Wir stellen die Grossen des Jazz und verwandter Musiksparten in exemplarischen Aufnahmen vor – im Gespräch mit Gästen, die sich bestens auskennen im weiten Feld von Blues bis World. Analysen haben hier ebenso Platz wie Anekdoten.
Leitung: Theresa Beyer
Redaktion: Jodok Hess (Fachführung), Annina Salis, Roman Hošek
Kontakt: info@srf2kultur.ch
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Données mises à jour le 04/07/2026
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Mandela nannte ihn den südafrikanischen Mozart: Abdullah Ibrahim
mardi 1 octobre 2024 • Durée 01:00:20
Mit seiner sanftmütigen Mischung aus Jazz, Gospel und südafrikanischer Folklore erreichte der heute neunzigjährige Abdullah Ibrahim die grossen Massen und sein Stück «Mannenberg» wurde der friedsame Soundtrack gegen die Apartheit.
Über seine musikalischen Fähigkeiten und seine gesellschaftspolitischen Verdienste - aber auch über seine inneren Kämpfe - darüber redet Roman Hošek mit der Pianistin und Autorin Anicia Kohler.
Die gespielten Titel:
Interpet:in: Titel (Album / Label)
The Jazz Epistles: Uka - Jonga Phambili (The Jazz Epistles: Complete Recordings / Trunk Records)
Dollar Brand Trio: The Stride (Duke Ellington Presents: The Dollar Brand Trio / Reprise Records)
Dollar Brand: Mannenberg (Mannenberg «Is Where It's Happening» / As-Shams)
Abdullah Ibrahim: Cape Town (Knysna Blue / Enja Records)
Abdullah Ibrahim with the NDR Big Band: Kramat (Ekapa Iodumo / Enja Records)
Abdullah Ibrahim: Mindiff (Solotude / Gearbox Records)
Shabaka Hutchings: Londoner Jazz im Sog der Dringlichkeit
mardi 17 septembre 2024 • Durée 01:00:20
Der 40jährige Klarinettist, Saxofonist und Flötist ist ein spirituell Suchender. Ob in hypnotischen Afrobeats oder der meditativen Reduktion: Shabakas Musik hat immer auch eine politische Botschaft.
Black Pride, Ausbeutung des Globalen Südens, Klimaveränderung: Shabaka Hutchings verarbeitet in seiner Musik grosse Themen. Der Londoner mit karibischen Wurzeln spricht ein junges, tanzaffines Clubpublikum an. Denn immer ist der Rhythmus treibende Kraft seiner Bands. Bei «Sons of Kemet» sind es gleich zwei Schlagzeuger, die Hutchings anfeuern. Auch in «Shabaka and The Ancestors» zusammen mit südafrikanischen Musiker:innen steht der Groove im Zentrum. Und in «The Comet ist Coming» lässt sich der Londoner von elektronischen Dancebeats vorantreiben. Fiebrige Musik unter Hochdruck – bis jetzt: Im aktuellen Soloalbum schlägt Shabaka überraschend introspektive Töne an. Dafür gibt er das Saxofon ganz auf, spielt nur noch indigene Flöten. Luftig, weich: ein Paradigmenwechsel.
Tapiwa Svosve ist 16, als er in einem Londoner Jazzclub jobbt. Dort hört er Shabaka Hutchings immer wieder live. Über diese musikalischen Schlüsselerlebnisse, Shabakas Sinnsuche und den Reiz der Flöte diskutiert der Zürcher Saxofonist mit Annina Salis.
Die gespielten Titel:
Interpret:in: Titel (Album / Label)
- Sons of Kemet: Beware (Burn - 10th Anniversary Remaster / Naim Jazz 2013)
- ZED-U: Breaking the News (Night Time on the Middle Passage / Babel 2009)
- The Comet is Coming: Journey Through the Asteroid Belt (Channel the Spirits / The Flea Label 2016)
- Sons of Kemet: My Queen is Anna Julia Cooper (Your Queen is a Reptile / Impulse! 2018)
- Shabaka and the Ancestors: The Observer (Wisdom of Elders / Brownswood Recordings 2016)
- Shabka: The Wounded Need to Be Replenished - Body to Inhabit (Perceive its Beauty, Acknowledge its Grace / Impulse! 2024)
Leidenschaftliche Erneuerin: Die Fadista Mariza
mardi 6 août 2024 • Durée 01:00:20
Eine Fadosängerin mit blondierten, raspelkurzen Haaren: Mariza fällt optisch aus der Reihe. Und auch musikalisch modernisiert die 51jährige den portugiesischen Schicksalsgesang, indem sie Jazz, Samba, Bossanova und Flamenco mit dem Fado zusammenbringt.
Der frische Blick auf dieses traditionelle Volksmusikgenre gelingt Mariza vielleicht auch darum so gut, weil er von aussen kommt. Sie zieht als Mädchen aus Mosambik, einer ehemaligen Kolonie Portugals, nach Lissabon. Ihre Mutter lehrt sie bereits früh die Liebe zu afrikanischer, brasilianischer Musik, Soul und Jazz. Ihr Vater zeigt ihr den Fado. Wie diese Musik in der Diktatur Salazars aus Zensurgründen erstarrte, wie Mariza den Fado für Portugies:innen wieder zugänglich machte und schliesslich daran mitbeteiligt ist, dass er es auf die Liste des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO schafft: darüber diskutiert Annina Salis mit Telmo Pires – einem Fadista, der als Sohn portugiesischer Eltern in Deutschland aufwuchs und für die Musik nach Lissabon zurückgekehrt ist.
Erstausstrahlung 28.11.2023
Titel / Interpret:in (Album | Label):
Ó gente da minha terra / Mariza (Fado en mim | World Connection)
Estranha forma de vida / Amália Rodrigues (The Best of Amália Rodrigues | EMI)
Barco Negro / Mariza (Fado en mim | World Connection)
Transparente / Mariza (Transparente | EMI)
Meu Fado Meu / Mariza (Transparente | EMI)
Beijo de saudade / Mariza (Terra | EMI)
Meldhor de Mim / Mariza (Mundo | Warner)
Estranha forma de vida / Mariza (Mariza Canta Amália | Warner)
Carla Bley – First Lady of Jazz
samedi 12 novembre 2016 • Durée 01:00:24
Erste Kompositionen von Carla Bley hörte man auf den Platten ihres damalige Ehemannes Paul Bley, wundersam schöne Miniaturen mit einem ganz eigenen Ton. Bald aber emanzipierte sich Carla von Paul und wurde selbst zur wichtigsten Frau im Jazz.
«Ich studierte nie Musik, und so konnte ich nie jemanden imitieren», sagt Carla Bley, und tatsächlich klang sie von ihrem allerersten Stück an wie sie selber. Ihre Musik hat einen identifizierbaren Geschmack, ob sie sie nun im Duo mit ihrem jetzigen Lebenspartner Steve Swallow spielt, mit einem Quartett oder einer Big Band.
Vera Kappeler, die im Gespräch mit Annina Salis dem Phänomen Carla Bley nachspürt, ist ein ähnliches Temperament, gleich eigenständig und originell!
Erstausstrahlung: 10.05.16
Aldo Romano, mit Christian Wolfahrt
mardi 8 novembre 2016 • Durée 01:00:25
In den 1950er- und 1960er-Jahren war Paris die Jazzhauptstadt Europas. Der Schlagzeuger Aldo Romano kam als gut zwanzigjähriger mitten ins Auge des Taifuns, und war sofort die Nummer zwei hinter dem älteren Daniel Humair. Das hiess Arbeit und Spielerfahrung in Hülle und Fülle!
Aldo Romano ist zwar Italiener, er wuchs aber in Frankreich auf und wurzelt tief in der französischen Szene. Und die war, als er die Szene betrat amerikanisch dominiert. Und so verdiente Romano seine Sporen bei den Americans in Europe ab, bei Chet Baker, Jacky McLean und anderen. Trotzdem bleib sein Stil immer französisch: Leicht, schwebend und elegant. Und so ist auch seine Musik, als Schlagzeuger und als Sänger, der er auch ist.
Gregory Porter, mit Sarah Seidel
mardi 1 novembre 2016 • Durée 01:00:24
Gregory Porter ist der der neue Star am Jazz-Himmel. Seine Stimme, seine Songs, seine Kombination von Soul und Jazz ist phänomenal.
Gregory Porter war schon fast 40, als er mit seinem Debut-Album «Water» durchstartete. Dann dafür aber richtig: Innerhalb weniger Jahre hat er sich als neuer Fix-Stern am Jazz-Himmel etabliert, mit dem Album "Liquid Spirit" einen Grammy geholt und gleichzeitig das am meisten gestreamte Jazz-Album aller Zeiten hingelegt. Was ist das Geheimnis seiner Stimme? Seiner Kombination von Soul und Jazz? Und was hat es mit seiner Ballon-Mütze auf sich? Die Jazzjournalistin Sarah Seidel hat Gregory Porter schon viele Male auf und neben der Bühne getroffen - sie diskutiert das Phänomen Gregory Porter in der Jazz Collection mit Jodok Hess.
Dianne Reeves, mit Gabriela Krapf
mardi 25 octobre 2016 • Durée 01:00:24
Ob Fusion, Folk oder Jazz - Dianne Reeves trifft einfach immer den richtigen Ton. Im wörtlichen und im übertragenen Sinne.
Mit ihrem musikalischen Umfeld lässt sich diese Leichtigkeit erklären. Zum Teil. Warum die herzliche Lady aus Detroit aber so mühelos in allen Genres besteht, ist nicht so einfach zu ergründen.
Die Sängerin Gabriela Krapf erklärt das Phänomen Dianne Reeves - in der Jazz Collection mit Jodok Hess.
Weitere Themen:
- Listicle Reeves - River 1989
- Listicle Reeves - Better Days 1987
- Listicle Reeves - Endangered Species
- Listicle Reeves - Today will be a good day
- Listicle Reeves - Afro Blue 1992
Die unerhörte Leichtigkeit des Schlagzeugspiels
mardi 18 octobre 2016 • Durée 01:00:24
Der oft gebrauchte Begriff des «Musician‘s Musician» - beim Schlagzeuger Bill Stewart macht er Sinn! Von John Scofield über Joe Lovano bis Marc Copland sind die grössten ihres Fachs seine Arbeitgeber, selber ist er gleichwohl nur Insidern ein Begriff.
Bill Stewart ist ein Teamplayer, Egotrips sind seine Sache nicht! Er ist der Typ Musiker, der seine Kollegen besser klingen lässt, swingender, leichter und luftiger. Und der selber immer grossartig klingt und die Übersicht behält, über die Musik, die Band und die Mittel, die ihm dafür zur Verfügung stehen. Damit hat er sich grössten Respekt von Schlagzeuger-Kollegen geholt, auch denjenigen des Berners Rico Baumann. Im Gespräch mit Annina Salis analysiert er Bill Stewarts Kunst.
Sting, mit Marius Peyer
mardi 11 octobre 2016 • Durée 01:00:23
Mit vielen seiner Songs hat der Engländer Gordon Matthew Sumner Musikgeschichte geschrieben. Mit seiner Stimme und seinem Bassspiel hat er immerhin einen eigenen Ton gefunden. Das alles und sein Kosename Sting sind seit den späten siebziger Jahren ein Markenzeichen geworden.
Im Herbst 2016 erreicht Sting offiziell das Rentenalter. Ans Aufhören und Zurücklehnen denkt er aber mit Sicherheit nicht. Grund genug für eine kritische Rückschau.
Der Zürcher Schlagzeuger Marius Peyer ist Gast von Peter Bürli.
Erstausstrahlung: 14.06.16
Andy Scherrer - der stille Riese
mardi 4 octobre 2016 • Durée 01:00:26
Es gibt in der Schweiz kaum einen Saxophonisten oder eine Saxophonistin, die nicht bei Andy Scherrer mal gelernt hätte. Er ist der unumstrittene Doyen der hiesigen Saxophon-Szene und eine herausragende Stimme im europäischen Jazz.
Als Sideman in grossen Kisten wie dem Vienna Art Orchestra, als Förderer von jungen Talenten in seinen eigenen Bands - oder auch als hervorragender Pianist. Der Saxophonist Sascha Schönhaus hat bei Scherrer gelernt und mit ihm gespielt - er diskutiert den stillen Riesen in der Jazz Collection mit Jodok Hess.