Ich veröffentliche Beiträge zu den Themen „innere und äußere Natur”, „Wildnispädagogik” und „Persönlichkeitsentwicklung”. Dabei interessiert mich oft die Frage nach dem Ursprünglichen und Natürlichen. Seit März 2020 befasse ich mich sehr intensiv mit der Pandemiepolitik.
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Es ist eine besondere Ausnahme im Corona-Geschehen, dass ein Mainstream-Journalist seine Position zur Corona-Politik so drastisch ändert. Volker Rekittke ist so ein Sonderfall. Wie kam es dazu?
Volker Rekittke ist ein erfahrener Journalist. Bis 2024 arbeitete er 20 Jahre lang als Lokalredakteur beim Schwäbischen Tagblatt. Nun hat er ein Buch mit dem Titel »Der pandemische Brandbeschleuniger« geschrieben. Darin geht es um seine Zunft und den Umgang mit der Corona-Politik. Der prägnante Untertitel des Buches bringt Rekittkes Erschütterung zum Ausdruck: »Corona und die Krise des Journalismus aus der Sicht eines Zeitungsredakteurs«.
Kritik am Corona-Journalismus ist nicht neu. Schon früh wurde die auffällige Einseitigkeit, Unausgewogenheit und Faktenfreiheit der Corona-Berichterstattung in den Leitmedien bemängelt. Doch Rekittkes Buch ist besonders, da er als Lokalredakteur einer in der Region bedeutenden Zeitung den Corona-Maßnahmen anfänglich befürwortend gegenüberstand. Er schrieb über Impfangebote, die wahrgenommen werden sollten, und über das Tragen von Masken. Er ließ sich gegen Covid-19 impfen und empfahl seiner Partnerin sogar, die neuartigen mRNA-Präparate zu nehmen.
Doch dann vollzog sich ein bemerkenswerter Wandel. Rekittke hinterfragte die Sinnhaftigkeit der Corona-Politik, nachdem er sich mit Impfschäden durch die modRNA-Impfungen beschäftigt hatte. Er begann zu recherchieren und stieß relativ schnell auf Unstimmigkeiten bezüglich der Corona-Impfkampagne. Anstatt sich an seine eigene Überzeugung zu klammern, war Rekittke bereit, seine Sicht auf die Dinge angesichts neuer Erkenntnisse anzupassen. Ein ganz normaler Vorgang, würde man meinen. Dem ist aber nicht so, denn das Corona-Geschehen war vor allem durch festgefahrenes, renitentes Schubladendenken geprägt. Plötzlich erfuhr Rekittke die sozialen Kosten einer regierungskritischen Berichterstattung und durfte sich, wie damals üblich, als »Rechts« oder sogar »Nazi« bezeichnen lassen. Und das, obwohl er ein politisch links eingestellter Journalist mit einer «ziemlich lupenreinen linken Biografie» ist.
Diese Begegnung mit zwei Welten und seine Transformation vom Maßnahmenbefürworter zum -kritiker machen das Gespräch mit Volker Rekittke so besonders. Es ermöglicht ein Verständnis für die Corona-Berichterstattung des Mainstreams, ohne abzusprechen, dass diese laut Rekittkes Buch eine Krise darstellte.
Rekittke beendete 2024 seine Arbeit als Redakteur und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Jessica Tatti (BSW), die sich für die Aufarbeitung der Corona-Politik einsetzte. Er ist aktuell wissenschaftlicher Mitarbeiter von Christian Dorst (MdL) und mit zuständig für die Corona-Enquete-Kommission in Brandenburg.
Artikel und Video: https://www.barucker.press
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Deutschlands verklärter Blick auf Israel
Épisode 282
vendredi 18 septembre 2026 • Durée 01:14:58
Im Gespräch mit Hanno Hauenstein geht es um Journalismus, den Gaza-Krieg, die Besetzung des Westjordanlands sowie den verklärten Blick Deutschlands auf Israel.
Der Völkermord in Gaza schreitet voran und Deutschland beteiligt sich weiterhin an dem Vorgehen der israelischen Regierung seit dem Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober 2023, bei dem zahlreiche Zivilisten getötet und Kriegsverbrechen begangen wurden. Aktuell läuft vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag ein von Nicaragua angestrengtes Verfahren gegen Deutschland wegen des Verdachts der Beihilfe zum Völkermord. Gleichzeitig liefert Deutschland jedoch weiterhin Waffen nach Israel. Ein aktueller Bericht der Recherchegruppe Forensic Architecture fasst den Umfang wie folgt zusammen: „Deutschland erteilte im Jahr 2023 Waffenexportgenehmigungen im Wert von rund 326,5 Millionen Euro (ab Oktober 2023), im Jahr 2024 im Wert von 163,8 Millionen Euro, im Jahr 2025 im Wert von 201,6 Millionen Euro und in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 im Wert von 799,3 Millionen Euro.”
Gleichzeitig schreitet die Annexion des Westjordanlands durch Siedler, unterstützt durch die israelische Armee, weiter. Auch hier gibt es von deutscher Seite keine offiziellen Einwände.
Ich spreche mit dem freien Journalisten und Autor Hanno Hauenstein, der regelmäßig für verschiedene Zeitungen schreibt, über seine Reportagen, den Völkermord in Gaza und den Blick Deutschlands auf Israel. Er hat selbst in Israel gelebt und studiert, die Westbank mehrfach besucht und sich auch nach dem Terroranschlag dort aufgehalten. Durch diese Besuche hat er eine Entwicklung durchgemacht und seine vorher eher verklärte Sicht auf das Land verändert.
Deutschland hat aufgrund des Holocausts eine besondere Verbindung zu Israel. Politisch umschrieben wird diese Haltung in Deutschland als sogenannte Staatsräson. Aus psychologischer Sicht spielt dabei auch die historische Schuld eine Rolle. Diese kann einen realistischen Blick auf die Verhältnismäßigkeit des israelischen Vorgehens seit dem 7. Oktober 2023 einschränken.
In einem sehr spannenden Gespräch mit Hanno Hauenstein spanne ich den größeren Bogen. Wir sprechen unter anderem darüber, wie er selbst für eine sachliche und ausgewogene Berichterstattung zum Thema Gaza und Israel sorgt. Außerdem geht es um die Frage, inwiefern die israelische Bevölkerung das Vorgehen der Regierung unterstützt und warum die mediale Aufmerksamkeit für den Krieg in Gaza in Deutschland stetig nachlässt.
Auch aus diesem Grund habe ich Hanno Hauenstein eingeladen: um die Aufmerksamkeit auf ein Thema zu richten, das bei genauerem Hinsehen schwer zu ertragen ist. Genau darum geht es zum Schluss unseres Gesprächs: um das Ertragen der teils grauenhaften Augenzeugenberichte von Ärzten aus Gaza. Der Impuls, wegzuschauen, liegt nahe, aber er verwehrt uns die Erkenntnis einer historischen Bankrotterklärung sogenannter westlicher Werte und ihrer Institutionen. Laut Hauenstein hat das einen massiven Vertrauensverlust zur Folge. Hoffnung schöpft er aus den vielen Gesprächen mit jungen Menschen, die gut über die Kriegsverbrechen in Gaza informiert sind und sich aktiv für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen.
Es war ein durchaus berührendes Gespräch.
Video und Artikel: https://www.barucker.press/p/journalist-uber-gaza-staatsrason
Webseite Hanno Hauenstein: https://hannohauenstein.com
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Ein Blick hinter die Kulissen
Épisode 281
jeudi 10 septembre 2026 • Durée 37:56
Seit vielen Jahren veröffentliche ich Recherchen und Gespräche mit spannenden Gästen. Insbesondere seit 2020 liegt mein Fokus darauf, Menschen zu gesellschaftlich relevanten Themen zu Wort kommen zu lassen, die trotz ihrer Fachkompetenz oder Erfahrung aus dem Debattenraum ausgegrenzt wurden. Die Corona-Krise war maßgeblich dafür verantwortlich, dass ich mich dafür entschieden habe, Menschen vor der Kamera zu befragen. Die im Jahr 2021 von mir an die ARD übergebenen Petitionen mit insgesamt 110.000 Unterschriften forderten eigentlich etwas ganz Einfaches. Ein Streitgespräch zur Corona-Politik zur besten Sendezeit mit Kritikern und Befürwortern der Maßnahmen. Die daraufhin folgende Videokonferenz mit hochrangigen Programmverantwortlichen zeigte mir, dass diese es für die Zuschauer als überfordernd betrachten, kontroverse Standpunkte zu präsentieren. Seit ich diesen Satz gehört hatte, war mir klar, dass die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten den Medienstaatsvertrag nicht adäquat einhalten. Insbesondere bei brisanten Themen grenzen sie das Meinungsspektrum nämlich bewusst ein.
Deshalb begann ich, Experten einzuladen und mithilfe des Kameramanns André Schuster Interviews zu drehen. Über viele Jahre professionalisierten wir unser Format, insbesondere um unsere Gäste ins beste Licht zu rücken. Wir wollten ein ansprechendes Bild erschaffen, das zum Verweilen einlädt. Das gelang uns unter anderem, indem wir ab 2024 Arthur Oppenländer ins Team holten, in Technik investierten und im Sprechsaal in Berlin relativ preiswert und ohne die Gefahr, gecancelt zu werden, Drehtage organisieren konnten.
Gleichzeitig legte ich immer Wert auf Gespräche, die nicht in erster Linie darauf aus sind, Klickzahlen zu generieren und vermeintliche Skandale aufzudecken. Unsere Formate leben von einer gewissen Zurückhaltung, Informationsdichte, Zeit und echtem Interesse am Gegenüber. Das bedeutet jedoch auch, dass unsere Gespräche in Zeiten von Empörungsmanagement und Echokammern weniger Aufrufe erzielen und damit auch weniger Einnahmen auf YouTube generieren.
Mir war dabei stets klar, dass Google mich jederzeit löschen oder in meiner Reichweite einschränken könnte, wie es zu den Corona-Hochzeiten geschehen ist. Deshalb war es mir wichtig, dass die Sendungen, die wir produzieren, hauptsächlich von den Zuschauern finanziert werden. Genau aus diesem Grund habe ich frühzeitig damit begonnen, regelmäßig Finanzberichte zu veröffentlichen, um deutlich zu machen, welche Kosten mit unseren hochwertigen Formaten verbunden sind.
Wir konnten über Jahre hinweg durch zahlreiche Schenkungen von Kleinstbeträgen sehr wertvolle Formate drehen. Danke dafür!
Das Interesse an Corona ebbt verständlicherweise ab. Meine Gespräche drehen sich mittlerweile auch um andere Themen und ich vermute, dass viele Menschen immer weniger Geld zur freien Verfügung haben. Jedenfalls sinken die Schenkungen und damit auch die finanziellen Möglichkeiten, Andre und Arthur für Videoproduktionen zu bezahlen. Aktuell versuchen wir, die Produktionskosten zu minimieren, indem wir den Personalbedarf für das Drehen verringern.
Wir wollen jedoch gerne weiterdrehen und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass das ruhig geführte Hintergrundgespräch in schönem Ambiente seine Berechtigung hat. Außerdem möchte ich meine Corona-Recherchen inklusive der Rechtsstreite mit dem Paul-Ehrlich-Institut fortsetzen.
Unterstützen Sie daher, wenn es Ihnen möglich ist, weiterhin unsere Arbeit. Vielen Dank auch für die zahlreichen Schenkungen der letzten sechs Jahre, die meine Arbeit erst ermöglicht haben.
Video und Artikel: https://www.barucker.press/p/hinter-die-kullissen
Mit spätsommerlichen Grüßen
Bastian Barucker
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EU: Wiederaufrüstung bis 2030
Épisode 280
samedi 5 septembre 2026 • Durée 18:21
Unter flexibler Auslegung des Rechtsrahmens und gestützt auf ein fragwürdiges Notstands-Narrativ rüsten die EU-Mitgliedstaaten – darunter Deutschland – bis 2030 massiv auf.
Artikel: https://www.barucker.press/p/rearm-europe
Eingesprochen von Adam Nümm: https://zeitenwechsel.org
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Nordstream - Die Sprengung
Épisode 279
jeudi 3 septembre 2026 • Durée 55:35
Ein neuer investigativer Dokumentarfilm beleuchtet die Hintergründe und Auswirkungen der Nord-Stream-Sprengung. Ein Gespräch mit dem Regisseur Moritz Enders.
Es handelt sich um den schwerwiegendsten Terroranschlag auf die deutsche Infrastruktur seit Bestehen der Bundesrepublik. Am 26. September 2022 wurden die Nord Stream-Pipelines, die russisches Gas nach Deutschland liefern sollten, durch vier massive Sprengungen zerstört. Die beschädigten Pipelines 1 und 2 waren zum Zeitpunkt der Explosion nicht in Betrieb. Die Sprengung sorgte jedoch dafür, dass zukünftig kein günstiges Gas durch diese Pipelines nach Deutschland fließen kann. Ein Strang ist bis heute intakt, wird aber aufgrund der Sanktionspolitik nicht genutzt.
Im Juli 2026 hat mein Gast, der Dokumentarfilmer Moritz Enders, gemeinsam mit seinem Kollegen Gunter Merz einen brisanten Dokumentarfilm mit dem »Nord Stream – Die Sprengung« zu diesem Thema veröffentlicht. Mithilfe von Experteninterviews und Recherchen geht der Film der Frage nach, wer hinter der Sprengung steckt. Im Gespräch vertritt Enders die These, dass die USA auf die eine oder andere Weise hinter dem Anschlag stecken. Er legt jedoch Wert darauf, das größere Bild beziehungsweise den geopolitischen Hintergrund dieses Anschlags nicht aus den Augen zu verlieren. Er beschreibt die Interessenlage rund um die Sprengung ausführlich.
Ein Interesse ist die Schwächung Deutschlands als Industriestandort und die Verhinderung einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland. Die USA profitieren darüber hinaus umfangreich von den Auswirkungen der Sprengung, unter anderem durch die Lieferung von teurem LNG-Gas nach Deutschland.
Enders zufolge sind die Sprengung, der Ukrainekrieg und andere geopolitische Konflikte Teil eines Übergangs von einer unipolaren zu einer multipolaren Weltordnung, in der die USA weiterhin um Vorherrschaft ringen. Er ist der Meinung, dass es nicht sinnvoll ist, wenn sich Deutschland US-amerikanischen Interessen unterordnet, und plädiert für einen politischen Wandel, der eine multipolare Weltordnung begrüßt.
Film anschauen: https://nordstreamfilm.de
Artikel und Video: https://www.barucker.press/p/nordstream-sprengung-film
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Zum ersten Mal muss der ehemalige PEI-Präsident Prof. Klaus Cichutek in einem Untersuchungsausschuss Fragen rund um die Corona-Impfkampagne und die Rolle des Paul-Ehrlich-Instituts beantworten. Ich war vor Ort und habe seine Aussage gründlich auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.
Artikel: https://www.barucker.press/p/cichutek-ausschuss-thueringen
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Alternativen zur «Maschinenmedizin»
Épisode 275
jeudi 6 août 2026 • Durée 01:39:37
Obwohl die Ausgaben für das Gesundheitswesen seit Jahrzehnten kontinuierlich steigen, werden die Menschen nicht gesünder. Im Gegenteil: Die Zahl der chronischen Erkrankungen in den westlichen Ländern nimmt weiter zu und die Gesellschaft wird immer kränker. Das System aus Politik, Pharmaindustrie und Medizinapparat ist jedoch ideologisch so auf das klassisch Messbare und Stoffliche ausgerichtet, dass relevante Faktoren für das Gesundsein oder Krankwerden ausgeklammert werden. Genau um diese weitgehend vernachlässigten Faktoren geht es dem Psychoneuroimmunologen Prof. Christian Schubert von der Universität Innsbruck.
Anlässlich des 70. und letzten Malchower Formats Ende Juni 2026 gab er einen Einblick in seine 30-jährige Forschung. Ihm geht es darum, dass Patienten nicht ihre Biografie, ihre Traumata und ihre Werte an der Praxistür abgeben und fortan nur noch über Laborwerte definiert werden. Laut Schubert spielen diese psychologischen und emotionalen Faktoren eine sehr einflussreiche Rolle bei der gesundheitlichen Betrachtung des Individuums. Schubert wird jedoch, und auch das ist symbolträchtig, in der Fachliteratur nicht erwähnt. Vielleicht ist das System der Maschinenmdizin nicht daran interessiert den Blick zu weiten und auf das Immunsystem einwirkende Faktoren, die nicht durch Laborwerte messbar sind, anzuerkennen.
Schuberts Vortrag ist eine Einladung, die Medizin und den Menschen ganzheitlicher und umfassender zu betrachten. Dabei eröffnen sich Ansätze, die in der Prävention von Krankheiten und in der Heilung weitaus effektiver sein könnten.
Artikel und Video: https://www.barucker.press
Webseite Prof. Christian Schubert: https://www.christian-schubert.at
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Losdemokratie statt Wahloligarchie - Ausstieg aus dem Demokratietheater? - Ich spreche mit Jochen Krattenmacher, dem Berliner Vorsitzenden der kleinen Partei „Losdemokratie”, über Alternativen zur repräsentativen Parteiendemokratie. In den Medien geht es täglich um Parteiprogramme, Spitzenpolitiker und deren Fehlverhalten, Koalitionsverhandlungen und Umfragen zur Parteienwahl. Dieser Fokus zementiert die Vorstellung, dass Parteien ein elementarer Bestandteil einer Demokratie sind. Dabei kam die Demokratie, die ursprünglich eine Vergesellschaftlichung von Macht bedeutete, anfänglich jedoch völlig ohne Parteien aus. Angesichts der negativen Auswirkungen von Fraktionszwängen und Brandmauern erscheinen Parteien vor allem als Demokratieverhinderer.
Das Gespräch mit Jochen Krattenmacher, Ingenieur und Berliner Landesvorsitzender der Lospartei, dreht sich jedoch um weit mehr als die Rolle von Parteien. Es geht um das Konzept der Losdemokratie. Dieses Konzept beinhaltet unter anderem die Abschaffung von Berufspolitikerkarrieren und teuren Hochglanz-Wahlkämpfen mit Plakaten voller nichtssagender Slogans. Stattdessen sollen zufällig ausgeloste Parlamente und Gremien eine bessere Repräsentation des Souveräns und somit bessere Entscheidungen zum Wohle der Menschen ermöglichen. Für viele Demokraten ist dies jedoch kaum vorstellbar, da sie stark an die aktuelle Form der repräsentativen Demokratie verhaftet sind. Die Losdemokratie ermöglicht jedoch eine Rückkehr zu den Anfängen der Demokratie, als Wahlen als aristokratisch galten und das Los als demokratisch.
Laut Krattenmacher würden durch die Losdemokratie massive Korruption und der immense Einfluss von Lobbyorganisationen auf die gewählten Abgeordneten verhindert bzw. verringert. Es geht dabei auch um den Abbau von Herrschaftsstrukturen.
Fraglich bleibt jedoch, ob sich angesichts der Macht der Medien und der kognitiven Kriegsführung, der alle Bürger des Landes täglich ausgesetzt sind, wirklich etwas ändern würde. Auf jeden Fall lohnt es sich, die fest betonierten Pfeiler des Demokratiespiels radikal infrage zu stellen und Herangehensweisen zu prüfen und auszuprobieren, die die aktuelle Elite-Demokratie ablösen könnten.
Artikel und Video: https://www.barucker.press/p/losdemokratie-statt-wahloligarchie
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