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Explorez tous les épisodes du podcast Ring2, das Hamburg Logbuch

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TitreDateDurée
Tiere, Feuer, Sensationen05 Apr 202600:18:22

Das Thema dieser Woche war tierisch. Nachdem Hamburg mit dem gestrandeten Wal vor Timmendorf mitfieberte – der inzwischen „unspektakulär“ vor Poel liegt; ob im Sterben oder sich erholend, ist unklar – besuchte unsere Stadt ein weiteres Wildtier und sorgte für Aufregung sowie Jagdszenen. Zurück blieben ein völlig erschöpftes Tier und eine schwer verletzte Altonaerin.

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Wo der überall entlanggewandert ist! Von Rissen kommend über die S1-Strecke nach Altona. Vorbei an der Kiezlegenden-Kneipe in Othmarschen bis in meinen Stadtteil. B. sagte am Abend: „Krass. In der Passage war ich ein paar Stunden vorher auch.“

Der Wolf kam uns nah, ohne dass die meisten von uns ihn gesehen haben. Inzwischen ist das jugendliche Raubtier nach Niedersachsen verbracht worden. Was aus seinem Opfer wurde? Darüber wird nicht weiter berichtet. (Passt irgendwie ins mediale Schema.)

Osterfeuer in Blankenese

Die Osterfeuer in Blankenese werden, wenn ihr diesen Letter lest, schon abgebrannt sein; letzter Feinstaub wabert vielleicht noch durch das enge Treppenviertel. Bei böigem Westwind hat die ganze Stadt etwas davon – hoffentlich habe ich die Fenster zugemacht. Meine Familie trifft sich am Sonnabend vor Ostern am Viereck-Feuer, einem der vier Feuer in Blankenese und Dockenhuden.

Seit Tagen haben die Bewohner des Geesthangs unter dem Süllberg Holz, Paletten und Weihnachtsbaumgerippe gesammelt und aufgetürmt. Es wurde bewacht, mit Bier begossen (auch mit dem, was nach der Digustation entweicht) und das eigentliche Fest schon einen Tag vor dem Einfall von 100.000 Touristen gefeiert. Vor dem Feuer ist das eigentliche Fest in Blankenese.

Das Viereck Osterfeuer in Blankenese vor ein paar Jahren, Foto: Philip Hauth

Am besten ohne Auto in Hamburg

Wer nicht muss, der fährt nicht mit dem Auto – weder zum Osterfeuer nach Blankenese (keine Parkplätze) noch zu Oma nach Bergedorf (weil die Spritpreise auch einmal am Tag erhöht, zu hoch sind). Dafür ist – danke, Donald – das Benzin einfach zu teuer. 2,22 Euro „schnapszahlt“ der Durchschnittspreis am 4. April. In der Spitze waren es über 2,40 Euro. Allerdings ist die Alternative, das Fahrrad oder der ÖPNV, oft keine. Okay, wir hatten diese Woche keinen Streik, allerdings flickt die Bahn dauernd an überalteter Infrastruktur herum, sodass Bahnfahren in Hamburg immer weniger Spaß macht. Gibt es eigentlich einen ÖPNV-Index für unsere Stadt? Wie hoch ist der Zugewinn an Umweltschutz, Geschwindigkeit (gegenüber Staustehern bspw.), Monetärem oder Bequemlichkeit, wenn ich das Auto stehen lasse? Das würde mich interessieren. (Ja, ich bin Verfechter des 9-Euro-Tickets – am besten sollte der öffentliche Nahverkehr sogar kostenlos sein.)

Für Fahrradfreundlichkeit gibt es ihn: den Copenhagenize Index. Was haben Städte wie Bonn, Utrecht oder Münster Hamburg voraus? Nachdem Hamburg schon 2019 nur Platz 20 einnahm (Tendenz sinkend) – zu langsam und willenlos erschien der Fortschritt zur Fahrradstadt –, flog die Hansestadt in diesem Jahr sogar komplett aus der Betrachtung. Und das in einer Stadt, in der die Grünen seit Jahrzehnten mitregieren.

Schlimm.

Ich habe das Gefühl, wir müssen uns die lebenswerte Stadt immer mehr gegen den Senat erkämpfen. Das gilt für den Verkehrskollaps wie für die fossile Liebe der Stadtkämmerer zu Schiffsdiesel und Kreuzfahrtschiffen – ja, AIDA timet sein Auslaufen nicht nur nach der Flut, sondern auch nach dem Anzünden der Osterfeuer. Fehlt nicht mehr viel, und die Stadt gibt auch das noch vor. (Von Olympia fange ich diese Woche gar nicht erst an. ;)

Gute Nachrichten gab es auch

Die ausgebüxte junge Frau aus Bergedorf ist von allein (und trotz Öffentlichkeitsfahndung) ohne Polizeieskorte am Karfreitag nach Hause zurückgekehrt. Ob sie Stubenarrest hat und nicht zum Osterfeuer darf, ist nicht bekannt. Die Schilleroper in St. Pauli, von der nur noch das rostende Gerippe steht, muss erhalten werden. Das hat – mal wieder – ein Gericht geurteilt. Passieren tut trotzdem seit Jahrzehnten nichts. Wenn es ein kleines widerständiges Symbol für Spekulantengier in unserer Stadt gibt, dann dieses.

Und was macht … der HSV? Der HSV spielt wieder Fußball und startet den Saisonendspurt mit einem Heimspiel gegen Augsburg. Ist Vuskovic, Hamburgs 80-Millionen-Mann, in Torlaune? Hat Ransford Energie tanken können gegen Deutschland? Alles ist angerichtet für ein Fußballfest gegen die formschwachen Fuggerer.

Und der FC St. Pauli? Die Boys in Brown besuchen ihre vermeintlichen Blutsbrüder in Berlin-Köpenick. Wieder startet verletzungsbedingt eine Notdefensive. Viel kann man also nicht erwarten im sechsten Endspiel der 2. Bundesliga-Saison – und vielleicht geht gerade deswegen was?

Hamburg ist nicht … Jamaika

Der Irrsinn der Woche kommt aus Kifferkreisen. Der NDR berichtet über eine Behördenposse, nachdem ein Cannabis-Anbauklub in Wilhelmsburg für ein Industriegebiet „zu leise und zu abgasarm produziert“. Deswegen wurde eine Betriebsgenehmigung nicht erteilt. Vielleicht sollten die Klubs daraus eine Tradition und Touristenattraktion machen – die werden in HH immer hofiert und geduldet. Lärm und Gestank sind da egal.

Wenn dir die Sterne nicht auf den Geist gehen …

Die Hamburger Schule hat mein Erwachsenwerden begleitet. Jetzt, nach 30 Jahren vergessen oder kurze „Ach ja“-Momente auf Geburtstagen, tingeln einige Vertreter dieser zwischen Kommerz und Subkultur verfassten Musikrichtung wieder durch die Gegend. Am Ostersonntag (also heute Abend!) spielen „Die Sterne“ im Übel & Gefährlich. Sogar der Eintritt ist mit gut 30 EUR einigermaßen angenehm für ein Revival.

… und wie wird das Wetter, Seemann?

Zunächst regiert weiter der Westwind. Teilweise böig. Gut ist an dieser Wetterlage, dass auch Schauer schnell weiterziehen. Mitte der Woche dreht der Wind auf Südost; es wird heiter bis wolkig, alles in allem „aprillig“. Die Temperaturen bleiben zweistellig. Immerhin.

Feiert ein frohes Ostern. Jetzt geht’s bergauf – allem Wahnsinn zum Trotz. Euer Erik

PS: Während wir Wölfe jagen und in Feuer starren, streiten sich Peterle Tschentscher und das CDU-Plößchen (Ploß) in Berlin weiter darüber, wer den Hamburger Hafen am liebsten hat. Das tun sie trotz der vielen Themen, die man in HH wirksam angehen könnte. Werdet mal erwachsen, ihr beiden!



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Morddrohung und trotzdem da28 Mar 202600:14:33

Moin Moin Hamburg,

es ist noch nicht mal April, und doch schickt uns der Atlantik sein Wetter. Graupel, Regen, an einem Tag mild, am nächsten ist wieder Winter.

0:14  Willkommen zum Hamburg-Podcast

1:48  Demonstration gegen digitale Gewalt

4:28  Handwerk statt Jurastudium

7:15 HSV und Nationalmannschaften

9:59 Der gestrandete Wal

10:25 Lob für den Podcast

11:43 Hamburg: Olympiaskepsis wächst

13:12 Veranstaltungstipps für die nächste Woche

Kein schönes Demowetter und doch kamen über Zwanzigtausend Menschen zum Rathausmarkt (22.000 lt. Veranstalterinnen), um gegen Digitale Gewalt zu demonstrieren. Collien Fernandez, die mit Ihrer Anzeige gegen ihren Exmann das ganze in Rollen brachte, war auch da - trotz Morddrohungen und unter Polizeischutz. Respekt!

Die Zivilgesellschaft funktioniert, trotz des administrativen Layers, der weiter Politik macht, als sähe man die tausenden von Menschen nicht, die sich die Mühe machen sich auf und ihre Stimmen hörbar zu machen.

Spaltarsch nennt man es, wenn im Skat beide Teams (Lange Farbe, kurzer Weg) dieselbe Punktzahl haben. So sieht es aktuell bei der Zustimmung für Olympia aus. Und wie beim Skat, wären 50% Zustimmung zu wenig, wenn man alle Trümpfe auf der Hand hat, wie der Hamburger Senat in diesem Fall.

Und da hat sich die Nachricht, dass das IOC Trans-Menschen ausschließen will, noch gar nicht durchgearbeitet in den Umfragen.

Der Senat versucht es dennoch - mit einem vesteckten Ass im Ärmel. In Schulen wird über Olympia “informiert” - allerdings nur mit genehmem Unterichtsmaterial. Tricksen, täuschen und sich dann wundern. Wieso muss ich gerade an die SPD denken? Schlimm.

Ich kann das nicht belegen, aber vielleicht hat der Anstieg von Kokain- und Ketaminspuren (ja, das ist das Zeug, dass Elon Musk antreibt) im Hamburger Grundwasser was damit zu tun? Ist ja seelisch auch anstrengend, sich gegen die Realität zu stellen, permanent und mit lauter Halbwahrheiten. Ich möchte kein Politiker sein derzeit.

***

Ich würde gerne ein Handwerk können, greife aber mit zwei linken Händen in die Welt und zu hibbelig bin ich auch. (Bloggen und Podcastern passt da besser). Aber für alle anderen, vor allem die jüngeren Hamburger:innen hab ich eine Idee: vergesst das Jurastudium und BWL (ist nicht nur langweilig und sinnlos, ihr werdet höchstwahrscheinlich noch vor dem 2. Examen von Kollege AI ersetzt) - lernt ein Handwerk! Und übernehmt eines der florierenden Betriebe in Hamburg und Umgebung, die händeringend (sic!) eine Nachfolgerin suchen; wie diese 140 Jahre alte Etuimanufaktur.

Handarbeit ist anscheinend auch noch in den Hamburger Grundbuchämtern angesagt. Und was wäre dieser Letter ohne eine Staumeldung?

Wartezeiten für Grundbuchangelegenheiten von eineinhalb Jahren und länger sind an den Hamburger Amtsgerichten zurzeit keine Seltenheit. Für Bauherren hat das zum Teil teure Konsequenzen. Gerade wer sein erstes Eigenheim hat, hat oft Anspruch auf günstige Förderkredite von der Investitions- und Förderbank (IFB) in Hamburg. NDR

… und was macht der HSV?

Der schimpft in letzter Zeit vor allem über seinen Flügelstürmer Königsdörffer. Schade, dass auch Hamburger Fans immer einen Sündenbock brauchen - ist hier wohl doch nicht so anders, als anderswo. Die Profis des HSV sind derweil auf Länderspielreise und erholen sich von dem Geschimpfe - und für Königsdörffer erfüllt sich unerwartet ein Traum:

Der Kicker weiß …nu flatterte eine positive Nachricht für Königsdörffer herein: Ghanas Nationaltrainer Otto Addo hat ihn für die Länderspiele in Wien am 27. März gegen Österreich und in Stuttgart am 30. März gegen Deutschland nachnominiert.

Und beim FC St. Pauli?

Ist auch Handarbeit angesagt. Nach den Patzern im letzten Heimspiel gegen Freiburg hatte Vasilj mit der bosnischen Nationalmannschaft ein besseres Händchen. Er hielt einen Elfmeter und ermöglichte so das kleine Fußballwunder: Bosnien Herzegowina spielt am Dienstag gegen Italien um eines der letzten WM-Tickets.

Geht doch, Hamburg

Stau auf den Autobahnen und in Ämtern, vermodernde Infrastruktur und nun auch noch kaputtes Geläute bei Hamburgs Wahrzeichen, dem Michel.

Während die Stadt tatsächlich überlegt, schweren LKW zu verbieten über die Köhlbrandbrücke zu fahren (weil marode), stellte sich die Reparatur der Glocken am Michel als Wunderheilung heraus.

”Nach einer halben Stunde war der Schaden am Gestänge und am Gewinde behoben” - weiß der NDR

Hamburg ist nicht … Timmendorfer Strand

Sei ehrlich, du hast die Nachrichten über den gestrandeten Wal am Ostseestrand von Timmendorf auch verfolgt, oder? Und aufgeatmet, als die norddeutsche Menschheit alles in Bewegung gesetzt hat, um das erschöpfte Tier zu befreien.

Timmendorfer Strand ist ja die Riviera Barmbeks, also sowas wie der feuchte Vorgarten Hamburgs. Da wird es euch freuen, dass die Schwimmbagger dem Wal eine Rutsche gebaut haben, mit der er in die offene Ostsee entschwinden konnte.

Unbestätigten Gefühlen zufolge, mischt sich in die Freude, dass “ihr” Wal es heute Nacht zurück ins offene Wasser der Ostsee geschafft hat, auch ein wenig Ärger. Er hätte sich wenigstens gedulden können, bis Sonnenaufgang. Ihr wisst schon, wegen Insta... 😉

Und was macht man nu mit den Tonnen an bestellten Würsten, Bierfässern und Musikanten fürs Wochenende? Vielleicht nach Wismar umlenken, denn dort ist das arme Tier ein weiteres Mal gestrandet. Die Ostsee, von Seglern liebevoll “unsere feuchte Wiese” genannt, weil sie so flach ist, ist eben kein geeignetes Revier für Pottwale. Zuviel Menschen, zuviel Sandbänke, zuviel Lärm.

Österliches und in eigener Sache …

Ich habe von Medienmachern, die ich selbst lese und mag, Lob für diesen Letter bekommen. Das freut mich sehr. Ich mache das aus Spaß und neben meinem Beruf als Agile Coach meist am Sonnabend (wenn andere auf den Markt gehen). Es kostet Mühe, diesen Letter und Podcast zu produzieren - ich würde mich also freuen, wenn ihr mir den Gegenwert für einen Galao am Schulterblatt in die Kaffekasse werft. Oder ein Abo abschließt.

Eine fröhliche Vorosterwoche in der schönsten Stadt für Dich.Danke fürs Lesen

Tusentak für 1.000 Hörer:innen meines Hamburg Podcast: https://fyyd.de/podcast/ring2-das-hamburg-logbuch/0

Ihr seid toll!

DeinErik

tl; dr: Was letzte Woche los war

* Großdemo am Rathausmarkt: Rund 22.000 Menschen demonstrierten gegen sexualisierte Gewalt. Auslöser waren die schweren Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen.

* Quellen: Hamburger Tagesjournal, Abendblatt

* Olympia-Skepsis wächst: Das geplante Referendum für die Spiele 2026/2030 spaltet die Stadt. Laut einer aktuellen Umfrage stehen 50 % der Hamburger dem Projekt kritisch gegenüber.

* Quellen: NDR, Hamburger Tagesjournal

* „Zurück in die Zukunft“: Das neue Musical feierte am 22. März Premiere. Während Marty McFly auf der Bühne den Fluxkompensator zündet, stand in der echten Welt der Verkehr dank Hochbahn-Streiks zeitweise komplett still.

* Quellen: hamburg.de, Hashtag Hamburg (Bluesky/Mastodon)

* Drogen-Check im Gulli: Ein EU-Abwasserbericht sorgte für Gesprächsstoff – die Werte für Kokain und Ketamin in Hamburgs Kanalisation steigen weiter an.

* Quelle: Hamburger Tagesjournal

* Wirtschaft & Hafen: Blohm+Voss hat angekündigt, künftig verstärkt auf den Bau von Seedrohnen zu setzen, während der Verkauf von Luxusimmobilien in der HafenCity stockt.

* Quellen: Abendblatt, Hamburger Tagesjournal

Meine Tipps für nächste Woche

Donnerstag, 2. April 2026

* Analog Festival: Lokale Bandkultur im Nachtasyl (u. a. mit Eat Me und Bleach TV). Start: 19:00 Uhr, Eintritt ca. 8 €.

Samstag, 4. April 2026

* Rap auf dem Wasser: Die Hamburger Rapperin Die P tritt auf der MS Stubnitz auf. Ein Muss für Fans von Boombap und Elb-Vibes.

* Natürlich das Osterfeuer in Blankenese. Ich bin ja qua Geburt Team Viereck - wie man bei der ZEIT Online nachlesen kann.

Die ganze Woche

* Frühlingsdom: Das Heiligengeistfeld bleibt der Place-to-be für gebrannte Mandeln und Hummeln im Bauch. Und dieses Wochenende stören auch keine Fußballfans!



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Von der Arktis bis nach Palma de Mallorca10 Jan 202600:33:42

In dieser Episode des Logbuch-Laut-Podcasts lade ich euch ein, mit mir in die faszinierende Welt der Logbücher einzutauchen. Ich präsentiere eine Auswahl historischer Logbucheinträge, beginnend mit dem Weltumsegler James Cook, dessen poetische Beschreibungen des Ozeans und seiner Herausforderungen zum Nachdenken anregen. Weiter geht es mit Henri David Thoreaus Gedanken über Kälte und Einsamkeit, die uns unsere Menschlichkeit näherbringen. Zudem teile ich Geschichten von Walfängern und Matrosen, die die brutale Realität des Lebens zur See thematisieren. Persönlich hat der 11. Januar für mich eine besondere Bedeutung, und ich schließe die Episode mit meinen eigenen Reflexionen über den heutigen Lebensstil und unsere Verbindung zur Natur ab.


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Heute ist Dein Digitaler Unabhängigkeitstag04 Jan 202600:17:39

Fediverse, am 4. Januar 2026


Elon Musk dreht völlig durch, Mark Zuckerberg verkauft die Daten Deiner Mutter und Jeff Bezos dreht dir überteuerten Ramsch an - weil er weiss, dass du heiß drauf bist. Jaja, das weißt Du alles, aber …


Es gibt ein großes Aber und das ist dummerweise unsere Bequemlichkeit. Es stört im Alltag wenig, wenn der Algorithmus als Türsteher fungiert oder Gmail Deine E-Mails liest; Du hast ja nix zu verbergen.


Aber was ist, wenn sich der Wind dreht? Was ist, wenn das Auge des US-Faschismus dich trifft und dir Konten, E-Mails und der Zugang zu digitalen Welt gesperrt wird. Stimmen verschwinden in Filtern, das Recht, sich zu artikulieren von seelenlosen Bots langsam zerfasert. Es gibt Themen im Netz, da streitest du Abende lang, nur um zu lernen, dass du dich mit russischen Bots geprügelt hast - du wirst dabei müde - die nicht.


Weißt Du, was das Problem am Internet ist?Es führen zu viele Links nach rechts.- Marc Uwe Klings Känguru


Zeit für mehr Autonomie - Zeit für den DI.day


Links und eine Einladung:


* Jeden 1. Sonntag im Monat rufen wir den Digital Independence Day aus. Anleitungen und Idee, wie das geht, findest du auf der Kampagnenwebsite.


* Marc Uwe Kling und das Känguru sind auch dabei


* Einladung: Du bist HHer, magst St. Pauli, wohnst vielleicht im Viertel? Dann komm zu stpauli.social. Du bist herzlich eingeladen.


* Eine Handreichung hab ich in meinem Blog für Dich zusammengestellt - zusammen mit einem Starter Pack, damit Du gleich Gleichgesinnte treffen kannst.


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Neujahr durch die Gezeiten03 Jan 202600:10:08

In dieser Episode präsentiere ich eine einzigartige Sammlung von Neujahrs-Logbucheinträgen aus vier Jahrhunderten. Ich verknüpfe meinen Substack-Newsletter mit Podcasts, um historische Perspektiven auf die Gedanken und Erlebnisse vergangener Persönlichkeiten zu bieten.


Wir hören unter anderem von Harry McNeish, dem Zimmermann der Endurance-Expedition, Samuel Pepys, der das Chaos seiner Zeit schildert, Virginia Woolf, die ihre Gedanken zum Erwachsenwerden reflektiert, und George Washington, der Alltag nach dem Unabhängigkeitskrieg dokumentiert.


Ich lade euch ein, Feedback zu dieser neuen Erzählweise zu geben und über ähnliche Projekte in der Zukunft nachzudenken.


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Weihnachten, Dezember, kann man den Winter vorlesen?17 Dec 202500:29:06

(Vorlese-Podcast) - Winter, Weihnachten - Melancholie und Kerzenschein. Ein Vorlesepodcast für die letzten besinnlichen Tage des Jahres. Und immer kommt Regen darin vor ;)


Alle Ebooks und 1 Kaffe für den Vorleser gibts hier: https://ko-fi.com/ring2/shop


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Mallorca ohne Ballermann – Logbuch Laut03 Dec 202500:34:16

Mallorca im Frühling, Mallorca die Lieblingsinsel meiner Kindheit (Hallo Erobique 😉) Kaum eine Urlaubsinsel hat so viele Facetten, vor allem in der kurzen Zeit, bevor die Ballermänner kommen. Ein Logbuch Laut Podcast mit Texten aus meinem Blog.


Die Texte, die ich in diesem Podcast lese und erkläre:


Die werden mit Kopf gegessen.
Frühling auf Mallorca
Rote Badehose
Mallorcas versteckter Ursprung
Gerhart in Algaida
Südost-Wind bringt den Frühling
Strandbagger
Bonus: der Ballermann-Hit 2026


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Neues und Altes aus Blankenese19 Nov 202500:28:03

In dieser Episode von Logbuch laut tauche ich in die Geschichten und Traditionen von Blankenese ein, einem Stadtteil, der mir besonders am Herzen liegt.


Inspiriert von einem Artikel im Hamburger Abendblatt, reflektiere ich über die untypischen Diebstähle in der wohlhabenden Nachbarschaft und die sozialen Dynamiken zwischen den traditionsbewussten Blankenesern und den neu zugezogenen Wohlhabenden. Ich bespreche lebendige Traditionen wie die Osterfeuer und die Herausforderungen, mit denen die Anwohner bei der Verteidigung ihrer Bräuche gegenüber bürokratischen Regulierungen konfrontiert sind. Darüber hinaus teile ich persönliche Anekdoten über meine Vorfahren und erinnere mich an meine Kindheitserlebnisse, die die Entwicklung dieser besonderen Region und meine Verbindung dazu prägen.


Im Blog:


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Die Dänische Sydsee — Logbuch Laut08 Nov 202500:19:36

Die dänische Sydsee, Seglerparadies in Dänemark und bestes Mittel gegen den Winterblus, sich Geschichten vom Sommertörn vorlesen zu lassen.


Blogposts/ Orte aus dem Podcast:



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Logbuch Laut - Restart mit Teaser18 Jun 202500:07:46

Moin und willkommen zu meinem Restart meines Blog begleitenden Podcast. Hier als Testaufnahme.

Die erste Teaser-Episode liest diesen Logbucheintrag an:

Format: Wöchentlicher Episodenrückblick
Inhalt: Der Autor (oder eine Stimme des Vertrauens) liest ausgewählte Blogeinträge ein, ergänzt sie mit spontanen Gedanken, Kontext, Anekdoten oder Kommentaren „zwischen den Zeilen“.
Besonderheit: So entsteht ein persönliches Audio-Logbuch – nah an der Lesestimme, aber mit zusätzlicher Tiefe.

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Frühling auf Mallorca24 Mar 202400:35:25
500 Zeichen on Tour: Podcast-Episode vier nimmt euch mit in den Frühling auf den Balearen.Abonniere meine 500 Zeichen am MorgenSpendier mir einen Ko-Fi.Texte in diesem Podcast:Teile diesen Podcast gerne, wenn er Dir gefällt. Und sende mir gerne Feedback zu diesem Podcast.Ahoi.

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Politischer Januar - Geisterhafter Februar11 Feb 202400:33:34
In Hamburg regnet es Vorfrühling, der dieses Jahr durchaus politisch ausfällt. Themen in diesem Podcast_ POP-Renaissance, Grünkohl- und Pesto-Rezepte, Politisches – alles in 500 Zeichen. Vorgelesen und erläutert im 500 Zeichen Podcast – Episode zwei.

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Frühling mit Findling 22 Mar 202600:13:07

Moin Moin Hamburg. Wir machen das Dutzend voll. Also: Das war die KW 12 in der schönsten Stadt

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Dieses Wochenende blieb man am besten dort, wo man gerade war. Ver.di streikt mal wieder, die A7 bietet keine Alternative. Wie kommt der HSV eigentlich nach Dortmund – oder zurück? Mein Schulfreund Nils und ich radelten früher zum Volkspark, Schülerkarte fünf Mark. Dazu aber ein annern Mal mehr …

Wer ein Fahrrad hat, kam diese Woche am leichtesten durch unsere Stadt. Zum Glück spielte das Wetter mit. Seit Freitag, 15:46 Uhr, herrscht nun auch kosmisch Frühling. Die Patronen an den Bäumen explodieren. Der Verkehrssenator wünschte sich, Hamburgs Brücken stünden so stabil wie das Hoch über Europa.

If the weather goes high, we go low.

In Bramfeld graben sie für die U5. Keine große Leistung, in Hamburg graben sie immer irgendwo. Aber diese Woche fanden sie etwas: einen Findling. 22 Tonnen Eiszeit-Granit. Ein baupsychologischer Endgegner aus der Erdgeschichte. Die ZEIT Elbvertiefung analysiert das richtig: Das Ding lag dort 200.000 Jahre rum, störte niemanden, und jetzt kommt die Hochbahn und braucht einen Spezialkran. Und was machen wir Hamburger? Wir suchen via Social Media einen Namen für den Brocken. Als bräuchte der Stein plötzlich eine Identität, nur weil er ans Licht kommt. Wahrscheinlich heißt er bald „Steini McSteinface“ und steht als Denkmal in Bramfeld, während Osdorf weiter auf seine U-Bahn wartet. Das ist das Ding mit der U5: Wir planen und planen, am Ende finden wir einen Stein und alles verzögert sich.

Nur der kurze Olaf wird noch kürzer.

Offiziell natürlich Elbtower. Eine Geschichte, die niemand mehr ohne Ärger in der Stimme erzählt. Da steht dieser Stumpf in der HafenCity, seit fast zweieinhalb Jahren, wie ein abgebrochener Zahn. Wir dachten: Das wird eh nichts mehr. Der bleibt so stehen wie die Neubauruinen im Spanien der 80er, als den Bauherren in Malaga das Geld ausging. Aber jetzt meldet das Abendblatt: Positiver Bauvorbescheid!

Dieter Becken und sein Konsortium dürfen weitermachen. Aber – und das ist der eigentliche Witz – der Turm wird gestutzt. Von 245 auf 199 Meter. Ein typischer Hamburger Kompromiss. Wir wollen hoch hinaus, kriegen dann aber Höhenangst vor der eigenen Courage und dem leeren Geldbeutel. Plötzlich fehlen 46 Meter. Die Aussichtsplattform wandert vom 55. in den 43. Stock. Du stehst dann da oben und denkst: „Mensch, 50 Meter höher wäre es schöner gewesen, ich sehe nicht mal den neuen Findling.“

Dass dort jetzt ein Naturkundemuseum einzieht, ist auch so eine verfilzte Geschichte. Oben Luxushotel, unten ausgestopfte Tiere, die die Miete bezahlen.

Peter Tschentscher streitet derweil mit dem maritimen Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß, über Konzepte und die Frage, wer mehr Ahnung vom Hafen hat. Ein Gezerre, wie es nur eine Stadt kennt, die gleichzeitig Weltstadt sein will und dann doch nur eine Ansammlung zugezogener Politprovinzeier ist, die sich gegenseitig nicht das Spiegelei auf dem Labskaus gönnen.

Der Umgang des Senates mit dem Hafen, die explodierenden Kosten für die Schlickverbrennungsanlage und das Sponsoring des „gekürzten Olafs“ zeigen jedem, wie die Stadt mit unserem Geld umgeht. Ich habe mich geirrt: Wir müssen gar nicht nach Paris schauen, um über Olympia zu entscheiden. Die aktuellen Zustände in unserer Stadt reichen, um vor dem Risiko Olympia zu gruseln.

Jazz = Birdland

Die Mopo empfahl für dieses Wochenende das Urban Jazz Festival im Birdland. Jazz ist die Musik Hamburgs und die der Baustellen: Niemand weiß genau, wann der nächste Ton kommt und wie er ins Bestehende passt. Alles improvisiert. Am Ende wundert man sich (zumindest in der Musik), dass es irgendwie harmonisch klingt.

Wer es verpasst hat, der kann am kommenden Donnerstag zur legendären Jam Session in den 40-jährigen Jazzklub schnuppern. Der Eintritt ist frei.

Kostenlos bleibt auch die luftige Fahrt über die Köhlbrandbrücke. Die kostet allerdings uns alle viel Geld: laut Senat jährlich über 10 Millionen Euro Unterhalt, nur damit sie nicht in die Elbe fällt, bevor wir sie 2042 – also quasi übermorgen, in Hamburger Baujahren gerechnet – endlich ersetzen.

Was lernen wir aus dieser Woche? Wir bauen Türme und kürzen sie. Wir finden Steine und taufen sie. Wir streiken und stauen. Jazz bleibt unsere Medizin, wenn alles zu viel wird.

Setzt euch am besten mit dem Rücken zum „Alten Schweden“ und dem Gesicht zur Elbe in die Sonne. Lasst Peter einen guten Mann sein. (Davon gibt es in Hamburg eh immer weniger.)

Und dann ist da ja noch … der HSV.

FRÜHLING!, eine Jahreszeit vor der sich der geneigte HSV Fan gruselt.

Ob das 3:2 in Dortmund nach einer zwei-Tore-Führung schon durch dieses besondere Frühlingsgefühl zustande kam? Was wohl mein Schulfreund Nils dazu sagt? Wenn eure Kollegen leicht verschnupft ins Büro kommt und dem Hamburger SV die Daumen drückt, dann ist das auch eine Form der Allergie.

Beim FC St. Pauli freut man sich auf Philipp Treu. Und hofft darauf, dass die Vorbilder aus Freiburg müde und hochmütig genug sind, damit die Punkte am Millerntor bleiben.

Vielen Dank fürs Lesen und Hören. Teilt diesen Letter bitte in euren Netzwerken.

Dein Erik.

(Nach Diktat verreist, mit dem Rad zum Millerntor)

Hamburg ist nicht … Rostock

In Rostock geht man das Thema Obdachlosigkeit anders an. Grundidee eines neuen Modellversuches, der bisher ein knappes Dutzend Menschen zu einem eigenen Appartment verhalf, ist die Erkenntnis, dass die eigenen vier Wände die Grundlage für eine Besserung im Leben sind. Diese Binse ist in HH leider noch unbekannt.

Quellenverzeichnis

* Hamburger Tagesjournal: Berichte über den Ulmen-Fernandes-Konflikt, den SPD-Parteitag und die VHH-Streiks (März 2026).

* Mopo.de: Kulturhighlights zum Jazz Festival im Birdland und Veranstaltungstipps (März 2026).

* Abendblatt.de: Details zum neuen Investor und dem Bauvorbescheid für den Elbtower.

* ZEIT Elbvertiefung: Hintergründe zum Eiszeitbrocken in Bramfeld und den U5-Planungen.

PS. Sag mal, schreibt meine Schlussredaktion, willst du gar nichts über Collien Fernandez und Christian Ulmen schreiben?

Ehrlich gesagt: nein. Das Thema ist so schlimm wie abstrus. Mit dem glossigen hier Format treffe ich da nur daneben.

Allerdings hat sich vor ein paar Jahren der Vorhang der digitalen Gewalt, der vor allem Frauen hilflos ausgeliefert sind, kurz auch für mich gelüftet.

Als schlimme Männer 2008 in Blog-Kommentarspalten ihr Unwesen trieben, bat mich eine Co-Bloggerin bei „Blogfrei“, für sie zu übernehmen; sie brauchte eine Pause. Was ich dort moderieren musste, war so fies – eine eigene Welt, die ich als weißer Hetero-Mann nicht kannte. Ich war nach diesem Abend völlig fertig, obwohl mich nichts von dem Dreck direkt treffen konnte. Seitdem ahne ich, wie es Frauen regelmäßig online geht.



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Winter— Beobachtungen15 Jan 202400:18:21
Im Winter denke ich an den Sommer. Im Sommer nicht.Willkommen zu meiner ersten Episode meines Podcasts, der die Serie „500 Zeichen am Morgen“ begleiten soll. Erscheint immer Montags alle vierzehn Tage – so bummelig 2x im Monat.Ich lese die 500 Zeichen Postings der letzten zwei Wochen vor und erzähle Hintergründe zu den ja sehr kurzen Geschichten.Vielen Dank an meine drei Supporter, die mir ein Bier oder einen Kaffe ausgebenGib auch Du mir einen Kaffe aus – via Ko-FiVorgelesene Postings:500 Zeichen am Morgen – S01E01Moderator teilt Alltagsgeschichten, spricht über Bio-Bauer, Segelausflug und wachsende Tulpen. Nächste Episode in zwei Wochen. Danke an die Unterstützer!

In dieser ersten regulären Episode des 500 Zeichen Podcasts begrüßt Erik seine Hörer herzlich und wünscht ihnen ein frohes neues Jahr. Er plant, dieses Jahr wieder regelmäßig zu podcasten und vielleicht auch das ein oder andere Experiment auszuprobieren. Erik ist erstaunt, dass seine Nullnummer bereits 50 Hörer hatte, obwohl er ein relativ unbekannter Podcaster ist. Das Thema des Podcasts sind die 500 Zeichen Artikel, die Erik regelmäßig per Newsletter, Blog, Fediverse, Facebook oder Instagram veröffentlicht. In diesen Artikeln teilt er Gedanken, Anekdoten und kleine Geschichten aus dem Alltag. Manchmal experimentiert er auch mit Gedichten oder Dialogen. Er erklärt, dass seine Supporter ihn ermutigt haben, dass es nicht schlimm ist, wenn mal ein 500-Zeichen-Posting langweilig ist, da bereits in ein oder zwei Tagen ein neues kommen wird, das zur aktuellen Gemütslage passt. Erik freut sich über Feedback von seinen Abonnenten und teilt seine Kontaktdaten für Rückmeldungen mit. Für die ersten 14 Tage des Jahres hat Erik geplant, ein paar 500 Zeichen Postings vorzulesen und über sie zu erzählen. Die ersten beiden Geschichten handeln von einem Blogbeitrag über Wellness als Rebellion und einer Erfahrung in Ägypten, bei der Erik ein Zitat über das Vertrauen in Gottes Plan kennengelernt hat. Erik erzählt auch von einer Begegnung mit dem Biobauern Gunnar und seinen Gedanken über die Qualität von frischer Milch. Schließlich erzählt er von einem Segelausflug durch die dänische Südsee und reflektiert über Erinnerungen und ihre positive Wirkung auf die Stimmung in schwierigen Zeiten. Er beendet die Episode mit der Geschichte von Tulpen in einem Glas, die trotz des Abschneidens weiterwachsen und sich zum Licht hin strecken. Erik bedankt sich bei den drei Personen, die ihn unterstützen, und kündigt an, dass die nächste Episode in zwei Wochen erscheinen wird.

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Podcast Nullnummer: “500 Zeichen am Morgen”13 Nov 202300:07:28

Moin,

wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne schreibe und auch gerne podcaste. Ich verbinde das immer wieder und nu wird es Zeit, das auch für die “500 Zeichen am Morgen” auszuprobieren.

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Hamburgs Olympiaträume überschminken die Realität15 Mar 202600:21:11

Logbuch KW 11: Goldrausch an der Alster, Sanierungsstau im Viertel

Moin Hamburg! In dieser Folge schauen wir hinter die glänzende Fassade der Hansestadt im März 2026. Während der Senat das 4,8-Milliarden-Scheckheft für Olympia zückt, bröckelt an anderer Stelle der Putz – und zwar gewaltig.

Erik nimmt euch mit auf eine Tour durch eine Stadt der Kontraste:

Die 4,8-Milliarden-Wette: Warum die Hamburger Olympia-Kalkulation eher nach „Lottogewinn“ als nach ehrbarem Kaufmann klingt.

Schönrechner vs. Realität: Während wir von den fünf Ringen träumen, macht das Holthusenbad wegen Einsturzgefahr dicht. Ein Paradebeispiel für „selektive Knappheit“.

Exzellenz auf dem Trockenen: Die Uni Hamburg glänzt auf dem Papier, aber der „Rumpf“ leckt – zwischen Sanierungsstau und Wohnungsnot.

Vorsicht, Paris-Syndrom: Ein ernüchternder Blick auf die Seine. Was Hamburg aus den „nachhaltigen“ Spielen von 2024 (nicht) gelernt hat – von Gentrifizierung bis zum Wartungsschock.

Lichtblick Alster: Wie ein Kompromiss zwischen Paddlern und Naturschutz zeigt, dass es auch ohne Beton-Milliarden geht.

Außerdem im Logbuch: Ein kurzes Update zum HSV und St. Pauli – zwischen mühsamem Aufstiegskampf und der Suche nach neuer Energie.

Geld ist immer da – man muss es nur für das Richtige wollen. Klar zur Wende!



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Hamburg spürt die Hitze des Krieges im milden Frühling07 Mar 202600:13:41

Freitag, 6. März 2026. 07:14 Uhr. Der Ring 2, die Ringstraße, die das Innen in Hamburg seit den 50ern vom Außen trennt. Vom Winter gegerbtes Asphaltgrau und darüber liegt der Geruch von Diesel, der heute Morgen 20% teurer ist als noch ein Tag zuvor. An der Jet-Tankstelle beim Stadtpark leuchtet die Anzeige: Diesel 2,14 Euro. Ein Mann in einer verwaschenen Jacke starrt auf die Zapfsäule, als wäre sie ein Orakel, das ihm gerade den Untergang prophezeit hat. Er drückt den Hebel nicht ganz durch, er dosiert ihn, Milliliter für Milliliter, als würde er flüssiges Gold in seinen alten Toyota füllen. Das habe ich in meinen 20ern auch so gemacht als ewig klammer Student. Seitdem galt Volltanken ohne auf den Preis zu achten als verdienter Alltagsluxus. Das ist nu voebei. Danke Donald.

Es ist die Woche 10 im Jahr 2026, und das große Metathema, das über dieser Stadt schwebt wie der frühe Nebel über der Alster, ist Energie. Aber nicht nur die Energie, die wir in Kilowattstunden messen oder in Litern bezahlen. Es ist auch die soziale Energie, die Hitze des Krieges, die auch bei uns ankommt und die des Frühlings, die uns Hamburgerinnen auf die Straßen und Plätze treiben.

In dieser Woche fühlt sich Hamburg an wie ein Seismograph, dessen Nadel mit jedem Raketeneinschlag im fernen Nahen Osten erzittert. Wir blicken auf die Elbe und blinzeln in die schon starke Mittagssonne, aber vor Augen haben wir die Feuer im Persischen Golf. Das ist die Realität in dieser Woche: Die Geopolitik hat auch Hamburgs Öffentlichkeit erreicht.

Das Grollen im Osten: Hamburg als Exil und als Echoraum

Wenn man das „Hamburger Tagesjournal“ in diesen Tagen in der Inbox findet, grüßt Mathias Adler nicht mehr nur mit dem Wetter oder der neuesten Posse aus dem Rathaus. Es ist der „Irankrieg“, der die Zeilen füllt. Es ist kein Krieg mehr, den man wegscrollen kann. Er ist hier. In den Gesichtern der Menschen auf dem Steindamm, in der betäubenden Stille vor der Blauen Moschee, die immer noch wie selbstverständlich am Ufer der Außenalster steht.

Die iranische Community in Hamburg – mit rund 25.000 Menschen eine der größten in Europa – lebt in dieser Woche im Ausnahmezustand. Während die Nachrichten von Drohnenangriffen auf Isfahan und der Blockade der Straße von Hormus berichten, sitzen die Menschen im „Teheran“ am Steindamm vor ihren Telefonen. Es ist eine kinetische Energie, aus Sorgen gespeist und dieser euphorischen Hoffnung, das trotz Gewalt und Tod nun doch sich alles zum Guten wandelt. Irgendwie.

Die MOPO berichtet von spontanen Mahnwachen vor dem Generalkonsulat der Iranischen Republik an der Bebelallee. Es ist eine seltsame Mischung aus Hoffnung auf einen Sturz des Regimes und der nackten Sorge vor dem, was mit den Familien in der Heimat passiert. In Hamburg-Nord, wo viele Exil-Iraner der ersten Generation leben, ist die Stimmung bleiern. Die Stadt ist in dieser Woche ein Resonanzkörper für den Schmerz eines fernen Landes.

Vollmond und keine Streiks

Mitte der Woche war Vollmond. Der Mond hing über dem Hamburger Hafen wie eine überbelichtete Werbetafel. Fehlte nur noch, dass da groß “Eine Chance für alle” drauf zu lesen gewesen wäre.

Seit Wochen mal kein Streik. Obwohl ich persönlich die Sperrung der S-Bahn-Strecke von Altona über Sternschanze und Dammtor als ähnlich große Beeinträchtigung werte.

Hamburg baut. Und sucht Geld.

NDR 90,3 meldete am Donnerstag den neuesten Stand zum A7-Deckel in Altona. Es geht voran, aber im Schneckentempo. Die Stadt baut an ihrer Zukunft, während die Gegenwart ihr die Mittel entzieht. Die Kriegsflation, befeuert durch die Unsicherheit im Nahen Osten und die Lobbyisten im Bund, frisst sich durch die Hamburger Haushalte.

Bürgermeister Tschentscher wirkt in dieser Woche wie ein Kapitän, der versucht, ein Containerschiff durch ein Nadelöhr zu steuern. Während die Opposition im Rathaus über die Kosten der Unterbringung von Geflüchteten wettert – die Zahlen steigen wieder, vor allem durch Menschen, die vor den neuen Konflikten im Mittleren Osten fliehen –, versucht der Senat, Ruhe auszustrahlen. Doch die Ruhe ist brüchig. Das „Hamburger Tagesjournal“ merkte süffisant an, dass die „Hamburger Gelassenheit“ langsam in eine „Hamburger Starre“ übergeht.

Und dann ist da ja noch … der HSV:

So schnell kann das gehen. Da wähnst du dich nach einer starken Hinrunde, vor allem zu Hause im Volkspark, angekommen im Mittelfel der Bundesliga, die du als HSVer sowieso als dein angestammtes Spielfeld betrachtest. Und dann gibts zwei kraftlose Heimniederlagen.

Das kann mal passieren, aber doch nicht so. Es scheint, als hätte den HSV eine kollektive Frühjahrsmüdigkeit befallen. Am Samstag ging es zum vermeintlich blutleersten Team der Liga, den Konzernwölfen aus Wolfsburg.

HSV sorgt für vorzeitiges Verbrenneraus

Im dritten Spiel gegen eine Werkself in gut einer Woche hätte man auch gleich zum Elfmeterschießen übergehen können. Viel mehr Energie hatten beide nicht zu bieten. Immerhin: das Elfmeterschießen konnte der Hamburger SV für sich entscheiden. (Was lustigerweise auch die Fans des anderen HHer Klubs freuen dürfte)

Und der FC St. Pauli?

Am Millerntor bereitet man sich derweil auf das Spiel gegen Frankfurt vor. (Sonntag, 15:30 Uhr). Es ist die einzige Form von Eskapismus, die noch funktioniert: 90 Minuten lang so tun, als wäre die wichtigste Frage der Woche, ob Tomoya Andō wieder in der Startelf steht.

Der Puls der Fernwärme und das Versprechen von Morgen

Während die Welt am Persischen Golf brennt, graben wir in Hamburg den Boden auf. Hamburg Energie hat in dieser Woche den Startschuss für den massiven Fernwärmeausbau im Norden gegeben. 4,7 Kilometer neue Leitungen, eine Operation am offenen Herzen der Infrastruktur. Es ist die Ironie unserer Zeit: Wir planen die Klimaneutralität für 2045, bauen Wasserstoffnetze wie das „HH-WIN“, von dem Tschentscher und Fegebank träumen, während die Gegenwart uns mit der nackten Geopolitik ins Gesicht schlägt.

Die Schlussredaktion fragt, ob wir in HH unsere Fernwärme mit Gas oder Öl anfeuern? Das wäre dann ja auch irgendwie doof. Recherchen ergeben: Abwärme und Kohle heizen unseren Wasserdampf, der große Teile der Stadt wärmt (dieses Jahr noch, dann soll Wedel abgeschaltet werden). Das beruhigt auf eine merkwürdige Art.

In den Kneipen von Barmbek-Nord spricht niemand über den „Green Hydrogen Hub“ in Moorburg. Man spricht darüber, ob die Heizung im nächsten Winter noch bezahlbar ist, wenn die Straße von Hormus dicht bleibt und der Vermieter wegen der Merzschen Propaganda eine neue Gasheizung installiert.

Was war sonst noch?

* Kultur: In der Elbphilharmonie gab es ein Benefizkonzert für die Opfer im Iran. Die Hochkultur versucht, zu helfen, dem Chaos eine Struktur zu geben. Wenn Geigen gegen das Echo der Explosionen in Teheran anspielen, bleibt ein hilfloser Beigeschmack.

* Polizei: Erhöhte ihre Präsenz rund um die jüdischen Einrichtungen im Grindelviertel. Die Angst vor zusätzlichem Antisemitismus wächst mit jedem Tag, an dem der Konflikt im Osten eskaliert.

* Zeugen wider Willen: Rund 30.000 Deutsche sitzen derzeit in der Region fest, ein signifikanter Teil davon sind Hamburger Urlauber und Geschäftsleute (NDR Info, 02.03.2026). Was als luxuriöser Stopover oder Routine-Trip begann, ist für viele zum Albtraum geworden. Das „Hamburger Tagesjournal“ berichtet am Dienstag trocken, aber treffend von den „Zeugen mit Flugverbot“ (Tagesjournal, 03.03.2026).

Besonders dramatisch ist die Lage für jene, die auf den Kreuzfahrtschiffen von TUI Cruises festsitzen. Man muss sich das vorstellen: 2.500 Menschen an Bord, der Kapitän versichert, der Hafen sei „relativ safe“, während draußen die Lufträume von Dubai bis Oman dichtgemacht wurden (NDR Info, 02.03.2026).

Ottensen ist nicht Mailand

Gestern Abend schlendere ich durch Ottensen. Vor jedem Restaurant sitzen Menschen und genießen den lauen Spätwinterabend. Kaum klettert das Thermometer über 13 Grad, strömen die Hamburger aus ihren Altbauwohnungen und bevölkern die Straßen und Plätze. Nicht nur zum Protest, sondern auch um die Energie des Frühlings aufzunehmen, nach diesem langen frostigen Winter.

Junge Pinneberger trinken Cocktails vor der Rehbar in der Ottenser Hauptstraße, eine Freundin feiert ihren Geburtstag im Fischi. Es wird bis weit nach Sonnenuntergang draußen gebufft, gegrillt, gelacht und gestritten.

Der Iran ist derweil nicht weit weg. Er lebt mitten unter uns, in den Villen in Hochkamp, trinkt Tee mitten auf dem Steindamm, pendelt in der U3; er wartet in der Schlange beim Bäcker in Eppendorf und begegnet uns in den Schlagzeilen dieser Woche. Und sehr wahrscheinlich bleibt das auch nächste Woche so.

Moin und einen schönen Sonntag, euerErik

Anmerkungen der Schlussredaktion: “Sag mal, Erik, willst du gar nichts zum Saharastaub machen?”. Och nee, das ist mir zu boulevardesk, außerdem ist der ja nix Neues. Milchige Wärme, die in der Tagesschau das Prädikat “zu warm für die Jahreszeit” bekommt; wobei ich das irgendwie irreführend finde: wer weiß denn schon, was neuerdings “normal” ist?

Aber den internationalen feministischen Kampftag hätte ich beinahe verbaselt; typisch Mann. Nächste Woche findet für Interessierte bspw ein Female Maker Hub statt. Machen statt reden, finde ich gut. Reparieren statt Shoppen ist mal ne gute Idee.

PPS dieser Letter / Podcast erscheint wöchentlich am Sonntag und schaut auf die Woche in der schönsten Stadt. Er bleibt kostenlos und spamfrei. Wenn er Dir gefällt, teile ihn in deinen Sozialen Medien und spendiere dem Autor eine Galao oder ein Ratsherrn 0.0 via Ko-Fi…

Ich bedanke mich bei allen Spender:innen und Abonnenten. Werde doch auch eine:r:

Quellenverzeichnis: KW 10 (2026)

* Hamburger Tagesjournal (03.03.2026): Leitartikel von Mathias Adler zum „Wurmmond“ und der geopolitischen Lage.

* NDR 1 / 90,3 (05.03.2026): Bericht über die Bauverzögerungen an der A7 und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Hafen-Unsicherheit.

* Hamburger Morgenpost (MOPO, 04.03.2026): „Angst um die Heimat“ – Reportage über die iranische Community in Hamburg und Mahnwachen in der Bebelallee.

* Hamburger Abendblatt (06.03.2026): Analyse der steigenden Energiepreise im Hamburger Stadtgebiet und der Reaktion des Senats auf die Flüchtlingszahlen.

* Polizeipressestelle Hamburg (07.03.2026): Meldung zur Sicherheitslage und dem Schutz religiöser Einrichtungen im Kontext der Nahost-Eskalation.



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17 Grad in HH — Frühlingsgefühle an der leeren Haltestelle01 Mar 202600:18:11

Moin Moin Hamburg. KW 9 · retroglossiert.

Siebzehn Grad bekamen wir in dieser Woche. Der Frühling ist da, die Natur explodiert und die Menschen strömen auf die Straßen, die Plätze, an den Fluss. Wie schnell der Schnee und das Eis auf der Elbe doch schmelzen, wenn der Atlantik warmen Wind über die Elbe schickt.

In Ottensen profitieren die Cafés, die in einer Sonnenschneise liegen. Dort sitzen die Hamburgerinnen zur Not übereinander — Hauptsache in die Sonne blinzeln. Die anderen müssen wohl oder übel noch ein wenig warten, bis die Sonne über die Häuserschluchten herüber luken kann. Das kann locker bis in den März dauern. Der Frühling ist früh dran.

Siebzehn Prozent bekommen Frauen in HH durchschnittlich weniger Gehalt als Männer. Am Freitag “feierte” Deutschland seinen “Equal Pay Day” - den Tag, bis zu dem Frauen umsonst gearbeitet haben 2026. Die Hamburgerinnen müssten eigentlich noch bis zum 3. März warten, denn bundesweit liegen wir bei “nur” 16%.

Chapters

* 2:03 Frühlingsgefühle in Hamburg

* 4:39 Peters große Show

* 7:12 Streiks in Hamburg

* 11:04 HafenCity und der Wandel

* 12:04 HSV und seine Neuigkeiten

* 13:42 FC St. Pauli und der Druck

* 14:19 Hirsche im Hirschpark

* 15:37 Gute Nachrichten zum Schluss

Peters große Show

Donnerstagabend, kurz nach acht. Der Hamburger Hafen liegt vor einem irgendwie dunklen Himmel. Die Elbe schiebt sich schwarz und träge in Richtung Nordsee. Und dann — Licht. Also viel mehr Licht, als ohnehin schon im Hafen den Himmel verseucht.

Neunhundert Drohnen steigen auf, formieren sich über dem Wasser, malen pittoreske Piktogramme in den Nachthimmel: Schwimmer, Läufer, Sprinter, das Olympische Feuer. Dazu ein Motto, in leuchtenden Buchstaben, das sich so nur ein Sozialdemokrat ausdenken kann: „Olympia in Hamburg. Eine Chance für alle.”

Es war, so berichten geladene Zeug:innen, durchaus beeindruckend.

Die Show war nicht angekündigt. Sie war nicht öffentlich. Kaum eine Chance, sie zu sehen - schon gar nicht für alle.

Die Show war Teil der Senatspräsentation in der Elbphilharmonie — exklusiv, für geladene Gäste, für Politikerinnen und Olympia-Legenden, für die, die schon wissen, worum es geht. Die anderen, die zufällig unten am Wasser standen, haben einfach Glück gehabt.

Ich war zu Hause, wie die meisten Hamburger:innen. Was bedeutet, „Eine Chance für alle” krepiert als Slogan ziemlich früh.

Willkommen in Hamburg, Woche neun. Der Senat träumt groß und die Hochbahn streikt gleichzeitig. Das ist ein Widerspruch, den Peter Tschentscher auflösen muss, will er die Stadtgesellschaft für eine Olympiabewerbung gewinnen.

Die Bewegung “Nolympia” hat derweil Anfang der Woche ein Quorum übersprungen, und nun muss sich die Bürgerschaft mit den Gegner:innen von Olympia beschäftigen. Die Drohnenshow war dagegen einfach, Peter.

Ein Bürgermeister, der die Olympiabewerbung Hamburgs zum Muss hochjazzt, eine Promoshow nur für Gewogene offenbar von Steuerkohle bezahlt, darf sich vor der Auseinandersetzung mit seinen Bürgern ruhig ein wenig fürchten. Ich frage mich, oder ist er einfach nur arrogant?

Drei Uhr morgens, nichts fährt mehr

(Dieser Satz fiel nicht in der Spielbank Hamburg)

Dieser Blog/Letter erscheint so erst zum 2. Mal und gleich müsssen wir uns um ein Deja vu kümmern: Streik.

Ver.di hat mal wieder zu einem Warnstreik aufgerufen — Hochbahn und VHH, bis Sonntag früh. Diesmal sind nicht nur die Busse betroffen. Die U-Bahnen fahren auch nicht. Die Linien U1, U2, U3, U4: stehen. Die Busflotte: steht. Die Stadt: steht. Wer muss (also alle außer Bürgermeistern und Reedern), nimmt das Fahrrad oder die eigenen Beine.

Immerhin: Am Elbtunnel wird nicht mehr gestreikt, äh gesperrt. Die Lkw rollen wieder. Die Autos rollen wieder. Nur die Menschen in der Stadt, die Busse und U-Bahnen brauchen, die schauen in die Röhre. Das hat eine eigene Logik: In Hamburg läuft der Verkehr für Waren besser als der für Menschen. Diese Woche pulsiert nur der Hafen und Peters Ego.

In der Alster schwimmen Schwermetalle?

Das hat zumindest der BUND herausgefunden — oder genauer: befürchtet. Die Projektgruppe „Nein zu Olympia” warnt, dass bei Schwimmwettbewerben in der Außenalster Schlamm aufgewirbelt werden könnte, der Quecksilber und krebserzeugende Substanzen enthält. Die Stadt, verkündet das Tagesjournal trocken, „ist sich dieser Belastungen bislang nicht bewusst.”

Man muss das kurz sacken lassen. Hamburg bewirbt sich für Olympische Spiele. Man möchte Schwimmer in der Alster plantschen lassen. Und ist sich dabei der Schwermetalle im Boden nicht bewusst.

Das Finanzierungskonzept soll in der zweiten Märzhälfte vorgestellt werden. Ob ein Konzept für den Alsterschlamm dazugehört: unbekannt. Die Gegner der Bewerbung — die Initiative NOlympia hat über 17.000 Unterschriften gesammelt — dürften sich freuen.

A pros pos Finanzierung: Der Pariser Vizebürgermeister hat bei einem Frühstück gesagt, die Kosten seien kein Problem. Das reicht offenbar als Finanzierungsgrundlage, wenn man Olympiabefürworter in der Bürgerschaft ist. Ab Ende April kann per Briefwahl über die Bewerbung abgestimmt werden. Hamburg entscheidet dann, ob es ein neues Kapitel seiner Stadtgeschichte schreiben will — während die U-Bahnen streiken und die Alster vor sich hin schimmert.

(Naja, sagt mir gerade meine Schlussredaktion, das kann ja auch eine Chance für alle sein — (sic!) — so wie wenn man Besuch bekommt und all das aufräumt, was bisher liegen geblieben ist)

Danke, dass Du Ring2, das Hamburg Logbuch liest. Bei Gefallen, teile es doch bitte …

Hafen- statt Medienstadt

In der HafenCity beginnen die Bagger zu arbeiten, wo einmal Gruner + Jahr stehen sollte.

Baufeld 73 war jahrelang die Metapher für den Niedergang der deutschen Verlagslandschaft — ein reserviertes Grundstück für ein Verlagshaus, das es nicht mehr gibt. Jetzt baut dort eine andere Familie, statt den Jahrs die Familie Aponte, die hinter der Reederei MSC steht, eine neue Deutschlandzentrale. Sieben Stockwerke, über hundert Meter lang, fünfzehntausend Quadratmeter Glasfläche, direkt südlich der Deichtorhallen. Mindestens tausend Quadratmeter davon sollen öffentlich sein — Showroom, Restaurant. MSC ist Miteigentümer der HHLA und damit tief verankert in dieser Stadt. Wo ein Medienkonzern aufgehört hat zu existieren, beginnt ein Logistikimperium zu wachsen. Das ist kein Zufall. Das ist Hamburger Wirtschaftspolitik in Echtzeit.

Und dann ist da noch …. der HSV

Der HSV hat diese Woche sein Fankredit-Darlehen zurückgezahlt, das er in schlechten Zeiten benötigt hatte. Der Verein ist schuldenfrei. Verteidiger Luka Vusković hat seine Führerscheinprüfung bestanden. Für HSV-Fans hat der Führerschein von Vusković vermutlich dieselbe emotionale Bedeutung wie die Schuldenfreiheit des Vereins. Der FC Hollywood für Arme war gestern. Heute segelt der Dino steady.

Beim FC St. Pauli sprießen diese Woche die Krokusse nach dem Sieg gegen Werder besonders schön. Doch: anders als letzte Saison haben die Kiezkicker in dieser Saison auswärts (also außerhalb von Hamburg) noch kein einziges Spiel gewonnen. Trainer Alexander Blessin sagte am Freitag: „Wir wollen mehr.” Das klingt nach Trotz. Es klingt auch ein bisschen nach Pfeifen im Keller. Statt Platz 17 (die Zahl des Letters diese Woche) stehen die Boys in Brown auf einem Nichtabstiegsplatz (bis Sonntag mindestens), weil seine Stürmer plötzlich treffen und Vasilj wieder in alter Topform ist. Trotz nur gut 17% Siegchance.

Aus dem Hirschpark in Nienstedten wurden diese Woche drei Damwildhirsche nach Rissen umgesiedelt. Grund: Im Hirschpark war keine artgerechte Haltung mehr gewährleistet. Die Freunde des Hirschparks zweifeln das an. Was unstrittig ist: Den Hirschen wurden für den Transport die Geweihe entfernt.

Ich bin quasi im Hirschpark aufgewachsen und kann berichten: die Hirsche hatten es nie leicht in dem Park. Nervende Kinder, besoffene Nachtschwärmer, die sie mit Pommes füttern und lebensmüde Frauen, die sich neben dem Gehege erhängen. Im Klövensteen geht es ihnen sicher besser. Da ist es bekanntlich sehr ruhig.

—》Ob der Park umbenannt werden muss, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Die gute Nachricht der Woche zum Schluss …

Steuerfreiheit für die Süderstraße

Gleichzeitig hat Hamburg beschlossen, die Hundesteuer für adoptierte Tierheimhunde drei Jahre lang auszusetzen. Das ist eine echte, unkomplizierte, gute Nachricht. Keine versteckten Kosten, kein Senatsbeschluss mit Hintertür, kein Finanzierungskonzept, das erst in der zweiten Märzhälfte kommt. Einfach: wer einen Hund aus dem Tierheim holt, zahlt drei Jahre keine Steuer.

*Wuff.

— aufgeschrieben/ eingesprochen von Erik Hauth in Hamburg Altona am 28. Februar 2026

Feedback-Ecke:



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Ring2 - das Hamburg Logbuch21 Feb 202600:20:40

Moin Moin Hamburg,

vielen Dank für das Feedback zu meiner Kolumnen-Nullnummer “Hamburg, du doofes Schlagloch”.

Ich verarbeite in diesem Podcast meine eigene Medienkritik, Lob (Danke C.) und Tadel (Danke B.).

Hamburg ist nicht Berlin als Rubrik ist gebongt; einen Sidekick brauche ich noch - und mehr Anekdoten braucht es auch…

Ah ja, eine Frage noch:

Chapters

0:20 Einführung in den Podcast

2:01 Feedback und Interaktion

3:19 Geschichten aus dem Bloggen

4:54 Anekdoten und persönliche Erlebnisse

6:33 Hamburg ist nicht Berlin

6:55 Einblick in den Newsletter

12:36 Glosse über Verkehrsprobleme

17:41 HSV und Hamburger Fußball

19:57 Abschluss und Umfrage



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Café und andere Infusionen07 Feb 202600:12:06

Thema: Kaffe, Kaffee, Caffé, als Espresso, Galao oder aus der großen Kanne

Kaffe spielt in meinen Geschichten eine der wichtigen Nebenrollen; Zeit das wichtige Getränk zur Hauptfigur zu machen - für einen Podcast.

Ich lese aus Logbucheinträgen von 2013 bis 2025:

* Kaffe zum Fang

* Bunte Kaffeflecken

* Stille Sucht

* Als Caffè Cortado

* Flüchtige Liebe

alle Kaffe-Logs im Blog lesen

PS als Bonus gibts morgen noch einen Text von Benny Miller (Wenn dir das hier zu wenig Text war ;)

PPS Vielen Dank, Tom, für das nette Feedback. Tom hört meine Texte gerne bei der Fahrt zur Arbeit. Wo lest und hört ihr mich? Bitte melden …



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Kaffeonkel31 Jan 202600:15:59

Kaffee trinke ich länger als Bier. Und habe nie länger als einen Tag auf ihn verzichtet.

Früher, als wir uns die Nächte in Medienlaboren und im frühen Internet um die Ohren geschlagen haben, literweise aus großen silbernen Kannen. Heute kleiner und schwarzer als Espresso.

Drei Espressi sind es im Schnitt. Mal schwarz, mal als Schweizer Melange mit ein Spritzerchen Kakao. Etwas, was es früher bei Lufthansa an jedem Gate kostenlos zur Frankfurter Zeitung gab.

Eine stille Sucht, die ich mit allen teile, die ich kenne.

Chapters

0:05 Einführung in die Kaffeewelt

3:10 Kaffee und Krimis

9:32 Die Reise zum Kaffee-Nerd

12:28 Kaffee und schlechte Laune

14:05 Nu mach ich mir n 2.

Ein Bekenntnis zum Druck

Ich bin ein Kaffeeonkel. Das ist kein Titel, das ist eine Diagnose. Es ist die Wahrheit, die mir jeden Morgen erstellt wird, bevor die erste Tasse meine Synapsen flutet. In dieser Episode habe ich versucht, das in Worte zu fassen – 500 Zeichen Mastodon-Lyrik verlängert zu einem Audio-Manifest über die einzige Substanz, die ich mir jeden verdammten Tag zuführe - als Longo quasi. Bier? Kann ich lassen. Aber Kaffee ist das Benzin, das diesen Motor am Laufen hält.

Zornig dunkel und literweise

Erinnert ihr euch an die Zeit, als wir noch unsterblich waren? In den Medienlaboren der Neunziger, im “frühen Internet”. Da tranken wir keine “Notes of Apple and Rose”. Wir tranken Schlamm. Er kam aus riesigen silbernen Kannen, er war zornig dunkel und schmeckte im Abgang ein bisschen angebrannt. Wir haben ihn uns literweise in die Hälse gekippt, heiß und gnadenlos, wie das Leben selbst. Wir waren in unseren Zwanzigern, unsere Mägen waren aus Eisen, und wir brauchten diesen Treibstoff, um den Mantel der Müdigkeit zu zerreißen.

Heute ist alles kleiner, schwärzer, konzentrierter. Drei Espressi. Das ist mein Maß. Keine Milch. Um Himmels willen, keine Milch. Ich habe dieses ganze “Latte Fantastic”-Gedöns nie verstanden. Ein Dreiviertelliter weiße Babynahrung mit einem lütten Schuss Koffein? Das ist kein Getränk, das ist ekelhaft. Ich will den reinen Stoff.

Die italienische Verschwörung

In der Episode erzähle ich von meiner ersten Espressomaschine (die noch heute unseren Morgen startet). Ich stand bei diesen zwei wunderbaren Italienern in der Juliusstraße, umgeben von Chrom-Monstern, die so viel kosten wie eine Niere. Und ich fragte: “Was kauft man, wenn man pleite ist, aber das Leben italienisch starten will?” Und sie flüsterten mir zu, als würden sie mir Staatsgeheimnisse verraten: “Kauf ‘ne DeLonghi. Aber sag es nicht unseren Eltern”. Und genau das habe ich getan. Eine Maschine, die Wasser heiß macht und es mit Druck durch Pulver jagt. Mehr braucht der Mensch nicht. Kochendes Wasser, Druck, Erlösung. Die Alltagsvariante von Glaube, Liebe, Hoffnung.

Kommissare auf Entzug

Es gibt einen Grund, warum skandinavische Kommissare Kaffee trinken und deutsche Tatort-Ermittler Bier. Der Deutsche will betäuben, der Schwede will wach bleiben, um klar in den Abgrund zu schauen. Wenn ein Autor nicht weiterweiß, lässt er seinen Kommissar Kaffee kochen. Es ist das universellste Ritual des Universums. Nimm einem Menschen das Essen weg – er wird hungrig. Nimm ihm den Kaffee – und du hast eine Revolution. Nichts macht Menschen so aggressiv wie der Entzug ihrer Droge.

Hört euch die Episode an. Es ist ein Experiment. Ein Text, eine Stimme, eine Sucht. Und dann kommt rüber zu stpauli.social. Da gibt es auch für euch 500 Zeichen Platz, für eure kleinen Neurosen.

Aber erst mal: Kaffee. Schwarz. Jetzt.



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Benjamin hört Stimmen28 Jan 202600:23:07

Heute geistern aber viele Leute in meinen Gedanken herum. Morgens beim Kaffe muss ich an den Abstieg der USA denken, die einst von einem Schauspieler als Präsidenten geführt wurden, dann von einem Kriegshelden und nu (wieder) von einem Reality TV Star. In Staffel 2 geht alles den Bach runter.

Ich schaue immer beim ersten Schluck auf die schutzlos im Wind wiegenden klammen Finger der Birke gegenüber, und denke den ersten Gedanken des Tages: Was kommt als nächstes? Hätte Hollywood nicht jemanden zu bieten? Mark Ruffalo vielleicht - der ist auch bei Substack und hat ne ganz coole Attitude.

Heute Nachmittag sitze ich beim Tee, da springt ein Gedanke über KI-Modelle mir in den Kopf: Wenn die den Stil eines jeden kopieren, remixen und erweitern können, dann könnte ich doch auch meine Texte von anderen Autoren schreiben lesen lassen. Oder von Kombinationen. Von “Benjamin Miller” bspw. oder “Philippe Keruac”. Wie würde sich das anfühlen, wenn Henry Miller und Benjamin von Stuckrad-Barre - also eigentlich ihre energiehungrigen Sprachmodelle, meinen Podcast “anhörten”, den über arktische Logbücher vielleicht, und darüber schrieben?

OK, Benni Miller, dann wollen wir mal:



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Hamburg und die Hitze22 Jun 202600:15:32

Kalenderwoche 26 · Montag, 22. Juni 2026 Erik POP — die wöchentliche Hamburg-Kolumne aus Altona

Moin.

Die zurückliegende Woche war eine von der schwülen Sorte. Über 30 Grad, Tropennacht, Gewitter im Anflug — Fenster auf oder zu? Hamburg hat in sieben Tagen gleichzeitig demonstriert, gefeiert und geschwitzt. Hol Dir einen heißen Tee und folge mir in die News der letzten Woche … (auch wenn ich den Sonntag total verschwitzt habe ;)

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Wer ist hier radikal? Die Bürgerschaft und der Verfassungsschutz-Check

Fangen wir mit dem an, worüber man eigentlich länger reden müsste, als es eine Kolumne hergibt. Am Mittwoch hat die Hamburger Bürgerschaft die sogenannte Regelanfrage beschlossen — künftig prüft der Verfassungsschutz Bewerberinnen und Bewerber für den öffentlichen Dienst ob sich nicht doch radikale Ideen hinter der Fassade verbergen. SPD, Grüne und CDU stimmten dafür, Linke und AfD dagegen. Am Ende: Angenommen mit 85 zu 25 Stimmen.

Ein Zusatzantrag schärft nach: Das Landesamt für Verfassungsschutz soll künftig nicht nur sagen ob, sondern auch was es über jemanden weiß. Nach drei Jahren wird das Gesetz überprüft. In Kraft treten könnte es schon im August.

Und das ist eben kein Detail aus dem Maschinenraum der Verwaltung. Der SPD-Innenpolitiker Sören Schumacher sagt, man müsse verhindern, dass Verfassungsfeinde staatliche Institutionen unterwandern. Die Linke — Deniz Celik — warnt, dass unter dem Vorwand des Demokratieschutzes auch Menschen eingeschüchtert würden, die sich für Antifaschismus, Klimaschutz oder Frieden engagieren. Schon einen Tag vorher, am Dienstag, gingen Menschen dagegen auf die Straße: Die Polizei zählte 260, die Veranstalter sprechen von rund 500. Für die Wichtigkeit des Themas eigentlich zu wenige.

Verkehr: Hamburg fährt Rad — und die Bahn fährt nicht

Am Sonntag war die Stadt für einen Tag in der Hand der Radfahrenden. Die 31. Fahrradsternfahrt — Veranstalter ADFC und Mobil ohne Auto — zog von über 60 Startpunkten zwischen Itzehoe und Lüneburg in die Innenstadt. Zehn- bis zwölftausend Menschen wurden erwartet. Das Highlight, wie jedes Jahr: einmal mit dem Rad über die Köhlbrandbrücke, der einzige Tag im Jahr, an dem das geht. Treffpunkt war am Jungfernstieg, 15 Uhr, dann der Endspurt über die Lombardsbrücke. Gefordert wurde, was hier seit Jahren gefordert wird: Tempo 30 innerorts und eine autofreie Innenstadt im Ring 1. Bundesweit gab es 13 solcher Sternfahrten, Motto: „Die Zukunft fährt Rad.”

Zänk You. Sommer ist Baustellensaison - auch bei der Bahn

Die Schiene macht weiter Kummer. Seit dem 14. Juni und noch bis zum 10. Juli ist der Abschnitt zwischen Lüneburg und Uelzen dicht, zweiter Teil der Sanierung auf einer der wichtigsten Bahnstrecken des Landes. Züge fahren nur stündlich, Ersatzverkehr mit Bussen. Und am Hauptbahnhof, an den Gleisen 13 und 14, wo die Züge aus Lüneburg und Hannover ankommen, drängt sich wie immer halb Norddeutschland. Wer in diesen Wochen Richtung Süden will: Geduld einpacken - und genug zu trinken, denn ob es genügend an Bord gibt ist nie sicher.

Hitze: Tropennacht über der Hansestadt

Das Wochenende kam mit Wucht. Der Deutsche Wetterdienst meldete über 30 Grad, am Freitag 34, dazu Gewitter mit Starkregen und Böen mit Orkanstärke - ob das die Zelte auf der altonale ausgehalten haben?

DWD-Meteorologe Jens Kieser sprach von einer Tropennacht — wenn die Temperatur nachts nicht mehr unter 20 Grad fällt. Praktisch: Die Stadt hat eine Online-Karte „Kühle Orte” — Grünanlagen, Bademöglichkeiten, Trinkwasserstellen. Ich war an der fünf Grad kühleren Ostsee. Funktioniert auch.

Pride Month: Queere Forschung zum Mittag

Die HAW Hamburg lädt im Pride Month zu drei „Lunchtalks” — queere Forschung, zur Mittagszeit, mit oder ohne Stulle. Den Auftakt machte am 10. Juni die Erziehungswissenschaftlerin Anne Franze mit „Diversität im Kinderbuchregal”. Sie bewertet Kinderbücher mit Herzen und Blitzen — drei Herzen für gelungene Vielfalt, ein Blitz für problematische Inhalte. Die Conni-Reihe? „Leicht problematisch”: alle Hauptfiguren normschön, weiß, heterosexuell.

Am 18. Juni stellte Professorin Sabine Wöhlke eine Studie zur gesundheitlichen Versorgung von trans* Kindern und Jugendlichen vor. Und am 29. Juni — also kommende Woche — geht es um Einsamkeit unter trans* und nicht-binären Studierenden. Hingehen oder online zuschalten, beides geht. Anmeldung übers Gleichstellungsbüro.

Apropos queer und Fußball: Zur Männer-WM gab es im Gängeviertel ein queeres Public Viewing namens „Spielraum” — Motto „Anstößchen! Football is coming Homo”, kommentiert von einem queeren Team, mit Torwandschießen und Kinderschminken für Erwachsene. Nationalflaggen unerwünscht. So lässt sich das FIFA Turnier sogar aushalten.

Die kleine, schräge Geschichte der Woche: Kaffee aus dem Lastenrad

Studierende der HAW haben das „Velobrew” gebaut — ein Lastenrad, das per Solarmodul seinen eigenen Strom macht und damit eine Kaffeemaschine betreibt. Absteigen, Solarplatten ausklappen, Filterkaffee aufsetzen. Bewusst Filter statt Siebträger, weil die Ökobilanz besser ist. Eine volle Batterie reicht für rund 100 Tassen, die Bohnen kommen von einer Kooperative aus Wilhelmsburg. Kostenpunkt: rund 1000 Euro.

Kultur: Die Altonale, mein Nachbarschaftsfest — und seine Zukunftsfrage

Vor der Haustür: Die Altonale lief zehn Tage, vom 12. bis zum 21. Juni, Motto „Festival der kulturellen Vielfalt”. Herzstück der Platz der Republik, das meiste kostenlos oder nach dem Prinzip „Pay what you want”. Das Straßenkunst-Festival STAMP am Abschlusswochenende, die Infomeile „Buntes Altona” zwischen Bahnhof und Rathaus, das gemeinschaftliche Kulturfutter aus geretteten Lebensmitteln. Schön war’s.

Aber — und das gehört dazu — die Altonale kämpft. Gestiegene Kosten, weniger Sponsoren, knappe Förderung. Dass es die Ausgabe 2026 überhaupt gab, lag an einer Spendenkampagne. Ob im nächsten Jahr noch Festival ist, weiß niemand. Für ein Fest, dessen ganze Idee „Kultur für alle, möglichst umsonst” ist, wäre das ein echter Verlust. Ich sage es als Anwohner: Lasst uns das nicht so leicht hergeben.

Ausblick: die kommende Woche

* Bis 10. Juli: Streckensperrung Lüneburg–Uelzen, Züge Richtung Hannover nur stündlich, Ersatzverkehr. Wer reist, plant Puffer ein.

* 22. Juni bis 3. Juli: Asphaltarbeiten in der Stadt sorgen für Verkehrseinschränkungen (Quelle: hamburg.de).

* Montag, 29. Juni, 13.30 Uhr: Letzter Pride-Month-Lunchtalk der HAW — Lynn Müller über Einsamkeit unter trans* und nicht-binären Studierenden, hybrid in der Alexanderstraße 1 oder online.

Bleib im Schatten, trink genug, und falls Dir jemand auf einem Solar-Lastenrad einen Filterkaffee anbietet: genieß ihn.

Bis nächste Woche, hakt dich fuchtig,Dein Erik

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Quellen

* FINK.HAMBURG: „Bürgerschaft hat für Verfassungsschutz-Check abgestimmt” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/buergerschaft-hat-fuer-verfassungsschutz-check-abgestimmt/

* FINK.HAMBURG: „Sternfahrt 2026: Hamburg demonstriert auf dem Rad” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/sternfahrt-2026-hamburg-demonstriert-auf-dem-rad/

* FINK.HAMBURG: „Hamburg, der Sommer ist da!” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/hamburg-der-sommer-ist-da/

* FINK.HAMBURG: „Pride Month: Queere Forschung an der HAW Hamburg” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/pride-month-queere-forschung-an-der-haw-hamburg/

* FINK.HAMBURG: „Kaffee aus dem Fahrrad – und das ist erst der Anfang” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/kaffee-aus-dem-fahrrad-und-das-ist-erst-der-anfang/

* FINK.HAMBURG: „Kostenlos Kultur! Die Altonale startet” (09.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/kostenlos-kultur-die-altonale-startet/

* FINK.HAMBURG: „Queeres Public Viewing der WM im Gängeviertel” (11.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/queeres-public-viewing-der-wm-in-hamburgs-gaengeviertel/

* FINK.HAMBURG: „Streckensperrung zwischen Hannover und Hamburg” (11.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/streckensperrung-zwischen-hannover-und-hamburg/

* hamburg.de — Aktuelles (u. a. Asphaltarbeiten 22.06.–03.07.2026; Positionspapier der norddeutschen Finanzministerinnen und -minister zur Erbschaftsteuer, 19.06.2026) — https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/aktuelles



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Hamburg tanzt auch bei Schauerwetter14 Jun 202600:13:53

“Was für ein wundervolles Herbstwochenende”, lese ich in meinem Social Media Stream und muss lachen. Ja, es ist Juni und der Westwind schiebt einen Schauer nach dem anderen über die schönste Stadt.

Chapters

0:20 Ein nasser Hamburger Sommer

1:57 Altonale im Schauerwetter

3:44 Die neue Kühlbrandbrücke

5:12 Amsterdam-Zug wieder weg

6:07 Altonale zwischen Fest und Krise

7:56 Kampnagel und Bobo

8:56 Tanztriennale startet

9:56 Wilhelmsburg und Zverev

10:40 Ausblick auf die Woche

Die Kieler hatten vor einpaar Jahren fast aufgegeben und wollten ihre “Kieler Woche” in den Juli verlegen; wegen des Norddeutschen Wetters im Juni. Ob das auch mal in Altona diskutiert wurde, weiß ich nicht. Was ich weiß: im Juni ist der Hamburger Sommer vorbei (der ist nämlich regelmäßig im Mai, sodass man kurz naiv denkt, “wow, wenn das so weitergeht ,,,”).

Übrigens: es gibt meine Ebooks ähnlich wie bei der altonale als “Pay what you can”-Modell - also auch völlig kostenlos. Außerdem kannst du mir bei Ko-Fi einen Galao in der Schanze oder ein Sagres im Ribatejo ausgeben, wenn Dir der Letter gefällt! Dankeschön.

Hier kommt Dein Logbuch für die KW 24 · Es ist Sonntag, der 14. Juni 2026 in der schönsten Stadt:

Moin,wettertechnisch ein wundervolles Herbstwochenende - Juni in Hamburg, das heißt: altonale und Regengüsse, stundenweise kleine, schwüle Zwischenhochs und Gewitter bei böigem oder wahlweise stürmischem Westwind (Zeltstangenungeeignet). Das hat Tradition, genauso wie das stoische Ignorieren: man träumt sich einfach zu cooler Musik und portugiesischen Bratwürstchen weg und feiert den wohl buntesten Stadtteil der Stadt: Altona.

Wollte eben Bratwurstrauch schreiben und habe Bratwurststrauch gelesen - und nu hab ich Hunger und das Bild eines Wurstbaums im Kopf.

Man stolpert bei mir um die Ecke über frisch verlegte Festivalkabel und freut sich auf die altonale. Ein knapper Monat, in dem Altona zur Bühne wird, während der Hafen sich eine neue Brücke ausmalt, die teurer ist als so mancher Stadtteil als Ganzes.

Die Brücke, die wie sie selbst aussehen soll

Mittwoch im Rathaus kam es zur großen Geste: Der Siegerentwurf für die neue Köhlbrandbrücke wurde vorgestellt. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard, Oberbaudirektor Franz-Josef Höing und HPA-Chef Jens Meier präsentierten eine Nachfolgerin, die höher, länger, größer wird — und trotzdem aussehen soll wie die alte. Rund 73 Meter Durchfahrtshöhe, gut zwanzig mehr als bisher, damit auch die ganz großen Pötte durch den Köhlbrand kommen. Knapp fünf Kilometer lang, weil die Rampen für die neue Höhe ausladender werden müssen.

Ingenieurin Maren Wolff nannte den Entwurf eine „Hommage an die alte Brücke”. Heißt: Wir bauen das Wahrzeichen noch mal, nur in groß.

Preisschild derzeit 5,3 Milliarden Euro, die Hälfte der Nettobaukosten übernimmt der Bund. Die alte Dame aus den Siebzigern muss noch rund vierzehn Jahre durchhalten; abgerissen wird erst, wenn die neue steht. Die ersten Autos sollen Ende der 2030er drüberrollen — früher als die ursprünglich genannten 2042. In Hamburg ist das Turbo - wäre Olaf Scholz noch Bürgermeister, er würde vom “Hamburg-Tempo” schwärmen.

Kurzes Vergnügen: der Zug nach Amsterdam ist schon wieder weg

Manche Dinge in dieser Stadt halten vierzehn Jahre, andere keine drei Monate. Der niederländische Anbieter Govolta hat die Direktverbindung Hamburg–Amsterdam wieder eingestellt — gestartet im März, Ende Mai war Schluss. Neuausrichtung, heißt es: Die Züge fahren künftig Amsterdam–Paris und Amsterdam–Berlin. Wer von hier in die Grachtenstadt will, nimmt wieder den ICE mit Umstieg in Osnabrück oder Duisburg, fünfeinhalb bis sechs Stunden. Immerhin: Die Strecke Hamburg–Berlin wird ab 1. Juli auf sechs Fahrten pro Woche ausgeweitet, im Winter sogar sieben. Ein kleiner Umweg als Trost verpackt.

Altona feiert sich selbst — und kämpft ums Überleben

Seit Freitag ist meine Ecke wieder Festivalgebiet: Die altonale, das Festival der kulturellen Vielfalt, läuft bis zum 21. Juni. Musik, Film, Theater, Kunst, Tanz, Literatur und Straßenkunst, das meiste kostenlos oder nach dem schönsten aller Prinzipien — „pay what you want”. Herzkammer ist der Platz der Republik, ein paar Schritte vom Bahnhof Altona.

Heute, ab 18 Uhr, wird auf der Christianswiese beim Kulturfutter gekocht — aus geretteten Lebensmitteln, von Ehrenamtlichen und Profis, an langen Tischen, für alle. Nächstes Wochenende kommt mit STAMP (19. bis 21. Juni) das internationale Festival der Straßenkünste, dazu Flohmarkt und Kunstmarkt am 20. und 21.

Und doch liegt ein Schatten über dem Festival: Der altonale fehlt Geld. Gestiegene Kosten, weniger Sponsoren, aus Sicht der Veranstaltenden zu wenig Förderung. Dass es 2026 überhaupt läuft, ist einer Spendenkampagne zu verdanken. Ob es nächstes Jahr eine altonale gibt, ist offen. Man tanzt also auf der Wiese vor der Christianskirche und weiß nicht, ob man nächsten Sommer wieder da ist.

Warum kein Geld für Kultur da ist, aber für Olympiabewerbungen? - Stille im Senat.

Ein Schwamm namens Bobo

Bei Kampnagel lief von Donnerstag bis Samstag das Live Art Festival unter dem Motto „Hitze.Heat” — ein begehbarer Parcours über das ganze Gelände, fünf internationale Positionen zwischen Klimakrise, Macht und Performance. Der schrillste Beitrag: Das Kollektiv God’s Entertainment baute mit „it’s getting hot in bikini bottom” eine begehbare, surreale Unterwasserwelt. In acht Episoden rund um „SpongeBobo Šwammgods” trifft Popkultur auf Ökokollaps — auf einem Foto sitzt jemand im Fischkostüm in einer blau beleuchteten Badewanne, und ehrlich: schöner kann man die Klimakatastrophe kaum durchdeklinieren. Camp als Ernstfall, Glitzer mit Haltung.

Nebenbei war es das letzte Festival vor der geplanten Kampnagel-Sanierung ab September.

Hamburgs erste Tanztriennale

Heute ist Übergangstag im Kulturkalender. Während die 9. Triennale der Photographie ausklingt, eröffnet am 14. Juni, erstmals die Tanztriennale Hamburg — eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, künstlerische Leitung Gwen Hsin-Yi Chang und Monica Gillette, Leitmotiv „Brave Moves. Courageous Joy”.

Auftakt ist eine City-Parade durch Barmbek-Nord, vom Museum der Arbeit bis zur Abschlussperformance im Stadtpark. Tanzschulen, Initiativen, Hiphop Academy, Lola-Rogge-Schule — und ausdrücklich auch alle, die einfach mittanzen wollen. Bis zum 21. Juni Aufführungen, Audiowalks und offene Tanzklassen über die ganze Stadt verteilt.

Von der Insel und vom Rest der Woche

Auf den Elbinseln lief das 48h Wilhelmsburg, 17. Ausgabe, von Freitag bis heute: 196 Bands und Acts an 60 Orten, dort, wo Menschen wohnen, essen, arbeiten. In diesem Jahr mit Nachhaltigkeitsfokus — Anreise am liebsten per Rad oder zu Fuß. Dezentral, leise und gut organisiert.

Sportlich gab’s Grund zur Freude für alle, die den Jungen aus Hamburg noch vom Rothenbaum kennen: Alexander Zverev hat nach elf Jahren endlich seinen ersten Grand-Slam-Titel geholt.

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Ausblick: die kommende Woche (14.–21. Juni)

* Sonntag, 14. Juni: Eröffnung der Tanztriennale mit City-Parade durch Barmbek-Nord (Museum der Arbeit → Stadtpark). Und ab diesem Tag ist die Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach Sperrung wieder frei — gute Nachrichten für alle Pendlerinnen Richtung Hauptstadt.

* Die ganze Woche: altonale in Altona und Tanztriennale stadtweit laufen parallel weiter. Doppelte Kulturdosis, vieles davon kostenlos oder gegen Spende.

* Freitag bis Sonntag, 19.–21. Juni: STAMP, das Straßenkunst-Festival der altonale, verwandelt Altona in eine Bühne. Dazu Flohmarkt und Kunstmarkt am 20./21. rund um den Platz der Republik.

* Sonntag, 21. Juni: Hamburger Fahrradsternfahrt — Großdemo für bessere Radwege. Auf der grünen Route ist wieder eine Fahrt über die Köhlbrandbrücke geplant, die man im Alltag ja nicht beradeln darf. Einmal noch oben drüber, bevor sie zum Auslaufmodell wird.

* Am Horizont: Ab 22. Juni starten in Ottensen die Bauarbeiten an der „Westschleife” im Projekt freiRaum. Zum 30. Juni legt die Stadt die erste Schätzbilanz zum Klimaschutzgesetz vor — die erste Härteprüfung nach dem erfolgreichen Zukunftsentscheid. Und ab 1. Juli fährt Govolta öfter nach Berlin.

Halt dich fuchtig und geh raus, trotz Schauerwetter, es lohnt sich!—Dein Erik

Quellen

* Kostenlos Kultur! Die Altonale startet — FINK.HAMBURG, 9.6.2026

* So soll die neue Köhlbrandbrücke aussehen — FINK.HAMBURG, 12.6.2026

* Govolta: Direktzug Hamburg–Amsterdam eingestellt — FINK.HAMBURG, 9.6.2026

* Kampnagel startet Live Art Festival — FINK.HAMBURG, 10.6.2026

* Erste Tanztriennale in Hamburg — FINK.HAMBURG, 12.6.2026

* Bahnstrecke Hamburg–Berlin ab 14. Juni wieder frei — FINK.HAMBURG

* Save-the-Date: 48h Wilhelmsburg vom 12. bis 14. Juni 2026 — stadtkultur-hh.de

* Großevents und Veranstaltungen in Hamburg 2026 — heuteinhamburg.de

* Termin der altonale 2026 — altonale.de

* Volksentscheid „Hamburger Zukunftsentscheid” — hamburg.de

* CSD Hamburg / Hamburg Pride 2026 — hamburg-pride.de

* Veranstaltungen im Juni 2026 in Hamburg — hamburg.de

* Wetter Hamburg Juni 2026 — climate-data.org



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Hamburger Zerfallserscheinungen19 Apr 202600:14:19

Moin Moin Hamburg,

hier kommt Dein persönlicher Rückblick auf die Kalenderwoche 16 in der schönsten Stadt.

Wettertechnisch ganz passabel. Ich war viel zu warm angezogen am Wochenende. Hoodie statt Winterdaunen, es geht voran.

Wenn man jede Woche auf unsere Stadt blickt, dann drängelt sich immer wieder der Verkehr in den Vordergrund. In Hamburg entscheidet die Frage nach Parkplätzen, Straßen und Brücksanierungen Wahlen. Ist also wichtig.

Eine freie Fahrt von Blankenese zum Burchardplatz scheint Stadtstaatsräson, seit vielen Jahrzehnten. Das Auto regiert die Hafenstadt. Dass es anders geht, vielleicht gehen muss, zeigen auch diese Woche wieder die Opfer dieser Politik.

Während die Medien auf den siechenden Wal vor Poehl blicken, wird in Hamburg am hellichten Tag ein 11-jähriger Junge überfahren.

“Es handelt sich offenbar um einen typischen Abbiegeunfall. Möglicherweise hat der Lkw-Fahrer den Jungen im toten Winkel übersehen, als er in die Winsener Straße einbiegen wollte.” - NDR

Ich verstehe das nicht. Seit Jahren sind Nachrüstungen von LKWs mit Abbiegeassistenten möglich - nur nicht vorgeschrieben. Der Hamburger Senat nimmt diese Menschenopfer in kauf, um dem freien und vor allem kostengünstigen Warenverkehr zu huldigen. Wird langsam Zeit, dass wir Peterle persönlich zur Rechenschaft ziehen.

Der hätte eigentlich im Verkehrssektor viel anzustoßen. Nach wochenlangen Streiks und Nachtbaustellen ist es wieder soweit: ähnlich wie der DOM, kommt auch die 50-Stunden-Sperrung des Elbtunnels immer wieder; fast wie Ebbe und Flut. Es soll angeblich schon T-Shirts für das immer wiederkehrende Event geben.

Währenddessen “streiken” vierzig Ampeln im Stadtgebiet. Man kann Hamburg beim Zerfallen zusehen - oder waren hier russische Hacker im Spiel? Wenn Putin wüsste, wie wichtig uns Hamburgern der reibungslose Fluß der Blechkolonnen ist, könnte er sich genau das als Ziel aussuchen. Und wir würden es nichtmal bemerken, so natürlich fühlen sich Ausfälle der Infrastruktur inzwischen an.

NOlympia

Das ist dann auch das zentrale Versprechen der Olympiabefürworter im Senat: Infrastruktur. Alles wird schöner, weiter, schneller. Nur kaufen das dem Senat die wenigsten noch ab (“Eine Mehrheit der befragten Hamburgerinnen und Hamburger steht einer Olympia-Bewerbung der Hansestadt skeptisch gegenüber. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von infratest dimap im Auftrag des NDR). Im Gegensatz zur Vereinsführung, die politisch eingezwängt in stadtpolitische Notwendigkeiten vage herumlaviert, legen sich die meisten FC St. Pauli Fanclubs fest. Sie stimmen gegen Olympia in Hamburg.

Wir Fanclubs des FC St. Pauli wollen unsere Freiräume erhalten, unsere Läden sollen noch lange bestehen bleiben. Wir wollen uns weiterhin im und rund ums Stadion ausleben, durchdrehen und unser Team anfeuern können. Bezahlbare Wohnungen und der Erhalt von sozialen Einrichtungen im Viertel wie in der gesamten Stadt sind uns wichtig. Keinen Fußbreit dem korrupten und rein profitgierigen IOC! Und wir lassen uns nicht blenden

Und was macht … der HSV?

St. Pauli kann man als HSVer mit ein wenig Mühe ignorieren, zu klein, zu schrill; aber das Nordderby gegen die seit Jahrhunderten verhassten Bremer - das kann einen nicht kalt lassen.

Ein Derby mit Vorzeichen. Bei einem Sieg wäre der HSV den meisten Abstiegssorgen entledigt gewesen, nu - frei nach Loddar Matthäus (Wäre, wäre Fahrradkette) - steckt der HSV nach dem 1:3 aus Hamburger Sicht wieder mittendrin. Dabei hatte Glatzel wieder einmal getroffen.

Und der FC St. Pauli?

St. Pauli kann es nicht; ein 1:0 über die Zeit bringen. Mal hat der Gegner was dagegen, meist aber befällt die Boys in Brown eine merkwürdige Schieterbüxigkeit, die Füße und Köpfe lähmt. Allerdings darf man auf dem Kiez den Trainer nicht infrage stellen, der bekommt vorsorglich einen Persilschein ausgestellt. Nach dem 1:1 vom Freitag bangt ganz Hamburg um den Verbleib in Liga eins.

Altona 93 wehrt sich noch …

Wie Abstiegskampf erfolgreich betrieben werden kann, zeigt Altona 93 ein paar Kilometer weiter westlich. Gegen den Tabellennachbarn im Keller, den SV Lohne, zeigten die Spieler des ehemaligen FCSP Urgesteins André “Truller” Trulsen eine starke kämpferische Leistung und kamen nach zwei Rückständen zurück, um ganz zum Schluss das 3:2 zu feiern. So geht Abstiegskampf; da können sich die beiden Erstligisten eine Scheibe abschneiden.

So spielt ganz Hamburg um den Abstieg mit, nur alle irgendwie anders.

Hamburg ist nicht … Traunstein

Stell Dir vor, du kaufst einen alten Tresor für 15 Euro und findest in einem Geheimversteck Gold im Wert von 32.000 Euro. Sei ehrlich, würdest du den Schatz zurückgeben? Was in Hamburg undenkbar scheint, hat sich im beschaulichen Trostberg ereignet: der Finder meldete sich und den Fund bei der Polizei - und ist den Goldbarren erstmal los.

Die Schlussredaktion fragt über den Küchentisch: “Wo liegt denn Wilstorf? Und ist das wirklich ein richtiger Stadtteil?

Ja, antworte ich. Wilstorf iegt im Süden Hamburgs, den wir nördlich Wohnenden gerne als Norditalien verspotten.

Der Name Wilstorf geht zurück auf einen Dorfgründer namens Wiltehard, dabei bezeichnet die Nachsilbe -torf einen „Volkshaufen“, der sich angesiedelt hat. Weiß Wikipedia.

Was diese Woche passiert ist, der Nachrichtenrückblick

* Der Fall Fernandes vs. Ulmen: Juristisches Nachspiel in Hamburg Der Fall um Deepfakes und schwere Vorwürfe zieht Kreise. Christian Ulmen geht nun juristisch gegen die Berichterstattung des Spiegel vor. Das Landgericht Hamburg ist Schauplatz eines Streits um Persönlichkeitsrechte und mediale Vorverurteilung.

„Die Frage ist nicht mehr nur, was wahr ist, sondern wer die Macht über die Erzählung behält.“ (Zeit Hamburg)

* Olympia-Referendum: Die heiße Phase beginnt Am 31. Mai entscheiden wir über die Spiele 2036/2040. In dieser Woche starteten die Kampagnen beider Seiten. Die Briefwahlunterlagen werden ab dem 20. April verschickt – die Stadt ist offiziell im Abstimmungsfieber (oder -frust).

„Hamburg braucht Ziele, die Menschen verbinden – Sport und Olympia können das.“ (Abendblatt / Tagesjournal)

* Verkehrssicherheit im Fokus nach Tragödien Eine schwarze Woche für den Hamburger Straßenverkehr: Nach mehreren tödlichen Unfällen (u. a. ein 11-jähriger Radfahrer in Wilstorf und ein Radfahrer in Billbrook) fordert die MOPO lautstark Konsequenzen für den Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer. (Quellen: NDR, MOPO)

* Klinik-Schock in den Elbvororten Völlig überraschend wurde das Aus der traditionsreichen Klinik Dr. Guth in Flottbek verkündet. Patienten und Mitarbeiter stehen vor dem Nichts. (Quelle: Hamburger Abendblatt)

* Ankerkraut kehrt zurück Wirtschafts-News mit Geschmack: Die Gründer von Ankerkraut holen sich ihre Anteile zurück. Ein Signal für das Hamburger Startup-Ökosystem. (Quelle: Hamburger Tagesjournal)

Hamburg Termine: Was heute und nächste Woche ansteht

Heute, Sonntag, 19. April 2026

* Lauf gegen Rechts: In der Metropolregion (Hafen Boizenburg) setzen Läufer ein Zeichen für die Demokratie. Später folgen dann die Hamburger mit dem Lauf linksrum um die Alster - die Meldelisten sind noch offen.

* Frühlingsgefühle: Das Jazz- und Pop-Konzert der Choricals in der Friedenskirche Eilbek (18:00 Uhr).

Nächste Woche (20. – 26. April 2026)

* Montag, 20. April: Offizieller Start der Briefwahl für das Olympia-Referendum. Behaltet eure Briefkästen im Auge!

* Freitag, 24. April: Critical Mass Hamburg. Die monatliche Radtour für eine bessere Infrastruktur startet um 19:00 Uhr (Ort wird kurzfristig bekannt gegeben).

* Samstag, 25. April: Konzert-Highlight auf der Reeperbahn: Die Metal-Legenden Kreator spielen im Docks.

* Sonntag, 26. April: Haspa Marathon Hamburg. Das sportliche Großereignis! Über 30.000 Läufer werden erwartet. Die Innenstadt wird zur weiträumigen Sperrzone – plant eure Wege also gut!

Meine Quellen

* Hamburger Abendblatt: Fokus auf Klinikschließung und Olympia-Debatte.

* MOPO: Mahnende Berichterstattung zu den schweren Verkehrsunfällen.

* ZEIT Hamburg: Vertiefung des juristischen Konflikts Fernandes/Ulmen.

* NDR: Aktuelle Polizeimeldungen und Vorbereitung auf den Marathon.

* Hamburger Tagesjournal: Wirtschaftsthemen (Ankerkraut) und politische Analyse zum Referendum.

Hinweis: der Nachrichtenüberblick ist teilweise von einer KI zusammengestellt, also mit Vorsicht zu betrachten; Fehler sind möglich.



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Lost Focus - Hamburg debattiert am Thema vorbei11 Apr 202600:12:47

Moin Hamburg,

(in eigener Sache: heute erscheint dein Hamburg Logbuch bereits am Sonnabend. Ein kleiner Test - lesen und hören kannst Du es natürlich auch erst am gewohnten Sonntag)

Der April meinte es gut mit Hamburg diese Woche. Regenschauer passierten die Stadt in der Nacht, die ungemütlich kalt werden konnte, während am Tag die Sonne schien. So kann das weitergehen …

Als Nachtrag zu letzten Letter: ich schreibe die Dinge, die ich verpasst habe, wie bspw. die Reise zum Osterfeuer in Blankenese in meinen Blog - schau da also auch gerne vorbei …

wir befinden uns auf der Zielgeraden der Osterferien - meidet also wenn es geht den Elbtunnel. Wenn ihr unterwegs wart, habe ich eine beruhigende Nachricht: bestimmte Themen bleiben der Stadt erhalten - allerdings verschiebt sich der Fokus bedenklich.

Ich muss gestehen, ich kann das Thema “Olympiabewerbung” langsam nicht mehr hören. Alle Argumente sind ausgetauscht, das Thema nervt. Am Ende müssen wir Hamburgerinnen entscheiden, ob wir dem Senat glauben (und zutrauen), dass er sich diesmal nicht heillos verkalkuliert?

Inzwischen driftet die ausgelutschte Diskussion ins Surreale ab - ein Merkmal unserer Zeit. Der Senat verspricht, dass die Sicherheitskosten im Rahmen bleiben, ausgerechnet, weil man auf Trumpsche Roboterpolizeihunde setzt, die durch die Straßen Altonas und Barmbeks streifen, um für Ordnung zu sorgen. Dass dieses Szenario für die Stadt, die Olafs (es gab keine Polizeigewalt) G20 überlebt hat, eher als Drohung als Beruhigung aufgefasst wird, kommt Andy Grote nicht eine Sekunde in den Sinn.

Nu entdeckt die AfD Fraktion auch noch das Thema Nachhaltigkeit für sich. Das ist alles so albern, dass wir bitte jetzt abstimmen, ja? Bevor die FDP noch einen Mindestlohn für Robocops fordert.

Im juristischen Streit um digitale Gewalt gegen Collien Fernandes verschiebt sich der Fokus diese Woche auf das Verhältnis von Verteidigung und Medien. Im Fokus steht der Spiegel, der das Thema ins Rollen brachte. Die Anwälte Ulmens wollen per Einstweiliger Verfügung der in ihren Augen vorverurteilenden Verdachtsberichterstattung engere Grenzen setzen. Die Hamburger Gerichte sind in der Vergangenheit nicht als Hüter der Pressefreiheit aufgefallen - eher als Hüter der Individualrechte. Zugegeben, eine spannende Randnotiz, aber der Fokus sollte eher auf dem Thema Gewalt gegen Frauen liegen, meiner bescheidenen Meinung nach.

Ring2 * das Hamburg Logbuch ist eine Leserinnen-supportete Publikation. Bei Gefallen, wird doch gerne einen Heiermann in meine Kaffekasse.

https://ko-fi.com/ring2

Und was macht der. … HSV?

Der HSV hat sich einen komfortablen Abstand (sechs Punkte) zum Relegationsplatz erarbeitet und kann das Auswärtsspiel in Stuttgart entspannt angehen. Bei einer kleinen Sensation ist man so gute wie gerettet, bei der erwarteten Niederlage nicht aus dem Rennen. Das entspannt.

und der FC St. Pauli?

Am Millerntor empfängt man die Freunde aus München (was ich immer noch ein bisschen lustig finde, dass ausgerechnet Hoeneß’ Ultras sich so gut mit den Kiezultras verstehen) - und hofft, dass den Millionarios der Fokus verrutscht und sie schon in der nächsten Woche weilen, mental. Trainer Blessin hat auch dieses Spiel als “Endspiel” ausgerufen, was sich ein wenig albern anfühlt. Ist eher ein Bonus - und wegen der vier Punkte auf Wolfsburg sogar folgenlos, sollte man wie erwartet verlieren. Andererseits: gegen Bayern gibts alle Jubeljahre mal ein Kultspiel auf dem Kiez - warum nicht heute?

Hamburg ist nicht … London

Während sich Hamburger Anwälte bemühen, Verfahren wegen digitaler Gewalt nach Deutschland zu holen, vermeintlich, weil die Verteidigung hier leichter fällt, macht London gegen eben diese mobil. Wenn es nach den Plänen der Regierung geht, können sich auch die Anbieter von Plattformen bald als - in Deutschland hat man den schönen Begriff - Mitstörer auf der Anklagebank wiederfinden. Ob es Herrn Zuckerberg juckt, dann nicht mehr nach England zu dürfen, war zum Redkationsschluss nicht bekannt.

Eine fokussierte neue Woche wünscht euch euer Host,Erik

PS ich fühle mich diese Woche ein wenig gehauntet, dieselben Themen in anderem Gewand. Der Wal ist immer noch gestrandet, fast tot. Dafür ist der Wolf wieder frei und das auch wieder dort, wo seine Reise begann - im Hamburger Umland.

Die Bahn braucht keine Streiks mehr, um nicht zu fahren (Donnerstag nachts ging in Richtung Pinneberg, Elmshorn nix mehr)

Die Top-Hamburg-Meldungen (KW 15) im Überblick

* Der Fall Fernandes vs. Ulmen: Juristisches Tauziehen. Nach den schweren Vorwürfen von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (Thema: Deepfakes) hat dieser nun beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen den Spiegel beantragt. Der Vorwurf: Verletzung der Persönlichkeitsrechte durch die Berichterstattung.

„Es geht um die Frage, wo die Grenze zwischen investigativer Recherche und Vorverurteilung in der digitalen Ära verläuft.“ (Quellen: Zeit Hamburg, Hamburger Tagesjournal, Abendblatt)

* Olympia-Zoff im Rathaus. Die Pläne für eine Hamburger Bewerbung für 2036/2040 spalten die Politik. Die AfD kritisiert den Senat für mangelnde Nachhaltigkeit (was sich lustig liest, ist diese Fraktion bisher nicht als Umweltpartei aufgefalllen), während die CDU mehr Tempo fordert. Der Streit um die „Klimaneutralität“ der Spiele wird zum Zünglein an der Waage. (Quellen: NDR, Hamburger Tagesjournal)

* Revolution im HVV? Entkriminalisierung des Schwarzfahrens. Hamburg diskutiert aktuell den Vorschlag von Bundesjustizministerin Hubig, „Fahren ohne Fahrschein“ nicht mehr als Straftat, sondern nur noch als Ordnungswidrigkeit zu behandeln. Die Meinungen in der Hansestadt gehen weit auseinander - beim NDR gab es eine Umfrage, und ich verstehe nicht, wieso 50% der Leute ihr armen Mitbürger weiter einknasten wollen. (Quelle: Hinz&Kunzt, MOPO)

* Staatsoper zieht ins Zelt. Kultur-News für die Zukunft: Wegen Sanierungsarbeiten am Orchestergraben wird die Staatsoper in der Saison 2026/27 zeitweise in ein Zirkuszelt („Die Kuppel“) umziehen. (Quelle: NDR, Musik Heute)

Termine: Heute & Nächste Woche

Heute (Sonntag, 12. April 2026)

* Buchdruckmesse (Museum der Arbeit, Barmbek): Start der 21. Auflage. Wer Haptik liebt, ist hier richtig.

Nächste Woche (12. – 19. April 2026)

* 14. – 19. April: Dokumentarfilmwochen Hamburg. Spannende Einblicke in globale Krisen und lokale Helden in diversen Kinos.

* 17. April (Freitag): Pothead im Bahnhof Pauli. Riffrock für alle, die das Wochenende laut einläuten wollen.

* 18. April (Samstag): Lange Nacht der Museen. Über 50 Museen öffnen bis spät in die Nacht ihre Türen. Shuttle-Busse und Barkassen inklusive!

* 18. April (Samstag): Pop Girly Night im Übel & Gefährlich. Chappell Roan und Sabrina Carpenter Vibes im Bunker.

* 18. April (Samstag): Howard Carpendale (Abschiedstour) in der Barclays Arena. Der „Howie“-Wahnsinn für die Schlager-Fraktion.



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Quo vadis Altonale?07 Jun 202600:13:46

Moin Moin Hamburg,

Es ist Juni, die Festivalsaison naht. Das bedeutet, der Vorsommer aus dem Mai wird abgelöst durch Schauertiefs und Gewitterfronten. Regen, Blitz und dazwischen schwül. So wird das Wetter zur altonale; fast immer.

Die Nachbarn rumpeln schon seit Tagen im Keller herum, um den Flohmarkt zu bestücken. Ein halbes Viertel steht halbsechs auf, nur um dieselben Menschen beim Aufbau zu treffen, die man am Wochenende normalerweise nicht vor 11 auf der Straße sieht. Die andere Hälfte kommt ebendann vorbeigeschlendert, man klönt, feilscht ein bisschen oder passt für eine Stunde auf den Stand und die Kasse der Nachbarn auf.

Ich liebe und fürchte die Altonale gleichermaßen: Altona ist noch voller als sonst, aber eben auch noch künstlerischer, noch internationaler, als sonst schon.

Die Freunde aus Portugal an der Bahrenfelder Straße organisieren ein Festival im Festival, die Sambagruppen trommeln sich durch den Stadtteil als wäre das hier nicht der kühle Norden. Künstler präsentieren ihre Werke, die Moschee hat Süßes für alle. Es regnet und trotzdem haben alle Spaß.

Auf der altonale feiern wir uns selbst, ein wenig punkig, alles wirkt ein bisschen zusammengestöpselt, kein Hochglanzmarketing, dafür viel Herz.

Wie und was das kostet, habe ich mich nie gefragt — erst jetzt, wo diese Woche die Nachricht der drohenden Insolvenz die Runde machte …

🎪 altonale 2026: Sorgen, Crowdfunding & Programm-Highlights

Die wichtigste Nachricht vorweg: Die altonale findet statt!

Vom **12. bis 21. Juni 2026** verwandelt sich der Westen Hamburgs wieder in ein riesiges Kulturareal. Allerdings steht das Festival unter erheblichem finanziellem Druck.

Das *Hamburger Tagesjournal* berichtete von “Sorgen um die altonale”. Wegen eines massiven Budgetlochs läuft seit März eine Crowdfunding-Kampagne, um die nötigen 90.000 Euro zur langfristigen Sicherung des Festivals zusammenzubekommen. Da diese Summe noch nicht erreicht ist, wurde die Kampagne jetzt **bis Ende Juni verlängert**. Der Eintritt bleibt zwar nach dem “Pay what you want”-Prinzip frei, aber Spenden vor Ort sind in diesem Jahr überlebenswichtig.

Das Programm-Motto & Die Highlights: “Vor aller Augen”

Das diesjährige Motto lautet **”Vor aller Augen”** und setzt sich künstlerisch mit Demokratie, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Sichtbarkeit auseinander.

| Datum | Event / Programmpunkt | Ort / Details |

| **Fr, 12.06.** (Eröffnung) | **FINNA & Friends** (Konzert)
*Danach:* DJ Schmeisser | **Platz der Republik** (Festivalzentrum)
Start um 19:30 Uhr, freier Eintritt. |

| **Sa, 13.06. & So, 14.06.** | **Infomeile „Buntes Altona“** | Vom Altonaer Bahnhof bis zum Rathaus. Präsentation der Hamburger Kultur- & Freizeitlandschaft. |

| **Wochenende 13./14.06.** | **Parkour für eine bessere Welt** | **Christianswiese**. Interaktives Angebot der *jungen altonale* für Kinder & Jugendliche zum Thema gerechte Zukunft. |

| **Täglich (12.–21.06.)** | **Kulturfutter** | **Christianswiese**. “Rette, schnibbel und koche mit uns” – kreative Aktion gegen Lebensmittelverschwendung. |

| **Fr, 19.06. bis So, 21.06.** | **STAMP Festival** | Ganz Altona wird zur Open-Air-Bühne für internationale Straßenkünste, zeitgenössischen Zirkus und bildstarke Walkacts. |

| **Sa, 20.06. & So, 21.06.** | **altonale Flohmarkt & Kunstmarkt** | Flohmarkt rund um den Platz der Republik; Kunstmarkt auf der Wiese vor der Christianskirche. |

**Quellen-Check:** *altonale.de* (Offizielles Programm), *Stadtkultur Hamburg* (Meldung vom 02.06. zur Crowdfunding-Verlängerung) & *Szene Hamburg*.

Nolympia und die Woche danach:

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) betonte umgehend nachdem der Pulverdampf des Nein verflogen war, dass der rot-grüne Senat dadurch nicht beschädigt sei und man die Stadtentwicklung nun eben ohne die Spiele vorantreiben werde. In der Bürgerschaft entbrennt derweil eine hitzige Debatte über direkte Demokratie und die Frage, warum das Thema vor allem in den wohlhabenderen Stadtteilen zog, während der Rest der Stadt abwinkte. **Quellen-Check:** *Hamburger Tagesjournal* (Leitartikel und Analyse vom 01.–04. Juni) & *Abendblatt*.

Und was macht der HSV?

Das fiel diese Woche gar nicht weiter auf, denn es zählte auf dem HHer Boulevard nur …

Trainer-Beben auf dem Kiez: Blessin muss gehen, Rapp übernimmt

Drei Wochen nach dem bitteren Abstieg aus der Bundesliga und einer kleinen Ewigkeit an Rumeierei hat der FC St. Pauli die Reißleine gezogen. Am Donnerstag (04. Juni) wurde Cheftrainer Alexander Blessin offiziell freigestellt. Sportchef Andreas Bornemann dankte ihm zwar für die Arbeit, doch intern hieß es schnell: “Es passt nicht mehr”. Long story short: Nur einen Tag später, am Freitag, wurde **Marcel Rapp** (ehemals Holstein Kiel) als neuer Coach präsentiert. Er brennt darauf, das Projekt “Wiederaufstieg” sofort anzugehen. Aufstieg kann Rapp, absteigen dummerweise auch ;) **Quellen-Check:** *MillernTon* (Lagebericht vom 04./05. Juni), St. Pauli POP, *SAT.1 Regional* / *dpa*.

Ohren zuhalten: Tornado-Alarm am Hamburger Flughafen

Nein, kein meteorologischer Wirbelsturm zieht über Fuhlsbüttel (auch wenn im Westen Deutschlands gerade einer wütete), sondern die Bundeswehr. Vom **08. bis 12. Juni** stationiert die Luftwaffe im Rahmen der Übung „Dispersed Operations 2026 – Panther Shield“ sechs Tornado-Kampfflugzeuge am Hamburg Airport.Hintergrund: Es wird trainiert, wie zivile Flughäfen im Ernstfall militärisch für Starts und Landungen genutzt werden können. Geflogen wird werktags zwischen 09:00 und 18:00 Uhr. Anwohner müssen sich auf eine ordentliche Geräuschkulisse einstellen. Der zivile Flugverkehr soll aber normal weiterlaufen. **Quellen-Check:** *Hamburger Tagesjournal* & *Offizielle Mitteilung Hamburg Airport*.Kurioses aus dem Polizeireport (Abwegig, aber wahr)Kopfhörer-Großeinsatz: Ein Mann setzte in seiner Wohnung die Kopfhörer so laut auf, dass er das Piepen seines Rauchmelders nicht hörte – die Nachbarn alarmierten die Feuerwehr, die am Ende die Tür aufbrach, während er seelenruhig Musik hörte. * **Quellen-Check:** *MOPO.de* (Blaulicht-Ticker der Woche)

PS - ich habe eine tolle Leserin, G. - eine Schulfreundin meiner Schwiegermutter. Sie hat mir auf meinen letzten Letter geantwortet, dass sie sehr traurig ist, dass Olympia nicht die Chance bekam, Hamburg anzuzünden. Das bringt vielleicht die Gefühlslage der meisten von uns gut auf den Punkt: die einen finden es schade, dass mit Nein gestimmt wurde, die anderen, dass sie mit Nein stimmen mussten …

Vielleicht sehen wir uns ja zum Ausgleich auf der altonale, die passt als organisch gewachsenes Festival sowieso viel besser zu uns …

Haltet euch fuchtig, euer Erik

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Hamburg geht baden31 May 202600:10:19

Meine Großmutter kam aus Blankenese, wie die ganze Familie meiner Mutter. Sie erzählte uns als Butscher dieselben Horrorgeschichten, die man sich in den Fischerdörfern an der Elbe seit Jahrhunderten erzählt: Geschichten vom Leichtsinn, von der brutalen Kraft, wenn die Elbe ihre vorgespielte Harmlosigkeit ablegt und sich ihre Opfer holt.

Nur bei Stauwasser, der guten Stunde zwischen den Tiden, dürfe man in der Elbe bei Blankenese baden gehen, mahnte sie. Und auch dann nie allein. Wer einmal (wie mein Onkel) vom Sog unter den Ponton gezogen wird, verliert sofort die Orientierung in der braunen Brühe. Die Panik sorgt für den Rest. Mein Onkel hatte Glück, irgendein blind in den Fluss gestocherter Arm packte ihn kurz vorm Ertrinken.

So erzogen habe ich einen Heidenrespekt vor der Elbe. Allerdings haben den nicht alle.

Es seien meist Hamburger Touristen und Zugezogene, die die tödliche Kraft der Elbe unzerschätzten und einfach untergingen, sagte meine Omi — und hat auch heute noch damit Recht.

Es gibt keine offizielle „Zehn-Jahres-Statistik“ für die Elbe allein, weil die Ertrinkungsstatistik der DLRG zwar für Hamburg geführt wird, aber die Gewässerarten (Fluss, Kanal, See) in den Jahresberichten schwanken und nicht immer nahtlos über ein Jahrzehnt addiert sind.

Die Zahl der Ertrinkenden hängt dabei stark vom Wetter ab. In einem langen, heißen Sommer wie 2018 gab es in Hamburg 16 Badetote. 2022 waren es 10, im Jahr darauf (2023) sprang die Zahl auf 21 hoch. Die Elbe ist dabei konstant das gefährlichste Gewässer der Hansestadt.

Warum es die Elbe trifft: Die Elbe ist bei Hochwasser, aber auch bei ablaufender Tide eine Naturgewalt. Die Strömung kann bei Hochwasser bis zu sieben Kilometer pro Stunde erreichen. Dazu kommen die steilen Kanten der Fahrrinne, die tückisch nah am Ufer liegen. Wer da den Boden unter den Füßen verliert, hat gegen den Strom oft keine Chance.

Wer verunglückt: Es sind häufig Männer, die sich überschätzen, die die Strömung verkennen oder unter Alkoholeinfluss ins Wasser springen. Aber es trifft auch Kinder, Jugendliche und ältere Menschen, die einfach nur den falschen Moment erwischt haben.

Es bleibt das, was man am Wasser hier lernt: Die Elbe verzeiht keine Fehler. Man schaut raus, sieht den Strom, und weiß, dass unter der glatten undurchsichtigen Oberfläche eine Kraft arbeitet, die sich um uns Menschen nicht schert.

Geht also lieber in Freibädern baden. Das drüben in Finkenwerder ist toll — und man kann sogar auf die Elbe und Övelgönne gegenüber schauen.

Moin Moin Hamburg, wir haben den letzten Sonntag im Mai 2026. Hier kommen die weiteren News aus der schönsten Stadt.

Die Plakate hängen mittlerweile schief, die Argumente sind ausgetauscht, die Fronten verhärtet. Heute noch schnell das Kreuzchen – Olympia oder nicht. Hamburg hält den Atem an.Aber während wir uns den Kopf über die Ringe zerbrechen, dreht sich die Stadt unbeirrt weiter. Und sie ist diese Woche kein sanfter Ort gewesen.Die Blaulicht-Ticker haben keine Pause gemacht. In Lurup musste die Mordkommission ran, ein 41-Jähriger kam dort in der Nacht zum Mittwoch gewaltsam zu Tode. Und in der Sternschanze gab es am vergangenen Samstag einen Angriff auf zwei Männer, die Polizei prüft ein antisemitisches Motiv – eine dieser Nachrichten, die einem im Vorbeigehen kurz die Kehle zuschnürt, während man eigentlich nur zum Schanzenbäcker wollte.In Altona-Nord liegt eine 30-jährige Radfahrerin nach einem Zusammenstoß mit einem Lkw lebensgefährlich verletzt im Krankenhaus. Ein Unfall in Hoheluft, ein Raubüberfall in Ottensen, die Stadt zeigt ihr raues Gesicht. Manchmal vergisst man bei all den großen Debatten um Olympiastadien, dass die Stadt jeden Tag eigenen Geschichten schreibt – oft genug leider wenig glitzernde.Ein bisschen menschlicher war es in Barmbek. Da gab es am Donnerstag den „Tag der Leichten Sprache“ am Bert-Kaempfert-Platz. Eine bunte Aktion für mehr Inklusion und Verständlichkeit. Ein kleiner Kontrast zu den großen, oft unverständlichen Worthülsen aus dem Rathaus. Manchmal ist das Einfache eben doch das Beste.

Geht der Senat wieder baden?Heute, am Sonntag, sind die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr offen. Die Spannung ist fast greifbar. Die einen hoffen auf den großen Wurf für die Stadtentwicklung, die anderen auf Vernunft und Realismus.

Ich werde nach dem Schreiben dieses Letters runter an die Elbe gehen und auf den schönen, gefährlichen Fluss blicken, der Generationen untereinander und uns mit der Welt verbindet. Und hoffe, die Hamburger nehmen sich die Warnungen meiner Omi zu Herzen.Wir hören uns nächste Woche, Dein Erik.



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Pfingsten in HH — Nix wie an die See24 May 202600:07:59

Hafengeburtstag, Harley Days oder Schlagermove (von Kreuzfahrtparaden mal ganz ab): wer kann flieht aus Hamburg zu touristischen Großevents oder bei angesagten 30 Grad im Schatten.

Ich erinnere mich noch an das Motto der “lebenswerten Stadt”, das sich in den letzten 25 Jahren zum Mantra der “besuchenswerten Stadt” gewandelt hat. Nur allergische Gegenreaktionen wie in Paris oder Barcelona bleiben in Hamburg bisher aus.

Ich saß am Donnerstag mit Freunden in der Schanze draußen, wir feierten den Geburtstag eines Freundes. Es waren auch mehrere Einzelhändler aus St. Pauli anwesend, und bei leckerem Ratsherrn Pils von nebenan kam das Gespräch schnell darauf, dass auf der Schanze nur noch auf finanzstarke Filialisten geschielt wird, die es auch in Paderborn oder Neumünster gibt. Die Schanze stirbt einen leisen Tod, auch weil der Politik die Menschen (auch Unternehmer:innen unter ihnen) schietegal sind. Und dass nicht erst seit G20.

Das Gespräch mäanderte zu Orten wie dem Tempelhofer Feld oder der Wiese vor dem Müngersdorfer Stadion. Orte, die für Gäste und Anwohner gleichfalls entworfen und genutzt sind.

Ich schreibe euch diesen Letter übrigens von der Ostsee. Bin auch geflohen aus der schönsten Stadt.

Es ist Pfingsten. Die Stadt atmet kurz durch zwischen den Tourihighlights, auch wenn auf den Autobahnen rundherum alles steht. Hier sind deine Nachrichten zum Pfingstwochenende 2026:

* Pfingststau-Chaos: Wer am Freitag aus der Stadt wollte, hatte schlechte Karten. Durch hohes Verkehrsaufkommen, Baustellen und Unfälle bildeten sich kilometerlange Staus. Besonders hart traf es die A7 vor dem Elbtunnel (12 km Stau) und die A1 vor der Norderelbbrücke (13 km). Die A23 in Richtung Nordsee ist zwischen dem Dreieck Hamburg-Nordwest und Pinneberg-Süd wegen Bauarbeiten voll gesperrt – das wird laut Autobahn GmbH noch bis Pfingstmontagabend (20 Uhr) anhalten. Wer denkt sich sowas aus? (In die Stadt gings locker ;) (Quelle: dpa via borkenerzeitung.de)

* Nordseewoche gestartet: Auf dem Wasser ist Hochbetrieb. Die 91. Nordseewoche hat am Wochenende begonnen. Die Segel-Crews sind nach Helgoland unterwegs, nachdem die Eröffnung am Freitag in der Segler-Vereinigung Cuxhaven gefeiert wurde. Ziel ist nach Pfingsten dann Strande, mein 2. Heimathafen: (nordseewoche.org)

* Grundgesetz-Feier & Elbphilharmonie: Am Samstag, den 23. Mai, feierte das Grundgesetz seinen 77. Geburtstag. Bundesweit gibt es Aktionen. In Hamburg besuchte Elke Büdenbender ein Konzert zum Ehrentag in der Elbphilharmonie („Misa criolla – sing mit!“).

(Quelle: bundespraesident.de)

* Stadtfest St. Georg: Wer in der Stadt geblieben ist, findet heute die „Lange Reihe“ in St. Georg als Festmeile vor. Das Stadtteilfest ist wie immer: bunt, beliebt und belebt.

(Quelle: MOPO)

* Olympia-Referendum: Die Debatte läuft auf Hochtouren. Noch bis zum 31. Mai können die Hamburgerinnen ihre Stimme zur Olympia-Bewerbung abgeben. Die Argumente zwischen den Pro-Seiten (Mobilität, Barrierefreiheit) und den Contra-Seiten (kein Olympia für Ausbau nötig, Kosten/Nutzen) werden derzeit medial sehr intensiv geführt.

(Quelle: Abendblatt)

* Hamburg ist nicht … Lima Wovon der Nachwuchs der HHer Fußballklubs nur träumen kann, erlebte ein Qualifikant beim Tennis am Rothenbaum. Sport 1 meldet: “Der 22-Jährige mit deutschen Wurzeln bezwang am Samstag im Endspiel den an Nummer sechs gesetzten US-Amerikaner Tommy Paul 7:6 (8:6), 4:6, 6:3 und feierte in seinem ersten ATP-Final-Triumph”

* Und was macht der HSV? Der lässt Königsdörffer ziehen und seine lautesten Kritiker nörgeln jetzt, weil der 22-jährige Mainz05 für den etablierteren Bundesligisten hält (und vermutlich auf Abstiegskampf von Minute 1 nächste Saison keine Lust verspürt)

* Du magst meinen Letter? Dann leite ihn bitte an Freunde weiter; und oder soendier mir n Anlegebier: https://ko-fi.com/ring2

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Abpfiff17 May 202600:08:23

Abpfiff: Da ist sie wieder. Diese absolute Leere, die bleibt, wenn das Flutlicht ausgeht und der Regen die Tränen vom Gesicht wäscht. St. Pauli steigt ab. Es tut weh, jedes Mal aufs Neue, obwohl man es kommen sah. Das Endspiel gegen Wolfsburg war kein Klassekampf, es war nur das bittere Erwachen auf dem harten Boden der Realität. Wir sind eben doch in der zweiten Liga zu Hause, nu, da gehören wir vielleicht auch hin, ganz ohne die Eventfans und die Millionen-Arroganz. Der Schmerz sitzt tief am Millerntor, laut MOPO herrscht absolute Leere in den Gesichtern.

Schiete, das passt zur Woche. In der Altstadt stand tagelang ein sündhaft teurer McLaren 720S Spider im strömenden Regen. Das elektrohydraulische Dach halb offen, die Ledersitze volgelaufen wie eine alte Jolle. Hunderttausend Euro Schaden, schätzt die MOPO hämisch, während die sozialen Medien spotten. Und das Beste: Unter dem Scheibenwischer klemmte ein Knöllchen.

Wer die Woche versucht hat, mit der S-Bahn von Harburg zum Hauptbahnhof zu kommen, weiß, was echtes Elend bedeutet: Schienenersatzverkehr, Streckensperrungen, Chaos auf den Gleisen. Das Hamburger Abendblatt schrieb treffend von „Zuständen wie in Indien“. Der NDR zeigte Bilder von überfüllten Bahnsteigen, auf denen es teilweise sogar gefährlich eng wurde. Die Menschen drängten sich aneinander; man steht Schulter an Schulter, schaut stumm ins Grau und erträgt es.

Ich bekam diese Woche Post vom Bürgermeister. Peter Tschentscher persönlich wirbt per Brief in Hunderttausenden Haushalten für ein „Ja“ beim Olympia-Referendum Ende des Monats. Die Werbetrommel rotiert heiß, das Hamburger Tagesjournal seziert die tiefen Gräben, die quer durch die Generationen und Stadtteile gehen. „Mutig oder ängstlich?“ fragen sie vor der Abstimmung am 31. Mai. Vielleicht ist es einfach nur vernünftig, das Geld lieber in funktionierende S-Bahnen zu stecken als in fünf Ringe aus Gold.

Der Hamburger Schiedsrichter Patrick Ittrich hat am Samstag seine Pfeife an den Nagel gehängt. Das letzte Bundesliga-Spiel abgepfiffen, Schluss, Aus. Ein guter Kerdl, der laut Abendblatt zum Abschied klare Worte für die Herausforderungen auf dem Platz fand. Man merkt, wie die alten Gesichter gehen. Auf dem Platz, in der Stadt, überall.

Nächste Woche wird nicht besser. Die Gleise zwischen Hauptbahnhof und Harburg bleiben dicht, das Bahnchaos geht in die nächste Runde. Und die Diskussionen um die Ringe werden schärfer, je näher das Monatsende rückt. Wir werden weiter streiten, am Küchentisch, in der Kneipe, beim Bäcker.

Die Elbe fließt weiter, ungeachtet der Tränen am Millerntor und des Wassers im Luxusauto. Ein Frachter zieht raus Richtung Nordsee, die Tide läuft ab.

Manchmal muss man einfach loslassen können.

Und was macht der HSV?

Endlich wieder die Nummer 1 der Stadt. Nach Jahren der Stadtteildominanz ist die alte Hackordnung in der Stadt wieder hergestellt. Die Männer vom Volkspark strotzen vor Kraft. Klassenerhalt- check. Europa kann kommen 😉.



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HSV - FC St. Pauli - die Woche der Entscheidung13 May 202600:48:21

Moin Hamburg,

die kalte Sophie hat Hamburg im Griff: es ist kühl, windig und schauerig. Ein Wetter, das zur Gemütslage beim FC St. Pauli passt. Neben dem Völligaußerformsein peinigt ein fieser Virus den Tabellenletzten vom Millerntor.

Während beim HSV die Sonne aus dem Allerwertesten scheint, umarmen die Profis in braunweiss die Schüssel. Against all odds, wie man so schön sagt - keine Chance, keine Verdauung - aber vielleicht Glück im Unglück?

Dies ist eine Episode der Hamburger Blutgrätsche, dem Podcast aus Hamburg zum HSV und dem FCSP: alle Folgen - https://rss.com/podcasts/bluthh/

Tolles Saisonfinale gegen Freiburg, während der FC St. Pauli sein Drama bis zum Schluss spielt. Bierdusche am Volkspark und die Scheißerei am Millerntor - unterschiedlicher könnte die Stimmung nicht sein, wenn sich Oliver und Erik zur Bundesligafinale an den Mikros treffen.

HIer ist der HSV- und St. Pauli Podcast aus der schönsten Stadt - womöglich das letzte Mal als doppelte Bundesligisten

... Supportet Oliver oder Erik und spendiert uns n Bier: https://ko-fi.com/bluthh

* 0:19 Moin Moin Hamburg

* 23:38 HSV und Leihspieler

* 29:58 Panini-Sticker und Familienzeit

* 38:28 Trainer und Spieler-Dynamik

* 44:40 Saisonabschluss und Ausblick

In dieser Episode der Hamburger Blutgrätsche analysieren wir die aktuelle Situation in der Deutschen Bundesliga mit einem Fokus auf den Hamburger Sportverein (HSV) und den FC St. Pauli. Wir feiern den souveränen Klassenerhalt des HSV und reflektieren die Herausforderungen, mit denen St. Pauli im Abstiegskampf konfrontiert ist. Die Diskussion reicht von den letzten Spielen und ihren entscheidenden Momenten bis hin zu den Emotionen und Perspektiven der Fans. Zudem beleuchten wir die psychologischen Aspekte des Wettbewerbs, die Teamdynamik sowie individuelle Spielerleistungen und Transferstrategien.

Abschließend werfen wir einen Blick auf die kommenden Herausforderungen und die strategischen Pläne beider Klubs für die nächste Saison.



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Hafengeburtstag, OMR: Alles, was schiete ist, findet hier statt10 May 202600:11:42

Jedes Jahr wieder schießt mir das Zitat von Rocko Schamoni ins Gemüt, das ich oben ein wenig verniederdeutscht habe:

"Alles, was dumm und scheiße ist", findet auf St. Pauli statt, hat Rocky einmal anlässlich des Schlagermoves gesagt — und damit dem Gefühl aller Anwohnerinnen, ob in St. Pauli, Altona oder Ottensen, ein Zitat geschenkt, das immer passt, wenn Pinneberg, Zahnärtzte oder Fuzzis in unseren Vierteln die Sau rauslassen.

Diese Woche fielen erst zehntausende Marketingfuzzis über das Schanzenviertel her, buchten Frühstückscafés komplett, sodass die ansässige Bohème ohne Galao den Tag starten musste. Das macht den freundlichsten Altautonomen zum Wütbürger.

Das OMR Plastikschild um den Hals markiert in unseren Vierteln den Feind.

Ich habe mir aus Spaß mal n paar Videos auf Youtube angesehen und musste mich kneifen, was für einen B******t die Leute labern. Mein Freund Alfetta rief mich an und fragte: “Die meinen das ernst, oder?”. Ich befürchte ja, antwortete ich.

Wie jeder Altonaer, habe ich die Stadt fluchtartig verlassen, in Richtung Ostsee. Dort war es ziemlich leer. Waren die alle in HH?, beim Hafengeburtstag?

Den verpasse ich ja auch seit Jahren. Es ist nicht nachrichtenfest zu ermitteln, wieviele der über eine Million Besucher auch aus Hamburg kommen (und ob die Zahl der Ostseetouristen schlagartig ansteigt an diesem Wochenende), aber eine erkleckliche Zahl meiner Nachbarn verdient sich die Monatsmiete an diesem Wochenende via AirBnB.

Eine bessere Propaganda könnte die Nolympia Bewegung sich nicht ausdenken. Hamburg ist eben nicht für Hamburgerinnen gemacht.

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May Olympia be with you Hamburg04 May 202600:24:30

Moin Hamburg! Hier ist das Audio-Logbuch zur Lage der Nation – oder zumindest zur Lage der schönsten Stadt der Welt. Schnappt euch einen Kaffee oder ein Zigarillo, lehnt euch zurück und schaut aus dem Fenster, während wir die Ereignisse der letzten Woche Revue passieren lassen.

* Einführung (00:00:06)Begrüßung zum wöchentlichen Newsletter-Podcast “Ring zwei Hamburg” mit einem Überblick über die Themen der vergangenen Woche.

* Segelregatta auf der Elbe (00:01:34)Bericht über die Glückstadt Regatta mit schwierigen Wetterbedingungen, starkem Wind und extrem unruhigem Wasser auf der Unterelbe.

* Unfälle und Schäden beim Segeln (00:02:53)Details zu den Havarien während der Regatta, darunter ein Mastbruch, eine Person über Bord und eine aufgelaufene Yacht.

* Veränderungen bei Segelregatten (00:04:08)Einblick in die Organisation von Segelregatten heute im Vergleich zu früher, insbesondere die Rolle von Sicherungsbooten und veränderte Solidarität.

* Ereignisse rund um den 1. Mai (00:08:14)Zusammenfassung der Ereignisse zum 1. Mai, inklusive Demonstrationen, und ein Ausblick auf OMR Festival und Hafengeburtstag.

* Das Verschwinden des Paternoster (00:09:34)Bericht über den spurlosen und nicht genehmigten Ausbau des ältesten Paternoster der Welt aus dem historischen Flügge-Haus.

* Vergleich mit früheren Vorfällen (00:10:58)Eine persönliche Anekdote des Sprechers über illegale Baumfällungen in Blankenese als Vergleich zum Vorgehen beim Paternoster-Ausbau.

* Demonstrationen am 1. Mai (00:12:16)Beschreibung der Demonstrationen am Tag der Arbeit, von friedlichen Märschen des DGB bis zu Pyrotechnik an der Roten Flora.

* Olympia-Abstimmung in Kiel (00:13:29)Meldung über die erfolgreiche Abstimmung in Kiel für die Austragung der Segelwettbewerbe und den wachsenden Druck auf Hamburg.

* Diskussion um Olympia in Hamburg (00:15:05)Kritische Auseinandersetzung mit den Olympia-Plänen in Hamburg, den hohen Kostenrisiken und dem Vergleich mit den Spielen in Paris.

* Ausblick auf kommende Veranstaltungen (00:18:03)Vorschau auf das OMR Festival und den Hafengeburtstag, die für eine volle, laute und teure Woche in Hamburg sorgen.

* Kritik am OMR Festival (00:19:20)Persönliche und kritische Betrachtung des OMR Festivals, seiner Teilnehmer und der Entwicklung von einem kleinen Event zur Großveranstaltung.

* Weitere Termine und Fußball (00:20:34)Hinweise auf den Star Wars Day im Planetarium und die Situation im Fußball, insbesondere der Klassenerhalt des HSV.

* Die Lage des FC St. Pauli (00:21:51)Analyse der unsicheren Lage des FC St. Pauli im Abstiegskampf und Ausblick auf die entscheidenden letzten beiden Saisonspiele.

* Verabschiedung (00:23:15)Abschließende Worte, Glückwünsche an den HSV, Hoffnung für St. Pauli und die Bitte, den Podcast zu abonnieren und zu unterstützen.

⛵ Das “selbstgewählte Elend” auf der Elbe

Der Mai startete mit sommerlichen 25 Grad, doch das Segel-Wochenende davor hatte es in sich. Bei der Glückstadt Regatta (Saisonauftakt der Elbe Super Sailing Tour) gab es ordentlich „eins auf die Mütze“:

* Wetterkapriolen: Windstärke sieben mit Böen bis zu 30 Knoten peitschten über die Unterelbe.

* Fiese Wellen: Die ablaufende Tide gegen Westwind erzeugte kurze, ekelige Stromschnellen, die Mensch und Material forderten.

* Havarien: Eine 38-Fuß-Yacht erlitt in Höhe der Glückstädter Fähren einen Mastbruch; das Rigg musste gekappt und markiert im Fluss versenkt werden.

* Rettungsaktionen: Ein Segler ging über Bord, konnte aber dank der mittlerweile gut organisierten Begleitschlauchboote schnell gerettet werden. Eine weitere Yacht lief auf eine Steinböschung auf und musste von Feuerwehr und DLRG mit Luftkissen befreit werden. Trotz des „normalen Wahnsinns“ gab es zum Glück keine Schwerverletzten.

Paternoster-Gate & Blankeneser Methoden

Mitten in der City hat sich ein fast magischer Kriminalfall ereignet: Aus dem historischen Flüggehaus ist der vermutlich älteste Paternoster der Welt (Baujahr 1908) spurlos verschwunden.

* Ohne Erlaubnis: Der Ausbau erfolgte ohne Genehmigung des Denkmalschutzamtes.

* Parallelen: Das Vorgehen erinnert an alte Blankeneser Gepflogenheiten, wo „versehentlich“ ein Schwerlaster geschützte Bäume rammt, die der Elbsicht neureicher Villenbesitzer im Weg stehen. Die Behörden haben nun erst einmal einen Baustopp verhängt.

🚩 Zwischen Revolution und Rendite

Der 1. Mai verlief hanseatisch-bunt. Während der DGB in Barmbek friedlich für Löhne marschierte, lieferte die Rote Flora auf der Schanze das obligatorische Pyrotechnik-Spektakel ab. Laut Polizei blieb es insgesamt den Umständen entsprechend ruhig.

In Sachen Olympia wächst der Druck aus dem Norden. Kiel hat mit 63,5 % für die Segelwettbewerbe gestimmt. Ich bleibe als gelernter Kaufmann skeptisch: Ein Risiko von bis zu 80 Milliarden Euro ist bei den aktuellen Kostenexplosionen in Hamburg (man denke an die Elbtunnel-Röhre) kaum seriös kalkulierbar. Wer Paris als „Schwarze Null“ verkauft, verschweigt den Milliarden-Rechenschaftsbericht der Franzosen.

Ausblick: OMR-Wahnsinn & Hafengeburtstag

Die kommende Woche wird laut, voll und teuer:

* OMR Festival (5.–6. Mai): Das Klassentreffen der Digital-Bubble in der Schanze. Erwartet überteuerte Haferlattes, weiße Sneaker und „Rockstars“, die eigentlich keine sind – außer vielleicht Heidi Klum. Mein Tipp: Meidet die Schanze weiträumig.

+2

* Hafengeburtstag (Wochenende): Für Anwohner das Signal, schleunigst an die Ostsee zu fliehen, während halb Pinneberg und Niedersachsen die Landungsbrücken flutet.

* A7-Sperrung: Der Elbtunnel wird natürlich auch wieder gesperrt.

* Star Wars Day: Wer den 4. Mai verpasst hat, kann am Dienstag (5. Mai) im Planetarium den Vortrag „The Revenge of the Fifth“ hören.

Fußball-Dramen

Gute Nachrichten für die Raute: Der HSV ist vorzeitig gerettet und spielt nächste Saison definitiv erste Bundesliga. Beim FC St. Pauli sieht es nach der Pleite gegen Mainz düsterer aus. Jetzt folgt das Endspiel gegen Wolfsburg – eine urstpaulianische Aufgabe, den Konzern-Klub mit in den Abgrund zu reißen.

Ich wünsche euch eine schöne Woche. Seid gute Demokraten, geht wählen und abonniert das Logbuch!

Tschüss, euer Erik



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Kritische Masse Hamburg26 Apr 202600:12:51

Moin Hamburg. Wir schreiben Sonntag, den 26. April 2026. Während du dies liest, schiebt sich gerade eine Wand aus über 30.000 Menschen durch die Stadt – es ist Marathon-Sonntag, und Hamburg riecht nach Magnesium-Gel und Schweiß. Frischem Schweiß.

Chapters

0:10 Marathonzeit in Hamburg

2:45 Critical Mass und Fahrradprotest

5:40 HSV und sportliche Herausforderungen

7:49 Olympia-Referendum und politische Auseinandersetzungen

9:21 Infrastrukturprobleme in Hamburg

10:47 Ausblick auf kommende Veranstaltungen

Ich wohne direkt an der Laufstrecke des Hamburg Marathons. Früh im Rennen hatte sich schon an der Ottenser Christianskirche die Elite vom Feld getrennt. Meist waren die besten Läufer schon oder gerade durch, als ich mich im hastig angeplünnten Jogginganzug an die Strecke begab. So viele Menschen, die mit voller Batterie und viel Hoffnung im Bauch an mir vorbei laufen; es liegt etwas von dieser Kraft in der Luft, weht zu den wartenden herüber. Während die Nachbarn mit Heavy Metal und AC/DC den Läufern Mut zudröhnen, scanne ich die Masse - irgendjemand erkennt man immer - und manchmal erkennen sie einen auch. Und strahlen.

Ich weiß nicht, wie dieselben Menschen dann später in Eppendorf aussehen, aber mich fasziniert der Mut und die fröhliche Entschlossenheit. Jedes Jahr wieder.

Kritische Masse Hamburg früh im Monat

Wie der Hansemarathon erfüllt mich jedes Mal die Fahrraddemo “Critical Mass” mit Hoffnung. Wie der Marathon kommt diese kreativste Form des Protestes mit wenig Brimborium aus (braucht keine Sportstätten oder gar die Politik; im Gegenteil).

Die Critical Mass nutzt den Paragraphen 27 der Straßenverkehrsordnung. Wenn mehr als 15 Radfahrer:innen hinter- und nebeneinander Fahren, bilden sie rechtlich einen „Verband“. Die Folge: Der Verband darf wie ein einzelnes Fahrzeug behandelt werden. Wenn das erste Rad bei Grün über die Ampel fährt, darf der gesamte Rest folgen, auch wenn die Ampel mittlerweile auf Rot springt (das sogenannte „Corken“).

Das Ziel ist es, die Dominanz des Autos im Stadtbild für ein paar Stunden zu brechen. Radfahrer, die sonst oft an den Rand gedrängt werden, nehmen sich den Raum, der ihnen zusteht - und das ganz legal. Es geht um eine leider nur temporäre Umverteilung des öffentlichen Raums.

Im Sommer radeln mehr Leute mit, denn das ist keine verbiesterte Demo, sondern ein Happening. Mit Musik und Geträller. Die Erfahrenen sichern die Strecke und nehmen das Geschimpfe der Autofahrer auf sich, die sich vielleicht das erste Mal so ohnmächtig fühlen, wie andere Verkehrsteilnehmer dauernd. Wie das genau funktioniert in Hamburg, könnt ihr hier bei CM auf Mastodon nachlesen.

Und was macht … der HSV?

Alle anderen spielen für Hamburg und wir spielen mit. Nach der nicht unverdienten Niederlage gegen die Senkrechtstarter aus Hoppenheim reiht sich der HSV ins Schneckenrennen um den Klassenerhalt ein.

… dabei kann sich der HSV auf den FC St. Pauli verlassen. Die Kiezkicker unterlagen beim Tabellenletzten verdient mit 0:2. Der Millernton spricht von einem “Offenbarungseid” zur Pleite. Nun fragt sich ganz Hamburg, wer denn als Insolvenzverwalter eingesetzt wird. Der Podcast St. POP wünscht sich mit Friedhelm Funkel den Dauerläufer unter den Ligarettern.

„Wadenkrampf & Wahl-Krampf: Hamburg zwischen Runners High und Stimmungstief“

Diese Woche wird in Hamburg gerannt: ihr rennt den Marathon (obwohl laufen wohl das bessere Verb ist), wir rennen wild durcheinander beim Streit um die sportliche Zukunft (Beim Olympia-Referendum) und zwischendurch rennt unserer Infrastruktur die Zeit davon (Brücken-Chaos).

Vielen Dank fürs lesen und hören; teile diesen Letter gerne in deinem Netzwerk; run on … Dein Erik

Abwegig: Das war die letzte Woche

* Der große Marathon-Check: Heute, am 26. April, steht die Stadt still. NDR und Mopo berichten von Rekord-Anmeldezahlen (über 38.000 Läufer inklusive Staffel). Der “Hot”-Faktor: Die Straßensperrungen treiben Autofahrer in den Wahnsinn, während die Partystimmung an der Strecke (besonders in Eppendorf) ihren Peak erreicht.

(Quellen: NDR Hamburg, MOPO)

* Olympia-Post im Briefkasten: Seit Mitte der Woche landen die Briefwahlunterlagen für das Referendum am 31. Mai in den Briefkästen. Das Hamburger Tagesjournal beobachtet ein „Hamburger Ding“: Die Fronten zwischen Senat (Pro) und Initiativen wie „NOlympia“ (Contra) verhärten sich zusehends.

(Quellen: Abendblatt, Hamburger Tagesjournal)

* Abwegig: Lufthansa Technik wartet jetzt Kriegswaffen: In Fuhlsbüttel weht ein neuer Wind. Erstmals werden bei Lufthansa Technik waffentragende Flugzeuge (Boeing P-8A Poseidon) gewartet. Hamburg wird zur „wehrtechnischen Stadt“ – eine Entwicklung, die in der Friedensstadt für ordentlich Diskussionsstoff auf Mastodon sorgt.

(Quelle: Hamburger Tagesjournal)

* Das 130.000-Euro-Eigentor: Der Landesverband der Grünen muss eine massive Summe an die Rentenversicherung nachzahlen. Grund: Eine rückwirkende Neubewertung der Vorstandsvergütung. Ein gefundenes Fressen für die politische Konkurrenz.

(Quelle: Hamburger Tagesjournal)

* Infrastruktur-Drama: Am Donnerstag legten Probleme an der Köhlbrandbrücke und der Norderelbbrücke den Hamburger Süden komplett lahm. Stillstand als Dauerzustand – ein Thema, das die MOPO gewohnt emotional begleitet.

(Quellen: Hamburger Tagesjournal, MOPO)

Ausblick: Termine für die kommende Woche (27. April – 3. Mai)

Die nächste Woche steht ganz im Zeichen des Feiertags und des kulturellen Aufbruchs.

Offizieller Wahl-Endspurt

27. April – 30. April

Die Stadt wird mit Plakaten für und gegen das Olympia-Referendum geflutet. Erwartet hitzige Debatten in den Lokalzeitungen.

Tag der Arbeit & Wasserlichtkonzerte

Freitag, 1. Mai

Traditionelle Demos (DGB und Schanze). Gleichzeitig Saisonstart der Wasserlichtkonzerte in Planten un Blomen – dieses Jahr unter dem Motto „Lichtgestalten“.

Internationales Musikfest Hamburg

Freitag, 1. Mai (Start)

Auftakt des Musikfests in der Elbphilharmonie. Das Thema 2026 ist „Ende“ – passend zur dramatischen Grundstimmung der Stadt.

HSV vs. Eintracht Frankfurt

Samstag, 2. Mai

Heimspiel im Volksparkstadion (15:30 Uhr). Die Stadt wird in Blau-Weiß-Schwarz getaucht sein.

Japan-Festival Vorboten

Sonntag, 3. Mai

Erste Kirschblüten-Events an der Alster, bevor Ende Mai das große Feuerwerk folgt.

Quellen:

* Hamburger Tagesjournal: Unverzichtbar für die “abwegigen” politischen Details (Grüne, Lufthansa-Waffen).

* Abendblatt: Tiefe Analysen zum Olympia-Referendum und den wirtschaftlichen Folgen.

* NDR: Erste Adresse für die Marathon-Berichterstattung und den kulturellen Mai-Auftakt.

* MOPO: Dein Seismograph für die Wut über Straßensperrungen und den Brücken-Wahnsinn.



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