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Explorez tous les épisodes du podcast Wieviel Krisen verträgt die Welt?

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Was sind die gefährlichsten Punkte der Welt?10 Sep 202100:23:04
Strategie als Berufung heißt das neue Buch von Vize-Admiral a.D. Weisser, ehemals Planungschef der Bundeswehr. Politische Führungskunst ist im 21. Jahrhundert deshalb so anders als früher und so schwierig, weil die Gefahrenlagen so oft schwer rechtzeitig zu erkennen sind. Was bedeutet z.B. die Flottenrüstung Chinas und die Indiens? Wer hätte mit dem Einsatz von NATO-Luftstreitkräften in Libyen gerechnet? Was sind die gefährlichsten Punkte der Welt? Sicherheit, sagt Ulrich Weisser, lässt sich nicht stapeln. Entsprechend hilft keine Vorratsbildung an Expertise, das Wissen muss in jeder neuen Situation neu hergestellt werden. Vize-Admiral a.D. Ulrich Weisser über sein neues Buch STRATEGIE ALS BERUFUNG. Erstausstrahlung am 25.07.2011
Vorfahrtsregeln der Macht10 Sep 202100:23:03
Völkerrecht gibt es als moderne Wissenschaft seit 1648. Auf Grund der bitteren Erfahrungen des 30jährigen Krieges, einer Auseinandersetzung in Mitteleuropa, die zu keinem Ende finden wollte, wurden von den besten Juristen des öffentlichen Rechts, darunter Hugo Grotius aus Holland, für die Gewaltanwendung zwischen Territorialstaaten Regeln geschaffen. Obwohl blutige Kriege sich in der Folgezeit steigerten, gab es doch immer Regeln, wie die Völker zum Frieden zurückfinden. Dieses empfindliche Rechtsgebiet handelt von den VORFAHRTSREGELN DER MACHT. Es steht im 21. Jahrhundert vor neuen Herausforderungen. Dazu gehört die NATO-Präsenz im Schwarzen Meer, die Zukunft der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol (die Krim gehört zur Ukraine, die in die NATO strebt), der Georgien-Konflikt und andere elementare Krisenherde der Welt wie zum Beispiel die Spannung zwischen den Atommächten Pakistan und Indien. Prof. Dr. Tomuschat, Humboldt-Universität, gehört zu den wegen ihrer Kompetenz gesuchten Fachleuten des Völkerrechts. Aus vielen Gremien und Tagungen kennt er die Theorie und Praxis dieses faszinierenden Rechtsgebietes. Erstausstrahlung am 16.03.2009
Das Prinzip der harten Hand10 Sep 202100:23:04
Weltpolitik ist nicht sentimental. In vielen Fällen gilt das Prinzip der "harten Hand". Man kann es aber auch falsch anwenden, z.B. wenn man die Nerven einer anderen Großmacht malträtiert und das Problem erst hervorbringt, das man lösen will. Diese falsche Anwendung liegt derzeit der Politik des Westens gegen Russland zugrunde. Vizeadmiral a.D. Ulrich Weisser, ehemals Leiter des Planungsstabs der Bundeswehr und Sicherheitsexperte, berichtet. Erstausstrahlung am 14.07.2008
Der letzte Europäer in der U.S. - Außenpolitik10 Sep 202100:13:04
In seinem berühmten Buch über den WIENER KONGRESS VON 1815 beschrieb Henry Kissinger, geboren in Fürth, die Prinzipien der klassischen europäischen Gleichgewichtspolitik, wie sie bis 1914 wirksam war. Als Außenminister der U.S.A. unter Präsidenten Nixon und Ford setzte er wesentliche Elemente dieses Denkens mit Bravour in der Praxis um. Bis heute ist Henry Kissinger in allen Fragen des Gleichgewichtes in der Welt ein begehrter Ratgeber. Henry Kissinger über die PUNISCHEN KRIEGE, die Flottenrüstung vor 1914, den Friedensschluss in Vietnam und den Raketenabwehrschild (NDM). Erstausstrahlung am 08.04.2001
Die Stärke der U.S.-Flotte10 Sep 202100:23:04
Wäre John McCain Präsident der Vereinigten Staaten geworden, hätte der Unternehmer und Politiker John F. Lehman vermutlich das Pentagon geleitet. Als Vertrauensmann von Henry Kissinger und Präsident Reagan wurde John F. Lehman U.S.-Marinestaatssekretär. Als solcher war er für die Rüstung der U.S.-Navy zuständig zu der Zeit des Höhepunkts der Konkurrenz mit der Sowjetmacht. John F. Lehman über die U.S.-Navy und die Geschichte des Seekriegs. Erstausstrahlung am 08.06.2009
Die NATO im Zeitalter des Risikos10 Sep 202100:22:34
Unmittelbar nach dem Zusammenbruch des Imperiums im Jahr 1991 gab es Momente, in denen Beobachter behaupteten, die Bedeutung der NATO gehe gegen null. Im Jahr 2009 ist dieses Bündnis um zahlreiche Mitgliedsländer erweitert und es beschäftigt sich damit, seine Rolle in Georgien und in anderen Bereichen im Süden und Südwesten Russlands zu befestigen und zu erweitern. Was heißt in solchem Zusammenhang SICHERHEITSARCHITEKTUR FÜR EUROPA UND DEN ATLANTIK? Jamie Shea war ursprünglich Sprecher der NATO und ist heute Leiter von deren politischer Abteilung, die für Planung und Strategien zuständig ist. Dr. Jamie Patrick Shea über die Wandlungsfähigkeit der NATO. Erstausstrahlung am 11.05.2009
Wofür braucht Polen US-Raketen?10 Sep 202100:14:05
Die USA und Polen planen - ohne Rücksicht auf die Gremien der Nato - ein anti-ballistisches Raketen-System in der Nähe der russischen Grenze. Russland empfindet dies als Affront und protestiert. Vizeadmiral a.D. Ulrich Weisser ehemals Chefplaner der Bundeswehr, über den Umgang mit Russlands Schmerzgrenze. Um einen Konflikt auszulösen, genügt ein Jahr, um seine Folgen zu beseitigen, braucht man manchmal 100 Jahre. Wofür braucht Polen US-Raketen? Erstausstrahlung am 22.04.2007
Wie verteidigt man die Republik Georgien?10 Sep 202100:14:04
Irakli Okruashvili heißt der junge Verteidigungsminister der Republik Georgien, der nach der Rosen-Revolution dieses Amt übernahm. Das Land ist durch die Sezession von Landesteilen, durch Korruption aus der Zeit des Imperiums und an seinen Grenzen bedroht. Im Norden grenzt es z. B. an Tschetschenien. Georgien sucht die Nähe zur Nato und zur Europäischen Union. Unabhängigkeit im Schatten des großen Russlands fordert Einfallsreichtum. Begegnung mit dem Verteidigungsminister Georgiens Irakli Okruashvili. Erstausstrahlung am 22.05.2005
Die Stimme Russlands in Brüssel10 Sep 202100:44:14
Ein gekündigter Rüstungskontrollvertrag, der Aufbau von Raketenstellungen in Polen und Tschechien, Andeutungen eines NATO-Beitritts Georgiens und der Ukraine, der Fall Kosovo, die Gefährdung der Transitwege nach Kaliningrad, die Zukunft von Sewastopol, des Hafens der russischen Schwarzmeerflotte: Zwischen der NATO und Russland gibt es mehr Probleme als Gespräche und Lösungsvorschläge. Die Konflikte haben sich in den 8 Jahren vor Obamas Amtsantritt auf beiden Seiten gehäuft. Die offenen Herausforderungen stellten zum 60-jährigen Bestehen der NATO auch Fragen an diese Organisation. Dmitri Olegowitsch Rogosin ist der Ständige Vertreter Russlands in der NATO und auch Ständiger Vertreter seines Landes in Kaliningrad. Er ist Vorsitzender einer eigenen Partei in Russland und war langjähriger Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses der DUMA. In Brüssel ist er zuständig für die Krisenbewältigung. Begegnung mit Dmitri Rogosin. Erstausstrahlung am 03.05.2009
Russland im Zangengriff10 Sep 202100:14:04
Sind wir auf dem Weg zu einem neuen "Kalten Krieg"? Das sicherste Mittel für einen solchen Irrweg wäre es, Russland an seinen empfindlichen Stellen zu bedrängen. Lässt sich die Nato, auf der Suche nach neuen Aufgaben in der Welt, ohne Not auf Abenteuer ein? Davon handelt das neue Buch von Peter Scholl-Latour "Russland im Zangengriff". Erstausstrahlung am 10.06.2007
Vom Straßenkämpfer zum Präsidenten10 Sep 202100:41:00
Unter den Staatslenkern der Gegenwart wird über keinen so viel gerätselt wie über Wladimir Putin. Katja Gloger hat als Moskau-Korrespondentin eines deutschen Wochenmagazins ihn aus der Nähe beobachtet. Ist er waghalsig? Ist er mehr Schachspieler oder eher Muskelmann? Eine ganze Spezialabteilung von Image-Buildern und Propagandisten umgibt ihn täglich und begleitet ihn auf allen Wegen. Wenn er bei seinem Besuch in Griechenland das Klostergelände auf dem Berg Athos besucht und auf dem Weg dahin neben dem von ihm gesteuerten Geländewagen ein Esel herläuft, der wie von Gott gesandt stehenbleibt, wenn Putins Fahrzeug anhält und dann mit ihm weiterläuft, darf man nicht annehmen, dass das Zufall ist oder spontan geschieht. Es ist inszeniert. Im Hintergrund der Inszenierungen aber steht ein "Mann mit Eigenschaften". Der Ursprung von Putins Temperament liegt, so Katja Gloger, bereits in der Art wie er aufwuchs. Sein Vater, Arbeiter und später Funktionär, gehörte zu den Verteidigern von Leningrad im Zweiten Weltkrieg. Seine Mutter, Hauswartsfrau und später Leiterin einer Organisation, hat ihn stark geprägt. Als junger Straßenkämpfer musste er sich im Leningrader Milieu - im Körperbau kleinwüchsig und kompakt wie sein Vater - bei Gleichaltrigen mit Energie und mit Fäusten durchsetzen. Man sieht den jungen Putin während der Wende in Deutschland. Er versteht es - im Stich gelassen von der Westgruppe der Roten Armee, die er herbeiruft, weil Demonstranten die Niederlassung des KGB stürmen wollen - den Sturm abzuwenden durch Überredung. Mit einem Eisschrank und einem Schrottauto (als Entgelt seiner Arbeit in Deutschland) gelangt er 1991 nach St. Petersburg. Er gehört und bekennt sich zu der Gruppe, die damals nicht in die Wirtschaft ging und Oligarch wurde, sondern die - ähnlich wie die deutschen Offiziere in der Reichswehr nach 1918 - sich untereinander verbanden, um weitere Verluste des Landes abzuwehren. Diese Seite seines Charakters ist nicht inszeniert, sondern echt. Sie macht ihn für Gegner gefährlich. In unserer politisch unruhigen Zeit ist es wichtig, die Akteure gut zu kennen. Man muss den Fehler von 1914 vermeiden, als sich die "Schlafwandler des Jahrhundert" gegenseitig falsch einschätzten. Zu solcher besserer Kenntnis ist Katja Glogers kritischer Blick auf Putin ein guter Beitrag. Erstausstrahlung am 02.03.2016
Was nennt man "Nebel des Kriegs"?10 Sep 202100:44:05
Seit dem Ende des Kalten Kriegs, für den das Bündnis begründet wurde, unterliegt die NATO einem stürmischen Wandlungsprozess, der sogenannten TRANSFORMATION. In der asymmetrischen, globalisierten, von Terror bedrohten und informationszentrierten Welt verändert sich das BILD DES KRIEGES ständig. In diesem "modernen Krieg" stecken aber alle älteren Formen dieses Monstrums, das wir Krieg nennen. Gleich geblieben ist die Unberechenbarkeit von Kriegen ("Fog of War"). Der Oberste Militär der NATO, Vier-Sterne-General Harald Kujat, berichtet aus seiner Praxis. Erstausstrahlung am 08.05.2005
Das Aquarium des Terrorismus10 Sep 202100:23:04
Das neue Stichwort in der Geostrategie heisst: "Erweiterter Naher Osten". Diese Konfliktzone reicht von Mittelasien bis nach Marokko. In diesem Bereich ergibt sich für die Supermacht USA und deren Verbündete eine Inflationierung möglicher Gegner. Es kommt hinzu, dass es unmöglich ist, den Terrorismus (der keine Einheit bildet) nur mit militärischen Mitteln zu besiegen. Die neue Strategie verbindet das Prinzip der Distanzverteidigung des Westens mit dem Prinzip konsequenter Gefahrenabwehr im eigenen Land. Vize-Admiral a.D. Ulrich Weisser, früherer Planungschef der Bundeswehr, berichtet. Erstausstrahlung am 07.06.2004
Umgang mit "frozen conflicts"10 Sep 202100:23:02
Den endgültigen Durchbruch für die Wiedervereinigung Deutschlands brachte ein Besuch von Helmut Kohl bei Gorbatschow in dessen Geburtsort Stawropol. Auf einer Fotografie ist die Runde abgebildet, die hier die entscheidende Verhandlung führte und den Interessenausgleich mit Russland besiegelte. Gleich neben Hans-Dietrich Genscher und Kohl ist Horst Teltschik zu sehen, im Kanzleramt zuständig für Kohls Ostpolitik, der entscheidende Fäden spannt. Aus seiner unmittelbaren Erfahrung beurteilt er die derzeitige Krisenlage in der Ukraine und bezüglich der Krim. Er beschreibt die Gefährlichkeit "eingefrorener Konflikte", die wie Entzündungen stets neu ausbrechen können. Es ist wichtig, die politische Erfahrung von 1989 bis 1991, mit dem auffälligen politischen Unverstand in den Jahren 2014 und 2015 zu konfrontieren. Ein Erfahrungsbericht. Wir treffen Horst Teltschik auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC). Erstausstrahlung am 10.08.2015
Kampf um das Nordmeer10 Sep 202100:42:35
Am Nordpol suchen fünf Mächte ihre Interessen zu wahren: Russland, Kanada, Norwegen, Dänemark und die U.S.A. Die dicke Eisdecke, welche die Polarkappe bisher bedeckte, beginnt rasant zu schmelzen. Wird es über die Ausbeutung des Nordens einen Kalten Krieg geben? Christoph Seidler, Wissenschaftsredakteur im Berliner Büro von SPIEGEL ONLINE, berichtet. Erstausstrahlung am 13.11.2011
Der Botschafter seines Präsidenten10 Sep 202100:34:49
Richard C. Holbrooks Schlagader zerriss und er starb in einer Dezembernacht in New York. Er war einer der Chefdiplomaten der USA und wird schwer zu ersetzen sein. Unter Präsident Clinton verhandelte er den Frieden auf dem Balkan. Während der Regierungszeit von Präsident George W. Bush widmete er sich Stiftungen. Er kämpfte weltweit gegen Aids. Zuletzt war er Sonderbotschafter von Präsident Obama und seiner Außenministerin Hillary Clinton in dem gefährlichsten Dreieck der Welt: Pakistan-Kaschmir-Afghanistan. Ein Porträt und ein Rückblick. Musik: Helikopter-Quartett von Karlheinz Stockhausen. Erstausstrahlung am 27.02.2011
Die Kunst der Niederlage10 Sep 202100:43:00
Wenn im asymmetrischen Krieg eine Drohne, fern geleitet, einen vermutlichen Terroristen in Somalia tötet, gibt es keine Chance der Kapitulation. Sie ist auch für die Kellerinsassen in einer Stadt, die von Bombengeschwadern angegriffen wird, im Moment unmöglich. Auch Snowden wüsste nicht, wie und vor wem er, in die Enge getrieben, kapitulieren könnte. Er kann nur verurteilt werden oder flüchten. Kapitulation ist in der Menschheitsgeschichte keine Selbstverständlichkeit. Wie der durch das Rote Kreuz gewährleistete Status des Kriegsgefangenen und die "Erfindung der Entscheidungsschlacht" (geht sie verloren, gibt General Lee im Amerikanischen Bürgerkrieg seine Niederlage zu und hört auf) ist auch die Kapitulation eine zivilisatorische Errungenschaft mitten in den Monstrositäten des Kriegs. Sie ist dem Vernichtungsprinzip abgerungen und folgt aus dem Wunsch nach Selbsterhaltung. Das Frontschwein spricht (meist erst am Ende des Kriegs): Kapitulation ist mein Menschenrecht. In einer brillanten Untersuchung hat Dr. Holger Afflerbach, Professor für Central European History an der University of Leeds, die "Kunst der Niederlage und die Geschichte der Kapitulation" untersucht. Erstausstrahlung am 09.03.2014
Verbündete sollen miteinander streng sein10 Sep 202100:14:05
Mit 21 Jahren war er schon Diplomat. Er war Mitarbeiter Kissingers im State Department; war im Team mit Botschafter Holbrook für das Krisenmanagement auf dem Balkan engagiert. Botschafter a.D. John C. Kornblum über transatlantischen Brückenbau im Jahr 2002. Verbündete müssen miteinander robust umgehen. Erstausstrahlung am 14.04.2002
Vom Gegner lernen10 Sep 202100:36:36
Rivalität und Krieg sind so ernste Herausforderungen, dass Nationen, die einander als Feinde betrachten, ohne es zu wollen, vom Gegner lernen. So lernen z.B. die Deutschen aus den Niederlagen, die ihnen Napoleon zufügte, die Element der Französischen Revolution nachträglich kennen, ohne selber zu revolutionieren. Russland hat Frankreich 1812 besiegt, aber in allen russischen Salons wird Französisch gesprochen. Auch im 20. Jahrhundert wird vom Gegner gelernt. So übernimmt die junge Sowjetunion den Taylorismus und die industrielle Massenfabrikation vom kapitalistischen Gegner USA. Und so gibt es innerhalb des New Deal Roosevelts einen freiwilligen Arbeitseinsatz, die "CCC Boys", die ganz ähnlich aussehen wie der nationalsozialistische Reichsarbeitsdienst. Das Lernen erfolgt hier aber partiell, ohne dass der Faschismus übernommen wird. Wie Menschen lernen (und dass sie nicht sicher entscheiden können, von wem sie lernen) gehört zu den interessantesten Themen der Theorie. Darüber berichtet Prof. Dr. Martin Aust (LMU), Herausgeber des Bandes VOM GEGNER LERNEN. Diesen Zusammenhang ergänzt er durch eine Darstellung der vier grundlegenden Arten menschlichen Lernens. Erstausstrahlung am 11.08.2013
MSC: Wieviel Krisen verträgt die Welt?10 Sep 202101:14:25
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz versammeln sich in jedem Jahr die für die Sicherheit in der Welt verantwortlichen Politiker, Militärs und Experten (neuerdings auch zunehmend führende Wirtschaftler) im Bayrischen Hof. Die Konferenz bildet eine einmalige politische Öffentlichkeit, in der Teilnehmer, die sonst oft Gegner sind, miteinander debattieren. Die vertraulichen Gespräche am Rande der Konferenz sind oft ebenso wichtig wie die öffentlich geführten Diskussionen. Die Konferenz wird heute vom früheren Botschafter Wolfgang Ischinger geleitet. Sie wurde unter dem Namen „Wehrkundetagung“ in den Jahren nach 1963 durch Ewald-Heinrich von Kleist begründet, der zum engsten Kreis des Widerstands gegen Hitler zählte. Das Jahr der ersten Tagung war das von Kennedys Tod und bezeichnet die Zeit des Kalten Kriegs. Als die Konferenz zum 25. Mal stattfand, war das unmittelbar vor der Wende. Im Jahr 2014 fand die Konferenz zum 50. Mal statt. Die Themen Syrien, der europäische Einsatz in Afrika, der Aufstieg Chinas und die Ukraine standen im Vordergrund. Es war die vorläufig letzte offene Debatte vor dem allseitigen Zerwürfnis mit Russland. Aus Anlass des Jubiläums der Konferenz zeigt die vorliegende Doppelsendung Momenteindrücke aus den Jahren 2000 bis 2014. Unter Mitwirkung von Wolfgang Ohlert, Dr. Anton Hofreiter, dem österreichischen Außenminister Sebastian Kurz, Henry Kissinger, Jamie Shea, Dimitri Rogosin, Admiral Edmund P. Giambastiani, Christophe Keckeis, Thomas Schmid, dem Konferenzarzt Dr. med. Günter Hauf, Botschafter Julij A. Kwizinskij., Richard Perle („Prince of Darkness“), U.S.-Senator Sam Nunn (aus der Gruppe der „Apokalyptischen Reiter“), Botschafter Richard Burt, Botschafter Richard Holbrook und einem Beitrag von Helge Schneider zum Thema: „Das Bohren harter Bretter“. Spannend und informativ. Erstausstrahlung am 01.06.2014
Es brennt im Dach des europäischen Hauses10 Sep 202100:07:10
Ein Interview mit Sebastian Kurz auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2015 über aktuelle Krisenherde, Beweggründe europäischer IS-Kämpfer und die Möglichkeit eines Nato-Beitritts der Ukraine. Erstausstrahlung am 08.07.2015
Die Kunst, Konflikte zu beenden10 Sep 202100:23:02
Wie viele Krisen verträgt die Welt? Wie lässt sich die Erfahrung darüber, wie man Konflikte beendet, sammeln und an die Entscheider herantragen? Stiftungen und Think-Tanks spielen bei der Suche nach Lösungen eine zunehmende Rolle. Die World Security Foundation von Dr. Hubertus Hoffmann befasst sich aktiv mit dem Finden von Best Practices für die Bearbeitung von Krisenherden. In seinem Buch "Codes der Toleranz" fasst Hubertus Hoffmann Erfahrungen zu diesem Thema zusammen. Wie kann die Krise im Osten der Ukraine nachhaltig beantwortet werden? Welche Verfahren gibt es dafür, die Halbinsel Krim, nach ihrer gewaltsamen Annektierung, in einen internationalen Status zu bringen, der das Selbstbestimmungsrecht ebenso respektiert, wie die Rechte dort lebender Minderheiten? Begegnung mit Dr. Hubertus Hoffmann auf der Münchner Security Conference. Erstausstrahlung am 11.05.2015
Mit nüchterner Leidenschaft10 Sep 202100:23:02
Ein Privatunternehmer aus Genf, Henry Dunant, der von Napoleon III. Konzessionen für den Betrieb von Mühlen in Algerien erwerben wollte, wird am Vorabend der Schlacht von Solferino vom Kaiser nicht empfangen und erlebt das Grauen der Schlacht. Dieser Kaufmann, der wenig später Bankrott macht, ist vom Schicksal der Verwundeten so erschüttert, dass er ein Buch schreibt, aufgrund dessen das Rote Kreuz gegründet wurde. Diese Genfer Gründung wurde zu einem völkerrechtlich anerkannten Subjekt. Die Tatsache, dass das Rote Kreuz in der Konfliktzone neutral zu bleiben versucht, wird oft missverstanden. Sie ist der einzige Weg, direkt und konsequent zu den Opfern zu gelangen. Die Besonderheit und Radikalität des Grundgedankens des Roten Kreuzes versteht man an extremen Fällen wie dem, dass die Ärzte des Roten Kreuzes, die im Abessinien-Krieg die Opfer des Giftgases behandelten, die Unterlagen darüber nicht dem Völkerbund aushändigten. Dies ist nur ein Beispiel unter vielen: Kein Preis ist zu hoch, wenn es gilt, den Leidenden unmittelbar zu helfen. So ist auch die Neutralität eine Konsequenz der Einfühlung und keineswegs der Gleichgültigkeit. Prof. Dr. Daniel-Erasmus Khan, Professor für Völkerrecht und Landesbeauftragter für die Genfer Konvention in Bayern. Erstausstrahlung am 15.07.2013
Die Terrorfront10 Sep 202100:23:08
Für den klassischen Krieg und die Guerilla ging es um Territorien. Im Terrorkrieg geht es um den Kampf um die Gehirne. Rolf Tophoven ist Mitherausgeber des Terrorismus-Lexikons. Er ist Leiter des Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik. Er berichtet aus seiner Erfahrung. Erstausstrahlung am 19.02.2007
Die Friedensmacher10 Sep 202100:22:32
Bei den Aktivitäten der OSZE in der Ukraine, bei den Einsätzen in Zentralafrika durch Nicht-Militärs, bei Einsätzen in Afghanistan und im Kosovo geht es um sogenannte Friedenseinsätze. Die berufliche Ausbildung hierfür und die Koordinierung der Einsätze findet in einer Stiftung des Bundes statt, dem ZIF (Zentrum für Internationale Friedenseinsätze). Die Direktorin und Geschäftsführerin dieser Organisation schildert die Praxis dieser Einsätze und den damit verbundenen Beruf am Beispiel konkreter Fälle. Zur Krisenbewältigung sind diese Friedenseinsätze in unserer Welt offensichtlich von größerer Bedeutung als reine Militäraktionen. Begegnung mit Frau Dr. Almut Wieland-Karimi. Von Haus aus ist sie Orientalistin. Erstausstrahlung am 07.07.2014
"Wir sind darauf angewiesen, die Welt zu verstehen - -"10 Sep 202100:22:34
24 Stunden produziert der Erdball täglich Geschehnisse, die für die Berichterstattung einer großen Tageszeitung über Außenpolitik relevant sind. Täglich müssen diese Massen von Tatsachen erneut auf das Wesentliche reduziert und eingeordnet werden. Sie müssen erzählbar, das heißt für den Leser interessant sein. Stefan Kornelius, Leiter des Ressorts Außenpolitik der Süddeutschen Zeitung, berichtet aus seiner Praxis. Erstausstrahlung am 11.04.2011
Krisen löst man, ehe es zu spät ist10 Sep 202100:38:05
Die Herausforderungen an die Sicherheit werden härter. Abwehr von Cyber-Krieg, der Anti-Terrorismus, Verbot von Waffenhandel, Sicherung der Energieversorgung, Verteidigung: Aufgaben, wie diese gehören zu den Kerngebieten moderner Politik. Nichts davon entspricht mehr dem klassischen Kriegsbild Napoleons oder der Weltkriege. In Großbritannien liegt die Verantwortung für Sicherheit und Anti-Terrorismus bei der Ministerin Baroness Pauline Neville-Jones. Bei der NATO ist Dr. Jamie Shea, Assistant Secretary General, zuständig für EMERGING SECURITY CHALLENGES. Erstausstrahlung am 15.05.2011
Das Blut der Welt10 Sep 202100:23:04
Was ist für die aktuelle Berichterstattung heute das Wichtigste? Emotionale Tiefe oder die Verbreitung in Echtzeit? Inhalt und Form der Nachrichten ändern sich vehement in unseren Tagen. Der Journalist und Filmemacher Stefan Aust berichtet aus Anlass des Films, den er über das Erdöl drehte. Erstausstrahlung am 24.06.2012
Die Grauwerte des 21. Jahrhunderts10 Sep 202100:44:02
Georg Mascolo, früher Chefredakteur des SPIEGEL, leitet inzwischen den Recherche-Verbund NDR, WDR und SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, dem die Öffentlichkeit einen positiven Schub an investigativem Journalismus verdankt. Wie arbeitet dieser Verbund? Wie lässt sich aktiver Journalismus in der unübersichtlichen Krisenwelt des 21. Jahrhunderts intensivieren? Dass es Terror und Selbstmordattentäter gibt, ist, seit den Anfängen in Ceylon in den 80er Jahren bei den Tamil Tigers, ja seit der Zeit der Kreuzzüge, in denen die Assassinen als Mörder auftraten, nicht neu. Dass selbstmörderischer Terror dieser Art aber als Massenphänomen und unter Beteiligung junger Europäer stattfindet, und Ziele wie in Paris am 13. November 2015 und in Brüssel im März sucht, ist dagegen eine bestürzende neue Erfahrung. Ähnliches gilt für Konfliktherde wie in Zentralafrika, der Ost-Ukraine und im Nahen Osten und für die Fluchtbewegungen nicht nur in Europa, sondern fast überall in der Welt. Das 21. Jahrhundert erweist sich als eine Zeit der Unübersichtlichkeit. Auf diesem Hintergrund sind investigative Recherchen, die z.B. die groteske bürokratische Struktur des Islamischen Staates aufdeckten, von größter Bedeutung. Ebenso wie Untersuchungen zu einem No-Spy-Abkommen zwischen den U.S.A. und der Bundesrepublik. Andere Nachrichten handeln davon, dass deutsche Waffen in Kurdistan auf dem freien Markt auftauchen. Zu den gefährlichsten Krisen gehören die Konfliktfelder auf der Welt, an denen unmittelbare Kriegsgefahr besteht, falls eine der Parteien ausrastet. Als erfahrener Journalist betont Georg Mascolo wie schwer es ist, Voraussagen zu machen. Die Realitäten in unserer Welt sind stets für Überraschungen gut. Umso gründlicher muss recherchiert werden. Ein Haupteindruck unserer Welt geht von deren Beschleunigung aus. Georg Mascolo rät, diese Beschleunigung zumindest bei der Publikation von Urteilen nicht zusätzlich anzutreiben, sondern sich gerade hier auf der Ebene der Einordnung und der Meinung zurückzuhalten. "Facts should sit again in the driver's seat." Wir treffen Georg Mascolo auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2016. Erstausstrahlung am 04.05.2016
Putins Blick auf die Welt10 Sep 202100:22:32
Dr. Fiona Hill ist eine bedeutende Analystin aus dem Umkreis des Weißen Hauses und arbeitet derzeit für die Brookings Institution, eine private Stiftung für politische Forschung. Sie ist dort für Europa und Russland zuständig. Aufsehen erregte ihre außerordentlich kenntnisreiche Putin-Biografie, die auf Quellen beruht, die nicht jeder hat. Der Vater Putins war im 2. Weltkrieg an der Leningrad-Front im Hinterland der Deutschen Kommandant eines russischen Sprengtrupps. Er wurde verraten und schwer verwundet. Mit unbändiger Willenskraft gelangte er durch die Front zurück. Von der Zähigkeit dieses väterlichen Überlebenskampfes ist, so Fiona Hill, der Charakter des russischen Staatschefs bis heute bestimmt. Das Auseinanderfallen der Sowjetunion in Teilrepubliken, das Putin als Geheimdienstoffizier in Dresden erlebte, hat eine weitere Versteifung seiner Haltung hinzugefügt. Ähnlich wie bei Reichswehroffizieren und Freikorpskämpfern nach 1918 in Deutschland. Alles Politische und alles Militärische in der Welt, so heißt es im Buch "Vom Kriege" von Clausewitz, hat mit dem "Fog of War", dem "Nebel des Kriegs" zu rechnen. Navigation in diesem schwierigen Nebelgelände, so Fiona Hill, scheint zu den Spezialfähigkeiten Putins zu zählen. Erstausstrahlung am 30.05.2016
Im Minenfeld der Geschichte10 Sep 202100:33:18
Auf der MSC treffen sich jährlich Regierungschefs, Verteidigungs- und Außenminister, Militärexperten und Wirtschaftsführer von allen Kontinenten. Auf den Podien geht es um die Krisen der Welt und deren Lösung. Die Konferenz ist auch Gelegenheit für zweiseitige Gespräche und Verhandlungen. So fand hier am Vorabend eine wichtige Einigung zwischen den USA und Russland über den Friedensprozess in Syrien statt. Die Stimmung der diesjährigen Tagung war durch großen Ernst charakterisiert. In der Rede des russischen Premierministers Medwedew war die Rede von einem bereits ausgebrochenen NEUEN KALTEN KRIEG, der auch in einen heißen Konflikt übergehen könne. Regionale Machtgruppen und zwei Großmächte sind in Syrien am Werk. Die Migrationsströme (nicht nur aus dieser Konfliktzone) haben Europa unvorbereitet getroffen. Der Konfliktherd in der Ost-Ukraine ist eingedämmt, aber längst nicht „eingefroren“. Im chinesischen Meer bereitet sich eine Konfrontation zwischen China und den USA vor. Die Weltsituation ist in vieler Hinsicht unübersichtlich. Wir treffen auf den Sprecher der „Syrischen Hohen Delegation (HSC)“, auf Prof. Dr. Charles Kupchan, den Direktor für europäische Angelegenheiten im Nationalen Sicherheitsrat des Weißen Hauses, auf Dr. Fiona Hill, Russlandexpertin und Putin-Biografin von der Brookings Institution in Washington, auf den leidenschaftlichen Journalisten Georg Mascolo und den Schweizer Generalstabsoffizier und Journalisten Dr. Bruno Lezzi. Entgegen vielen Erwartungen glückten im Jahr 2015 diplomatische Durchbrüche in der Frage der iranischen Atomrüstung, in der Sache eines grundsätzlichen Fahrplans für Gespräche in der Syrien-Frage und, ebenso überraschend, im Dezember in Paris ein Anfang zu einer weltweiten Einigung zum Klima-Problem. Diese Lichtblicke stehen in einem ungleichen Verhältnis zur Zahl der „eingefrorenen“ und „heißen“ Konflikte, die rasant zunehmen. Die Weltkugel verfügt derzeit über zu viele Minenfelder. Eindrücke auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2016. Erstausstrahlung am 30.03.2016
Das radikale Kalifat10 Sep 202100:23:02
Am Kings College in London besteht ein „Center for the Studies of Radicalization“. Es betreibt Terrorismusforschung. Mit Schwerpunkt untersucht diese Arbeitsgruppe die Frage, was junge Europäer zum IS treibt. Praktische Gegenwartsforschung verbindet sich mit Grundlagenforschung. Ausgangspunkt war, dass britische Djihadisten in Facebook und Instagram offen über ihre Aktivitäten berichteten. Die Forscher folgten ihnen über die Kommunikationslinien aufs Schlachtfeld. Die Kämpfer zeigten sich äußerst mitteilungsbedürftig. Gewöhnlich verbrennen sie bei ihrem Aufbruch zum IS ihre Pässe. Sie haben „die Schiffe hinter sich verbrannt“. Da sie mit keiner Rückkehr rechnen, scheuen sich nicht, wenn sich durch lebhaften kommunikativen Austausch selbst belasten. Ihr Lebensgefühl: „Noch in tausend Jahren wird über unsere Taten erzählt werden“. Die Forscher in London haben über 750 solcher „Wege ins Kalifat“ verfolgt. Es geht um junge Leute, die z.B. in den Vororten von Paris das Leben eines „Losers“ führen. Für ihr Gefühl werden sie als Kämpfer des Kalifats zu einem „100 % Winner“. Es geht um eine Jugendkultur und – was noch wichtiger ist – eine Gegenkultur, die Generationskämpfe durchführt. Wissenschaftliche Untersuchungen, die einen Zeitraum von über 100 Jahren erfassen, ergeben, dass Terror sich in Wellen vollzieht: von der  anarchistischen Welle, die im 19. Jahrhundert beginnt, über den Terror im frühen 20. Jahrhundert bis zu den Attentaten der Roten Armee Fraktion in den 1970er Jahren und dem religiösen Terror, der die Twin Towers traf, seien vier Wellen zu beobachten. Eine fünfte, hybride, neuartige, sei zu erwarten. Auffällig ist die Begrenzung jeder Welle auf etwa eine Generation (30 Jahre). Auch dies spricht für den Zusammenhang von „Jugendkultur“, Generationskonflikt und gewalttätigem Protest. Auffällig ist die Tatsache, wie schwer es ist, aus der sozialen und militärisch bewachten Gruppe im Islamischen Staat zu desertieren. Der Typ des Selbstmordattentäters bedarf weiterer Forschung. In der europäischen Zivilgesellschaft wird unterschätzt, wie häufig Selbstmordattentäter in der Geschichte und in nicht-europäischen Gesellschaften sind. Das Neue liegt in der rasanten Zunahme der Fälle. Die ältere Generation in den muslimischen Gesellschaften, einschließlich ihrer Imame, ist nicht vorbereitet auf die Angriffslust der Jungen im Kalifat. Auf wesentliche Fragen Jugendlicher nach Identität, Droge und Sex gibt es dort keine Antworten. Für die Terrorismusforschung geht es um drei große Fragen: 1. Prävention, 2. Intervention, 3. De-Radikalisierung. Man kommt den Antworten nicht näher, wenn man die Radikalisierung des Kalifats unterschätzt. So sind dort die drei Merkmale eines Staates: Territorium, Verwaltung und Gewaltmonopol, verwirklicht, wir würden uns aber trotzdem scheuen, dieses Gewaltgebilde einen Staat zu nennen.  Was aber wäre ein besserer Ausdruck dafür? Prof. Dr. Peter Neumann, Kings College London, Leiter des „Center for the Studies of Radicalization“, berichtet. Erstausstrahlung am 04.04.2016
Homo migrans10 Sep 202100:42:31
Flucht und Migration von Menschen, wie wir sie heute erleben, ist keine Ausnahme, sondern eine Dauererscheinung der Geschichte. Es sind oft die gleichen Grenzübergänge. Aus Ungarn z.B. fliehen über die gleichen Stationen 1956, nach Niederschlagung des ungarischen Aufstands gegen die Russen, die Ungarn selbst in den West. 1989 kamen über die gleiche Grenze die DDR-Flüchtlinge. Und heute ist es der Flüchtlingsstrom aus Syrien. Ganz andere Flüchtlingskolonnen bilden vor 300 Jahren die von der Gegenreformation verfolgten Salzburger Protestanten. Ein weiteres Beispiel sind die Hugenotten aus Frankreich, die nach den Massakern der Bartholomäus-Nacht von dort nach Deutschland emigrieren. Die Hugenotten bringen für Preußen einen Innovationsschub um mehr als 50 Jahre. Migration existiert seit unsere Vorfahren aus Afrika, vor etwa 120.000 Jahren, auswanderten und die Welt eroberten. Große Migrationsschübe im 19. Jahrhundert aus Hunger und aus politischen Gründen sollten wir auf dem Hintergrund der Gegenwart neu in Erinnerung bringen. Deutsche Auswanderer waren für die Besiedelung der U.S.A. entscheidend. Migration ist ein weitgehend noch unerforschtes Gebiet. Der Migrationsforscher und Regierungsberater Prof. em. Dr.  Klaus J.  Bade, Vorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), berichtet. Erstausstrahlung am 13.04.2016
Das Auge des Präsidenten10 Sep 202100:23:02
Im Weißen Haus bildet der Nationale Sicherheitsrat die Agentur, die zwischen dem Willen des Präsidenten und den großen politischen Ressorts der USA vermittelt. Der Sicherheitsrat hat zu tun mit dem Außen- und dem Verteidigungsministerium, dem Kongress und den Realitäten in der Welt draußen. Charles A. Kupchan ist der Europa-Direktor dieser Institution. Er und sein Team sind ein wesentlicher Teil der „Sinnesorgane“, mit denen das Weiße Haus auf die Welt blickt. Wenn am selben Tag eine Krise in Zentralafrika, eine zweite in Bezug auf die Spratly-Inseln im Chinesischen Meer, ein Zwischenfall im Osten der Ukraine und eine Zuspitzung in Syrien aufeinander treffen, sieht man, wie wichtig die Filterung des „absurden Zuviel“ an Informationen für das Entscheidungszentrum der USA ist. Was soll man weglassen? Was muss unbedingt vor die Augen des Präsidenten? In seinem zivilen Beruf, den er ausübte, bevor er unter Clinton und jetzt erneut unter Obama in den Staatsdienst trat, war Prof. Dr. Charles A. Kupchan Universitätslehrer an Georgetown University in Washington. Spezialgebiet: Konflikte und Friedensschlüsse in der europäischen Geschichte seit dem 13. Jahrhundert. Sein bekanntestes Buch heißt: „Wie aus Feinden Freunde wurden“, eine erfahrungsreiche geschichtliche Analyse, die von der legendären Konföderation der 5 Irokesenstämme im mittelalterlichen Amerika bis zum Ursprung der Schweizer Kantone im europäischen Mittelalter reicht. Historische Erfahrung bildet einen guten Spiegel für die aktuell-politische Verantwortung, mit der Charles A. Kupchan täglich konfrontiert wird. Begegnung mit Prof. Dr. Charles A. Kupchan. Erstausstrahlung am 13.06.2016
Sicherheit nirgendwo10 Sep 202100:22:34
Europa sieht sich konfrontiert mit der dritten Generation islamistischer Terroristen. Auch Länder wie Deutschland oder die Schweiz, die sich im Irak nicht militärisch engagiert haben, sind vor dem Terror nicht sicher. Es entsteht vielmehr eine NEUE UNBERECHENBARKEIT, die die dritte Generation des Terrorismus von den bereits unberechenbaren älteren unterscheidet. Hierüber berichtet Elmar Theveßen in seinem Buch "Terroralarm". Erstausstrahlung am 09.01.2006
Ungemütliche Zeiten10 Sep 202100:35:39
Der Planet Erde hat im Jahr 2017 an Sicherheit und friedlicher Ruhe nicht gewonnen. Die neue Führung im Weißen Haus, der Brexit, der nicht enden wollende Krieg in Syrien, die Spannungen in Fernost: nichts davon ist gemütlich. Jedes Jahr treffen sich auf der Münchner Sicherheitskonferenz über 100 Staatslenker und Strategen aus Wirtschaft und Militär aus aller Welt. Der Leiter des außenpolitischen Ressorts der SZ, Stefan Kornelius, nennt diese Konferenz, in der die kontroversen Stimmen der Welt auf einmalige Weise zusammentreffen (und in deren Hintergrund viel Politik stattfindet), einen "Schnellkochtopf mit verschlossenem Deckel". Dieser Kessel, sagt Kornelius, steht in diesem Jahr kurz vor der Explosion. Alle sind auf Vorsicht getrimmt. Wir treffen auf Experten wie Ken Weinstein, den Chef des Hudson Instituts, einen markanten Republikaner aus dem Umkreis des U.S.-Vizepräsidenten Pence, auf den Chef der Brookings Institution, eines der größten Think-Tanks in Washington, Strobe Talbott. Er gehörte zu den erfahrensten U.S.-Strategen im Kalten Krieg. Wir sprechen mit Ignatius II Ephraim, dem Patriarchen von Antiochien (mit Sitz in Damaskus), dessen Kirche im Jahre 37 nach Christus vom Apostel Petrus begründet wurde (jetzt inmitten der Syrien-Krise). Das Mitglied der Chefredaktion der ZEIT Holger Stark berichtet aufgrund seiner Beobachtungen aus 4 Jahren USA. Auf dieser Konferenz treffen der russische Außenminister Lawrow mit dem neuen U.S.-Außenminister Tillerson zusammen, die Bundeskanzlerin sitzt auf Tuchfühlung mit dem U.S.-Vizepräsidenten Pence, der die Twitter-Botschaften seines Präsidenten (mithilfe von bis zu 12 Dolmetschern in allen Sprachen der Konferenz) für Europäer zu übersetzen versucht. Erstausstrahlung am 11.04.2017
Trump klopft ans Tor der Welt10 Sep 202100:20:22
Die drei Fragen nach Post-Truth? Post-Fact? Post-West? (Ist der Westen am Ende, die Nato vor der Auflösung?) standen im Mittelpunkt der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz. Der Schatten des neuen U.S.-Präsidenten lag über der Versammlung, zu der mehr als 100 Regierungschefs, Militärs und Wirtschaftsführer sich versammelt hatten. Der Leiter des Investigationsverbunds WDR, NDR und SZ, Georg Mascolo, das Mitglied der Chefredaktion der ZEIT, Holger Stark (er erlebte die vier letzten Jahre in den U.S.A.) und der Strategiespezialist Bruno Lezzi von der NZZ berichten. Erstausstrahlung am 12.06.2017
Die Allzeitigkeit des Kriegs10 Sep 202100:17:41
Immer wieder gab es eine jüngere Generation, die behauptete: Carl von Klausewitz, der Verfasser des legendären Buchs VOM KRIEGE, sei nicht mehr aktuell. Dann erweist sich, dass das Chamäleon Krieg gerade in der Moderne immer erneut seine ältesten Seiten zeigt. So gehören der U.S.-General Petraeus, der im Irak und in Afghanistan führte, und der neue nationale Sicherheitsberater von Präsident Trump, General McMaster, zu den Anhängern von Klausewitz. Besonders die Schriften über den Partisanenkrieg und den bewaffneten Volksaufstand sind von größter Aktualität. Klausewitz schrieb darüber im Interesse der Aufständischen (mit denen Napoleon nie fertig wurde). Die Theoretiker der "Counter Insurgency" interessieren sich umgekehrt dafür, wie man einer Rebellion das Wasser abgräbt. James W. Davis, Hochschullehrer und Dean an der Universität St. Gallen über die von ihm übersetzten Schriften von Klausewitz über den "Kleinen Krieg". Ein wichtiger aktueller Beitrag in der transatlantischen Kommunikationsbrücke. Eine Begegnung am Rande der MSC mit James W. Davis und mit den als Theorie unverzichtbaren Gedankengängen von Klausewitz, wenn man etwas gegen die "wilde Aggression" tun will. Erstausstrahlung am 17.07.2017
Krieg ohne Fronten10 Sep 202100:23:04
Der Vietnam-Krieg sollte den Beweis dafür erbringen, dass die USA auch unter den Bedingungen des Kalten Kriegs militärisch erfolgreich aktiv sein könnten. Große Kriege schloss die Atombombe aus. Die Hoffnung der Militärs, ihre Überlegenheit zu beweisen, konzentrierte sich auf kleine, asymmetrische Kriege. Der so von den USA mit Optimismus begonnene Krieg in Vietnam ging verloren. In der Schlussphase kam es zu Massakern. Sie entstanden gerade dort, wo die Lage aussichtslos war. Verzweiflung macht brutal. Der Historiker Prof. Dr. Bernd Greiner, Universität Hamburg, (sein Buch heißt KRIEG OHNE FRONTEN) berichtet. Erstausstrahlung am 12.01.2009
Mit den Augen Frankreichs10 Sep 202100:14:04
Admiral Jacques Lanxade, fünf Jahre lang Generalstabschef der Streitkräfte Frankreichs und Chefberater im ersten Golfkrieg, war im Suez-Krieg von 1956 junger Offizier. Bei diesem Feldzug wurden einst England und Frankreich in ihrem Siegeszug gegen Ägypten, einem illegalen Präventivkrieg, von der Supermacht U.S.A. gestoppt. Das bleibt nachhaltig in Erinnerung des Admirals. Der Admiral berichtet über die Blickrichtung der französischen Militärplanungen und die weltweiten Engagements Frankreichs. Porträt eines französischen Strategen. Erstausstrahlung am 06.04.2003
Deutschland in der UNO10 Sep 202100:14:04
In der UNO wird das Völkerrecht gewahrt und fortgeschrieben. Sie ist die einzige Repräsentanz aller Völker der Erde. In ihrer Charta ist das Gewaltverbot verankert. Ein solches multilaterales Regelwerk ist das einzige Gegengewicht gegen eine Politik des Stärkeren, die im 21. Jahrhundert neue Blüten treibt. Die Bundesrepublik Deutschland wird in den Vereinten Nationen durch den Botschafter Dr. Gunter Pleuger vertreten. Er berichtet. Erstausstrahlung am 05.06.2005
Uscita – "Die Nachricht vom Ausweg"10 Sep 202100:23:02
Unter dem Eindruck des Terrors im 21. Jahrhundert, der mit den Twin Towers begann, schrieb Giorgio Agamben sein Buch: „Stasis: Der Bürgerkrieg als politisches Paradigma“. Der große italienische Philosoph unterscheidet dabei OIKOS, die Lebenswelt, POLIS, die Stadt und STASIS als den Aufstand, die Krise, den Weltbürgerkrieg. Er knüpft an die Theorien hierüber an, die auf den englischen Philosophen Hobbes zurückgehen. Auch Hegels PHÄNOMENOLOGIE DES GEISTES legt hierzu eine theoretische Grundlage, wenn in diesem Werk die Treue zur Familie im Fall der Antigone mit dem System des Staates, vertreten durch den König Kreon, in einen tödlichen Konflikt gerät. Agamben ist darüber verwundert, dass es bis heute keine zusammenhängende Theorie des Terrors gibt, obwohl Carl Schmitt die dazu nötigen Fragen in seiner THEORIE DES PARTISANEN längst aufgeworfen hat. Im Zentrum von Giorgio Agambens Theorie steht der Begriff der Amnestie. Agamben stützt sich hier auf eine theologische Dimension: Es geht nicht um einfaches Ausschalten einer Strafvollstreckung, auch nicht einfach um Vergessen, vielmehr wird Erinnerung umgewandelt und neues Leben ermöglicht: „Das, was vollendet war, wird unvollendet gemacht.“ Die Vergangenheiten können neu angeeignet werden. Alles dies gehört zum ABC des 21. Jahrhunderts. Archäologie, sagt aber Agamben, ist die einzige Straße, die wirklich zur Gegenwart führt. Begegnung mit Giorgio Agamben in Venedig. Erstausstrahlung am 05.03.2018
Was versteht die Bush-Administration unter Gleichgewicht?10 Sep 202100:23:04
Fürst Metternich, Fürst Bismarck und U.S.-Außenminister Kissinger prägten den Begriff Realpolitik. Für die Bush-Administration tritt nach dem 11.9. eine Politik moralischer Werte hinzu. Was bedeutet dies für das Gleichgewicht in der Welt? Tritt an die Seite der ökonomischen Globalisierung eine moralische? Jeffrey Gedmin, Direktor des Aspen Institute, berichtet. Erstausstrahlung am 06.05.2002
Nur Idioten fahren frühmorgens in die Rote Zone10 Sep 202100:44:04
Hautnah berichtet Gudrun Harrer von ihrer diplomatischen Mission im Irak. Sie war dort tätig als Sondergesandte der Österreichischen EU-Präsidentschaft und als Gesandte ihrer Republik. Sichere Plätze, sagt sie, gibt es im Irak nirgends, auch nicht für Diplomaten. Man lebt als westlicher Diplomat in der sogenannten Grünen Zone, die militärisch scharf abgesichert ist; absolute Sicherheit gibt es auch hier nicht. Wie aber bewegt man sich in der sogenannten Roten Zone, d.h. im übrigen Bagdad und dem weitläufigen Irak? Wie viel Leibwache braucht man? Zu welchen Tageszeiten soll man auf keinen Fall sich in der Roten Zone bewegen? Gudrun Harrer ist Islamistin und Arabistin. Sie war als Journalistin tätig, bevor sie in ihrer diplomatischen Mission (für 6 Monate war sie die ranghöchste Vertreterin Europas) sich an den - oft hoffnungslosen - Vermittlungsversuchen im Irak beteiligte. Wie entstand dieses Land? Welche Gruppen kämpfen miteinander? Welche Chancen gibt es für eine Lösung? Begegnung mit Gudrun Harrer, Diplomatin in Bagdad. Erstausstrahlung am 12.11.2006
Die Gefahr lauert am schwächsten Punkt10 Sep 202100:12:49
Konfliktherde wie in KASCHMIR, im ERWEITERTEN NAHEN OSTEN und im KOSOVO schwelen ungelöst über Jahre oder Jahrzehnte dahin. Bei jeder neuen Krise in der Welt, auch wenn diese an ganz anderer Stelle auftritt, flammen sie auf. U.S.-Botschafter (ret.) Richard C. Holbrooke war einer der Chef-Verhandler auf dem Balkan. Die Kunst Frieden zu machen, die sein Beruf ist, sagt er, wird täglich schwieriger. Begegnung mit Richard C. Holbrooke. Erstausstrahlung am 09.05.2004
Ein politischer Vulkanforscher10 Sep 202100:22:33
In der Weltpolitik geht es um Gleichgewichte. Regelmäßig werden sie gestört durch politische Eruptionen. Meist ereignen sich diese dort, wo man sie lange Zeit nicht erwartete. Liegen die wichtigsten Krisen in Nordafrika, am Nordmeer, in Ostasien oder im Nahen Osten? Kommt es überhaupt auf die Wichtigkeit oder nicht vielmehr auf das Netz dieser Krisen an? David, Ignatius ist Mitherausgeber und Redakteur der WASHINGTON POST. Er ist es seit 30 Jahren gewöhnt, selber in die Krisengebiete zu reisen. Er berichtet über das, was er wirklich gesehen hat. Erstausstrahlung am 06.05.2013
Gewalt wird zur ersten Option10 Sep 202100:23:04
In 6.000 Jahren der landwirtschaftlichen Revolution, die die modernen Menschen hervorgebracht hat, haben sich Gewalt und Grausamkeit als finale Mittel des sozialen Handelns erwiesen, sobald es ums eigene Überleben geht. Diese Erfahrungstatsache erhält aktuelles Gewicht durch die Klimaveränderung in der Welt, die nicht die Starken und die Verursacher, sondern die Schwachen, welche die Klimakatastrophe nicht ausgelöst haben, trifft. In seinem Buch KLIMAKRIEGE hat der Sozialpsychologe Prof. Dr. Harald Welzer die besonders Gewalt-offenen Räume unseres Planeten (z.B. Darfur im Sudan) untersucht. An den Anfang seines Buches stellt er ein Menetekel: die katastrophale Geschichte der Osterinsel im Pazifik. Zwölf Clans bewohnten diese Insel, bevor sie von westlichen Seefahrern entdeckt wurde. Im Kampf gegeneinander und mit der Natur errichteten sie imponierende Monumente, die sie den Göttern weihten, ähnlich wie in Europa Kathedralen gebaut wurden. In diesen religiösen Rüstungsbauten, aber auch im aggressiven Wettbewerb und Kampf miteinander plünderten und entholzten sie die Insel, bis sie bis auf wenige ausstarben. Dies, sagt Harald Welzer, kann auch das Schicksal der Menschheit werden, wenn nicht andere Optionen an die der Gewalt treten. Der Satz "Das Fleisch Deiner Mutter hängt zwischen meinen Zähnen" gehört zur Ausdrucksweise im aggressiven Kampf der Clans auf der Osterinsel. Erstausstrahlung am 06.04.2009
Flucht auf die harte Tour10 Sep 202100:43:22
Wolfgang Bauer, Reporter der ZEIT, erforschte die Praxis von Schleuserbanden im Mittelmeer, indem er sich mit einem Gefährten undercover an einer Flucht beteiligte. Am eigenen Leib lernte er die Praktiken und vor allem die Kämpfe rivalisierender Schlepperbanden kennen, die einander die lukrative Beute, die Flüchtlingsgruppen, entführen, gegen einen Aufpreis zurückgeben, und so ihre Rendite erhöhen. Der Preiskampf findet die ganze Zeit über statt und kann auch zum Scheitern der Fruchtschiffe führen. Es gibt wenig Augenzeugenberichte deutscher Journalisten, direkt aus dem Fluchtgeschehen. Erst durch das Augenzeugnis wird die "harte Tour" deutlich, aus der die Flucht besteht. Am Tag, an dem wir mit Wolfgang Bauer sprechen, reist er bereits zu einem neuen Einsatz in Nigeria. Dort geht es um den Terror der Boko Haram im Nordosten des Landes. Nach den Beobachtungen Wolfgang Bauers ist dieser Terror nicht nur islamisch begründet, sondern besitzt ältere stammesgeschichtliche Gründe. Im 10. Jahrhundert gab es in dem Gebiet, auf dem heute Terror herrscht, blühende Königreiche, die mit denen der Ottonen und dem Reich Barbarossas in Europa gleichzeitig existierten. Wolfgang Bauer berichtet. Erstausstrahlung am 23.03.2016
Wie das 20. Jahrhundert entgleiste!10 Sep 202101:04:22
Im Jahr 2014 jährt sich der Kriegsausbruch des 1. Weltkriegs zum 100. Mal. In der Zeit vor diesem Krieg erlebten Europa und die USA eine erste Globalisierung. Kunst, Zivilisation (außer für die Kolonien), Transportwege und Industrien blühten. Der August 1914 brachte dann einen krassen Zivilisationsbruch, den niemand erwartet hatte. Man sagt: Damals gingen in Europa die Lichter aus. Sie wurden eigentlich nie wieder in der alten Art angezündet. Nach der Beobachtung namhafter Historiker kamen die Waffen tatsächlich erst nach 31 Jahren, im Jahre 1945, wirklich zur Ruhe. Die zivilisatorischen Folgekosten des Kriegs - bis hin zu Auschwitz - waren noch schlimmer als der Krieg selbst. Es ist deshalb wichtig, sich zu erinnern: DER ERSTE WELTKRIEG BRACHTE DAS 20. JAHRHUNDERT ZUR ENTGLEISUNG. Was gibt uns heute die Sicherheit, dass unser 21. Jahrhundert nicht entgleisen kann? Da aus dem 1. Weltkrieg nichts Wirkliches gelernt wurde, bleibt sein Erfahrungsgehalt und seine Probleme bis heute aktuell. Wie es Ernst Jünger formuliert: "Wer die Massaker nicht erinnert, pflegt sie." Eine 90-Minuten-Sendung in 15 Abschnitten. Mit u.a. Jörg Friedrich (Publizist und Historiker), Sönke Neitzel (Zeitgeschichte), Markus Pöhlmann (Militärhistoriker), John C.D. Roehl (Autor und Historiker), Bernhard R. Kroener (Militärhistoriker). Mit Musik von Gustav & Band, Kraud'n Sepp, Pierre Boulez, Bernd Alois Zimmermann (DIE SOLDATEN). Erstausstrahlung am 07.03.2010
Eskalationsfalle Iran10 Sep 202100:14:04
Es wurde versäumt, durch internationale Garantien für die Sicherheit des Iran dieses Land rechtzeitig von dessen Plänen zur Atomrüstung abzubringen. Inzwischen haben die Haltung und die persönlichen Äußerungen des iranischen Präsidenten die Verständigung mit der übrigen Welt schwergemacht. Auf der anderen Seite ist es schwierig, sich vorzustellen, dass die militärischen Drohungen des Westens ausführbar sein sollen. Es entsteht eine klassische ESKALATIONSFALLE. Je stärker gedroht wird, desto unwahrscheinlicher wird die Ausführung der Drohungen und je unwirklicher die Drohungen werden, desto mehr muss man sie verstärken. Vizeadmiral a.D. Ulrich Weisser, ehemaliger Planungschef der Bundeswehr, berichtet. Erstausstrahlung am 02.04.2006
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