Zwei Menschen sitzen sich gegenüber. Beide sind in einer politischen Frage völlig anderer Meinung: beim Impfen, in der Frage, wie der Westen mit Russland umgehen sollte, oder ob Gendern mehr Gerechtigkeit bringt. Beide haben Mühe zu begreifen, warum das Gegenüber solche Positionen vertritt. Dennoch versuchen sie in einem Gespräch zu verstehen, wie die andere Person zu ihren Ansichten kam. Das ist die Idee von “Warum denken Sie das?”
Jana Simon und Philip Faigle treffen in jeder Folge zwei Menschen, die in einer Frage vollkommen unterschiedlich denken. Sie besuchen die Gäste des Podcasts zu Hause, um zu erfahren, wie ihre Biographien ihr Denken geprägt haben und wie sie zu ihren Ansichten gelangt sind. Anschließend begegnen sich die beiden Antagonisten im Studio zum ersten Mal und versuchen zu ergründen, ob es nicht doch etwas gibt, was sie verbindet.
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"Wenn jemand nicht zuhören will, ist ein Gespräch nicht möglich"
Épisode 23
mardi 16 décembre 2025 • Durée 01:15:20
In der letzten Folge von "Warum denken Sie das?" reden die vier Hosts –
Jana Simon, Philip Faigle, Philipp Daum und Thilo Adam – darüber, was
sie gelernt haben aus den Gesprächen mit Impfgegnern und Ärzten,
Tierschützern und Schweinebauern, Aufrüstungsbefürwortern und -gegnern,
Ukrainern und Russen, Palästinensern und Juden, Klimaaktivisten und
Handwerkern.
Sie haben Menschen zu den großen Streitfragen der Zeit miteinander ins
Gespräch gebracht. Das Ziel war, zu schauen, ob es noch etwas gibt,
worauf sie sich einigen könnten, einen Common Ground. Gemeinsam blicken
die vier ZEIT-Journalisten auf einige bemerkenswerte Momente zurück: Was
ist ihnen besonders in Erinnerung geblieben? Was hat geklappt? Was
weniger? Hat dieses Gesprächsformat unerwartete Erkenntnisse produziert?
Und ist es eigentlich wirklich gelungen, Menschen in diesem Podcast
wieder ins Gespräch zu bringen?
Und sie berichten von den Schwierigkeiten, Gäste zu finden, davon, warum
viele von ihnen danach miteinander Kaffee trinken wollten und warum der
Versuch, ein AfD-Mitglied und eine Grüne zusammenzubringen, am Ende
scheiterte.
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"Das Sondervermögen ist der reinste Verschiebebahnhof"
Épisode 22
samedi 4 octobre 2025 • Durée 01:26:38
Das dritte Jahr in Folge wächst die deutsche Wirtschaft nicht,
Großkonzerne wie VW, Bosch und die Lufthansa streichen Tausende
Arbeitsplätze. Trotz des Infrastruktursondervermögens gibt es ein
Milliardenloch im Bundeshaushalt. Und in den kommenden Jahren geht auch
noch die Babyboomer-Generation in Rente.
In der 24. Folge von Warum denken Sie das? diskutieren die Gäste über
Wege aus der Wirtschaftskrise. Marie-Christine Ostermann, 47 Jahre alt,
ist Präsidentin des Lobbyverbandes „Die Familienunternehmer“ und Chefin
des westfälischen Lebensmittelgroßhändlers Rullko. Sie findet,
Deutschland brauche schnelle, mutige Reformen: Steuererleichterungen für
Unternehmen, Bürokratieabbau und Kürzungen bei Subventionen und
Sozialausgaben.
Der Ökonom Jens Südekum, 50, berät als „persönlicher Beauftragter für
die gesamtwirtschaftliche Entwicklung“ den Bundesfinanzminister Lars
Klingbeil. Gemeinsam mit vier Kollegen hat er das 500 Milliarden Euro
umfassende Sondervermögen entwickelt – Schulden außerhalb des regulären
Haushalts –, mit dem der Bund in die Infrastruktur investieren will. Er
meint: Nur durch die Kürzung staatlicher Ausgaben lasse sich
Deutschlands Wirtschaft nicht retten. In der aktuellen Lage sieht er
auch eine Chance: Jetzt lasse sich größere Vermögensgerechtigkeit
herstellen – durch eine Reform der Erbschaftssteuer.
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"Für mich sind das in großen Teilen Nazis"
Épisode 21
mercredi 9 juillet 2025 • Durée 01:41:48
Sollte der Bundestag oder die Bundesregierung jetzt ein
Parteiverbotsverfahren gegen die AfD beantragen? Ja, findet der bekannte
Medienanwalt Christian Schertz. Felor Badenberg, CDU-Justizsenatorin in
Berlin und ehemalige Vizepräsidentin des Bundesamtes für
Verfassungsschutz, ist überzeugt: Ein Verbotsverfahren würde zurzeit nur
der AfD nutzen.
Ein Gutachten des Bundesamtes für Verfassungsschutz schätzt die Partei
als "gesichert rechtsextremistisch" ein. Dagegen ist die AfD juristisch
vorgegangen. Der Verfassungsschutz hat eine sogenannte Stillhaltezusage
gegeben; bis zur Entscheidung des zuständigen Verwaltungsgerichts nennt
er die Partei nicht weiter "gesichert extremistisch". Die SPD will
dennoch ein Verbotsverfahren prüfen, die CDU die Partei lieber politisch
bekämpfen.
In der 22. Folge von "Warum denken Sie das?" diskutieren die Gäste über
Vor- und Nachteile eines möglichen AfD-Verbotsverfahrens und geben ihre
jeweilige juristische Einschätzung zu dessen Aussichten ab.
Felor Badenberg, 50, stammt aus dem Iran, und ist seit 2023
Justizsenatorin in Berlin. In ihrem vorherigen Beruf beim
Verfassungsschutz hat sie maßgeblich am Gutachten zur Einstufung der AfD
als "rechtsextremer Verdachtsfall" mitgearbeitet. Badenberg ist der
Meinung, man könne der Partei in Gänze im Moment keine
Verfassungsfeindlichkeit nachweisen.
Christian Schertz, 59, ist einer der bekanntesten Medienanwälte
Deutschlands. Er hat mehrere Menschen gegen Rechtsextreme verteidigt. Er
hält die Mitglieder der AfD zu großen Teilen für Nazis. Um die
Demokratie zu verteidigen, meint er, sollte der Rechtsstaat alle Mittel
nutzen, die das Grundgesetz zur Verfügung stellt – bevor es zu spät ist.
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"Ich glaube nicht, dass mehr Waffen Frieden schaffen"
Épisode 20
lundi 28 avril 2025 • Durée 01:30:47
Die Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben ist ausgesetzt. Union und
SPD schließen die Wiedereinführung eines Pflichtwehrdienstes nicht aus.
Und führende Militärs diskutieren öffentlich, wann Russland in der Lage
sein könnte, Nato-Gebiet anzugreifen.
In der 21. Folge von Warum denken Sie das? diskutieren die Gäste deshalb
über Aufrüstung und die Militarisierung der Gesellschaft: Wie soll sich
Europa verteidigen, wenn Donald Trump den Nato-Schutz durch die USA
infrage stellt? Können Waffen wirklich Frieden schaffen? Oder
vernachlässigt die deutsche Politik gerade diplomatische Wege, um Kriege
zu beenden und zu verhindern?
Im Studio sitzen sich zwei Menschen gegenüber, die in dieser Frage sehr
unterschiedlich denken. Patrick Sensburg, 53 Jahre alt, ist Präsident
des Reservistenverbandes der Bundeswehr. Außerdem saß er für die CDU im
Bundestag. Sensburg stimmte schon 2011 als einziger seiner Fraktion
gegen die Aussetzung der Wehrpflicht und hält die aktuellen
Aufrüstungspläne für richtig.
Bascha Mika, 71 Jahre alt, war lange Chefredakteurin der Taz und der
Frankfurter Rundschau. Sie ist neun Jahre nach Ende des Zweiten
Weltkrieges in Polen geboren und war später, geprägt von den
traumatischen Kriegserlebnissen ihres Vaters, in der Friedensbewegung
aktiv. Sie beklagt Angstmacherei und dass selbst Friedensforscher
heutzutage zu viel über Militärstrategien nachdächten, statt über
waffenlose Wege zu einer Welt ohne Krieg.
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„Rechte Parteien gehören zur Demokratie dazu“
Épisode 19
jeudi 30 janvier 2025 • Durée 01:38:05
Donald Trump ist wieder Präsident der USA. Die AfD wird voraussichtlich
bald die zweitgrößte Fraktion im Deutschen Bundestag stellen. Und
erstmals seit 2004 gibt es laut dem Transformationsindex der
Bertelsmann-Stiftung weltweit wieder mehr autokratisch regierte Länder
als Demokratien. In der 20. Folge von "Warum denken Sie das?"
diskutieren die Gäste deshalb: Wie gefährdet ist die Demokratie gerade
wirklich? Hat sie als politisches System noch eine Zukunft?
Im Studio sitzen sich zwei Menschen gegenüber, die in dieser Frage sehr
unterschiedlich denken. Harald Martenstein, 71 Jahre alt, ist in Mainz
geboren, meinungsstarker ZEIT-Kolumnist und Autor mehrerer Bücher. Er
hält die Demokratie für stabil und sagt, der neue US-Präsident und die
AfD machten ihm keine Angst.
Ihm gegenüber sitzt Nina Gbur. Sie ist die Geschäftsführerin des
Netzwerks für Demokratie und Courage in Sachsen. Sie ist 45 Jahre alt,
in der Nähe von Stuttgart geboren und arbeitet seit 21 Jahren in der
politischen Bildung. Gbur lebt seit 15 Jahren in Dresden. Ihr Netzwerk
berät in Sachsen unter anderem Schulen bei Fällen von Rechtsextremismus
und Rassismus. Sie erlebt in ihrer Arbeit täglich Hass und Rassismus und
beobachtet seit Jahren einen Anstieg rechtsextremer Gewalt, ausgehend
auch von Jugendlichen.
Das Gespräch wurde vor dem Messerangriff auf eine Kindergruppe in
Aschaffenburg aufgenommen und vor der Abstimmung im Bundestag, bei der
der Unionsantrag auf einen Fünf-Punkte-Plan zur Migrationspolitik
mithilfe von Stimmen aus der AfD-Fraktion beschlossen wurde.
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Quellen:
Bertelsmann-Transformationsindex
Friedrich-Bergius-Schule
Verbreitung von Antisemitismus
AfD-Politiker und der Vorwurf der Wahlmanipulation
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"Ich gönne Ihnen ja Ihre sozialistischen Träume"
Épisode 18
vendredi 30 août 2024 • Durée 02:13:31
In der 19. Folge von "Warum denken Sie das?" geht es um eine Frage, die
vor den Wahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg kontrovers
diskutiert wird: Wirken die Fehler der Wiedervereinigung 35 Jahre später
noch in Deutschland nach? Und lässt sich damit auch der Erfolg der
rechtsextremen AfD in Ostdeutschland erklären?
Im Studio sitzen sich diesmal zwei Prominente gegenüber, die in diesen
Fragen sehr unterschiedlich denken, und die viele Jahrzehnte ihres
Lebens auf der jeweils anderen Seite des geteilten Deutschlands
verbracht haben. Da ist Eberhard Diepgen, 82 Jahre alt, CDU-Politiker
und Berlins Regierender Bürgermeister in den Jahren 1984 bis 1989 und
1991 bis 2001. Er hat den Einheitsprozess als Politiker mitgestaltet.
Ihm gegenüber sitzt die Essayistin und Schriftstellerin Daniela Dahn.
Sie ist 74 Jahre alt, in Ostberlin geboren. Sie studierte in der DDR
Journalismus, arbeitete beim DDR-Fernsehen, kündigte dort aber 1981 und
war dann kurz vor dem Mauerfall Mitbegründerin des Demokratischen
Aufbruchs. Sie ist seit Jahren eine scharfe Kritikerin des
Einigungsprozesses und veröffentlicht hierzu im Oktober ein neues Buch
mit dem Titel "Der Schlaf der Vernunft".
Beide führen ein kontroverses Gespräch, das zum Teil an die Anfänge der
Bundesrepublik und der DDR zurückführt. Und doch finden beide im Verlauf
des Gesprächs auch überraschende Gemeinsamkeiten.
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"Das ist die Einführung einer dritten Droge, die nicht sein muss"
Épisode 17
jeudi 23 mai 2024 • Durée 01:34:36
In Folge 18 von "Warum denken Sie das?" geht es um eine Frage, die seit
Wochen hitzig debattiert wird: Ist das Gesetz der Bundesregierung, das
Cannabis teilweise legalisiert, ein Fortschritt – oder ein gefährlicher
Schritt in die falsche Richtung? Zu Gast sind wie immer zwei Menschen,
die in dieser Frage sehr unterschiedlich denken.
Steffen Geyer, 45 Jahre alt, kämpft seit mehr als zwei Jahrzehnten für
die Legalisierung von Cannabis. Während seiner Bundeswehrzeit saß er
wegen des Besitzes von Cannabis drei Wochen lang in Haft – aus seiner
Sicht eine Unrechtserfahrung. Inzwischen leitet er unter anderem das
Berliner Hanfmuseum. Die teilweise Legalisierung von Cannabis hält er
für einen richtigen Schritt, allerdings geht ihm das neue Gesetz nicht
weit genug.
Hubertus Adam, 65 Jahre alt, ist Psychiater und Leiter der
Jugendpsychiatrie in Eberswalde, Brandenburg. Er sieht in seiner Klinik,
welche Folgen der Cannabiskonsum für die Psyche von Jugendlichen haben
kann – und lehnt unter anderem deshalb das neue Gesetz zur
Teillegalisierung ab. Er sagt, die neuen Regeln schadeten Kinder und
Jugendlichen, und er findet, die Einführung einer "dritten Droge" neben
Alkohol und Zigaretten sei falsch.
Im Studio von "Warum denken Sie das?" begegnen sich Geyer und Adam zum
ersten Mal. Sie bieten sich gleich das "Du" an – und führen dann ein
sehr persönliches, kontroverses und an vielen Stellen überraschendes
Gespräch.
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„Grüne haben ideologische Vorstellungen, die nicht realistisch sind“
Épisode 16
mercredi 6 mars 2024 • Durée 01:30:24
In der 17. Folge von "Warum denken Sie das?" geht es um
die Bauernproteste in Deutschland. Vor Weihnachten kündigte die
Ampelregierung an, Steuererleichterung für Agrardiesel abzuschaffen und
eine Kfz-Steuer für Landwirtschaftsfahrzeuge einzuführen. Seitdem
protestieren Bauern in ganz Deutschland und blockieren Straßen. Der Zorn
richtet sich vor allem gegen die Grünen. Warum ist die Wut der Bauern so
groß? Sind die Steuererhöhungen richtig? Muss sich die Agrarwirtschaft
insgesamt verändern?
Zu Gast sind zwei Menschen, die ihr Leben der Landwirtschaft gewidmet
haben, und die trotzdem Mühe haben, die Ansichten ihres Gegenübers zu
verstehen.
Christine Reitelshöfer, 56 Jahre alt, ist Bäuerin. Sie ist Mitglied der
CSU und des Landfrauenverbandes und betreibt in Franken einen Hof mit 80
Kühen. Sie sagt: Die Bauern brauchen Hilfe, nicht noch mehr Zumutungen.
Karl Bär, 38 Jahre alt, ist Politiker. Er hat Agrarwissenschaften
studiert und sitzt für die Grünen im Bundestag. Er sagt: Eigentlich sind
Umweltschützer und Bauern natürliche Verbündete, doch die Landwirte
müssten sich von der Chemie- und Maschinenindustrie lösen.
Beide diskutieren sachlich miteinander und stellen – manchmal fast
überrascht – fest, in wie vielen Positionen sie übereinstimmen.
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"Ich finde es nicht gerecht, dass Abertausende in Gaza sterben"
Épisode 15
vendredi 29 décembre 2023 • Durée 01:29:00
In der 16. Folge von "Warum denken Sie das?" geht es um den Konflikt
zwischen Israelis und Palästinensern. Am 7. Oktober 2023 griffen
Terroristen der radikalislamischen Hamas Israel an und töteten dabei um
die 1.200 Menschen. Seit diesem Tag führt Israel Krieg in Gaza. Was hat
das Massaker vom 7. Oktober verändert? Ist das militärische Vorgehen
Israels als Reaktion darauf richtig? Und wie könnte es gelingen, Frieden
in der Region zu schaffen?
Zu Gast sind zwei Männer, deren Biografien sich in vielen Punkten
überschneiden, die aber auch Mühe haben, die Ansichten ihres Gegenübers
noch zu verstehen.
Amos Geva, 37 Jahre alt, ist jüdischer Israeli, Filmproduzent und seit
knapp zehn Jahren Berliner. Er sagt: Die israelische Armee müsse den
Krieg so lange führen, bis die Hamas besiegt sei. Mit Terroristen sei
kein Zusammenleben möglich.
Achille Abboud, 45 Jahre alt, ist palästinensischer Israeli und Christ,
er arbeitet für die Deutsche Welle und lebt seit fast 25 Jahren in
Deutschland. Er verurteilt das Massaker der Hamas, aber kritisiert auch
den israelischen Krieg in Gaza. Man müsse den Palästinensern ein
menschenwürdiges Leben ermöglichen.
Beide streiten respektvoll, stellen aber trotz vieler Parallelen fest,
wie unterschiedlich ihre Herkunft die Ansichten prägt. Am Ende gehen sie
zusammen Hummus essen.
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"Überzeugen Sie die Menschen, aber nicht durchs Festkleben!"
Épisode 14
mardi 25 juillet 2023 • Durée 01:35:06
In der 15. Folge unseres Podcasts "Warum denken Sie das?" geht es um die
Klimaproteste der Letzten Generation. Sind sie legitim und notwendig, um
die Bevölkerung auf die Gefahr der Klimakrise hinzuweisen oder schaden
sie eher, weil sie die Bürgerinnen und Bürger wütend machen und zu stark
in deren Alltag eingreifen?
Wie immer sind zwei Menschen zu Gast, die große Mühe haben, die
Ansichten des Gegenübers noch zu verstehen.
Auf der einen Seite sitzt Carla Rochel, 21 Jahre alt. Sie ist Aktivistin
und Sprecherin der Letzten Generation. Sie ist selbst an mehreren
Klebeaktionen beteiligt gewesen und verteidigt das Vorgehen: Es brauche
derzeit eine Protestform, die nicht mehr ignoriert werden könne.
Ihr gegenüber sitzt Wolfgang Lüttgens. Er ist 65 Jahre alt und
Malermeister in Berlin. Lüttgens und seine Mitarbeiter standen schon oft
in den Staus, wenn Aktivistinnen wie Rochel Berliner Straßen
blockierten. Er lehnt diese Form des Protests ab und sagt, dies führe
eher zu einer Abwehrhaltung bei den Menschen, als zu einem Verständnis
des Problems.
Beide diskutieren eine Stunde lang leidenschaftlich. Anfangs ist das
Gespräch sehr kontrovers, aber mit der Zeit beginnen beide, sich
anzunähern. Und am Ende stimmen sie in einer entscheidenden Frage sogar
überein.
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