Hörbücher von SRF – wann und wo Sie wollen. Erzählungen, Romane, Novellen. Gelesen von bekannten SchauspielerInnen und neuen Stimmen.
Wenn Sie die Augen woanders haben müssen … Literatur gibt’s bei uns auf die Ohren! Klassiker und spannende Neuerscheinungen, aus der Schweiz und der ganzen Welt.
Nach einer Pause produziert SRF Hörspiel in unregelmässigem Rhythmus wieder neue Lesungen und fischt Perlen aus dem Lesungs-Archiv.
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6/6 Vorlesetag: «Prosaische Passionen»
mardi 2 janvier 2024 • Durée 40:55
Der letzte Teil des Vorlesetags widmet sich jüngeren Texten aus dem deutschsprachigen Raum – ihre Autorinnen prägten zwei Weltkriege. Gleichzeitig haben sich die Bedingungen für Frauen verändert. Diejenigen des Schreibens und des Lebens.
Marie Luise Kaschnitz wuchs in Potsdam und Berlin auf. Ihre Geschichte «Ein Mann, eines Tages» handelt von Einem, der Angst davor hat, ein Angsthase zu sein.
Ilse Aichinger versteckte ihre jüdische Mutter während des 2. Weltkrieges in Wien. Nach Kriegsende las sie bei der legendären Gruppe 47. Sie erhielt zahlreiche Preise, darunter den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis. «Das Fenster-Theater» erzählt mit einer seltenen Beobachtungsgabe von einer unersättlichen Frau, die aus dem Fenster schaut.
Anna Seghers entstammt einer jüdischen Familie und wurde 1933 von der Gestapo verhaftet. Ihre Bücher wurden verbrannt. Sie flüchtete ins Exil nach Mexiko. «Der Baum des Odysseus» handelt von der Heimkehr des wohl berühmtesten Seefahrers der Weltliteratur zu seiner Frau.
Bei dieser Episode handelt es sich um den Mitschnitt des Vorlesetags samt Rahmenprogramm auf SRF2Kultur am 02.Januar 2024.
Marie Luise Kaschnitz (1901-1974): «Ein Mann eines Tages» gelesen von Doris Wolters
Ilse Aichinger (1921-2016): «Das Fenster-Theater» gelesen von Marie Löcker
Anna Seghers (1900-1983): «Der Baum des Odysseus» gelesen von Doris Wolters
«Prosaische Passionen», Die weibliche Moderne in 101 Short Stories von Sandra Kegel (Hg.), Manesse 2022
Redaktion: Michael Luisier
Musikauswahl: Cécile Olshausen
Moderation: Eva Oertle
Redaktionelle Mitarbeit: Lea Dora Illmer
Produktion: SRF 2024
5/6 Vorlesetag: «Prosaische Passionen»
mardi 2 janvier 2024 • Durée 59:27
Diese Episode vereint zwei ganz besondere Schmankerl: Eine Geschichte von Virginia Woolf, der Begründerin feministischer Literaturwissenschaften, und eine von Tove Ditlevsen, der Vorreiterin autofiktionaler Literatur. Angemerkt sei: Beide Autorinnen bestritten zu Lebzeiten, Feministinnen zu sein.
Virginia Woolf entstammt dem grossbürgerlichen Milieu Englands, Tove Ditlevsen der Arbeiterschicht Dänemarks. Erstere erhielt Privatunterricht, letztere arbeitete als Dienstmädchen.
Sie erlitten ein ähnliches Schicksal, wie viele Autorinnen des Vorlesetags: Woolf hatte manische Depressionen und nahm sich mit einem Sprung in die Ouse das Leben. Ditlevsen plagten Depressionen und Drogensucht. Sie starb an einer Überdosis Schlaftabletten.
Woolfs «Der Fleck an der Wand» ist ein Juwel – wir folgen darin ihren mäandernden Gedanken voller Witz und Tiefe. Solange, bis wir dem Fleck auf die Schliche kommen.
«Für dich summ ich ein Wiegenlied» handelt von einer Abtreibung kurz vor Weihnachten. Der Text berührt zutiefst, ohne jemals sentimental zu sein.
Bei dieser Episode handelt es sich um den Mitschnitt des Vorlesetags samt Rahmenprogramm auf SRF2Kultur am 02.Januar 2024.
Virginia Woolf (1881-1941): «Der Fleck an der Wand» gelesen von Désirée Meiser
Tove Ditlevsen (1917-1976): «Für dich summ ich ein Wiegenlied» gelesen von Marie Löcker
«Prosaische Passionen», Die weibliche Moderne in 101 Short Stories
von Sandra Kegel (Hg.), Manesse 2022
Redaktion: Michael Luisier
Musikauswahl: Cécile Olshausen
Moderation: Eva Oertle
Redaktionelle Mitarbeit: Lea Dora Illmer
Produktion: SRF 2024
5/9:«Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge» von R.M. Rilke
jeudi 16 novembre 2023 • Durée 35:57
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich die Welt im Umbruch. Insbesondere die Industrialisierung mit ihrem Effekt der Beschleunigung und der Massen-Mobilisierung stellte die Menschen vor grosse Herausforderungen. Das schlug sich auch in der Kunst nieder.
Neue Formen entstanden, welche die neuen Erfahrungen abzubilden versuchten. In der Literatur gelang Rainer Maria Rilke eines dieser Werke: «Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge».
Für sein einziges Prosabuch, das 1910 erschien, erfand Rilke eine offene Form. Das hatte es bisher nicht gegeben, zumindest nicht in der deutschen Literatur. Statt einer durchgängigen Handlung mit klaren Entwicklungslinien und eindeutigen Charakteren, schuf Rilke hier ein sprachlich-gedankliches Geflecht aus Assoziationen und Konnotationen, aus Zeitverschiebungen und Brüchen....
Rilke entzog so seinen Lesern den vertrauten Grund des Wahrnehmens und Erzählens, um sie stattdessen mit einer sprachlichen Grenzerfahrung zu konfrontieren - ein Training gewissermassen für eine Zeit, die sich als lineares Vorher und Nachher zusehends auflöst. Eine Zeit, die keine klaren und zentralen Perspektiven mehr zu bieten hat. Wo sich hingegen reale und irreale Erlebnisbereiche immer mehr ineinander verschieben.
Sprecher: Gert Westphal
Neu eingerichtet und technisch aufbereitet: Mirjam Emmenegger und Reto Ott 2014
Produktion: SRF 1973
4/9:«Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge» von R.M. Rilke
jeudi 16 novembre 2023 • Durée 37:53
«Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge» - unter diesem Titel veröffentlichte Rainer Maria Rilke 1910 sein einziges Prosawerk. In dieser Lesung gibt Gert Westphal Rilkes vielgestaltigen Sprachbildern und seiner zuweilen berauschenden Sprachmusik die passenden Konturen.
Malte Laurids Brigge ist ein angehender Dichter aus einem dänischen Adelsgeschlecht. Ihn lässt Rilke zu Wort kommen, in Form von tagebuchartigen Einträgen. Darin schildert dieser Malte einerseits, wie er Glanz und Elend des damaligen Grossstadt-Molochs Paris erlebt. Auf der anderen Seite blendet Malte zurück in seine Kindheit auf einem dänischen Landgut.
Sprecher: Gert Westphal
Neu eingerichtet und technisch aufbereitet: Mirjam Emmenegger und Reto Ott 2014
Produktion: SRF 1973
3/9:«Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge» von R.M. Rilke
jeudi 16 novembre 2023 • Durée 38:51
Er wurde einst als «König der Vorleser» bezeichnet: der Schauspieler Gert Westphal. Der 2002 in Zürich verstorbene Schauspieler hat mit seinen Interpretationen der Hauptwerke der klassischen deutschen Literatur Massstäbe gesetzt.
So meistert er auch die Herausforderung, die komplexe und bildstarke Sprache von Rainer Maria Rilke für die Hörerschaft zugänglich zu machen. Der bildgewaltige Text von 1910 ist das einzige Prosawerk des Lyrikers Rainer Maria Rilke. Rilke lässt darin einen jungen Mann aus Dänemark zu Wort kommen. Dieser stammt - als letzter seines Geschlechts - aus einer Adelsfamilie, und ist ins Paris der Jahrhundertwende gezogen, um sich dort eine Existenz als Dichter aufzubauen.
Sprecher: Gert Westphal
Neu eingerichtet und technisch aufbereitet: Mirjam Emmenegger und Reto Ott 2014
Produktion: SRF 1973
2/9:«Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge» von R.M. Rilke
jeudi 16 novembre 2023 • Durée 35:56
«Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge» - so heisst das einzige Prosawerk, das der grosse Lyriker Rainer Maria Rilke veröffentlicht hat. Der vielschichtige Text von 1910 markiert den Durchbruch zur literarischen Moderne.
Malte Laurids Brigge ist 28 Jahre alt und stammt, als letzter seiner Familie, aus dem dänischen Landadel. Um die Wende zum 20. Jahrhundert kommt der hochsensible junge Mann nach Paris, um Dichter zu werden....
In assoziativen Aufzeichnungen schildert er seine Eindrücke vom täglichen Leben und Über-Leben in der damaligen Welt-Hauptstadt. Rasanter Fortschritt und bittere Armut prägen das Bild. Daneben schildert Malte in Rückblenden Episoden aus seiner Kindheit.
Sprecher: Gert Westphal
Neu eingerichtet und technisch aufbereitet: Mirjam Emmenegger und Reto Ott 2014
Produktion: SRF 1973
1/9:«Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge» von R.M. Rilke
jeudi 16 novembre 2023 • Durée 37:07
Ein Schwergewicht der deutschen Literatur. Es ist das einzige Prosawerk eines Poeten, der vor hundert Jahren stilprägend war für die moderne Lyrik: Rainer Maria Rilke.
1910 veröffentlichte Rilke «Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge». Darin schildert er die komplexen Erfahrungen eines sensiblen jungen Mannes, der sich, aus dem ländlichen Dänemark stammend, in der pulsierenden Weltstadt Paris niederlässt.
In der Art eines Tagebuchs schildert der angehende Schriftsteller Malte seine Impressionen vom ebenso faszinierenden wie brutalen Alltag in der Grossstadt. Es ist der entfesselte technische Fortschritt, der den Takt vorgibt und neben schnellem Reichtum massenhaftes Elend produziert. Rilke - in Gestalt des erzählenden Ichs Malte - versucht, der Überfülle an Eindrücken sprachlich einen adäquaten Ausdruck zu verleihen. Dabei verfährt er nicht linear, realistisch und psychologisch. Vielmehr sprengt Rilke als erster im deutschen Sprachraum konsequent den Rahmen des klassischen Romans. Er erfindet für sein «Prosabuch», wie er es nennt, eine offene Form. Statt einer durchgängigen Handlung schafft Rilke ein immer wieder irritierendes Konstrukt aus Assoziationen, Brüchen, Rückblenden und Zeitverschiebungen. So wird der sichere Grund des Wahrnehmens und Erzählens mutwillig verlassen, zugunsten einer sprachlichen Grenzerfahrung.
Sprecher: Gert Westphal
Neu eingerichtet und technisch aufbereitet: Mirjam Emmenegger und Reto Ott 2014
Produktion: SRF 1973
4/4: «Die Geschichte des Prinzen Biribinker» von C. M. Wieland
jeudi 14 septembre 2023 • Durée 38:32
Die Ereignisse überschlagen sich: Im Innern eines Walfischs stolpert Biribinker über einen Kürbis, der sich als äusserst sprachgewandter und philosophischer Zeitgenosse entpuppt. Von ihm erfährt Biribinker, wie er in das geheimnisvolle Schloss des Zauberers Padmanaba gelangt.
Dort bandelt Biribinker ausgerechnet mit der Geliebten des alten Zauberers an. Und gerät in ernsthafte Schwierigkeiten, als dieser aus seinem tiefen Schlaf erwacht.
«Die Geschichte des Prinzen Biribinker» war ursprünglich eine Binnenerzählung in Wielands Roman «Die Abentheuer des Don Sylvio von Rosalva». Hierin diente dieses Märchen als Argument, um den feengläubigen Don Sylvio von dessen schwärmerischen Wahn zu befreien. Denn die Geschichte vom Prinzen Biribinker ist eine phantastische Anhäufung und Übertreibung aller Zaubereien und Wunder, die für das Feenmärchen des achtzehnten Jahrhunderts charakteristisch sind – und treibt deren Stilblüten schamlos auf die Spitze. Doch um unterschiedslose Verdammung der damals ausserordentlich beliebten Feenmärchen ging es Wieland nicht. Sein Spott trifft nicht die Feengeschichten schlechthin, sondern lediglich eine ganz bestimmte Gruppe: jene Märchen nämlich, die mit einem riesigen Aufgebot von Zauberei und Feerei moralische Lehren erteilen wollen. Darum stellt Wieland in der Biribinker-Erzählung nicht nur die Gesetze der Natur, sondern auch die der Moral auf den Kopf. Und bescherte damit der Nachwelt ein äusserst humorvolles Märchen.
Sprecherin: Astrid Meyerfeldt – Tontechnik: Jack Jakob – Redaktion und Regie: Johannes Mayr - Produktion: SRF 2010
3/4: «Die Geschichte des Prinzen Biribinker» von C. M. Wieland
jeudi 14 septembre 2023 • Durée 42:40
Nicht bald nach seinem letzten Techtelmechtel verliebt sich Biribinker schon wieder bis über beide Ohren: diesmal in die schöne Fee Mirabella. Auf einen Schlag vergisst Biribinker seinebisherigen Liebschaften – dumm nur, dass Mirabella über seine Liebesleben nur allzu gut Bescheid weiss.
Und dass sie von scheinheiligen Weiberhelden nicht viel hält. Biribinker will sich erklären. Und redet sich um Kopf und Kragen.
«Die Geschichte des Prinzen Biribinker» war ursprünglich eine Binnenerzählung in Wielands Roman «Die Abentheuer des Don Sylvio von Rosalva». Hierin diente dieses Märchen als Argument, um den feengläubigen Don Sylvio von dessen schwärmerischen Wahn zu befreien. Denn die Geschichte vom Prinzen Biribinker ist eine phantastische Anhäufung und Übertreibung aller Zaubereien und Wunder, die für das Feenmärchen des achtzehnten Jahrhunderts charakteristisch sind – und treibt deren Stilblüten schamlos auf die Spitze. Doch um unterschiedslose Verdammung der damals ausserordentlich beliebten Feenmärchen ging es Wieland nicht. Sein Spott trifft nicht die Feengeschichten schlechthin, sondern lediglich eine ganz bestimmte Gruppe: jene Märchen nämlich, die mit einem riesigen Aufgebot von Zauberei und Feerei moralische Lehren erteilen wollen. Darum stellt Wieland in der Biribinker-Erzählung nicht nur die Gesetze der Natur, sondern auch die der Moral auf den Kopf. Und bescherte damit der Nachwelt ein äusserst humorvolles Märchen.
Sprecherin: Astrid Meyerfeldt – Tontechnik: Jack Jakob – Redaktion und Regie: Johannes Mayr - Produktion: SRF 2010
2/4: «Die Geschichte des Prinzen Biribinker» von C. M. Wieland
jeudi 14 septembre 2023 • Durée 33:55
Prinz Biribinker erwacht aus seiner ersten Liebesnacht – neben einer Fee, die ihm noch vor wenigen Stunden als verwunschener Nachttopf begegnet war. Doch Biribinker steht schon wieder der Sinn nach neuen Abenteuern – beziehungsweise nach einer alten Romanze.
Sein geliebtes Milchmädchen will ihm nicht aus dem Kopf gehen. Erst ein plötzlich auftauchender Riese bringt Biribinker wieder auf den harten Boden der Realität zurück.
«Die Geschichte des Prinzen Biribinker» war ursprünglich eine Binnenerzählung in Wielands Roman «Die Abentheuer des Don Sylvio von Rosalva». Hierin diente dieses Märchen als Argument, um den feengläubigen Don Sylvio von dessen schwärmerischen Wahn zu befreien. Denn die Geschichte vom Prinzen Biribinker ist eine phantastische Anhäufung und Übertreibung aller Zaubereien und Wunder, die für das Feenmärchen des achtzehnten Jahrhunderts charakteristisch sind – und treibt deren Stilblüten schamlos auf die Spitze. Doch um unterschiedslose Verdammung der damals ausserordentlich beliebten Feenmärchen ging es Wieland nicht. Sein Spott trifft nicht die Feengeschichten schlechthin, sondern lediglich eine ganz bestimmte Gruppe: jene Märchen nämlich, die mit einem riesigen Aufgebot von Zauberei und Feerei moralische Lehren erteilen wollen. Darum stellt Wieland in der Biribinker-Erzählung nicht nur die Gesetze der Natur, sondern auch die der Moral auf den Kopf. Und bescherte damit der Nachwelt ein äusserst humorvolles Märchen.
Sprecherin: Astrid Meyerfeldt – Tontechnik: Jack Jakob – Redaktion und Regie: Johannes Mayr - Produktion: SRF 2010