Explorez tous les épisodes du podcast hinter den millionen
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Titre
Date
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Folge 2, ein Mann klagt für ein Land
16 Nov 2025
01:04:53
In dieser Folge wird es emotional. Melisa setzt sich mit der Geschichte ihres Heimatlandes Bosnien und Herzegowina auseinander, das sie vor über 30 Jahren als Flüchtlingskind verlassen musste.
Achtung, TW: Krieg
„Pass auf meinen Hasan auf“, ist das letzte, was Hasan Nuhanovićs Vater sagt, bevor er wie über 8000 andere Bosniaken von den Serben abgeführt und ermordet wird. Vor 30 Jahren überlebt Hasan Nuhanović als einziger in seiner Familie den Genozid in Srebrenica, weil er als Dolmetscher für die niederländischen UN-Soldaten arbeitet. Danach verklagt er die Niederlande, weil er ihnen Mitschuld am Kriegsverbrechen gibt – nach jahrelangem prozessieren, bekommt er schließlich recht. Wir blicken hinter die Geschichte eines Mannes, der in Bosnien als Held gilt, aber wahrscheinlich den wenigsten von euch ein Begriff ist.
Besonderer Dank an Lisa-Marie Witting (https://itting.at/) für Graphic & Web Design und an Eric Strubl für den Jingle!
Folge 1, Marlene kehrt vor der eigenen Tür
16 Nov 2025
01:15:24
Marlene nimmt sich die eigene Familie vor, denn: Wer im Glashaus sitzt... Einer ihrer Vorfahren (Urururgroßvater) gilt als der BASF-Gründer schlechthin: Friedrich Engelhorn. Das Vermögen der Familie beruht vor allem auf seiner Geschichte. Da stellt sich die Frage: Was ist eigentlich die Geschichte seines Geldes, wie wurde er zu einem überreichen Patriarchen der deutschen Chemie-Industrie? Und: hat er das wirklich alles allein aufgebaut? Es stellt sich heraus, es waren doch einige Menschen beteiligt und Friedrich selbst hatte die Privilegien wohl auch schon in die Wiege gelegt bekommen.
- Parzer, Sebastian: Die frühen Jahre von Friedrich Engelhorn (1821-1864). Schüler, Goldschmied, Kommandant der Bürgerwehr und Gasfbrikant. Friedrich Engelhorn Archiv e.V. (Hg). Wernersche Verlagsgesellschaft (Worms, 2101).
- Parzer, Sebastian: Friedrich Engelhorn. BASF-Gründer – Unternehmer – Investor 1865-1902. Friedrich Engelhorn Archiv e.V. (Hg). Wernersche Verlagsgesellschaft (Worms, 2104).
- Schröter, Hans: Friedrich Engelhorn. Ein Unternehmer-Porträt des 19. Jahrhunderts. Pfälzische Verlagsanstalt (Landau/Pfalz, 1991); 2. Aufl. 1992.
Besonderer Dank an Lisa-Marie Witting (https://itting.at/) für Graphic & Web Design und an Eric Strubl für den Jingle!
Folge 0, waaaas wird das?
16 Nov 2025
00:18:58
Wer sind wir eigentlich und was machen wir hier überhaupt? Melisa und Marlene kennen sich aufgrund ihrer Öffentlichkeitsarbeit, so weit so offiziell. Jetzt machen wir einen Podcast und haben keine Ahnung, ob wir das hinkriegen. In dieser Folge lassen wir euch ein bisschen an unserem Chaos teilhaben, erzählen, was wir uns dabei gedacht haben und hoffen, dass ihr Lust habt, weiter zuzuhören.
Besonderer Dank an Lisa-Marie Witting (https://itting.at/) für Graphic & Web Design und an Eric Strubl für den Jingle!
Folge 3, eine Geschichte aus der Dose
30 Nov 2025
01:11:30
Die wohl berühmteste Dose Österreichs. Marlene erkundet das Mythennetz, das rund um Red Bull gesponnen wurde, von der Gründung über die Person Didi Mateschitz bishin zum Wundersaft selbst. Das Geheimnis hinter der Gummibärchenbrause scheint aber vielmehr im gekonnten Abkupfern zu liegen als in irgendeinem Universalgenie. Die Reise führt von Salzburg nach Vorarlberg und über Thailand bis nach Japan – und Rauch Fruchtsäfte sowie die 1980er Jahre spielen in alledem auch nochmal eine ganz besondere Rolle.
Besonderer Dank an Lisa-Marie Witting (https://itting.at/) für Graphic & Web Design und an Eric Strubl für den Jingle!
Folge 4, Melisa im verbotenen Klassenzimmer
14 Dec 2025
00:58:38
Zahra Hashimi war Lehrerin, als sie 2015 vor dem Krieg in Afghanistan nach Österreich flüchtete. In ihrer Heimat hat sie erlebt, wie wichtig Bildung für Mädchen ist, doch seit der Machtübernahme der Taliban 2021 dürfen Mädchen ab der 7.Klasse nicht mehr zur Schule gehen. Hashimi kommt nicht zur Ruhe, bis sie einen Weg findet, von Österreich aus den Mädchen in Afghanistan zu helfen: 2022 gründet sie die Omid Online School für afghanische Mädchen. Unter den Taliban gilt das als illegal, aber die Mädchen und die Lehrerinnen riskieren lieber ihr Leben, als sich damit abzufinden, dass sie keine Zukunft mehr haben sollen.
Besonderer Dank an Lisa-Marie Witting (https://itting.at/) für Graphic & Web Design und an Eric Strubl für den Jingle!
Folge 5, von Charlie Walker zu Mr. Billa
28 Dec 2025
01:32:45
Für die Feiertage darf's ein bisschen mehr sein. Einkaufen ist so alltäglich, dass es fast schon seltsam ist, sich mal kurz zu fragen, was es eigentlich mit den Läden so auf sich hat, in denen wir immer unsere Besorgungen erledigen. Marlene geht der Geschichte des Billagründers Karl Wlaschek nach, der als einer der sympathischsten Milliardäre Österreichs gilt. Nur leider gibt es auch hier bräunliche Flecken in der Geschichte und überhaupt lässt sich gut vergessen, worüber nicht gesprochen wird. Der Barmusiker, der zum Palaiskaiser wird hat zwar auch nicht alles selber geschafft, aber er hatte auf jeden Fall immer, und zwar wirklich immer, seine Finger im Spiel.
Folge 6, die Stärke überlebender Frauen* (TW: Gewalt, Mord)
11 Jan 2026
01:02:42
Hanife Ada hat einen Femizid überlebt. Seit dem hilft sie anderen Frauen dabei, aus gewaltvollen Beziehungen zu entkommen. Wenn die Polizei versagt, fährt die 156cm große Frau auch schonmal selber zu den Opfern nachhause und holt sie da raus. Warum das Schicksal von Hanife Ada und den Frauen, die sie unterstützt, keine Einzelfälle sind, die einfach plötzlich "passieren", erzählt euch Melisa in dieser Folge, die nicht ohne Triggerwarnung auskommt: (Sexualisierte) Gewalt, Mord.
Skrupel sind wichtig. Sie hindern uns daran, anderen Menschen Schaden zuzufügen und es gibt wenige Leute, die es sich buchstäblich leisten können, skrupellos zu handeln. Friedrich Flick gehört definitiv in diese Kategorie. Marlene hat sich genauer angeschaut, welche Umstände ihn so reich gemacht haben, dass er einer der wenigen Großindustriellen war, die für ihre Nazi-Verbrechen verurteilt wurden. Wichtig ist, auch in dieser Hinsicht ist Friedrich Flick keine Ausnahme gewesen; was ihn "hergestellt" hat, waren ganz bestimmte strukturelle Bedingungen.
De Jong, David: Braunes Erbe. Die dunkle Geschichte der reichsten deutschen Unternehmerdynastien (Köln: kienheuer & Witsch, 2022).
Priemel, Kim Christian: Flick. Eine Konzerngeschichte vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik (Göttingen: Wallstein, 2007), S.5-86.
Zander, Gunther: Gründung der Handelshochschulen im deutschen Kaiserreich (1898 - 1919). Inauguraldissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, 2004.
Frei, Ahrens, Osterloh & Schanetzky: Flick. Der Konzern, die Familie, die Macht (München: Karl Blessing Verlag, 2009), S. 7-35.
Folge 8, eine Kurdin ergründet ihr Vermächtnis
08 Feb 2026
00:55:04
In dieser Folge erzählt Melisa von Sibel, die lange Zeit nicht wusste, dass sie eigentlich Kurdin ist. Der Einsatz für Gerechtigkeit hat sie von Klein auf begleitet, aber ihre Vorfahren hatten sich lange nicht getraut, dieses Vermächtnis zu öffnen. Jahrelang kämpft sie für Gerechtigkeit, besonders von Frauen in der Diaspora, und erträgt einen heftigen Gegenwind von so gut wie allen Seiten. Melisa erzählt auch von historischen Kontexten eines Volkes und seiner Kultur, die bis heute bedroht wird.
Damit einige wenige Menschen Glück haben, müssen viele Menschen Pech haben. Beim Glücksspiel gibt es keine ausgleichende Gerechtigkeit, sondern der Zufall herrscht und die goldene Regel lautet: The house always wins. Auch Johann Graf hat vor allem Glück und wenn man Glück ausblendet, ist es leicht, das Übrige als Können zu verkaufen. Die Geschichte kippt, weil der jahrelange Alleineigentümer von Novomatic zwar einerseits gern alles Geniale für sich beanspruchen will, aber andererseits kaum bereit ist, Verantwortung zu tragen. Denn Profit aus Glücksspiel bedeutet auch, ihn auf Kosten der Gesundheit anderer zu machen.
Der 8. März ist feministischer Kampftag! Gleichzeitig ist Melisa leider krankheitsbedingt ausgefallen. Aber dafür springt ihre beste Freundin, Alex Stanić ein und spricht mit Marlene über die Bewegung "My Voice, My Choice", die gerade die EU-Politik zum Thema Schwangerschaftsabbrüche maßgeblich geprägt hat. Feministische Bewegungen sind nach wie vor unverzichtbar für eine Gesellschaft, die Freiheit und Gerechtigkeit ernsthaft anstrebt. Und das Beispiel von "My Voice, My Choice" zeigt klar: Wenn wir unsere Bewegungen auf Freund:innenschaft und Solidarität aufbauen, wenn wir bereit sind, diese harte Arbeit konsequent durchzuziehen und nicht aufzugeben, dann können wir diese Welt verändern.
Österreich hat mir alles genommen“, sagt Kibar Ilter. Österreich hat sie gerufen, wie zigtausende andere Menschendie in den 60er und 70er Jahren nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz kamen, um zu arbeiten. Als Gastarbeiterin wurde ihr alles abverlangt. Zuletzt bleibt ihr nur der Undank eines Landes, das es so ohne sie und all die anderen Gastarbeiter:innen nie geben könnte.
Folge 12, eine typisch deutsche "Erfolgs"-geschichte
05 Apr 2026
01:14:19
Er gilt als der Prototyp des Steuerflüchtlings, aber Helmut Horten steht vermutlich auch generell stellvertretend für das Ausnutzen ungerechter Systeme. Er wirkt nicht so, als wäre ihm wichtig, auf wessen Kosten sein Erfolg geht – ob nun Nationalsozialismus oder Kapitalismus, Hauptsache er profitiert. Sein Kaufhausimperium hat er mitunter dank der Arisierungspolitik des NS-Regimes aufbauen können und die geopolitische Verhätschelung der BRD durch die USA in der Nachkriegszeit hat ihr Übriges getan.
Freigeschaltet: Bonus #6, Bil-dungs-sys-tem, das (Substantiv)
12 Apr 2026
01:07:50
Es betrifft uns alle, niemand ist verschont. Und darum ist diese Folge ausnahmsweise auch für alle zugänglich.
Melisa hat endlich ihre Erfahrung und Expertise ausgepackt und dabei Marlene um den Finger gewickelt, von der Zeit in der Privatschule zu erzählen. Denn: Die Schule ist eigentlich einer der wenigen Orte, wo wenigstens eine gewisse soziale Durchmischung noch möglich wäre, wenn Klassismus und Rassismus – bzw. der Kapitalismus generell – das System nicht so maßgeblich geformt hätten. Darum hoffen wir auch, dass diese Folge bei euch keine allzu üblen Erinnerungen hervorruft, denn uns ist bewusst, dass die Schulzeit für die wenigsten so richtig fein war. Eigentlich ist das richtig schade.
Wir besprechen also unseren Frust darüber, wie das Bildungssystem politisch gestaltet wird. Und gleichzeitig ziehen wir auch mit großer Geste den Hut vor allen Menschen, die in diesem System ihr Bestes geben, um Schüler:innen wirklich das Gefühl zu vermitteln, dass sie dazugehören, gewollt sind und ihnen das beibringen, was sie auch tatsächlich brauchen werden.
Kosten, Lycée Français de Vienne (Wir finden diese Zahl, aber ohne Angabe, ob sie jährlich oder pro Trimester gezahlt wird: 3.581,56 €): https://linda.lindeverlag.at/Dokument/232313/
Ein Haus, zwei Autos, Urlaube – Daniela Brodesser führt mit ihrem Mann und den Kindern ein ganz normales Leben. Bis eine Diagnose alles verändert und die Familie in Armut stürzt.
In dieser Folge erzählt Melisa nicht etwa von einem Einzelfall: Armut kann in unserer Gesellschaft alle treffen. Naja, außer Marlene vielleicht.
Hendrik Holt ist ein Kapitalist wie aus dem Bilderbuch – machtgeil, rücksichtslos und ignorant. Die Selbstdarstellung liegt ihm so sehr, dass er mehrere internationale Energieunternehmen um Millionen betrügt, indem er gefälschte Windpark-Projekte verkauft. Ein Self-made-Betrüger, der weiß, das System belohnt schlechtes Verhalten. Hier zeigt sich: Wer weiß, privilegiert und als cis-het-Mann aufwächst, muss nur so tun, als ob er was könnte. Der Erfolg ist ihm gewiss, wäre da nicht eine aufmerksame Beamtin und ein skeptischer Staatsanwalt...
Engin Çatık übernimmt die Leitung einer Berliner Schule zu einer Zeit, in der Polizeieinsätze und erschöpfes Lehrpersonal Alltag sind. In nur einem Jahr schafft er, dass Schülerschaft und Lehrpersonal wieder gern zur Schule gehen - ganz ohne zusätzliches Budget, dafür mit einer eigenen Biographie, die seinen Erfolg maßgeblich beeinflusst.
Die Bumble-Gründerin Whitney Wolfe Herd ist eine der berühmtesten Milliardär:innen der Welt, sie behauptet, Bumble sei eine "Love Company" und sie die Bienenkönigin, die den Erfolg allein zur Welt gebracht hat. Bumble hat die Datingwelt zwar im Sturm erobert, aber sie ist schlussendlich auch nur eine App von vielen. Denn bei genauerer Betrachtung sehen wir dasselbe Bild wie immer: eine Mischung aus Privilegien, professionellen Kontakten, institutionellem Kapital und Glück machen den Unterschied.