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Explorez tous les épisodes du podcast Was liest du gerade?
Plongez dans la liste complète des épisodes de Was liest du gerade?. Chaque épisode est catalogué accompagné de descriptions détaillées, ce qui facilite la recherche et l'exploration de sujets spécifiques. Suivez tous les épisodes de votre podcast préféré et ne manquez aucun contenu pertinent.
| Titre | Date | Durée | |
|---|---|---|---|
| Welche Bücher Elke Heidenreich empfiehlt (live von der Buchmesse) | 10 Oct 2026 | 00:42:10 | |
An welche Bücher erinnern wir uns im Leben, welche haben uns bei
wichtigen Entscheidungen geholfen und vor welchen sollten wir uns hüten?
Die Schriftstellerin und Literaturkritikerin Elke Heidenreich hat ein
Buch über die wichtigsten Lektüren ihres Lebens geschrieben. In der
neuen Folge von »Was liest du gerade?« sprechen wir mit ihr auf der
Frankfurter Buchmesse und erfahren, weshalb Gottfried Benn sie schon als
Mädchen begeisterte. Warum Simone de Beauvoir ihr gelehrt hat, dass eine
feste Bindung und Freiheit in Beziehungen sich nicht ausschließen
müssen. Und Ruth Klüger, dass Unversöhnlichkeit wichtig sein kann.
Bücher:
- Elke Heidenreich: »Ach, eine Fanfare!«. Liebesbekenntnisse zu
Schriftstellern. Hanser Verlag, 2026, 256 Seiten, 26 Euro.
- Gottfried Benn: Gedichte. Reclam Verlag, 2020, 174 Seiten, 7 Euro.
- Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht, Rowohlt Taschenbuch
Verlag, 2000, 944 Seiten, 18 Euro.
- Ruth Klüger: weiter leben. Eine Jugend. dtv, 1994, 288 Seiten, 13
Euro.
Das Team von »Was liest du gerade?« erreichen Sie unter buecher@zeit.de
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| Führt zu viel Fitness zum Faschismus? | 03 Oct 2026 | 00:57:48 | |
Die Frankfurter Buchmesse steht bevor – und die Oktober-Sachbuchfolge
von »Was liest Du gerade?« widmet sich viel diskutierten
Neuerscheinungen dieses Bücherherbstes. Maja Beckers und Alexander
Cammann sprechen über das neue Buch der amerikanischen Starhistorikerin
Jill Lepore, die auch in Frankfurt auftreten wird. Ihr Buch »Die
Regierung der Maschinen« erzählt die brandaktuelle Geschichte einer ganz
besonderen Idee, der technischen Steuerung der menschlichen Gesellschaft
seit 200 Jahren – nicht erst seit KI mit Chancen, Risiken und
Nebenwirkungen, viel Science-Fiction, verrückten Plänen und präzisen
Prophezeiungen. Man lernt: Die kalifornischen Tech-Bros hatten ihre
Vorgänger – und der Großvater Elon Musk kommt auch vor. Und: Die
Menschen haben durchaus noch Chancen, die Herrschaft der KI zu
verhindern.
Gefahren drohen momentan nicht nur von der Technik, sondern auch von den
Körpern: Die österreichische Sozialwissenschaftlerin Julia Ebner
präsentiert in ihrem Buch »Von Fitness zu Faschismus«, wie rechtsextreme
Männlichkeit nach wie vor auf Kampf und Muskeln setzt. Sie ist
eingetaucht in geheime Kampfsport-Szenen und Neonazi-Gruppen, schleust
sich undercover ein in Chatgruppen der Manosphere: Hier wird sich fit
gemacht gegen Demokratie und Feminismus – und der männliche Körper soll
zur Waffe werden.
Der Klassiker stammt diesmal von einem französischen Meisterdenker, der
am 15. Oktober 100 Jahre alt geworden wäre: Michel Foucault. Seine
Forschungen kreisten um Macht, Disziplinierung und Sexualität – und wie
das alles in der Moderne zusammenhängt. Aus seinem Nachlass ist das
Manuskript »Die Hermaphroditen« aufgetaucht und wir sehen, wie Foucault
in den 1970er-Jahren viele heutige Fragen über Identität und Sexualität
vorwegnahm – und ganz anders beantwortete.
Als Geheimtipp gibt es diesmal die packenden Memoiren der amerikanischen
Punk-Ikone Kathleen Hanna, die in »Rebel Girl« offenherzig aus ihrem
wilden Leben erzählt, sowie das originelle Neapel-Buch von Dieter
Richter, der die morbide italienische Metropole in 13 berühmten
Todesfällen porträtiert.
Das Team von »Was liest du gerade?« erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Jill Lepore: Die Regierung der Maschinen. Aufstieg und Fall des
Künstlichen Staates, C.H. Beck, 380 Seiten, 29,90 Euro
- Julia Ebner: Von Fitness zu Faschismus. Gefahren extremer
Männlichkeit, Aus dem Engl. von Daniel Beskos u.a., Suhrkamp, 296
Seiten, 22 Euro
- Michel Foucault: Die Hermaphroditen. Aus dem Französischen von
Andrea Hemminger, Suhrkamp, 154 Seiten, 26,90 Euro
- Kathleen Hanna: Rebel Girl. Mein Leben als Punk und Feministin,
Übersetzt von Nina Lieke, Kunstmann, 352 Seiten, 26 Euro
- Dieter Richter: Neapel sehen und sterben. Eine Geschichte in 13
Todesfällen, Wagenbach, 154 Seiten, 24 Euro
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| »Das Leben der M«: Hat Natalie Portman keine Seele? | 19 Sep 2026 | 00:39:04 | |
Am neuen Roman Das Leben der M von Rachel Cusk hat sich ein Streit über
die Grenzen der literarischen Freiheit entzündet. Denn die britische
Star-Autorin porträtiert eine Schauspielerin namens »M«, die stark an
Natalie Portman erinnert – und in dem Buch gar nicht gut wegkommt. Sie
habe kein authentisches Ich, heißt es. Das ist ein heftiger Angriff.
Aber stimmt er vielleicht?
Clemens J. Setz ist der Spezialist für die Einsamkeit im digitalen
Zeitalter. In den 19 Erzählungen seines neuen Erzählbandes Mein Leben
als Noiseband gibt es wieder viele Figuren, die reichlich entrückt und
ziemlich weird sind. Meist ist man hier in den dunkelsten Ecken des
Netzes unterwegs – und staunt, wie auch in dem neuen Buch des
Büchner-Preisträgers wieder aus den traurigsten und nerdigsten
Schicksalen grandiose Literatur entsteht.
Unser Klassiker ist die Erzählung Die Nase des genialen russischen
Autors des grotesken Humors Nikolai Gogol.
Bücher:
- Rachel Cusk: Das Leben der M. Aus dem Englischen von Eva Bonné.
Suhrkamp Verlag, 175 Seiten, 25 Euro
- Clemens J. Setz: Mein Leben als Noiseband. Suhrkamp Verlag, 383
Seiten, 26 Euro
- Nikolai Gogol: Der Mantel. Die Nase. Aus dem Russischen von Eberhard
Reissner. Reclam Verlag, 91 Seiten, 4,80 Euro
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| Mieten wir uns zu Tode? | 05 Sep 2026 | 00:45:30 | |
Wohnen ist zur Schicksalsfrage geworden und zu einer der größten
gesellschaftlichen Krisen, sagen Rolf Heinze und Sebastian Kurtenbach,
zwei renommierte Forscher in Sachen Stadtentwicklung, Wohnungswesen und
Immobilienwirtschaft. In dieser Folge diskutieren Maja Beckers und
Alexander Cammann über ihr Buch Die Wohnkrise. Wie sie Demokratie und
Zusammenhalt bedroht. Es geht um die wahren Ursachen der Wohnungskrise,
ihre vielfältigen Folgen und was die beiden Wissenschaftler zu ihrer
Lösung vorschlagen.
Außerdem sprechen die beiden über eines der meistdiskutierten Sachbücher
in diesem frühen Herbst: den Bestseller Deutschland 2033. Ein Szenario.
Der Journalist Justus Bender entwirft hier eine fiktive Zukunft, 2033,
in der die AfD in Deutschland an die Macht kommt. Wie krempelt sie das
Land um und was würde eine Kanzlerin Weidel bedeuten für Klima, Kultur
und Pressefreiheit? Ein Buch für alle, die sich fragen, ob man die AfD
mal machen lassen sollte, um sich selbst zu entzaubern. Spoiler: Nein.
Der Klassiker ist diesmal eine Premiere. Es ist nämlich zum ersten Mal
ein religiöser Text: Franz von Assisis Sonnengesang. Mit welchen
kirchlichen Konventionen brach dieser Text und warum ist er bis heute so
beliebt – in Form des absoluten Kirchenhits Laudato si oder
Pop-Referenzen von Donovan bis Mickie Krause.
Zum Schluss geben unsere Hosts wieder eine persönliche Empfehlung mit.
Maja Beckers empfiehlt allen, die diesen Sommer oder irgendwann einmal
durch Ruinen gelaufen sind, dieses Buch des Althistorikers Martin
Zimmermann: Versunkene Welten. Ruinenstädte in der Antike von Troja bis
Pompeji. Es erzählt davon, wie man früher in diesen Ruinen lebte, als
sie schon Ruinen waren, aber es noch keine neuzeitlichen Bestrebungen
gab, sie zu erhalten und zu besichtigen.
Alexander Cammann empfiehlt das neue Buch der Tausendsasserin Judith
Schalansky: Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt gemacht ist. Es
versammelt drei überraschende Essays über das Leben und seine
Materialien.
Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Rolf G. Heinze / Sebastian Kurtenbach: Die Wohnkrise. Wie sie
Demokratie und Zusammenhalt bedroht, Kiepenheuer & Witsch, 272
Seiten, 24 Euro
- Justus Bender: Deutschland 2033. Ein Szenario, CH Beck, 284 Seiten,
20 Euro
- Franz von Assisi: Sonnengesang, u.a. in: Franziskus von Assisi:
Sämtliche Schriften, Reclam, 379 Seiten, 9,80 Euro
- Martin Zimmermann: Versunkene Welten. Ruinenstädte in der Antike von
Troja bis Pompeji, CH Beck, 544 Seiten, 39,90 Euro
- Judith Schalansky: Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt
gemacht ist, Suhrkamp, 176 Seiten, 24 Euro
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| Valeria Gordeev erzählt vom Wahnsinn in Russland | 22 Aug 2026 | 00:54:50 | |
Die neue Büchersaison verspricht ein fulminantes Comeback des großen
politischen Epochenromans in der deutschen Literatur. Wir sind
begeistert von Valeria Gordeev und ihrem aufsehenerregenden ersten Roman
Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle, der zwischen Moskau,
Kyjiw und Berlin ein atemberaubend komisches Gegenwartspanorama
entfaltet. Im Mittelpunkt stehen zwei Geschwister und ein
geheimnisvoller russischer Oligarch, der seine teuflischen Intrigen
spinnt. Lenins Leiche spielt dabei eine herausragende Rolle, die
Forschungen zur endgültigen Abschaffung des Todes, aber auch Putin, der
durch einen zwölfjährigen Varietékünstler ersetzt wird. Virtuos setzt
die Autorin die russische Literaturgeschichte des Absurden auf ihre
besondere Weise fort und parodiert dabei mit schwarzem Humor den
transhumanistischen Machbarkeitswahn unserer Gegenwart.
Außerdem sprechen wir über den neuen Roman von Shida Bazyar Die Lücken.
Der Romanheld ist ein fiktives Dorf im Hunsrück – Heimesbach. Die
Autorin lässt ihre migrantische Erzählerin tief in die Köpfe der noch
lebenden und schon verstorbenen Heimesbacher Bürgerinnen und Bürger
hineinsehen. So ergibt sich ebenfalls ein großes Zeitpanorama, das fast
hundert Jahre deutscher Geschichte umfasst und fragt: Was haben sich die
Heimesbacher dabei gedacht, als sie ihre jüdischen Mitbürger verfolgten,
Steine in ihre Häuser warfen und sie aus Heimesbach vertrieben? Und wie
gehen Migranten in Deutschland heute mit dieser viel zu lange
verdrängten Vergangenheit ihrer neuen Heimat um?
Unser Klassiker ist die Erzählung Ein schlichtes Herz von Gustave
Flaubert, deren unsentimentale Zärtlichkeit für die ungebildete, arme
Dienstmagd Félicité noch immer ergreifend ist.
Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle, S.
Fischer Verlag, 640 Seiten, 26,- Euro, erscheint am 26. August
Shida Bazyar: Die Lücken, Verlag Kiepenheuer & Witsch, 512 Seiten, 25,-
Euro, erscheint am 3. September
Gustave Flaubert: Ein schlichtes Herz, in: Drei Erzählungen, übersetzt
von Elisabeth Edl, Hanser Verlag, 320 Seiten, 28,- Euro
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| Gesellschaft der Klimaanlagen | 08 Aug 2026 | 00:48:26 | |
Kühlschränke und Klimaanlagen haben das moderne Leben geformt: Wie wir
wohnen, wie wir arbeiten, was wir essen und welche Krankheiten wir
heilen können. Heute hängt die Moderne am Tropf der künstlichen Kälte
und das hochaktuelle Sachbuch »Kühle neue Welt« von Jan Eike Dunkhase
geht der Frage nach, wie es dazu kam und was das für die Zukunft
bedeutet. Befinden wir uns in einem Teufelskreis der Frische? fragen
sich Maja Beckers und Alexander Cammann in dieser Folge.
Außerdem sprechen sie über Sarah Diehls zauberhafte Beschreibungen der
Unterwasserwelt in ihrem Buch »Ins tiefe Blau«. Was lernt man beim
Tauchen über das Leben? Wie zieht man sein Bein aus dem Maul eines Hais?
Und warum sind die Vorfahren der Wale eigentlich vom Land zurück ins
Wasser gegangen? Diehl verwebt so geschickt Naturwissenschaft und
Kulturgeschichte mit ihren Erlebnisberichten, dass man gar nicht merkt,
wie viel man lernt und sofort lostauchen möchte.
Oder braucht man eigentlich etwas ganz anderes zum Denken, nämlich die
Großstadt? So in der Art behauptet es der Klassiker, den die beiden in
dieser Folge besprechen: »Die Großstädte und das Geistesleben«. Der
Berliner Philosoph Georg Simmel schrieb den legendären Aufsatz im Jahr
1903 und legte damit den Grundstein für die moderne Stadtsoziologie. Was
macht den Großstädter aus? Warum ist er eigentlich so blasiert? Nervt er
oder nervt die Stadt ihn? Maja Beckers und Alexander Cammann sprechen
darüber, wie aktuell die Thesen heute sind und warum es einer von ihnen
in Berlin so gut und der andere so gar nicht aushält.
Zum Schluss geben die beiden noch ihren persönlichen Geheimtipp.
Alexander Cammann empfiehlt das Büchlein »Der Bleistift« von Hanns
Zischler und Maja Beckers empfiehlt »Köln«, ein Stadtporträt aus vielen
Texten des Kölner Schriftstellers Navid Kermani.
Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
Jan Eike Dunkhase: Kühle neue Welt. Wie Kühlschrank, Klimaanlage und
künstliche Kälte unser Leben und das Klima verändern, Reclam, 288
Seiten, 26 Euro
Sarah Diehl: Ins tiefe Blau. Was ich unter Wasser lernte. Gutkind, 288
Seiten, 25 Euro
Georg Simmel: Die Großstädte und das Geistesleben, Suhrkamp, 37 Seiten,
11 Euro
Navid Kermani: Köln. E Jeföhl, C.H. Beck, 175 Seiten, 23 Euro
Hanns Zischler: Der Bleistift, Residenz, 64 Seiten, 15 Euro
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| Heinz Strunk und die Ehekrise | 25 Jul 2026 | 00:42:50 | |
Eine Beziehung am Ende ihrer Laufzeit und eine gemeinsame Reise nach
Heidelberg. Auf den ersten Blick: keine gute Kombination. Der
Schriftsteller, Musiker, Moderator und Songwriter Heinz Strunk
porträtiert in seinem neuen Roman Memories of Heidelberg ein Paar
mittleren Alters mit großem Sinn für die Komik und Tragik des Lebens.
Wieso gehen Bertram und Isolde jeden Abend in dasselbe Restaurantschiff
auf dem Neckar? Warum werden sie dort so mies behandelt? Schweißt sie
der Schrecken, den sie dort erleben, wieder zusammen? In jedem Fall: ein
herrlicher, burlesker Sommerroman.
Michael Köhlmeier erzählt zum ersten Mal ausführlich über seine Kindheit
und Jugend. Sein großer Roman Mein privates Glück, der im August
erscheinen wird, handelt vom Aufwachsen in Coburg. Der kleine Junge lebt
hier mit seiner Schwester bei der Großmutter, da seine Mutter schwer
erkrankt war. Köhlmeier gelingt es meisterhaft, seine individuelle
Geschichte mit der trauma- und schuldbehafteten Nachkriegszeit zu
verbinden.
In unserem Klassiker beschäftigen wir uns mit der kleinen, aber sehr
spannungsreichen Erzählung Das dicke Kind von Marie Luise Kaschnitz.
Auch hier wird persönliche Erfahrung in Literatur verwandelt.
Bei Was liest du gerade? diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski
zwei neue Romane, die nicht in den großen Metropolen Deutschlands
spielen – sondern in Heidelberg und Coburg.
Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Heinz Strunk: Memories of Heidelberg. Roman. Rowohlt Verlag,
Hamburg 2026. 176 Seiten, 23,00 EUR
- Michael Köhlmeier: Mein privates Glück. Roman. Hanser Verlag,
München 2026. 320 Seiten, 26,80 EUR. Erscheint am 18.08.2026
- Marie Luise Kaschnitz: Das dicke Kind und andere Erzählungen.
Suhrkamp Verlag, Berlin 2002. 250 Seiten, 11,40 EUR.
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| Wie viel Wagner steckt im Nationalsozialismus? | 11 Jul 2026 | 01:05:06 | |
Er ist der umstrittenste Komponist überhaupt – Richard Wagner, glühend
verehrt und heftig verabscheut. Und er hat eine braune Weste, obwohl die
Nazis erst 50 Jahre nach seinem Tod an die Macht kamen: Hitlers
Lieblingskomponist war er, und der »Führer« förderte die Bayreuther
Festspiele kräftig. Die feiern in diesem Sommer ihren 150. Geburtstag
mit Prominenz und Fans – und in der neuen Sachbuchfolge von »Was liest
du gerade?« diskutieren Maja Beckers und Alexander Cammann das kritische
Buch des Musikwissenschaftlers Anno Mungen über den Wagner-Kult in
Deutschland 1933 bis 1945. Wie hat das NS-Regime Wagners Opern genutzt –
und kann man ihn heute mit diesem Wissen noch unbefangen hören?
Sommerzeit ist Reisezeit: Die Schriftstellerin Felicitas Hoppe ist die
große Reisende unter den heutigen Erzählern. In dem schmalen Band
»Reisen« erklärt sie, wie sie seit Jahrzehnten in der Welt unterwegs
ist, obwohl sie eigentlich immer eine Stubenhockerin war. Wir erfahren,
wie sie die Welt auf einem Containerschiff umrundet hat und warum die
Erfahrungen beim Reisen wichtiger sind als das, was man dabei lernt. Ein
Buch für unterwegs, mit dem man aber auch perfekt zu Hause bleiben kann.
Dort befindet sich wahrscheinlich auch der perfekte Ort zum Lesen oder
Podcasthören, um den diesmal unser Klassiker kreist: die Couchecke. Über
dieses besondere Interiorstück, seine Entstehung und gesellschaftliche
Bedeutung hat der Kunsthistoriker Martin Warnke 1979 einen klugen und
amüsanten Essay geschrieben. Maja Beckers und Alexander Cammann fragen
sich, ob man heute immer noch eine Couchecke in seinem Wohnzimmer haben
muss.
Als Geheimtipp haben sie diesmal ein Buch über Palmen und die deutsche
Künstlerkolonie Olevano bei Rom mitgebracht.
Kommen Sie gut durch den Sommer – natürlich mit guten Sachbüchern!
Das Team von »Was liest du gerade?« erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturhinweise:
- Anno Mungen: »Von Bayreuth nach Auschwitz«, Westend, 381 Seiten, 32
Euro
- Felicitas Hoppe: »Reisen«, Hanser Berlin, 128 Seiten, 20 Euro
- Martin Warnke: »Zur Situation der Couchecke«, in: »Warburgs
Schnecke«. Kulturwissenschaftliche Skizzen, Wallstein, S. 96–106
- Jutta Person: »Palmen«, Matthes & Seitz, 152 Seiten, 22 Euro
- Golo Maurer: »Olevano. Als ein paar romantische Aussteiger in
Italien die deutsche Kunst erfanden«, C. H. Beck, 384 Seiten, 29,90
Euro
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| Liebe in Zeiten des Krieges | 27 Jun 2026 | 00:47:54 | |
Bei Was liest du gerade? diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski
zwei ganz neue Romane, die beide viel über die Liebe in unserer
Gegenwart erzählen – Alles Liebe von Ronja von Rönne und Trost von
Angelika Klüssendorf.
Ronja von Rönne erzählt von Menschen, die über ihren ganz persönlichen
Abgrund balancieren, schwere Krebserkrankungen ihrer nächsten Freunde
und Verwandten aushalten müssen und darüber aus der Bahn kippen. Oder
plötzlich feststellen, dass sie einander nicht mehr lieben, als gerade
ein Kind unterwegs ist. Obwohl es sich auf den ersten Blick um
Erzählungen handelt, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben,
ergibt sich am Schluss ein interessanter Zusammenhang. Die Erzählerin
aus der ersten Geschichte taucht in der letzten Geschichte als
Lokalreporterin wieder auf und verbindet alles. Wir fragen uns, geht
diese ungewöhnliche Konstruktion auf? Und passt der schwarze Humor der
Autorin zu dem schicksalsschweren Thema?
Angelika Klüssendorfs Roman Trost spielt 2022, dem ersten Jahr des
russischen Angriffskriegs, in Berlin und im Berliner Umland. Es sind
düstere und schicksalsschwere Tage, die man an der Seite einer
weitverzweigten Patchworkfamilie durchlebt. Leider verschwindet die
Hauptheldin schon nach wenigen Seiten nach einem Wespenstich auf einer
Intensivstation und der Rest ihrer bunt zusammengewürfelten Familie
kreist um diese schmerzende Leerstelle wie um eine untergegangene Sonne.
Wir diskutieren: Ist dies ein eindrückliches, großes
Gesellschaftspanorama aus dem ersten Berliner Kriegsjahr? Oder eher ein
heiter-makabres Nebenwerk einer bedeutenden Autorin?
Unser Klassiker ist einer der berühmtesten Kurzromane der Weltliteratur:
Ernest Hemingways Der alte Mann und das Meer. Die tragischen Tage
alleine auf hoher See, die hier erzählt werden, erinnern an das
besondere Verhältnis des Menschen zu allen Meeresbewohnern. Ein alter
Fischer, der ewig nichts gefangen hat, will es noch einmal wissen und
fährt weit hinaus. Der große Fisch, den er dann an der Angel hat,
liefert sich mit dem Alten einen erbitterten Zweikampf – aus dem fast
eine ergreifende Liebesgeschichte wird. Eine eiskalte Empfehlung für den
Strandkorb!
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Literaturhinweise:
Ronja von Rönne: Alles Liebe, dtv, 240 Seiten, 23 Euro (erscheint am 2.
Juli)
Angelika Klüssendorf: Trost, 208 Seiten, 24 Euro (erscheint am 3. Juli)
Ernest Hemingway: Der alte Mann und das Meer, diverse
Taschenbuchausgaben
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| Mit Annette Dittert durch den Sommer | 13 Jun 2026 | 01:02:42 | |
Warum ist das englische Königshaus mehr als bunter Boulevard, warum ist
Armut in Großbritannien so unsichtbar und wie lebt es sich eigentlich
auf einem Hausboot in London? Annette Dittert hat nach fast 20 Jahren
als Korrespondentin bei der ARD gekündigt und ein Buch geschrieben, mit
dem sie sich auf die Suche nach der Seele Großbritanniens begibt. Dear
Britain. Auf der Suche nach der Seele Großbritanniens wurde sofort zum
Nummer-1-Bestseller und zur ersten Sachbuchempfehlung für den Sommer von
Maja Beckers und Alexander Cammann in dieser Folge. Ein persönliches,
unterhaltsames und selbst für Kenner noch lehrreiches Portrait dieses
wunderbaren, bisweilen skurrilen Landes.
Als Zweites empfehlen die beiden einen herausragenden
Nature-Writing-Titel: Die dänische Journalistin Lea Koorsgaard hat sich
vorgenommen, in einem Jahr alle Schmetterlingsarten Dänemarks zu sehen.
Das Jahr der Schmetterlinge, eine Erkundung dieser zarten Tiere,
Dänemarks und seiner Natur und eigentlich des Lebens an sich.
Und falls Sie nach Paris fahren, jemals dort waren oder irgendwann
hinwollen, sollte Ruth Zylbermans Rue Saint Maur 209 in ihren Koffer,
eine außergewöhnliche und wunderbar geschriebene Recherche über die
Bewohner eines Pariser Wohnhauses von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis
heute. Einen besonderen Fokus legt Zylberman auf die Zeit des Zweiten
Weltkrieges, in der jüdische Bewohner von hier aus deportiert wurden und
zu der Nazi-Kollaborateure und Retter, die jüdische Kinder versteckten,
hier unter einem Dach lebten.
Der Klassiker, den man diesen Sommer wunderbar gut lesen kann, ist Die
Alpen des berühmten Alpenforschers Werner Bätzing. Er hat sein extrem
erfolgreiches Buch von 1984 komplett überarbeitet und mehrere Kapitel
neu geschrieben, unter anderem das über die Zukunft der Alpen.
Hochaktuell und unterhaltsam – nirgendwo lernt man mehr über Europas
größtes Hochgebirge.
Und zuletzt geben Maja Beckers und Alexander Cammann auch wieder eine
persönliche Empfehlung: Das ist diesmal Shakespeares Schwestern. Wie
Frauen die Renaissance schrieben von Ramie Targoff und Ein Sommer mit
Goethe von Gustav Seibt. Auch diese beiden sind perfekter
Ferienlesestoff.
Literaturhinweise:
Annette Dittert: Dear Britain. Auf der Suche nach der Seele
Großbritanniens, Dumont, 256 Seiten, 24 Euro
Lea Koorsgaard: Das Jahr der Schmetterlinge, übersetzt von Kerstin
Schöps, Ullstein, 336 Seiten, 22,99 Euro
Ruth Zylberman: Rue Saint-Maur 209. Ein Pariser Wohnhaus und seine
Geschichten, Schöffling, 480 Seiten, 21,99 Euro
Werner Bätzing: Die Alpen. Geschichte und Zukunft einer europäischen
Kulturlandschaft, C.H. Beck, 502 Seiten, 39,90
Gustav Seibt: Ein Sommer mit Goethe, C.H. Beck, 272 Seiten, 25 Euro
Ramie Targoff: Shakespeares Schwestern. Wie Frauen die Renaissance
schrieben, Insel, 431 Seiten, 28 Euro
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| 100 Jahre Ingeborg Bachmann: Vom Leben einer Frau in der Männergesellschaft | 30 May 2026 | 00:46:03 | |
In der berühmten Erzählung »Michael Kohlhaas« von Heinrich von Kleist
wird der brave Pferdehändler aus Brandenburg zu einem gefürchteten
Terroristen, der verzweifelt um sein Recht kämpft. Aber wer ist Michaela
Kohlhaas? Sie ist die Heldin im aktuellen Roman der Leipziger
Schriftstellerin Heike Geißler. Michaela Kohlhaas verlässt ihre
bürgerliche Existenz, zieht mit einem Planwagen durch Deutschland und
kämpft für mehr Gerechtigkeit auf der Welt. Wir diskutieren in unserem
ZEIT-Bücherpodcast: Ist das eine gelungene Aktualisierung von Kleist?
Oder etwas völlig anderes? Und was hat es mit dieser modernen
Systemsprengerin auf sich?
Am 25. Juni wäre Ingeborg Bachmann hundert Jahre alt geworden. Wir
fragen uns: Warum lieben wir sie noch immer so sehr? Was hat sie uns zu
sagen? Und wir sprechen über eine ihrer autobiografischen Erzählungen:
»Drei Wege zum See«. Die Erzählung erschien ein Jahr vor ihrem Tod und
enthält all ihre großen Lebensthemen. Wie lebt eine Frau in der
Männergesellschaft? Wie schwer lastet die Vergangenheit auf uns? Warum
fühlte Bachmann sich überall wie eine Fremde?
Die italienische Schriftstellerin Fleur Jaeggy, heute 85 Jahre alt, war
eine enge Freundin von Ingeborg Bachmann. In einem ergreifenden kleinen
Erinnerungsbuch erzählt sie von den letzten Tagen ihrer Freundin. Und
sie erhebt schwere Vorwürfe gegen Bachmanns österreichische Familie und
die deutschen Freundinnen. Wir diskutieren über Jaeggys These: Hätte
Ingeborg Bachmann nach dem schweren Brandunfall 1973 in ihrer Wohnung in
Rom noch gerettet werden können? Die Wucht dieses kleinen Buches zeigt –
Bachmann lässt noch immer niemanden kalt.
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Literaturhinweise:
- Heike Geißler. »Michaela Kohlhaas«. Suhrkamp Verlag. 253 Seiten,
24,– Euro
- Fleur Jaeggy. »Die letzten Tage von Ingeborg Bachmann«. Suhrkamp
Verlag. 44 Seiten. 16,– Euro
- Ingeborg Bachmann. »Drei Wege zum See«. In: »Simultan«. Piper
Verlag. 224 Seiten. 11,– Euro
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| Was Matthias Brandt heute von seinen Eltern lernt | 16 May 2026 | 00:52:22 | |
Es ist ein Ereignis: Der Schauspieler Matthias Brandt setzt sich in
seinem Bestseller erstmals intensiv und öffentlich mit seinen berühmten
Eltern Rut und Willy Brandt auseinander. Was hat ihr widerständiges
Leben uns gerade heute wieder zu sagen? Darüber diskutieren Maja Beckers
und Alexander Cammann in der aktuellen Sachbuchfolge von »Was liest Du
gerade?«. Die Brandts kämpften als Antifaschisten gegen den
Nationalsozialismus – und wurden später von den Deutschen geliebt,
verehrt und gehasst. Lange wollte ihr prominentes Kind aber seinen
eigenen Weg gehen, nicht als ewiger Sohn des Kanzlers. Angesichts der
Bedrohung für unsere Demokratie durch die AfD entdeckt Matthias Brandt
in diesem schmalen Band jedoch die Aktualität seiner Eltern, die unter
Lebensgefahr im Exil Mut bewiesen.
Narzisstisch sind meistens ja immer nur die anderen. Seit ein paar
Jahren ist die Diagnose populär, oft soll sie auch die Krise unserer
Gesellschaft erklären – und vor Narzissmus-Warnungen kann man sich kaum
retten. Aber Thomas Arnold und Thomas Fuchs sortieren jetzt in ihrem
Buch »Das unersättliche Selbst« die verschiedenen Phänomene, analysieren
Selfie-Kult und Social-Media-Sucht und zeigen, was Narzissmus mit
mangelndem Selbstwertgefühl und Fluchtimpulsen zu tun hat. Entgeht man
so dieser speziellen Ego-Falle?
Viel zu wenig bekannt ist die 2003 verstorbene französische Autorin
Monique Wittig, eine feministische Klassikerin, die seit 1976 in den USA
lebte. Warum sie heute wieder lesenswert ist, erkennt man an ihrem
originellen Essayband »Das straighte Denken«, der ihre wichtigsten Texte
vorstellt: Sie will die Geschlechterkategorien Frau und Mann gleich ganz
abschaffen und plädiert für ein lesbisches Leben, weil schon in der
Heterosexualität die Unterdrückung lauert.
Am Schluss wie immer die Geheimtipps unserer Hosts: Kia Vahlands Buch
»Tizian und Venedig«, ein schönes Porträt des berühmten
Renaissancemalers in seiner Lagunenstadt, und den von Julien Gupta
herausgegebenen Band »Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen« mit
klugen Essays prominenter Autoren zu einem Gefühl, das wir heute
dringend brauchen.
Das Team von Was liest Du gerade erreichen Sie unter buecher@zeit.de
Literaturhinweise:
- Thomas Arnold/Thomas Fuchs: Das unersättliche Selbst. Phänomenologie
des Narzissmus, Suhrkamp, 200 Seiten, 28 Euro
- Matthias Brandt: Nein sagen. Über den 20. Juli 1944, meine Eltern
und persönliche Verantwortung heute, Kiepenheuer & Witsch, 16 Euro,
128 Seiten
- Monique Wittig: Das straighte Denken, Merve, 144 Seiten, 15 Euro
- Kia Vahland: Tizian und Venedig, Insel, 117 Seiten, 16 Euro
- Julien Gupta (Hrsg.): Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen,
Oekom, 208 Seiten, 19 Euro
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| Seethaler, Tolstoi und die Leistungsturnerinnen | 02 May 2026 | 00:53:46 | |
Im neuen Roman des Bestsellerautors Robert Seethaler wird das Leben
einer gewöhnlichen Straße eingefangen. Welche Wünsche und Träume, welche
Abgründe und welches Glück lauern hinter den Fassaden? Und wie wehren
sich die Bewohner, als ein Immobilieninvestor sie zu verdrängen
versucht? Seethaler vermag es auch in seinem Roman »Die Straße«
meisterhaft, im Gewöhnlichen und Alltäglichen das Zauberhafte zu finden.
Außerdem sprechen Iris Radisch und Adam Soboczynski in der neuen Folge
des Literaturpodcasts »Was liest du gerade?« über ein grandioses
Romandebüt: Die Schriftstellerin Son Lewandowski zeigt in »Die Routinen«
das brutale Leben von jungen Leistungsturnerinnen, die brutalem
Missbrauch, seelischen und körperlichen Qualen ausgesetzt sind.
Unser Klassiker ist diesmal Leo Tolstois weltberühmte Erzählung »Der Tod
des Iwan Iljitsch«. Hier geht es ans Eingemachte, nämlich um den Sinn
des Lebens.
Literaturangaben:
- Robert Seethaler: »Die Straße«. Roman. Claassen Verlag, Berlin 2026.
232 S., 25,– €.
- Son Lewandowski. »Die Routinen«. Roman. Klett-Cotta Verlag,
Stuttgart 2026. 272 Seiten, 25,– €.
- Lew Tolstoi: »Der Tod des Iwan Iljitsch«. Erzählung. Reclam Verlag,
Stuttgart 2022. 104 Seiten, 10,– €.
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| Kürthy, Passmann und die Bauchnabel-Literatur | 18 Apr 2026 | 01:04:11 | |
Momentan ist es der Nummer-1-Sachbuch-Bestseller: Alt genug von Ildikó
von Kürthy, heftig kritisiert von Fernsehkritiker Denis Scheck – ebenso
wie Sophie Passmanns Bestseller Wie kann sie nur? Grund genug für Maja
Beckers und Alexander Cammann, in dieser Sachbuchfolge von Was liest du
gerade? über beide Bücher zu sprechen, über die gerade alle diskutieren:
Wie gut oder schlecht sind sie denn nun wirklich? Es geht um
Selbstbespiegelung und Selbstzweifel, um Social-Media-Scrollen im Bett,
um Geständnisbücher, Menopause vs. Midlife-Crisis, Erfolgsstrategien für
Bestseller und die Frage, ob Männer sich endlich stärker selbst
reflektieren sollten.
Der Klassiker ist dieses Mal eines der erfolgreichsten Sachbücher in
Deutschland aller Zeiten: Hape Kerkelings Ich bin dann mal weg wird nach
20 Jahren neu aufgelegt, mit einem aktuellen Vorwort des Autors.
Alexander Cammann und Maja Beckers sprechen darüber, wie dieses Buch das
Land verändert hat.
Am Schluss eine neue Rubrik bei Was liest Du gerade?: Unser Geheimtipp –
Maja Beckers und Alexander Cammann bringen künftig jeweils einen
besonderen Lesetipp mit, kurz und knackig präsentiert. Den Anfang machen
Messalina. Intrigen, Macht und Origien im antiken Rom von Honor
Cargill-Martin und Die Buchhandlung der Exilanten von Uwe Neumahr.
Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturhinweise:
Ildikó von Kürthy: »Alt genug«, Ullstein, 272 Seiten, 22,99 Euro
Sophie Passmann: »Wie kann sie nur?«, Kiepenheuer & Witsch, 240 Seiten,
23 Euro
Hape Kerkeling: »Ich bin dann mal weg. Meine Reise auf dem Jakobsweg«,
Piper, 368 Seiten, 14 Euro
Honor Cargill-Martin: »Messalina. Intrigen, Macht und Orgien im alten
Rom. Die wahre Geschichte der Skandalkaiserin«, übersetzt von Michael
Bischoff und Ulrike Bischoff, C.H. Beck, 459 Seiten, 34 Euro
Uwe Neumahr: »Die Buchhandlung der Exilanten. Paris 1940, Zuflucht und
Widerstand«, 320 Seiten, 26 Euro
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| Siri Hustvedt erinnert an Paul Auster – und in "Die Riesinnen" betört der Schwarzwald | 04 Apr 2026 | 00:50:46 | |
Die Schriftstellerin Hannah Häffner hat mit "Die Riesinnen" einen
modernen Heimatroman geschrieben. Warum ist er so erfolgreich? Ist es
der Schwarzwald, der hier alle betört? Oder fasziniert uns das Schicksal
von drei Frauen aus drei Generationen, die sich in einem Dorf gegen die
Männerwelt behaupten müssen? Und: Suchen wir nicht im Moment alle nach
einem schönen Rückzugsort in einer verrückt gewordenen Welt? Eines ist
sicher: "Die Riesinnen" begeistern gerade viele Leserinnen, und Leser
auch.
Die Schriftstellerin Siri Hustvedt erinnert in "Ghost Stories" an ihr
Leben mit dem Schriftsteller Paul Auster, der vor zwei Jahren nach
schwerer Krankheit verstarb. Wie umgehen mit dem Verlust? Wie lebt
jemand in einem weiter, der nicht mehr da ist? Wie erinnern wir uns
später an die erste Liebe und an gemeinsames Leid?
Unser Klassiker ist in dieser Podcastfolge Wolfgang Herrndorfs noch
heute viel gelesener Roman "Tschick".
Literaturangaben:
- Hannah Häffner: Die Riesinnen. Roman. Penguin Verlag. 416 Seiten.
- Siri Hustvedt: Ghost Stories. Ein Buch der Erinnerung. Rowohlt Verlag.
400 Seiten.
- Wolfgang Herrndorf: Tschick. Roman. Rowohlt Taschenbuch Verlag. 256
Seiten.
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| Wenn Taylor Swift Habermas liest | 21 Mar 2026 | 01:04:14 | |
Wie viel Literatur steckt in Taylors Lyrics? Die Harvard-Professorin
Stephanie Burt hat sie untersucht und ein wunderbares Buch über Kunst
und Leben bei Taylor Swift geschrieben: "Taylor‘s Version". Warum macht
sie genau das Gegenteil von dem, was man Songschreibern rät, was hat sie
mit Dichtern wie Horaz zu tun und wie hat sie quasi im Alleingang die
Popkultur umgekrempelt? Maja Beckers und Alexander Cammann sprechen in
dieser Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?" darüber. Einer von
beiden outet sich dabei als Swiftie-Swiftie, als Fan der Swifties.
Außerdem streiten sie über das neue Buch des Philosophen Peter
Sloterdijk. Der schaut sich Trump, Putin, Modi und die anderen 'starken
Männer' unserer Gegenwart an und fragt sich in "Der Fürst und seine
Erben": Wen nehmen sie sich zum Vorbild? Cäsar oder Napoleon? Und was
wird hier gespielt? Sloterdijk sieht vor allem einen modernen
Machiavelli am Werk, aus seiner Feder könnten die wilden Strategien
stammen, mit denen diese Männer mächtig wurden. Eine fulminante Analyse,
ein zukünftiger Klassiker oder zynisch-selbstverliebtes Geschwurbel?
Ein originelles Schlaglicht auf unsere Gegenwart wirft der Philosoph C.
Thi Nguyen mit seinem neuen Buch "Der Score". Ob Schrittzähler,
Klickzahlen oder Politikerrankings: Unsere Gesellschaft ist besessen von
Scores. Nguyen kann erklären, was Punktesysteme so attraktiv macht, wann
sie helfen und wann und wie wir uns davon lösen sollten.
Für das Gespräch über den Klassiker gibt es diesmal einen traurigen
Anlass: Am vergangenen Samstag ist der Philosoph Jürgen Habermas im
Alter von 96 Jahren verstorben. Maja Beckers und Alexander Cammann
erzählen sich gegenseitig ihre liebsten Habermas-Thesen, die
originellsten oder jene, die sie aufgeregt haben. Ein persönlicher Blick
auf den großen Denker.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Die Literaturangaben zur Folge finden Sie hier.
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| Im Osten viel Neues | 14 Mar 2026 | 00:57:29 | |
Die Schriftstellerin Judith Hermann begibt sich auf die Spurensuche nach
ihrem Großvater, der schon lange vor ihrer Geburt gestorben ist. Sie
fährt nach Radom in Polen, wo ihr Großvater als SS-Mann im Zweiten
Weltkrieg stationiert war. Trotz ihrer Recherchen in örtlichen Archiven
und Museen findet sie nicht heraus, auf welche Weise ihr Großvater an
den deutschen Verbrechen gegen die Juden von Radom beteiligt war. Der
Großvater bleibt eine wirkmächtige Leerstelle in ihrer
Familiengeschichte. Statt Antworten zu finden, stellt Judith Hermann
viele Fragen. Warum wurde in ihrer Familie so viel geschrien und
geschwiegen? Warum fehlen die Worte, um sich der Vergangenheit zu
nähern? Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester versucht die
Autorin, Licht in ein über Generationen reichendes Familien-Trauma zu
bringen. Wir fragen im Podcast: Ist das zu wenig? Weicht sie dem Thema
der deutschen Schuld damit aus?
Der Autor Lukas Rietzschel ist schon seit einigen Jahren ein gefeierter
Chronist der ostdeutschen Provinz. In seinem neuen Roman Sanditz folgt
er den Mitgliedern der Familie Wenzel durch fünf Jahrzehnte in kurzen
erzählerischen Szenen, angefangen bei Großmutter Erika, die friedlich
auf der Gartenbank vor ihrem Haus stirbt bis zu ihrem Enkel Tom, der in
ukrainischen Schützengräben gegen die Russen kämpft. Dazwischen liegen
die großen historischen Ereignisse, der Widerstand der DDR-Kirchen gegen
das System, die Wende, der Kampf um die Hinterlassenschaft der Stasi,
der Einfall der Westdeutschen in die ostdeutsche Kleinstadt und der
Lockdown. Wir diskutieren darüber: Gelingt es dem Autor, ostdeutsche
Geschichte in den kurzen Familienepisoden überzeugend zu erzählen?
Unser Klassiker ist in dieser Podcast-Folge ein neu aufgetauchtes
Notizheft des 1995 verstorbenen Dramatikers Heiner Müller aus dem Januar
1945. Der damals 15-Jährige notiert darin in erstaunlicher Frühreife
seine Überflieger-Gedanken über die Aufgabe europäischer Dichter und
Denker.
Unser Zitat des Monats stammt aus dem autobiografischen Buch Einsamsein
des Journalisten Daniel Haas.
Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Judith Hermann. Ich möchte zurückgehen in der Zeit. S. Fischer
Verlag. 160 Seiten. 23,- Euro.
- Lukas Rietzschel. Sanditz. dtv Verlag. 480 Seiten. 26,- Euro
- Heiner Müller. Zeitschrift Sinn und Form (1/2026)
- Daniel Haas. Einsamsein. Eine Befreiungsgeschichte. Goldmann Verlag,
221 S., 22,- Euro
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| Gisèle Pelicot will nicht nur Opfer sein | 21 Feb 2026 | 00:59:00 | |
In 22 Sprachen erscheinen jetzt die Memoiren von Gisèle Pelicot, in
langen Interviews ist die 73-jährige Französin überall präsent. In der
neuen Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?" sprechen Maja Beckers und
Alexander Cammann über ihr Buch "Eine Hymne an das Leben" und das
Schicksal dieser Frau. Seit dem Prozess in Avignon im Jahr 2024, in dem
ihr Ex-Mann und fast 50 weitere Täter wegen Vergewaltigung verurteilt
wurden, ist sie weltbekannt. Wie geht sie selbst mit ihrer Geschichte
um? Und was ist ihre eigene Botschaft für die geschockte Welt?
Alle reden über die neue, gefährliche Macht der Ultrareichen, nicht nur
in Trumps Amerika. Der junge französische Star-Ökonom Gabriel Zucman hat
in seinem Essay "Reichensteuer. Aber richtig!" eine Idee, wie man
riesige Vermögen belasten sollte, damit die Kluft zwischen Arm und Reich
in den westlichen Gesellschaften nicht noch stärker zur Bedrohung für
die Demokratie wird. Kann sie funktionieren?
Das Zitat des Monats liefert diesmal die Philosophin Miriam Metze mit
ihrem Buch "Unerwidert lieben". Erstaunlich, wie viele Denker sich seit
der Antike über diese traurigen Gefühle Gedanken gemacht haben – und wie
wenig Sachbücher es über unglückliche Liebe gibt.
In der Klassikerrubrik stellen wir Reportagen und Erzählungen des
Schriftstellers Jack London vor, die jetzt in dem Band "Das Erdbeben von
San Francisco" präsentiert werden: Er war 1906 als Augenzeuge dabei, als
dieses Ereignis San Francisco komplett zerstörte – eine mythische
Katastrophe des modernen Amerika, bis heute ein Menetekel für das
moderne Kalifornien.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Miriam Metze: "Unerwidert lieben". Eine philosophische Tröstung.
Mairisch, 256 Seiten, 24 Euro
- Gabriel Zucman: "Reichensteuer. Aber richtig!". Aus dem
Französischen von Ulrike Bischoff. Suhrkamp, 63 Seiten, 12 Euro
- Gisèle Pelicot: "Eine Hymne an das Leben. Die Scham muss die Seite
wechseln". Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky. Piper,
256 Seiten, 25 Euro
- Jack London: "Das Erdbeben von San Francisco. Geschichten aus der
Bay Area". Übersetzt von Alexander Kluy. Limbus, 96 Seiten, 15 Euro
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| Raus aus dem Dorf, rein in die Stadt | 07 Feb 2026 | 00:50:49 | |
Die Regisseurin und Schriftstellerin Lola Randl hatte vor einigen Jahren
Berlin den Rücken gekehrt und ist in die brandenburgische Provinz
gezogen. Im uckermärkischen Gerswalde bewirtschaftete die Künstlerin mit
ihrer Familie einen Garten und schuf einen bekannten Treffpunkt für
Wochenendausflügler. Gerswalde wurde zum Ort für Berliner Hipster und
Glückssucher aller Art, die in einem von Japanerinnen betriebenen
Restaurant zusammenfanden. In ihrem neuen Buch "Der lebende Beweis"
erzählt Lola Randl literarisch vom Scheitern dieses Lebensprojekts, vom
distanzierten Verhältnis zu den Einheimischen und brüchigen Beziehungen
– und von einem Aufbruch ins Ungewisse.
Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Michael Wildenhain hingegen
hat einen opulenten Großstadtroman vorgelegt und entführt uns in das
düstere West-Berlin Ende der Sechzigerjahre. Erzählt wird in "Das Ende
vom Lied" aus der Perspektive eines Jugendlichen. Der Vater war mit nur
einem Bein aus dem Krieg zurückgekehrt, die Mutter war aus dem Osten
geflüchtet. Und der Junge? Der wächst jetzt inmitten von Ruinen,
Straßengangs und dreckigen Kneipen auf. Wäre da nicht die Liebe … Und
wären da nicht so viele politische Ideale in der Luft, die leider
schnell ins Militante abdriften.
In unserem Klassiker sprechen wir über das Werk von Annemarie
Schwarzenbach. Die Freundin von Erika und Klaus Mann war eine
hinreißende Reisereporterin und hat in den Dreißigerjahren den Nahen
Osten bereist.
Unser Zitat des Monats kommt aus dem neuen Roman "Mein gelber Pullover"
von Ursula März.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Lola Randl: "Der lebende Beweis". Roman. Matthes & Seitz Verlag,
Berlin 2026, 188 Seiten, 22 EUR
- Michael Wildenhain: "Das Ende vom Lied". Roman. Klett-Cotta Verlag,
Stuttgart 2026, 416 Seiten, 26 EUR
- Annemarie Schwarzenbach: "Orientreisen. Reportagen aus der Fremde".
Ebersbach & Simon Verlag, 2017, 141 Seiten, 18 EUR
- Ursula März: "Mein gelber Pullover". Roman. Piper Verlag, 2026, 176
Seiten, 22 EUR
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| Weniger Regeln, mehr Action | 24 Jan 2026 | 01:05:57 | |
Mehr Freiraum, weniger Zwänge, sich nicht mehr ständig einengen lassen:
Wer träumt nicht davon? Ob und wie das klappen könnte, darüber sprechen
Maja Beckers und Alexander Cammann in der neuen Sachbuchfolge von "Was
liest du gerade?": Der Soziologe Hartmut Rosa hat über dieses Problem
sein neues, bereits viel diskutiertes Buch "Situation und Konstellation"
geschrieben. Wie können wir überhaupt noch selbstständig handeln, wenn
die Spielräume in der Gesellschaft immer kleiner werden?
Familiengeschichten boomen, gerade wenn es um die Verstrickung der Ahnen
in den Nationalsozialismus geht. Christina Strunck hat daraus ein
faszinierendes, erschütterndes Projekt gemacht: Minutiös zeichnet sie in
ihrem Buch "Die Aufsteiger" ein Gesellschaftsporträt am Beispiel der
Kleinstadt Sprendlingen in der Nazizeit – und rekonstruiert die dunklen
Flecken in einer ganz normalen deutschen Familie.
Das Zitat des Monats liefert diesmal Amanda Montell in ihrem Buch
"Cultish. Fanatische Sprache und woran wir sie erkennen": Bei der
Lektüre merkt man, wie wichtig Sprache für unsere Identität ist.
In der Klassikerrubrik stellen wir ein Buch vor, das schon 1963 glasklar
und stilistisch glänzend die Wirkungen rechten Denkens analysierte:
Fritz Sterns "Kulturpessimismus als politische Gefahr" über den Einfluss
reaktionärer Intellektueller in Deutschland lange vor 1933. Der 2016
verstorbene Historiker emigrierte 1938 nach Amerika – pünktlich zum 100.
Geburtstag des 2016 Verstorbenen wird jetzt sein leider brandaktuelles
Buch wieder aufgelegt.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Amanda Montell: "Cultish. Fanatische Sprache und woran wir sie
erkennen". Aus dem amerikanischen Englisch von Florian Kranz und
Andrea Schmittmann. HarperCollins, 350 Seiten, 25 Euro
- Christina Strunck: "Die Aufsteiger. Deutscher Mittelstand unter
Hitler: Eine Familiengeschichte". Rowohlt, 431 Seiten, 28 Euro
- Hartmut Rosa: "Situation und Konstellation. Vom Verschwinden des
Spielraums". Suhrkamp, 247 Seiten, 25 Euro
- Fritz Stern: "Kulturpessimismus als politische Gefahr. Eine Analyse
nationaler Ideologie in Deutschland". Aus dem Amerikanischen von
Alfred P. Zeller. Klett-Cotta, 496 Seiten, 25 Euro
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| Vom Morden und vom Lieben | 17 Jan 2026 | 00:43:59 | |
Der britische Booker Prize zählt zu den renommiertesten
Literaturauszeichnungen weltweit. Erhalten hat ihn vor Kurzem David
Szalay für seinen Roman "Flesh", der auf Deutsch unter dem Titel "Was
nicht gesagt werden kann" erschienen ist. Iris Radisch und Adam
Soboczynski sprechen in der neuen Folge des Bücherpodcasts "Was liest du
gerade?" über dieses hinreißende Werk. Es handelt von István, der mit
seiner Mutter in einer ungarischen Plattenbausiedlung aufwächst – und
auf verschlungenen Wegen in die höchsten Kreise Londons gerät. Gelingt
ihm der soziale Aufstieg? Was bedeutet es heute, männlich zu sein? Ist
er ein Mörder? Und wenn ja, trotzdem ein guter Mensch? Szalay führt uns
in die Abgründe menschlicher Existenz.
Was man auch über Bodo Kirchhoffs umfangreichen Liebesroman
"Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt" sagen kann: Terese reist
ihrem Mann nach Indien hinterher, um ihn mit seiner Geliebten zu
erwischen. Kann das gut gehen?
Unser Klassiker ist diesmal Herman Melvilles berühmte Erzählung
"Bartleby der Schreiber". Sie handelt vom großen Neinsager der
Literatur: Sich im Bürojob jeder Tätigkeit zu verweigern, wird hier zum
Lebensmotto der Moderne schlechthin.
Unser Zitat des Monats kommt aus dem Erzählungsband "Stories 2" der
amerikanischen Schriftstellerin Joy Williams.
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Literaturangaben:
- David Szalay: "Was nicht gesagt werden kann". Roman. A. d. Engl. v.
Henning Ahrens. Claassen Verlag, Berlin 2025, 384 Seiten, 25,00 EUR
- Bodo Kirchhoff: "Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt". Roman.
dtv, München 2026, 576 Seiten, 28,00 EUR
- Herman Melville: "Bartleby, der Schreiber". A. d. Engl. v. Jürgen
Krug. Insel Verlag, Berlin 2019, 88 Seiten, 14,00 EUR
- Joy Williams: "Stories 2". A.d. Engl. v. Julia Wolf. dtv, München
2025, 320 Seiten, 26,00 EUR
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| So war das Sachbuchjahr 2025 | 27 Dec 2025 | 00:49:22 | |
Das Jahr geht vorbei, Zeit für Bilanzen. Maja Beckers und Alexander
Cammann schauen in dieser letzten Sachbuch-Folge von Was liest Du
gerade? im Jahr 2025 auf Bücher, die für spezielle Trends stehen oder
große Themen des Jahres diskutieren. In der Rubrik „Der erste Satz“ geht
es um ein Zitat aus dem Buch der Journalistin Eva Thöne unter dem Titel
Weibliche Macht neu denken: Steckt im Kampf um Sichtbarkeit auch eine
Gefahr für den Feminismus?
Katja Gloger und Georg Mascolos Buch Das Versagen über die deutsche
Russlandpolitik steht seit Wochen auf den Bestsellerlisten. Ihre
investigative Recherche liefert auf der Basis zahlloser Dokumente und
Interviews mit Akteuren und Zeitzeugen einen schonungslosen Blick hinter
die Kulissen von Außen- und Wirtschaftspolitik vor dem russischen
Überfall auf die Ukraine.
Gesprächsbücher lagen in diesem Jahr im Trend: Die Politikerin Ricarda
Lang und der Soziologe Steffen Mau liefern in ihrem Buch Der große
Umbruch eines davon. Beide melden sich oft in den Medien zu Wort – wie
funktioniert ihr Langgespräch aus zwei ganz unterschiedlichen
Perspektiven über die Krisen unserer Gegenwart?
In der „Klassiker“-Rubrik erinnern wir an den TV-Moderator, Journalisten
und Buchliebhaber Roger Willemsen, der vor zehn Jahren gestorben ist:
Unter dem Titel Liegen Sie bequem? sind viele seiner Texte, Kolumnen und
Interviews in einem Sammelband erschienen, der um seine Begeisterung für
das Lesen und die Literatur kreist. So steigt garantiert die Vorfreude
auf das Lesejahr 2026!
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Literaturangaben:
- Eva Thöne: Weibliche Macht neu denken. Hanser Berlin, 240 Seiten, 24
Euro
- Katja Gloger/Georg Mascolo: Das Versagen. Eine investigative
Geschichte der deutschen Russlandpolitik. Ullstein, 496 Seiten,
26,99 Euro
- Ricarda Lang/Steffen Mau: Der große Umbruch. Ein Gespräch über
Krisen, Konflikte und Kompromisse. Ullstein, 400 Seiten, 24,99 Euro
- Roger Willemsen: Liegen Sie bequem? Von Lesen und von Büchern,
hrsg. v. Insa Wilke, S. Fischer, 448 Seiten, 28 Euro
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| Das Unheimliche wird alltäglich | 13 Dec 2025 | 00:39:55 | |
In der neuen Folge unseres Literaturpodcasts „Was liest du gerade?“
stellen Iris Radisch und Adam Soboczynski eine moderne Naturheilige
vor, die in Marion Poschmanns Verslegende „Die Winterschwimmerin“ den
ganzen Winter über in Seen und Flüssen badet und überhaupt eine
beeindruckende Großstadtnixe ist. Außerdem wollen wir wissen, was die
Geschichten in Samantha Schweblins Erzählungsband „Das gute Übel“ so
magisch und intensiv macht. Sind es die unheimlichen Tiere und die
überraschenden Todesfälle? Oder liegt es an der genial verrutschten
Perspektive, aus der die in Berlin lebende argentinische Autorin von den
verrücktesten Ereignissen erzählt?
In jeder Folge wird auch ein Klassiker der Weltliteratur vorgestellt:
Heute ist es der aktuell neu entdeckte Exilroman „Abschied von gestern“
von Lily Körber, der sehr authentisch von der Aufbruchsstimmung und der
Mentalität der europäischen Emigranten in New York während des Zweiten
Weltkriegs erzählt.
Unser Zitat des Monats kommt aus dem Roman der Pariser Journalistin
Adèle Van Reeth „Das gewöhnliche Leben“, der eine echte Entdeckung ist.
Außerdem: Geschenktipps zu Weihnachten.
- Marion Poschmann: Die Winterschwimmerin. Suhrkamp Verlag
- Samantha Schweblin: Das gute Übel, Suhrkamp Verlag
- Lily Körber: Abschied von Gestern; aus dem Englischen von Beate
Swoboda, Verlag das kulturelle Gedächtnis
- Adèle Van Reeth: Das gewöhnliche Leben, aus dem Französischen von
Joachim Unseld, Frankfurter Verlagsanstalt
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| Vier Sachbücher zum Verschenken | 29 Nov 2025 | 00:48:58 | |
Der Advent ist da, Weihnachten steht bald wieder vor der Tür und damit
wie jedes Jahr die große Frage: Was soll man bloß schenken? Bücher sind
schon mal eine großartige Wahl und wer Last-Minute-Fehlkäufe vermeiden
will, für den haben Maja Beckers und Alexander Cammann in der neuen
Sachbuch-Folge von "Was liest Du gerade?" vier Tipps für ganz
unterschiedliche Lesetypen parat.
- Rauschen in der Nacht. "Die Wildgans – eine Geschichte des 20.
Jahrhunderts". Rowohlt Berlin, 272 Seiten, 26 Euro
- Stefan Weidner: "Yoga oder Die sanfte Eroberung des Westens durch
den Osten". Hanser, 46 Seiten, 30 Euro
- Konstantin Richter: "300 Männer. Aufstieg und Fall der Deutschland
AG". Suhrkamp, 543 Seiten, 30 Euro
- Sarah Iles Johnston: "Von Göttern und Menschen. Die griechischen
Mythen neu erzählt." C. H. Beck, 558 Seiten, 36 Euro
Das Team von "Was liest Du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
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| Lost in Venedig | 15 Nov 2025 | 00:40:24 | |
In der neuen Folge unseres Literaturpodcasts "Was liest du gerade?"
diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski über einen der besten
deutschsprachigen Romane des Herbstes. Nämlich Katerina Poladjans
kurzer, aber ungeheuer dichter Roman "Goldstrand". Eine junge Frau geht
1922 auf der Überfahrt von Odessa nach Konstantinopel über Bord und
begründet damit ein familiäres Trauma von Verlust und Verlorenheit, das
sich in ihrer Familie durch viele Generationen und viele Länder ziehen
wird.
Zudem sprechen wir über das neue Werk des irischen Altmeisters John
Banville mit dem Titel "Schatten der Gondeln" – ein Krimi und
Schauerroman um einen Londoner Schriftsteller und seine eigentlich
schwerreiche, aber leider enterbte Gattin, die nach dem gewaltsamen
ehelichen Sex im Winter 1899 spurlos in Venedig verschwindet. John
Banville kombiniert routiniertes Storytelling mit gänzlich
überraschenden Wendungen der Ereignisse. Es kommt immer alles ganz
anders, als man denkt.
Unser monatlicher Klassiker ist Virginia Woolfs Roman "Die Fahrt zum
Leuchtturm" aus dem Jahr 1927. Hier tauchen wir tief ein in den herrlich
chaotischen und bewegenden Bewusstseinsstrom einer englischen Familie,
die Ferien macht und gerne eine Fahrt zum Leuchtturm unternehmen würde –
ein Vorhaben, das erst ein Jahrzehnt später und ganz am Ende des
legendären Romans zu einem glücklichen Ende kommt.
Unser Zitat des Monats stammt aus dem neuen Erzählungsband von Harper
Lee "Das Land der süßen Ewigkeit".
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Katerina Poladjan: Goldstrand. S. Fischer Verlag, gebunden, 160
Seiten, 22,00 Euro
- John Banville: Schatten der Gondeln; aus dem Englischen von Elke
Link; Ki&Wi Verlag, 384 Seiten, 25,00 Euro
- Harper Lee: Das Land der süßen Ewigkeit; aus dem Amerikanischen von
Nicole Seifert; Penguin Verlag, 208 Seiten, 25,00 Euro
- Virginia Woolf: Die Fahrt zum Leuchtturm, diverse Ausgaben
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| Mythos Precht, Mama Kebekus | 01 Nov 2025 | 00:56:17 | |
Richard David Precht ist ein Bestseller-Garant, auch mit seinem neuen
Buch "Angststillstand". In der neuen Sachbuchfolge von "Was liest du
gerade?" diskutieren Maja Beckers und Alexander Cammann über seine
Thesen zur Meinungsfreiheit und darüber, was hinter seiner Popularität
steckt. Egal, was er schreibt: Warum wird er dafür immer von den einen
gefeiert, von den anderen gehasst?
Ähnlich populär wie Precht ist Carolin Kebekus, ob im Podcast, in ihrer
Fernsehshow oder in ausgebuchten Hallen. Im vergangenen Jahr wurde der
Comedystar Mutter, jetzt erscheint ihr Buch über diese Erfahrung: "8000
Arten, als Mutter zu versagen". Ist das genauso lustig wie ihre
Auftritte? Und welche Botschaften hat sie sonst noch parat?
In der Rubrik "Der erste Satz" geht es um ein Zitat von Annekathrin
Kohout aus ihrem Buch "Hyperreaktiv". Die Kulturwissenschaftlerin
erklärt die gravierenden Veränderungen für die demokratische
Öffentlichkeit, die Diskussionen in sozialen Medien auslösen – und führt
vor, mit welchen Methoden dort um Deutungsmacht gekämpft wird.
Als Klassiker haben diesmal gleich 500 Klassikerinnen und Klassiker
ihren Auftritt: Manfred Pfister hat in einem Prachtband über die
"Englische Renaissance" lauter kluge, lustige und oft ziemlich aktuelle
Texte über den Alltag und das Denken aus dem 16. und 17. Jahrhundert
versammelt, erklärt und übersetzt. Vom Tabakverbot über Utopien, von
Frauenbildern bis zu starken "Hamlet"-Stellen: Plötzlich rückt eine
ferne Epoche ganz nah und zeigt, dass sie mehr als nur Shakespeare
bedeutet.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie
unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Annekathrin Kohout: Hyperreaktiv. Wie in sozialen Medien um
Deutungsmacht gekämpft wird. 189 Seiten, Wagenbach, 18 Euro
- Richard David Precht: Angststillstand. Warum die Meinungsfreiheit
schwindet. 208 Seiten, Goldmann, 20 Euro
- Carolin Kebekus: 8000 Arten, als Mutter zu versagen. 192 Seiten,
Kiepenheuer & Witsch, 22 Euro
- Manfred Pfister: Englische Renaissance. Shakespeare & Company, 478
Seiten, Galiani, 98 Euro
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| Die für immer geschlossene Bibliothek | 18 Oct 2025 | 00:42:08 | |
In der neuen Folge unseres Literaturpodcasts "Was liest du gerade?"
diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski dieses Mal auf der
Frankfurter Buchmesse über das neue Buch des frisch gekürten
Literaturnobelpreisträgers László Krasznahorkai "Im Wahn der Anderen".
Die Erzählungen des ungarischen Autors lassen uns tief eintauchen in den
Bewusstseinsstrom seltsamer Sonderlinge, mal in den Kopf eines
irrlichternden Ungeheuers, mal in den Kopf eines verrückten New Yorker
Bibliothekars, der gerne eine Bibliothek eröffnen würde, in der die
Bücher mit sich alleine bleiben und nie ausgeliehen werden können: eine
für immer geschlossene Bibliothek. Der diesjährige Nobelpreisträger ist
ein Meister im Bau grotesker Labyrinthe, in denen man sich lustvoll
verlieren kann.
Außerdem geht es um den neuen Roman "Meine Mutter" der Kölner Fotografin
Bettina Flitner. Nach ihrem Erfolg mit dem Erinnerungsbuch "Meine
Schwester" geht es jetzt um das Leben ihrer Mutter, die genauso wie die
Schwester freiwillig aus dem Leben schied. Gibt es einen Fluch in dieser
Familie? Die Erinnerung führt die Autorin zurück nach Schlesien, wo die
Urgroßeltern einst ein Sanatorium betrieben. Das eindringliche Buch
steht in einer Reihe von aktuellen Erinnerungsbüchern über das Leben und
die Vertreibung deutscher Familien aus den ehemaligen deutschen
Ostgebieten.
Unser Klassiker ist in dieser Podcastfolge das legendäre Mutterbuch
"Wunschloses Unglück" aus dem Jahr 1972 von Peter Handke. In der
Erzählung erinnert sich der Literaturnobelpreisträger des Jahres 2019
ebenfalls an seine Mutter, die sich 1971 das Leben nahm.
Unser Zitat des Monats stammt aus dem Roman "Huris" des
franko-algerischen Autors Kamel Daoud.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter
buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- László Krasznahorkai: Im Wahn der Anderen. Drei Erzählungen.
Übersetzung Heike Flemming. Mit 34 farbigen Zeichnungen von Max
Neumann. S. Fischer Verlag.
- Bettina Flitner: Meine Mutter. Kiepenheuer & Witsch.
- Kamel Daoud: Huris. Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine
Müller. Matthes & Seitz.
- Peter Handke: Wunschloses Unglück. Suhrkamp Verlag.
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| Was bitte ist guter Geschmack? | 04 Oct 2025 | 01:02:11 | |
Der Bücherherbst ist da, die Frankfurter Buchmesse steht bevor – und die
Welt starrt immer noch auf den Nahen Osten, voller Mitleid, Verzweiflung
oder einfach Ratlosigkeit. Die Journalistin Sarah Levy hat den Schock
des 7. Oktober vor Ort erlebt: Sie ist 2019 von Deutschland nach Israel
gezogen. Jetzt hat sie über ihre Erfahrungen dort im Alltag ihrer
Familie ein Buch geschrieben, zwischen Ängsten und Hoffnungen: "Kein
anderes Land" liefert diesmal den "ersten Satz", über den Maja Beckers
und Alexander Cammann in der neuen Sachbuch-Folge von "Was liest Du
gerade?" diskutieren.
Geschmack ist etwas, was jeder von uns gerne hätte – und sehr viele
bilden sich ein, ihn zu besitzen. Ulrich Raulff hat jetzt mit "Wie es
euch gefällt" eine originelle Geschichte des Strebens nach gutem
Geschmack geschrieben, von der Mode über Gärten zum Wein, von antiken
Vorbildern, italienischem Stil, New Yorker Luxus und Pariser Glamour.
Hilft das elegante Buch beim Kampf gegen die Geschmacklosigkeit?
In die Tiefsee führt uns die Wissenschaftsjournalistin Laura Trethewey
in ihrem Buch "Bis zum Grund der Welt": Denn anders als die
Mondoberfläche kennen wir den Meeresboden bislang kaum, denn 70 Prozent
von ihm sind noch nicht kartographiert. Seit einigen Jahren hat der
Wettlauf in der Erfassung dieser verborgenen Welt begonnen – die
Reporterin erzählt von ehrgeizigen Forschern und reichen Finanziers, vom
Streben nach Gewinn und Erkenntnis.
Der Klassiker stammt diesmal vom 2019 verstorbenen Kunsthistoriker
Martin Warnke: 1985 hat er mit seinem Buch "Hofkünstler" die Sicht auf
Maler und Bildhauer revolutioniert. Nicht der Markt brachte seit dem 18.
Jahrhundert den Künstlern die Freiheit, sondern Warnke entdeckte sie
schon lange zuvor: Die allmächtigen Herrscher und Päpste in der
Renaissance sicherten ihren Meistern die Autonomie für geniale
Meisterwerke.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie
unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Sarah Levy: Kein anderes Land. Aufzeichnungen aus Israel. 336
Seiten, Rowohlt, 24 Euro.
- Ulrich Raulff: Wie es euch gefällt. Eine Geschichte des Geschmacks.
480 Seiten, C.H. Beck, 36 Euro.
- Laura Trethewey: Bis zum Grund der Welt. Das abenteuerliche Rennen
um die Kartierung des Meeresbodens. Aus dem amerikanischen Englisch
von Rudolf Mast, 364 Seiten, Mare, 28 Euro.
- Martin Warnke: Hofkünstler. Zur Vorgeschichte des modernen
Künstlers, 512 Seiten, Wagenbach, 42 Euro
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| Die Leiden der jungen Wahl | 20 Sep 2025 | 00:49:24 | |
In der neuen Folge unseres Literaturpodcasts "Was liest du gerade?"
diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski über das neue Buch von
Caroline Wahl und den Streit, der im deutschen Feuilleton und im Netz
über die Bestsellerautorin ausgebrochen ist.
Außerdem geht es um ein echtes Meisterwerk: Ian McEwans neuer Roman "Was
wir wissen können". Es spielt in der Zukunft: Großbritannien ist ein
Inselmeer, Hamburg und London sind nach einem Atomunfall untergegangen,
Deutschland gehört zu Russland. Warum, fragen sich die jungen Leute im
Jahr 2119, war die vergangene Zivilisation so bescheuert, einfach
unterzugehen? Für sie sind wir nicht weniger beschränkt als die
Menschen, die sich im Dreißigjährigen Krieg gegenseitig abgeschlachtet
haben. Aber sie bewundern auch unsere Freiheit und unseren Luxus, denn
ihre Lebenserwartung liegt nur noch bei 62 Jahren. Und leckeres Essen
gibt es auch nicht mehr.
Außerdem geht es um Dorothee Elmigers Roman "Die Holländerinnen", der es
auf die Shortlist zum Deutschen Buchpreis geschafft hat. Eine
Theatergruppe reist auf den Spuren eines echten Kriminalfalls durch
Panama, wo im Jahr 2014 zwei Holländerinnen im Urwald verschwunden sind.
Es wird eine Expedition ins "Herz der Finsternis", auch wenn es nur eine
Kunstaktion ist, ein Reenactment. Die Autorin erzählt besonders
kunstvoll und mit vielen literarischen und philosophischen Anspielungen
von der Faszination des Menschen für das abgrundtief Entsetzliche.
Unser Klassiker ist Goethes Longseller "Die Leiden des jungen Werther",
das schönste und traurigste Buch über die erste ganz große Liebe eines
jungen Mannes.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Caroline Wahl: Die Assistentin. Roman. Rowohlt Verlag. 368 S., 24
Euro.
- Ian McEwan: Was wir wissen können. Roman. Diogenes Verlag. Aus dem
Englischen übersetzt von Bernhard Robben. 480 S., 28 Euro.
- Dorothee Elminger: Die Holländerinnen. Roman. Hanser Verlag. 160 S.,
23 Euro.
- Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werther.
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| Dein Körper, deine Klasse | 06 Sep 2025 | 00:43:18 | |
Sie ist wieder da, nach elf Jahren und acht Millionen verkauften
Büchern: Giulia Enders hat nach ihrem Weltbestseller Darm mit Charme ihr
zweites Buch geschrieben. Hat Organisch wie ihr Erstling das Zeug zum
Megaerfolg? Darüber diskutieren Maja Beckers und Alexander Cammann in
der neuen Sachbuch-Folge von "Was liest du gerade?" Enders will den
Leserinnen und Lesern Wissen über den menschlichen Körper vermitteln,
den wir immer noch zu wenig kennen. Was daran ist die typische
Enders-Mischung, was macht die 35-jährige Medizinerin diesmal anders?
Seit einigen Jahren diskutieren wir wieder stärker über soziale
Ungleichheit, Herkunft und ungerecht verteilte Lebenschancen. Da kommt
der Philosoph Hanno Sauer mit seinem Buch Klasse. Die Entstehung von
Oben und unten gerade richtig: Warum existieren Klassen überhaupt und
wie erkennt man sie? Soll man sie abschaffen oder lieber nicht – und was
ist an ihnen eigentlich so schlimm?
Die Rubrik "Der erste Satz" dreht sich diesmal um ein Gefühl, das wir
alle kennen: Nostalgie. Die britische Historikerin Agnes Arnold-Forster
erkundet seine Geschichte im Laufe der Jahrhunderte als private und
gesellschaftliche Emotion – mal als Warnung, mal als Verteidigung.
Die Klassikerin ist diesmal Margaret Fuller: Die 1850 im Alter von nur
40 Jahren verstorbene amerikanische Essayistin, glänzende
Literaturkritikerin und Reporterin gehört zu den bahnbrechenden Figuren
des frühen Feminismus, vor allem mit ihrem Buch Frauen im 19.
Jahrhundert. Jetzt kann man sie in dem Band Die Freiheit ist weiblich
mit ihren besten Texten endlich auf Deutsch wiederentdecken.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Agnes Arnold-Forster: "Nostalgie. Geschichte eines gefährlichen
Gefühls". Aus dem Englischen von Christiane Burkhardt, 304 Seiten,
Reclam, 28 Euro
- Hanno Sauer: "Klasse. Die Entstehung von Oben und Unten". 368
Seiten, Piper, 26 Euro
- Giulia Enders: "Organisch". Illustriert von Jill Enders, 338 Seiten,
Ullstein, 24,99 Euro
- Margaret Fuller: "Die Freiheit ist weiblich. Schriften zur Romantik
und Revolution". Herausgegeben und aus dem Amerikanischen übersetzt
von Lisa Kunze, 368 Seiten, Wallstein, 34 Euro
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| Wie viele Krankheiten hätten Sie denn gern? | 23 Aug 2025 | 00:44:43 | |
Wir sprechen in dieser Ausgabe von „Was liest Du gerade?“ über den neuen
Roman von Daniela Dröscher. Nach dem großen Erfolg ihres 2022
erschienenen Romans Lügen über meine Mutter hat sie nun den Roman Junge
Frau mit Katze veröffentlicht. Die Literaturwissenschaftlerin Ela
bereitet sich darin auf ihre Promotionsprüfung vor und ihr Körper spielt
völlig verrückt. Sie leidet mit einem Mal an rätselhaften Symptomen und
rätselhaften Diagnosen. Ärzte vermuten eine Katzenhaarallergie, ein
Herzflimmern, eine Textilfarbenunverträglichkeit, eine
Schilddrüsenunterfunktion und einiges mehr. Oder sind ihre Krankheiten
psychosomatisch? In jedem Fall geht es ihr erst besser, als sie eine
folgenreiche Entscheidung in ihrem Leben trifft.
In Raphaela Edelbauers Roman Die echtere Wirklichkeit planen fünf
„philosophische Terroristen“ einen Anschlag auf die Wiener Universität.
Aus ihrer Sicht ist die Wissenschaft dafür verantwortlich, dass wir
keinen Sinn mehr für die Wahrheit haben. Postmoderne Theorien hätten
dafür gesorgt, dass wir Fake News konsumieren, dass wir desorientiert
vor uns hin leben, und dass Trump und Orbán Wahlen gewinnen können. Die
zumeist jungen Terroristen sind nur halb gut organisiert – aber sie
schreiten dennoch zur Tat. Die echtere Wirklichkeit der 35-jährigen
Schriftstellerin ist ein wilder Roman über die Verschwörungstheorien
unserer Zeit und über die Sehnsucht, sie mit Gewalt zu bekämpfen.
In unserem Klassiker beschäftigen wir uns mit einem Werk von Leo Perutz
(1882-1957) – dem großen Unbekannten der österreichischen Literatur. Wer
seinen Roman Der schwedische Reiter noch nicht gelesen hat, sollte dies
dringend nachholen. Perutz entführt uns in das frühe 18. Jahrhundert,
das von Gewalt und von Gespenstern geprägt ist. Hier tauschen zwei
Männer ihre Identität: Ein Dieb wird zum Aristokraten, und ein
Aristokrat zum Dieb. Und erst, indem sie nicht mehr das sind, was sie
waren, finden sie in ihrem Leben einen Sinn – und die große Liebe.
Und unser "Zitat des Monats" stammt aus dem Roman Besessenheit der
französischen Nobelpreisträgerin Annie Ernaux.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
- Daniela Dröscher: Junge Frau mit Katze. Roman. Kiepenheuer & Witsch.
320 S., 24 Euro.
- Raphaela Edelbauer: Die echtere Wirklichkeit. Roman. Klett-Cotta.
448 S., 28 Euro.
- Leo Perutz: Der schwedische Reiter. Roman. Dtv. 256 S., 13 Euro.
- Annie Ernaux: Die Besessenheit. Suhrkamp Verlag. Aus dem
Französischen übersetzt von Sonja Finck. 66 Seiten, 20 Euro
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| Heute mal Klatsch und Tratsch | 09 Aug 2025 | 00:57:48 | |
Im 21. Jahrhundert ist es wieder zum Schicksal von Millionen Menschen
weltweit geworden: Flucht, Emigration, Exil. In der neuen Sachbuchfolge
von "Was liest du gerade?" sprechen Maja Beckers und Alexander Cammann
in der Rubrik "Der erste Satz" über ein Zitat von Ursula Krechel. Die
Schriftstellerin erhält in diesem Jahr die wichtigste deutsche
Literaturauszeichnung, den Büchnerpreis – und sie hat gerade einen Essay
über ihr Lebensthema veröffentlicht: "Vom Herzasthma des Exils".
Klatsch und Tratsch fasziniert alle: oft geliebt, manchmal erlitten. Die
amerikanische Journalistin Kelsey McKinney hat darüber mit "Normal
Gossip" lange einen erfolgreichen Podcast betrieben – jetzt schreibt sie
ein Buch zu diesem Thema: "Gossip" will erklären, warum wir überhaupt
tratschen, weshalb sie selbst es seit ihrer Jugend so gerne tut und was
es für die gesellschaftlichen Machtverhältnisse bedeutet, Gerüchte zu
verbreiten.
Wie kommt man einigermaßen durch diese finsteren Zeiten? Möglichst cool
bleiben, findet Helmut Lethen. "Stoische Gangarten" nennt der berühmte
Literaturwissenschaftler sein neues Buch. Er ist mittlerweile 86 Jahre
alt und erzählt, wie er nach einer Gehirnblutung noch einmal über sein
Leben und seine Thesen nachdenkt – und gleich wieder dicke Romane liest.
Der Klassiker wurde diesmal von Hans Pleschinski übersetzt und
herausgegeben: Aus den Erinnerungen ihrer Kammerfrau Henriette Campan
erfahren wir präzise anschaulich, wie Marie Antoinette, die 1793
hingerichtete französische Königin, am Hof von Versailles lebte – ein
farbiges Sittengemälde aus der Zeit der Französischen Revolution.
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Literaturangaben:
- Ursula Krechel: "Vom Herzasthma des Exils". 176 Seiten, Klett-Cotta,
18 Euro
- Kelsey McKinney: "Gossip". Übersetzt von Katharina Herzberger. 336
Seiten, dtv, 18 Euro
- Helmut Lethen: "Stoische Gangarten. Versuche der Lebensführung". 224
Seiten, Rowohlt Berlin, 24 Euro
- "Das kurze und verschwenderische Glück der Königin Marie Antoinette.
Die Aufzeichnungen ihrer Kammerfrau Henriette Campan", hrsg. und
übersetzt von Hans Pleschinski. 345 Seiten, C.H. Beck, 26 Euro
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| So feministisch war die Steinzeit | 26 Jul 2025 | 00:57:10 | |
Sprachkritik steht am Anfang der neuen Sachbuchfolge von "Was liest du
gerade?": Maja Beckers und Alexander Cammann diskutieren in der Rubrik
"Der erste Satz" über den Essay "Irgendwie total spannend" von Wolfgang
Kemp, der scharfsinnig die Floskeln unserer Gegenwart aufspießt – und
jawohl, besonders Podcasts hat er im Visier.
Zum ersten Mal hat gerade ein Comic den Deutschen Sachbuchpreis
gewonnen: Die längst legendäre feministische Zeichnerin Ulli Lust
erzählt in "Die Frau als Mensch" die wahre weibliche Frühgeschichte der
Menschheit, gegen alle patriarchalen Legenden – eine aufregende visuelle
Entdeckungsreise, wie immer bei dieser Künstlerin mit autobiografischen
Anteilen.
Der indische Schriftsteller Amitav Ghosh hat ein Buch über die finstere
Macht des Opiums geschrieben: "Rauch und Asche" handelt von der globalen
Wirtschaftsgeschichte dieser Droge und davon, wie vor allem
Großbritannien und die USA im 19. Jahrhundert an ihr verdienten, während
sie Asien das große Elend brachte. Leid und Reichtum, bis heute
nachwirkend.
Der Klassiker reist diesmal mit Magellan um die Welt: Antonio Pigafetta
war von 1519 bis 1522 bei dessen erster Weltumseglung dabei. Sein
Reisebericht erzählt von den Qualen der Seeleute und von deren
Abenteuern und Entdeckungen – sowie vom oft tödlichen Aufeinanderprallen
der Kulturen.
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Literaturangaben:
- Wolfgang Kemp: "Irgendwie so total spannend. Unser schöner neuer
Sprachgebrauch". 144 Seiten, zuKlampen! Verlag, 18 Euro
- Ulli Lust: "Die Frau als Mensch. Am Anfang der Geschichte". 256
Seiten, Reprodukt, 29 Euro
- Amitav Ghosh: "Rauch und Asche. Die geheime Geschichte des Opiums".
432 Seiten, Matthes & Seitz, 28 Euro
- Antonio Pigafetta: "An Bord mit Magellan. Bericht über die erste
Reise rund um die Welt 1519–1522". Übersetzt von Christian Jostmann,
221 Seiten, C. H. Beck, 22 Euro
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| Trost in finsteren Zeiten | 28 Jun 2025 | 00:48:19 | |
Wir sprechen in dieser Ausgabe von "Was liest Du gerade?" über zwei
literarische Entdeckungen, die uns wunderbar durch den Sommer bringen:
über Stig Dagermans poetisches Buch "Trost" und Ré Soupaults
Reisebericht "Kaffee mit Croissant". Stig Dagerman (1923–1954) gilt
heute als einer der wichtigsten schwedischen Schriftsteller des 20.
Jahrhunderts. Mit seinen eindringlichen, international gefeierten
Romanen "Die Schlange" (1945) und "Die Insel der Verdammten" (1946)
hatte er mit Anfang zwanzig den Schrecken des Krieges eingefangen. Trotz
dieses frühen Erfolgs litt Dagerman fortwährend unter schweren
Depressionen und Schreibkrisen. Mit nur 31 Jahren setzte er seinem Leben
durch Suizid ein Ende. Umso erstaunlicher ist sein jetzt ins Deutsche
übersetzter, funkelnder, lebensfroher Essay "Trost", in dem er erkundet,
was uns am Leben hält – gerade dann, wenn man nicht an Gott glaubt und
metaphysisch obdachlos ist.
Die in Deutschland geborene und aufgewachsene Ré Soupault (1901–1996)
war ein Multitalent: Sie war Bauhaus-Künstlerin, Fotografin,
Journalistin, Zeichnerin, Modemacherin – und wirkte seit Ende der
Zwanzigerjahre in Paris in avantgardistischen Kreisen. Wenige Jahre nach
dem Zweiten Weltkrieg unternahm sie mit einem Vélosolex, einem
motorbetriebenen Fahrrad, alleine eine Reise durch Südfrankreich und
führte dabei auf losen Blättern ein Tagebuch. Es ist nun unter dem Titel
"Kaffee mit Croissant in Avignon" erschienen. Soupault schreibt über
Reisebekanntschaften, erkundet Landschaften, verlassene Schlösser und
den Neubeginn des Tourismus. Es ist ein herrliches Buch über ein Europa
im Umbruch und im Neubeginn. Wenige Monate später setzt sie ihre Reise
fort – und gelangt nach Deutschland, ihr Heimatland, und führt abermals
Tagebuch, das unter dem Titel "Überall Verwüstung. Abends Kino"
erschienen ist.
In unserem Klassiker beschäftigen wir uns mit dem französischen
Schriftsteller Philippe Jaccottet. In seinem sehr persönlichen Buch
"Bonjour, Monsieur Courbet" erkundet Jaccottet, der am 30. Juni 100
Jahre alt geworden wäre, die Kunst der Moderne. Und unser "Zitat des
Monats" stammt aus dem neuen Roman von Katharina Hagena, "Flusslinien".
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Literaturangaben:
- Stig Dagerman: "Trost". Mit einem Nachwort von Felicitas Hoppe. Aus
dem Schwedischen von Paul Berf. S. Fischer Verlag, 64 S.
- Ré Soupault: "Kaffee mit Croissant in Avignon: Reisetagebuch". Verlag
Das Wunderhorn, 160 S.
- Philippe Jaccottet: "Bonjour, Monsieur Courbet: Künstler, Freunde,
kunterbunt". Aus dem Französischen übersetzt von Elisabeth Edl und
Wolfgang Matz. Wallstein Verlag, 197 S.
- Katharina Hagena: "Flusslinien". Kiepenheuer & Witsch Verlag, 400 S.
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| Sommer, Sonne, Sachbücher | 14 Jun 2025 | 01:05:51 | |
Alle Jahre wieder die Frage: Was ist das richtige Buch für den Strand?
Das gilt auch für "Was liest Du gerade?". Maja Beckers und Alexander
Cammann präsentieren diesmal in der Sachbuchfolge vier Sommerbücher,
über die man wunderbar debattieren kann.
In der Rubrik "Der erste Satz" geht es diesmal um Glamour: Ute Cohen
erklärt, wer oder was alles glamourös sein kann und ob wir in verdammt
unglamourösen Zeiten leben.
Eine neue Sicht auf Thomas Mann bietet Tilmann Lahme in seiner Biografie
des Literaturnobelpreisträgers, pünktlich zu dessen 150. Geburtstag. Sie
wurde in den vergangenen Wochen bereits gefeiert und intensiv
diskutiert: Spiegelt sich in Manns Leben und Werk dessen Homosexualität
noch stärker als bisher bekannt wider?
Ob Musik oder Film, Madonna oder Taylor Swift: Seit den späten
1990er-Jahren sind Frauen in der Popkultur häufig zu globalen Stars
geworden. Für die Journalistin Sophie Gilbert ist dieser Siegeszug aber
kein Anlass zur Freude: Denn hinter solch vermeintlichem Empowerment
steckt in Wahrheit vor allem Sexismus und eine globale pornografische
Kultur. Was ist dran an dieser These?
Der Klassiker stammt diesmal aus dem Jahr 2017 und ist ein etwas anderes
Reisebuch: Rainer Wieland hat in einem prächtigen Band viele Texte
berühmter Deutschland-Touristen aus 2.000 Jahren versammelt: Von Caesar
bis Virginia Woolf, von Mary Shelley bis Andy Warhol erzählen diese
Reisenden davon, wie sie ein ihnen fremdes Land erlebt haben – oft klug
beobachtet, oft saukomisch. Mit diesen Lektüren werden Sie den Sommer
jedenfalls gut überstehen!
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Literaturangaben:
Ute Cohen: Glamour. Über das Wagnis, sich kunstvoll zu inszenieren. 184
Seiten, zu Klampen, 22 Euro
Tilmann Lahme: Thomas Mann. Ein Leben. 592 Seiten, dtv, 28 Euro
Sophie Gilbert: Girl vs. Girl. Wie Popkultur Frauen gegeneinander
aufbringt. A. d. Englischen übersetzt von Britta Fietzke, 336 Seiten,
Piper, 17,99 Euro
Rainer Wieland: Das Buch der Deutschland-Reisen. Von den alten Römern
bis zu den Weltenbummlern unserer Zeit. 512 Seiten, Propyläen,
antiquarisch erhältlich
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| Berliner und anderes Liebeslieben | 31 May 2025 | 00:54:23 | |
Eine sehr junge literaturinteressierte Frau, die am Gardasee lebt,
verliebt sich auf der Frankfurter Buchmesse in einen sehr viel älteren,
fabelhaft reichen und gebildeten Grandseigneur, der zufällig auch noch
einer der bedeutendsten italienischen Verleger ist. Soweit alles ganz
normal, doch folgt daraus eine 30 Jahre dauernde Liaison zwischen der
deutschen Autorin Anna Katharina Fröhlich und dem Verleger des Adelphi
Verlages Roberto Calasso, deren Bedingungen von Anfang an unverrückbar
waren. Der inzwischen verstorbene Roberto Calasso blieb zeit seines
Lebens gut italienisch verheiratet, obwohl seine Mätresse ihm im Lauf
der Jahre einen Sohn und eine Tochter schenkte. Wir besprechen in
unserem Buchpodcast dieses turbulente und mit viel Sinn für Stil und
Humor geschriebene Erinnerungsbuch an eine aufregende Liebe. Außerdem
geht es um eine sehr interessante Ausgrabung. Im Nachlass des
Historikers Sebastian Haffner hat sich ein bezaubernder kleiner
Paris-Roman aus den frühen 1930er-Jahren gefunden. Darin lebt man mit
einer jungen deutschen Bohème noch einmal ein paar sorglose Tage und
Nächte im alten Paris der Zwischenkriegszeit, obwohl man spürt, dass die
Uhr tickt und man bereits auf einem Pulverfass tanzt.
Unser Klassiker ist in dieser Podcast-Folge der Berliner Großstadtroman
Fabian von Erich Kästner, der Kästners Unbehagen am wilden Berliner
Liebesleben der späten 1920er-Jahre wunderbar aufs Korn nimmt.
Unser Zitat des Monats kommt aus dem neuesten Berlin-Roman von Nell Zink
Sister Europe, in dem die Autorin sich über den Berliner
Literaturbetrieb lustig macht.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
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| Wohnst du noch, oder liest du schon? | 17 May 2025 | 01:01:13 | |
Der erste Satz stammt diesmal von der Autorin und Filmregisseurin Doris
Dörrie, die ein Buch über das Wohnen und ihr Leben geschrieben hat. Maja
Beckers und Alexander Cammann stellen es in der neuen Sachbuchfolge von
Was liest du gerade? vor. Doris Dörrie erzählt davon, wie sich die
Einstellung zum Wohnen seit ihrer Kindheit verändert und was unsere
Wohnträume über uns aussagen. Doris Dörrie feiert am 26. Mai ihren 70.
Geburtstag – wir gratulieren!
Ein erschütterndes, bisher fast unbekanntes Kapitel aus der Geschichte
des Nationalsozialismus hat die polnische Autorin Karolina Sulej in
ihrem sensationellen Buch „Persönliche Dinge“ erstmals aufgearbeitet:
welche Rolle Kleidung und Mode in den KZ spielte, wie sie der
Entmenschlichung der Häftlinge diente und ihnen andererseits manchmal
bei der Bewahrung ihrer Individualität half.
David A. Graham, Reporter bei „The Atlantic“, rekonstruiert in seiner
spannenden Recherche die Ideen und Pläne hinter der Trump-Regierung:
Minutiös wurde in den vergangenen Jahren im Think Tank „The Heritage
Foundation“ all das vorbereitet, womit der Präsident jetzt Amerika
komplett umbauen will.
Neugierig haben nicht nur Katholiken in aller Welt in den vergangenen
Wochen nach Rom gestarrt. Erst starb Papst Franziskus, dann gab es das
geheimnisvolle Konklave, bei dem überraschend der erste Amerikaner auf
dem Heiligen Stuhl landete: Leo XIV. Was es mit dem Amt des Papstes seit
2000 Jahren auf sich hat, erklärt ein 1996 erschienener, jetzt wieder
aktueller Klassiker, Horst Fuhrmanns Geschichte der Päpste.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
Doris Dörrie: Wohnen. 128 Seiten, Hanser Berlin, 20 Euro
Karolina Sulej: Persönliche Dinge. Was Kleidung aus NS-Lagern uns heute
erzählen kann. Aus dem Polnischen von Bernhard Hartmann, 432 Seiten,
Chr. Links, 26 Euro
David A. Graham: Der Masterplan der Trump-Regierung. Aus dem Englischen
von Stephanie Singh, 192 Seiten, S. Fischer, 18 Euro (erscheint am 28.
Mai)
Horst Fuhrmann: Die Päpste. 330 Seiten, C.H. Beck, 19,95 Euro
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| Ein weiblicher Houellebecq | 03 May 2025 | 00:49:34 | |
In dieser Folge von "Was liest du gerade?" geht es um zwei der
wichtigsten Gegenwartsautorinnen unserer Zeit: die Französin Annie
Ernaux und die Amerikanerin Rachel Kushner, die in der kommenden Woche
mit ihrem neuen Roman durch Deutschland tourt. Beide haben Neuland in
der Literatur betreten. Annie Ernaux führt in ihrem neuen Buch "Ich
komme nicht aus der Dunkelheit raus" auf schonungslose Weise Protokoll
über den Verfall und das Sterben ihrer Mutter, die an Alzheimer erkrankt
war.
Und Rachel Kushner lässt in ihrem Roman "See der Schöpfung" eine
abgebrühte amerikanische Undercoveragentin davon erzählen, wie sie in
Südfrankreich eine Gemeinschaft von radikalen Öko-Aussteigern und
Zivilisationskritikern infiltriert und zu Straftaten anstiftet. Einen
lustigen Gastauftritt hat der Schriftsteller Michel Houellebecq, dessen
Ton Rachel Kushner erfrischend zu parodieren versteht.
Unser monatlicher Klassiker ist der Roman "Der Meister und Margarita"
von Michail Bulgakow. Wer die kongeniale Verfilmung des Romans von
Michael Lockshin gesehen hat, die gerade in deutschen Kinos läuft,
sollte auch das fantastische Feuerwerk der russischen Literatur nicht
verpassen, das von der Kollision eines genialen Künstlers mit der
sowjetischen Staatsmacht erzählt.
Unser Zitat des Monats stammt aus der aktuellen Neuübersetzung von Scott
Fitzgeralds legendärem Roman "Der große Gatsby" von Bernhard Robben.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
Annie Ernaux: Ich komme nicht aus der Dunkelheit raus. Aus dem
Französischen von Sonja Finck, 106 Seiten, Suhrkamp, 22 Euro
Michail Bulgakow: Meister und Margarita. Aus dem Russischen von
Alexander Nitzberg, 608 Seiten, dtv, 15 Euro
Rachel Kushner: See der Schöpfung. Aus dem Englischen von Bettina
Abarbanell, 480 Seiten, Rowohlt, 26 Euro
Scott Fitzgerald: Der große Gatsby. Aus dem Englischen von Bernhard
Robben, 352 Seiten, Penguin, 30 Euro
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| Wir und die Außerirdischen | 19 Apr 2025 | 00:52:29 | |
Ostern ist Hasenzeit: Passend dazu hat die britische
Außenpolitikexpertin Chloe Dalton ein zauberhaftes Buch über ein
spezielles Tier geschrieben, über das Maja Beckers und Alexander Cammann
in der neuen Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?" sprechen. "Hase
und ich" erzählt von ihrer Begegnung mit einem verlassenen Hasenjungen,
das sie auf dem Land zu sich nach Hause nimmt und aufzieht, obwohl sie
erst einmal gar keine Ahnung davon hat. Der Hase verändert ihr Leben
komplett, ebenso ihre Sicht auf die Natur.
Momentan wird die Welt von Donald Trump gerade komplett umgekrempelt.
Was das für Deutschland heißt, analysiert Herfried Münkler in seinem
Buch "Macht im Umbruch": Wenn Europa jetzt stärker werden muss, so muss
Deutschland als Wirtschaftsmacht auch stärker führen wollen. Die Rubrik
"Der erste Satz" dreht sich um ein Mode-Buch: Der Philosoph Emanuele
Coccia und der Ex-Gucci-Designer Alessandro Michele erklären, was hinter
Mode heute in unserer Gesellschaft geistig und künstlerisch steckt.
Über den Mars und Außerirdische wird ja gerade wieder viel spekuliert.
Daher stellen wir einen Klassiker von 1957 vor: Der französische Denker
Roland Barthes, hat schon damals in seinen legendären Mythen des
Alltags" einen Essay über "Marsmenschen" geschrieben – der verblüffend
aktuell ist.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de
Literaturangaben:
Emanuele Coccia/Alessandro Michele: "Das Leben der Formen. Eine
Philosophie der Wiederverzauberung." Aus dem Italienischen von Thomas
Stauder, 256 Seiten, Hanser, 28 Euro
Chloe Dalton: "Hase und ich. Die Geschichte einer außergewöhnlichen
Begegnung." Übersetzt von Claudia Amor, 299 Seiten, Klett-Cotta, 22 Euro
Herfried Münkler: "Macht im Umbruch. Deutschlands Rolle in Europa und
die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts." 431 Seiten, Rowohlt Berlin,
30 Euro
Roland Barthes: Marsmenschen, in: "Mythen des Alltags." Aus dem
Französischen von Horst Brühmann, 325 Seiten, Suhrkamp, 12 Euro
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| Schneller Sex | 05 Apr 2025 | 00:57:23 | |
Wir sprechen über den vielleicht schönsten Liebesroman des Frühjahrs.
Roland Schimmelpfennigs "Sie wartet, aber sie weiß nicht, auf wen"
orientiert sich an Arthur Schnitzlers Drama "Reigen". Schimmelpfennig
erzählt in kurzen Episoden von den aktuellen Abgründen unserer
Sehnsüchte, unseres Begehrens, des schnellen und traurigen Liebesakts.
Es treten auf: Soldaten, Angestellte, Reinigungskräfte. In ein
prachtvolles und doch düsteres Fantasiereich entführt uns Christian
Kracht in seinem viel diskutierten neuen Roman "Air" – die Figuren
werden aus ihrem Alltag auf einen anderen Planeten, in einen Traum oder
ins Jenseits katapultiert. Geht es hier um das Ende der Welt? Wenn ja,
dürfte unser Klassiker Vorbild für diese Vision gewesen sein: Lord
Byrons berühmtes Gedicht "Finsternis".
Unser Zitat des Monats kommt von der Gewinnerin des Preises der
Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik, Kristine Bilkau. Ihr
Roman "Halbinsel" handelt vom Klimawandel und der Beziehung einer Mutter
zu ihrer Tochter.
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| Endlich wird es Frühling! | 22 Mar 2025 | 00:41:36 | |
In Trumps Amerika herrschen jetzt die Tech-Milliardäre: Grund genug für
Maja Beckers und Alexander Cammann, in der neuen Sachbuchfolge von „Was
liest du gerade?“ über einen Satz von Douglas Rushkoff zu diskutieren.
Der Medientheoretiker aus New York kritisiert in seinem Buch „Survival
of the Richest“ die antidemokratische Gedankenwelt dieser Superreichen.
Herta Lueger war eine legendäre Münchner Nachtclub-Betreiberin und
Domina. Jetzt erzählt die 78-Jährige in „Bardame gesucht – Zimmer
vorhanden“ zusammen mit ihrer Tochter Patricia ihr Leben zwischen
Emanzipation, Kriminalisierung, Drogen, Mord und Halbwelt, von guten und
üblen Freiern, mit Mädchen, die anschaffen, zwischen Glamour und
Abgründen. Wie überzeugend ist dieses etwas andere bundesdeutsche
Sittengemälde?
Eine kleine Vorsilbe beherrscht unsere gesellschaftlichen Debatten:
„post“. Ob Postdemokratie oder Postmoderne, postfaktisch oder
postfeministisch – immer wieder taucht sie auf. Der Philosoph Dieter
Thomä hat jetzt ein erhellendes Buch über diese vier Buchstaben
geschrieben, das uns von ihrer Allgegenwart endlich befreien will.
Passend zur Jahreszeit führt uns der Klassiker diesmal in die Natur: Die
Amerikanerin Susan Fenimore Cooper hat im 19. Jahrhundert ein
hinreißendes Tagebuch über das Leben auf dem Land im Wechsel der
Jahreszeiten geschrieben, über Pflanzen und Tiere, Klima und
Landschaften. Dieser Klassiker des Nature Writing macht Lust auf
Frühling!
Die Literaturangaben zur Folge finden Sie hier.
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| Die sogenannte Wirklichkeit | 08 Mar 2025 | 00:47:19 | |
Was geschieht, wenn lang Verdrängtes wieder an die Oberfläche kommt? In
dem beeindruckenden Roman "Wiederholung" der Norwegerin Vigdis Hjorth
wird die "sogenannte Wirklichkeit" zerbrechlich, als ein unterdrücktes
Familiengeheimnis wieder zutage kommt. Außerdem sprechen Iris Radisch
und Adam Soboczynski über eine sensationelle Neuentdeckung aus Amerika:
Zach Williams Storys "Es werden schöne Tage kommen", übersetzt von
Clemens Setz und Bettina Arbarbanell, passt perfekt zur aktuellen Lage.
Auf nichts ist mehr Verlass, alles wird in jeder Sekunde neu verhandelt.
Das Unheimliche lauert hinter jeder Tür.
Unser Klassiker sind dieses Mal drei Briefe von Sigmund Freud und Rainer
Maria Rilke, die in der Zeitschrift "Sinn und Form" veröffentlicht
wurden. Sie lesen sich wie ein abgebrochenes Therapiegespräch zwischen
einem großen Dichter und seinem Arzt mitten im Ersten Weltkrieg.
Unser Zitat des Monats kommt aus dem Roman "Striker" von Helene
Hegemann.
Die Literaturangaben zur Folge finden Sie hier.
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| Extrem rechts, extrem erfolgreich | 22 Feb 2025 | 00:41:22 | |
Leider atemberaubende Zeiten: Kurz vor der Bundestagswahl schauen Maja
Beckers und Alexander Cammann in der Sachbuchfolge von "Was liest du
gerade?" nach rechts außen. Volker Weiß seziert in seinem Buch "Das
Deutsche Demokratische Reich" minutiös die Ideologie der AfD und der
neuen Rechten. Der Historiker beschreibt, wie dort Begriffe umgedeutet
werden und man nicht trotz, sondern wegen Widersprüchlichkeiten
erfolgreich ist.
Dramatisch aktuell ist der Klassiker aus dem Jahr 1930: Thomas Manns
"Deutsche Ansprache", die er kurz nach der Reichstagswahl hielt, bei der
die NSDAP sehr stark hinzugewann. Der Schriftsteller hielt daraufhin ein
vehementes Plädoyer für die Demokratie, gegen die Extreme. Hören wir ihm
heute besser zu als damals?
Außerdem: Lange war er der reichste Mann der Welt, jetzt hat er mit
seinen Memoiren begonnen, drei Bände sollen es werden: Microsoft-Gründer
Bill Gates erzählt in "Source Code" die Geschichte seiner Kindheit und
Jugend im Amerika der 1960er-Jahre und davon, wie ein hochbegabter Junge
in den 1970ern zum Pionier des Computerzeitalters wurde. Nur eine
weitere Klischeevariante vom heute ausgeträumten American Dream – oder
steckt doch mehr in dieser Story eines Multimilliardärs?
Der erste Satz stammt diesmal von Elke Heidenreich, die mit ihrem Buch
"Altern" seit Monaten ganz oben auf der Bestsellerliste rangiert, mit
über 700.000 verkauften Exemplaren – sagenhaft!
Die Literaturangaben zur Folge finden Sie hier.
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| Die Sprache der Liebe | 08 Feb 2025 | 00:55:25 | |
Wann war das noch mal, als man über Sex sprach wie Ingenieure über den
Bau einer Brücke? In der neuen Folge unseres Buch-Podcasts „Was liest du
gerade?“ diskutieren Iris Radisch und Adam Soboczynski über das neue
Buch von Michael Köhlmeier, „Die Verdorbenen“. Darin geht es um die
Liebe in den wüsten Siebzigerjahren, als man sich von allen
Liebeskonventionen befreien wollte und nicht wusste, wie das geht. Die
langweilige, „warmbackene“ Liebe der Eltern war kein Vorbild mehr. Man
wollte lieber gefährlich, radikal und unbedingt sein. Die Anleitung zum
Lieben kam aus Filmen und Büchern. Auf die Frage, was es ist, das man im
Leben auf alle Fälle wenigstens einmal tun möchte, hatte man dann
manchmal nur die schlimmste aller möglichen Antworten.
Außerdem geht es um den gefeierten neuen Roman „Verzauberte
Vorbestimmung“ von Jonas Lüscher. Nach seiner schweren Covid-Erkrankung,
die der Autor nur mithilfe hoch technisierter Apparatemedizin überlebte,
hat er ein wildes Buch über das Verhältnis von Mensch und Maschine
geschrieben. Es geht auf den Spuren des Schriftstellers Peter Weiss nach
Südfrankreich und Böhmen, aber auch nach Ägypten und in eine von Cyborgs
bevölkerte Zukunft. Eindrückliche Todesbilder und düstere Träume von
einer menschenleeren, durchtechnisierten Maschinenwelt begleiten diese
Reise. Am Ende ist es auch hier die Liebe, die alles retten darf.
Unser Zitat der Woche kommt aus dem Roman „Monique bricht aus“ von
Édouard Louis (aus dem Französischen von Sonja Finck), in dem der
französische Autor von der Befreiung seiner Mutter aus einer
gewaltvollen Liebesbeziehung zu einem alkoholabhängigen Pariser
Hausmeister berichtet. Unser Klassiker ist passend zu dem Roman von
Jonas Lüscher: Peter Weiss' Novelle „Der Schatten des Körpers des
Kutschers“. Der 1960 zum ersten Mal erschienene Miniroman ist in seinem
überwältigenden, hyperpräzisen Beschreibungsrausch womöglich ein Vorbild
für den Stil von Jonas Lüscher. Aber auch sonst ist er ein mitreißendes
kleines Werk deutscher Nachkriegsliteratur, dessen mächtige
Innovationskraft bis heute anhält.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
Michael Köhlmeier: „Die Verdorbenen“, Hanser Verlag, 160 S., 23 Euro
Jonas Lüscher: „Verzauberte Vorbestimmung“, Carl Hanser Verlag, 352 S.,
26 Euro
Édouard Louis: „Monique bricht aus“, S. Fischer Verlag, 160 S., 22 Euro
Peter Weiss: „Der Schatten des Körpers des Kutschers“, Suhrkamp Verlag,
100 S., 15 Euro
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| Hilft jetzt nur noch Alkohol? | 25 Jan 2025 | 00:50:33 | |
Dry January: So beginnt für viele Menschen das neue Jahr. Also beginnen
wir 2025 mit Alkohol oder, genauer gesagt, ohne ihn. In der ersten
Sachbuchfolge von "Was liest du gerade?" in diesem Jahr ist Maja Beckers
wieder als Host dabei und wir diskutieren über das neue Buch des
Bestsellerautors Bas Kast: "Warum ich keinen Alkohol mehr trinke". Er
will uns erklären, wie gefährlich ein Leben selbst mit nur geringen
Mengen Wein oder Bier ist und warum wir daher lieber komplett abstinent
leben sollten. Kann er damit überzeugen?
Außerdem stellen wir das Buch von Caroline Darian vor: Unter dem Titel
"Und ich werde dich nie wieder Papa nennen" schreibt die Tochter von
Gisèle Pelicot über die entsetzliche Geschichte ihres Vaters, dessen
Verbrechen jüngst im Prozess von Avignon dank des Opfers, dank ihrer
Mutter geahndet werden konnten.
Den ersten Satz liefert diesmal Robert Habeck mit seinem Buch "Den Bach
rauf", in dem der Kanzlerkandidat der Grünen seine grundsätzliche
politische Sicht der krisenhaften Lage den Wählern vermitteln will.
Und die furchtbaren Bilder vom brennenden Los Angeles vor Augen erinnern
wir an einen Klassiker, der wie kein anderer diese Stadt mit ihren
krassen Widersprüchen erforscht hat: Der kalifornische Stadtsoziologe
Mike Davis hat in "City of Quartz" bereits 1990 Glanz und vor allem
Elend dieses sehr speziellen amerikanischen Traums kritisiert und immer
wieder vor Gewalt und Katastrophen gewarnt.
Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
Robert Habeck: "Den Bach rauf. Eine Kursbestimmung", Kiepenheuer &
Witsch, 141 S., 18 Euro
Bas Kast: "Warum ich keinen Alkohol mehr trinke. Eine Entscheidungshilfe
auf Basis neuester wissenschaftlicher Studien", S. Fischer, 109 S., 20
Euro
Caroline Darian: "Und ich werde dich nie wieder Papa nennen",
Kiepenheuer & Witsch, 224 Seiten, 22 Euro
Mike Davis: "City of Quartz. Ausgrabungen der Zukunft in Los Angeles",
Assoziation A, 422 Seiten, 24 Euro
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| Große Wohnungen, kleine Gefühle | 11 Jan 2025 | 00:44:15 | |
In der neuen Folge unseres Buch-Podcasts "Was liest du gerade?" sprechen
Iris Radisch und Adam Soboczynski über aktuelle Neuerscheinungen des
neuen Jahres. Julia Schoch hat ihre autofiktionale Trilogie "Biographie
einer Frau" abgeschlossen, in der sie dem Wandel der Liebe in
verschiedenen Lebensabschnitten nachgeht. Trifft es zu, dass wir im Lauf
unseres Lebens immer größere Wohnungen, aber immer kleinere Gefühle
haben? Heute geht es um den letzten Band "Wild nach einem wilden Traum",
in dem die Autorin von einer lange zurückliegenden "love affair" mit
einem katalanischen Schriftsteller erzählt. Die Liebe, bekennt sie,
steht in ihrem Leben immer für etwas Früheres, Älteres, das verloren
gegangen ist. Ist sie am Ende vielleicht vor allem Einbildung, also
Literatur?
In dem großen Roman "Sehr geehrte Frau Ministerin" von Ursula Krechel
ist die Liebe von Einsamkeit und hellsichtiger Desillusion abgelöst
worden. Hier werden vier Frauenleben erzählt und kunstvoll miteinander
verlinkt: das Leben einer älteren Fachverkäuferin für Reformhausartikel
mit ihrem erwachsenen Sohn, das einer Lateinlehrerin mit ihrem Faible
für Agrippina, der Mutter des römischen Imperators Nero, und das einer
Justizministerin, die beinahe das Schicksal von Agrippina erleidet.
Ursula Krechel erzählt von rätselhaften Mutter-Sohn-Beziehungen, von
Alter, Krankheit und Gewalt gegen Frauen. "Die Frau", heißt es
lakonisch, "ist lästig in der Geschichte, sie muss verschwinden. Am
besten, sie räumt sich selber aus dem Weg, sodass kein Schatten von ihr
auf die Geschichte fällt und die Männergeschichte unaufhaltsam ihren
Lauf nimmt."
Unser Klassiker ist die kleine Rede "Lübeck als geistige Lebensform" aus
dem Jahr 1926, in der Thomas Mann, der vor 150 Jahren geboren wurde,
sich zu seinen Wurzeln bekannt hat. Lübeck hat dem Jubilar beim
Schreiben stets als Kompass gedient. Vom Lübecker Bürger ist er zum
Weltbürger geworden, der mit norddeutscher Nüchternheit und Humor zu
einem europäischen Humanismus fand.
Unser Zitat des Monats stammt dieses Mal aus dem neuen Roman
Wackelkontakt von Wolf Haas.
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Literaturangaben:
Julia Schoch: Wild nach einem wilden Traum, dtv, 176 Seiten, 23 Euro
Ursula Krechel: Sehr geehrte Frau Ministerin, Klett-Cotta, 368 Seiten,
26 Euro
Thomas Mann: Lübeck als geistige Lebensform, erschienen in Essays III,
1926 bis 1933 als Teil der Gesamtausgabe im S. Fischer Verlag
Wolf Haas: Wackelkontakt, Hanser, 240 Seiten, 25 Euro
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| Droht uns ein neues 1933? | 28 Dec 2024 | 00:53:56 | |
Die letzte Sachbuchfolge von "Was liest Du gerade?" 2024 wird diesmal
wieder mit einem Gasthost präsentiert: Nora Bossong ist am Mikro dabei,
die in diesem Jahr ihren Roman "Reichskanzlerplatz" veröffentlichte und
auch schon Sachbücher geschrieben hat. Nebenbei klären wir die Frage,
welche Lektüre sie als Schriftstellerin auf die einsame Insel mitnehmen
würde – ziemlich wilde Lektüre, so viel sei schon verraten.
Den ersten Satz liefert diesmal Tobias Haberl mit seinem Buch "Unter
Heiden": Der Journalist erzählt in persönlichen Erlebnissen und
Reflexionen von seiner Glaubenssuche und vom Unverständnis, auf das er
heute trifft, wenn er sich als Katholik outet.
Steht heute wieder der Faschismus vor der Tür? Diese Frage wird momentan
oft und heftig diskutiert, weil die Demokratie kriselt und die AfD immer
stärker wird. Zur Klärung taucht Jens Bisky in seinem Buch "Die
Entscheidung" in die Endphase der Weimarer Republik ein und erzählt
minutiös von deren Untergang – aber was kann man überhaupt aus dieser
Geschichte für heute lernen?
Auf nach Paris! Eine faszinierende Zeitreise dorthin unternimmt László
Földényi in seinem Buch "Der lange Schatten der Guillotine": Er flaniert
durch die Metropole im 19. Jahrhundert, schaut auf alte Artikel, Bilder
und Fotografien, um zu erklären, wie sich an diesem Ort seit der
Französischen Revolution unser modernes, nervöses Bewusstsein
entwickelte.
Auch die Klassikerin stammt diesmal aus Ungarn: Die 2019 verstorbene
Ágnes Heller war eine der wichtigsten philosophischen Stimmen ihrer
Zeit. In ihrem Buch "Von der Utopie zur Dystopie" dreht sich alles um
die Ängste und die Hoffnungen, mit denen die Menschen seit der Antike
auf die Zukunft schauen – und warum die Furcht heute bessere Romane
produziert.
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Literaturangaben:
Tobias Haberl: Unter Heiden, btb, 288 Seiten, 22 Euro
Jens Bisky: Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1933, Rowohlt Berlin,
640 Seiten, 34 Euro
László Földényi: Der lange Schatten der Guillotine. Lebensbilder aus dem
Paris des neunzehnten Jahrhunderts, Matthes & Seitz, 302 Seiten, 28 Euro
Ágnes Heller: Von der Utopie zur Dystopie. Was können wir uns wünschen?
Edition Konturen, 95 Seiten, 19,80 Euro
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| Vom Alltag in der Schwerelosigkeit | 14 Dec 2024 | 00:44:01 | |
In der neuen Folge unseres Buchpodcasts "Was liest du gerade?" sprechen
Iris Radisch und Adam Soboczynski über Samantha Harveys himmlischen
Roman "Umlaufbahnen". Die diesjährige Gewinnerin des wichtigsten
britischen Literaturpreises, des Man Booker Prize, erzählt von einer
Weltraumstation, auf der sechs Astronauten und Kosmonauten um die Erde
fliegen. Wie sieht ihr Alltag im All aus? Von welchen Hoffnungen,
welchen Sehnsüchten zehren diese Frauen und Männer in der
Schwerelosigkeit? Wir lernen: Dieser kleine Planet namens Erde ist nicht
nur verdammt verletzlich, er ist ungeheuer schön.
In Lucy Frickes Bestsellerroman "Das Fest" wird Jakob 50 Jahre alt und
steckt in der schlimmsten Midlife-Crisis: keine Beziehung, kein Kind,
kein Haus. Und der Regisseur ist nicht einmal beruflich sonderlich
erfolgreich. Sein Geburtstag wird trotzdem zu einer Feier des Lebens.
Unser Klassiker ist diesmal Simone de Beauvoirs "Die Mandarins von
Paris". Sie entführt uns in die Intellektuellenszene Frankreichs am Ende
des Zweiten Weltkriegs. Welche Hoffnungen haben die jungen Literaten und
Künstlerinnen? Was denken sie über Amerika? Taugt die Sowjetunion als
Vorbild? Und: Wie wird geliebt?
Unser Zitat des Monats stammt dieses Mal von den Schriftstellern Martin
Suter und Benjamin von Stuckrad-Barre. In ihrem neuen Gesprächsband
"Kein Grund, gleich so rumzuschreien" unterhalten sie sich über Hotels,
Küchen und schlechten Service, aber auch über existenzielle Fragen des
Lebens.
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| Kennen wir Angela Merkel wirklich? | 30 Nov 2024 | 01:06:40 | |
Diese Woche sind Angela Merkels lang erwartete Memoiren unter dem Titel
Freiheit erschienen. 700 Seiten, übersetzt in mehr als 30 Sprachen, nach
zwei Tagen waren sie allein in Deutschland 80.000-mal verkauft. Und in
Washington präsentiert die Ex-Kanzlerin ihr Buch mit Barack Obama.
Grund genug für ein brandaktuelles Sachbuch-Spezial von Was liest du
gerade?, ganz anders als sonst: Alles dreht sich diesmal um Merkels
Buch, und zu Gast am Mikro ist Heinz Bude, der Soziologe und
Generationen-Experte.
Merkels Memoiren standen sofort im Zentrum der Debatten, momentan wird
heftig darüber diskutiert, was ihre politischen Fehler und Irrtümer
waren und wie Merkel darüber heute schreibt. In diesem Podcast versuchen
wir stattdessen einen anderen, analytischen Blick: Was steckt hinter dem
Merkel-Hype und dem Merkel-Bashing? Was will die Ex-Kanzlerin mit ihrem
Buch? Wie typisch oder untypisch ist sie für ihre Generation, wie
wichtig ist ihre DDR-Herkunft? Versteht man sie nach der Lektüre besser,
die erste Kanzlerin, eine Frau aus Ostdeutschland, die dann 16 Jahre
lang regierte und Weltpolitik managte? Wir wollen ergründen, wie sie das
geschafft hat und was das über die Deutschen sagt – und wie Angela
Merkel ihre Geschichte heute für uns erzählt.
Das Team von Was liest du gerade? erreichen Sie unter buecher@zeit.de.
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| Zauberberg an der Ostsee | 16 Nov 2024 | 00:56:28 | |
In der neuen Folge unseres Buch-Podcast „Was liest du gerade?“ sprechen
Iris Radisch und Adam Soboczynski über die fantastische Aktualität eines
der bedeutendsten Romane der deutschen Literatur: „Der Zauberberg“ von
Thomas Mann erschien vor genau 100 Jahren und lässt uns in die Debatten
einer großen europäischen Umbruchszeit eintauchen, aus denen wir viel
für unsere Gegenwart lernen können.
Im neuen Roman „Man kann auch in die Höhe fallen“ von Joachim Meyerhoff
geht es auch um eine Krise: in diesem Fall um die Lebens- und
Schreibkrise des berühmten deutschen Schauspielers und Autors, aus der
er während eines langen Kuraufenthalts bei seiner vor Lebensenergie nur
so sprühenden 86-jährigen Mutter an der Ostsee wieder herausfindet –
indem er ungemein unterhaltsam von ihr erzählt.
Auch in dem autobiographischen Roman „Vilhelms Zimmer“ von Tove
Ditlevsen geht es um die Lebenskrise einer berühmten Autorin, die nicht
weiterleben kann, nachdem sie von ihrem vierten Ehemann, dem
Chefredakteur einer Kopenhagener Zeitung, verlassen wurde. Anrührend und
mit dem mitreißenden Humor der Verzweifelten erzählt die spät
wiederentdeckte dänische Schriftstellerin von ihrer gescheiterten Ehe
und ihren vergeblichen Versuchen, das Leben durch eine skurrile
Heiratsannonce noch einmal neu zu starten.
Unser Zitat des Monats stammt dieses Mal aus dem neuen Buch „Das
Schattengetuschel“ von Botho Strauß, der am 2. Dezember 80 Jahre alt
wird.
Sie erreichen das Team von "Was liest du gerade?" unter buecher@zeit.de.
Literaturangaben:
Thomas Mann: Der Zauberberg, Fischer Taschenbuch Verlag, 1120 Seiten, 22
Euro
Joachim Meyerhoff: Man kann auch in die Höhe fallen, Kiepenheuer und
Witsch Verlag, 368 Seiten, 26 Euro
Tove Ditlevsen: Vilhelms Zimmer, Aufbau Verlag, 206 Seiten, 22 Euro
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