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Explorez tous les épisodes du podcast Kants Philosophie

Plongez dans la liste complète des épisodes de Kants Philosophie. Chaque épisode est catalogué accompagné de descriptions détaillées, ce qui facilite la recherche et l'exploration de sujets spécifiques. Suivez tous les épisodes de votre podcast préféré et ne manquez aucun contenu pertinent.

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TitreDateDurée
Kants Philosophie - Kants Stoizismus: Gleichmut als Schlüssel zum glücklichen Leben13 Jun 202601:46:30

Das Unglück der Menschen kommt großenteils nicht von äußeren Schwierigkeiten und Schicksalsschlägen, sondern daher, dass sie sich die Dinge zu sehr zu Gemüt ziehen und zu empfindlich sind. Hiergegen rät Kant zu einem stoischen Gleichmut: Keiner Sache Einfluss auf das eigene Gemüt verstatten, über nichts sich betrüben als über sein eigenes Fehlverhalten. Dies bedeutet aber nicht Gleichgültigkeit: Der Mensch soll empfindsam sein und er soll sich die Dinge zu Herzen nehmen, also sich bewegen lassen, aber sie sollen ihm nicht seine Gemütsruhe nehmen.


Zitat: 0:08

Der Mensch ist nicht Opfer seiner Affekte und Leidenschaften: 1:21

Der Weise muss sich nicht selbst überwinden, sondern ist mit sich selbst gar nicht erst im Krieg: 11:17

Der Mensch soll gleichmütig sein, nicht gleichgültig: 23:58

Der Mensch soll sich Dinge zu Herzen nehmen, nicht zu Gemüt führen: 31:58

Der Mensch soll empfindsam sein, aber nicht empfindlich: 45:16

Eigentlicher Gleichmut ist Sache des Charakters: 59:13

Die Überempfindlichkeit der Gegenwart ist ein Zivilisationsproblem: 1:16:54

Gleichmut verträgt sich nicht mit Hedonismus: 1:32:47

Dank: 1:46:02


Die Haltung des Gleichmuts bespricht Kant vor allem in seinen Arbeiten zur Anthropologie, also in seiner Anthropologie in pragmatischer Hinsicht: https://korpora.org/kant/aa07/117.html, seinen Anthropologie-Vorlesungen: https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_a3n3 | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_j8c0 und seinem handschriftlichen Nachlasses zur Anthropologie: http://korpora.org/kant/aa15/234.html.


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Kants Philosophie - Affekte & Leidenschaften und wie sie einem glücklichen Leben im Wege stehen06 Jun 202603:15:43

Der Mensch soll seine Affekte und Leidenschaften bezähmen. Das ist moralisch geboten, denn durch sie schadet er anderen und verliert nicht zuletzt die eigene Vernunft und damit seine Freiheit und Menschenwürde. Es ist aber auch pragmatisch geraten, denn die Affekte und Leidenschaften bringen alles mögliche Unglück über den Menschen, ein gleichmütiges Leben, das frei von ihnen ist, ist daher ein glücklicheres Leben.


Zitat: 0:08

Glückseligkeit erlangen wir durch Unabhängigkeit: 0:53

Affekte: 6:09

Leidenschaften: 44:18

Die Gemeinsamkeiten von Affekten und Leidenschaften: 1:03:04

Die Unterschiede von Affekten und Leidenschaften: 1:08:00

Leidenschaften sind immer auf Menschen gerichtet: 1:12:17

Einteilung der Leidenschaften: 1:25:12

Materielle Leidenschaften: 1:34:08

Formelle Leidenschaften: 1:42:48

- Die Freiheitsleidenschaft: 1:43:34

- Die Leidenschaften für Ehre, Macht und Geld: 2:14:23

Der Zweck von Affekten und Leidenschaften: 2:33:32

Leidenschaften entstehen durch die Einbildungskraft: 2:49:29

Kant ist der Apologet der Sinnlichkeit: 3:04:33

Dank: 3:15:14


Übersicht über die Gemütsvermögen nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/08/Gemuetsvermoegen-und-Kritiken-nach-Kant.jpg


Affekte und Leidenschaften bespricht Kant vor allem in seinen Arbeiten zur Anthropologie, also in seiner Anthropologie in pragmatischer Hinsicht: https://korpora.org/kant/aa07/251.html, seinen Anthropologie-Vorlesungen: https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_a3n3 | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_j8c0 und seinem handschriftlichen Nachlasses zur Anthropologie: http://korpora.org/kant/aa15/234.html.


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Kants Philosophie - Was ist Patriotismus?14 Mar 202601:37:24

Vaterlandsliebe soll nicht sein wie die Liebe zum Rinderbraten, von dem sich jeder ein Stück abschneidet, sagt Kant. Der wahre Patriot betrachtet sein Gemeinwesen nicht als seine Beute, sondern er dient dem Ganzen. Dieser Dienst ist aber nur dann kein chimärischer Wahn, wenn es ein Dienst an der Gerechtigkeit ist: Der Patriot setzt sich für den Rechtsstaat und eine dauerhafte, diesen erhaltende Verfassung ein.


Zitat: 0:08

Die Regierung soll patriotisch sein: 1:28

Patriotismus ist nicht Nationalismus: 16:32

Der Patriot betrachtet den Staat nicht als seinen Besitz, sondern sich als Diener des Rechtsstaats: 21:00

Faschismus und Ausklärung: 40:16

Der unpatriotische Pöbel: 1:00:13

Nationalwahn vs. patriotischer Dienst am Rechtsstaat: 1:26:36

Dank: 1:36:58


Die patriotische Denkungsart wird beschrieben im zweiten Teil von Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis: https://korpora.org/kant/aa08/289.html. Weitere verstreute Bemerkungen finden sich in Kants handschriftlichem Nachlass zur Anthropologie: https://korpora.org/kant/aa15/ und seinem handschriftlichen Nachlass zur Rechtsphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/443.html.


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Kants Philosophie - Warum es kein Recht auf Revolution gibt und Kant sie dennoch begrüßte07 Mar 202602:29:55

Verbesserungen im Staat hin zu mehr Freiheit und Gerechtigkeit will Kant durch schrittweise Reform erreichen, die wiederum dadurch angestoßen wird, dass öffentlich Kritik geübt wird und Verbesserungen angeregt werden. Wo nicht einmal dies möglich ist und die Zensur herrscht, bleibt nur, auf bessere Zeiten zu hoffen und sich als guter und gesetzestreuer Bürger zu betragen, der höchstens passiven Widerstand leistet, wenn von ihm Dinge verlangt werden, die mit dem moralischen Gesetz unvereinbar sind. Aktiver Widerstand und Revolutionen aber sind notwendig Unrecht, weil sie das Recht selbst aufheben, bevor sie ein neues Recht etablieren. Wenn sie aber doch geschehen, soll man sie als Ruf der Natur zur Freiheit nehmen und das Beste aus ihnen machen. So war Kants Verhältnis zur Revolution ein sehr differenziertes: Nach Prinzipien hat er sie abgelehnt und wäre nie zum Revolutionär geworden, wo sie aber stattfanden, hat er sie enthusiastisch begrüßt.


Zitat: 0:08

Was soll der Mensch im despotischen Staat tun?: 0:41

Ruhig auf bessere Zeiten warten: 7:53

Menschen sind für die Revolution, nicht weil diese rechtmäßig ist, sondern weil sie Eudämonisten sind, die sich um Recht nicht scheren: 11:40

Revolutionen sind immer Unrecht: 23:29

Revolutionen heben den bürgerlichen Zustand auf und werfen Menschen in den Naturzustand zurück: 48:36

Revolutionen führen kaum je zur Republikanisierung des Staates: 1:05:35

Weshalb man Revolutionen nicht bekämpfen soll, obwohl sie Unrecht sind: 1:18:44

Widersetzung ist rechtens, Widerstand nicht: 1:29:44

Kants Kritik an Revolutionen ist als subtile Unterstützung der Französischen Revolution zu lesen: 1:47:58

Kants eigenes Verhältnis zu Revolutionen: 1:54:41

Wann Revolutionen und Widerstand kein Unrecht sind, ohne doch Recht zu sein: 2:05:31

Dank: 2:29:29


Auf das Thema der Revolution kommt Kant immer wieder in seinen rechtsphilosophischen Werken zu sprechen. So in Zum ewigen Frieden: https://korpora.org/kant/aa08/341.html und Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis: https://korpora.org/kant/aa08/273.html sowie den Vorarbeiten zu beiden Texten: https://korpora.org/kant/aa23/153.html & https://korpora.org/kant/aa23/125.html und auch in seiner Metaphysik der Sitten: https://korpora.org/kant/aa06/311.html und seinem handschriftlichen Nachlass zur Rechtsphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/443.html. Es empfiehlt sich, zur Frage, wie der Mensch sich im Despotismus verhalten soll, auch die entsprechenden Passagen seiner Vorlesungen zur Moralphilosophie zu lesen: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up.


Auch Hannah Arendt bemerkte den Zusammenhang von Revolution und Despotismus, insofern beide auf demselben Eudämonismus gründen: https://youtu.be/l1fyT8nAJOY?si=HfgeWHwoWX-y8pMt.


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Kants Philosophie - Warum der Staat keine Philosophenkönige, aber Redefreiheit braucht28 Feb 202602:03:09

Kein Staat war bisher ganz und gar republikanisch in Kants Sinne. Das wirft die Frage auf, wie ein despotischer Staat zu republikanisieren ist. Kant trat nicht für den Weg der Revolution ein, die immer Unrecht ist, sondern für schrittweise Reform. Hierfür ist nur nötig, dass die Philosophen im Weltsinne - also die Weisen, die als Gesetzgeber der Vernunft fungieren und über die letzten Zwecke der Menschheit nachdenken und dabei von allem Partikularen und allen Eigeninteressen abstrahieren - von den Herrschern gehört werden. Und hierfür wiederum ist nur nötig, dass sie das Recht haben, frei in der Öffentlichkeit ihre Gedanken zu äußern.


Zitat: 0:08

Wie ein despotischer Staat zu republikanisieren ist: 0:51

Die Philosophen sollen nicht herrschen, aber den Herrscher beraten: 9:07

- Kants eigene Natur strebte nicht nach Herrschaft: 20:00

- Macht verdirbt das Urteil: 26:21

Es muss Redefreiheit für die Philosophen geben: 48:13

Meinungsfreiheit ist kein Selbstzweck: 1:19:06

Die Verfinsterung: 1:42:40

Dank: 2:02:44


Über die Rolle der Philosophen im Staat und die politische Bedeutung der sogenannten Meinungsfreiheit schreibt Kant in seiner Schrift Zum ewigen Frieden: https://korpora.org/kant/aa08/368.html. Ergänzend kann man die entsprechenden Reflexionen in seinem handschriftlichen Nachlass zur Anthropologie lesen: https://korpora.org/kant/aa15/.


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Kants Philosophie - Republik und Despotismus21 Feb 202603:40:41

Kant unterscheidet zwei Regierungsarten: Die despotische und die republikanische. Die Regierungsform ist dabei von der Staatsform verschieden: Autokratie, Aristokratie oder Demokratie können allesamt despotisch oder republikanisch regieren. Entscheidend ist für Kant nicht, wer der Souverän im Staat ist, entscheidend ist, dass der Souverän die Bürger repräsentiert und Gesetze gibt, die die Freiheit wahren und dem Gemeinwillen entsprechen, sowie dass der Souverän nicht zugleich Regent ist, also Gesetzgebung und ausführende Gewalt voneinander geschieden sind. Die Republik ist ein Rechtsstaat, der die Menschen allein der Vernunft unterwirft, die Despotie ein Unrechtsstaat, in dem sie von der Willkür des Herrschers abhängen.


Zitat: 0:08

Republik und Despotismus: 0:14

Die architektonische Herleitung der Regierungsformen: 13:47

1) In der Republik sind alle Menschen frei: 30:19

- Der Staat, der die Menschen beglücken will, ist despotisch: 41:09

2) In der Republik sind alle Untertanen gleich vor dem Gesetz: 58:47

- Die republikanische Gleichheit ist Gleichheit des Zwangs durch das Gesetz: 1:15:33

- Der Gesetzgeber steht über dem Gesetz und muss daher untadelhaft sein: 1:29:45

3) In der Republik sind alle selbstständigen Bürger brüderlich als Gesetzgeber vereinigt: 1:41:40

- Wahlrecht: 2:13:02

Was die Republik ausmacht: 2:49:10

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit: 2:58:10

Die Republik nach den vier Titeln der Kategorientafel: 3:10:57

Es kommt auf die Regierungsform an, nicht die Herrschaftsform: 3:22:44

Die Dauerhaftigkeit der Republik soll durch die Verfassung garantiert sein: 3:30:52

Dank: 3:40:15


Den Republikanismus und seine drei Prinzipien beschreibt Kant in seinen Aufsätzen Zum ewigen Frieden: https://korpora.org/kant/aa08/341.html und Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis: https://korpora.org/kant/aa08/273.html sowie den Vorarbeiten zu beiden Texten: https://korpora.org/kant/aa23/153.html & https://korpora.org/kant/aa23/125.html zudem in seinem handschriftlichen Nachlass zur Anthropologie: https://korpora.org/kant/aa15/ und zur Rechtsphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/443.html.


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Kants Philosophie - Gewaltenteilung und Souveränität14 Feb 202601:37:45

Kant tritt ein für die vor ihm schon von Montesquieu vorgeschlagene Teilung in legislative, exekutive und judikative Gewalt. Dabei ist nach ihm aber die Legislativgewalt souverän: Jeder Untertan des Staates, auch die beiden anderen Gewalten stehen unter dem Gesetz, das bestimmt, was Recht und Unrecht ist. Der Gesetzgeber selbst aber kann unmöglich unter dem Gesetz stehen, das ja durch ihn erst gegeben wird. Eben darum muss er untadelhaft und gleichsam der Repräsentant Gottes auf Erden sein und darf kein Unrecht tun können, weil man ihn für dieses nicht zur Rechenschaft ziehen könnte. Erreichen will Kant dies eben mittels der Gewaltenteilung: Der Souverän soll den Staat beherrschen, aber nicht regieren.


Zitat: 0:08

Gewaltenteilung bei Kant und ihre Herleitung aus der Vernunft: 0:33

Das Gewaltmonopol des Staates: 9:18

Der Gesetzgeber ist der Souverän: 20:13

Die Souveränität der Legislative und die Gefahr des Despotismus als Problem der Rechtsphilosophie: 7:18

Lösung: Der Souverän soll religiös sein: 48:41

Lösung: Strikte Gewaltenteilung zwischen Legislative und Exekutive: 55:16

Dank: 1:37:19


Über die Gewaltenteilung und die Rolle des Oberherrn im Staat spricht Kant im zweiten Abschnitt von Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis: https://korpora.org/kant/aa08/289.html sowie in den Vorarbeiten zum selben Werk: https://korpora.org/kant/aa23/125.html. Zum Verständnis dieses Themas sollte man unbedingt auch seinen handschriftlichen Nachlass zur Rechtsphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/443.html und seine Vorlesungen zur Rechtsphilosophie: https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up lesen


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Kants Philosophie - Der Unterschied von herrschen und regieren07 Feb 202601:21:16

Wichtig für Kants Denken, wenn auch oft übersehen, ist seine Unterscheidung von herrschen und regieren: von blindem willkürlichen Befehlen, was geschehen soll, und verständigem Lenken und dirigieren, wie etwas geschehe. Dabei ist für ihn das Regieren wichtiger als das Herrschen. So wie der Komponist das Orchester beherrscht und seine Noten diesem gleichsam das Gesetz sind, so wird es doch vom Dirigenten regiert und kann dieser durch sein Dirigieren ein Stück sehr auf- oder abwerten.


Zitat: 0:08

Herrschen und regieren: 0:38

Das Regieren ist wichtiger und schwieriger als das Herrschen: 25:45

Die fruchtbare Anwendbarkeit der Unterscheidung von herrschen und regieren: 37:15

Herrschaft und Regierung im Staat: 50:54

Kants Begriffe als Bereicherung des heute oft primitiven politischen Denkens: 1:05:47

Dank: 1:20:51


Den Unterschied von herrschen und regieren entwickelt Kant in keinem Werk oder Kapitel ausführlich, sondern er kommt auf ihn immer wieder an verstreuten Stellen in seinen rechtsphilosophischen und anthropologischen Texten zu sprechen. Man lese hierzu vor allem Zum ewigen Frieden: https://korpora.org/kant/aa08/341.html, den zweiten Abschnitt des Streits der Fakultäten: https://korpora.org/kant/aa07/077.html, die Anthropologie in pragmatischer Hinsicht: https://korpora.org/kant/aa07/117.html sowie die Vorlesungen über Anthropologie: https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_a3n3 | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_j8c0.


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Kants Philosophie - Strafrecht31 Jan 202601:13:48

Das Strafrecht macht einen wichtigen Teil der Rechtslehre aus. Umso misslicher ist, dass es bei Kant ganz misslungen ist: Er tritt für ein Vergeltungsstrafrecht ein, das die durch das Verbrechen verletzte Gerechtigkeit wieder herstellen soll. Dabei verliert er die eigentliche Aufgabe des Rechts aus den Augen: Die Freiheit der Menschen zu sichern.


Zitat: 0:08

Kants Strafrecht ist unbrauchbar: 0:42

Die Strafe soll nicht willkürlich, sondern notwendig sein: 8:55

Die Anwendung von Kants Strafrecht: 15:05

Strafe darf auch, aber nie nur pragmatische Strafe sein: 17:54

Kritik an Kants Strafrecht: 27:55

- Kant wendet sein eigenes Prinzip nicht konsequent an: 35:19

- Kant will die Menschenwürde des Bestraften und des Strafenden wahren, tut dies aber nicht: 40:12

- Kant vermischt Ethik und Recht: 53:46

Dank: 1:13:23


Auch im Mittelalter mochte ein gesunder Mensch nicht Henker sein: https://youtu.be/c8mHU5QDpS8?si=PNIOb1xdT0Qi0_fW.


Das Strafrecht behandelt Kant vornehmlich in seiner Metaphysik der Sitten: https://korpora.org/kant/aa06/331.html.


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Kants Philosophie - Die Aufgabe des Staates & warum er die Grundressourcen besitzen muss24 Jan 202601:18:46

Das Recht hat zu seinem Gegenstand das Mein und Dein, sowohl das angeborene als auch das erworbene Eigentum. Im Naturzustand aber ist alles erworbene Eigentum nur provisorisch und es gibt keine Garantie, dass andere das Meine als das Meine achten werden. Eben deshalb bedarf es des Staates: Dessen Aufgabe besteht darin, jedem das Seine zu geben, also jedem sein Eigentum zu garantieren. Dies verlangt aber, dass der Staat selbst mit seinen Gesetzen und seiner Verfassung erhalten bleibe und souverän sei. Und deshalb muss das, was zum Bestehen des Ganzen notwendig ist, auch Eigentum dieses Ganzen sein und darf niemals einem Einzelnen gehören.


Zitat: 0:08

Die Aufgabe des Staates ist der Schutz des Eigentums: 1:05

Der Antietatismus der Unaufgeklärten: 8:52

Die Substanz des Staates darf nicht Eigentum einzelner Bürger sein: 38:29

Die Implikationen von Kants Staatslehre für die ökologische Krise der Gegenwart: 1:02:26

Dank: 1:18:21


Über die Rolle des Staates mag man vor allem Kants Metaphysik der Sitten: https://korpora.org/kant/aa06/203.html, die Vorarbeiten zur Metaphysik der Sitten: https://korpora.org/kant/aa23/207.html und den handschriftlichen Nachlass zur Rechtsphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/443.html lesen.


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Kants Philosophie - Moralische vs pragmatische Politik17 Jan 202601:58:24

Alles Handeln folgt nach Kant entweder dem Prinzip der Moral oder dem der Glückseligkeit. Dies gilt auch für das politische Handeln und also dient die Politik entweder der Verwirklichung des Rechts, wie es von der Vernunft gefordert wird, oder sie dient dem allgemeinen Wohlstand. Genau hierum dreht sich nach Kant der Streit der philosophischen Fakultät mit der juristischen. Nach ihm darf Politik zwar klug und also auf Vorteil bedacht sein, aber nur im Rahmen und nicht auf Kosten des Rechts.


Zitat: 0:08

Das metaphysische Staatsrecht: 0:16

Politik als ausübende Rechtslehre: 24:31

Staatsrecht und Staatsklugheit: 35:07

Der Streit der Fakultäten: 49:41

Die gegenwärtige Ideologie verlangt Pragmatismus und verwirft jeden Idealismus: 1:11:26

Was uns als klug verkauft wird in der Politik, ist es gar nicht: 1:29:43

Die selbstsüchtige Politik der Liberalen ist Schuld am Aufstieg der Rechten: 1:35:40

Kluge Politik hat ihren Platz im Rahmen und Dienste der rechtlichen: 1:44:45

Dank: 1:58:03


Über die Rolle der Politik und ihr Verhältnis zu Recht und Klugheit spricht Kant immer wieder an verstreuten Stellen seiner moralischen und anthropologischen Schriften, vor allem in seinen Aufsätzen Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis: https://korpora.org/kant/aa08/273.html und Zum ewigen Frieden: https://korpora.org/kant/aa08/341.html sowie in seinem handschriftlichen Nachlass zur Moralphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/.


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Kants Philosophie - Was ist Gerechtigkeit?13 Dec 202502:25:20

Der Gegenstand des Rechts ist das Mein und Dein, sei es, im Falle angeborener Rechte, das von Geburt her Meine, oder, im Falle erworbener Rechte, das, was zu irgendeinem Zeitpunkt das Meine geworden ist. Im Naturzustand, wenn es keinen Staat und kein Gesetz gibt, lautet der Rechtsgrundsatz: neminem leadere, verletze niemanden, d. h. lasse jedem das Seine, und dies ist der Grundsatz einer kommutativen Gerechtigkeit. Aber es herrscht hier keine Einigkeit darüber, was Mein, was Dein ist, daher ist der Naturzustand ein beständiger Kriegszustand. Ewigen Frieden kann nur das öffentliche Recht bringen: Ein Vertrag, der jedem das Seine als das Seine zuweist und zusichert. Dies ist eine distributive Gerechtigkeit, die nach dem Grundsatz verfährt: suum cuique tribue, gib jedem das Seine. Gerecht kann demnach nur sein, was in einem solchen Gesellschaftsvertrag, dem jeder zustimmen könnte, vorkommen könnte. Und dies kann durch ein Experiment der Vernunft ermittelt werden, nämlich durch die Frage, ob es die Öffentlichkeit vertrage.


Zitat: 0:08

Gerechtigkeit und damit Frieden sind nur durch ein öffentliches Recht möglich: 0:33

Der Staat braucht Gesetz, Gewalt und Freiheit: 6:38

Die Zustände, darin wenigstens ein wesenliches Element des Staates fehlt: 12:53

Die Analogie mit der Ethik: 24:47

Wilde Freiheit und Freiheit unter dem Gesetz: 33:52

Barbarei: 41:44

Gerechte Gesetze sind solche, denen in einem ursprünglichen Gesellschaftsvertrag jeder hätte zugestimmt haben können: 1:06:03

Die Maxime der Publizität im Recht: 1:39:13

Die Maxime der Publizität in der Ethik: 1:59:04

Dank: 2:24:55


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Die Maxime der Publizität taucht in seinen Schriften Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis: https://korpora.org/kant/aa08/273.html, Zum ewigen Frieden: https://korpora.org/kant/aa08/381.html sowie in seinem handschriftlichen Nachlass zur Anthropologie: https://korpora.org/kant/aa15/ und seinem handschriftlichen Nachlass zur Moralphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/ vor.


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Kants Philosophie - Moral verlangt nicht lustfeindliche Askese, sondern ein stets fröhliches Herz30 May 202601:48:14

Lange Zeit verstand man unter praktischer Philosophie die Lehre vom guten Leben und der Glückseligkeit. Die Moral wurde vielfach als Teil hiervon oder auch als Mittel zum Erreichen des Glücks betrachtet. Kants Verdienst ist es, beides strikt von einander geschieden zu haben. Die eigentliche oder reine praktische Philosophie handelt bei ihm von der moralischen Pflicht, ungeachtet unseres persönlichen Vorteils oder Glücks. Aber dennoch hat er sich auch an vielen Stellen dazu geäußert, was ein gutes Leben ausmacht. Und das Klischee, Kant hätte nur kalte, freudlose Pflichterfüllung gepredigt und auch selbst gelebt, ist nicht wahr: Die Sinnlichkeit und unsere Begierden sollen nach ihm zwar von der Vernunft regiert, aber nicht unterdrückt werden, sondern zu ihrem Recht kommen.


Zitat: 0:08

Der Platz der Lehre vom guten Leben in der Architektonik von Kants System: 0:32

Eine allgemeingültige Lehre der Glückseligkeit ist nicht möglich: 10:45

Kants Bemerkungen zum Glück sind weniger originell als andere Teile seines Denkens: 24:00

Kant lehnt Sinnlichkeit und Lust nicht im Namen der Moral ab: 28:18

Moral und Klugheit stimmen meistens überein: 49:11

Kant ist für moralischen Rigorismus, aber gegen moralischen Purismus: 59:01

Tugend ist Stärke und guter Mut und daher nicht griesgrämig, sondern fröhlich: 1:12:59

Kant selbst genoss sein Leben: 1:26:08

Die moralische Pflicht sollen wir um unserer selbst willen tun, nicht weil es uns Vorteil bringt: 1:41:26

Dank: 1:47:46


Übersicht über die Philosophie nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/05/Philosophie-nach-Kant.jpg


Übersicht über die Metaphysik nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/05/Metaphysik-nach-Kant-scaled.jpg


Das Verhältnis von Vernunft und Sinnlichkeit, moralischer Pflicht und kluger Lebensfreude und seine Ablehnung der mürrischen Ethik und der Mönchstugend bespricht Kant am ausgiebigsten in seinen Vorlesungen über Moralphilosophie: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up.


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Kants Philosophie - Warum es einen Staat geben muss und wann Krieg gerecht ist06 Dec 202502:02:09

Im Naturzustand, also ohne gemeinsame Gesetze, leben die Menschen in einem beständigen enigstens potenziellen Krieg miteinander. In diesem Zustand ist schon die bloße Anwesenheit eines anderen enschen eine Bedrohung, mehr als es die irgendeines wilden Tieres je sein könnte. Deshalb ist es Pflicht, aus dem Naturzustand in einen bürgerlichen Zustand zu treten, also durch Vertrag ein gemeinsames Gesetz zu errichten, das jedem das Seine zuweist und garantiert. Hierdurch schafft das öffentliche Recht einen ewigen Frieden zwischen den Menschen.


Zitat: 0:08

Der Naturzustand: 0:32

Der Naturzustand ist ein Kriegszustand, weshalb wir in den bürgerlichen Zustand übertreten müssen: 0:38

Das öffentliche Recht soll Gerechtigkeit und damit ewigen Frieden bringen: 23:29

Der Gesellschaftsvertrag setzt Wahrhaftigkeit voraus: 31:13

Die drei Grundsätze des Ulpian: 40:13

Honeste vive (lebe ehrbar): 45:00

Neminem leadere (niemandem schaden) & suum cuique tribue (gib jedem das Seine): 51:49Kants Lesemethode: 1:03:16

Der gerechte Krieg ist ein Krieg, um unter das Recht zu zwingen: 1:07:23

Austritt aus dem Gesellschaftsvertrag ist Unrecht: 1:34:52

Dank: 2:01:45


Ulpians Rechtsgrundsätze behandelt Kant an verschiedenen Stellen seiner Vorlesungen über Moralphilosophie: https://archive.org/details/kantsgesammeltes271imma/page/n5/mode/2up | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma/page/n5/mode/2up | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/page/n5/mode/2up sowie seines handschriftlichen Nachlasses zur Moralphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/. Vom öffentlichen Recht und dem Übergang in dieses handelt vor allem die Metaphysik der Sitten: https://korpora.org/kant/aa06/305.html. Auch ein Blick in die Vorarbeiten zur Metaphysik der Sitten ist lohnend: https://korpora.org/kant/aa23/207.html.


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Kants Philosophie - Die ursprüngliche Erwerbung: Theorie des Bodens und des rechtmäßigen Eigentums29 Nov 202501:53:31

Eines der wichtigsten Probleme, das die Rechtsphilosophie zu lösen hat, ist das der ursprünglichen Erwerbung: Wie kann eine herrenlose Sache der rechtmäßige Besitz eines bestimmten Menschen werden, von dessen Gebrauch er alle anderen ausschließen darf? Kant beantwortet dies durch seine Theorie des Bodens, die seiner gesamten Rechtsphilosophie zu Grunde liegt: Jeder hat ein ursprüngliches Recht auf ein Stück der Erde. Diese Theorie ist zwar unzureichend, aber dennoch fruchtbar.


Zitat: 0:08

Das Problem der ursprünglichen Erwerbung: 0:42

Jeder Mensch hat ein angeborenes äußeres Recht am Boden: 15:54

Alle Menschen befinden sich gemeinsam im ursprünglichen Gesamtbesitz des Bodens: 23:46

Alles andere Eigentum ist vom Eigentum an dem Stück Boden abzuleiten, auf dem es ursprünglich ergriffen wird: 36:45

Jeder kann so viel Boden rechtmäßig besitzen, wie er im Naturzustand verteidigen könnte: 42:25

Das Eigentum am Boden und die ursprüngliche Erwerbung bedürfen eines Rechtszustandes: 56:03

Kant als Anti-Malthus: 1:12:20

Kants Theorie schließt riesige Vermögensungleichheit aus: 1:34:41

Warum Kants Lösung des Problems der ursprünglichen Erwerbung unzureichend ist: 1:39:00

Die Theorie der ursprünglichen Erwerbung leitet vom Privatrecht zum öffentlichen Recht über: 1:51:53

Dank: 1:53:06


Die ursprüngliche Erwerbung und die Theorie des Bodens werden in der Rechtslehre in Kants Metaphysik der Sitten behandelt: https://www.korpora.org/Kant/aa06/203.html. Um sie vollends zu verstehen, empfiehlt sich aber, auch die Vorarbeiten zur Metaphysik der Sitten zu studieren: https://www.korpora.org/Kant/aa23/207.html.


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Kants Philosophie - Die verschiedenen Rechtsverhältnisse: Kategorien & Schematismus des Rechts22 Nov 202502:08:15

Das Recht dreht sich um das Mein und Dein, sein Grundsatz ist neminem leade, d. i. schade niemandem, Schaden fügt mir aber der zu, der das Meine nicht achtet. Nun gibt es angeborene und erworbene Rechte, je nachdem etwas von Geburt her das Meine ist wie mein Körper oder das Meine wird wie ein äußerer Besitz. Dass das von Geburt her Meine zu achten ist, liegt analytisch im Rechtsgrundsatz, wer es anrührt, schadet mir notwendig. Wer aber etwas außer mir anrührt, schadet mir nicht notwendig, sondern erst dann, wenn es als mit meiner Willkür verbunden, wenn es als mein intellektuelles Eigentum gedacht wird. Verbindungen aber können wir laut Kant auf zwölf Weisen denken, die er in seiner Kategorientafel beschreibt. Er leitet daher aus dieser eine Kategorientafel ab, die den Anspruch erhebt, alle möglichen Weisen des rechtlichen Besitzes zu beschreiben.


Zitat: 0:08

Die Kategorien des Rechts: 0:30

Die Kategorientafel des rechtlichen Besitzes erklärt: 22:27

I) Mathematische Kategorien: 24:19

1) Quantität: 24:37

2) Qualität: 31:29

II) Dynamische Kategorien: 38:47

3) Relation: 39:55

- Sachenrecht: 40:24

- Persönliches Recht: 53:22

- Auf dingliche Art persönliches Recht: 1:01:32

4) Modalität: 1:31:12

Der Zusammenhang der Rechtskategorien: 1:35:29

Der Schematismus der Erwerbung: 1:45:02

Kants juridischer Idealismus: 2:03:11

Dank: 2:07:50


Die Kategorien des rechtlichen Besitzes nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2025/11/Kategorien-des-rechtlichen-Besitzes-nach-Kant.jpg


Die drei Felder des Privatrechts - das Sachen-, das persönliche und das auf dingliche Art persönliche Recht - behandelt Kant in seiner Metaphysik der Sitten: https://www.korpora.org/Kant/aa06/260.html.


Wer die Rechtskategorien und den Schematismus der Erwerbung überhaupt durchdringen will, sollte aber unbedingt die Vorarbeiten zur Metaphysik der Sitten studieren: https://www.korpora.org/Kant/aa23/.


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Kants Philosophie - Angeborene & erworbene Rechte oder: Warum es Eigentum geben muss15 Nov 202501:48:19

Das Privatrecht fordert nach Kant die Einschränkung von jedermanns Willkür so weit, wie es nötig ist, damit neben ihr die Willkür jedes anderen bestehen kann. Alles Recht dreht sich also um die Erhaltung der Freiheit. Und daher dreht es sich um das, was Kant das Mein und Dein nennt: um das Eigentum. Hier unterscheidet Kant angeborene und erworbene Rechte, also Rechte an dem, was von Geburt her, und an dem, was durch Erwerbung das Meine ist. Das angeborene Menschenrecht ist das Recht an der eigenen Freiheit. Die eigentliche Aufgabe der Rechtsphilosophie besteht aber in der Lösung der Frage, wie man ein Recht erwerben kann, also wie Eigentum möglich ist.


Zitat: 0:08

Privatrecht: 0:29

Angeborene Rechte: 10:34

Erworbene Rechte: 17:55

Temporäre Erwerbung durch physische Inhabung: 21:21

Warum es Eigentum geben muss: 30:34

Die verkehrte Kritik an Kants Formalismus: 42:21

Der Parallelismus der Rechtsphilosophie mit der theoretischen Philosophie: 58:34

Die Dialektik des Rechts und ihre Lösung durch juridischen Idealismus: 1:02:47

Eigentum verpflichtet: 1:30:48

Beschluss: 1:43:26

Dank: 1:47:54


Das Privatrecht und den juridischen Idealismus bespricht Kant in seiner Metaphysik der Sitten: https://www.korpora.org/Kant/aa06/243.html. Zur Ergänzung und zum besseren Verständnis sollte man auch seine Vorarbeiten zur Metaphysik der Sitten lesen: https://www.korpora.org/Kant/aa23/.


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Kants Philosophie - Was ist das Recht und was unterscheidet es von der Ethik?08 Nov 202501:30:53

Die Moralphilosophie zerfällt nach Kant in zwei Wissenschaften: Die Ethik und das Recht. Metaphysik der Sitten überhaupt ist Pflichtenlehre, Ethik und Recht handeln also beide von Pflichten der Menschen. Das Recht hat es aber nur mit denjenigen Pflichten zu tun, zu deren Einhaltung andere Menschen ein Recht haben, einen Mitmenschen zu zwingen. Zwingen kann man aber nur zu äußeren Handlungen, nicht zu Gesinnungen. Während die Ethik den guten Willen als Quelle der guten Taten verlangt, kommt es dem Recht daher nur auf die Handlungen selbst an, es fragt nicht, ob der Mensch innerlich gut oder böse ist.


Zitat: 0:08

Der Platz des Rechts in der Architektonik von Kants System: 0:57

Der Unterschied von Recht und Ethik: 9:38

Das Recht hat es nur mit engen Pflichten gegen andere zu tun: 21:47

Ethik befasst sich mit dem Willen, Recht nur mit der Willkür: 36:56

Die verschiedenen Arten des Rechts: 54:11

Kants ungenügende Scheidung von Recht und Ethik und die hieraus sich ergebenden Probleme: 1:13:27

Dank: 1:30:28


Übersicht über die Philosophie nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/05/Philosophie-nach-Kant.jpg


Übersicht über die Metaphysik nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/05/Metaphysik-nach-Kant-scaled.jpg


Die Unterscheidung von Ethik und Recht erläutert Kant in seiner Metaphysik der Sitten: https://www.korpora.org/Kant/aa06/218.html.


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Kants Philosophie - Was ist Gewissenhaftigkeit?04 Oct 202502:47:03

Die gesamte Moral steht und fällt mit der Gewissenhaftigkeit. Wer kein Gewissen hat, kann das moralische Gesetz zum Schein sogar annehmen, aber dann jederzeit gegen es verstoßen, ohne es sich einzugestehen. Gewissenhaftigkeit ist aber für Kant nichts anderes als wahre Religiosität: Handeln, als ob man sich vor einem allsehenden, heiligen Gotte zu verantworten hätte. Und deshalb handelt gewissenhaft nur, wer sich so sicher ist, kein Unrecht zu tun, dass er seine ewige Seligkeit darauf verwetten würde.


Zitat: 0:08

Es gibt eine Pflicht zur beständigen moralischen Selbstprüfung: 1:30

Was das Gewissen ist: 7:51

Der Vernunftmensch richtet den vernunftbegabten Sinnenmenschen: 11:58

Gewissenhaftigkeit: 22:14

Der moralische Probabilismus ist gewissenlos: 31:24

Das Experiment der Wette: 43:40

Die meisten Menschen sind gänzlich gewissenlos: 56:34

Der Gewissenhafte muss den Konsequentialismus ablehnen: 1:52:32

Gewissenhaftigkeit ist Religion: 1:55:38

Gewissenhaftigkeit setzt Wahrhaftigkeit voraus: 1:57:46

Das Experiment der Wette lässt uns auch den Grad unserer theoretischen Überzeugung ermitteln: 2:04:00

Der Philosoph muss gewissenhaft und von Wahrheitsliebe bestimmt sein: 2:38:12

Dank: 2:46:39


Eine kurze Erklärung des Gewissens findet sich in der Metaphysik der Sitten: https://korpora.org/kant/aa06/400.html. Zur Ergänzung empfehle ich, Kants Bemerkungen in seinem handschriftlichen Nachlass zur Moralphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/ sowie seine Vorlesungen über Moralphilosophie zu lesen: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up.


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Kants Philosophie - Warum lügen unmoralisch ist, selbst wenn man damit ein Leben rettet27 Sep 202501:51:37

Kant ist berühmt dafür, das Lügen entschieden abzulehnen. Oft wird er dafür kritisiert, nicht einmal Notlügen zur Rettung eines Menschenlebens zuzulassen. Aber die Kritik verrät mehr über die Kritiker - über ihr oberflächliches Verständnis von Kant und über ihre eigene fehlende Moralität - als über ihn. Eine Moral, die nicht das Gebot der Wahrhaftigkeit zu ihrem Fundament hat, ist keine Moral.


Zitat: 0:08

Es gibt bei Kant ein Gebot zur Wahrhaftigkeit: 1:03

Kant verlangt weder Offenherzigkeit noch Wahrheit noch ist er pedantisch: 5:38

Das Lügenverbot ist ein Verbot des Konsequentialismus: 17:20

Was für eine Art von Pflicht die Pflicht zur Wahrhaftigkeit ist: 31:00

- Es handelt sich um eine Rechtspflicht: 32:09

- Es handelt sich um eine Pflicht gegen sich selbst: 47:50

Das Lügenverbot wird abgelehnt, weil es Menschen gar nicht um Moral geht und sie gar nicht fragen, ob eine Handlung gut oder böse ist, sondern nur, was sie nützt: 1:02:02

Ohne die Lüge könnten die Menschen kaum böse sein: 1:15:08

Die Lüge ist das radikale Böse im Menschen: 1:29:10

Redlichkeit ist die einzige menschenmögliche moralische Vollkommenheit: 1:42:19

Die Wahrhaftigkeit ist auch Voraussetzung der Gewissenhaftigkeit und des Gesellschaftsvertrags: 1:46:45

Dank: 1:51:12


Warum man unter keinen Umständen lügen darf, bespricht Kant in seinem Aufsatz Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen: https://korpora.org/kant/aa08/423.html. Für ein tieferes Verständnis empfiehlt sich aber, auch die verstreuten Bemerkungen in seinem handschriftlichen Nachlass zur Moralphilosophie: https://korpora.org/kant/aa19/ sowie in seinen Vorlesungen über Moralphilosophie: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up zu studieren.


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Kants Philosophie - Das gute Beispiel in der Moral oder: Warum wir Helden und Heilige brauchen20 Sep 202501:41:07

Man soll sich an anderen Menschen in der Moral kein Beispiel nehmen, sondern sich nach dem moralischen Gesetz selbst ausrichten. Aber doch ist das gute Beispiel wichtig: An einem guten Menschen sehen wir zwar nicht, wie wir uns verhalten sollen, aber wir sehen an ihm, dass wir uns verhalten können, wie wir sollen.


Zitat: 0:08

Das Richtmaß der Moralität soll das Gesetz selbst sein, nicht andere Menschen: 1:24

Der gute Mensch dient als Beispiel der Tunlichkeit des moralischen Gesetzes: 13:23

Die Rolle von Jesus in Kants Denken: 22:50

Den Umgang mit Schlechten soll man meiden: 32:17

Man soll anderen ein Beispiel der Moralität geben: 47:33

Über die Unzulänglichkeiten und Fehler der Menschen soll man den Schleier der Menschenliebe legen: 53:31

Man soll nicht versuchen, noch am Guten das Schlechte zu entdecken: 1:08:07

Eigendünkel und Mutlosigkeit als die beiden Klippen der Moral und Rigorismus und Religion als ihre Gegenmittel: 1:16:08

Die emotionale Pest: 1:20:02

Dank: 1:40:43


Über die Rolle von Richtmaß und Beispiel in der Moral spricht Kant immer wieder in seinen Vorlesungen zur Moralphilosophie: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up.


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Kants Philosophie - Die vier Arten moralischer Pflichten und Freiheit als ihr Prinzip13 Sep 202501:38:50

Kant unterscheidet vier Arten moralischer Pflichten: Die Pflichten, die Rechte anderer Menschen und der Menschheit in sich selbst zu achten, und die Pflichten, die Zwecke anderer Menschen und der Menschheit in sich selbst zu befördern. Ihm geht es dabei in der Moral nicht wie anderen um Leidvermeidung und Glücksmaximierung, sondern um Freiheit: Die moralische Pflicht besteht darin, die Freiheit zu erhalten und zu befördern.


Zitat: 0:08

Die vier Arten der Pflicht und die goldene Regel: 1:10

Rechtspflichten gegen sich selbst: 14:12

Tugendpflichten gegen sich selbst: 33:07

Rechtspflichten gegen andere: 1:14:06

Tugendpflichten gegen andere: 1:16:05

Fazit: 1:32:03

Das moralische Verhältnis zwischen Gott und Menschen: 1:33:36

Dank: 1:38:28


Über die konkreten Pflichten schreibt Kant vor allem in seiner Metaphysik der Sitten: http://korpora.org/kant/aa06/203.html. Es empfiehlt sich unbedingt, auch und gerade die teils ausführlicheren und erhellenderen Vorlesungen zur Moralphilosophie zu lesen: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up.Wer mein aufklärerisches Schaffen unterstützen will, kann dies tun über:

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Kants Philosophie - Die Moral der Achtung und der Liebe: Vollkommene und unvollkommene Pflichten06 Sep 202502:24:56

Alle moralischen Pflichten, sie seien nun solche gegen andere Menschen oder gegen sich selbst, lassen sich nach Kant in Pflichten im engen und im weiten Sinne einteilen. Die ersteren sind Pflichten zur Achtung von Rechten, die anderen sind Pflichten der tätigen Nächstenliebe und haben die Beförderung von Zwecken zum Inhalt.


Zitat: 0:08

Enge und weite Pflichten: 0:36

Im Konfliktfall sind stets zuerst die engen Pflichten zu erfüllen: 12:32

Die Bestimmung von engen und weiten Pflichten nach dem kategorischen Imperativ: 34:30

Rechtspflichten und Liebespflichten: 54:54

Achtung, Liebe und Humanität: 59:55

Die moralisch gebotene Nächstenliebe kann nur Liebe des Wohlwollens, nicht Liebe des Wohlgefallens sein: 1:11:01

Schuldigkeit und Gütigkeit: 1:30:35

Güte sollte nach Möglichkeit betrachtet werden, als täte man nur seine Schuldigkeit: 2:02:26

Dank: 2:24:11


Über die konkreten Pflichten schreibt Kant vor allem in seiner Metaphysik der Sitten: http://korpora.org/kant/aa06/203.html. Es empfiehlt sich unbedingt, auch und gerade die teils ausführlicheren und erhellenderen Vorlesungen zur Moralphilosophie zu lesen: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up.


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Kants Philosophie - Tierethik: Warum Tiere rechtlose Sachen sind & man sie dennoch nicht quälen darf23 May 202603:25:56

Kants Position den Tieren gegenüber wird oft attackiert, aber meist völlig missverstanden. Wir haben nach ihm keine Pflichten gegen Tiere, aber doch Pflichten in Bezug auf Tiere. Rechtlich sind sie Sachen, können also besessen und benutzt werden und haben keine Rechte, wie sie auch keine Pflichten haben. Wir sollen dennoch pfleglich mit ihnen umgehen. Nicht um ihrer, sondern um unserer selbst willen: Weil es unserer eigenen Menschenwürde unangemessen wäre, uns nicht wie vernünftige Wesen zu betragen und nicht zweckmäßig zu handeln. Kants Moralphilosophie ist damit eine, die nicht nur den achtlosen Umgang mit Tieren, sondern selbst mit leblosen Gegenständen verbietet.


Zitat: 0:08

Kants Position gegenüber den Tieren: 1:40

Die Natur der Tiere: 10:56

- Das Erkenntnisvermögen der Tiere: 18:14

- Die Gefühle der Tiere: 37:39

- Das Begehrungsvermögen der Tiere: 50:38

- Die Seele der Tiere und ihr Leben nach dem Tod: 58:52

Die Kritik an Kants Position: 1:03:52

Tiere sind rechtlose Sachen: 1:22:21

Kant lehnt Tierquälerei ab: 1:43:40

Kant ist nicht anthropo-, sondern ratiozentristisch: 1:54:23

Wir sollen Tiere nicht quälen, weil wir sonst abstumpfen: 2:06:34

Wir sollen Tiere nicht quälen aus Selbstachtung: 2:12:58

Selbstachtung ist wirklich, weshalb Menschen achtvoll mit Tieren umgehen, selbst wenn sie es sich nicht klar machen: 2:20:34

Weshalb Leute Kants Moralphilosophie in Bezug auf die Tiere wirklich ablehnen: 2:37:04

Der Mensch soll nicht vom Geist der Zerstörung beseelt sein: 2:46:13

Die Pflichten in Bezug auf die Tiere sind weite Pflichten und unserem Ermessen überlassen: 3:09:07

Wir sollen uns aus allem ein Gewissen machen: 3:18:08

Dank: 3:25:29


Eine kleine Korrektur: Es war nicht Mohammed, sondern dessen Schwiegersohn Ali, der riet, den eigenen Magen nicht zum Grab der Tiere zu machen.


Übersicht über die Gemütsvermögen nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/08/Gemuetsvermoegen-und-Kritiken-nach-Kant.jpg


Übersicht über die Sinnlichkeit nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/08/Sinnlichkeit-nach-Kant.jpg


Das moralische Verhältnis zu den Tieren und wie wir mit ihnen umgehen sollten ist Thema in der Metaphysik der Sitten: https://korpora.org/kant/aa06/203.html und den Vorlesungen über Moralphilosophie: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up.

Wer an Kants eigenem Verhältnis zu Tieren interessiert ist, sollte die Lebensbeschreibungen seiner Bekannten lesen, insebesondere Ehregott Andreas Christoph Wasianskis Immanuel Kant in seinen letzten Lebensjahren: https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10064190?page=1.

Auf die Natur der Tiere im Gegensatz zur menschlichen kommt Kant an verschiedenen Stellen seiner Vorlesungen über Metaphysik: https://archive.org/details/kantsgesammeltes0028kant/mode/2up | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0028kant_d7g2/mode/2up sowie seiner Vorlesungen über Anthropologie: https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_a3n3 | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_j8c0 zu sprechen.


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Kants Philosophie - Die moralischen Pflichten gegen sich selbst02 Aug 202502:33:34

Das moralische Gesetz legt uns nicht nur Pflichten gegen unsere Mitmenschen auf, sondern auch Pflichten gegen uns selbst, nämlich gegen die Menschheit in uns, derer wir uns würdig verhalten sollen. Und diese Pflichten machen für Kant den wichtigsten Teil der Moral aus. Wer sich selbst nicht achtet und ehrt, der kann die Menschheit auch in anderen nicht achten und ehren.


Zitat: 0:08

Die Pflichten gegen sich selbst: 0:13

Die Pflichten gegen sich selbst nach der Kategorientafel: 16:27

Pflichten gegen sich selbst sind heute ein unzeitgemäßer Gedanke: 42:50

Warum unser Zeitalter nichts von Pflichten gegen sich selbst wissen will: 49:02

Pflichten gegen sich selbst sind Pflichten gegen die Menschheit in sich: 1:09:05

Pflichten gegen sich selbst sind Pflichten zur Achtung der eigenen Menschenwürde: 1:20:00

Pflichten gegen sich selbst sind Pflichten zur Wahrung und Erweiterung der eigenen Freiheit: 1:30:53

Vieles, was die meisten nicht für eine moralische Frage oder nur für eine Frage der Pflichten gegen andere ist, gehört unter die Pflichten gegen sich selbst: 1:40:11

Die meisten haben etwas, aber nicht genug Sinn für ihre Würde: 1:51:26

Selbstachtung und Achtung anderer hängen notwendig zusammen: 2:04:05

Ein würdevolles Leben ist auch ein seliges Leben: 2:17:01

Dank: 2:33:08


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Kants Philosophie - Die moralischen Pflichten gegen andere26 Jul 202501:28:58

Den einen Teil der moralischen Pflichten machen laut Kant die Pflichten aus, die wir gegen andere Menschen haben - gegen Menschen, nicht gegen Tiere oder Geister oder andere Wesen -; es sind nicht Pflichten zur Leidvermeidung oder Glücksförderung, sondern es sind Pflichten, die Freiheit der Menschen zu achten und zu befördern.


Zitat: 0:08

Die Ableitung der einzelnen Pflichten aus dem moralischen Gesetz bei Kant: 1:14

Die Einteilung der moralischen Pflichten: 14:10

Wir haben lediglich gegenüber Menschen moralische Pflichten: 16:20

Welche Pflichten wir gegen andere haben: 23:49

Pflichten gegen andere haben nicht ihr Glück, sondern ihre Freiheit zum Gegenstand: 26:39

Es ist Pflicht, sich durch eigene, nützliche Arbeit zu versorgen, statt zu schmarotzen: 36:28

Es ist Pflicht, den Gebrauch der Weltüter so einzuschränken, dass auch andere sie gebrauchen können: 52:50

Dank: 1:28:32


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Kants Philosophie - Das Ideal der Heiligkeit19 Jul 202501:34:10

Ein jedes vernünftiges Wesen trägt in sich das Ideal der Gott wohlgefälligen Menschheit, die Vorstellung eines vollkommenen heiligen Menschen. Diesem Ideal sollen wir nachstreben, an ihm sollen wir uns messen. Zwar mag niemand es in der Endlichkeit erreichen können, aber dies darf nach Kant kein Argument sein, das Ideal selbst zu verwerfen und nicht nach ihm zu streben.


Zitat: 0:08

Der moralische Rigorismus: 0:22

Das Ideal der Gott wohlgefälligen Menschheit: 3:34

Die vier Ideale der antiken praktischen Philosophie: 11:22

Das Ideal der Heiligkeit macht demütig: 20:28

Das Ideal der Heiligkeit dient als Muster der Hervorbringung und Beurteilung: 34:08

Der intelligible Charakter des Menschen ist schwarz oder weiß, der empirische kann grau sein: 56:30

Der gute Wille äußert sich nicht als guter, aber als sich stetig bessernder empirischer Charakter: 1:22:53

Unsere Denkungsart soll und kann dem Ideal der Heiligkeit entsprechen, selbst wenn es die Sinnesart nicht tut: 1:27:26

Dank: 1:33:44


Von den verschiedenen Idealen der praktischen Philosophie schreibt Kant in seinem handschriftlichen Nachlass zur Moralphilosophie: http://korpora.org/kant/aa19/. Außerdem behandelt er sie in seinen Vorlesungen zur Moralphilosophie: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up.


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Kants Philosophie - Ist Kants Moral zu streng und unrealistisch?12 Jul 202502:02:00

Kant wird oft sein moralischer Rigorismus vorgeworfen. Seine Moral, heißt es häufig, sei zu strikt, lasse zu wenig Spielraum, ihr könne kein Mensch genügen und sie tauge daher nicht für die Praxis. Diese Vorwürfe sind aber oft unredlich, die Kritiker Kants mögen vorgeben, seiner Moral nicht folgen zu können, die Wahrheit ist aber, dass sie es schlicht nicht wollen. Seine Moral scheint ihnen deshalb zu strikt, weil sie sie nicht unmoralisch bleiben lässt.


Zitat: 0:00

In der Moral gibt es nur die Positionen des Latitudinarismus und des Rigorismus: 0:37

Kants moralischer Rigorismus wird häufig kritisiert: 8:29

Man sollte die instinktive und zeitgemäße Ablehnung des Rigorismus überwinden und sich auf die Argumente für ihn einlassen: 17:14

Man sollte kritisch reflektieren, was einen am Rigorismus wirklich stört: 23:38

Die Kritiker von Kants Moral wollen schlicht nicht moralisch sein, sondern nur ihren Vorteil verfolgen: 32:52

Das aufgeklärte Denken des Philosophen abstrahiert vom Sinnlich-Zufälligen und erfasst das Gesetz dahinter: 1:00:35

Jeder Mensch muss entweder nach der Maxime leben, dass das Recht der Welt oder dass die Welt dem Recht zu opfern ist: 1:05:09

Der Rigorismus macht die Rechtschaffenheit demütig und verhindert Selbstgerechtigkeit: 1:12:13

Man darf nicht das Gute wegen einer Erfahrung für unmöglich erklären, die nur existiert, weil man das Böse getan hat: 1:18:50

Erfahrung darf nicht die Metaphysik der Sitten verfälschen, ist aber für die moralische Anthropologie wichtig: 1:49:55

Ideen sollen praktisch sein und wer ihnen durch Klügelei ihre Kraft nimmt, ist schuld am Übel der Welt: 1:54:16

Dank: 2:01:27


Über Rigorismus und Latitudinarismus spricht Kant wiederholt in seinen Vorlesungen zur Moralphilosophie: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up. Mit der Kritik am Rigorismus setzt er sich außerdem in Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis auseinander: http://korpora.org/kant/aa08/273.html.


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Kants Philosophie - Das radikale Böse05 Jul 202502:16:01

Das Böse ist für Kant mehr als nur ein Mangel des Guten. Es kann nicht dadurch erklärt werden, dass die sinnlichen Antriebe im Menschen schlicht stärker sind als die Vernunft, vielmehr muss der, der lieber diesen als dem moralischen Gesetz folgt, sich bereits entschieden haben, ihnen mehr Einfluss auf sein Handeln einzuräumen als dem Gedanken der Pflicht. Den Hang hierzu, den jeder Mensch, selbst der tugendhafte und weise, in sich trägt, nennt Kant ein radikales Böses in der menschlichen Natur. Und ohne dessen Erkenntnis kann keine Theorie eine wahrhafte Moralphilosophie sein.


Zitat: 0:08

Das Böse: 1:06

Menschen sind nicht böse aus bösem Willen: 7:02

Menschen sind nicht böse wegen der Übermacht ihrer Sinnlichkeit: 18:07

Das radikale Böse im Menschen: 32:13

Jeder hat einen Hang, wenn auch nicht zwingend eine Begierde oder Neigung zum Bösen: 55:20

Der Mensch ist von Natur weder gut noch böse, sondern gar kein moralisches Wesen, aber er hat einen Hang zum Bösen und eine Anlage zum Guten: 1:11:19

Die drei Arten des radikalen Bösen: 1:20:54

Falschheit als Wurzel des Bösen: 1:30:41

Wegen des Hangs zum Bösen kann der Mensch nur durch Tugend gut sein: 1:57:29

Dank: 2:15:36


Über das radikale Böse spricht Kant vornehmlich im ersten Stück seiner Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft: http://korpora.org/kant/aa06/017.html. Zum vollen Verständnis sei aber dringend empfohlen, zur Ergänzung auch seinen handschriftlichen Nachlass zur Anthropologie: http://korpora.org/kant/aa15/ und vor allem zur Religionsphilosophie: http://korpora.org/kant/aa19/615.html zu studieren.


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Kants Philosophie - Das moralische Gefühl: Achtung28 Jun 202502:27:03

Beruht die Moralität auf vernünftiger Einsicht, wie der Rationalismus lehrt, oder auf einem moralischen Gefühl, wie es moralische Empiristen vertreten? Kant ist Rationalist: Nach ihm ist es die Vernunft, die sich selbst ein Gesetz auferlegt und durch die wir erkennen, was moralisch ge- oder verboten ist. Aber dennoch hat das moralische Gefühl, nämlich das Gefühl der Achtung, in seiner Moralphilosophie eine zentrale Stellung: Denn nur durch die Achtung, die wir vor dem Gesetz und unserer eigenen freien, autonomen Natur als Vernunftwesen verspüren, werden wir dazu getrieben, das als Moralisch Erkannte auch tatsächlich zu tun.


Zitat: 0:08

Es ist nicht genug, dass die Willkür gesetzmäßige Handlungen auswähle, sie muss sie auch aus dem rechten Grund wählen: 0:40

Die Willkür trifft ihre Wahl aufgrund von Gefühlen, die als Triebfedern fungieren: 7:22

Die moral sense-Theorie: 16:17

Das moralische Gefühl ist nicht die Richtschnur, aber die Triebfeder der Moral: 21:16

Es gibt ein moralisches Gefühl, keinen moralischen Sinn: 49:23

Das Sentiment als eine Art von moralischem Sinn: 58:22

Kants teilnehmende Verbindung von moralischem Rationalismus und Empirismus: 1:06:25

Pathologisches und praktisches Gefühl: 1:10:45

Der Böse kennt das praktische moralische Gefühl nicht und hält es für pathologisch: 1:31:36

Das moralische Gefühl ist seiner Qualität nach sinnlich, seinem Ursprunge nach übersinnlich: 1:36:59

Wie das Gefühl der Achtung zustandekommt: 1:44:09

Beispiel: 2:05:59

Die Rolle des Gefühls der Achtung in der Moral: 2:13:16

Kants Inkonsequenz: 2:19:36

Achtung für Personen ist eigentlich Achtung fürs moralische Gesetz: 2:24:04

Dank: 2:26:38


Am ausführlichsten schreibt Kant über das Gefühl der Achtung und vor allem seinen Ursprung im Hauptstück über die Triebfedern der praktischen Vernunft in der Kritik der praktischen Vernunft: http://korpora.org/kant/aa05/071.html.


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Kants Philosophie - In der Moral kommt es nicht auf die Konsequenzen unserer Handlungen an21 Jun 202501:48:56

Kant zeigt auf, dass es in der Moral nur auf den guten Willen ankommt. Zwar ist Wille mehr als Absicht und aus echtem guten Willen werden immer entsprechende Taten hervorgehen, aber Moral besteht nicht darin, die vermeintlich besten Konsequenzen auszukalkulieren und seine Handlungen vom erwarteten Ergebnis abhängig zu machen. Dieser Konsequentialismus ist vielmehr ein Haupthindernis der Moral.


Zitat: 0:08

Kants Moralphilosophie lehnt jeden Konsequentialismus ab: 0:22

Zu Ende gedachter Konsequentialismus ist absurd und totalitär: 8:11

In der Politik wird stets das Unrecht konsequentialistisch damit gerechtfertigt, dass das Recht Unglück bringen würde: 17:07

Es gibt in der Moral keine Bagatellen: 29:14

Viele böse Handlungen werden konsequentialistisch damit gerechtfertigt, dass nichts sich bessern würde, wenn sie unterblieben: 37:32

Viele verzagen aus Konsequentialismus und werden pessimistisch, weil die guten Folgen ausbleiben: 53:32

Wir können die Konsequenzen unserer Handlungen unmöglich sicher vorhersagen: 1:09:17

Wenn gute Handlungen in der Gegenwart zukünftig schlimme Konsequenzen bringen werden, so oft nur, weil schon in der Vergangenheit konsequentialistisch gehandelt wurde: 1:28:18

In der Sinnenwelt gibt es ohnehin keine dauernden guten Konsequenzen, echte Moral setzt daher den transzendentalen Idealismus voraus: 1:41:53

Dank: 1:48:31


Kants gesamte Moralphilosophie ist gegen den Konsequentialismus gerichtet, ohne dass eine bestimmte Schrift insbesondere diesem Thema gewidmet wäre. Als ein leichter Einstieg empfiehlt sich Kants kurzer Aufsatz Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen: http://korpora.org/kant/aa08/423.html


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Kants Philosophie - Guter Wille und gute Tat16 Jun 202502:36:34

Handlungen als solche können nicht gut sein, sie können zwar Legalität besitzen, also mit dem moralischen Gesetz übereinstimmen, aber die eigentliche Moralität besteht in der Gesinnung, aus der sie hervorgegangen sind: im guten Willen.


Zitat: 0:08

Legalität der Handlung und Moralität des Willens: 0:20

Geist und Buchstabe: 21:37

Aufklärung befreit von der Leitung durch die Sinnlichkeit: 29:39

Guter Wille ist mehr als gute Absicht: 38:18

Moralisch kann der Mensch betrachtet werden, als ob er das, was er wahrhaft will, wirklich ausgeführt hätte: 46:21

Der Charakter, nicht die Sinnesart macht den Menschen gut: 58:04

Man darf sich nicht vorschnell für besser halten als Andere oder Vergangene: 1:04:47

Der Grad der Aufklärung zeigt sich gerade dort, wo das Rechte und Gute noch nicht allgemein akzeptiert ist: 1:11:30

Oft ist es nur Zufall, wer auf welcher Seite steht: 1:29:01

Viele wären unter entsprechenden Umständen selbst zu großem Bösen fähig: 1:39:34

Die Erbsünde: 1:55:01

Das meiste Gute in der Welt ist mehr dem Zufall als dem guten Willen geschuldet, dennoch entschuldigt der Zufall das Böse nicht: 2:08:10

Wir können moralisch urteilen, aber nicht richten: 2:14:56

Auch der eigene gute Wille ist ungewiss: 2:25:27

Dank: 2:36:09


Über die Bedeutung des guten Willens und den Unterschied von Legalität und Moralität lese man vorzüglich die Grundlegung zur Metaphysik der Sitten: http://korpora.org/kant/aa04/385.html und die Kritik der praktischen Vernunft: http://korpora.org/kant/aa05/001.html.


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Kants Philosophie - Die Bedeutung von Charakter und Prinzipientreue08 Jun 202502:29:08

Am Menschen hat nicht seine Sinnesart Wert - seine ihm angeborene Persönlichkeit, sein Gemüt und sein Herz -, sondern die Denkungsart - seine Persönlichkeit, insofern er sie sich selbst geschaffen hat, sein Charakter. Diese besteht in der konsequenten Befolgung von Maximen: Wer Charakter hat, ist verlässlich und mit sich selbst einig. Und nur so jemand ist ein wahrer Mensch, der dem Namen eines Vernunftwesens Ehre macht, statt Spielball seiner Launen zu sein.


Zitat: 0:08

Sinnesart und Denkungsart: 2:26

Charakter: 13:52

Nur der Mensch von Charakter ist frei: 25:49

Charakter verleiht Würde und ist zu schätzen: 30:23

Ein Mensch von Charakter ist deshalb kein Pedant: 51:10

Scheincharakter: 59:38

Böser Charakter: 1:17:11

Der Sittliche handelt aus Pflicht, was nichts mit blindem Kadavergehorsam zu tun hat: 1:32:53

Die Besten haben Charakter und tun ihre Pflicht, die Urteile der anderen muss man nicht hören: 1:41:23

Zur Moralisierung sollte man zuerst überhaupt einen Charakter gründen: 1:57:39

Wie man einen Charakter gründet: 2:10:25

Kants Midlife-Crisis und Gründung eines Charakters: 2:16:26

Dank: 2:28:43


Über den Charakter und seine Wichtigkeit spricht Kant an verschiedenen Stellen in seinem handschriftlichen Nachlass zur Moral: http://korpora.org/kant/aa19/ sowie in seinen Vorlesungen zur Moralphilosophie: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up. Daneben finden sich zahlreiche weitere Bemerkungen in seinem handschriftlichen Nachlass zur Anthropologie: http://korpora.org/kant/aa15/ und seinen Vorlesungen über Anthropologie: https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_a3n3 | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_j8c0 sowie seiner Anthropologie in pragmatischer Hinsicht: http://korpora.org/kant/aa07/117.html.


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Kants Philosophie - Warum Mitleid und ein gutes Herz keinen guten Menschen machen31 May 202502:03:10

Nach Kant meinen wir, je nach Situation und Kontext, drei verschiedene Dinge, wenn wir jemanden einen guten Menschen nennen: Wir können ihn so nennen, weil er ein gutes Gemüt, ein gutes Herz oder einen guten Charakter hat. Nur letzteres ist aber wahrhaft moralisch-gut. Gemüt und Herz machen zusammen die Sinnesart des Menschen aus und diese kann für andere Menschen verträglich oder unverträglich sein, ist aber moralisch weder gut noch böse.


Zitat: 0:08

Ob ein Mensch gut ist, kann nicht nur äußerlich an seinen Taten bestimmt werden: 1:55

Gutmütigkeit: 8:05

Gutherzigkeit: 18:04

Kants Ablehnung der weichmütigen Mitleidsmoral: 32:05

Mitleid kann leicht zu bloßem tatenlosen Klagen führen: 43:11

Mitleid kann leicht selbstgerecht machen: 48:34

Mitleid kann leicht von anderen Gefühlen überwogen werden: 59:25

Mitleid ist unbeständig: 1:07:33

Mitleid macht leicht manipulierbar: 1:23:08

Sinnesart und Denkungsart: 1:35:02

Beispiel für die Wertlosigkeit des linken Humanismus und die Grenzen der Empathie: 1:44:58

Dank: 2:02:45


Über die Sinnesart, über Gemüt und Herz des Menschen spricht Kant an verschiedenen Stellen in seinem handschriftlichen Nachlass zur Moral: http://korpora.org/kant/aa19/ sowie in seinen Vorlesungen zur Moralphilosophie: https://www.archive.org/details/kantsgesammeltes271imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes272imma | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0027kant_s1s1/mode/2up. Daneben finden sich zahlreiche weitere Bemerkungen in seinem handschriftlichen Nachlass zur Anthropologie: http://korpora.org/kant/aa15/ und seinen Vorlesungen über Anthropologie: https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_a3n3 | https://archive.org/details/kantsgesammeltes0000kant_j8c0.


Omer Bartov: As a former IDF soldier and historian of genocide, I was deeply disturbed by my recent visit to Israel: https://www.theguardian.com/world/article/2024/aug/13/israel-gaza-historian-omer-bartov


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Kants Philosophie - Weltbürgerrecht: Flüchtlinge & Kolonialismus16 May 202601:23:32

Der Naturzustand ist ein Krieg aller gegen alle. Nur öffentliches Recht kann ewigen Frieden schaffen: Es muss Gesetze geben, die jedem das Seine sichern, und diese Gesetze müssen verbindlich sein und durchgesetzt werden. Das Staatsrecht soll Frieden zwischen Individuen schaffen, das Völkerrecht zwischen Staaten. Aber damit ein solches Staats- oder Völkerrecht eingeführt werden kann, muss es zunächst ein globales Weltbürgerrecht geben: Es darf eben kein totaler Krieg aller gegen alle herrschen, sondern jeder Mensch muss ein allgemeines Besuchsrecht haben. Denn nur wenn der, der einer Rechtsgemeinschaft nicht angehört und nicht durch die in ihr herrschenden Gesetze geschützt ist, die Möglichkeit hat, seinen Beitritt zu dieser wenigstens anzubieten, kann eine Rechtsgemeinschaft überhaupt entstehen.


Zitat: 0:08

Öffentliches Recht und Weltbürgertum: 1:29

Es muss ein Weltbürgerrecht auf Hospitalität geben: 10:42

Flüchtlinge: 27:25

Kolonialismus: 52:38

Die Bedeutung des Weltbürgerrechts im Angesicht des Totalitarismus: 1:10:34

Dank: 1:23:06


Das Weltbürgerrecht behandelt Kant in seiner Schrift Zum ewigen Frieden: https://www.korpora.org/Kant/aa08/357.html sowie in seiner Metaphysik der Sitten: https://www.korpora.org/Kant/aa06/352.html


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Kants Philosophie - Das Reich der Zwecke: Der kategorische Imperativ24 May 202501:48:02

Der Mensch ist nach Kant ein Bürger zweier Welten: Nicht nur ein Teil der Natur, sondern auch Glied in einem übersinnlichen Reich der Zwecke zusammen mit allen anderen Vernunftwesen. Und während er in der Natur einem fremden Gesetz unterworfen ist, gebietet es die Moral, sich im Reich der Zwecke zu betrachten, als sollte man selbst durch seinen Willen diesem das Gesetz geben.


Zitat: 0:08

Der kategorische Imperativ: 0:36

Reich: 6:33

Das Reich der Natur: 7:56

Das Reich der Zwecke: 10:31

Der nihilistische Einwand gegen das Reich der Zwecke: 22:32

Die dritte Formel des kategorischen Imperativs: 30:18

Nur die Moral bringt Harmonie in die Zwecke vernünftiger Wesen: 39:25

Der Typus des Sittengesetzes: 52:22

Die Rolle der Zweckmäßigkeit in Kants System: 57:40

Moralität macht wahrhaft frei: 1:06:01

Der Mensch ist Bürger zweier Welten: 1:13:10

Das Reich der Gnade: 1:19:27

Kant sucht den Menschen zwischen den Klippen des Empirismus und der Schwärmerei hindurchzusteuern: 1:28:54

Kants Auseinandersetzung mit Swedenborg: 1:37:49

Dank: 1:47:36


Der kategorische Imperativ steht im Zentrum von Kants moralphilosophischen Schriften. Seine drei Formeln findet man in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten: http://korpora.org/kant/aa04/385.html aufgeführt und erläutert. Weiter wird der kategorische Imperativ samt dem Typus des Sittengesetzes in der Kritik der praktischen Vernunft: http://korpora.org/kant/aa05/001.html beschrieben. Es empfiehlt sich sehr, neben diesen beiden Schriften auch Kants handschriftlichen Nachlass zur Moralphilosophie: http://korpora.org/kant/aa19/ zu studieren, der viele Reflexionen zum kategorischen Imperativ und verschiedene Formulierungsvarianten enthält.


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Kants Philosophie - Was ist Menschenwürde? Der kategorische Imperativ17 May 202502:54:14

Was als Mittel zu einem Zweck dienen kann, hat einen Preis, d. i. einen Wert, der aufgewogen werden kann. Vernünftige und autonome Wesen aber, weil sie es sind, die überhaupt Zwecke setzen können und ohne die keine Zwecke und folglich keine Werte wären, haben eine Würde, d. i. einen Wert an sich. In der Achtung vor der Menschenwürde, also vor der Autonomie der Menschheit, besteht die ganze Moral. Dies herausgearbeitet und begründet zu haben, ist Kants große Leistung.


Zitat: 0:08

Der kategorische Imperativ nach der 1. Formel: 1:29

Mittel und Selbstzweck, Preis und Würde: 4:29

Atheismus ist Unglaube an den Selbstzweck: 25:47

Der kategorische Imperativ nach der 2. Formel: 44:28

Der Mensch darf als Mittel benutzt werden, solange seine Freiheit dabei geachtet wird: 1:00:24

Die Moral setzt den transzendentalen Idealismus voraus: 1:18:56

Die zweite Formulierung des kategorischen Imperativs verhütet viele mögliche Missverständnisse der ersten: 1:24:53

Der inkonsequente und menschenverachtende Utilitarismus: 1:30:26

Der Unaufgeklärte wird von seinen sinnlichen Eindrücken gelenkt, der Aufgeklärte denkt nach Prinzipien: 1:47:21

Die Menschenwürde im Recht: 1:54:43

Die Menschenwürde im Völkerrecht und das Verbrechen gegen die Menschheit: 1:58:14

Achtung gebührt der Menschheit, nicht dem Menschen: 2:12:49

Moral besteht in Achtung vor der Menschheit, nicht im Mitleiden mit der Kreature und ihren Befindlichkeiten: 2:29:13

Die Menschen sind nicht gleich, aber die Menschheit in jedermann ist es: 2:38:00

Dank: 2:53:49


Der kategorische Imperativ steht im Zentrum von Kants moralphilosophischen Schriften. Seine drei Formeln findet man in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten: http://korpora.org/kant/aa04/385.html aufgeführt und erläutert. Weiter wird der kategorische Imperativ samt dem Typus des Sittengesetzes in der Kritik der praktischen Vernunft: http://korpora.org/kant/aa05/001.html beschrieben. Es empfiehlt sich sehr, neben diesen beiden Schriften auch Kants handschriftlichen Nachlass zur Moralphilosophie: http://korpora.org/kant/aa19/ zu studieren, der viele Reflexionen zum kategorischen Imperativ und verschiedene Formulierungsvarianten enthält.


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Kant-Experte erklärt: Immanuel Kants Methoden - Wie denkt man richtig und findet die Wahrheit?13 May 202500:18:40

Wichtig ist nicht nur, was, sondern wie ein Philosoph denkt. Seine Methode hilft, ihn und die Ergebnisse seines Denkens besser zu begreifen. Sie kann aber darüber hinaus auch eine Hilfe zur eigenen Aufklärung sein.


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Kants Philosophie - Das moralische Gesetz: Der kategorische Imperativ10 May 202502:01:39

Durch unsere Vernunft geben wir uns selbst ein moralisches Gesetz. Den kategorischen Imperativ beschreibt Kant durch drei Formeln, die sich im Wortlaut stark unterscheiden, aber im Geist übereinstimmen. Die bekannteste von ihnen besagt, dass wir nur nach derjenigen Maxime handeln sollen, durch die wir zugleich wollen können, dass sie allgemeines Gesetz werde. Und dies bedeutet nichts anderes, als dass der Mensch konsequent und mit sich einig sein soll, statt sich selbst zu widersprechen und sich zu erlauben, was er anderen untersagen würde.


Zitat: 0:08

Kants Lehre vom kategorischen Imperativ wird oft missverstanden: 0:17

Es gibt drei verschiedene Formeln des kategorischen Imperativs: 7:26

Die objektiv-formale Formel des kategorischen Imperativs: 19:13

Der Typus des Sittengesetzes: 23:30

Homo phaenomenon und homo noumenon: 39:19

Die Inkonsequenz und Doppelmoral der Bösen: 49:13

Der kategorische Imperativ ist fürs Handeln, was der Satz vom Widerspruch fürs Denken ist, und Verbrechen geschehen aus demselben Grund wie Irrtümer: 1:07:34

Kants Moralprinzip ist ein bloß formales: 1:27:30

Materiale Moralprinzipien können nur locken oder drohen: 1:40:51

Wir sollen nicht das Gute tun, sondern das, was wir tun sollen, ist gut: 1:50:58

Dank: 2:01:14


Die Imperative nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2025/04/Imperative-nach-Kant.jpg


Der kategorische Imperativ steht im Zentrum von Kants moralphilosophischen Schriften. Seine drei Formeln findet man in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten: http://korpora.org/kant/aa04/385.html aufgeführt und erläutert. Weiter wird der kategorische Imperativ samt dem Typus des Sittengesetzes in der Kritik der praktischen Vernunft: http://korpora.org/kant/aa05/001.html beschrieben. Es empfiehlt sich sehr, neben diesen beiden Schriften auch Kants handschriftlichen Nachlass zur Moralphilosophie: http://korpora.org/kant/aa19/ zu studieren, der viele Reflexionen zum kategorischen Imperativ und verschiedene Formulierungsvarianten enthält.


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Kant-Experte erklärt: Immanuel Kants Verständnis von Philosophie - Was sind Metaphysik und Weisheit?06 May 202500:19:54

Um das philosophische Projekt eines Philosophen zu verstehen, ist es hilfreich, zu verstehen, was Philosophie selbst für ihn bedeutet. Für Kant kann sie auf zwei Weisen verstanden werden: Nach dem Schulbegriff ist sie Vernunfterkenntnis aus Begriffen und insbesondere Metaphysik: Die Erkenntnis vom Übersinnlichen, vor allem von Gott, Freiheit und Unsterblichkeit der Seele. Nach dem Weltbegriff dagegen ist sie Liebe zur Weisheit und ist der Philosoph der Gesetzgeber der Vernunft, der fragt, was wir wissen können, tun sollen und hoffen dürfen.


Übersicht über die Wissenschaft nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/05/Wissenschaft-nach-Kant.jpg


Übersicht über die Philosophie nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/05/Philosophie-nach-Kant.jpg


Übersicht über die Metaphysik nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/05/Metaphysik-nach-Kant-scaled.jpg


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Kants Philosophie - Haben wir einen freien Willen oder: Wie sind kategorische Imperative möglich?03 May 202501:29:07

In der Kritik der reinen Vernunft zeigt Kant, dass Freiheit eine Idee von etwas gänzlich Übersinnlichen ist. Durch Erfahrung können wir ihre Realität weder beweisen noch, wie philosophisch Ungebildete heute gerne meinen, widerlegen. Aber ebenso wenig lässt sie sich aus reiner Vernunft in der theoretischen Metaphysik beweisen oder widerlegen. Praktisch finden wir uns jedoch wirklich frei. Wir finden, dass wir eine moralische Pflicht und Verantwortlichkeit haben. Jedes Sollen setzt aber ein Können voraus. Und so kann Kant in der Kritik der praktischen Vernunft zeigen, dass wir freie, autonome Wesen sind.


Zitat: 0:08

Freiheit hängt zusammen mit Rationalität und Moralität: 1:25

Der mögliche Zweifel an der Freiheit: 5:07

Die Frage der Kritik der praktischen Vernunft: Wie sind praktische synthetische Urteile a priori oder kategorische Imperative möglich?: 15:31

Hypothetische Imperative sind analytisch und fußen auf dem Satz des Widerspruchs: 2:29

Kategorische Imperative sind synthetisch und fußen auf der Idee der Freiheit: 36:24

Wir erscheinen als unfrei und sind an sich doch frei: 40:54

Das praktische Argument für die Freiheit: 1:00:27

Die praktische Vernunft gewährt uns einen Zugang zum Übersinnlichen, den die theoretische nicht gewähren kann: 1:16:10

Dank: 1:28:42


Die Imperative nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2025/04/Imperative-nach-Kant.jpg


Um Kants praktischen Beweis der Freiheit nachzuvollziehen, sollte man zunächst die Kritik der reinen Vernunft, wenigstens die Passagen über die Antinomien studieren: http://korpora.org/kant/aa03/281.html. Den Beweis selbst kann man dann in der Kritik der praktischen Vernunft: http://korpora.org/kant/aa05/001.html oder in den Grundlegungen zur Metaphysik der Sitten: http://korpora.org/kant/aa04/385.html nachlesen.


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Kant-Experte erklärt: Immanuel Kants Leben und philosophische Entwicklung29 Apr 202500:15:04

Ehe ich in den kommenden Vorträgen über Kants Denken spreche, will ich hierzu einen Rahmen liefern und daher zunächst einige Worte über sein Leben verlieren. Dabei sollen jedoch private Details weniger im Vordergrund stehen als seine intellektuelle Entwicklung und eine Übersicht über seine geistigen Beschäftigungen während seiner verschiedenen Lebensphasen.


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Kants Philosophie - Was ist Freiheit?26 Apr 202503:25:31

Kants Freiheitsbegriff wird oft auf seine Bedeutung für die Moralphilosophie reduziert. Er ist aber der vielleicht wichtigste Schlüssel, um Kants philosophisches Projekt und Anliegen überhaupt zu begreifen: Im Zentrum von Kants Denken steht die Einsicht, dass wilde, ungezügelte, regellose Freiheit sich selbst aufhebt, dass Freiheit also, um bestehen zu können, von der Vernunft unter ein Gesetz gebracht werden muss. Dies ist, soweit es unser Handeln betrifft, das moralische Gesetz. Freiheit, Rationalität und Moralität sind für Kant Wechselbegriffe und keines der drei ist ohne die anderen beiden möglich.


Zitat: 0:08

Wilde Freiheit und Freiheit unter dem Gesetz: 10:00

Die Gesetze, unter die die Freiheit zu bringen sind, sind die Imperative der Vernunft: 23:18

Empirischer und reiner Wille, Heteronomie und Autonomie: 28:12

Alle Moraltheorien außer Kants fußen auf der Heteronomie des Willens und laufen auf Eudämonismus hinaus: 39:03

Vernunft, Freiheit und Moral hängen unmittelbar zusammen: 47:45

Vernunft:

- Selbstsüchtig den eigenen Vorteil zu verfolgen, ist nicht vernünftig, sondern gerade die Hingabe an die Unvernunft: 48:56

- Der Arationalismus und die Unredlichkeit der egoistischen Naturalisten: 1:03:40

- Die meisten kennen nur instrumentelle (technisch-praktische) Vernunft: 1:06:37

Freiheit:

- Der vorherrschende Freiheitsbegriff ist der des Liberalismus, dem Linke wie Rechte anhängen: 1:15:01

- Die Freiheit eines Bratenwenders: 1:31:56

- Psychologische und transzendentale Freiheit: 1:43:11

Moral:

- Negative und positive Freiheit: 1:51:43

- Mit dem Nachweis einer reinen praktischen Vernunft hat Kant die Pflicht begründet: 1:57:56

- Nicht warum wir das Gute tun sollen, sondern warum wir das Böse tun sollten, muss begründet werden: 2:15:18

- Heute wird Moral nicht mit Freiheit, sondern mit Zwang gleichgesetzt: 2:27:42

- Die meisten wollen nicht frei sein: 2:49:04

Das moralische Gesetz gilt universell für alle Vernunftwesen: 2:55:58

Freiheit ist nicht das Vermögen, zwischen Gut und Böse zu wählen, sondern das als gut Erkannte zu tun: 3:09:50

Dank: 3:25:05


Die Imperative nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2025/04/Imperative-nach-Kant.jpg


Das Denkungsvermögen nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/09/Denkungsvermoegen-nach-Kant.jpg


Über Kants Freiheitsbegriff mag man in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, vor allem ihrem dritten Abschnitt nachlesen: http://korpora.org/kant/aa04/446.html. Auch die Kritik der praktischen Vernunft befasst sich mit der Freiheit und ihrem Zusammenhang mit der Moral: http://korpora.org/kant/aa05/001.html. Ich empfehle dringend, daneben auch das Hauptstück der Kritik der reinen Vernunft über die Antinomien zu studieren: http://korpora.org/kant/aa03/281.html. Der Freiheitsbegriff ist aber derart zentral für Kants Denken, dass beinahe all seine metaphysischen, moralphilosophischen und politischen Werke auf ihm gegründet sind und wichtige Ergänzungen und Erläuterungen enthalten.


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Kant-Experte erklärt: Kant in kurz - Ankündigung22 Apr 202500:10:04

Hiermit kündige ich eine Serie kürzerer Videos an, die, begleitend zu meinen längeren Kant-Vorträgen, alle Hauptmomente von Kants Philosophie in ihren Grundzügen beleuchten sollen. - Ich weiß dabei, wovon ich spreche, denn ich habe die 29 Bände der Kant-Gesamtausgabe - also die von ihm veröffentlichten Schriften, seinen Briefwechsel, seine Vorlesungen, seine Manuskripte und Notizen - vollständig durchgearbeitet, um ein Verständnis nicht nur für einzelne Gedanken Kants, sondern für sein gesamtes Denksystem zu erlangen und nun an andere weiterzugeben.


Ich komme erst heute, an Kants 301. Geburtstag dazu, dieses Video zu veröffentlichen, hatte es aber schon vor einigen Monaten aufgezeichnet. Wenn ich vom letzten Jahr rede, bezieht sich dies folglich auf 2023. Und mein Buch über Kants Religionsphilosophie erscheint nicht in einigen Monaten, sondern schon im kommenden: https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/kants-religionsphilosophie.html?lid=2.


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Kants Philosophie - Die Imperative: Geschicklichkeit, Klugheit, Weisheit19 Apr 202501:24:36

Der Mensch ist ein Vernunftwesen, das gleichwohl auch ein Sinnenwesen ist und dem blinden Naturtrieb gehorchen kann. Die Aussprüche der Vernunft sind für ihn daher Imperative: Sie sind objektiv, aber nicht subjektiv notwendig, sie sagen ihm also, welche Handlung gut wäre, aber es bleibt immer möglich, dass er dennoch das Schlechte tut. Kant identifiziert drei Arten von Imperativen, durch die die Vernunft unser Handeln bestimmen kann: Regeln der Geschicklichkeit, Ratschläge der Klugheit und Gebote der Weisheit. Und da die ersteren nicht wirklich praktisch sind, sondern nur eine Anwendung der Theorie darstellen, kann es nur zwei mögliche Prinzipien des Handelns geben: Eudämonismus und Eleutheronomie, das Streben nach Glückseligkeit oder die freie moralische Selbstgesetzgebung.


Zitat: 0:08

Die Imperative der Vernunft: 0:28

Warum Kant die Imperative nicht nach ihrer Quantität und Qualität unterscheidet: 5:41

Die Imperative nach ihrer Relation: Kategorische und hypothetische (und disjunktive?) Imperative: 9:08

Die Imperative nach ihrer Modalität: Geschicklichkeit, Klugheit, Weisheit: 21:07

Die Technik gehört nicht in die praktische Philosophie, sondern ergibt sich aus der theoretischen: 38:53

Weltklugheit: 48:09

Torheit und Narrheit: 57:05

Praktische Philosophie als Klugheitslehre oder Weisheitslehre: 59:45

Der Vorteil von Kants Architektonik: 1:11:27

Kants Prinzip der Eleutheronomie ist das einzige Moralprinzip, alle anderen laufen auf Eudämonismus hinaus: 1:16:41

Dank: 1:24:12


Die Urteilstafel nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/10/Urteilstafel-nach-Kant.jpg


Die Imperative nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2025/04/Imperative-nach-Kant.jpg


Das Denkungsvermögen nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/09/Denkungsvermoegen-nach-Kant.jpg


Die Lehre von den Imperativen findet man am besten erklärt im zweiten Abschnitt der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten: http://korpora.org/kant/aa04/406.html.


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Kants Philosophie - Frieden braucht Republikanismus09 May 202600:50:14

Ewiger Frieden zwischen den Staaten ist möglich, wenn diese in einen Völkerbund eintreten und sich einem verbindlichen Völkerrecht unterwerfen. Damit es aber hierzu kommen kann, sollten im Innern der Staaten zwei Bedingungen erfüllt sein: Es sollte Denkfreiheit geben, sodass Kritik und Vorschläge zum Erreichen des ewigen Friedens möglich sind, und der Staat sollte republikanisch verfasst sein, sodass Krieg nur mit Zustimmung des Volkes möglich ist, das ihn führen muss.


Zitat: 0:08

Frieden durch Recht: 1:55

Es soll Denkfreiheit geben: 10:44

Der Staat soll eine Republik sein: 14:25

Ewiger Frieden ist möglich, selbst wenn die Menschen böse sind: 38:45

Dank: 49:49


Die Bedeutung der Denkfreiheit und der republikanischen Verfassung für den Frieden bespricht Kant in seinem Aufsatz Zum ewigen Frieden: https://www.korpora.org/Kant/aa08/341.html


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Kants Philosophie - Die Begründung der Moral12 Apr 202501:28:19

Eine Grundfrage der Moralphilosophie ist, auf welchem Prinzip eine Moral zu gründen ist: Woher wissen wir und woraus ergibt sich, was wir tun und was wir lassen sollen? Heute wird dem, der die Philosophie studieren möchte, meist ein Aggregat willkürlich zusammengewürfelter vermeintlicher Moraltypen präsentiert, wobei teils mehrere Spielarten derselben Moral behandelt werden, als wären sie grundsätzlich verschieden, andererseits mögliche und schon vertretene Moralsysteme teils unter den Tisch fallen. Kant geht hier, wie es nach ihm in der Wissenschaft stets geschehen muss, architektonisch vor und macht daher zwei mögliche Quellen der Moral aus: die Erfahrung oder das Denken. Und wie stets ist er im Streit zwischen Empirismus und Rationalismus zwar letztlich auf Seiten des letzteren - bloße Erfahrung kann uns kein Sollen darreichen, dieses muss aus der Vernunft geschöpft werden -, aber er vertritt keinen dogmatisch-objektiven, sondern einen kritisch-subjektiven Rationalismus: Unsere Vernunft findet nicht eine unabhängig von ihr vorhandene Moral bloß auf, sondern durch unsere Vernunft geben wir uns selbst ein moralisches Gesetz.


Zitat: 0:08

Kants Moralphilosophie unterliegt häufig Missverständnissen: 1:22

Kant will kein neues Moralprinzip aufstellen, sondern das auch in ungelehrten Menschen bereits liegende Prinzip zur Klarheit bringen: 9:32

Was macht Moral aus?: 30:06

Die heute gängigen Übersichten über vermeintliche Moralprinzipien sind nur rhapsodisch und nicht systematisch: 45:58

Moral muss empiristisch oder rationalistisch hergeleitet werden: 53:13

- Moralischer Empirismus: 54:20

- Moralischer Rationalismus: 1:02:28

Der Vorteil von Kants architektonischer Methode: 1:12:42

Alle herkömmlichen Begründungen der Moral begehen einen naturalistischen Fehlschluss: 1:13:56

Kants Begründung der Moral durch kritischen, subjektiven Rationalismus: 1:19:37

Dank: 1:27:53


Mit den möglichen Prinzipien einer Moral setzt sich Kant vor allem im Hauptstück über die Grundsätze der reinen praktischen Vernunft in der Kritik der praktischen Vernunft auseinander: http://korpora.org/kant/aa05/019.html.


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Kants Philosophie - Das Begehrungsvermögen: Der Unterschied von Willkür und Wille05 Apr 202501:28:59

Neben dem Erkenntnisvermögen und dem Gefühl der Lust und Unlust gehört zum menschlichen Gemüt nach Kant auch das Begehrungsvermögen. Und vom Begehren handelt auch die praktische Philosophie, sie mag nun als Glückseligkeitslehre auf Das gehen, was wir tatsächlich begehren, oder als Moralphilosophie auf Das, was wir begehren sollten. Am Begehrungsvermögen aber unterscheidet Kant die Willkür, das Vermögen, zwischen verschiedenen Optionen zu wählen, gleichsam das Begehrungsvermögen des sinnlichen homo phaenomenon, und den Willen, die praktische Vernunft, das Vermögen, nach einem Prinzip und damit zweckmäßig zu handeln, gleichsam das Begehrungsvermögen des geistigen homo noumenon.


Zitat: 0:08

Das Begehrungsvermögen: 1:44

Die Willkür und ihre Triebfedern: 20:10

Der Wille oder die praktische Vernunft: 46:35

Wirken, handeln und operieren: 1:02:43

Die praktische Philosophie und Kants Projekt der Kritik der praktischen Vernunft: 1:23:24

Dank: 1:28:33


Das Begehrungsvermögen überhaupt, die Willkür und auch den Willen findet man unter anderem bestimmt in der Einleitung der Metaphysik der Sitten: http://korpora.org/kant/aa06/211.html. Weitere wichtige Bemerkungen enthält auch Kants handschriftlicher Nachlass zur Moralphilosophie: http://korpora.org/kant/aa19/.


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Kants Philosophie - Die Bedeutung des ästhetischen Wohlgefallens am Schönen und Erhabenen15 Mar 202500:38:54

Kants Bemerkungen über die Ästhetik und die Lust am Schönen und Erhabenen wird weniger Aufmerksamkeit geschenkt als seiner Erkenntnistheorie oder seiner Moralphilosophie, aber sie nehmen eine wichtige Stelle in seinem System ein und bilden eine Brücke zwischen Natur und Freiheit, Erkennen und Wollen.


Zitat: 0:08

Das Schöne und Erhabene: 1:25

Die ästhetischen Gefühle im Vergleich mit den verwandten und gegensätzlichen pathologischen Gefühlen: 3:26

Das ästhetische Wohlgefallen im Vergleich mit anderen Arten der Lust 10:29

Die Stellung der Ästhetik in Kants System: 18:30

Der Zusammenhang des Wohlgefallens am Schönen und Erhabenen mit der Moral: 31:12

Dank: 38:29


Übersicht über die Philosophie nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/05/Philosophie-nach-Kant.jpg


Übersicht über die Gemütsvermögen und Kritiken nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/08/Gemuetsvermoegen-und-Kritiken-nach-Kant.jpg


Das Denkungsvermögen nach Kant: https://jonathanivoloewer.de/wp-content/uploads/2024/09/Denkungsvermoegen-nach-Kant.jpg


Vergleichende Bemerkungen über das Schöne und Erhabene finden sich in Kants Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen: http://korpora.org/kant/aa02/205.html, außerdem in der Kritik der Urteilskraft: http://korpora.org/kant/aa05/165.html.


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Kants Philosophie - Was ist das Erhabene?08 Mar 202502:51:41

Neben dem Schönen beschreibt Kant noch eine zweite Art des ästhetischen Wohlgefallens: Die am Erhabenen, dem, was über alles Maß groß und schrecklich ist. Es ist zwar dadurch für uns als Sinnenwesen unzweckmäßig, eben dies weist uns aber auf unsere eigene Zweckmäßigkeit als übersinnliche Geschöpfe und erinnert uns an unsere Freiheit, standhaft, prinzipientreu und charakterfest zu bleiben, selbst im Angesicht unseres physischen Untergangs. Damit ist das Erhabene wichtig als ein Beweis für Kants transzendentalen Idealismus wie auch als Übergang zu seiner Moralphilosophie.


Zitat: 0:08

Kants Auseinandersetzung mit dem Schönen und Erhabenen: 2:28

Das Erhabene: 7:201

. Quantität: 21:46

2, Qualität: 43:47

- Unlust kann Lust gebären: 46:29

- Alle Lust fußt auf der Aufhebung von Unlust: 56:10

- Das Erhabene gefällt, weil es dadurch, dass es uns physisch überfordert, uns auf unsere übersinnliche Natur weist: 1:09:54

- Das Erhabene gefällt in der bloßen Betrachtung ohne Interesse 1:19:49

3. Relation: 1:28:47

Die Pervertierung des Erhabenen in der faschistischen Propaganda: 1:56:58

4: Modalität: 2:05:48

Der Parallelismus von bestimmender und reflektierender Urteilskraft: 2:17:39

Die philosophische Bedeutung des Erhabenen: 2:25:35

Die persönliche Bedeutung des Erhabenen für Kant: 2:43:40

Dank: 2:51:16


Eine auch für Laien leicht zu lesende, mehr anthropologische Beschreibung des Erhabenen und Gegenüberstellung mit dem Schönen geben Kants Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen: http://korpora.org/kant/aa02/205.html. Für die philosophische kritische Auseinandersetzung mit dem Erhabenen muss man hingegen die Analytik des Erhabenen in der Kritik der Urteilskraft studieren: http://korpora.org/kant/aa05/244.html.


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