kann.

Nach dem Master arbeitete Ole mehrere Jahre im Beratungsumfeld bei einer Porsche-Tochter, überwiegend mit Unternehmen aus dem VW-Konzern. Dann kam der Wechsel zu Google, ein Schritt in eine Welt, die für ihn zunächst eine Blackbox war. Ohne Hintergrund im Marketing wusste Ole zunächst nicht, wie sich seine Arbeit als Key Account Manager bei dem internationalen Großunternehmen konkret gestalten würde. Was ihn am Ende für das Unternehmen begeisterte, war nicht primär die Stellenbeschreibung, sondern der Bewerbungsprozess, der sich spürbar von allen anderen unterschied, die er bis dahin erlebt hatte. Wie dieser Prozess konkret aussieht und welche Frage ihn im ersten Bewerbungsgespräch besonders überrascht hat, erzählt er in dieser Episode.

Heute betreut Ole bei Google im Large Customer Sales Service die größten Kunden auf dem deutschen Markt aus der Finanzbranche. Sein Arbeitsalltag ist geprägt von engen Partnerschaften mit Marketingabteilungen, Agenturen und Stakeholdern, seine Hauptaufgabe ist die Analyse von Kampagnen und tagesaktuellen Suchdaten. Hierbei profitiert Ole enorm von der analytischen Denkweise, die er im Data-Science-Studium erlernt hat, auch wenn er heute nur noch selten selbst Code schreibt. Stattdessen hilft ihm das im Studium erworbene technische Verständnis unter anderem dabei, im Kundengespräch komplexe Themen rund um künstliche Intelligenz verständlich einzuordnen und zu erklären, wie die dahinterliegenden Modelle tatsächlich funktionieren.

Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Wie analysiert Google Nutzerdaten, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen? Wie sieht der Bewerbungsprozess bei einem der größten Unternehmen der Welt aus? Und was macht das Google-Büro in Dublin mit seinen eigenen Musikräumen und seinem Blick aufs Meer so besonders?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand statt im Juli 2023.

Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=28218

Ökologische Zukunftsfragen in die Finanzentscheidungen von heute einbeziehen: Theresa Pleye über ihr Sustainable-Finance-Studium und die Arbeit als Risikomangerin bei der GLS-Bank17 Jul 202600:46:04

Ob an der portugiesischen Atlantikküste oder im Süden Frankreichs: Wer in den vergangenen Monaten mit Theresa Pleye zusammenarbeitete, erreichte sie oft an Orten, an denen andere Urlaub machen. Diese sogenannten Workations, während derer sie online aus wechselnden Unterkünften arbeitet, sind für die Senior Referentin im Bereich Risikomanagement bei der GLS Bank in Bochum mittlerweile ein fester Teil ihres Lebens. Möglich wird das durch die große Flexibilität ihres Arbeitgebers, der ihr auf diese Weise die Chance gibt, ihren Beruf und ihre private Reisebegeisterung miteinander zu verbinden.

Optimal auf ihren heutigen Job vorbereitet hat Theresa der Master Management, Sustainable Accounting and Finance, den sie bis 2022 an der Leuphana Universität Lüneburg studiert hat. Zuvor hatte sie bereits einen Bachelor in Sustainable Development an der Hochschule Bochum erworben. Aus dem Studium an der Leuphana Universität ist Theresa besonders eine Seminararbeit zur Verbindung von Corporate Social Responsibility (CSR) und Bilanzmanipulation in Erinnerung geblieben. Darin untersuchte sie, ob Unternehmen CSR strategisch für sogenanntes Greenwashing einsetzen, also um nachhaltiger zu erscheinen, als sie tatsächlich sind. Auch die zusätzlichen Angebote im Rahmen des Komplementärstudiums nutzte Theresa, um ihren Horizont zu erweitern: So beschäftigte sie sich sowohl mit den Chancen und Grenzen der EU-Taxonomie als auch mit der Elektrifizierung durch erneuerbare Energien in der Sub-Sahara.

Das Studium führte ihr vor Augen, wie unterschiedlich sich das Thema Nachhaltigkeit weltweit denken lässt, das sie bereits seit ihrem Bachelorstudium begeistert und das sich wie ein roter Faden durch ihren akademischen und beruflichen Werdegang zieht. Während des Studiums stieg sie so auch bereits bei ihrem heutigen Arbeitgeber, der nachhaltigen GLS Bank, ein, wo sie zunächst als Praktikantin und später in unterschiedlichen Positionen zu den Themen Sustainability und Risikomanagement arbeitete.

Heute verantwortet Theresa bei der GLS die Integration von ESG-Risiken in die Banksteuerung. Vereinfacht gesagt beschäftigt sie sich mit der Frage, wie sich Faktoren wie der Klimawandel oder andere ökologische und soziale Entwicklungen auf die Risiken von Kreditvergaben und die langfristige Stabilität einer Bank auswirken können. Zusätzlich ist sie als Dozentin an der EBZ Business School in Bochum tätig, wo sie Lehrveranstaltungen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Immobilienwirtschaft gibt.

In ihrer beruflichen Tätigkeit begeistert Theresa vor allem die Verbindung von ökologischen und sozialen Zukunftsfragen mit wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen. Aus ihrer Sicht können Banken eine enorme positive Wirkung für Mensch und Umwelt entfalten, wenn sie Klimarisiken konsequent in ihre Kreditentscheidungen einbeziehen. Dadurch werden nachhaltige Geschäftsmodelle gezielt gefördert. Wie sie hierbei mit Rückschlägen in einem noch jungen, sich stetig weiterentwickelnden Themenfeld umgeht und warum sie sich selbst eher als Lernende denn als ausgebildete Risikomanagerin sieht, erzählt sie ausführlich im Gespräch.

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Welche Rolle können Banken bei der Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft spielen? Was bedeutet für Theresa der Begriff des „positiven Handabdrucks“? Und welchen Tipp gibt sie Studieninteressierten, die auf der Suche nach einem Studiengang sind, bei dem Nachhaltigkeit im Vordergrund steht?

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand im Oktober 2023 statt.

Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=28200

4.000 Bierpongbälle und eine App: Sebastian Baumann über seinen Weg vom BWL-Studium zur Startup-Gründung10 Jul 2026

Ein Startup gründen, dafür 4.000 Bierpongbälle selbst bedrucken und gleichzeitig die Bachelorarbeit schreiben: Sebastian Baumann macht zur Zeit der Podcastaufnahme vieles auf einmal, aber folgt dabei einem klaren roten Faden.

Sebastian studiert International Business Administration and Entrepreneurship im Bachelor an der Leuphana Universität Lüneburg. Was den Studiengang an der Leuphana für ihn besonders auszeichnet: Egal in welchem Kurs, egal in welcher Vorlesung, Nachhaltigkeit wird immer mitgedacht. In seinem Minor Nachhaltigkeitswissenschaften arbeitete er beispielsweise interdisziplinär mit Studierenden aus Politik- und Kulturwissenschaften sowie anderen Fächern zusammen. Im Rahmen eines Seminars interviewte er zum Beispiel Bäckereien und Supermärkte in Lüneburg zu Strategien gegen Lebensmittelverschwendung. Dabei erlebte Sebastian, wie divers Perspektiven auf dieselben ökologischen Herausforderungen sein können. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm seine Betreuerin im Minor, eine Doktorandin aus dem bolivianischen Amazonasgebiet, die ihm immer wieder völlig neue Sichtweisen auf ökologische Fragestellungen eröffnet hat. Aktuell liegt Sebastians Hauptfokus auf seiner Bachelorarbeit, mit der er sein Studium direkt mit seinem Startup verknüpft und untersucht, wie netzwerkbasierte Unternehmen ihre sogenannte kritische Masse erreichen und was "WG-Match" davon lernen kann.

Der Weg zur Gründung von "WG-Match" begann nicht mit einem großen Plan, sondern mit einem Seminar namens "Holy Shit" im zweiten Semester seines Studiums. Dabei schnupperte er zum ersten Mal in die Startup-Welt hinein und das ließ ihn nicht mehr los. So entwickelte er die Idee für ein eigenes Produkt: Eine App, die das Swipe-Prinzip von Dating-Apps auf die WG-Suche überträgt. Gedacht, gemacht: Im Oktober 2022 launchte er sie mit seinem Team. Inzwischen wurde die App über 10.000 Mal heruntergeladen. Um das Startup bekannter zu machen, setzt Sebastian auf außergewöhnliche Ideen: Zum Beispiel 4.000 Bierpongbälle mit eigenem Stempel bedrucken, um die App bei Lüneburger Erstsemestern ins Gespräch zu bringen.

Davon und von vielem mehr erzählt Sebastian in dieser Episode und gibt uns unter anderem Antworten auf die folgenden Fragen: Wie entstand aus einem Studienseminar sein Startup "WG-Match"? Wie verbindet er seine Bachelorarbeit mit seiner eigenen Unternehmensstrategie? Und wie hat sein Studium an der Leuphana ihn als Person weit über das Gründen hinaus geprägt? Und was hat ein Marimbaphon mit alldem zu tun? Hört rein und lasst euch von Sebastians Ideen und seinem Weg inspirieren.

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand statt im Januar 2024

Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=16805

Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com
Schule von Grund auf neu denken: Judith Holle über Lernkulturwandel und ihren Weg zur Geschäftsführerin des Sozialunternehmens „beWirken“03 Jul 2026

Ein Sozialunternehmen, das die Schule verändern will. Aber nicht nur mit einzelnen Workshops oder durch Einführung eines neuen Schulfachs – „das wären nur Pflaster“ für gegenwärtige Probleme im Schulsystem, wie unsere Gästin Judith Holle erklärt. Sie ist Geschäftsführerin von „beWirken“, einer gemeinnützigen Bildungsorganisation, die mit Schulen, Lehrkräften und Bildungsbehörden daran arbeitet, Lernangebote grundlegend, systematisch und dauerhaft zu reformieren.

Judith ist in einem Elternhaus aufgewachsen, das in ihr schon früh ein Gefühl der sozialen Verantwortung geweckt hat. Nach der Schule machte sie so zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr in Schottland, in einer Camphill-Einrichtung für junge Menschen mit Behinderung. Ein Jahr, in dem sie viel gelernt hat, das ihr aber auch gezeigt hat, dass Sonderpädagogik zwar ein interessantes und sinnstiftendes Feld, aber nicht der Bereich war, in den sie persönlich auch gehen wollte. Zurück in Deutschland suchte sie nach einem Studium, das gesellschaftliche Themen mit einer konkreten Berufsperspektive verband. Schließlich entschied sie sich für berufliche Bildung in der Sozialpädagogik mit dem Unterrichtsfach Politik an der Leuphana Universität Lüneburg und beendete das Studium 2019 mit dem Bachelor.

Das Studium war auf die spätere Arbeit als Berufsschullehrerin für Erzieher:innen ausgerichtet und Judith beschreibt es als inhaltlich sehr weit gefächert: In den Jahren an der Leuphana lernte sie viel über Sozialpädagogik mit Fokus auf frühkindliche Bildung, Didaktik, Soziologie und Bildungstheorie. Das Thema Bildungsungleichheit und die Frage, warum sich soziale Ungleichheit im Bildungssystem so hartnäckig reproduziert, hat sie in diesem Rahmen damals intensiv beschäftigt und beschäftigt sie noch immer. So merkte Judith früh, dass sie vor allem fasziniert, was Bildung im Grundlegenden eigentlich ist und wie sie gestaltet werden könnte, auch über die konkrete Tätigkeit als Lehrerin hinaus.

Mindestens genauso prägend wie die Inhalte war ihr Engagement neben dem Studium. In der Initiative „Policy Lab“ machte Judith politische Bildungsarbeit, moderierte Podiumsdiskussionen und stieg schnell in Leitungsrollen auf, bis hin zum Vereinsvorstand. Dort erlebte sie, wie viel Spaß es ihr macht, eine Organisation zu gestalten und voranzubringen. In diesem Rahmen lernte sie auch die Gründer:innen von „beWirken“ kennen, die damals noch eine Initiative waren. Judiths Einstieg hier war ein fließender Übergang: ehrenamtliches Engagement, dann erste bezahlte Aufgaben, schließlich eine Führungsrolle und die Geschäftsführung. So wurde sie zu einer „Mitbegründerin der zweiten Phase“ bei dem Sozialunternehmen.

Heute leitet sie ein Team von vierzehn Personen und begleitet Schulen über zwei bis drei Jahre dabei, ihr gesamtes Lernkonzept zu überdenken, hin zu individuellerem, projektbasiertem Lernen. Außerdem entwickelt sie Fortbildungsformate, in denen Lehrkräfte die eigene Rolle evaluieren und neue Unterrichtsmethoden entdecken können. Im vergangenen Jahr hat „beWirken“ unter ihrer Mitverantwortung auch einen fünfteiligen Episodenfilm und ein Buch produziert, die zeigen, wie Lernen jenseits von Gleichschritt und strengen Vorgaben aussehen kann.

Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Warum glaubt Judith, dass ein klares Berufsbild bei der Studienwahl manchmal eher bremst als hilft? Was steckt hinter dem Begriff Lernkulturwandel und welche Formate braucht es, um Schule langfristig wirklich zu verändern? Und welches Potenzial bietet das Engagement in Initiativen während des Studiums?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand statt im Januar 2024

Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=27040

Von Darmstadt nach New York und Mailand: Marius Jung über Industriedesign, künstliche Intelligenz und seinen Weg in die Welt der großen Modehäuser25 Jun 202600:40:50

Für sein kreatives Talent eingestellt zu werden und an Kollektionen für eines der bekanntesten Modelabels der Welt mitzuwirken: Was für viele ein Traum ist, ist für Marius Jung Realität. Als Head of Concept and AI Design bei Moncler in Mailand entwirft er Konzepte für Modekollektionen, Kampagnen und Projekte. Dabei setzt er auf künstliche Intelligenz, eine Technologie, mit der er sich schon beschäftigt hat, lange, bevor sie in aller Munde war. Für ihn ist KI kein einfaches Werkzeug unter vielen, sondern ein stets präsenter Assistent, der ihm hilft, Ideen in kürzester Zeit zu visualisieren. Sein Wissen über KI teilt er auch in Workshops mit Kolleg:innen. Er hilft Berufseinsteiger:innen sowie erfahrenen Designer:innen, Berührungsängste abzubauen und zeigt, wie jede:r die neue Technologie sinnvoll in den eigenen Arbeitsalltag integrieren kann.

Marius' Weg in die italienische Modewelt begann an der Hochschule Darmstadt, wo er sowohl im Bachelor als auch im Master Industriedesign studiert hat. Dass er dort studieren konnte, hat ihm viel bedeutet, wie er im Gespräch betont. Der Weg zum Studienplatz war mit einigen Herausforderungen verbunden, doch in einem anspruchsvollen Aufnahmetest zeigte er den Professor:innen schließlich, dass sein kreatives Talent genau das war, wonach sie suchten. In Darmstadt wurde ihm ein breites Grundverständnis des Designs vermittelt, von der praktischen Arbeit in der Werkstatt bis hin zu den philosophischen Ideen, die hinter gutem Produktdesign stehen. Besonders schätzt er rückblickend, dass er sich hier in ganz unterschiedlichen Bereichen ausprobieren konnte. 

Ergänzt wurde das Studium durch einen Auslandsaufenthalt an der Kyushu University in Japan. Diese Zeit hat Marius' Horizont auf eine Weise erweitert, die bei ihm bis heute nachwirkt: Er entdeckte, dass Design es ihm ermöglicht, mit Menschen auf der ganzen Welt zu kommunizieren, unabhängig von Sprachbarrieren und kulturellen Unterschieden. Durch den Aufenthalt in Japan wuchs er so nicht nur persönlich, sondern erkannte auch, dass er sich beruflich international ausrichten wollte.

Dieser Wunsch rückte noch während seiner Masterarbeit in greifbare Nähe. Marius hatte bereits während des Studiums begonnen, für den Sportartikelhersteller Adidas zu arbeiten, welcher ihm nun eine Festanstellung im Anschluss an sein Studium anbot. Als Teil eines Innovationsteams in New York entwickelte er Schuhe für Spitzensportler:innen, die bei Marathonläufen und Fußballspielen zum Einsatz kamen. Auch bei Moncler konnte er wieder im Sportsegment arbeiten: So berichtet Marius im Podcast von einem Projekt im Kontext der olympischen Winterspiele, das ihn besonders bewegt hat und bei dem KI eine zentrale Rolle spielte. Mit dem bevorstehenden Wechsel zum Modehaus Prada schließt sich für ihn ein Kreis: Sport und Mode, Kreativität und Technologie, globale Erfahrung und handwerkliches Können - alles, was bisher auf seinem Weg wichtig war, kommt dort zusammen.

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Wie wird KI zum Sparring-Partner, die den Arbeitsalltag bereichert, und was sollten Berufseinsteiger:innen mitbringen, damit das gelingt? Wie hat Marius die olympischen Winterspiele in Italien als Designer von Sportbekleidung erlebt? Inwiefern unterscheidet sich die Arbeitskultur in Japan, den USA und Italien, und wie hat sie Marius in seiner Arbeit als Designer, aber auch privat beeinflusst?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand statt im Mai 2026. 

Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=28162

Fünf Minuten Yoga und eine Forschungsfrage: Dr. Eliane Engels über ihre Promotion an der Leuphana und den Weg zur selbstständigen Sportpsychologin19 Jun 202600:44:18

Fünf Minuten Yoga am Morgen. Jeden Tag. Daraus wurden Routinen, Forschungsfragen und schließlich ein eigenes Business. Dr. Eliane Engels hat an der Leuphana Universität über Freude am Sport promoviert und arbeitet heute als selbstständige Sportpsychologin in Hamburg. Was sie antreibt: wissenschaftliche Erkenntnisse dorthin zu bringen, wo sie wirklich wirken, direkt in den Alltag der Menschen.

Die Grundlage für Elianes beruflichen Weg legte das Psychologiestudium mit Fokus auf Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Göttingen sowie ein Praktikum im Bereich psychologische Eignungsdiagnostik. An der Leuphana Universität promovierte sie am Lehrstuhl für Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik. In ihrer Doktorarbeit widmete sie sich einer Frage, die so naheliegend wie unerforscht war: Was beeinflusst eigentlich unsere Freude am Sport? Für ihre erste Studie entwickelte sie ein völlig neues Messinstrument und validierte es mit über 2.000 Schüler:innen. Eine zweite Studie untersuchte, inwieweit kooperative Spiele die Freude am Schulsport steigern können. Begleitet wurde ihre Promotion durch das strukturierte Promotionsstudium der Leuphana Universität, das ihr den Austausch mit Promovierenden aus anderen Fachbereichen ermöglichte. Auch nahm sie hier am Zertifikatsprogramm „Leadership in Gesellschaft und Wirtschaft“ teil. Im Rahmen dessen besuchte sie über 200 Unterrichtseinheiten über Projektmanagement, Netzwerken und Selbstmarketing, die in ihr erstmals ernsthaft den Wunsch aufkeimen ließen, sich selbstständig zu machen. 

Eliane ist jemand, die lieber ausprobiert als zu lang abwägt. So machte sie sich im Herbst 2021 selbstständig. Über diesen Weg spricht sie in der heutigen Podcast-Episode und gibt uns unter anderem Antworten auf die folgenden Fragen: Warum reichen rationale Gründe wie Gesundheit oft nicht aus, um sich für langfristig zum Sport zu motivieren? Wie sieht eine Promotion an der Leuphana Universität konkret aus, von der Themenfindung bis hin zur Verteidigung? Und was verbindet Stand-Up-Paddling mit wissenschaftlichem Durchhaltevermögen? Hört rein und lasst euch zeigen, wie aus fünf Minuten Yoga und einer Forschungsfrage ein ganz eigener Weg entstehen kann.

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand statt im August 2022

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Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com
Von Rechtswissenschaften zu LinkedIn in Dublin: Kerim Sibert über Diversität, Umwege und einen grün gefärbten Fluss12 Jun 202600:50:37

Mittags Sterneküche in der Kantine, ringsum hört man viele Sprachen gleichzeitig, am St. Patrick’s Day leuchtet der Fluss mitten in der Stadt grün. Das ist das Arbeitsumfeld von Kerim Sibert bei LinkedIn in Dublin. Heute berät er dort als Senior Account Director Unternehmen aus dem gesamten DACH-Raum dabei, wie sie in einem sich wandelnden Arbeitsmarkt erfolgreich rekrutieren. Was kaum jemand weiß: Er hätte als Kind eigentlich gar keine Gymnasialempfehlung bekommen — seine Mutter hat sich damals durchgesetzt. Und damit, wie Kerim selbst sagt, seinen gesamten weiteren Lebensweg bestimmt.

Doch bevor es ihn nach Dublin verschlug, studierte Kerim bis 2014 Rechtswissenschaften im Bachelor an der Leuphana Universität Lüneburg, ein Studiengang, den er selbst als „Jurastudium light“ beschreibt. Ursprünglich wollte er Wirtschaftspsychologie studieren, landete über Umwege bei den Rechtswissenschaften und kombinierte beides im Verlauf seines Studiums. Die Kenntnisse, die er im Studium erworben hat, nutzt er bis heute täglich, wenn es zum Beispiel um die rechtssichere Kommunikation mit Kunden oder die Formulierung von Vertragsklauseln geht. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm seine Bachelorarbeit über Inkassounternehmen, ein Thema, das auf den ersten Blick wenig glamourös erscheint, ihm aber gezeigt hat, wie ein ganzes Rechtsgebiet funktioniert, das die meisten Menschen falsch einschätzen. Auch blickt er gern auf das Leuphana-Semester zurück, in dem er zusammen mit Studierenden anderer Fachrichtungen ein spannendes Seminar über Rassismus belegte.

Nach dem Studium folgten erste Berufsstationen, darunter ein entscheidender "Fuß in der Tür" bei Airbus, bevor er den Schritt nach Dublin wagte und bei LinkedIn einstieg. Sechs Jahre später hat er hier über tausend Unternehmen betreut, von kleinen Start-ups bis hin zu Konzernen wie Meta und Tesla. Im Sommer nach diesem Interview wird er mit einer Beförderung zum Enterprise Account Director nach Deutschland zurückkehren, um dort zu arbeiten.

In diesem Interview erzählt Kerim von seinem ganz persönlichen Weg. Wie hat sein Studium der Rechtswissenschaften seine heutige Arbeitsweise geprägt? Was unterscheidet die Arbeitswelt in Dublin von der in Deutschland? Und was hat Basketball mit einer Karriere bei LinkedIn zu tun? Hört rein und lasst euch von Kerims Geschichte vor Augen führen, dass ein Umweg manchmal der direkteste Weg zum Ziel sein kann.

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand statt im Juni 2022

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Mehr finanzielle Wertschätzung für den Frauensport: Wie Laura Elbers mit "equalchamps" eine Sponsoring-Plattform für Leistungssportlerinnen gründete05 Jun 202600:44:27

Als Laura Elbers zum ersten Mal die Zahl liest, kann sie es kaum glauben: 93 Prozent des weltweiten Sponsoring-Volumens fließen in den Männersport, nur sieben Prozent der Förderung kommen weiblichen Sportlerinnen zugute. Was für viele nur Anlass zum frustrierten Kopfschütteln ist, war für sie zum Wendepunkt: Zusammen mit ihrer Studienfreundin Lina gründete Laura "equalchamps", eine Sponsoring-Matching-Plattform, die Leistungssportlerinnen und Frauenmannschaften mit Unternehmenspartnern zusammenbringt, die sie finanziell unterstützen wollen. 

Die Plattform funktioniert ähnlich wie Online-Dating: Sportlerinnen legen ein Profil an, beschreiben ihre Stärken, Erfolge und auf welche Art sie gesponsert werden können. Unternehmen geben ihrerseits an, welche Werte ihnen wichtig sind und wen sie unterstützen möchten; auf dieser Basis entsteht ein Match. Seit dem Launch im September 2023 haben sich bereits rund 120 Sportlerinnen und Mannschaften bei Equal Champs registriert, die alle möglichen Sportarten von Fußball über Leichtathletik, Polo, Kanufahren oder auch Tischkicker ausüben. 

Die Idee zur Unternehmensgründung hatte Laura bereits während ihres Masterstudiums Management und Entrepreneurship mit dem Schwerpunkt Human Resources an der Leuphana Universität Lüneburg: In einem Modul zur Gründungsplanung im dritten Semester arbeiteten Lina und sie den ersten Businessplan für "equalchamps" aus und pitchten ihn vor einer Jury. Ein Jurymitglied bestärkte die beiden ausdrücklich, die Idee weiterzuverfolgen, sodass Lina und Laura nach dem Studium schließlich den Schritt der eigenen Unternehmensgründung wagten. Zweifel, die sie diesbezüglich noch hatten, seien bereits während des Studiums durch bestimmte Angebote für Student:innen mit Gründungsideen ausgeräumt worden, wie Laura erklärt. Zudem erzählt sie, inwiefern auch der Aufbau des Studiums an sich sie darauf vorbereitet hat, sich selbstständig zu machen.

Gründen bedeutet für Laura nicht Glamour. Es bedeutet Buchhaltung, Förderanträge, Messevorbereitung, Vertrieb, und in Verbindung mit all dem, dass man sehr viel Geduld haben muss- eine von Lauras größten persönlichen Herausforderungen, wie sie selbst sagt. Gleichzeitig beschreibt sie, wie schwer es am Anfang war, Kritik am Unternehmen nicht als Kritik an der eigenen Person zu verstehen, insbesondere, wenn man sich beruflich mit einem so emotional aufgeladenen Thema wie Geschlechtergerechtigkeit beschäftigt. 

Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Wie sieht der Alltag einer jungen Gründerin und Geschäftsführerin eines kleinen Unternehmens aus? Was braucht es aus Lauras Sicht, damit ein Startup langfristig zum Erfolg wird? Und welches zufällige Gespräch mit einer Freundin gab letztendlich Ausschlag für die Gründung?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand statt im November 2022

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Im öffentlichen Raum bauen, im eigenen Tempo wachsen: Caroline Gaube über ihren Weg vom Bauingenieurstudium zur technischen Projektleiterin bei HEAG Mobilo29 May 202600:34:22

Planen und bauen- das sind die Tätigkeitsfelder einer Bauingenieurin, die zunächst simpler klingen, als sie in der Realität sind. Diese Erfahrung hat auch Caroline „Caro“ Gaube gemacht, die nach ihrem Studium an der Hochschule Darmstadt und einer kurzen Auszeit direkt bei ihrem heutigen Arbeitgeber HEAG Mobilo als technische Projektleiterin eingestiegen ist. Das Darmstädter Unternehmen arbeitet im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs, und verantwortet unter anderem Neubaustrecken sowie Instandhaltungsmaßnahmen im Straßenbahnnetz.

Die Entscheidung, Bauingenieurwesen zu studieren, traf Caro aufgrund ihrer persönlichen Begeisterung für Mathe und logisches Denken, die sie bereits in der Schule entdeckt hatte. An der Hochschule Darmstadt begann sie zunächst den Bachelor, später folgte der Master, ebenfalls dort. Ab dem dritten Semester wählte sie die Vertiefungsrichtung Verkehrswesen, mit dem kleinen Traum im Hinterkopf, eines Tages selbst in der Stadt Brücken planen und bauen zu können.

Woran sie sich heute aus dem Studium am besten erinnert, sind nicht die Vorlesungen, sondern die Laborpraktika: Hier konnte Caro, wie sie es selbst mit einem Augenzwinkern ausdrückt, nach Herzenslust „im Dreck wühlen“ und in kleinen Gruppen selbstständig Versuche konzipieren und durchführen. Sie hebt lobend hervor, dass es hier dazugehört habe, sich die Situation in echten Städten anzusehen und zu überlegen, wo man den Verkehr verbessern könnte. Prägend war außerdem, was sie erst im Master wirklich verstand: Bauingenieurwesen, so technisch der Studiengang auch ist, hat auch immer mit Menschen und politischen Entscheidungen zu tun. Man baut nicht im luftleeren Raum, sondern für Menschen, im öffentlichen Raum, unter Beteiligung von Kommunen, Behörden und Öffentlichkeit. 

Nach dem Masterabschluss war sie zunächst fünf Monate in Schweden und Norwegen unterwegs, eine Zeit, in der sie intensiv die Natur Skandinaviens genießen konnte und nur wenig vor dem Bildschirm saß. Den Einstieg in den Vollzeitjob, direkt in die Projektleitung, beschreibt sie als herausfordernde, aber gute Umstellung. Caro berichtet, wie sie ihre intensive Bewerbungsphase erlebt hat, worauf sie bei der Wahl ihres Arbeitgebers wertgelegt hat und warum sie nicht direkt nach der ersten Zusage aufgehört hat, nach einer Stelle zu suchen. 

Außerdem sprechen wir über ihr spannendstes berufliches Projekt und ihre größten beruflichen Learnings, unter anderem darüber, warum Rückschläge und Verzögerungen im Projekt gerade im Feld des Bauingenieurwesens nicht unbedingt etwas darüber aussagen, ob die eigene Arbeit gut oder schlecht war. Auch verrät Caroline, warum es, anders als oft behauptet, gut sein kann, wie sie selbst streng mit sich selbst zu sein und auch zu bleiben.

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Warum ist Neugierde die wichtigste Eigenschaft für den Berufseinstieg, noch vor allem Fachlichen? Welche Erkenntnisse aus dem Studium haben Caroline am meisten überrascht? Und warum empfiehlt sie, sich während der Bewerbungsphase auch das Büro zeigen zu lassen?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand statt im März 2026

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Pleasure statt Pressure: Christine Sing über angewandte Kulturwissenschaften, Frauen in Führung und das Leben auf den Wellen22 May 202600:40:53

Christine Sing wusste bei ihrer Suche nach dem passenden Studiengang noch nicht genau, wohin sie ihr Weg führen würde. Was sie aber wusste: Sie wollte sich noch nicht entscheiden müssen. Nicht nur BWL, nicht nur Kultur, sondern beides. Und genau das fand sie an der Leuphana Universität Lüneburg, wo sie bis 2012 angewandte Kulturwissenschaften studierte. Ihr Studium mit den Schwerpunkten BWL, Sprache und Kommunikation sowie Medien- und Öffentlichkeitsarbeit gab ihr ein breites Fundament. Den BWL-Anteil schätzt sie rückblickend als handfestes Werkzeug. Der Bereich Sprache und Kommunikation fühlte sich damals manchmal „zu weich“ an. Heute sieht sie darin eine ihrer wichtigsten Fähigkeiten: Meinungsvielfalt nicht nur zuzulassen, sondern auch auszuhalten. Neben dem Studium arbeitete Christine in der Pressearbeit der Leuphana und begleitete unter anderem den Besuch von Angela Merkel.

Nach dem Studium folgten Berufsjahre in klassisch-hierarchischen Strukturen. Bei Volkswagen wurde sie mit 30 Jahren Pressesprecherin für neue Mobilität. Als sich die Kultur dort veränderte, kündigte sie ohne Plan und folgte einem inneren Ruf nach Teneriffa. Heute lebt und arbeitet sie teils dort, teils in Deutschland. Als selbstständiger Coach berät sie Studienabsolventinnen beim Berufseinstieg und unterstützt Firmen auf dem Weg hin zu einer inklusiveren, frauenfreundlichen Unternehmenskultur. Ein besonderes Herzensprojekt von ihr sind zudem Surfcamps für Frauen in Führungspositionen: Hier lernen die Teilnehmerinnen nicht nur zu surfen, sondern auch, wie sie beruflich weiterkommen und was man als erfolgreiche Führungskraft beachten muss. 

Was bedeutet es, als Frau in der heutigen Arbeitswelt zu stehen? Warum reicht Kompetenz allein nicht aus? Und warum war für Christine das Hamsterrad auch dann noch da, als sie es längst verlassen hatte? Hört rein und lasst euch davon inspirieren, was möglich ist, wenn man anfängt, Erfüllung vor Erfolg zu stellen.

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Sophia Overbeck

Das Gespräch fand statt im März 2022

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Technologie gestalten statt nur nutzen: Doktorandin Josefine Hintz über das Potenzial von Künstlicher Intelligenz in der nachhaltigen Umgestaltung unserer Städte15 May 202600:52:56

Wie können Städte gleichzeitig intelligenter und nachhaltiger werden? Und welche Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz? Mit genau diesen Fragen beschäftigt sich Josefine Hintz heute als Doktorandin an der Technischen Universität Berlin, zugleich ist sie als Gastwissenschaftlerin am Mercator Institute on Global Commons and Climate Change und der Hertie School tätig. In Josefines Forschung geht es weniger um technische Möglichkeiten als vielmehr um die Frage, wie Technologien sinnvoll umgesetzt werden können. So erforscht sie, wie Städte Daten nutzen können, um etwa Energieverbräuche besser zu verstehen oder gezielt Maßnahmen zur Emissionsreduktion zu planen. Außerdem legt sie die Hürden offen, die aktuell diesbezüglich noch bestehen.

Schon früh konnte sich Josefine für Fragestellungen begeistern, die über klassische Fachgrenzen hinaus gedacht und untersucht werden müssen. Ihr Studium Individuale mit dem Nebenfach Rechtswissenschaft an der Leuphana Universität Lüneburg, das sie bis 2016 als eine der ersten in diesem Studiengang absolvierte, hat genau das gefördert: Indem sie als „Indi“-Studentin aus dem gesamten Kursangebot der Leuphana auswählen und sich ihren Stundenplan mit wenig Vorgaben vonseiten der Universität selbst zusammenstellen durfte, konnte sie in ganz unterschiedliche Bereiche hineinschauen und neue Perspektiven entdecken.

Auf die Zeit an der Leuphana folgten ein Auslandssemester in Seoul, Südkorea, ein Masterstudium in Sustainable Urbanism am University College London und Arbeit in einer internationalen NGO. Diese Erfahrungen haben ihr gezeigt, dass Themen wie Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Entwicklung nicht getrennt voneinander gedacht werden sollten, sondern eng miteinander verwoben sind.

In ihrer heutigen Forschung sieht Josefine großes Potenzial, aber auch Verantwortung. Künstliche Intelligenz versteht sie nicht als neutrale Technologie, sondern als Werkzeug, über dessen Einsatz wir uns aktiv Gedanken machen müssen. Aus ihrer Sicht entscheidet sich gerade, in welche Richtung sich diese Entwicklung bewegt: Wird KI bestehende systemische Probleme weiter verstärken oder dazu beitragen, unsere Gesellschaft nachhaltiger und gerechter zu gestalten? Was sie antreibt, ist die Möglichkeit, mit ihrer Arbeit einen konkreten Beitrag zu Letzterem zu leisten. Gleichzeitig betont sie, wie wichtig es ist, dass sich möglichst viele Menschen mit Themen wie KI und Klimaschutz auseinandersetzen und eigene Perspektiven einbringen, unabhängig davon, ob sie selbst in einem technischen Bereich arbeiten oder nicht.

Davon und von vielem mehr berichtet Josefine Hintz in dieser Episode und gibt uns unter anderem Antworten auf folgende Fragen: Welche Chancen stecken in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz? Welche Rolle spielen Städte als Treiber nachhaltiger Transformation? Und warum ist es gerade jetzt so entscheidend, Technologien aktiv mitzugestalten?

Moderiert wird diese Episode von Helena Minner.

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Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com
Vom Lehramtsstudium zur Hochschulsport-Leitung: David Storek über Sportbegeisterung, Verantwortung und einen Weg, den er so nicht geplant hatte08 May 202600:39:01

Als er Kind war, beschwerten sich seine Schwester und Mitschüler:innen manchmal darüber, dass David immer bestimmen wollte. Ganz falsch lagen sie damit nicht, gibt unser Interviewgast David Storek heute zu, würde es allerdings positiver formulieren: Er hat immer gerne Verantwortung übernommen. Dass er diese Verantwortung einmal als Leiter des Hochschulsports an der Leuphana Universität Lüneburg tragen würde, hätte David, der zunächst Grundschullehramt mit den Fächern Sport und Deutsch studiert hat, nicht gedacht. In dieser Rolle kümmert er sich um ein Team von rund 35 Mitarbeitenden, koordiniert ein Angebot von über 150 Sport- und Fitnessangeboten und vertritt den Hochschulsport auch nach außen.

Wie er im Gespräch mit Ulrike verrät, wurde seine Begeisterung für den Sport schon früh geweckt: Aufgewachsen in Berlin, spielte er zunächst Fußball in den sogenannten „Käfigen“, später dann im Verein, wo er schließlich auch selbst Kinder trainierte. Dass es ihn zum Studieren nach Lüneburg verschlagen würden, hätte er sich lange nicht träumen lassen, zu groß war der Berliner Lokalpatriotismus in ihm, wie er lachend erklärt. Nachdem er nach dem Abi einige Monate als Fußballtrainer auf Sansibar (Tansania) verbracht hatte, erschien ihm der Umzug in die norddeutsche Kleinstadt aber nicht mehr als so großer Schritt, zumal er mittlerweile durch eine Freundin ganz „angefixt“ vom flexiblen Studienmodell an der Leuphana war, wie er es selbst beschreibt. Ausführlich gibt er Einblicke in die Inhalte seines Studiengangs Grundschullehramt mit den Fächern Sport und Deutsch, einem abwechslungsreichen Mix aus fachlichen Inhalten wie Literatur- und Sprachwissenschaft, didaktischen Methoden und Hintergrundwissen aus Bereichen wie Erziehungstheorie und Psychologie. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm zudem die sportpraktischen Prüfungen, die er teils in so exotischen Disziplinen wie Einradfahren ablegte. 

Obwohl David sein Studium genauso wie die Arbeit mit Kindern an sich gut gefielen, ahnte er bald nach einem Praktikum an einer Dorfgrundschule, dass er nicht bis zur Rente als Grundschullehrer würde arbeiten wollen. Dass er sein Studium trotzdem beendet hat, war, wie er findet, eine gute Entscheidung, da es ihm neben den fachlichen Kenntnissen auch viele „soft-skills“ mit auf den Weg gegeben hat, die er auch heute als Leiter des Hochschulsports an der Leuphana gut einsetzen kann. Hinzu kamen die Erfahrungen, die er bereits als studentischer Mitarbeiter beim Unisport gesammelt hatte, einem Job, der nicht unmittelbar mit seinem Lehramtsstudium zu tun hatte, aber umso bereichernder war, da er ihm viele neue Perspektiven geöffnet hat. So bot sich ihm beispielsweise die Möglichkeit, das deutsche Team bei den FISU University Games 2019 in Neapel zu unterstützen, einer Art Olympischer Spiele für Studierende. 

Für ihn sind es solche Erlebnisse jenseits des Erwarteten, die den Lebenslauf jedes Bewerbers erst richtig interessant machen. Wer nur mit starrem Blick auf die Regelstudienzeit studiert und stets nur macht, was von ihm in seiner Position verlangt wird, verpasst vielleicht die Erfahrungen, die später anstelle des perfekten, glattgebügelten Lebenslaufs wirklich zählen.

Hört rein und bekommt Antworten auf folgende Fragen: Worauf muss man bei Stellenanzeigen besonders achten, wenn man Quereinsteiger:in ist? Welche Vorteile und Chancen bietet die Arbeit im öffentlichen Dienst, wenn man plant, eine eigene Familie zu gründen? Und warum hat die Geschichte einer nigerianischen Schwimmerin bei den FISU World University Games David tief beeindruckt? 

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Ulrike Linhardt

Das Gespräch fand statt im März 2026

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Von der Kunststofftechnik in die Datenwelt: Luise Wiesalla über Entdeckergeist, unerwartete Möglichkeiten und ihren Weg zur Data Platform Engineerin01 May 202600:41:42

Als Kind hat Luise Wiesalla jede Folge von „Wissen macht Ah!" geschaut. Wie werden Nudeln hergestellt? Wie kommt der Deckel auf die Dose? Antworten, die andere vielleicht schnell vergessen. Bei ihr haben sie etwas in Gang gesetzt. Heute arbeitet sie als Data Platform Engineer in Hamburg und kümmert sich darum, dass ganze Datenabteilungen reibungslos funktionieren. Der Weg dorthin war alles andere als geradlinig. Und genau das macht ihn so hörenswert.

Luise ist die Erste in ihrer Familie, die studiert hat. Einen Finger, der ihr hätte zeigen können, in welche Richtung es geht, gab es nicht. Also hat sie sich selbst vorgetastet. Zuerst studierte sie Physik an der TU Darmstadt, dann wechselte sie in einen Bachelor of Engineering in Kunststofftechnik an der Hochschule Darmstadt. Ein Ingenieurstudiengang, der ihr das gab, was sie suchte: ein Verstehen, wie die Welt zusammenhängt.

Schon früh arbeitete sie als Werkstudentin, schnupperte in Konzerne, Start-ups und kleine Unternehmen und lernte dabei, wie unterschiedlich Arbeitswelten sein können. Ihre Bachelorarbeit schrieb sie in Kooperation mit einem Unternehmen aus dem Bereich Automobilzulieferung. Ihr Thema: eine statistische Analyse von Prozessparametern bei der Herstellung von Head-up-Display-Spiegeln, jenen Bauteilen, die im Fahrzeug Informationen direkt in die Windschutzscheibe projizieren. Ein Projekt, das ihr nicht nur erste Programmiererfahrung in Python brachte, sondern auch zeigte, womit sie akademisch als nächstes arbeiten wollte: mit Daten, Code und Mustern in Zahlen.

Für den Master wechselte sie daher innerhalb der Hochschule Darmstadt in den Studiengang Data Science. Besonders prägend war für sie das Seminar einer Professorin, die komplexe Themen wie Deep Learning und Computer Vision so vermittelte, dass Barrieren verschwanden statt aufgebaut wurden. Ein Prinzip, das Luise bis heute antreibt und das, wie sie findet, auch in ihrer eigenen Arbeit sichtbar sein sollte.

Nach dem Studium begann Luise als Junior Analytics Engineer zu arbeiten. Den Sprung in die Vollzeit empfand sie kaum als Bruch. Zu fließend war der Übergang durch all die Werkstudentenjahre. Was sich veränderte: die Tiefe. Sie arbeitete viel intensiver an bestimmten Aufgabengebieten. Vieles, was im Studium strukturell kaum zu vermitteln ist, lernte sie schlicht on the job. Stationen im Consulting und bei einem weiteren Unternehmen folgten, mit jeweils neuen technischen Schwerpunkten von Cloud-Infrastruktur bis zu On-Premise-Systemen. Diese Vielfalt an Erfahrungen ist es, die Luise heute ausmacht. Kein Tag ist wie der andere: mal geht es darum, tief in ein technisches Problem einzutauchen, mal darum, mit Kolleginnen und Kollegen gemeinsam zu klären, was ein Datensatz eigentlich aussagen soll. Denn IT und besonders Datenthemen sind aus ihrer Sicht ausgesprochen kommunikationsintensiv. Etwas, das viele überrascht.

Darüber spricht Luise in dieser Episode und gibt Antworten auf Fragen wie: Wie hat sie als erste Person in der Familie den Weg ins Studium gefunden? Warum ist ein Fachwechsel mitten im Studium kein Scheitern, sondern kann genau der richtige Schritt sein? Und welche Rolle spielte ihr Informatik-Tutor dabei, dass Luise heute in der IT arbeitet? Hört rein und lasst euch von Luises Geschichte zeigen, was möglich ist, wenn man neugierig bleibt und sich traut, immer wieder neu anzufangen.

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner

Das Gespräch fand statt im Februar 2026

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Umweltfreundliche und inklusive Großveranstaltungen zur Selbstverständlichkeit machen: Hannah Kindler über ihre Arbeit als erste Nachhaltigkeitsmanagerin bei der Hamburg Messe und Congress GmbH24 Apr 202600:50:43

Zwischen riesigen Messehallen, die möglichst nachhaltig betrieben werden sollen, Energiedaten-Analyse und Strategie-Workshops, die sich um Klimaziele und Barrierefreiheit drehen: Das ist der Arbeitsalltag von Hannah Kindler. Als erste Vollzeit-Nachhaltigkeitsmanagerin der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) baut sie dort gerade eine eigene Abteilung auf und entwickelt eine Nachhaltigkeitsstrategie, die es in dieser Form noch nicht gab, als Hannah ihre Arbeit bei der HMC begann.

Viele kleine Schritte führten Hannah zu ihrem heutigen Job: Nach dem Abitur verbrachte sie ein Jahr als Au-pair in Kanada und wusste danach: Ich möchte auf Englisch studieren. Sie recherchierte, wo das in Deutschland möglich war, stieß auf die Leuphana Universität Lüneburg, und begann ihr Studium der International Business Administration and Entrepreneurship (IBAE). Im Studium an der Leuphana, die Hannah als frisch und praxisorientiert lobt, erkannte sie, dass nachhaltiges Wirtschaften, bei dem soziale und ökologische Faktoren stets mit einbezogen werden, die einzige Art des zukunftsfähigen Wirtschaftens ist. Infolgedessen belegte Hannah Wahlkurse wie Business in Society, Corporate Social Responsibility und Social Innovation. Im Master, den sie an der Leuphana im Studiengang Management and Entrepreneurship absolvierte, beschäftigte sie sich ebenfalls mit Themen der Nachhaltigkeit, und ihre Masterarbeit hatte einen echten Praxisbezug: So untersuchte sie ein Förderprogramm für Hamburger Initiativen zu sozialen und Umweltthemen, fasste ihre Ergebnisse für die zuständige Behörde zusammen und trug sie damit über den Hörsaal hinaus. 

Das wissenschaftliche Handwerkszeug, das kritische Denken und die Methodenkompetenz, die an der Leuphana vermittelt wurden, helfen ihr bis heute. Nicht weil sie jeden Tag die im Studium thematisierten Theorien anwendet, sondern weil sie gelernt hat, wie man Situationen hinterfragt und neu denkt. Genau das braucht sie in ihrer Arbeit täglich, denn Nachhaltigkeit bei der HMC ist vieles auf einmal: Energiedaten analysieren, Workshops moderieren, Azubis bei einem Energiescout-Projekt begleiten, externe Netzwerke pflegen und den unternehmensinternen Sustainability Circle entwickeln. Was Hannah dabei antreibt, ist das Gefühl, nicht nur für ein Unternehmen, sondern auch für die Hamburger:innen zu arbeiten:  Die HMC ist in die Hamburger Stadtgesellschaft eingebettet, zieht tausende Menschen an und hat als öffentliches Unternehmen eine besondere Reichweite. Wenn dort nachhaltige Konzepte sichtbar werden, wirken sie weit über die Messehallen hinaus.

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Was verbirgt sich hinter dem Begriff des Nachhaltigkeitsmanagements im Messebetrieb? Wie gelingt es, Kolleginnen und Kollegen für das Thema Nachhaltigkeit zu begeistern, die zunächst wenig Interesse daran hatten? Und warum ist der Entrepreneurship-Anteil ihres Studiums im Rückblick für Hannah heute genau das, was sie täglich braucht, obwohl sie nie selbst gründen wollte und es auch in Zukunft nicht vorhat?

Moderiert wird diese Episode von Helena Minner.

Hier geht es zu Links und weiterführenden Informationen: https://studium-und-dann.com/?p=26751

Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com
Brücken bauen statt Türen schließen: Heiko Praetz über sein berufsbegleitendes Studium mit fast 40 und die Arbeit mit Asylsuchenden17 Apr 202600:42:22

Mit ungefähr 40 Jahren zum ersten Mal an einer Universität sitzen, in einem Seminarraum voller fremder Menschen, mit Fragen im Kopf wie: Schaffe ich das überhaupt? Heiko Praetz weiß, wie sich dieser Moment anfühlt. Doch er erlebte auch, wie er gleich in den ersten Vorlesungen eine Gruppe von Mitstudenten fand, die seine Studienerfahrung zu einer unvergesslichen Zeit in seinem Leben machten.

Heiko ist nicht den geraden Weg gegangen: Vor dem Studium standen eine Zimmermannslehre, eine Ausbildung zum Sozialassistenten und eine zum Erzieher. Den Zimmererberuf musste er mit Anfang zwanzig wegen eines Sportunfalls aufgeben, was zu seiner Entscheidung führte, in einen sozialen Beruf zu wechseln. Dieser Moment war, wie er mittlerweile sagt, das vielleicht wichtigste Puzzlestück seines Lebens. Heute ist er stellvertretende Bereichsleitung Obdach und Asyl bei der Gemeinde Diakonie Lübeck e.V. und betreut in diesem Kontext vor allem diverse Unterkünfte für geflüchtete Menschen als auch wohnungslose Familien.

Hier begann er 2016 als Erzieher in einer Unterkunft für geflüchtete Menschen zu arbeiten, kaum ein Jahr später wurde ihm die Leitung angeboten. Er nahm sie an, merkte jedoch dabei schnell, dass ihm das rechtliche Hintergrundwissen fehlte; die Grundlage, um Gesetze zu verstehen, einordnen und für sein Klientel nutzbar machen zu können. Das wurde der Ausgangspunkt für sein Studium.

2019 beschloss Heiko, berufsbegleitend Soziale Arbeit an der Leuphana Professional School zu studieren. Einmal im Monat, freitags und samstags, fuhr er nach Lüneburg; dazu war er auch einmal im Jahr für eine Blockwoche vor Ort. Um Vor- und Nachbereitung der Veranstaltungen und Prüfungen kümmerte er sich immer dann, wenn es sein voller Alltag zuließ, mit dem Rückhalt seiner Familie, den er als großes Glück beschreibt. Vom Studium besonders in Erinnerung geblieben ist Heiko seine Bachelorarbeit über das Spannungsfeld zwischen ausländerrechtlichen Regelungen und dem Kinderrecht zur Familienzusammenführung. Das Wissen daraus nutzt er heute direkt: Ein neues Projekt für seinen Arbeitgeber rund um unbegleitete minderjährige Ausländer hat er komplett auf Basis dessen konzipiert, was er im Studium erarbeitet hat.

Was Heiko in seinem Berufsalltag begeistert, ist das Gestalten von Prozessen für Menschen mit unterschiedlichsten sozialen Hintergründen, die Unterstützung suchen. Er möchte Brücken in die Gesellschaft bauen, die den Hilfesuchenden eine eigenständige, selbstbestimmte Teilhabe in dieser ermöglichen, nicht Integration um den Preis der eigenen Identität, sondern Akkulturation. 

Hört rein und erfahrt von Heiko, wie ein berufsbegleitendes Studium funktionieren kann und was es dafür wirklich braucht. Warum ist bei seiner Arbeit der Unterschied zwischen Integration und Akkulturation in Bezug auf Asylsuchende so entscheidend? Und was macht einen Menschen aus, der immer wieder aufsteht, trotz Rückschlägen und Zweifeln?  

Moderiert wird diese Episode von Helena Minner.

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Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com
Die Welt zum Guten verändern: Julia Selle über Kinderrechte, Nachhaltigkeit und den Sprung vom Großkonzern in die NGO-Welt10 Apr 202600:39:32

Ein Dorf in Zimbabwe. Hier haben seit jeher alte Männer das letzte Wort, wenn es um die Angelegenheiten der Familien geht, dass gerade sie dieses Privileg einsetzen würden, um gegen Kinderehen vorzugehen, hätte unser Interviewgast Julia Selle nicht erwartet. Dennoch erlebte sie während ihrer Arbeit für die Hilfsorganisation Plan International Deutschland vor Ort mit, wie die Gemeindeältesten ein Netzwerk über Dorfgrenzen hinweg bildeten, das Mädchen vor einer der schlimmsten Praktiken der Welt schützt. Solche Momente sind es, die sie in ihrer Arbeit antreiben und die der Grund sind, warum sie ihren Weg vom Großkonzern in die Welt der gemeinnützigen NGOs (non-governmental organizations) nie bereut hat.

Heute ist Julia Geschäftsführerin der Stiftung Hilfe mit Plan bei Plan International Deutschland, einer Kinderrechtsorganisation, die in über 45 Ländern aktiv ist und sich besonders für Frauen und Mädchen im globalen Süden einsetzt. In ihrer Rolle verantwortet sie Strategie, Finanzen und Personal, pflegt Beziehungen zu Unterstützenden und repräsentiert die Stiftung nach außen. Was sie dabei am meisten begeistert, ist die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Menschen, sowohl mit ihren Teammitgliedern als auch jenen, die ihre Arbeit durch ihre finanzielle und anderweitige Unterstützung, z.B. im Rahmen von Patenschaften, überhaupt erst möglich machen.

Bevor sie diese Position antrat, war Julia fast elf Jahre lang jedoch in einem ganz anderen Umfeld tätig: Sie arbeitete bei der Metro AG, zunächst in der Unternehmenskommunikation, später im Bereich Corporate Social Responsibility. Hier war Julia Teil eines großen internationalen Konzerns mit entsprechenden hierarchischen Strukturen und fand heraus, dass ihr Herz viel mehr für soziale Projekte schlug: Schon bei Metro hatte sie mit den Tafeln und dem World Food Programme zusammengearbeitet und gespürt, wo sie wirklich beruflich hinwollte. Nach einer dreieinhalb Monate langen Auszeit, die sie auf Reisen verbrachte, war Julia sich sicher: Ihre Arbeit sollte sinnvoll sein und die Welt zum Guten verändern.

Genau in dieser Phase entschied sie sich für den berufsbegleitenden Masterstudiengang MBA Sustainability Management an der Leuphana Universität Lüneburg. Den Studiengang beschreibt sie als generellen MBA (Master of Business Administraton), in dem sich das Thema Nachhaltigkeit durch alle Module wie ein roter Faden hindurch zog. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihr die Präsenzwochenenden in Lüneburg, die für sie trotz weitem Weg aus Düsseldorf die beste Zeit waren. Julia betont, wie sehr es sie gefreut hat, hier Menschen mit völlig unterschiedlichen Hintergründen kennenzulernen, die durch ihr gemeinsames Interesse an nachhaltigem Wirtschaften verbunden werden. Außerdem verrät sie, mit welchem umstrittenen Konzept sie sich in ihrer Masterarbeit beschäftigt hat und auch, was es mit sogenannten Change Agents auf sich hat. Zudem zeigt Julia, wie es auch nach dem Studium an der beruflich an der Uni weitergehen kann, indem sie Einblicke in ihre Tätigkeit als Gastdozentin an der Leuphana gewährt.

Im Gespräch mit Moderator Daniel gibt sie Antworten auf Fragen wie diese: Was denkt sie über das Gehaltsgefälle zwischen Non-Profit-Organisationen und Unternehmen? Warum sind Hartnäckigkeit und Leidenschaft im NGO-Sektor keine Buzzwords, sondern wirklich notwendig? Und was hat Karneval mit all dem zu tun? Hört rein und lasst euch von Julias Weg vom Großkonzern über das Studium bis an die Spitze einer gemeinnützigen Stiftung inspirieren. 

Moderiert wird diese Episode von Daniel Persiel.

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Content für Millionen von Fußballfans: Janosch Leuffen über seine Arbeit als Social-Media-Redakteur bei Bayer 04 Leverkusen27 Mar 202600:36:40

Beim Fußballbundesligisten "Bayer 04 Leverkusen" hautnah dabei sein: In vorderster Reihe die Spiele verfolgen, bei Champions-League-Auswärtsfahrten mitreisen und dabei Spieler:innen und Trainer nicht nur aus der Ferne kennen, sondern ihnen im Alltag begegnen und mit ihnen arbeiten. Was der Traum vieler Fußballfans ist, ist für Janosch Leuffen inzwischen seit mehreren Monaten Arbeitsalltag. Als Social-Media-Redakteur bei "Bayer 04 Leverkusen" kümmert er sich um die Erstellung authentischer Inhalte des Clubs für die Website, YouTube, Instagram, Facebook und Co. Mit seinen Beiträgen hält er täglich Millionen von Fußballfans über die Mannschaften und alles rund um das Vereinsleben up to date.

Janosch hätte zunächst nicht gedacht, dass er einmal seine Fußballliebe zum Beruf machen könnte. Nach der Schule entschied er sich zunächst für eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton, um den Traum zu verfolgen, eines Tages Regisseur zu werden. Auch wenn er sich schließlich gegen die Regie entschied, war er weiterhin von Bild-, Videoproduktion und Content-Produktion im Allgemeinen begeistert. Schließlich führte dieses Interesse ihn zum Studium in Onlinejournalismus an der Hochschule Darmstadt, das er 2014 mit dem Bachelor abschloss.

Das Studium in Darmstadt hat Janosch vieles mitgegeben, wovon er in seinem heutigen Job enorm profitiert. Besonders ein Seminar ist ihm in Erinnerung geblieben, in dem er alle Formen des Schreibens übte: Feature, Interview, Kommentar, jede Gattung mit ihrem eigenen Tonfall und besonderen Anforderungen. Was zunächst anstrengend klingen mag, hilft ihm heute, täglich auf Social Media den richtigen Ton zu treffen. Hinzu kam während der Studienzeit ein Videokurs und das Hochschulfernsehen Zeitraum.tv, das ihm schon echte Produktionserfahrung bot. Parallel dazu produzierte Janosch mit einem Freund Internetfernsehen auf YouTube. Seit der Zeit der Arbeit am eigenen YouTube-Channel beobachtet er, wie sich die Sehgewohnheiten und auch die Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer:innen veränderten: Während früher Beiträge von acht Minuten Länge selbstverständlich waren, entscheiden heute die Nutzer:innen innerhalb von Sekunden darüber, ob sie ein Video weiterschauen oder zum nächsten Inhalt wischen. Wer das nicht verinnerlicht hat, kann keinen Content machen, der wirklich ankommt. Dieses Verständnis, das Janosch bereits zu Studentenzeiten entwickelte, bringt er heute direkt in seinen Berufsalltag ein.

Sein Einstieg bei "Bayer 04 Leverkusen" begann in der ersten Arbeitswoche gleich mit einem größeren Projekt: einen Tag lang begleitete er Georg Schmitz, dem Greenkeeper der BayArena und sein Team, Menschen, über deren Arbeit in der Öffentlichkeit selten gesprochen wird, obwohl ohne sie kein Ball rollen würde. Es ist genau diese Idee, die hinter einer ganzen Reihe steckt, der Janosch sich bei "Bayer 04 Leverkusen" widmet: Personen vorstellen, die den Verein tragen, ohne dass es der großen Menge der Fans bewusst ist.

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Wie hat sich Janoschs Wechsel von geregelten Homeoffice-Alltag in einen Job gestaltet, der Wochenendarbeit, Auswärtsfahrten und Champions-League-Reisen mit sich bringt? Wie hat sich sein Blick auf "Bayer 04 Leverkusen" verändert, seit er nicht mehr nur Fan auf der Tribüne ist, sondern tagtäglich hinter den Kulissen blickt? Und warum empfiehlt er, sich schon während des Studiums eigene praktische Projekte zu suchen, um seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner

Das Gespräch fand statt im Oktober 2025

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Trotz Krisen einen kühlen Kopf bewahren: Dr. Nina-Kathrin Wienkoop über ihre Tätigkeit als Protestforscherin20 Mar 202600:50:31

Warum gehen Menschen demonstrieren, und können Demonstrationen wirklich etwas gegen den Rechtsruck und die daraus erwachsende Gefährdung unserer Demokratie ausrichten? Das sind die Fragen, mit denen sich Dr. Nina-Kathrin Wienkoop täglich auseinandersetzt. Als Politikwissenschaftlerin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg und Vorstandsmitglied des Instituts für Protest und Bewegungsforschung (ipb) beobachtet sie Demonstrationen nicht nur, sondern analysiert sie und befragt systematisch Demonstrierende, so auch bei den „Demos gegen rechts", die medial große Aufmerksamkeit erhalten haben. Wie sich ihre Arbeit in diesem Kontext konkret gestaltet, welche Erkenntnisse sie dabei gewinnt und warum sie seitdem als Privatperson häufig nur noch ohne Schild an Demonstrationen teilnimmt, erzählt sie in dieser Episode.

Ihren akademischen Weg begann Nina mit einem Bachelorstudium in Ethnologie und Politikwissenschaften in Göttingen und einem anschließenden Master in Politischer Wissenschaft und Regierung an der Freien Universität Berlin. Hier kam sie im Rahmen der Friedens- und Konfliktforschung das erste Mal mit dem Thema Gruppendynamiken in Berührung: Wie entstehen diese, wer setzt sich durch, wer organisiert sich, wer bleibt still? Diese Fragen wurden schließlich die Grundlage für das, was in Ninas Promotion folgte: Für ihre Dissertation an der Leuphana Universität Lüneburg untersuchte sie, wie Protestbewegungen in Ländern, in denen demokratische Institutionen unter Druck geraten, als Schutzschild gegen die Aushöhlung der Demokratie wirken können. Konkret analysierte sie, was passiert, wenn Präsident:innen versuchen, nach Ablauf ihrer in der Verfassung festgesetzten Amtszeit weiter zu regieren, und welche Rolle zivilgesellschaftliche Mobilisierung dabei spielt, das zu verhindern. Für die Feldforschung reiste sie nach Westafrika, nach Burkina Faso und in den Senegal, lernte, in einem ganz neuen kulturellen Kontext zu forschen und auch die eigene Rolle als Wissenschaftlerin immer wieder kritisch zu hinterfragen. Diese Erfahrungen, berichtet sie, haben sie bis heute geprägt und haben ihr Verständnis von der eigenen Arbeit grundlegend beeinflusst.

Die Promotion selbst, die sie 2020 abschloss, beschreibt Nina als einen Weg, der sich Stück für Stück ergeben hat und nie vollständig vorgezeichnet war. Als Erstakademikerin gab es für sie von Anfang an eine klare innere Verbindung zwischen Bildung und der Freiheit, persönlich zu wachsen, sich entfalten und auf unterschiedlichste Arten einbringen zu dürfen. Diese Grundhaltung ließ sie auch ungewöhnliche berufliche Wege in Betracht ziehen: Den Entschluss, zu promovieren, fasste sie nicht aus dem inneren Wunsch, Professorin zu werden, sondern weil ihr eine Kollegin gezeigt hatte, dass nach einer Promotion ganz unterschiedliche Wege denkbar sind, um sich beruflich zu verwirklichen und zugleich einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben zu leisten. Diese Erkenntnis beschreibt Nina als einen der prägendsten Momente ihrer Zeit an der Universität.

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Wie läuft eine Demonstrant:innenbefragung in der Praxis ab? Warum plädiert Dr. Nina-Kathrin Wienkoop dafür, dass Streiten nicht das Gegenteil von Demokratie ist, sondern ihr Kern? Und was können wir selbst tun, wenn wir von der Politik müde sind und den Eindruck haben, als einzelne:r Wähler:in wenig bewirken zu können?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner

Das Interview fand statt im Februar 2025

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Groß und klein für Nachhaltigkeit begeistern: Larissa Weber über ihre Arbeit als Umweltwissenschaftlerin bei der Arboretum Foundation13 Mar 202600:34:22

Irgendwo in einem Staatsforst bei Mülheim an der Ruhr steht Larissa Weber vor einer Gruppe von Grundschüler:innen, die noch nie im Wald waren und zunächst auch keine Lust haben, das zu ändern. Wenig später flitzen dieselben Kinder zwischen den Bäumen hin und her, bauen Tipis und fragen Larissa über Pflanzen und Tiere aus. Was noch alles in dieser Woche passiert ist und warum sie dieser Ausflug zu einem ihrer prägendsten beruflichen Erlebnisse zählt, davon berichtet Larissa in dieser Episode.

Unsere heutige Gästin hat bis 2023 Umweltwissenschaften im Bachelor an der Leuphana Universität Lüneburg studiert und arbeitete bereits als Werkstudentin bei der Arboretum Foundation in Hamburg, für die sie heute als Umweltwissenschaftlerin tätig ist. Die noch junge gemeinnützige Organisation, deren Aufbau Larissa von Anfang an miterlebt hat, hat sich getreu ihrem Motto „Deutschlands Schulen forsten auf“ auf Umweltbildungsprojekte mit Schulen spezialisiert: Sie bietet Walderlebnistage und Projektwochen an, pflanzt sogenannte Tiny Forests auf Schulgeländen und führt Aufforstungsaktionen in Staatswäldern durch, die durch den Klimawandel beschädigt wurden. 

Wie sie im Gespräch mit Daniel berichtet, ist ihr Berufsalltag sehr vielfältig: Mal sitzt sie vor dem Schreibtisch und schreibt Förderanträge für Umweltstiftungen, mal ist sie mit Schulkindern im Wald und entwickelt Methoden, wie sich Natur mit allen Sinnen erleben lässt. An anderen Tagen spricht sie mit Schulleitungen über die Umsetzung eines Projekts oder packt selbst bei Pflanzaktionen mit an. Dass sie sich dabei oft auf neue Situationen einstellen muss, sieht sie nicht als Hindernis, sondern als Teil dessen, was ihre Arbeit so besonders macht.

Optimal auf ihre heutige Tätigkeit vorbereitet hat Larissa ihr Studium der Umweltwissenschaften an der Leuphana. Sie hat die Universität bewusst gewählt, weil es hier möglich ist, Nachhaltigkeitswissenschaften mit sozialem Fokus zu studieren. Zunächst legt das Studium Grundlagen in Ökologie und Chemie genauso wie in Nachhaltigkeitskommunikation und Statistik, in späteren Semestern werden verschiedene politisch, ökologisch oder sozialwissenschaftlich ausgerichtete Module angeboten. In ihrem Nebenfach Psychology and Society entwickelte Larissa gemeinsam mit Kommiliton:innen einen Workshop zu Klimagefühlen und Klimaangst, der Menschen dabei helfen sollte, engagiert und handlungsfähig zu bleiben, ohne „auszubrennen“.

Während ihrer Studentinnenzeit engagierte sich Larissa zudem unter anderem beim Klimaentscheid Lüneburg. In diesem Rahmen stellte sie mit einem kleinen Team ein Bürgerbegehren auf die Beine, schrieb Förderanträge und machte Öffentlichkeitsarbeit. Larissas Engagement zahlte sich schließlich aus, denn ihr Begehren war erfolgreich: Über 8.000 Lüneburger Unterschriften führten dazu, dass sich die Stadt verpflichtete, bis 2030 klimaneutral zu werden. Larissa erlebte, dass sie selbst ganz konkret einen Beitrag zum Klimaschutz leisten konnte, eine Motivation, die sie auch heute in ihrem Job weiterhin begleitet und ihr hilft, mit Herausforderungen umzugehen, seien es bürokratische Hürden oder erschöpfte Schulleitungen. 

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Wie gelingt es, Kinder für den Wald zu begeistern, die noch nie zuvor einen Fuß hineingesetzt haben? Warum ist es im Bereich Umweltbildung eine echte Stärke, wenn man Generalist:in ist und sich in viele Bereiche einarbeiten kann? Und was steckt hinter der Idee des „Waldparfüms"?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Daniel Persiel

Das Gespräch fand statt im November 2024

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Den Einstieg in die Filmbranche wagen: Lotte Peters über ihre selbstproduzierten Filme und ihre Arbeit bei einer unabhängigen Produktionsfirma06 Mar 202601:11:39

In Cannes auf berühmte Filmschaffende treffen und ein Publikum erleben, das einen Film minutenlang mit Standing Ovations feiert. Für Charlotte „Lotte" Peters ist das kein Traum, sondern eine Erinnerung und zugleich auch ein Ziel für die Zukunft: Sie war bereits als Zuschauerin bei dem französischen Filmfestival dabei und möchte als Produzentin mit einem eigenen Film eines Tages auf diesen roten Teppich zurückkehren.

Lotte hat bis 2021 Kulturwissenschaften im Bachelor an der Leuphana Universität Lüneburg studiert. Heute macht sie ihren Master in Film- und Fernsehproduktion an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und arbeitet parallel dazu als Werkstudentin bei der Berliner Filmproduktionsfirma „Achtung Panda!". Lottes Arbeitgeber hat unter anderem den Berlinale-Film „Ellbogen" produziert und zählt zu den 75 führenden unabhängigen europäischen Produktionsfirmen. Unsere Gästin beschreibt ihren Arbeitsalltag dort als abwechslungsreich und von kreativen Tätigkeiten bestimmt: Sie lektoriert Stoffe aller Art, von Romanen über Treatments bis hin zu Drehbüchern, schreibt Gutachten darüber, welche Geschichten das Potenzial für eine Adaption haben, und begleitet auch darüber hinaus den weiten Weg von der Idee bis zum fertigen Film.

Wie dieser Weg genau aussieht, wissen die wenigsten. Lotte erklärt in dieser Episode, was Filmproduktion eigentlich bedeutet und wieso es entscheidend ist, sich früh mit Finanzierungsfragen und den praktischen Abläufen am Set zu befassen. Auch das komplizierte System der deutschen Filmförderung nimmt sie unter die Lupe und zeigt, warum zwischen der ersten Idee und der Kinopremiere eines Arthouse-Films manchmal viele Jahre liegen.

Neben ihrer Werkstudententätigkeit bei „Achtung Panda!" arbeitet Lotte selbst an zwei Projekten: Zum einen produziert sie im Rahmen ihres Masterstudiums den Dokumentarfilm „Frauen auf der Flucht" über Seenotrettung aus weiblicher Perspektive, entstanden in Zusammenarbeit mit dem RBB und mit Unterstützung der Berlin-Brandenburg-Filmförderung. Zum anderen arbeitet sie an ihrem Abschlussprojekt, einem Spielfilm über queere Sexarbeiter:innen mit dem Titel „The Melting Mood Of Ecstasy". Beide Projekte könnten unterschiedlicher kaum sein, und genau das macht sie für Lotte so spannend: Dokumentation und Drama fordern sie als Produzentin auf ganz verschiedene Weisen heraus.

Eine entscheidende Etappe auf ihrem Weg hin zur Arbeit als Filmproduzentin war Lottes Bachelorstudium in Kulturwissenschaften an der Leuphana. Queere und feministische Theorien, die sie an der Universität in Lüneburg kennenlernte, ermöglichten ihr einen neuen Blick auf gesellschaftliche Problemstellungen, mit denen sie sich jetzt in ihren eigenen Filmen auseinandersetzt. Was sie im Studium hier zudem gelernt hat, ist die Fähigkeit zur Selbstreflexion, ein Gefühl zu entwickeln, was für sie selbst richtig ist und sie sich ganz und gar lebendig fühlen lässt.

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Warum reicht es nach Lottes Einschätzung in der Filmproduktion nicht, sich für gute Geschichten begeistern zu können, und welche weiteren Fähigkeiten sollte man mitbringen, wenn man in der Filmwelt Fuß fassen möchte? Wie sieht der Weg aus, wenn ein Roman für das Kino adaptiert werden soll? Und warum empfiehlt Lotte, unbedingt in unabhängige Programmkinos zu gehen und sich deutsche Filme anzusehen?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner

Das Gespräch fand statt im August 2024

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Mit Datenanalysen zu mehr Sicherheit und Inklusion: HS Darmstadt-Alumnus Christophe Krech über seine Arbeit als Data Scientist27 Feb 202600:31:39

Während Helena die heutige Folge am Ende ihres Arbeitstages aufgenommen hat, beginnt ihr Gast Christophe Krech ihn erst, denn er ist ihr aus dem sonnigen Kalifornien zugeschaltet. Hier arbeitet er als Data Scientist bei „Experian“, einem der führenden globalen Informationsdienstleister mit Fokus auf Datenanalyse. Das Unternehmen hilft Firmen dabei, datenbasierte Entscheidungen zu treffen, zum Beispiel, indem es Modelle entwickelt, die in Echtzeit einschätzen, ob eine Online-Transaktion sicher ist oder nicht. Christophe erzählt, wie die Arbeit von Experian so dafür sorgt, dass Millionen Menschen sicherer im Internet einkaufen können, und gibt Einblicke in seine Rolle hierbei.

Optimal auf seinen heutigen Job vorbereitet hat ihn sein Masterstudium in Data Science (bis 2019) an der Hochschule Darmstadt, das er als Reise durch eine große Werkzeugkammer beschreibt: Zu Beginn lernte er besonders flexible, breit einsetzbare Tools kennen, klassische statistische Verfahren und Programmiersprachen, die die Student:innen in vielen Praxisprojekten nutzen konnten. Mit der Zeit wurden die Werkzeuge spezialisierter, und er entschied sich für eine Vertiefung in einem Bereich, der ihn bis heute fasziniert: erklärbare Machine-Learning-Verfahren, also die Frage, wie man komplexe KI-Modelle so aufbereiten kann, dass auch Menschen ohne technischen Hintergrund nachvollziehen können, wie eine künstlische Intelligenz zu einem bestimmten Ergebnis kommt. Er zeigt, warum es hier, aber auch im Bereich der Data Science insgesamt, nicht auf Perfektion ankommt, man aber oftmals einen langen Atem haben und am besten ein angstfreier, hartnäckiger Rätsellöser sein sollte.

Christophes Übergang vom Studium ins Berufsleben verlief fließend: Seine Masterarbeit schrieb er bereits bei „Experian“, sodass er am einen Tag als Student und am nächsten als festangestellter Data Scientist ins Büro kam. Was sich allerdings veränderte, war der Umfang, in dem er Verantwortung zu tragen hat: Im Studium, so beschreibt er es, ist man in erster Linie sich selbst gegenüber verantwortlich. Als Data Scientist hingegen liefern die eigenen Analysen die Grundlage dafür, dass Kolleg:innen ihre Aufgaben erfüllen und ein Produkt weiterentwickelt werden kann.

Heute besteht Christophes Arbeit, anders als man bei dem Begriff „Data Scientist" zunächst denken mag, allerdings nicht mehr hauptsächlich aus Programmieren und dem Auswerten von Datensätzen. Oft ist er mittlerweile zudem in einer beratenden Funktion tätig, die auf seinem technischen Hintergrund aufbaut, aber auch weit darüber hinausgeht. Welche Produkte sollen entwickelt werden? Was ist technologisch realistisch, was nicht? Wie beeinflusst künstliche Intelligenz die Geschäftsmodelle von Kunden? Dabei ist ein Thema für Christophe von zentraler Bedeutung: Woher kommen die Daten, auf denen Modelle basieren, und welche Vorurteile und Biases sind in ihnen bereits enthalten? Im Interview erklärt Christophe eindrücklich, was es bedeutet, wenn ein Machine-Learning-Verfahren problematische Muster reproduziert, und was man tun kann, damit KI fairer, transparenter und inklusiver wird.

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Wie gestaltet sich der Arbeitsalltag als Data Scientist in einem weltweit agierenden Unternehmen? Warum ist Kommunikation die vielleicht wichtigste Fähigkeit in einem technischen Beruf? Und welches berühmte Zitat aus der Statistik nutzt Christophe, um das Mindset zu beschreiben, das man in diesem Feld entwickeln sollte?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner

Das Gespräch fand statt im Oktober 2025

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Mit Frauenfußball das gesellschaftliche Klima verbessern: Jan-Luca Lossau über seinen Job als Marketingkoordinator bei Werder Bremen20 Feb 202600:36:37

Er hat sich als Kind selbst Trikots gebastelt, ist in Bremen aufgewachsen und seit er denken kann begeisterter Fußballfan. Heute arbeitet Jan-Luca Lossau als Marketing-Koordinator für den Frauenfußball bei seinem Herzensverein „SV Werder Bremen“. Als solcher verantwortet er Kampagnen sowie Kooperationen mit Werbepartnern und denkt darüber nach, wie der Frauenfußball als eigenständiges Geschäftsmodell funktionieren kann, unabhängig vom Männerfußball.

Lange Zeit war Jan-Luca allerdings fest überzeugt davon, dass sein beruflicher Weg ihn eher in die Musik führen würde. So entschied er sich, Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Musik an der Leuphana Universität Lüneburg zu studieren, stellte hier dank des interdisziplinären Studienmodells jedoch bald fest, dass ihn Medienwissenschaft und journalistische Arbeit ebenfalls sehr interessierten. Soziale Netzwerke begannen damals gerade, die Welt und die Art, wie Menschen das Internet nutzen, grundlegend zu verändern. Twitter und Instagram steckten noch in den Kinderschuhen, und Jan-Luca wollte verstehen, wie diese Netzwerke funktionieren und weshalb manche Menschen diese erfolgreicher nutzen als andere. Diesem Thema widmete er schließlich auch seine Bachelorarbeit, die er 2016 abschloss. Schon während des Studiums sammelte Jan-Luca auch praktische Erfahrungen als Redakteur: Bei „Radio Hamburg“ arbeitete er vor allem an den Wochenenden in einer Online-Redaktion, war Teil eines kleinen Teams, hatte viel Eigenverantwortung und schätzte genau das.

Nach dem Abschluss arbeitete er zunächst bei einer Sportkommunikationsagentur, wo er unter anderem eine FIFA-WM-Kampagne für einen Automobilhersteller sowie Projekte rund um Tops, digitale Sammelkarten als moderne Alternative zu Panini-Bildern, begleitete. Eine Kollegin, die er selbst als Koryphäe auf dem Gebiet Fußball bezeichnet, ermutigte ihn, sich auch beruflich näher mit einem Thema zu beschäftigen, für das er sich bereits seit Längerem interessierte: Frauenfußball, und das Potenzial, das dieser als Treiber gesellschaftlicher Veränderung hat.

Daraus ergab sich schließlich der Wechsel zum „SV Werder Bremen“. Was ihn hier in seiner Arbeit als Marketing-Koordinator antreibt, ist nicht nur seine Leidenschaft für Sport, sondern die Überzeugung, dass der Frauenfußball eine Möglichkeit darstellt, neue Zielgruppen anzusprechen, die dem Fußball bisher fernstanden. Zugleich könnten so alte Zielgruppen zurückgewonnen werden, die der Männerfußball über die Jahre ein Stück weit müde gemacht habe, wie er erklärt. Eines seiner persönlichen beruflichen Highlights als Marketing-Koordinator verrät er im Gespräch: Ein Spiel der Frauenmannschaft mit knapp 22.000 Zuschauer:innen und einer großartigen Atmosphäre, die er selbst schwer in Worte fassen kann.

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Welche Fähigkeiten sollten Berufseinsteiger:innen im Sportmarketing mitbringen, und wie wichtig ist dabei echte Sportbegeisterung? Was hat Jan-Luca aus seinem Kulturwissenschaftsstudium mitgenommen, das ihm heute in seiner Arbeit im Marketing weiterhilft? Und welche Frage hat Jan-Luca in einem Vorstellungsgespräch bei einer Sportkommunikationsagentur so nachdenklich gemacht, dass sie ihn bis heute nicht loslässt?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Daniel Persiel

Das Gespräch fand statt im Juni 2024

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"Mein Job sind die schönen Dinge des Lebens": Lara M. Gahlow über ihre Arbeit als freie Autorin, Lektorin und Kulturmanagerin13 Feb 202601:15:31

„Moin, ich bin Lara. Wenn Menschen mich fragen, was ich mache, sage ich: Ich beschäftige mich mit den schönen Dingen des Lebens.“ Diese entwaffnende Antwort gibt Helenas heutige Gästin Lara M. Gahlow allen, die behaupten, dass man nach einem kulturwissenschaftlichen Studium beruflich weder erfolgreich Fuß fassen, geschweige denn sich hierbei auch selbst verwirklichen könne. Dass das genaue Gegenteil der Fall ist, zeigt Lara jeden Tag als Solo-Selbstständige im Bereich Text, Lektorat und Kulturmanagement. Wie sie selbst sagt, hat sie Kultur, Kulinarik und Kommunikation zu ihrem Beruf gemacht. Lara hat das Glück, sich in ihrem Job mit Aufgaben beschäftigen zu können, die sie wirklich begeistern, sei es die Planung eines Kurzfilmfestivals, das Schreiben von Programmtexten für das Reeperbahn Festival oder das Lektorieren eines Graphic Novels.

Studiert hat Lara zunächst Kulturwissenschaften und Medien- und Kommunikationswissenschaften in Bremen, danach folgte ein kulturwissenschaftlicher Master an der Leuphana Universität Lüneburg. Sie ergänzte ihr Studium mit einem Auslandsaufenthalt in Litauen und einer Reise nach Malaysia, engagierte sich knapp neun Jahre ehrenamtlich bei einem Festival im Harz und nahm unterschiedliche Nebenjobs an. Die Erfahrungen, die sie so neben dem Studium gemacht hat, sind für sie heute genauso relevant, wenn nicht sogar noch wichtiger, als die Inhalte ihrer Vorlesungen und Seminare.

Den Einstieg in die Selbstständigkeit fand sie kurz nach dem Master in einer denkbar schwierigen Zeit, mitten in der Corona-Pandemie. Doch Lara schaffte es mit Flexibilität, einem Coworking-Space-Job und einem großen Netzwerk aus Festivalkontakten, sich eine Selbstständigkeit aufzubauen, die rasch erfolgreich wurde. Kulturförderprogramme wie „Neustart Kultur" schufen während der Pandemie Aufträge, die zu der Art von Arbeit passten, die Lara anbieten wollte. Seit sie vollständig selbstständig ist, hat sie nach eigener Aussage nie aktiv Kunden anwerben müssen.

Ihre Selbstständigkeit ermöglicht es ihr, sich auch intensiv dem literarischen Schreiben zu widmen. 2024 erhielt sie den Hamburger Literaturpreis für ihr Debüt, die Erzählung „Vorwiegend festkochend", aktuell arbeitet sie an ihrem ersten Roman. Im Gespräch mit Helena berichtet sie davon, was der Preis konkret für sie und vor allem für ihr Selbstvertrauen bedeutet hat.

Anfang diesen Jahres hat sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Marcel Wicker zudem SOFT gegründet, ein Büro für sensible und progressive Kommunikationsarbeit. Beide sind in den Kontexten, in denen sie arbeiten, als Ansprechpersonen für Fragen rund um diskriminierungssensible Sprache und Bildsprache insbesondere in Bezug auf queere Menschen bekannt. Wie Lara berichtet, ist SOFT so entstanden, wie gute Dinge oft wachsen: langsam, mit dem richtigen Partner und aus einem echten Bedürfnis heraus.

Hört rein und erfahrt die Antwort auf folgende Fragen: Wie sieht Laras Arbeitsalltag als Solo-Selbstständige mit mehreren parallelen Projekten konkret aus? Was hat sie bei einer Lesung vor 100 Menschen gelernt, das sie so nicht erwartet hatte? Und warum glaubt sie, dass Zweifel und kreatives Schaffen untrennbar miteinander verbunden sind?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner

Das Gespräch fand statt im Oktober 2025.

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Soziale Arbeit, die bewegt: Florian Acker über seine Jobs in der Wohnassistenz und Eingliederungshilfe29 Jan 202600:35:03

Florian Acker begleitet Menschen mit Behinderungen in einem der grundlegendsten Lebensbereiche: dem Wohnen. Er tut dies seit über achtzehn Jahren und hat dabei, ausgehend von einem Plichtpraktikum, einen Beruf gefunden, den er als herausfordernd, abwechslungsreich und zugleich sehr sinnstiftend beschreibt. Heute ist Florian Bereichsleiter der Wohnassistenz bei der Lebenshilfe Bremervörde-Zeven, die unter anderem Wohngruppen und ambulant begleitetes Wohnen für Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen anbietet. In seiner Funktion stellt Florian sicher, dass die Leistungsangebote seines Bereichs rechtlichen, vertraglichen und fachlichen Standards entsprechen. Außerdem entwickelt er Konzepte für die Personalakquise und -entwicklung und arbeitet an der Weiterentwicklung der Angebote. Besonders schätzt er den Gestaltungsspielraum, den ihm diese Leitungsrolle bietet, denn neue Ansätze auszuprobieren und eigene Ideen einzubringen, ist hier ausdrücklich erwünscht.

Parallel dazu ist er als freiberuflicher Referent und Berater zu Themen der Eingliederungshilfe tätig, ein Nebenjob, der unerwartet aus seiner Bachelorarbeit an der Leuphana Universität Lüneburg entstanden ist. In dieser Tätigkeit gibt Florian Fortbildungen und Seminare für Fachkräfte und angehende Sozialarbeiter:innen. Außerdem berät er Organisationen der Sozialwirtschaft zu fachlichen und strukturellen Fragen. Dadurch gewinnt er Einblicke in andere Organisationen und Teams, die er als ebenso lehrreich erlebt wie seine Haupttätigkeit.

Bevor er sich dazu entschied, berufsbegleitend Soziale Arbeit im Bachelor an der Leuphana Professional School zu studieren, hatte Florian bereits eine Ausbildung zum Erzieher absolviert und sich zusätzlich als systemischer Therapeuten und Berater qualifiziert. Angeregt durch den Wunsch, das Thema Soziale Arbeit aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel zu betrachten, ohne beruflich pausieren zu müssen, beschloss er schließlich, neben dem Job den Weg an die Universität zu gehen.

Am Studium an der Leuphana begeisterte ihn vor allem, dass viele Lehrende direkt aus der Praxis kommen, also nicht nur Theorie vermitteln, sondern aus eigener Erfahrung wissen, wie die Sozialwirtschaft außerhalb des Seminarraums funktioniert. Den engen persönlichen Austausch mit den Dozent:innen schätzt Florian auch rückblickend sehr; einige Kontakte aus dieser Zeit bestehen bis heute.

Den Master Sozialmanagement, ebenfalls berufsbegleitend an der Leuphana Professional School, begann Florian, als er bereits in einer Leitungsrolle tätig war. Er hatte festgestellt, dass die Personalentwicklung sowie die betriebswirtschaftlichen und arbeitsrechtlichen Fragen, mit denen er sich nun beruflich beschäftigte, Wissen erforderten, das über den Bachelor hinausgeht. Im Master verschafften ihm Module zu BWL, Innovationsmanagement und der europäischen Dimension der Sozialwirtschaft ein tieferes Verständnis dafür, wie Sozialwirtschaft eigentlich funktioniert. Besonders wertvoll war für ihn dabei die direkte Verbindung von Theorie und Praxis: Was er in den Blockseminaren am Wochenende erarbeitete, konnte er in der folgenden Woche unmittelbar in seiner Leitungsarbeit anwenden.

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Wie kann ein zunächst widerwillig angetretenes Pflichtpraktikum zur entscheidenden Weichenstellung im Berufsleben werden? Wie schafft man es, unterschiedliche Jobs und ein berufsbegleitendes Studium unter einen Hut zu bringen? Und was verbirgt sich hinter dem Konzept der Social Innovation Labs, das Florian aktuell in seiner Masterarbeit erforscht? 

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Daniel Persiel

Das Gespräch fand statt im Oktober 2026.

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Brücken bauen zwischen Deutschland und Afrika: Manager Omotunde Kasali über wirtschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe29 Jan 202600:51:02

Lagos hat zweiundzwanzig Millionen Einwohner, die über zweihundert Volksgruppen angehören und mehr als fünfhundert Sprachen sprechen. Wer dort groß wird, weiß, was Multikulturalität bedeutet, nicht als theoretisches Konzept, sondern als gelebter Alltag. Genau diese Erfahrung bringt Omotunde „Tunde" Kasali in seinen Beruf mit: Als Manager bei Germany Trade and Invest arbeitet er heute in Berlin daran, deutsche und afrikanische Wirtschaftsakteure zusammenzubringen, und versteht beide Seiten aus eigener Erfahrung.

Tunde ist die erste international studierende Person im Podcast. Aufgewachsen in Nigeria, entschied er sich nach seinem Bachelorabschluss in Biochemie für ein Masterstudium im Ausland, an der Leuphana Universität Lüneburg. Es war für ihn schon früh klar, dass er sich in diesem ganz dem Thema nachhaltige Entwicklung widmen wollte. Wie kann wirtschaftliches Wachstum in Anbetracht der sozialen und ökologischen Herausforderungen der Zukunft aussehen? Und wie kann ein westafrikanisches Land wie Nigeria, mit all seinem Potenzial, aber auch seinen Problemen, nachhaltig wachsen?

Ausschlaggebend für das Studium an der Leuphana Universität im norddeutschen Lüneburg waren für ihn nicht nur die allgemein guten Studienbedingungen in Deutschland, sondern auch, dass Nachhaltigkeit hier nicht bloß ein Fach ist, sondern in der Hochschule in allen Bereichen stets mitgedacht wird. Sein englischsprachiges Masterstudium in Sustainability Science, das er 2017 abschloss, war von Beginn an sehr interdisziplinär aufgebaut: Biologie, Chemie, Physik, Politik und sogar Umweltrecht standen auf dem Stundenplan. Seine Masterarbeit schrieb er über Bildung zum Thema nachhaltige Entwicklung in Nigeria, wodurch er seine beiden Welten direkt miteinander verband.

Während seines Studiums in Lüneburg gründete er außerdem gemeinsam mit anderen international Studierenden die „Leuphana African Students Organization", eine Initiative, die neu ankommenden afrikanischen Student:innen helfen sollte, in der norddeutschen Kleinstadt Fuß zu fassen. Die Organisation unterstützt sie nicht nur bei der Wohnungssuche und Problemen mit der Bürokratie, sondern auch ganz allgemein beim Ankommen in Deutschland. Für Tunde, der nach seiner Kindheit in der Millionenstadt Lagos der Umzug in das kleine Lüneburg als ziemlichen Kulturschock erlebte, war die „Leuphana African Students Organization" ein echtes Herzensprojekt.

Nach dem Abschluss kehrte Tunde zunächst nach Nigeria zurück und begann im Deutschen Generalkonsulat in der Wirtschaftsabteilung zu arbeiten. Seitdem hat er seine Karriere ganz auf den Bereich deutsch-afrikanische Wirtschaftskooperationen ausgerichtet. Bei Germany Trade and Invest ist er heute für die Begleitung von Unternehmen im englisch- und portugiesischsprachigen Westafrika zuständig. Er koordiniert Branchenexperten und leitet ein Förderprogramm für deutsche Unternehmen, die in afrikanische Märkte einsteigen wollen. In Nigeria wie auch in Deutschland gelebt, studiert und gearbeitet zu haben, ist für Tunde dabei die Grundlage seiner Arbeit.

Davon und von vielem mehr erzählt er in dieser Episode und gibt uns unter anderem Antworten auf die folgenden Fragen: Was braucht es, um langfristige und für beide Seiten vorteilhafte Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und afrikanischen Staaten aufzubauen? Warum sollte man sich trauen, einen Teil seines Studiums im Ausland zu absolvieren? Und wie hilft Tunde sein Engagement in einem englischsprachigen Rhetorik-Club beruflich, aber auch privat?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner.

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Spielzeug neu denken: Gründerin Jenny Rink und ihr Start-Up "Tapari"29 Jan 202600:35:22

Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter sitzen um einen Spielteppich und lauschen gemeinsam gespannt einem Hörspiel. Was in vielen Hörer:innen nostalgische Erinnerungen an die eigene Kindheit weckt, möchte Gründerin Jenny Rink durch ihre „Tapari"-Spielteppiche zu einem interaktiven Erlebnis machen: Gemeinsam können die Kinder durch das Bewegen von Figuren auf dem Teppich entscheiden, wie sich die Hörspielgeschichte weiterentwickeln soll, und das ganz ohne Bildschirme.

Dass Jenny einmal ihr eigenes Start-up gründen würde, hätte sie, die von sich sagt, dass sie nicht „der klassische Gründertyp sei", lange Zeit nicht erwartet, auch wenn die erste Idee zu „Tapari" ihr bereits im Studium kam. Während Jenny Interactive Media Design im Bachelor an der Hochschule Darmstadt studierte, entwickelte sie im Wahlfach Creative Entrepreneurship gemeinsam mit einer Kommilitonin den ersten Businessplan für ihr eigenes Unternehmen. Zugleich baute sie im Kurs Physical Interaction den ersten Prototyp eines interaktiven Spielteppichs, bestehend aus einer einfachen Matte, einem Mikrocontroller und einem Raspberry Pi. Im Master Leadership in the Creative Industries, den sie ebenfalls an der Hochschule Darmstadt machte, vertiefte Jenny anschließend ihr Gespür für Storytelling und Transmedia, also die Frage, wie eine Geschichte über verschiedene Kanäle und Sinne hinweg erfahrbar gemacht werden kann.

Heute steckt all das in ihrem Start-up „Tapari". Die Gründung gewagt hat Jenny kurz nach dem Studium, mit Unterstützung des Hessen-Stipendiums, das sie sechs Monate lang nicht nur finanziell, sondern auch durch begleitende Workshops unterstützte. Weitere Förderung erhielt Jenny auch durch das Exist-Gründungsstipendium. Warum man sich trotz Zweifeln sich für diese Programme bewerben sollte und inwiefern sie die Entwicklung von „Tapari“ vorangebracht haben, verrät sie im Gespräch.

Inzwischen wurden ihre Spielteppiche in zehn Kindergärten getestet. Innerhalb einer Kindergartenwoche konnten die Kinder die erste „Tapari"-Geschichte erleben, in deren Mittelpunkt ein kleiner Drache mit einem ganz besonderen Problem steht: Er ist der Einzige, der kein Feuer spucken kann, und sucht auf fünf verschiedenen Wegen, durch Begegnungen mit fünf ganz unterschiedlichen Charakteren, nach einer Lösung.

Jenny selbst war während der Testphase zweimal die Woche vor Ort, beobachtete, wie Kinder spielten, und sammelte Feedback von Erzieher:innen. Was diese dabei häufig erwähnten, hat sie überrascht: Was sie am meisten an „Tapari" begeisterte, war nicht die Technologie, sondern die positiven Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder untereinander. Durch die Teppiche entwickelten sie ganz eigene Methoden, um gemeinsam zu entscheiden, wie das Hörspiel weitergehen sollte.

Für die kommenden Monate hat Jenny einiges geplant: Mit einer Crowdfunding-Kampagne im Frühjahr nach diesem Interview möchte sie den Markteintritt vorbereiten, mit dem Ziel, „Tapari" pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 2026 auf den Markt zu bringen. Dafür baut ihr Team derzeit industrielle Produktionsprozesse auf, um vom handgefertigten Prototyp zur Serienproduktion zu kommen und „Tapari" in größeren Stückzahlen anbieten zu können.

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Wie beschreibt Jenny den Weg von der ersten Idee im Studium bis zum fertigen Produkt? Warum sollte man auch den Schritt der Start-up-Gründung wagen, wenn man nicht der geborene Unternehmer ist? Und welches Feedback hat sie von den Kindern erhalten, die den Spielteppich selbst ausprobieren durften?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von: Helena Minner

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Keine Angst vor dem Fachwechsel: Wie Jelena Bohne auf Umwegen zum Psychologiestudium kam29 Jan 202600:48:03

Menschen, die auf eine Herztransplantation warten oder sie gerade überstanden haben, befinden sich in einer Situation, die sie nicht nur körperlich, sondern auch psychisch fordert. Als Jelena Bohne ihr Praktikum an der Transplantationsmedizin des Wiener Universitätsklinikums absolvierte, traf sie genau auf diese Patient:innen und begegnete einer Seite der klinischen Psychologie, die sie bis dahin nicht kannte. Dass sie dort gelandet war, verdankte sie einem Zufall, und dennoch wurde das Praktikum zu einem der prägendsten Erlebnisse ihrer Studienzeit.

Jelena hat bis 2022 Psychologie im Bachelorstudium an der Leuphana Universität Lüneburg studiert. Anschließend wechselte sie an die Universität Wien, wo sie im Masterstudiengang Psychologie den Schwerpunkt klinische und Gesundheitspsychologie belegte. Im Sommer nach diesem Interview beginnt sie ihre Ausbildung zur psychologischen Psychotherapeutin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie für Erwachsene in Köln, zugleich arbeitet sie als Psychologin im Sozialpädiatrischen Zentrum einer Kinderklinik.

Dass sie einmal Psychologin sein würde, war für Jelena nach dem Abitur noch nicht absehbar. Zunächst entschied sie sich für ein Studium im Bereich Politik und Recht, ehe sie eine Freundin in Psychologievorlesungen begleitete und feststellte, dass sie sich eigentlich viel mehr für diesen Fachbereich begeistern konnte. Mutig beschloss sie, ihr Erststudium abzubrechen und sich stattdessen für Psychologie in Lüneburg zu bewerben. Sofort bekam sie einen Platz und stieß dort auf ein Studium, das ihr noch mehr bot, als sie erwartet hatte.

Jelena lobt das Studium an der Leuphana Universität für seine inhaltliche Vielfalt, vor allem das Leuphana Semester und das Komplementärstudium, in dem man gemeinsam mit Studierenden aus verschiedenen Fachbereichen Veranstaltungen zu unterschiedlichsten Themen besucht. Als studentische Hilfskraft war sie in ihrer Zeit in Lüneburg darüber hinaus am Institut für Sozial-, Organisations- und politische Psychologie tätig, wo sie Verhandlungsstudien begleitete. In diesem Rahmen wurden in Simulationen unter anderem die Frage untersucht, wie Menschen in Verhandlungssituationen Kompromisse finden und wie sich Bedingungen schaffen lassen, unter denen möglichst alle Beteiligten von einer Einigung profitieren. Für Jelena war das ein eindrücklicher Einblick in einen Bereich der psychologischen Forschung, der individuelles Verhalten mit größeren gesellschaftlichen Prozessen in Verbindung setzt.

Während des Masterstudiums in Wien spezialisierte Jelena sich auf die klinische Psychologie. Im Gespräch mit Helena verrät sie, warum ihr aus der Zeit in der österreichischen Hauptstadt eine etwas ungewöhnliche Lehrveranstaltung zu fernöstlichen Ansätzen in der Gesundheitsforschung besonders in Erinnerung geblieben ist.

Im Sommer nach diesem Interview beginnt für Jelena mit der etwa vier Jahre dauernden Ausbildung zur psychologischen Psychotherapeutin ein neuer Abschnitt. Das Gebiet der Verhaltenstherapie, für das sie sich entschieden hat, beschreibt sie als eine der wissenschaftlich am besten fundierten therapeutischen Schulen, die dem Menschen als Individuum besonders gerecht wird.

Hört rein und erfahrt die Antworten auf folgende Fragen: Was macht Verhaltenstherapie als therapeutischen Ansatz aus, und warum hat Jelena sich für eine Spezialisierung in diesem Feld entschieden? Wie hat sie den Weg in einen klinischen Masterstudiengang gefunden, obwohl das Studium an der Leuphana eigentlich thematisch anders ausgerichtet ist? Und warum empfiehlt Jelena, Praktika auch in Bereichen zu machen, an die man zunächst nicht gedacht hätte?

Viel Spaß beim Hören!

Moderiert wird diese Episode von Helena Minner.

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Über „Studium und dann?“ mit Philip Dunkhase02 Jan 202600:08:34

Du studierst und weißt nicht, in welche Richtung du beruflich einmal gehen möchtest? Du gehst noch zur Schule und bist dir noch nicht sicher, was du studieren sollst? Du überlegst, dich weiterzubilden und möchtest mehr über die beruflichen Werdegänge inspirierender Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen erfahren? Dann bist du bei unserem neuen Podcast „Studium und dann?“ genau richtig.

In der Pilotfolge sprechen Helena und Daniel mit Philip Dunkhase aus der Universitätskommunikation der Leuphana Universität Lüneburg. Schon seit über zwei Jahren gibt es an der Leuphana den Podcast „Karriere leupht“, in dem Studierende mit Absolvent*innen der Universität über ihr Studium und ihren Start ins Berufsleben sprechen. Jetzt haben wir beschlossen, das beliebte Format, das bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, auch auf weitere deutsche Hochschulen auszuweiten, um euch als Hörer*innen noch diversere Studienangebote und berufliche Werdegänge vorstellen zu können.

Gemeinsam reden wir über die Idee hinter dem Podcast, klären, was das das Projekt mit Philips Erfahrungen im Studierendenmarketing und der Studienberatung zu tun hat und werfen zudem einen Blick hinter die Kulissen unseres kleinen, aber feinen Podcaststudios.

 

Wir freuen uns jederzeit über eure Anregungen, Lob und auch konstruktive Kritik! Nutzt dafür gern die Kommentarfunktion auf der Podcastplattform eures Vertrauens oder schreibt uns eine E-Mail an: podcast@studium-und-dann.com Wenn ihr selbst einmal Gast sein und uns von euren Erfahrungen in Studium und Beruf erzählen möchtet, kontaktiert uns ebenfalls gern unter: podcast@studium-und-dann.com Mehr Informationen findet ihr auf unserer Homepage studium-und-dann.com
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