Der Digitalpodcast von ZEIT ONLINE. “Wird das was?“ – diese Frage stellen wir sterblichen Nutzerinnen und Nutzer uns oft bei Digitalprojekten. Braucht irgendwer wirklich Blockchain? Wird sich das „Smart Home“ nach all den Jahren doch noch durchsetzen? Und wie intelligent ist eigentlich die so genannte künstliche Intelligenz, von der jetzt alle reden? Über solche Fragen sprechen Redakteurinnen und Redakteure von ZEIT ONLINE mit führenden Expertinnen und Experten.
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"Wir können nicht alle Übel der Welt auf Airbnb schieben"
Épisode 12
jeudi 12 septembre 2019 • Durée 01:17:51
Vor knapp einem Jahrzehnt, im Mai 2010, hat die Publizistin Rachel
Botsman in Sydney einen TED-Vortrag gehalten, in dem sie dafür
plädierte, dass wir Menschen Güter und Dienstleistungen lieber
miteinander teilen sollten, statt sie auf herkömmliche Weise zu kaufen.
Botsman nannte das „collaborative consumption“, kooperativen Konsum, der
nachhaltiger, sozialer und ressourcenschonender sein sollte als das
althergebrachte Modell Shoppen-und-Wegschmeißen. Popularisiert wurde die
durchaus utopische Idee dann unter dem Begriff Sharing Economy, der die
vermeintlich neue Wirtschaftsweise bezeichnet.
Denn so neu sei die auch vor bald zehn Jahren nicht gewesen, sagt der
Konsumhistoriker Frank Trentmann in der neuen Folge des Digitalpodcast
„Wird das was?“ von ZEIT ONLINE: "Schon Höhlenbewohner haben Sachen
geteilt." Die Idee des Teilens, Leihens und Verleihens sei so alt wie
die des Besitzens, so Trentmann, der am Birkbeck College der University
of London Geschichte lehrt. Und vieles von dem, was streng genommen auch
unter den Begriff Sharing Economy falle, würden wir schlicht nicht als
etwas wahrnehmen, das wir miteinander teilen: öffentliche Bibliotheken,
öffentliche Schwimmbäder, den öffentlichen Nahverkehr.
Zum Zeitpunkt von Botsmans Vortrag 2010 existierten die beiden heute
wohl bekanntesten Unternehmen der Sharing Economy, der Mitfahrdienst
Uber und die Unterkunftsvermittlung Airbnb, seit einem Jahr
beziehungsweise zwei Jahren. Und das neueste Leihgerät unserer
"hypermobilen Zeit", wie Trentmann die Gegenwart nennt, war noch nicht
einmal erfunden: der E-Scooter.
Aber ist das Herumfahren auf Leih-Tretrollern nun ernsthaft das, was von
der Utopie der Sharing Economy übrig geblieben ist? Wurde uns nicht mehr
versprochen, haben wir uns nicht selbst mehr davon versprochen? Sind die
Firmen der Sharing Economy wirklich fair zu den Menschen, die für sie
arbeiten? Und wie genau sieht die Zukunft des Konsums eigentlich aus?
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„Algorithmen diskriminieren eher Leute in machtlosen Positionen”
Épisode 11
jeudi 29 août 2019 • Durée 01:17:20
Maschinen entscheiden längst über Menschen. Wie verhindern wir, dass sie
ungerecht urteilen? Regulierung allein helfe kaum, sagt Matthias
Spielkamp von Algorithmwatch.
Zahlreiche Entscheidungen und Einschätzungen werden in unserem Alltag
heute bereits von Algorithmen und künstlicher Intelligenz mitgetroffen:
Sie sind es, die den Newsfeed auf Facebook sortieren, sie sind es aber
auch, die die Plausibilität von Steuererklärungen in Deutschland prüfen
oder Jobbewerber vorsortieren. Das klingt zunächst einmal effizient,
modern und neutral – bis sich zeigt, dass auch Maschinen Menschen
diskriminieren können. Oder eben Entscheidungen treffen sollen, die auch
uns Menschen schwerfallen – etwa beim autonomen Fahren.
Wie aber weist man Diskriminierung nach? Warum treffen Algorithmen so
oft Entscheidungen, die gar nicht so neutral sind, wie viele es von
Computersystemen erwarten würden? Wie kann man diese Maschinen besser
kontrollieren, ihre Entscheidungen im Notfall auch revidieren – und wie
treibt man ihnen die Vorurteile wieder aus?
Staaten, aber auch Firmen arbeiten längst an Antworten auf diese Fragen.
Pauschale Lösungen gebe es nicht, sagt Matthias Spielkamp von der
Nichtregierungsorganisation "Algorithmwatch". Was daran liege, dass die
Computersysteme an so unterschiedlichen Stellen eingesetzt würden und
ganz unterschiedlich funktionierten. Seine Organisation klärt darüber
auf, welche Wirkung Algorithmen haben und wo sie zum Einsatz kommen.
Spielkamp versuchte, mit seinen Kolleginnen und Kollegen besser zu
erforschen, wie die Schufa arbeitet. Und sie berichteten, wie eine
Software in den Niederlanden Sozialbetrüger aufspüren sollte.
Es gehe darum, Softwaresysteme so einzusetzen, dass das Gemeinwohl
gefördert, nicht geschwächt werde, sagt Spielkamp. Doch das sei schwer
umzusetzen – unter anderem, weil eben sektorspezifisch auf die
Algorithmen geschaut werden müsse, statt vermeintlich einfache Lösungen
wie einen Algorithmen-TÜV oder politische Regulierungen zu fordern.
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"So ist für Nutzer klar: Die Position der Dienstmagd hat eine Frau"
Épisode 10
jeudi 15 août 2019 • Durée 01:41:03
Siri, Wetter! Wir reden nicht mit Sprachassistentinnen, wir befehlen.
Das sei deformiertes Sprechen, sagt der Soundexperte Holger Schulze im
Digitalpodcast.
Sie sagen uns das Wetter in Hamburg voraus, verraten uns den Namen der
Hauptstadt von Malaysia oder spielen unsere Lieblingsmusik ab: Digitale
Sprachassistenten sollen unseren Alltag erleichtern. Bis 2021 soll die
Zahl der Geräte mit Sprachsteuerung die der Menschen auf diesem Planeten
übersteigen, prognostiziert die Beratungsfirma Ovum.
Was bedeutet das für uns? Mit dieser Frage beschäftigt sich die neue
Folge des ZEIT-ONLINE-Digitalpodcasts "Wird das was?". Zu Gast ist
Holger Schulze, Kulturwissenschaftler und Professor für
Musikwissenschaft an der Universität in Kopenhagen.
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"Menschen sehen Kameras als Bestätigung ihrer Ängste"
Épisode 9
jeudi 1 août 2019 • Durée 01:16:26
In der Bahn, auf großen Plätzen, am Flughafen: Überall im öffentlichen
Raum hängen Kameras, die viele unserer Schritte aufzeichnen. Schon heute
sollen die Aufnahmen bei der Aufklärung von Verbrechen helfen. In
Zukunft, so zumindest stellen es sich Sicherheitsbehörden vor, sollen
die Daten mithilfe von Gesichtserkennung in Echtzeit ausgewertet werden
können – und vielleicht sogar Verbrechen verhindern können, bevor sie
geschehen. Aber ist das realistisch? Was kann Gesichtserkennung heute
schon? Ist Sicherheit nicht ohnehin nur eine Illusion? Und wie lebt es
sich in einer Welt, in der niemand mehr so richtig anonym ist? Der
Soziologe Nils Zurawski beantwortet diese Fragen in einer neuen Folge
des Digitalpodcasts "Wird das was?“. Zurawski forscht am Institut für
Kriminologische Sozialforschung an der Universität Hamburg zu
Überwachung und Sicherheit im öffentlichen Raum. Die bisherigen
Testergebnisse zu Gesichtserkennungssystemen in Deutschland überzeugen
den Wissenschaftler nicht. Bis 2018 lief ein Pilotprojekt mit drei
Systemen am Berliner Südkreuz. In 80 Prozent der Fälle erkannten sie
zwar die gesuchten Zielpersonen, die sich freiwillig für das Projekt
gemeldet hatten. Das sei für Gesichtserkennungssysteme aber ein eher
peinlicher Wert, sagt Zurawski im Gespräch mit den
ZEIT-ONLINE-Redakteuren Lisa Hegemann und Dirk Peitz.
In einer demokratischen Gesellschaft hält der Soziologe flächendeckende
Überwachung für problematisch. "Im öffentlichen Raum ist es unabdingbar,
dass wir anonym sind", sagt er. Es müsse gewährleistet sein, dass eine
Person nicht überall erkannt werde.
Im Digitalpodcast spricht Nils Zurawski außerdem über das Bild als
Nimbus von Wahrheit und Wahrhaftigkeit, Kameras als Bestätigung
bestehender Ängste und darüber, wie sich Überwachung auf eine
Gesellschaft auswirken kann.
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„Wir sollten für unsere Social-Media-Accounts bezahlen müssen“
Épisode 8
jeudi 18 juillet 2019 • Durée 01:09:24
An der Bushaltestelle, in der U-Bahn, im Bett und manchmal sogar auf der
Toilette: Gibt es eigentlich einen Ort, an den wir unser Smartphone
nicht mitnehmen und dann im Zweifel Facebook, Instagram und Twitter
durchscrollen? Ist das noch gesund – oder nimmt das bereits Züge von
Abhängigkeit an? Gibt es Smartphone- und Online-Sucht also? Wie würde
man exzessive Handy-Nutzung bei sich erkennen? Und ist die ein Zeichen
der heutigen Zeit, unserer digitalen Gesellschaft, in der sich auch
schon Kinder zurechtfinden müssen?
Darüber sprechen wir in dieser Folge von „Wird das was?“, dem
Digitalpodcast von ZEIT ONLINE, mit Christian Montag, Professor für
molekulare Psychologie an der Universität Ulm. Montag, der unter anderem
zu Suchtanfälligkeit bei Menschen forscht und zu Auswirkungen digitaler
Technologien auf uns, sagt: Die reine Bildschirmzeit sei kein
hinreichendes Kriterium bei der Frage, ob man einen bedenklichen Umgang
nicht nur mit seinem Smartphone hat, sondern auch mit dem Online-Sein an
sich.
Man solle sich fragen: Wie viel davon ist Kommunikation mit Freunden,
die uns ja meistens guttut? Spürt man dennoch einen Kontrollverlust beim
Umgang mit dem Smartphone? Weiß man also, dass man eigentlich zu lange
auf Social-Media-Plattformen herumhängt, schafft es aber nicht mehr, das
Handy wegzulegen? Und beeinträchtigt dieses Verhalten den eigenen Alltag
spürbar?
Insbesondere Social-Media-Plattformen besäßen Suchtpotenzial, sagt
Montag, weil ihre App-Architekturen daraufhin gebaut seien, dass
Menschen sich darin möglichst lange aufhalten und möglichst viele Daten
hinterlassen. Solange das Geschäftsmodell etwa von Facebook und
Instagram bleibe, diese Daten für personalisierte Werbung zu nutzen,
hätten diese Firmen keinen Grund, etwas zu ändern. Eigentlich "sollten
wir für unsere Social-Media-Accounts bezahlen müssen", fordert Montag.
Dann müssten sich die Unternehmen im Umkehrschluss verpflichten, "Apps
zu bauen, die weniger süchtig machen".
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"Welche Funktionen wollen wir auf Maschinen übertragen, welche nicht?”
Épisode 7
jeudi 4 juillet 2019 • Durée 57:28
Künstliche Intelligenz steckt schon heute in unseren Smartphones und
Navigationssystemen, hilft Ärzten bei der Diagnose, unterstützt beim
Katastrophenschutz. Und all das soll erst der Anfang sein. Um
international möglichst gut mithalten zu können, haben viele Staaten,
darunter auch Deutschland, sich KI-Strategien verpasst – um die Chancen
der Technologie zu fördern, aber auch, um mögliche Risiken einzudämmen.
Aber wie intelligent ist die Technologie wirklich? Was kann sie schon
und was nicht? Werden unsere Jobs wirklich wegfallen? Welche Grenzen
müssen wir ihnen setzen? Tun wir in Deutschland genug und das Richtige,
um sie zu fördern? Und wird es irgendwann wirklich eine generelle
künstliche Intelligenz geben, wie wir sie aus Science-Fiction-Filmen
kennen?
Jana Koehler ist überzeugt von den Chancen, die in der künstlichen
Intelligenz stecken. "Computer helfen uns, viele Dinge besser zu tun",
sagt die Informatikerin, die seit Februar 2019 das Deutsche
Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz leitet. Zuvor war sie
Professorin für Informatik an der Hochschule Luzern in der Schweiz,
arbeitete zwischenzeitlich für IBM und den Aufzughersteller Schindler.
Bereits in den Neunzigerjahren arbeitete sie als wissenschaftliche
Mitarbeiterin am DFKI und habilitierte an der Albert-Ludwigs-Universität
in Freiburg. Sie ist eine der führenden Wissenschaftlerinnen zum Thema
und räumt in der neuen Folge des Digitalpodcasts "Wird das was?" von
ZEIT ONLINE mit einigen Missverständnissen über künstliche Intelligenz
auf.
Koehler rechnet zwar damit, dass künstliche Intelligenzen in vielen
Branchen Berufsbilder verändern und auch Jobs kosten werden. Insgesamt
habe sie aber den Eindruck, "dass wir in der Summe eher mehr Arbeit
bekommen als weniger". Klimaveränderungen, Ressourcenknappheit,
verminderte Artenvielfalt – für all diese Probleme brauche es Lösungen,
wenn wir weiterhin gut leben wollen, so Koehler. Und dafür sei
Computertechnologie geeignet.
Sie sieht aber noch ganz andere Herausforderungen, vor die die
künstliche Intelligenz Gesellschaften aktuell stellt. "Die
Computertechnologie verlangt von uns, unsere ethischen Grundlagen erneut
zu überdenken." Die Gesellschaft müsse sich die Frage stellen, welche
Funktionen wir auf Maschinen übertragen wollen und welche nicht, sagt
Koehler. Und verrät, welchen Science-Fiction-Film über künstliche
Intelligenz sie für gelungen hält.
"Heutige KI-Systeme sind dem Menschen eher unähnlich", sagt Koehler.
Allgemeine künstliche Intelligenz halte sie für "keine sehr
erstrebenswerte Vision", sagt sie – und zeichnet ein düsteres Bild
davon, was passieren könnte, wenn Menschen die Ziele, die künstliche
Intelligenz verfolgt, nicht mehr kontrollieren.
Sie erreichen uns per Mail unter wirddaswas@zeit.de.
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„In der Luft wird es keinen Stau geben“
Épisode 6
jeudi 20 juin 2019 • Durée 01:07:41
Wann heben die Flugtaxis ab? In drei bis fünf Jahren, sagt
Volocopter-Mitgründer Alexander Zosel im Digitalpodcast. Sein Startup
will bis zu 300.000 Stück pro Jahr bauen.
Als die CSU-Politikerin Dorothee Bär im März vergangenen Jahres eines
ihrer ersten Fernsehinterviews als damals noch künftige Staatsministerin
für Digitales gab, erwähnte sie fast nebenbei, man werde irgendwann mit
Flugtaxis in Deutschland durch die Gegend fliegen. Bär widerfuhr danach,
was wohl insbesondere junge Politikerinnen erleben, wenn sie sich über
technologische Zukunftsideen äußern: Sie wurde mit Hohn und Spott
bedacht, etwa auf Twitter. Der Hashtag #Flugtaxi trendete ein paar Tage
lang, die Kommentatoren überboten sich mit lustigen oder nur lustig
gemeinten Scherzen – und dann schien das Thema auch schon wieder aus der
öffentlichen Wahrnehmung verschwunden.
Tatsächlich aber arbeiten neben Airbus seit Jahren unter anderem auch
zwei deutsche Start-ups seriös an der Entwicklung dessen, was man so
Flugtaxi nennt: Lilium hat einen senkrechtstartenden Fünfsitzer
konzipiert, genannt Lilium Jet; und der entfernt an einen Hubschrauber
erinnernde Volocopter des gleichnamigen Start-ups aus Bruchsal ist ein
zweisitziger Multikopter, der von 18 Rotoren elektrisch angetrieben
wird.
Seiner Firma habe die Aufregung um Bärs Flugtaxi-Aussagen sehr genützt,
sagt Alexander Zosel, Mitgründer von Volocopter und Chief Innovation
Advisor des Start-ups, in der neuen Folge des Digitalpodcasts Wird das
was? von ZEIT ONLINE. Nach Bärs Äußerung würden die Pläne seines
Unternehmens nun ernster genommen als zuvor.
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"Blockchain kann zur massiven Kontrollmaschine werden"
Épisode 5
jeudi 6 juin 2019 • Durée 57:00
Blockchain? Was ist das noch gleich? Kryptoexpertin Shermin Voshmgir
erklärt im Digitalpodcast, wie die Technologie funktioniert – und warum
wir sie überall brauchen.
Bald würde das ganze Internet über die Blockchain laufen, das schien
2017 völlig klar. Damals wurde die Kryptowährung Bitcoin beinahe täglich
wertvoller und übersprang schließlich sogar die Marke von 20.000
US-Dollar. Durch den Erfolg des digitalen Geldes sprach man auch über
die dezentrale Technologie dahinter, die Blockchain. Es schien nur eine
Frage der Zeit, bis sie Transaktionen im gesamten Netz verändern würde.
Es kam zwar anders: Mit dem Bitcoin-Kurs flachte auch der Hype um die
Blockchain wieder ab. Trotzdem gilt die Blockchain als eine Technologie
der Zukunft, mit der sich Geld sparen lässt und Prozesse genauer
abgebildet werden können. Aber was heißt das eigentlich genau? Wo wird
die Blockchain heute angewandt? Und wo in Zukunft? Wie wird sie unseren
Alltag verändern? Und müssen wir eigentlich wirklich verstehen, wie sie
funktioniert?
All das erklärt Shermin Voshmgir, Professorin an der
Wirtschaftsuniversität in Wien und Gründerin des Berliner
Blockchainhubs, in einer neuen Folge des Digitalpodcasts Wird das was?.
Voshmgir hat Wirtschaftsinformatik studiert und in IT-Management
promoviert. Zudem hat sie für verschiedene Start-ups sowie als
IT-Beraterin gearbeitet. Sie beschäftigt sich schon seit Jahren mit
Kryptowährungen und der dahinterliegenden Technologie.
Im Podcast spricht sie mit den ZEIT-ONLINE-Redakteuren Lisa Hegemann und
Dirk Peitz über die Ursprünge der Blockchain und über ihr Potenzial.
Shermin Voshmgir erklärt, wie das dezentrale System funktioniert, was es
mit Tokens auf sich hat, warum sich die Blockchain zu einer massiven
Kontrollmaschine entwickeln kann und wieso sie vergleichbar mit
Nationalstaaten ist. Die Expertin stellt auch gleich ein paar
Forderungen auf: Sie wünscht sich digitale Bildung schon in der Schule –
und ein Recht auf Kryptografie.
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„Wir gucken nicht in die Daten unserer Kunden“
Épisode 4
jeudi 23 mai 2019 • Durée 42:22
„Wird das was?“ Diese Frage stellen sich Nutzerinnen und Nutzer ja bei
vielen digitalen Entwicklungen. Plötzlich reden alle über irgendein
technologisches Thema im Alltag, und eigentlich weiß man gar nicht so
genau, was das soll oder dahintersteckt. Zeit, darüber zu reden. Genau
das machen wir bei ZEIT ONLINE alle zwei Wochen in unserem
Digitalpodcast.
In der fünften Folge spricht Kulturredakteur Dirk Peitz mit dem
Amazon-Technikchef Werner Vogels vor allem über die Cloud – das heißt
die IT-Dienste, welche die Amazon-Tochterfirma AWS anderen Unternehmen
anbietet. Denn was viele Menschen nicht wissen: Egal worauf sie im Netz
klicken, die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, dass sie dadurch einen
Server von Amazon Web Services (eben AWS) anwerfen. So lagern etwa alle
Filme und Serien, die auf der Streaming-Plattform Netflix verfügbar
sind, auf AWS-Rechnern. Ebenso läuft das Videospiel „Fortnite“ über das
Cloud-Computing von Amazon, und wenn man auf der Website von Zalando ein
neues T-Shirt bestellt, geschieht das ebenfalls über AWS.
Was bedeutet es, wenn derart viele verschiedene Online-Dienste keine
eigene IT-Infrastruktur besitzen, sondern die Rechenkapazitäten eines
einzigen Cloud-Anbieters wie AWS nutzen, der in dem Bereich
Weltmarktführer ist? Sind unsere Daten dort wirklich sicher, auch sicher
voneinander getrennt? Und wirft Amazon wirklich keinen Blick auf all
das, was da in den AWS-Rechenzentren überall auf der Welt gespeichert
ist und dort prozessiert wird? Nein, sagt Werner Vogels, der Chief
Technology Officer (CTO) von Amazon. Vogels arbeitet seit 2004 bei dem
Tech-Konzern und ist der Schöpfer dessen Cloud-Dienstes.
Ein Hinweis noch: Das Interview mit dem Niederländer Vogels wurde auf
Englisch geführt. Wir hoffen, dass das Gespräch dennoch für die meisten
Zuhörerinnen und Zuhörer gut verständlich ist.
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"Das Internet wird durch das Urheberrecht nicht zerstört werden“
Épisode 3
jeudi 9 mai 2019 • Durée 54:35
Wenn irgendwo auf der Welt intensiv an Regeln und Verantwortlichkeiten
im Internet gearbeitet wird, dann in der Europäischen Union: Ihre
Datenschutzgrundverordnung, die vor knapp einem Jahr in Kraft trat, soll
endlich die Privatsphäre der Bürger im Netz schützen.
Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager verhängt für internationale
Tech-Unternehmen Milliardenstrafen. Und auch die Urheberrechtsreform ist
mit dem Ziel angetreten, Regeln für digitalisierte Zeiten anzupassen.
Aber: Wird das was? Diese Grundfrage des gleichnamigen Digitalpodcasts
von ZEIT ONLINE stellt sich auch beim Datenschutz und bei der
Regulierung. In der vierten Folge sprechen Meike Laaff und Lisa
Hegemann, beide Digitalredakteurinnen bei ZEIT ONLINE, mit
Bundesjustizministerin Katarina Barley über diese Themen. Denn die
SPD-Politikerin ist nicht nur in ihrer bisherigen Funktion als
Ministerin mit vielen dieser Fragen eng betraut, sondern tritt bei den
Wahlen zum Europaparlament am 26. Mai außerdem als Spitzenkandidatin für
die SPD an, könnte also künftig selbst in der EU mitmischen.
Nur: Schießt sich Europa mit seinen ständigen Datenschutzvorstößen im
technologischen Wettbewerb mit China und den USA nicht endgültig aus dem
Rennen? Was haben die Bürgerinnen und Bürger eigentlich tatsächlich von
der Datenschutz-Grundverordnung? Und warum genau hat Barley am Ende doch
nicht die von vielen verhassten Uploadfilter in der
EU-Urheberrechtsreform gestoppt?
All das erklärt Katarina Barley in unserem Podcast. Sie führt aus, was
der Versuch, Tech-Unternehmen zu regulieren, mit dem Mindestlohn zu tun
habe, und warum die Datenschutz-Grundverordnung kein Allheilmittel, aber
trotzdem ein Exportschlager sei. Sie beklagt die ungerechte Behandlung
der SPD während der Debatte um die EU-Urheberrechtsreform – und bekennt
sich zum Zocken von Daddelspielen im Flugzeug.
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