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TitreDateDurée
Theodor Fontane: Der Stechlin (1/32)08 May 202500:25:54
Am Ende seines Lebens blickt Theodor Fontane auf ein bewegtes Jahrhundert zurück: nach zahlreichen Kriegen hat sich das deutsche Kaiserreich gegründet, die Industrialisierung hat Wohlstand gebracht, aber nicht für alle. Adel und Kirche haben das Sagen, doch ihre Zeit scheint abzulaufen. Es ist eine Zeit des Umbruchs, die Fontane in seinem letzten Roman "Der Stechlin" beschreibt. Und es scheint, dass er sich selbst porträtiert hat im alten Gutsherrn von Stechlin, einem märkischen Junker, der auf sein Leben zurückblickt und den Staffelstab an die jüngere Generation übergibt. Ohne Wehmut, selbstironisch und optimistisch – wie er es seine Schwiegertochter Melusine sagen lässt: "Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben." Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (2/32)08 May 202500:26:46
Wir haben bereits Dubslav von Stechlin kennengelernt, den Hausherrn von Schloss Stechlin im Ruppiner Land. Er erwartet Besuch von seinem Sohn Woldemar, der sich mit seinen beiden Kameraden Rex und Czako angemeldet hat. Alle drei sind Offiziere in der Armee. Der alte Stechlin ist in Verlegenheit: er möchte den jungen Herren eine angemessene Tischgesellschaft bieten. Mit seinem Diener Engelke stellt er eine Gästeliste mit Persönlichkeiten aus der Nachbarschaft zusammen. Eingeladen werden der Schneidemühlen-Besitzer Gundermann und seine Frau, außerdem Oberförster Katzler, dessen Gattin ein Kind erwartet, und Pastor Lorenzen. Eben reiten Woldemar, Rex und Czako mit ihrem Reitknecht Fritz auf Schloss Stechlin zu. Sie sind von Berlin über Cremmen gekommen und haben sich über die Besonderheiten der Gegend unterhalten. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (11/32)08 May 202500:26:58
Woldemar fühlt sich bei den Barbys immer wohler. Regelmäßig besucht er die Schwestern Armgard und Melusine. Aber auch deren Vater, Graf Barby, schätzt er sehr. Und er lernt die Gäste der Familie kennen, wie zum Beispiel den Klavierlehrer Doktor Wrschowitz. Dessen wunder Punkt ist sein Vorname: er heißt Niels - wie der dänische Komponist Niels Gade, den er verachtet. Auf Gade - und auf alles Skandinavische überhaupt - ist Wrschowitz nicht gut zu sprechen. Ein Thema, das Woldemar deshalb in der Konversation zu meiden versucht. Dafür erzählt er vom Ruppiner Land, der Gegend um den Stechlinsee. Die Geschichten um den angeblich misogynen, also frauen-hassenden Prinzen Heinrich in Rheinsberg erschrecken Armgard. Sie bittet Woldemar, von seinem jüngsten Ausflug nach Stechlin zu berichten. Auch der Klavierlehrer ist einverstanden. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (12/32)08 May 202500:29:00
Im Eierhäuschen hat unsere Landpartie bei Münchener Bier und Schwedischem Punsch ihren Abschluss gefunden. Jetzt befinden wir uns wieder auf der Rückfahrt auf dem Dampfschiff. Melusine hatte von ihrer Begegnung mit der schwedischen Opernsängerin Jenny Lind erzählt, Woldemar hatte von seinem Lehrer, dem Stechliner Pastor Lorenzen, berichtet. Nun soll er den anwesenden Damen – neben Melusine ist ihre Schwester Armgard und Baronin Berchtesgaden, eine Freundin der Familie dabei – mehr von Lorenzen erzählen, den er sehr verehrt. Armgard ist in Gedanken versunken auf der ganzen Fahrt - und eben hat die Baronin Berchtesgaden eine Bemerkung über den Papst fallen lassen, die vor allem bei Melusine nicht gut ankommt… Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (13/32)08 May 202500:26:45
Im Eierhäuschen hat unsere Landpartie bei Münchener Bier und Schwedischem Punsch ihren Abschluss gefunden. Jetzt befinden wir uns wieder auf der Rückfahrt auf dem Dampfschiff. Melusine hatte von ihrer Begegnung mit der schwedischen Opernsängerin Jenny Lind erzählt, Woldemar hatte von seinem Lehrer, dem Stechliner Pastor Lorenzen, berichtet. Nun soll er den anwesenden Damen – neben Melusine ist ihre Schwester Armgard und Baronin Berchtesgaden, eine Freundin der Familie dabei – mehr von Lorenzen erzählen, den er sehr verehrt. Armgard ist in Gedanken versunken auf der ganzen Fahrt - und eben hat die Baronin Berchtesgaden eine Bemerkung über den Papst fallen lassen, die vor allem bei Melusine nicht gut ankommt… Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (14/32)08 May 202500:26:15
Dubslav von Stechlin hat sich als Kandidat für die Wahl zum Reichstag aufstellen lassen. Woldemar sieht die Sache mit gemischten Gefühlen: sein Vater hat keinerlei politische Erfahrung, und den Wahlkreis Rheinsberg-Wutz, seit Jahren fest in konservativer Hand, könnte erstmals ein "Fortschrittler" oder ein Sozialdemokrat für sich gewinnen. Im Stechliner Dorfkrug treffen sich nun die Konservativen zur Wahlversammlung. Vorsitzender ist Oberförster Katzler, ihm zur Seite die Vertreter der Kirche: Superintendent Koseleger und Pastor Lorenzen. Außerdem assistieren Bürgermeister Kluckhuhn und Lehrer Krippenstapel. Nicht zu vergessen Landbriefträger Brose und die gesamte Dorfpolizei: Fußgendarm Uncke und Wachtmeister Pyterke. Über den Bürgermeister haben wir eben erfahren, dass er sich in der Schlacht von Alsen so erfolgreich hervorgetan hatte, dass er nur noch "Rolf Krake" genannt wird – nach dem besiegten dänischen Schiff. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (15/32)08 May 202500:26:38
In Stechlin sind die Vorbereitungen für die Wahl zum Reichstag abgeschlossen. Der alte Dubslav kandidiert für die Konservativen. Im vorigen Kapitel fand eine Wahlveranstaltung statt. Und Fontane gab uns Einblicke in das Denken von zwei Kirchenvertretern: Superintendent Koseleger hat sein Herz bei Pastor Lorenzen ausgeschüttet und dabei persönliche Abgründe offenbart. Und die streng religiöse Ermyntrud, die hochschwangere Frau des Oberförsters Katzler, hat zum wiederholten Mal von ihrem Mann verlangt, ihr die Prinzipien von Sittlichkeit und Pflichterfüllung zu geloben. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (16/32)08 May 202500:26:19
Die Wahl ist gelaufen in Rheinsberg-Wutz. Dubslav von Stechlin hatte sich als Kandidat der Konservativen für den Reichstag aufstellen lassen. Und war krachend gescheitert. Den Sieg haben die Sozialdemokraten errungen. Nachdem das Ergebnis feststeht, versammeln sich die Herren der Grafschaft im "Prinzregenten" am Rheinsberger Triangel-Platz. Trotz der Niederlage - aufs Essen will keiner von ihnen verzichten. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (17/32)08 May 202500:26:01
Dubslav von Stechlin hat seine Niederlage als Kandidat der Konservativen bei der Wahl zum Reichstag problemlos weggesteckt. Nach einem gemeinsamen Essen mit seinen Parteifreunden in Rheinsberg gibt Direktor Thormeyer vom Städtischen Gymnasium eine erstaunliche Geschichte zum Besten. Es geht um die Frage, ob man geraubte Jungfräulichkeit wiederherstellen kann. Eine siamesische Prinzessin soll zu diesem Zweck erfolgreich in Büffelblut gebadet haben. Auf dem nächtlichen Rückweg nach Stechlin sammelt Dubslav mit seinem Kutscher Martin den betrunkenen alten Tuxen am Straßenrand auf. Der gibt zu, wie alle Bauern den sozialdemokratischen Kandidaten Feilenhauer gewählt zu haben. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (18/32)08 May 202500:25:52
Woldemar wird mit einer Abordnung seines Regiments nach London entsandt. Eine Ehre, für die er im Kameradenkreis beneidet wird. Auch sein Freund Czako kann seine Enttäuschung darüber kaum verbergen, dass ihm eine solche Karriere wohl versagt bleibt. Woldemar will sich vor seiner Abreise im Hause Barby verabschieden - nicht ohne Erkundigungen einzuholen, was sich in London zu sehen lohne. Der alte Graf hatte bis zum Tod seiner Frau mit den Töchtern Melusine und Armgard in London gelebt. Woldemar ist glücklich, Graf Barby allein zu Hause anzutreffen. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (19/32)08 May 202500:26:09
Woldemar hat seinen Vater über die bevorstehende Mission nach England per Brief informiert. Dubslav tauscht sich mit Pastor Lorenzen darüber aus: über die unerwartete große Ehre, die Woldemar zuteilwurde, und über sein persönliches Verhältnis zu England. Bei seinem gewohnten Spaziergang am Stechlinsee überdenkt Dubslav schließlich sein Leben. Er erinnert sich an seine verstorbene Frau – und begegnet wahrscheinlich nicht zufällig der alten Buschen, einer kräuterkundigen armen Frau, und ihrer Enkelin Agnes. Im folgenden Kapitel sind wir wieder am Kronprinzenufer in Berlin, wo wir mit Baronin Berchtesgaden einer zuverlässigen Informantin über Klatsch und Tratsch am Berliner Hof begegnen. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (20/32)08 May 202500:27:18
Woldemar ist nach seiner England-Reise nach Berlin zurückgekehrt. Er besucht die Barbys am Kronprinzenufer und berichtet von seinen Erlebnissen. Melusine fragt ihn nach der Schönheit der Engländerinnen. Ihr Gespräch wird unterbrochen: Professor Cujacius kommt unangekündigt. Der Maler spricht ausschweifend über englische Kunst und bringt Woldemar in Verlegenheit, weil er zwei Maler mit ähnlichem Namen verwechselt. Zur Erleichterung aller bricht Cujacius schließlich auf. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (3/32)08 May 202500:28:49
Auf Schloss Stechlin hat der Hausherr, Dubslav von Stechlin, zur Tafel geladen. Sein Sohn Woldemar ist mit seinen Freunden Rex und Czako zu Besuch aus Berlin, und Dubslav will die jungen Herren unterhalten. Thema des Gesprächs ist der Stechlinsee. Er ist bekannt für ein Phänomen: bei großen Naturereignissen irgendwo auf der Welt, wie einem Erdbeben oder Vulkanausbruch, steigt ein roter Hahn aus dem Wasser und kräht in die Lande. Mit am Tisch sitzen Herr und Frau Gundermann, die eine Schneidemühle betreiben, Oberförster Katzler und Pastor Lorenzen. Rex und Lorenzen ereifern sich über die Vorzüge und Nachteile des Lebens in der Stadt bzw. auf dem Land. Als Beispiel dient ihnen der Berliner Hof- und Domprediger Stöcker. Rex, der Stadtmensch, argumentiert im Sinne Stöckers, der sich politisch-missionarisch engagiert. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (21/32)08 May 202500:29:27
Woldemar und Armgard haben sich verlobt. Bis zuletzt war nicht klar, für welche der beiden Barby-Schwestern sich Woldemar entscheiden würde. Melusine ist denn auch ein wenig enttäuscht, gönnt ihrer Schwester aber den Bräutigam. Für den zweiten Weihnachtsfeiertag ist eine Reise nach Stechlin geplant: die Braut soll dem zukünftigen Schwiegervater vorgestellt werden. Dubslav trommelt eine kleine Gesellschaft zusammen: seine Schwester Adelheid macht sich von Kloster Wutz auf den Weg, und auch Superintendent Koseleger sagt zu. Etwas befangen heißt Dubslav seine künftige Schwiegertochter willkommen. Doch Melusine bricht das Eis und erobert sein Herz im Nu. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (22/32)08 May 202500:28:25
Armgard ist mit ihrem Bräutigam Woldemar und ihrer Schwester Melusine zu Besuch bei Dubslav von Stechlin, ihrem zukünftigen Schwiegervater. Es ist Weihnachtszeit, und gemeinsam unternehmen sie einen Spaziergang an den Stechlinsee. Auch Tante Adelheid ist dabei, und die Spannungen zwischen ihr und Melusine sind unüberhörbar. Melusine ergreift jede Gelegenheit zur Konversation: sie befragt Bürgermeister Kluckhuhn zu dessen Erlebnissen im Krieg gegen Dänemark 1864. Dubslav selbst unterhält sich mit Uncke, dem Stechliner Gendarmen. Er hat das Ohr am Volk. Seine ernüchternde Diagnose: "Alle lügen sie. Was sie meinen, das sagen sie nicht, und was sie sagen, das meinen sie nicht." Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (23/32)08 May 202500:27:38
Die Schwestern Melusine und Armgard sind auf Weihnachtsbesuch in Stechlin. Den zugefrorenen See mussten sie unbedingt sehen. Doch das Eis aufzuhacken - darauf haben sie verzichtet, um den sagenumwobenen Hahn nicht zu stören. Mit Pastor Lorenzen, Woldemars Lehrer und Erzieher, hat Melusine ein ernstes Gespräch geführt und ihn gebeten, auch in Zukunft für Woldemar da zu sein. Schließlich besichtigen die Schwestern das sogenannte "Museum", eine Sammlung von Kuriositäten, die Dubslav in seinem Schloss eingerichtet hat. Er freut sich immer, mit Lehrer Krippenstapel über besondere Exponate, wie etwa das Bild eines Derfflingerschen Dragoners, zu fachsimpeln. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (24/32)08 May 202500:25:54
Nach ihrem Ausflug nach Stechlin sind Armgard und Melusine nach Berlin zurückgekehrt. Ihre Eindrücke schildern sie ihrem Vater, Graf Barby. Vom alten Dubslav, dem zukünftigen Schwiegervater Armgards, schwärmen sie beide – über Tante Adelheid kann sich vor allem Melusine so ereifern, dass die Schwestern darüber beinahe in Streit geraten. Die Ereignisse und Begegnungen haben die beiden ganz schön aufgewühlt. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (25/32)08 May 202500:26:15
Nach der Hochzeit von Armgard und Woldemar, die sie im Hause Barby am Berliner Kronprinzenufer gefeiert haben, ist das Brautpaar sofort zu seiner Hochzeitsreise Richtung Süden aufgebrochen. Die Hochzeitsgesellschaft zerstreut sich, unter anderem kehrt eine Runde illustrer Herren in ein Lokal in der Friedrichstraße ein. Wortführer ist der Journalist Doktor Pusch, der den erfolglosen Hobbymaler und -dichter Leutnant von Szilagy mit Ratschlägen überschüttet. Die Situation eskaliert im Folgenden, als sich auch die anderen Herren einmischen: der um Ausgleich bemühte Baron von Planta, der arrogante Maler-Professor Cujacius und der cholerische Musiker Doktor Wrschowitz. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (26/32)08 May 202500:28:26
Woldemar und Armgard haben in Berlin geheiratet. Nach der Feier in der Garnisonkirche und einem bescheidenen Festmahl im Haus am Kronprinzenufer kann Dubslav endlich mit Graf Barby, dem Vater der Braut, plaudern. Spät nachts fährt sein Zug zurück nach Gransee. Er friert, ihm ist nicht wohl. Am folgenden Morgen ist sein rechtes Bein geschwollen. Sein Hausarzt Doktor Sponholz verordnet Fingerhut… Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (27/32)08 May 202500:28:04
Dubslav von Stechlin geht es nicht gut, und sein schlechter Gesundheitszustand spricht sich herum. Während sich Doktor Sponholz aus Gransee für mehrere Wochen verabschiedet, um sich in der Schweiz selbst zu erholen, erhält Dubslav ungelegenen Besuch: Superintendent Koseleger möchte sich mit ihm über Fragen des Glaubens unterhalten. Die Initiative dazu ging von der streng religiösen Ermyntrud aus, der Frau des Oberförsters Katzler. Sie sieht es als ihre Pflicht an, Dubslav von seinem liberalen "leben und leben lassen"-Prinzip abzubringen. Doch Dubslav durchschaut die missionarischen Absichten. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (28/32)08 May 202500:27:19
Dubslav von Stechlin geht es wieder besser. Nachdem er die Hilfe von Doktor Moscheles abgelehnt hatte – der hatte eindeutig Sympathien für die Sozialdemokraten bekundet – ließ er nach der Buschen schicken. Die Buschen kennt sich mit Kräutern aus. Sie verordnet ihm Tee aus Bärlapp und Katzenpfoten. Das lindert die Beschwerden. Von Armgard und Woldemar, die sich auf Hochzeitsreise in Italien befinden, kommt Nachricht. Dubslav erhält einen Brief, den Armgard an Baronin Berchtesgaden geschrieben hat. Darin erzählt sie von Verona, Venedig und ihrer Fahrt zum Trasimenischen See… Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (29/32)08 May 202500:28:16
Dubslav von Stechlin geht es besser. Die Kräutertees der alten Buschen tun ihre Wirkung. Doch plötzlich taucht seine Schwester Adelheid auf. Sie will ihren kranken Bruder pflegen, kritisiert seinen Lebenswandel, erteilt ungefragt Ratschläge und macht auch nach einer Woche keine Anstalten, wieder abzureisen. Dubslav greift zu einer List: er lädt die zehnjährige Agnes, die Enkelin der Buschen, in sein Haus ein. Agnes soll bei ihm wohnen und Engelke bei der Krankenpflege unterstützen… Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (30/32)08 May 202500:26:21
Seit seine Schwester Adelheid das Haus verlassen hat, geht es Dubslav besser. Er trinkt regelmäßig den Kräutertee, den ihm die Buschen verschrieben hat. Deren Enkelin Agnes sorgt – gemeinsam mit der 17-jährigen Elfriede – für Abwechslung im Alltag des Kranken. Sie erfreuen ihn, wenn sie Bilderbücher durchblättern. Lehrer Krippenstapel bringt Bienenhonig, auf den er als Heilmittel schwört. Mit seinem Diener Engelke tauscht sich Dubslav aus – über gute und böse Geister. Agnes lauscht mit kindlicher Neugier. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (4/32)08 May 202500:26:36
Eine illustre kleine Gesellschaft hat sich auf Schloss Stechlin eingefunden. Woldemar ist zu Besuch bei seinem Vater, Dubslav von Stechlin. Und er hat zwei Freunde mitgebracht, Rex und Czako, die sich angeregt mit den geladenen Gästen unterhalten, darunter Pastor Lorenzen und dem Ehepaar Gundermann. Vor allem Frau Gundermann ist angetan von Czakos Erzählungen über eine Rattenplage in Paris. Sie selbst schildert Pastor Lorenzen ihre Schwierigkeiten mit ihrem pubertierenden Sohn. Und der Hausherr erheitert die Runde mit der Geschichte, wie König Friedrich Wilhelm IV. der Besitzerin des benachbarten Schlosses Köpernitz zu Weihnachten ein besonderes Geschenk gemacht hat: eine Blutwurst aus Edelstein. Dubslav schließt mit einem Lobgesang auf den Alten Fritz, den Adel und die Arme. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (31/32)08 May 202500:26:58
Dubslav von Stechlin ist tot. Still und schmerzlos ist er in der Nacht gestorben. Kein Heilmittel der alten Buschen hatte mehr geholfen. Agnes, ihre Enkelin, hatte für Dubslav noch die ersten Frühlingsblumen im Garten gepflückt. Zuvor war auch Pastor Lorenzen da gewesen. Er hatte Dubslav versprochen, sich weiterhin um das Wohl seines Sohnes Woldemar und des Hauses Stechlin zu kümmern. Jetzt wurden alle über den Tod des Schlossherrn informiert. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (5/32)08 May 202500:27:36
Woldemar besucht seinen Vater Dubslav von Stechlin auf dessen Schloss im Norden Brandenburgs. Mit dabei sind seine Freunde Rex und Czako. Nach einem morgendlichen Gespräch von Vater und Sohn über dessen Heiratspläne – Woldemar äußert sich nur sehr vage – treffen sich alle zum gemeinsamen Frühstück auf der Veranda. Sie unterhalten sich über Pastor Lorenzen, der sozialdemokratische Ansichten vertritt, und über den Lehrer des Ortes. Er heißt Krippenstapel und kennt sich in der Gegend bestens aus. Eine gemeinsame Besichtigung von Schule, Kirche, der Glasbläser-Siedlung Globsow und dem Stechlinsee wird verabredet. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (6/32)08 May 202500:29:15
Woldemar ist mit seinen Freunden Rex und Czako bei seinem Vater zu Besuch, dem Gutsherrn Dubslav von Stechlin. Nach einem gemeinsamen Frühstück besichtigen sie Schule und Dorfkirche, fachkundig angeführt von Lehrer Krippenstapel. Er referiert darüber, wie die Bienen ihren Staat organisieren. Später, beim zweiten Frühstück, reflektieren Dubslav und seine Gäste über die Glasbläser der Kolonie Globsow. Seit langem stellen sie Industrieglas her: Ballon-Flaschen und Glas-Retorten. Dem Gutsherrn ist die Sache ein Dorn im Auge, er sähe seine Arbeiter lieber mit der Produktion von gefälligeren Weinflaschen beschäftigt. Woldemar ist anderer Ansicht: die Glasbläser bekämen guten Lohn und seien abgesichert. Pastor Lorenzen bezweifelt das. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (7/32)08 May 202500:27:28
Woldemar und seine Freunde Rex und Czako reiten zurück nach Berlin. Sie kommen von einem Besuch bei Woldemars Vater Dubslav von Stechlin. Unterwegs macht Woldemar einen Abstecher zur Frau des Oberförsters Katzler, die ein Kind erwartet. Die Freunde sind außer sich vor Entzücken, als sie erfahren, dass Frau Katzler eine gebürtige Ippe-Büchsenstein, also eine wirkliche Prinzessin ist. Schließlich erreichen die drei ihr Etappenziel, das Kloster Wutz. Dort lebt Woldemars Tante Adelheid. Sie ist die Domina des Klosters. Nach der Begrüßung ziehen sich die Freunde zur Erfrischung kurz zurück. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (8/32)08 May 202500:28:20
Woldemar und seine Freunde Rex und Czako sind zu Gast bei Tante Adelheid. Sie ist die Domina des Klosters Wutz, einem Stift für unverheiratete Damen. Durch den Klostergarten promenierend, versteht sich Czako blendend mit Fräulein von Schmargendorf. Woldemar unterhält sich bei Tisch mit Fräulein von Triglaff über verstorbene Stiftsdamen, und Tante Adelheid konfrontiert Rex mit Fragen zur Sittlichkeit. In Grenzbereiche der Sittlichkeit stoßen Czako und die Schmargendorf vor, als sie auf ihre Vorlieben für "Brust" oder "Keule" zu sprechen kommen. Schließlich landen sie bei einem Wein namens "Lacrimae Christi", den Dubslav von Stechlin einmal als unpassend für heitere Zusammenkünfte bezeichnet hatte. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (9/32)08 May 202500:25:02
Tante Adelheid in Kloster Wutz bringt ihren Neffen Woldemar immer wieder in Verlegenheit. Ihre jeweiligen Ansichten über theologische Fragen gehen weit auseinander, ebenso ihre Einschätzung verschiedener Regimenter der Armee. Als Adelheid auf Heiratspläne zu sprechen kommt, wird das Gespräch unterbrochen. Kein Unglück für Woldemar. Auch seine Freunde Rex und Czako haben unterdessen viel zu besprechen auf ihrem Weg nach Berlin. Rex weiß, dass Woldemar seit einiger Zeit im Hause Barby verkehrt. Da gebe es zwei Töchter, erzählt er. Die ältere der beiden sei bereits verheiratet gewesen – oder auch nicht… Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Theodor Fontane: Der Stechlin (10/32)08 May 202500:27:47
Wir haben es von Rex erfahren: Woldemar besucht seit einiger Zeit die beiden Töchter des Grafen Barby, Armgard und Melusine. An Melusine, der älteren der Schwestern, schätzt Woldemar das Temperament, an Armgard ihre "Festigkeit und Schlichtheit". Auch den Grafen hat er in sein Herz geschlossen, weil er viel Ähnlichkeit mit seinem Vater, dem alten Stechlin, wahrnimmt. Fontane beschreibt jetzt ausführlich das Haus am Berliner Kronprinzenufer, in dem die Barbys wohnen. Die Besitzerin, die verwitwete Frau Schickedanz, war durch schicksalhafte Umstände zu Reichtum gekommen. Das Audio ist online bis zum 25.06.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (1/16)27 Jul 202500:27:34
"Der letzte Gang nach Sizilien war vielleicht der erste ganz freie Entschluss von einiger Bedeutung." – So schreibt Johann Gottfried Seume über seine neunmonatige Wanderung nach Syrakus. Dem Leipziger Lektor Johann Gottfried Seume wird es zu Hause zu eng, wohl nicht zuletzt aufgrund einer unglücklichen Herzensangelegenheit – und so machte er sich am 9. Dezember 1801 mit seinem gepackten Rucksack vom sächsischen Grimma auf den Weg bis an den südlichsten Zipfel Europas. Seume nimmt uns mit auf seine Wanderung: Wir begleiten seine Etappen, Erlebnisse und Beobachtungen, von Dresden über Prag, Wien und Rom bis nach Syrakus auf der Insel Sizilien. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (2/16)27 Jul 202500:25:24
Johann Gottfried Seume war 38 Jahre alt, als er sich aufmachte zu seinem langen Fußweg zur Südspitze Europas. Ein schwieriges und mühevolles Leben lag damals bereits hinter ihm – mit 17 Jahren gerät Seume in die Hände von Militärwerbern und wird mit als Söldner nach Amerika verkauft. Und diese Erfahrungen waren es wohl, die Seumes Wirklichkeitssinn schärften und ihn die soziale und politische Realität Italiens so unbefangen und kritisch betrachten ließen. Sein großer Spaziergang beginnt im Dezember 1801, im strengen Winter. Es war nicht nur in physischer Hinsicht ein extremes Wagnis, ein heute kaum nachvollziehbares Abenteuer. Vor Seume lag ein Fußweg von rund 3000 Kilometern, durch Kälte und Schnee über Gebirge und Wasserläufe, ständig bedroht durch Straßenräuber und Banditen. Seume ging zunächst mit einem Freund, dem Maler Hans Schnorr, und der Weg führte sie von Dresden nach Prag. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (11/16)27 Jul 202500:26:37
Seume zog 1802 durch ein von den napoleonischen Kriegen verwüstetes Italien – er findet fast alle italienischen Provinzen im Zustand der Verwahrlosung vor. Ein Großteil der Bevölkerung hungert, Verbrechen sind an der Tagesordnung und der Klerus hält das Volk in abergläubischer Abhängigkeit. Seume sieht die Ursache dieses Zustands, im Unterschied zu anderen Italienreisenden vor und nach ihm, nicht in der Mentalität der Italiener, in einer angeborenen Neigung zur Faulheit, zum dolce far niente. Er sucht die Ursachen vielmehr in den sozialen Gegebenheiten. Seume macht auf seiner Reise einen Lernprozess durch, der sich in seiner Beschreibung nachzeichnen lässt. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (12/16)27 Jul 202500:26:09
Der Spaziergänger hat Sizilien durchwandert, hat Syrakus, die Stadt an der Südspitze der Insel, und damit das Ziel seiner Reise erreicht. Dort macht er kehrt und läuft zurück. Nicht immer auf denselben Wegen. Rom, die ewige Stadt und die Stadt der Päpste, liegt allerdings auch diesmal auf seinem Weg und von hier hörten wir zuletzt die Schilderung vom Begräbnis des Papstes und vom Elend der Bettler. Überhaupt beschreibt Seume den Kirchenstaat als Paradies der Straßenräuber, die mit Billigung der Kirche und oft unter ihrem Schutz ihr finsteres Gewerbe treiben, auf Kosten der Armen. Auf die Kunstschätze Roms wirft Seume bei diesem zweiten Aufenthalt nur einen flüchtigen Blick. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (13/16)27 Jul 202500:26:08
Seume sagte einmal, er meine, jedes gute Buch müsse, näher oder entfernter, politisch sein. Der Schriftsteller und Publizist Wilhelm Hausenstein gab 1912 eine große Seume-Auswahl heraus – seine Fassung des "Spaziergangs nach Syrakus" liegt unserer Lesung zugrunde. Er schrieb über Seume: "Der Patriot Seume ist ohne den radikalen Demokraten Seume nicht denkbar. Man muss den Demokraten Seume offenbaren, wenn man den Patrioten Seume erklären will. Seume liebte sein Vaterland heiß, aber er liebte nicht das Vaterland wie es war, sondern das Vaterland, das er ersehnte, ein Vaterland der staatsbürgerlichen Gleichheit. Dem Vaterland wie es war, dem Vaterland des Feudalismus, stand er als Hasser, Verneiner, Zerstörer gegenüber. Er schrieb: 'Meine Hoffnung als Deutscher finde ich nur in der Zerstörung.'" Gehen wir zum Spaziergang zurück, der den Wanderer auf dem Rückweg nach Zürich geführt hat. Hier setzen die Notizen ein, die Gert Heidenreich nun vorlesen wird. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (14/16)27 Jul 202500:26:39
Seumes Spaziergang geht in seine vorletzte Etappe, von Zürich nach Paris. Die Schilderung seines Aufenthaltes in der französischen Hauptstadt gehört zu den wohl berühmtesten Passagen des Buches. Die geschichtliche Entwicklung Frankreichs beflügelt Seume, der im August 1802 nach Paris kommt, zu einer glänzenden Analyse des Konsuls unter französischen Verhältnisse. Es sind Passagen, denen man in der politischen Literatur Deutschlands in jener Zeit wenig Vergleichbares an die Seite stellen kann. Hören Sie wieder Gert Heidenreich, zunächst mit Eintragungen, die Seume noch dem Züricher Kapitel zugeordnet hat. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (15/16)27 Jul 202500:28:26
Seume ist nun, wie wir zuletzt hörten, auf seinem Rückweg von Syrakus nach Dresden über Zürich nach Paris gelangt, in die französische Hauptstadt, wo Bonaparte, der erst 33 Jahre alte Korse, als erster Konsul der Republik amtiert. Der Kern von Seumes Notizen enthält seine Auseinandersetzung mit dem vormals bewunderten Stadthalter der Revolution und nachmaligen Kaiser der Franzosen. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (16/16)27 Jul 202500:26:30
Er ist nun noch Epilog des Buches und umreißt den Fußweg Seumes von Paris ins heimatliche Dresden. Dort entstand nach Seumes Rückkehr in nur wenigen Monaten das große Reisebuch, gestützt auf Tagebuchnotizen und Briefe, die er von der Reise geschrieben hatte. Es liest nun noch einmal Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (3/16)27 Jul 202500:26:36
Seume ging im Jahr 1802 nach Italien, anderthalb Jahrzehnte nach Goethe. Aber sein Reisebuch erschien bereits 1803 – knapp anderthalb Jahrzehnte vor Goethes italienischer Reise. Die beiden klassischen deutschen Italienbücher sind oft miteinander verglichen worden, dennoch wurde Seume zum unbekannten Klassiker. Von Dresden aus ist er über Prag nach Wien gelangt, in die Residenz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, vier Jahre bevor Napoleon es liquidierte. Napoleons Truppen stehen damals noch in Italien, aber der Schatten des Konsuls fällt schon über die Alpen, auf Wien und das Reich. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (4/16)27 Jul 202500:27:10
Warum ging Seume nach Italien? Warum nahm er den beschwerlichen Fußmarsch von 3000 Kilometern auf sich? Die Philologen haben die Frage nicht vollständig klären können. In einem Brief, geschrieben in Wien am Silvestertag 1801, schon von seinem Spaziergang heißt es: "Der Gang ist lange Zeit eine meiner Lieblingsträumereien gewesen. Wenn ich länger warte, werden meine Haare grau, meine Knochen morsch und vielleicht auch mein Mut klein. Und ich fürchte mich vor nichts so sehr als vor Kleinmut." Seume hat auch bemerkt, dass er sich "bei seiner Tätigkeit als Korrektor im Verlag Göschen zusammengesessen hat und das Zwerchfell wieder etwas auseinander wandeln will." Am 9. Dezember brach Seume also auf, das Jahresende verbrachte er, wie erwähnt, in Wien. Von dort ging es dann weiter über Graz und Laibach nach Triest. Von hier ist die nächste Aufzeichnung datiert. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (5/16)27 Jul 202500:26:55
"Wer geht, sieht im Durchschnitt anthropologisch und kosmisch mehr, als wer fährt", schreibt Seume in einem späteren Reisebuch. Und das unterscheidet ihn von Goethes italienischer Reise – dieser war mit der Kutsche unterwegs. "Ich halte den Gang für das Ehrenvollste und Selbstständigste in dem Manne und bin der Meinung, dass alles besser gehen würde, wenn man mehr ginge. Wo alles zu viel fährt, geht alles sehr schlecht." Auf seinem langen Spaziergang, der in Dresden begann, ist Seume, wie wir hörten, endlich nach Italien gelangt. Die folgenden Notizen werden in Bologna zu Papier gebracht, auch diesmal in Form eines an einen Freund in der Heimat adressierten Tagebuchs. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (6/16)27 Jul 202500:27:18
Auf seinem Spaziergang ist Seume, wie wir zuletzt hörten, inzwischen nach Rom gelangt, in die ewige Stadt, die nicht weniger, das heiß ersehnte erste Ziel seiner Reise war als bei Goethe. In Rom hat Seume die folgenden Notizen zu Papier gebracht, die die letzten Stationen seines Weges beschreiben. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (7/16)27 Jul 202500:26:26
Seume beschreibt den Weg von Rom nach Neapel, der ihn, den Fußgänger, an die Ufer des Flusses Garigliano führt. Dort bieten ihm zahlreiche Maultiertreiber ihre Dienste an, und zwar so nachhaltig und aufdringlich, dass er eine Wegstrecke auf dem Rücken eines Maultieres inmitten einer Karawane zurückzulegen gezwungen ist. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (8/16)27 Jul 202500:27:29
Unser Spaziergänger ist nun auf Sizilien angekommen und nah dem Ziel seiner Reise, der Stadt Syrakus, an der Südspitze der Insel. Seume richtete den Blick auf die soziale Realität Italiens. Besonders seine Eindrücke aus Sizilien mögen ihn in seiner politisch-radikalen, jakobinischen und antiklerikalen Haltung bestärkt haben. Mit seiner Seele suchte Seume das Land der Griechen: Er trug eine ganze Bibliothek der antiken klassischen Schriftsteller im Rucksack mit sich. Davon wird gerade im nächsten Abschnitt zu hören sein, in dem Seume eine Probe seiner Übersetzungskunst gibt. Und zwar aus Theokrit, einem seiner Lieblingsautoren, der im dritten Jahrhundert vor Christus in Syrakus lebte und als Ahnherr der bukolischen Dichtung gilt. Doch hören Sie wieder Gert Heidenreich mit Seumes Notaten, die er in Palermo zu Papier bringt. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (9/16)27 Jul 202500:28:10
Unser Spaziergänger ist, so hörten wir zuletzt, auf Sizilien angelangt. Von Palermo ist er über Agrigent nach Syrakus gegangen, voller Empörung über das Elend der Menschen und ihre Armut. "Die Insel sieht im Innern furchtbar aus. Hier und da sind einige Stellen bebaut, aber das Ganze ist eine Wüste, die ich in Amerika kaum so schrecklich gesehen habe. Ich blickte fluchend rund um mich her über den reichen Boden und hätte in diesem Augenblick alle sizilischen Baron und Äbte mit den Ministern an ihrer Spitze ohne Barmherzigkeit vor die Kartätsche stellen können." Dann erreicht Seume Syrakus, wo er knapp anmerkt: "Dies ist also das Ziel meines Spazierganges und nun gehe ich mit einigen kleinen Umschweifen wieder nach Hause." In Syrakus sind auch die folgenden Notizen zu Papier gebracht. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus (10/16)27 Jul 202500:28:19
Der Spaziergänger hat, wie wir zuletzt hörten, das Ziel seines Weges erreicht, die Stadt Syrakus an der Südspitze Siziliens, und von dort aus hatte er den Rückweg in die sächsische Heimat nach Dresden angetreten, teilweise jedoch, wie sich zeigen wird, auf anderen Wegen und Umwegen als während des ersten Teils seiner Reise. Von Seumes Polemik gegen Kirche und Klerus haben wir schon früher einige Proben erlebt, und dieses Thema steht auch im Mittelpunkt des folgenden Leserabschnitts. Es liest Gert Heidenreich. Das Audio ist online bis zum 18.08.2026.
Henry David Thoreau: Walden oder Leben in den Wäldern (1/11)18 Aug 202500:22:03
Wir beginnen heute mit der Lesung des Buches „Walden oder Leben in den Wäldern“ von Henry David Thoreau. Er war einer der ersten großen Visionäre eines „anderen“ Amerika. Mitte des 19. Jahrhunderts lebte er für zweieinhalb Jahre allein in einer selbstgebauten Hütte am Waldensee in Massachusetts. Thoreau praktizierte die große Verweigerung - und inspirierte damit die amerikanische Bürgerrechtsbewegung und Generationen von Aussteigern. Menschen auf Sinnsuche fasziniert er bis heute. „Ökonomie“ heißt das erste und zugleich grundlegende Kapitel. Er berichtet von seinen Motiven, die ihn zum radikalen Schritt in die Einsamkeit gebracht haben. Es liest der Schauspieler und Hörspielsprecher Günter König in einer Produktion von Radio Bremen aus dem Jahr 1984. Das Audio ist online bis zum 02.09.2026.
Henry David Thoreau: Walden oder Leben in den Wäldern (2/11)18 Aug 202500:23:00
Im ersten Kapitel seines Buches erzählt Thoreau, warum er Mitte des 19. Jahrhunderts sein bürgerliches Leben aufgegeben hat. Er hat sich am Waldensee selbst ein Blockhaus gebaut. Dort – in der Nähe der Stadt Concord im US-Bundesstaat Massachusetts – lebt er zweieinhalb Jahre als Einsiedler. In dieser Folge schildert er, wie er es mit einer Axt und 28 Dollar zum Hausbesitzer gebracht hat. Das Audio ist online bis zum 02.09.2026.
Henry David Thoreau: Walden oder Leben in den Wäldern (11/11)18 Aug 202500:25:00
Zweieinhalb Jahre hat Henry David Thoreau am einsamen Waldensee gelebt, nachdem er 1845 dem Lehrerberuf den Rücken gekehrt hatte. Im Lauf unserer Lesung haben wir ihn bei seinen Beobachtungen und Reflektionen einmal durch alle Jahreszeiten begleitet. Im letzten Kapitel seines Buches fasst Thoreau seine Überlegungen noch einmal in einer Art Glaubens-, oder besser: Lebensbekenntnis zusammen. Die Inschrift am Apollo-Tempel zu Delphi „Erkenne dich selbst“ wird neu, wird amerikanisch formuliert: Seid für die Welt in euch selbst ein Kolumbus - und eröffnet neue Straßen, nicht für den Handel, sondern für die Gedanken. Das Audio ist online bis zum 02.09.2026.
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