Explorez tous les épisodes du podcast Heiligenschein
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| 19. November: Heilige Elisabeth | 18 Nov 2024 | 00:02:38 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Elisabeth von Thüringen zählt zu den beliebtesten Heiligen. Interessant ist, dass die Akten zu ihrem Heiligsprechungsprozess erhalten sind und daher ein umfassendes Bild von Zeitzeugen über die Landgräfin liefern, die nur 24 Jahre alt geworden ist. Geboren wurde Elisabeth 1207 als ungarische Königstochter. Als Vierjährige hat man sie nach Thüringen auf die berühmte Wartburg geschickt. Ludwig und Elisabeth verliebten sich tatsächlich ineinander und heirateten. Da war Ludwig 16 und Elisabeth 14. Nächstenliebe und Opferbereitschaft Sie hatte einen ausgeprägten Hang zur Wohltätigkeit und gründete ein Spital. Sie besuchte Armenviertel. Während einer Hungersnot ließ sie die Kornkammern öffnen und half aus der Staatskasse. Sie verschenkte Schmuck und teure Kleidung. Zwar unterstützte sie ihr Mann, aber der Hof war strikt dagegen. Als Ludwig nach nur fünf Jahren Ehe starb, war Elisabeth mit dem dritten Kind schwanger und fortan schutzlos der Verwandtschaft ausgesetzt. Ihr Schwager vertrieb sie mit der Begründung, sie verschwende öffentliche Gelder. Mit einer Entschädigung, die sie statt ihres Erbes erhielt, ließ Elisabeth in Marburg ein Spital errichten und pflegte persönlich Leprakranke. Das alles überlebte sie nicht lange. Am 17. November 1231 starb sie mit nur 24 Jahren. Elisabeth wird bis heute verehrt. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 11. November: Heiliger Martin | 10 Nov 2024 | 00:01:46 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Unzählige Kinder gehen mit Laternen durchs Land und erinnern an Martin von Tours, vor allem an die Mantelteilung, nach der er als Soldat einem frierenden Bettler die Hälfte seines Umhangs geschenkt hat. Geboren wurde Martin im Jahr 316. Wie sein Vater wurde er römischer Offizier. Erst mit gut 35 Jahren klappte es mit der Taufe. Die Legende mit der Mantelteilung stammt aus dieser Zeit. Die zweite Hälfte seines Lebens war er Priester und Bischof. Die Legende mit den Gänsen stammt aus jener Zeit. Der bescheidene Bischof Dass Martin sich bei Gänsen versteckt haben soll, um seiner Bischofsweihe zu entgehen, davon berichten seine ersten Biographen nichts. Es dürfte damit zusammenhängen, dass am 12. November der Advent begann und damit die fleischlose Fastenzeit. Es durfte also noch einmal Gans gegessen werden. Martin blieb auch als Bischof bescheiden. Ein Zeitzeuge berichtet: „In seinem Mund war nichts anderes als Christus, in seinem Herzen wohnten nur Güte, nur Friede, nur Erbarmen.“ Gestorben ist Martin mit 81 Jahren. Drei Tage dauerte seine Rückführung nach Tours, wo er am 11. November beigesetzt wurde. Und weil sein Leichenzug von einer Lichterprozession begleitet wurde, gehen heute Kinder mit ihren Laternen. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 13. September: Heiliger Tobias | 04 Sep 2024 | 00:02:27 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Der Name Tobias zählt zu den beliebten, auf Platz 11 der Vornamensliste. Die Popularität lässt sich womöglich von der fantastischen Geschichte ableiten, die im Alten Testament im Buch Tobit steht. Zwei Menschen beten zu Gott um den Tod. Der aber schickt ihnen stattdessen den mächtigen Engel Raphael, natürlich inkognito, und mithilfe des Tobias rettet er beide. Tobias haben Sie bestimmt schon gesehen. Die Geschichte des Tobias stammt aus dem 3. Jahrhundert vor Christus und soll sich 400 Jahre zuvor im Irak zugetragen haben. Ob es irgendeinen historischen Kern gibt, weiß man nicht. Ist aber nicht so wichtig, denn sie soll mit Sicherheit keine Tatsachen erzählen, sondern in weisheitlicher Form mit märchenhaften Elementen die Geschichte von zwei verwandten jüdischen Familien. Zwei Menschen, die in aussichtslosen Lagen sind und sterben möchten, werden durch Gottes Eingreifen gerettet, und Tobias spielt dabei eine große Rolle. Und ein Fisch. Er wird oft dargestellt an der Hand eines großen Engels und trägt einen Fisch in der Hand. Tobias soll heiraten. Seine Braut Sarah hat aber schon sieben Männer in der Hochzeitsnacht durch einen Dämon verloren, der sie liebt und daher ihre Männer ermordet. Sarah ist verzweifelt und wünscht sich den Tod. Tobias wird von einem Mann begleitet, der der Erzengel Raphael inkognito ist. Sie fangen einen Fisch, und Tobias behält auf Anraten seines Gefährten die Innereien. Einen Teil verbrennt er in der Hochzeitsnacht und vertreibt damit den Dämon. Die Galle schmiert er später seinem erblindeten und depressiven Vater auf die Augen und heilt ihn damit. Beides waren Tips seines Begleiters. Es ist ein unheimlich spannendes Buch im Alten Testament. Tobias ist Patron der Totengräber, Reisenden und Pilger und Helfer bei Augenleiden. Tobias ist Patron der Totengräber, Reisenden und Pilger und Helfer bei Augenleiden. Übrigens schrieb Joseph Haydn 1775 das Oratorium Die Rückkehr des Tobias. Falls Sie es nicht kennen – es war damals sehr populär, aber heute wird es praktisch nicht mehr aufgeführt, weil es zu lang ist – habe ich gelesen. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 2. September: Ingrid Elovsdotter | 25 Aug 2024 | 00:01:46 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Viel ist von ihrem Kloster nicht mehr übrig, aber immerhin ein paar Maurerreste kann man in Skänninge in Schweden noch sehen. Dort stand das erste Dominikanerinnenkloster Nordeuropas, errichtet von Ingrid Elovsdotter. Ingrid war eine schwedische Hochadelige. Sie kam um 1220 oder 1235 zur Welt. Einer ihrer Vorfahren war der heilige König Knut von Dänemark, ihre Großnichte die heilige Birgitta von Schweden, die Patronin Europas, wenngleich Knut weniger wegen seiner Friedfertigkeit als wegen seiner kirchenfreundlichen Politik als heilig galt und, weil er in einer Kirche erschlagen wurde. Wie auch immer, für seine Verwandtschaft kann man bekanntlich nichts. Ingrid jedenfalls wurde auf friedlichem Weg und ganz unpolitisch zur Gründerin des ersten Dominikanerinnenklosters in Nordeuropa. Dabei ging ihr Lebensweg erst den ganz normalen Gang. Sie heiratete. 1271 aber starb ihr Mann. Ingrid interessierte sich nun zunehmend für den Dominikanerorden. Ein Jahr später gründete sie zusammen mit ihrem Bruder Johan, der Deutschordensritter war, und ihrer Schwester Kristina auf ihrem Besitz in Skänninge besagtes Kloster. Dann pilgerte sie von Schweden nach Santiago de Compostela, Jerusalem und Rom. Nach ihrer Rückkehr trat sie selbst in ihr Kloster ein und wurde Priorin. 1281 wurde das Kloster anerkannt, ein Jahr später starb Ingrid am 2. September 1282. Sie war 62 oder 47 Jahre alt. 1499 wurde sie seliggesprochen. 1544 mussten die Nonnen auf politischen Druck das Kloster verlassen, und es verfiel, die Erinnerung an Ingrid jedoch ist geblieben. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 29. August: Sabina von Rom | 20 Aug 2024 | 00:01:41 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Wir beschäftigen uns heute wieder mit einer frühchristlichen Märtyrerin, weil ihr Name bis heute populär ist, und zwar mit Sabina von Rom. Sie wurde um das Jahr 120 ebendort ermordet. Die Legende erzählt, dass sie eine vornehme römische Witwe war, die von ihrer christlichen Sklavin Seraphia zum Christentum geführt wurde. Sie nahm an Gottesdiensten in den Katakomben teil und ließ sich taufen. In weiter Folge schenkte sie ihren Sklaven die Freiheit und war sehr wohltätig. Das blieb natürlich nicht geheim. Zunächst wurde Seraphia verhaftet und hingerichtet, und danach auch Sabina. Sie wurde enthauptet. Um das Jahr 425 wurde ihr auf dem Aventin eine Kirche gebaut. Warum dort? Man vermutet, dass sie auf den Ruinen ihres Hauses errichtet worden ist. Bei Grabungen hat man Reste vornehmer Privathäuser aus der Zeit Sabinas gefunden. Es wäre also naheliegend, wenn sich darunter das Haus der Heiligen befunden hätte. 499 wurde diese Basilika in Dokumenten einer römischen Synode erwähnt. Da wurde Sabina also schon als Heilige verehrt. Die Kirche Santa Sabina, die fast gleichzeitig mit Santa Maria Maggiore entstand, gehört somit zu den ältesten und bedeutendsten der Stadt. Man kann sogar noch alte römische Mauern sehen. Schauen Sie sich das an, wenn Sie in Rom sind. Sabina ist eine der Schutzpatrone Roms, der Hausfrauen und Kinder, aber auch gegen Regen. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 20. August: Bernhard von Clairvaux | 20 Aug 2024 | 00:02:31 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Das 12. Jahrhundert wird das „Bernhardinische Jahrhundert“ genannt, nach dem großen Zisterzienser und Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux. Sein Ziel war die Verbreitung des Zisterzienserordens, aber dabei blieb es nicht. Der Reihe nach. Bernhard kam um 1090 im heutigen Dijon in eine adelige Familie zur Welt und trat mit 22 zusammen mit 30 adeligen Freunden und Verwandten in das Reformkloster Citeaux ein. Dieses bestand erst seit knapp 15 Jahren, drohte aber schon wieder einzugehen. Mit Bernhard und seinen Gefährten kam neuer Schwung in das Kloster. 1115 sandte der Abt den 25jährigen mit zwölf Mönchen aus, um das Kloster Clairvaux zu gründen, das sich unter seiner Führung in den folgenden knapp 40 Jahren zur bedeutendsten Zisterzienserabtei entwickeln würde. Bald wurde Bernhard Leiter des Ordens. Fünf Mal hätte er Bischof werden können, fünf Mal lehnte er ab. Zusätzlich gründete er neue Klöster. Bernhard zog junge Männer so an, dass er fast jedes Jahr zwei neue Klöster gründen konnte; insgesamt 68, darunter in Österreich Heiligenkreuz, Wilhering, Rein und Zwettl. Bernhard war ein hinreißender Prediger und entfachte auch eine Begeisterung für den zweiten Kreuzzug. Dessen Scheitern traf Bernhard schwer, denn für ihn war es ein hohes Ideal, für Gott zu sterben. Bernhard, der aufgrund seines steten Fastens ein Magenleiden hatte, starb daran mit 63 Jahren am 20. August 1153 in Clairvaux. Seine Mönche mussten ihn heimlich begraben, da ihn sonst zu viele Menschen noch einmal sehen hätten wollen. Bernhard wurde 1174 heiliggesprochen. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 8. August: Heiliger Dominikus | 07 Aug 2024 | 00:01:52 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. 1963 besang die belgische Dominikanerin Sœur Sourire, die Schwester des Lächelns, fröhlich ihren Ordensgründer Dominikus, der tatsächlich recht fröhlich gewesen sein soll. Dominikus kam um 1170 in Nordspanien zur Welt. Seine Laufbahn als Priester war vorgezeichnet und wurde durch eine Vision seiner Mutter untermauert. Sie träumte während der Schwangerschaft, dass sie einen schwarz-weißen Hund mit einer brennenden Fackel im Maul gebären würde und deutete das so, dass ihr Sohn die Welt mit seinen Predigten erleuchten würde. Und das tat er dann auch. Beeindruckt durch eine Hungersnot verkaufte er während des Studiums seine eigenen Bücher, um mit dem Erlös Notleidenden zu helfen. Er wurde Priester. Dabei störte ihn, dass viele Priester eher unbescheiden lebten. Ihm aber war die Armut wichtig, singt auch Sœur Sourire. Bald fand er Anhänger und gründete einen Bettelorden, den „Ordo praedicatorum“, den Predigerorden, der heute nach dem Gründer Dominikanerorden genannt wird. Die Dominikaner konzentrieren sich auf Gebet, Studium und daraus folgend die Verkündigung. Damals zogen die Brüder als Wanderprediger durch die Landen. Auch Frauen fanden sich bald in Klöstern zusammen. Dominikus starb etwa 50jährig am 6. August 1221 auf einer Missionsreise in Bologna und wurde 1234 heiliggesprochen. Sœur Sourire selbst brachte der Ruhm, den sie mit ihrem Hit erhielt und der sogar 1966 mit Debbie Reynolds verfilmt wurde, kein Glück. Sie trat aus dem Orden aus und beging knapp 20 Jahre später hochverschuldet mit ihrer Lebensgefährtin Selbstmord. Das fröhliche Lied jedoch hat sie überlebt. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 29. Juli: Heilige Beatrix | 21 Jul 2024 | 00:02:06 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Heute hat ein Geschwisterquartett Gedenktag, frühchristliche Märtyrer. Interessanterweise ist einer der Namen bis heute populär, obwohl er gar nicht der richtige ist: Beatrix. Ihre Brüder Simplicius, Rufus und Faustinus hingegen kennt man nicht mehr. Von den Vieren zeugen bis heute Fresken in Rom, wo sie um das Jahr 304 ihr Leben verloren. Die Legende erzählt, dass Simplicius und Faustinus Soldaten waren, die wegen ihres Glaubens ermordet wurden. Sie wurden von einer Steinbrücke in den Tiber geworfen. Ihre Schwester Beatrix konnte sie aus dem Wasser ziehen und in einer Katakombe beisetzen, die einer reichen Römerin namens Generosa gehörte. Beatrix wurde dann auch ergriffen, und da auch sie Christus nicht abschwörte, wurde sie im Kerker erdrosselt. Es gibt in den Katakomben der Generosa, wo alle vier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, ein Fresko: Christus in der Mitte, der die Märtyrerkronen an Beatrix und ihre Brüder Simplicius, Faustinus und Rufus übergibt. Aus der beigefügten Inschrift geht übrigens hervor, dass Beatrix – auf Deutsch die Glücksbringern - eigentlich Viatrix hieß, die Reisende. Der Name entwickelte sich im Spätlateinischen zu Beatrix. Beatrix wird üblicherweise als Römerin dargestellt mit einem Strick in der Hand, ihre Brüder Simplicius und Faustinus in gepanzerter römischer Soldatentracht. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 22. Juli: Maria Magdalena | 21 Jul 2024 | 00:01:38 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Die Kirche und die Frauen – ein oft leidiges Thema, und sichtbar wird das an unserer heutigen Heiligen, Maria Magdalena. Jahrhundertelang galt sie als neutestamentliche Eva, als Verführerin, wenn nicht gar Prostituierte und Geliebte Jesu und war somit negativ besetzt. Auch in der Frage nach der Zulassung von Frauen zum Priesteramt wurde immer wieder ausgeblendet, dass Jesus ihr als erster erschien und sie beauftragte, seine Auferstehung zu verkünden. Da war es durchaus eine Sensation, dass Papst Franziskus 2016 ihren bis dahin nur „gebotenen Gedenktag“ zu einem „Festtag“ aufwertete, und zwar genau wegen ihrer Rolle als Verkünderin der Auferstehung. Damit ist sie den Aposteln zumindest liturgisch gleichgestellt. Maria Magdalena ist neben der Mutter Jesu die einzige Frau, die in allen 4 Evangelien vorkommt. Nachdem sie Jesus von Besessenheit befreit hatte – womöglich einer psychischen Erkrankung – schloss sie sich ihm an, sorgte für ihn und folgte ihm nach Jerusalem, im Gegensatz zu seinen Aposteln sogar bis unters Kreuz und ans Grab. Eben dort erschien ihr dann Jesus. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 20. Juli: Margareta von Antiochien | 17 Jul 2024 | 00:01:40 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Unter den 14 Nothelfern befinden sich drei Frauen: Barbara mit dem Turm, Margareta mit dem Wurm, Katharina mit dem Radl – die heiligen drei Madln. Am 20. Juli ist Margareta dran. Sie lebte im 3. Jahrhundert in der heutigen Türkei und starb um 305 im Zuge einer Christenverfolgung. Ähnlich wie Barbara wurde sie heimlich Christin. Als ihr Vater draufkam, zeigte er sie an. Margareta wurde auf der Flucht gefasst und vor Gericht gestellt. Der Richter fand die junge Frau äußerst attraktiv, sie aber wies ihn ab. Also wurde sie gefoltert. Weil ihre Wunden aber verheilten und dadurch zu etlichen Bekehrungen führten, wurde sie schließlich enthauptet. Nach einer anderen Version floh Margareta vor dem heidnischen Vater aufs Land. Da sah sie der Stadtpräfekt, wollte sie sofort heiraten, wurde aber von ihr zurückgewiesen mit der Begründung, ihr Bräutigam sei Christus. Im Gefängnis erschien ihr dann der Teufel als Drache. Margareta aber tötete ihn, indem sie über ihn das Kreuzzeichen schlug. Gemeint sind mit dem Teufel und dem Drachen wohl Versuchungen, nachzugeben. Auf dem Weg zur Hinrichtung betete sie für ihre Verfolger und besonders für Schwangere und Gebärende. So wurde sie zur Nothelferin und Patronin vieler Kirchen. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 26. Juli: Heilige Anna | 15 Jul 2024 | 00:02:35 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Ein junger Student gerät auf einer Wanderung in ein Gewitter. In höchster Not bittet er seine Lieblingsheilige, die zudem Schutzpatronin gegen Unwetter ist, um Hilfe. Wenn sie ihn errette, würde er ins Kloster eintreten. Das Gebet wird erhört. Der junge Mann wird Mönch – und verändert damit den Lauf der Geschichte Europas. Sein Name: Martin Luther. Und heute hat die Heilige Gedenktag, an die er sich gewandt hat: Anna, die Mutter Marias. Sie ist ein Allzeitrenner. Noch immer trägt jedes fünfte Mädchen ihren Namen. Im deutschen Sprachraum sind ihr fast 100 Kirchen geweiht. Bis ins 18. Jahrhundert war der Annatag überhaupt ein Feiertag. Auf Gemälden erkennt man sie leicht, weil sie meist nicht allein dargestellt ist, sondern mit ihrer Tochter Maria und ihrem Enkel Jesus. Anna Selbdritt nennt man das. Gesicherte Informationen über sie gibt es allerdings keine. In der Bibel wird sie nicht erwähnt. Sie fand Eingang in eine apokryphe Schrift um das Jahr 150. Demnach entstammte sie dem Geschlecht von König David und hat erst nach 20-jähriger Ehe mit Joachim ihre Tochter Maria geboren. Das erinnert sehr an die Geschichte von Hannah und ihrem Sohn Samuel im Alten Testament. Die Verehrung Annas lässt sich seit dem Bau einer Kirche in Konstantinopel im Jahr 550 nachweisen. Aber nur im Osten. Im Westen wurde die Verehrung sogar durch ein Dekret verboten. Ab dem 13. Jahrhundert aber war ihr Siegeszug in Europa nicht mehr zu stoppen. Man findet Anna sogar auf einer der ältesten Darstellungen Wiens, dem Albrechtsaltar aus der Zeit um 1440. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 13. Juli: Heiliger Heinrich | 09 Jul 2024 | 00:02:13 | |
öchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Er war der erste, der bei seiner Kaiserkrönung einen Reichsapfel bekam und begründete die Vorstellung des Gottesgnadentums: Heinrich II. In einer Darstellung seiner Krönung sieht man das, denn er wird von keinem geringeren als Jesus selbst gekrönt. Heinrich verstand sich als Stellvertreter Gottes auf Erden, dem Gehorsam geschuldet wurde. Diese Auslegung des Gottesgnadentums wird heute kritisch hinterfragt. Anders formuliert – heute würde man Heinrich wohl nicht mehr heiligsprechen. 973 in Bayern geboren, war er bestimmt fromm, aber wohl auch berechnend und machtgierig. Die Forschung kommt zu keinem einheitlichen Ergebnis. Fakt ist, dass er sehr mächtig war, durch seine Herkunft und auch durch Eroberungen. Er führte ständig Krieg. Auf der positiven Seite finden sich viele Kirchen und Klöster, die Heinrich gestiftet hat. Er benützte die Kirche zur Sicherung seiner Macht, denn er verlangte im Gegenzug Unterstützung von ihr. In seinen Urkunden steht gleich zweimal: „Wem mehr gegeben wird, von dem wird auch mehr gefordert.“ Heinrich starb am 13. Juli 1024. Er wurde 1146 heiliggesprochen. 1200 auch seine Frau Kunigunde. Die beiden sind das einzige heiliggesprochene Ehepaar des Mittelalters. Heute würde man Heinrich wohl nicht mehr heiligsprechen. Heinrich stiftete viele Kirchen und Klöster. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 4. November: Karl Borromäus von Arona | 03 Nov 2024 | 00:01:45 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Fast 200 Jahre lang war seine Statue die mit 36 Metern weltweit höchste, von innen begehbare: der Koloss San Carlo, das Standbild des Karl Borromäus. Seine Heimatgemeinde Arona in Italien errichtete es zu seinen Ehren. Karl Borromäus kam 1538 in Arona am Lago Maggiore in einer einflussreichen Adelsfamilie zur Welt. Er wurde Jurist und Sekretär des Papstes. Sein Ruf war tadellos: Er galt als fleißig, fromm, unbestechlich und gleichzeitig als lebensfroher Renaissancefürst. Das änderte sich, als er mit 24 plötzlich seinen Bruder verlor. Er wurde ein Asket und Priester und bald Erzbischof von Mailand, das damals eine heruntergekommene Diözese war. Karl kümmerte sich um den Wiederaufbau nach den Vorgaben des eben zu Ende gegangenen Tridentinischen Konzils. Er gründete soziale Einrichtungen sowie Leihhäuser zur Bekämpfung des Wuchers. Als 1576 die Pest ausbrach, richtete Karl Borromäus im erzbischöflichen Palais ein Spital ein, verkaufte den Kirchenschatz und pflegte die Kranken persönlich. Aber sein Körper hielt den Raubbau durch Fasten, Selbstgeißeln und Dauerarbeiten nicht lange aus. Im Alter von nur 46 Jahren erlag Karl Borromäus am 3. November 1584 einem Fieberanfall. 1610 wurde er heiliggesprochen. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 3. Juli: Apostel Thomas | 24 Jun 2024 | 00:01:35 | |
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, heißt es. Man könnte meinen, dass es auf den heutigen Hauptheiligen zutrifft, denn nur einmal kam er zu spät, und noch 2000 Jahre später wirft man ihm das vor. Die Rede ist vom Apostel Thomas. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo.
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| 29. Juni: Apostel Petrus | 17 Jun 2024 | 00:02:30 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Bestimmt kennen Sie Witze, in denen jemand in den Himmel möchte und erst mit Petrus, dem Himmelspförtner, darüber verhandeln muss. Warum ist er das geworden? Heute würde man sagen, da hatte jemand eine geniale Marketingidee in Zeiten, in denen Analphabetismus die Norm war. Um Petrus zu kennzeichnen, drückte er ihm ein Attribut in die Hand, entnommen einer Bibelstelle. Das Attribut ist der Schlüssel. Viele andere Heilige sind mit Lilien oder Palmzweigen oder Büchern dargestellt und dadurch völlig unkenntlich. Petrus aber erkennt jeder an seinem Schlüssel. Im Neuen Testament sagt Jesus nämlich zu ihm: „Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben.“ Eine große Ansage. Petrus, ein verheirateter Fischer, zählt zu den ersten Männern, die Jesus in seine Nachfolge ruft. Er werde ihn zu einem Menschenfischer machen, kündigt er an. Der Name Petrus kommt vom griechischen petros, der Stein, ursprünglich der Edelstein, und ist ein Spitzname, denn eigentlich heißt der Mann Simon. Petrus wird er von Jesus genannt. Er sagt zu ihm: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“ Ziemlich viele Lorbeeren, denen Petrus zunächst nicht gerecht wird, versagt er doch jämmerlich, als er Jesus nach dessen Festnahme gleich drei Mal verleugnet. Und das, obwohl ihn Jesus davor bittet, sich um die anderen Jünger zu kümmern. Der Mann aus Kafarnaum bessert sich aber. Er wird Anführer der Apostel und begibt sich auf Missionsreisen, von denen allerlei Wunder berichtet werden. Seine letzte Station ist Rom, wo er unter Kaiser Nero um das Jahr 65 als Märtyrer stirbt. Darüber wird schon kurz danach geschrieben. Der Überlieferung nach bittet er vor seiner Kreuzigung, kopfüber angenagelt zu werden, da er sich als unwürdig sah, so wie sein Herr zu sterben. Über seinem Grab steht heute der Altar im Petersdom, der nach ihm benannt ist. Und Rom ist das Zentrum der Christenheit geworden. Petrus ist aufgrund seiner Schlüsselgewalt in den Himmel auch zum Herr über das Wetter geworden und macht sich dadurch mitunter keine Freunde. Heute heißt es in den Bauernregeln: „Regnet's am St. Petertag, so drohen dreißig Regentag.“ Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 21. Juni: Aloysius von Gonzaga | 13 Jun 2024 | 00:01:45 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Er ist einer der bekanntesten Heiligen der Jesuiten, obwohl er nur 23 Jahre alt wurde: Aloysius. 1568 in Italien geboren, war er Erbprinz der Gonzaga. Doch als er im Alter von sieben Jahren an Malaria erkrankte, entdeckte er den Glauben. Mit zehn wurde er Page am Hof der Medici in Brescia, einem Schauplatz zahlreicher Intrigen, die ihn so abstießen, dass er Maria Keuschheit gelobte. Aloisius wurde immer klarer, dass er so nicht leben konnte und er wollte in den Jesuitenorden eintreten. Sein Vater war, wenig überraschend, dagegen, dass der Erbprinz abspringen wollte, und schickte Aloysius auf eine Reise, hoffend, dass ihn Bankette, Maskenbälle, Treibjagden und Schauspiele umstimmen würden. Vergebens. Schließlich gab der Vater nach. Aloysius verzichtete zugunsten seines Bruders auf das Erbe und trat mit 17 bei den Jesuiten ein. Neben den Studien widmete er sich der Jugendseelsorge und der Krankenpflege, und er setzte sich dafür ein, dass auch Arme ein würdiges Begräbnis erhalten konnten. Mehr ging sich nicht aus. Mit 23 steckte sich Aloysius bei der Pflege von Pestkranken an und starb am 21. Juni 1591 in Rom, wo er auch begraben wurde. 1726 wurde er heiliggesprochen. Er ist Patron der christlichen Jugend und der Studenten sowie gegen AIDS. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 15. Juni: Vitus von Sizilien | 12 Jun 2024 | 00:02:31 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Der junge Sizilianer Vitus ist 304 gestorben. Er habe jedoch von seiner Amme Crescentia und seinem Erzieher Modestus den christlichen Glauben übernommen. Der Vater versuchte, Vitus von seinem Glauben abzubringen – und erblindete. Obwohl Vitus ihn durch sein Gebet heilte, trachtete der uneinsichtige Vater ihm nach dem Leben. Als Kaiser Diokletian von Vitus hörte, holte er ihn nach Rom. Er wollte, dass der Junge seinen Sohn, der von einem bösen Geist befallen war, heile. Obwohl Veit dies gelang, sollte er seinen Glauben aufgeben. Als Veit sich wieder weigerte, wurde er Löwen vorgeworfen, die ihm aber nichts taten. Schließlich wurde er zusammen mit Modestus und Crescentia in siedendes Öl geworfen. Engel retteten sie daraus und brachten sie zurück nach Lukanien, wo sie starben. Adler bewachten ihre Körper, bis sie endlich begraben wurden. Vitus Gedenktag liegt nur wenige Tage vor der Sommersonnwende und daran knüpft sich auch der Glaube, der Heilige sei für pünktliches Wachwerden ohne Uhr zuständig! Dabei ist Vitus einer der 14 Nothelfer und Patron von Krems und von Sankt Veit an der Glan, aber auch gegen Besessenheit, Aufregung, Hysterie und Epilepsie, im Volksmund lange „Veitstanz“ genannt, und der bettnässenden Kinder. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 6. Juni: Norbert von Xanten | 31 May 2024 | 00:01:47 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Vom reichen Kleriker zum armen Wanderprediger und wieder zurück – das war der Lebensweg des Norbert von Xanten. Er war ein deutscher Adeliger, der für eine Laufbahn im Stift Xanten bestimmt wurde. König Heinrich V. nahm ihn 1110 mit nach Rom. Als der König den Papst gefangen nehmen ließ, um seine Kaiserkrönung zu erzwingen, stellte sich Norbert auf die Seite des Papstes. 1115 soll neben ihm ein Blitz eingeschlagen sein, was ihn zu einem bescheideneren Lebensstil bekehrte. Er reiste barfuß als Wanderprediger durch Deutschland und Frankreich und rief zum Leben nach dem Vorbild der Urkirche auf. In Prémontré gründete er ein Kloster nach der Regel der Augustiner, die heutigen Prämonstratenser. Es wird erzählt, dass einmal eine giftige Spinne in seinen Messkelch fiel. Was tat Norbert? Er trank ihn im Vertrauen auf die Eucharistie aus. Die Spinne kroch aus seiner Nase, ohne dass er Schaden nahm. 1126 wurde Norbert Erzbischof von Magdeburg. Er machte sich alsbald unbeliebt, denn er wurde als zu streng empfunden. Dann änderte er wieder seinen Lebensstil, sodass ein Ordensbruder von der luxuriösen Hofhaltung entsetzt war. Schließlich begleitete Norbert 1132 König Lothar III. zu seiner Kaiserkrönung nach Italien. Er kehrte 1134, mit Malaria infiziert, nach Magdeburg zurück und starb bald danach. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 27. Mai: Bruno von Würzburg | 26 May 2024 | 00:01:55 | |
Es gibt nur wenige österreichische Heilige. Dieser ist auch nicht heiliggesprochen worden, aber er wird verehrt, wenngleich weniger in Österreich als in Würzburg, das ihm den Beinamen gegeben hat: Bruno von Würzburg. Oder von Kärnten, seiner Heimat. Suchen Sie es sich aus. Sein Geburtsjahr wird um das Jahr 1005 vermutet. 1034 wurde Bruno Bischof von Würzburg. Der erfahrene Diplomat war selbst hochgebildet und strebte dies auch für seinen Klerus an. Auch war er einer der wenigen schreibenden Bischöfe seiner Zeit. Als Diplomat strebte er stets danach, Frieden zu stiften. Und er begann mit dem Neubau des Würzburger Domes. Für all das hatte er elf Jahre Zeit. Dann endete sein Leben tragisch. Bruno begleitete den deutschen Kaiser Heinrich III. auf dessen Feldzug nach Ungarn. Am 27. Mai 1045 wurde auf der Durchreise in Persenbeug bei Ybbs an der Donau in Niederösterreich von einer Gräfin ein großes Fest zu Heinrichs Ehren veranstaltet. Es drängten sich so viele Gäste in den Festsaal im ersten Stock, dass der Boden nachgab. Im Stock darunter war die Wäscherei. Der Kaiser fiel in eine mit Wasser gefüllte Wanne und konnte ihr unverletzt entsteigen. Bruno aber schlug daneben auf dem blanken Boden auf und erlag seinen Verletzungen. Er war etwa 40 Jahre alt. Sein Leichnam wurde im neuen Dom in Würzburg bestattet. Wer Lust auf mehr Geschichten über Heilige hat, kann das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" im Domverlag bestellen. Wenn Sie an mehr exklusivem Content von dersonntag.at interessiert sind, melden Sie sich für unser Digital-Abo an. | |||
| 22. Mai: Heilige Rita von Cascia | 21 May 2024 | 00:02:25 | |
Rita von Cascia war Augustinerin und ist die beliebteste weibliche Heilige Italiens. Und das kam so: Rita wurde 1370 als Margherita Lotti in Umbrien geboren. Ihr Spitzname war Rita. Sie wollte zwar Nonne werden, wurde aber verheiratet, und ihr Mann entpuppte sich als gewalttätig. Nach 18 langen Jahren wurde er ermordet. Allerdings schworen Ritas Söhne Rache. Da betete sie darum, dass sie lieber sterben als zu Mördern werden sollten, und das geschah dann auch kurz darauf, indem die beiden der Pest erlagen. Mit 32 Jahren war Rita somit kinderlose Witwe und frei. Sie wurde Augustiner-Eremitin und hatte noch 44 Jahre zu leben. Diese nützte sie, indem sie sich um Bedürftige kümmerte sowie Kranke pflegte. Zusätzlich empfing sie eines Tages das Wundmal eines Dorns der Dornenkrone auf ihrer Stirn. Die stets offene und schmerzende Wunde blieb ihr 15 Jahre bis zu ihrem Tod. Als sie schon schwer krank und bettlägerig war, bat Rita um eine Rose aus dem Garten ihres Elternhauses. Und siehe da – obwohl es Jänner war, blühte der Rosenstock. Nach Ritas Tod am 22. Mai 1447 wurde sie jahrelang auf Wunsch der Gläubigen im offenen Sarg gelassen, da sie nicht verweste. 1900 wurde Rita heiliggesprochen. Sie ist Patronin in aussichtslosen Angelegenheiten und originellerweise – keiner weiß, warum - Patronin der Wursthersteller. Haben Sie Interesse an mehr spannenden Geschichten zu den Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Vom Bischofsstab bis Besenstiel" beim Wiener Dom Verlag! Sie wollen mehr Podcast wie diese hören und mehr Geschichten lesen? Dann abonnieren Sie den Sonntag: Abo "Der Sonntag" | |||
| 15. Mai: Heilige Sophie von Rom | 14 May 2024 | 00:01:36 | |
Geht es nach den Eisheiligen, so ist heute der letzte kalte Tag des Frühlings, die Wärme sollte sich ab sofort durchsetzen. Wollen wir’s hoffen. Es ist der Tag der heiligen Sophie. In der Tat sind die Bauernregeln wenig schmeichelhaft: Die kalt’ Sophie, die bringt zum Schluss / ganz gern noch einen Regenguss. Das Gute daran: Heute soll der letzte instabile Frühlingstag sein. Die Wintersachen dürfen jetzt endgültig weggeräumt werden. Wer aber war Sophie? Historisch weiß man über sie so gut wie nichts. Sie soll als junge Frau um 304 in Rom im Zuge der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian ermordet worden sein. Teile ihrer Reliquien ruhen seit 777 im Frauenkloster Eschau im Elsass. Das war’s. Zusätzlich wurde sie vermutlich mit Sophia von Mailand vermischt, einer Märtyrerin, die 200 Jahre früher lebte und mit ihren drei Töchtern Fides, Spes und Caritas starb. Sophia, die Weisheit, als Mutter von Glaube, Hoffnung und Liebe – da wird’s schon sehr legendär. Nichtsdestotrotz erfreut sie sich großer Beliebtheit. Im Vornamensranking liegt Sophie, auf Deutsch „die Weise“, in den letzten Jahren um Platz drei. Und nicht vergessen: Ab heute kann man aussäen. Lust auf Mehr zu den Heiligen? Hier geht es zum Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" | |||
| 7. Mai: Gisela von Ungarn | 06 May 2024 | 00:02:41 | |
Der Name unserer Tagesheiligen bedeutet: die Geisel. Und das wurde sie auch, aber es ist gut ausgegangen, soviel sei vorab verraten. Die Rede ist von Gisela, der Ehefrau des ungarischen Königs Stephan. Geboren wurde Gisela um 985. Ihr Vater Heinrich II. hatte den charmanten Beinamen der Zänkerer. Gisela wurde mit zehn Jahren mit Prinz Stephan verheiratet. Bereits zwei Jahre später wurde sie an der Seite ihres Mannes Königin von Ungarn. Rund 40 Jahre lang übte sie dieses Amt aus. Sie unterstützte die Idee Stephans von der – mitunter gewalttätigen – Christianisierung Ungarns. Sie stiftete auch eine Kasel, auf der sie abgebildet ist, nicht etwa ihr Mann, und die wurde später der Krönungsmantel der ungarischen Könige. Besonders tragisch war der Tod des Thronfolger Emmerichs 1031 auf der Jagd. 1038 starb dann Stephan. Sein Nachfolger wurde sein Neffe Peter. Gisela wurde danach von ihren heidnischen Gegnern verfolgt und vier Jahre gefangen gehalten. 1042 wurde Peter gestürzt und die Königin befreit. Sie ging daraufhin zurück in ihre Heimat und trat ins Kloster Niedernburg in Passau ein, wo sie im damals hohen Alter von 75 Jahren am 7. Mai 1060 starb. Ihr Grab ist bis heute Ziel ungarischer Wallfahrer. In Wien erinnert die Giselagasse im 14. Bezirk an sie. | |||
| 3. Mai: Heiliger Philippus | 02 May 2024 | 00:00:46 | |
Philippus war neben Andreas der einzige Jünger Jesu mit griechischem Namen. Für Griechen, die Zugang zu Jesus wünschen, fungierte er als Mittelsmann. Philippus forderte von Jesus beim Letzten Abendmahl, ihnen den Vater zu zeigen: „Das genügt uns.“ Im Johannesevangelium ist die Antwort eine Rüge: „Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen!“ Er könnte auch einer der sieben Diakone in der Apostelgeschichte gewesen sein. Dann wäre er der erste Missionar gewesen, der sich in einer heidnischen Stadt niederließ, und der Gründer der Gemeinde von Antiochia, der ersten quasi ökumenischen Gemeinde, die aus früheren Juden und Heiden bestand. Nach der Legende predigte er dann 20 Jahre lang in der heutigen Ukraine und wurde um 81 gekreuzigt. Dargestellt wird Philippus meistens mit einem Brotlaib, um an das Wunder der Brotvermehrung zu erinnern, wo er zwischen griechischen Pilgern und Jesus vermittelte. Philippus teilt seinen Namenstag übrigens mit Jakobus dem Jüngeren, dargestellt mit einer Stange, weil dieser mit einer Tuchwalker-Stange erschlagen wurde. Und eine Bauernregel sagt: Auf Philippi und Jakobi Regen folgt ein großer Erntesegen. | |||
| 31. Oktober: Wolfgang von Regensburg | 21 Oct 2024 | 00:01:47 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Zu den berühmtesten österreichischen Orten zählt St. Wolfgang am Wolfgangsee, und das nicht erst seit einer dort angesiedelten Operette. Der Ort war im Mittelalter einer der beliebtesten Wallfahrtsorte Europas. Zurück geht das auf seinen Namensgeber des Ortes, Bischof Wolfgang von Regensburg. Wie er vor über 1000 Jahren ins Salzkammergut kam? Nun, der Wolfgangsee, der damals Abersee hieß, gehörte zur Diözese Regensburg und Wolfgang kannte ihn von Missionsreisen. Wolfgang wurde 924 in Schwaben in eine mäßig begüterte Familie geboren und war Leiter der Domschule in Trier, ehe er im fortgeschrittenen Alter von 40 Benediktiner und mit erst 44 Priester wurde. 3 Jahre später ging er kurz als Missionar nach Ungarn, bis er Bischof von Regensburg wurde. Wolfgang war außerordentlich beliebt wegen seiner großen Menschenfreundlichkeit, Güte und Bescheidenheit. Unter anderem ermöglichte er die Abtrennung Böhmens von seiner Diözese und damit die Errichtung der Diözese Prag. Er gründete eine Domschule mit Chor, aus dem die heutigen Regensburger Domspatzen hervorgingen. In der Gegend um den Wolfgangsee hielt sich Wolfgang ab 976 der Legende nach 7 Jahre, vermutlich aber nur ein Jahr auf, um der Eroberung Regensburgs zu entgehen. Er war zunächst Einsiedler auf dem Falkenstein, dann baute er die erste Kirche am Ufer des Sees, die heutige Pfarrkirche von St Wolfgang, und zwar der Legende nach an der Stelle, an die seine Axt fiel – weshalb er mit Axt dargestellt wird. Er starb nach 22jähriger Amtszeit mit 70 Jahren am 31. Oktober 994 und wurde 1052 heiliggesprochen. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 25. April: Heiliger Markus | 24 Apr 2024 | 00:01:46 | |
Es gehört zu den Standardrätselfragen, welche Attribute die Evangelisten haben. Markus hat einen geflügelten Löwen. Nicht wegen einer Versicherung, sondern wegen des Kirchenvaters Hieronymus, der in der Bibel beschriebene Lebewesen deutete und zuwies. Markus erhielt von ihm den Löwen, da dessen Evangelium mit der Predigt von Johannes dem Täufer beginnt, also mit der Stimme des Rufers in der Wüste. Wer aber war Markus? Das Neue Testament und einige Kirchenväter sagen, er war der konvertierte Jude Johannes Markus aus der Apostelgeschichte. Er begleitete Paulus und seinen Cousin Barnabas auf einer Missionsreise, gab aber nach einer Weile auf. Deshalb wollte ihn Paulus auf die nächste Reise nicht mehr mitnehmen. Weiters weiß man von einem Aufenthalt in Rom. Dort versöhnte sich Markus mit Paulus und schrieb sein Evangelium. Im Jahr 65 zog er nach Alexandrien, gründete die heute koptische Kirche und wurde deren erster Bischof. Um 67 erlitt er dort den Märtyrertod. Im 9. Jahrhundert wurden seine Reliquien geraubt und nach Venedig geschmuggelt, wo sie großteils noch heute im Markusdom ruhen. 1968 gab Papst Paul VI. als ökumenisches Zeichen Teile davon zurück. Es ist nie zu spät. | |||
| 16. April: Heilige Bernadette Soubirous | 15 Apr 2024 | 00:01:43 | |
Was tut man mit einem Besen? Man kehrt mit ihm. Und anschließend stellt man ihn in die Ecke. Maria hat mich benutzt und nun in die Ecke gestellt. Das ist mein Platz.“ Diese nüchterne Erkenntnis stammt von Bernadette Soubirous. Die nur 1,40 Meter große Bernadette wurde 1844 in Lourdes in Südfrankreich geboren. Die Müllersfamilie rutschte wirtschaftlich ab, bis sie mit ihren Kindern in einer früheren Gefängniszelle endete. Als sie 14 Jahre alt war, erschien ihr 18 Mal die Gottesmutter, die ihr die heute noch fließende Quelle zeigte und zum Bau einer Kirche aufforderte. Mit den Erscheinungen handelte sich Bernadette aber nur Schwierigkeiten ein. Erst glaubte man ihr nicht, dann entstand ein Hype um sie. Sie mochte weder das eine noch das andere. Nach der letzten Erscheinung sprach sie nie wieder darüber. Mit 22 Jahren trat sie bei den Barmherzigen Schwestern ein und widmete sich der Krankenpflege. An ihrer Liebe zur Gottesmutter hielt sie aber ihr Leben lang fest. Bernadette Soubirous starb am 16. April 1879 mit 35 Jahren an Knochentuberkulose und wurde 1933 heiliggesprochen – nicht wegen der Erscheinungen, sondern wegen ihres Umgangs damit. Lourdes ist bis heute einer der größten Wallfahrtsorte der Welt. | |||
| 9. April: Heiliger Konrad von Salzburg | 08 Apr 2024 | 00:01:41 | |
Er prägte das Salzburger Stadtbild für Jahrhunderte und gilt deshalb nach Rupert als „zweiter Gründer der Salzburger Kirche“: Erzbischof Konrad I. von Salzburg. Sein Leben war wahrlich aufregend. Geboren um 1075 in eine Grafenfamilie, am Hof von Kaiser Heinrich IV. erzogen, war er Domherr in Hildesheim. Wohl weil er Heinrichs Sohn beim Sturz seines Vaters unterstützte, wurde er 1106 Erzbischof vom fast 800 km entfernten Salzburg. Doch dort wollte man ihn vorerst nicht. Als Konrad mit zwei Brüdern und 1.000 Rittern eintraf, war das Schloss besetzt, und er musste es sich erst militärisch erkämpfen. Jahrelange Auseinandersetzungen führten sogar zu seiner Inhaftierung. Nach seiner Rückkehr aber ging Konrad mit Feuereifer seine Projekte an. In den folgenden 26 Jahren reformierte er Klerus und Stifte, baute den abgebrannten Salzburger Dom wieder auf und ließ das Domstift sowie die erzbischöfliche Residenz erbauen. Damit prägte er das Stadtbild Salzburgs für Jahrhunderte. Aber auch die Armenfürsorge und die Förderung von Handel waren ihm wichtig. Konrad starb am 9. April 1147. | |||
| 3. April: Heiliger Richard von Chichester | 02 Apr 2024 | 00:02:32 | |
Ein wenig störrisch dürfte Richard von Chichester gewesen sein. Zum Beispiel nicht zu heiraten. Ja, das war mitunter auch für Männer schwierig. Richard stammte aus verarmtem Adel, war früh Waise und sollte nach dem Willen seines Bruders heiraten, was er ablehnte. Er lehnte dann auch sein Erbe ab. Mitte 30 trat er als Jurist in den Dienst des Erzbischofs von Canterbury. Dieser bemühte sich, Reformen im Klerus durchzusetzen. Richard unterstützte ihn darin und in seiner Kritik an König Heinrich III. und dessen Verschwendungssucht. Dem gefiel das gar nicht, und deshalb musste der Bischof ins Exil. Richard begleitete ihn. Erst mit 43 Jahren begann er ein kurzes Theologiestudium, wurde Priester und kehrte zurück nach Canterbury. Bald darauf, 1244, wurde er Bischof von Chichester. König Heinrich war strikt dagegen und verbot Richard, seinen Amtssitz einzunehmen. Kurzerhand wurde er zum Wanderbischof. Nach zwei Jahren gab der König nach, da der Papst ihm mit Exkommunikation drohte. Richard blieb volksnah und bescheiden und setzte sich für die Bedürftigen ein. Er stiftete Krankenhäuser und Kirchen und sorgte für eine gute Ausbildung der Geistlichen. Richard starb am 3. April 1253 und wurde nur neun Jahre später heiliggesprochen. | |||
| 25. März: Heilige Margaret Clitherow | 24 Mar 2024 | 00:01:40 | |
Eine ökumenische Ehe im England des 16. Jahrhunderts, die mit einer Hinrichtung endete. Das ist die tragische Geschichte der Margaret Clitherow, die man die „Perle von York“ nennt. Geboren wurde sie 1556 als Margaret Middleton in York. Mit 15 heiratete sie den vermögenden und verwitweten Fleischhauer John Clitherow. Das Paar, beide Anglikaner, bekam drei Kinder. Drei Jahre nach der Hochzeit aber wurde Margaret katholisch und das in Zeiten, in denen Katholiken im Zuge der englischen Reformation verfolgt wurden. John, der Anglikaner blieb, unterstützte seine Frau. Er zahlte Strafen für sie, weil sie nicht in die Kirche ging. Dreimal musste sie sogar ins Gefängnis. Ihr drittes Kind wurde während einer eineinhalbjährigen Haft geboren. Aber auch danach hörte Margaret nicht auf. Sie versteckte in ihrem Haus im Stadtzentrum Priester und ließ Messen feiern. Das konnte auf Dauer nicht gut gehen. Bei einer Hausdurchsuchung wurden katholische Messgewänder gefunden. Das genügte, um Margaret zu verhaften. Um ihre Familie vor Folter zu schützen, verzichtete sie auf eine Verhandlung und unterschrieb damit ihr grausames Todesurteil. Tod durch Zerquetschen. Details erspare ich Ihnen. Das Urteil wurde am 25. März 1586, einem Karfreitag, vollzogen. Margaret war 30 Jahre alt und schwanger mit ihrem vierten Kind. Königin Elisabeth I. protestierte danach gegen die Exekution. Doch Margarets Saat ging auf. Ihre beiden Söhne wurden Priester, ihre Tochter Nonne. 1970 wurde sie heiliggesprochen. | |||
| 17. März: Heilige Gertrude von Nevilles | 16 Mar 2024 | 00:01:50 | |
Die Farbe Grün dominiert den heutigen Tag. Die englischsprachige Welt feiert Patrick, den Patron von Irland, der den Iren die Dreifaltigkeit mittels eines Kleeblatts erklärt hat. Aber auch eine grüne Dame hat Gedenktag, und zwar die Belgierin Gertrud von Nivelles, geboren 625. Sie ist nämlich Patronin der Gärtner, und daher ist heute Saisoneröffnung für die Garten- und Feldarbeit. Gertrud trat in das von ihrer Mutter gegründete Augustinerinnen-Kloster in Nivelles ein. Sie war sehr gebildet, ließ sich sogar geistliche Literatur aus Rom kommen und setzte sich dafür ein, dass auch Mädchen die Bibel lasen. Und sie hat noch eine Verbindung zu Patrick: Gertrud lud irische Mönche nach Nivelles ein, um den Schwestern die Heilige Schrift auszulegen. Und weil Männer offenbar schon im Mittelalter als wehleidig galten, ließ sie für sie ein Spital bauen. Dort wurden aber natürlich auch andere Kranke betreut, weshalb Gertrud im Mittelalter Patronin zahlreicher Spitäler wurde. Gertrud starb am 17. März 659 mit etwa 34 Jahren. Und jetzt auf in den Garten, denn eine Bauernregel besagt: „An St. Gertrud ist es gut, / wenn in die Erd’ man Bohnen tut.“ | |||
| 14. März: Heilige Mathilde | 13 Mar 2024 | 00:01:33 | |
Sie wird als schön, anmutig und gebildet beschrieben, die erste deutsche Königin: Mathilde. Sie wurde um 895 in Nordrhein-Westfalen geboren, mit 14 die Frau des 16 Jahre älteren, späteren Königs Heinrich I. und Mutter von fünf Kindern. Mathilde soll mit ihrem Mann gleichberechtigt regiert haben und wurde so zum Vorbild für nachfolgende Königinnen. Mathilde war 40, als Heinrich starb. Im Kloster St. Servatius in Quedlingburg ließ sie ihren Mann bestatten. Sie leitete es 30 Jahre lang. Mit dieser Sorge um die „memoria“, um die Erinnerung an Verstorbene, erfüllte Mathilde die vornehmste Aufgabe der Witwe im frühen Mittelalter. Man nannte sie daher die „gute Mutter der Nation“. Mathilde starb am 14. März 968 mit etwa 73 Jahren und wurde neben ihrem Mann begraben. Das Kloster wurde nach 600 Jahren evangelisch und weitere 300 Jahre später aufgehoben. Die Stiftskirche ist evangelisch. Im Ort Quedlingburg wurde im 19. Jahrhundert eine katholische Kirche erbaut, die Mathilde geweiht ist und einen Bezug zu Wien hat, denn der Architekt war Friedrich von Schmidt, der spätere Erbauer des Wiener Rathauses. | |||
| 9. März: Heilige Franziska von Rom | 08 Mar 2024 | 00:01:32 | |
Franz von Sales nannte Franziska von Rom eine der größten Heiligen überhaupt, und doch ist diese Heilige des 15. Jahrhunderts bei uns praktisch unbekannt. Geboren in eine römische Adelsfamilie, wollte sie schon als Kind Nonne werden, wurde aber mit zwölf Jahre verheiratet. Neben ihren Pflichten machte sie aber auch Krankenbesuche und 1417 aus einem Teil ihres Palastes ein Krankenhaus. Durch ihr Talent, vor allem Frauenleiden mit selbstgerührten Salben und Pasten zu heilen, erwarb sie den Ruf der Wundertäterin. Und das in einer Zeit, wo im Petersdom Schafe weideten und es drei Päpste parallel gab. 1423 gründete Franziska die Oblatinnen des Olivetanerordens, die sich besonders um Kranke kümmerten. Als sie nach dem Tod ihres Mannes von der Schwiegertochter aus dem Haus vertrieben wurde, ging sie dorthin, wo sie immer schon sein wollte: in ihr Kloster. Als Franziska starb, trauerte ganz Rom. Und warum das Patronat der Autofahrer? Eine Erklärung lautet so: Franziskas Schutzengel begleitete sie stets und soll ihr Licht gespendet haben. | |||
| 2. März: Heilige Agnes von Böhmen | 01 Mar 2024 | 00:01:32 | |
Sie entging dem klassischen Schicksal der Königstochter, nämlich einer Zwangsehe, weil es sich sage und schreibe drei Verlobte anders überlegten. Beim vierten Anwärter war sie bereits erwachsen. Ihr Bruder, König Wenzel, ließ sie selber entscheiden, und sie wählte statt der Ehe mit dem Deutschen Kaiser Friedrich II. das Kloster. Dadurch wurde sie zu einer der bedeutendsten Frauen des 13. Jahrhunderts: Agnes von Böhmen. Sie nützte ihre Freiheit, all ihren Einfluss und ihre finanziellen Mittel für die Kirche und ihre Mitmenschen. 1232 gründete sie in Prag ein Armenspital, das von Franziskanern versorgt wurde. Neben diesem Männerkloster errichtete sie ein Klarissenkloster. 1234 trat sie selbst ein, was im europäischen Adel einiges Aufsehen erregte. Es entstanden Pflegestellen, Waisenhäuser und Obdachlosenheime. Entsprechend beliebt war Agnes bei der Bevölkerung. | |||
| 24. Februar: Heiliger Matthias | 23 Feb 2024 | 00:02:23 | |
"Dann gaben sie ihnen Lose; das Los fiel auf Matthias und er wurde den elf Aposteln zugerechnet.“ So steht es in der Apostelgeschichte. Matthias ersetzt den Verräter Judas Iskariot. Allerdings beansprucht diesen Platz, den des zwölften Apostels, auch Paulus, sodass man Matthias manchmal als den 13. bezeichnet. Er stammte aus Betlehem und gehörte zu den 70 Jüngern, die Jesus zur Verkündigung aussandte. Über seinen Tod gibt es unterschiedliche Legenden – vom Märtyrertod bis zu einem friedlichen Tod um das Jahr 63. Und es gibt natürlich Reliquien, etwa in Trier. Dorthin sollen sie über Helena, die reiselustige Mutter von Kaiser Konstantin, gelangt sein. Es ist somit das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen. Die Benediktinerabtei St. Matthias ist ein beliebter Wallfahrtsort. Sein Gedenktag ist im deutschsprachigen Raum nach wie vor am 24. Februar. Entsprechend sind die Bauernregeln: „Matheis bricht’s Eis.“ Oder das Gegenteil: „Sankt Mattheis kalt, / die Kälte lang halt.“ In Böhmen sah man Menschen früher am Matthiastag Obstbäume schütteln in der Hoffnung auf eine gute Ernte. Matthias hat auch eine Reihe von Patronaten. Das originellste ist jenes für Buben am Schulanfang. Wie auch immer er dazu gekommen sein mag. | |||
| 21. Oktober: Ursula von Köln | 14 Oct 2024 | 00:01:48 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Conan der Barbar war - der Verlobte der heiligen Ursula von Köln, das heißt, falls es die beiden überhaupt gab. Die Legende erzählt, dass Ursula im 4. Jahrhundert lebte und Tochter eines christlichen Königs in der Bretagne war. Der wollte sie mit dem englischen Fürstensohn Conanus verheiraten. Ursula hatte aber ein Problem damit, dass er Heide war. Sie erreichte einen Heiratsaufschub von drei Jahren. In dieser Zeit sollte Conanus getauft werden, und Ursula pilgerte mit 11 000 Jungfrauen nach Rom. Unterwegs erschien ihr in Köln im Traum ein Engel, der ihr vorhersagte, dass sie nach ihrem Besuch in Rom nach Köln zurückkehren und das Martyrium erleiden würde. Auch Conanus erschien im Traum ein Engel, der ihm auftrug, Ursula nachzureisen. Unterwegs ließ er sich taufen. Tatsächlich wurde die große Reisegruppe bei der Rückkehr in Köln ermordet, und zwar von Hunnen. Der Hunnenkönig wollte Ursula jedoch verschonen und sie heiraten, aber sie verweigerte, worauf sie mit einem Pfeil getötet wurde. Die Hunnen wurden daraufhin von Engeln vertrieben und die Stadt befreit. Ursula machte daher posthum in Köln Karriere: Sie erhielt eine Kirche, wurde ins Stadtwappen aufgenommen und Patronin der Stadt. Die Jungferninseln sind nach ihr benannt und der Ursulinenorden. Schon im 4. Jahrhundert wurde in Köln eine Basilika über einem Grab errichtet, und im romanischen Neubau erzählt eine Inschrift vom Martyrium. Deshalb vermutet man einen wahren Kern in der Legende. Die Anzahl der Heiligen geht wahrscheinlich auf einen Lesefehler der auf lateinisch geschriebenen Geschichte zurück: ein M las man statt martyres als milia, tausend. So entstehen Legenden. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 5. Februar: Heilige Agathe von Catania | 04 Feb 2024 | 00:01:30 | |
Sie ist NICHT die Schutzheilige von „Catan“, der fiktiven Insel, um die sich das populäre Brettspiel „Die Siedler von Catan“ dreht, aber sie hat sogar im Spiel eine Karte in Form einer ihr geweihten Kapelle erhalten – die heilige Agatha von Catanien in Sizilien. Sie zählt zur Reihe der frühchristlichen Märtyrerinnen und ist die Patronin aller Frauen mit Brustleiden. Warum? | |||
| 31. Jänner: Heiliger Johannes Bosco | 30 Jan 2024 | 00:01:27 | |
Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen.“ Dieses Zitat findet sich in unzähligen Stammbüchern. Die Eltern waren arme Bauern im kleinen Ort Becchi bei Turin. Als er zwei war, starb sein Vater. Dennoch gelang es Giovanni, Priester zu werden. Er widmete sein Leben der verwahrlosten Arbeiterjugend im Turin des Industriezeitalters, die tagsüber sich selber überlassen war. Don Bosco richtete für die Jugend ab 1846 sogenannte Oratorien ein, das waren Orte der Freizeitgestaltung und der religiösen Unterweisung, später auch Heime, Lehrwerkstätten und Schulen. Er deckte jeden Lebensbereich ab. Nicht mit Strenge, sondern mit Güte begegnete er seine Burschen – ein der Zeit entgegenstehendes pädagogisches Konzept. Sein großes Vorbild war Franz von Sales. Deshalb nannte er den Orden, den er 1859 gründete, die Gesellschaft des hl. Franz von Sales – heute Salesianer Don Boscos genannt. Don Bosco starb 72-jährig am 31. Jänner 1888 in Turin. 1934 wurde er heiliggesprochen. In seinem Geist sind heute Menschen in mehr als 130 Ländern tätig, auch in Österreich. | |||
| 26. Jänner: Paula von Rom | 25 Jan 2024 | 00:01:33 | |
Was man mit Geld alles machen kann ... dafür steht Paula von Rom. Sie wurde 347 in Rom geboren, ihre Eltern waren Patrizier, entstammten der High Society. Mit 15 Jahren wurde sie mit einer guten Partie verheiratet und bekam fünf Kinder. Sie schätzte ihren Reichtum und Luxus durchaus. Aber dann starb ihr Mann und hinterließ ihr sein Vermögen, doch der Luxus machte Paula fortan keine Freude mehr. Ein paar Jahre später lernte sie Kirchenvater Hieronymus kennen und war beeindruckt von seinen asketischen Idealen. Das Pendel schlug also ins andere Extrem aus. Vorerst verwandelte Paula ihren Palast in eine klösterliche Gemeinschaft und setzte ihr Vermögen ein für die Pflege Kranker und Armer. 385 verließen er, Paula und eine ihrer Töchter Rom. Das alte Leben hinter sich lassend, pilgerten sie zu den biblischen Stätten Ägyptens und Palästinas. 386 ließen sie sich in Betlehem nieder und gründeten, wieder mit Paulas Geld, eine Herberge, drei Frauenklöster und ein Männerkloster. Paula selbst führte fortan ein Leben in Askese und kümmerte sich um Arme und Kranke. Sie starb hochverehrt mit 57 Jahren am 26. Jänner 404 in Betlehem. | |||
| 20. Jänner: Heiliger Sebastian | 19 Jan 2024 | 00:01:30 | |
Wer ist das: ein attraktiver junger Mann, der, spärlich bekleidet, an einen Baum gefesselt steht, mehrere Pfeile in seinem Körper hat und dennoch relativ unbeeindruckt dreinschaut. Genau, es ist der heilige Sebastian. Sein Name verrät seine Herkunft: Sebastianos, das ist der zum Kaiser Gehörende. Sebastian war also Beamter. Er soll im 3. Jahrhundert Hauptmann der Prätorianergarde am Hof des Christenfeindes Kaiser Diokletian gewesen sein. Er verheimlichte seinen Glauben, unterstützte aber inhaftierte Christen, begrub sie und bekehrte sogar einige Römer. Als Diokletian davon erfuhr, ließ er Sebastian an einen Baum binden und mit Pfeilen erschießen. Die fromme Witwe Irene wollte ihn für das Begräbnis vorbereiten, entdeckte dabei aber, dass er noch lebte und pflegte ihn gesund. Kaum genesen, ging Sebastian zum Kaiser und kritisierte dessen Politik scharf. Der ordnete diesmal eine gründlichere Vorgangsweise an. Sebastian wurde zu Tode gepeitscht oder mit Keulen erschlagen (da gehen die Berichte auseinander), seine Leiche in den Abwasserkanal geworfen. Eine Christin fischte ihn heraus und bestattete ihn dort, wo noch heute die Katakomben des Sebastian sind. Über seinem Grab wurde schon im 4. Jahrhundert die Kirche San Sebastiano fuori le mura errichtet. Sebastian wurde später als Pestpatron beliebt - die anfliegende Krankheit. | |||
| 8. Jänner: Heiliger Severin von Noricum | 07 Jan 2024 | 00:01:34 | |
Dass man Autorität sein kann, ohne Entscheidungsträger zu sein, zeigt uns Severin von Noricum. Er ist nach Florian der bekannteste römische Heilige auf österreichischem Boden. Noricum war eine römische Provinz, die in etwa das Gebiet Österreichs umfasste. Im 5. Jahrhundert hatte es Rom politisch aufgegeben, da es im Zuge der Völkerwanderung von den Germanen bedroht wurde. Severin wurde um das Jahr 410 in Italien oder Nordafrika in eine adelige Familie mit politischem Hintergrund geboren. Er kam um 453 nach Noricum und half der Bevölkerung gegen die Germanen. Dabei war er kein Politiker, kein Offizier und kein Bischof, nicht einmal Priester, sondern vermutlich nur ein hoher Verwaltungsangestellter, der als Einsiedlermönch lebte. Ihn fragte man um Rat, auf ihn auf hörte man. Severin rief die Menschen zu Buße, Gebet und Almosengeben auf, gründete Klöster, setzte sich für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung ein und organisierte Lebensmittel- und Kleiderlieferungen. Als militärische Verteidigungsversuche scheiterten, bemühte er sich, Teile der Bevölkerung zu evakuieren. Severin starb am 8. Jänner 482 in dem von ihm gegründeten Kloster in Favianis, das beim heutigen Mautern bei Krems vermutet wird. Seine Gebeine wanderten mit seinem Konvent nach Italien und ruhen heute in der Pfarrkirche von Frattamaggiore in Kampanien. Severin ist der zweite Landespatron von Oberösterreich. | |||
| 15. Oktober: Teresa von Ávila | 07 Oct 2024 | 00:01:47 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Ihr berühmtestes Zitat ist: „Wer Gott besitzt, dem kann nichts fehlen. Gott allein genügt.“ Die große Teresa von Avila, sie wurde 1515 als drittes von zehn Kindern in eine adelige Familie geboren. Mit 20 trat sie bei den Karmelitinnen im spanischen Avila ein. Sie sagte, aus Angst vor der Ehe und der damit verbundenen Diskriminierung der Frau, und aus Angst vor der Hölle. Das konnte als Motivation nicht gut gehen. Teresa wurde bald schwer krank, und weil man sie aufgrund ihres starren Körpers für tot hielt, wurde sie beinahe lebendig begraben. Sie blieb noch jahrelang gelähmt. Ihr Glaube wurde im Laufe der Zeit aber immer tiefer, bis sie mit 39 zur Mystikerin wurde und große innere Freiheit erlangte. Diese half ihr bei der Umsetzung ihres Reformprojekts, nämlich gegen den Widerstand vieler Mitschwestern wieder die ursprüngliche Ordensregel einzuführen. Ab 1562 gründete Teresa 17 Frauen- und 16 Männerklöster, deren Kennzeichen ein geschwisterlicher Lebensstil und Pflege einer intensiven Freundschaft mit Gott waren. Damit hob sie sich klar vom damals gängigen Reformideal mit Bußübungen wie Selbstgeißelung und extremem Fasten ab. Teresa starb mit 67 am 4. Oktober 1582. Da dieser Tag aber schon von Franz von Assisi besetzt war, wollte man ihren Gedenktag auf den nächsten Tag legen. Der war 1582 aber nicht der 5., sondern der 15., denn just an dem Tag trat die Gregorianische Kalenderreform in Kraft. 1622 wurde Teresa von Avila heiliggesprochen, und 1970 Kirchenlehrerin. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 9. Oktober: Heiliger Gunther | 02 Oct 2024 | 00:02:39 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Heute erzählen wir Ihnen etwas über einen Mann, dem man den Beinamen „der Rodungsmönch“ gegeben hat: Gunther. In Thüringen wurde er geboren, im Bayrischen Wald wurde er berühmt, im Böhmerwald ist er gestorben. Zur Welt kam er um das Jahr 955. Da er aus einem Grafengeschlecht stammte, wurde er zunächst Ritter. Offenbar erfüllte ihn das aber nicht nachhaltig, denn nachdem er den Abt vom Benediktinerkloster Niederalteich kennengelernt hatte, änderte er sein Leben. Mit etwa 50 Jahren verschenkte er seine Güter an lokale Klöster in Thüringen. Dennoch war es mit dem Klostereintritt nicht so einfach. Erst musste er zu den sieben Pilgerkirchen in Rom wallfahrten, ehe er aufgenommen wurde. Er blieb aber nur zwei Jahre in Niederalteich, und zog dann mit einigen Gefährten als Einsiedler in den Bayrischen Wald. Noch heute zeugt die Kapelle Frauenbrünnl bei Rinchnach davon. Einsiedler war man übrigens nicht allein, man war nur weg vom Schuss. 1011 war es aber vorerst aus mit dem Einsiedeln, denn da hatten sich so viele Männer um Günther gesammelt, dass er mit ihnen tiefer in den Wald zog und das Benediktinerkloster Rinchnach gründete. Die Männer rackerten sich ab, rodeten Wald und bauten Straßen. Man nennt Gunter daher den „Rodungsmönch“. Sein Kloster war die erste Siedlung in der Gegend und Impulsgeber für die Besiedlung des Bayerischen und des Böhmerwaldes. Zwischendurch wurde Gunther als Diplomat für den deutschen Kaiser eingesetzt. Nach rund 30 Jahren verließ er Rinchnach und zog als Einsiedler in den Böhmerwald ins heutige Dobra Voda in Tschechien. Dort starb er ungefähr 90-jährig am 9. Oktober 1045. Sein Grab war lange in Prag und wurde 1420 von den Hussiten zerstört. Das Kloster Rinchnach hingegen bestand 800 Jahre und ist heute Pfarre. Eine besonders nette Tradition ist 1995 wieder aufgenommen worden, nämlich die Wallfahrt zur Günther-Kirche in Dobra Voda. Dahin gehen Menschen aus der Umgebung und aus Rinchnach – alle zu Fuß auf einem Weg, der unter Gunther erschlossen wurde und den er selbst begangen hat. Drei Tage sind die Pilger am Gunthersteig unterwegs. Gunter wurde zwar nie heiliggesprochen, aber seine Verehrung ist durch diverse päpstliche Dekrete empfohlen. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 29. September: Erzengel Raphael | 22 Sep 2024 | 00:02:10 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Am 29. September ist das Erzengelfest. Es werden die drei Engel Gabriel, Michael und Raphael gefeiert. Für alle drei ist an dieser Stelle kein Platz, daher habe ich jenen ausgewählt, der der Namensgeber für meinen Sohn ist: Raphael. Er gilt als der freundlichste und lustigste von den dreien, vermutlich, weil er als Regent der Sonne gilt. Engel sind übrigens keine Verstorbenen, sondern von Gott erschaffene Wesen, deren Aufgabe es ist, Boten zu sein. Der angelus ist der Bote Gottes. Man denke an den Erzengel Gabriel, der Maria die Botschaft überbringt, dass sie vom Heiligen Geist schwanger werden wird. Der Name Raphael heißt übersetzt: „Gott heilt“. Raphael ist also der Heilende. Er wird aber nicht als Arzt dargestellt, sondern meist mit Engelsflügeln und einem Kind oder einem jungen Mann an der Seite. Der wiederum trägt einen Fisch. Oft wird Raphael als Schutzengel dargestellt, mit zwei Kindern an der Hand, die aber keinen Fisch in der Hand tragen. Der Ursprung dessen liegt in der Bibel im Buch Tobit. Darin wird erzählt, dass Raphael inkognito den jungen Tobias auf einer gar nicht lustigen Reise begleitet. Aus diesem Motiv des Begleiters ist der Schutzengel geworden. Aber woher kommt der Heilende? Nun, der Grund, warum Gott Raphael zu Tobias schickt, sind Gebete von verzweifelten Menschen, die sterben möchten. Durch Raphael aber werden sie geheilt. Und zwar so: Sarah, eine junge Frau, die im Laufe der Geschichte zu Tobias Braut wird, hat schon sieben Ehemänner verloren. Sie wird nämlich von einem Dämon geliebt, der die Bräutigame in der Hochzeitsnacht umbringt. Das macht depressiv. Und Tobias Vater Tobit ist erblindet und daher hoffnungslos. Unterwegs leitet Raphael Tobias an, einen Fisch zu fangen und dessen Innereien aufzuheben. Mit einem Teil der Innereien, die Tobias in der Hochzeitsnacht verbrennt, wird der Dämon vertrieben. Die Galle wiederum wird dem Vater auf die Augen geschmiert und heilt ihn von seiner Blindheit. Raphael zieht alle Fäden. Am Schluss gibt es nur Gewinner. Erst dann gibt er sich zu erkennen. Er ist - naheliegend - Patron der Blinden, Kranken und Apotheker sowie der Reisenden. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 21. September: Evangelist Matthäus | 16 Sep 2024 | 00:01:41 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Heute ist der Gedenktag von Matthäus, dem Apostel. Ob er auch der Verfasser des gleichnamigen Evangeliums ist, ist unter Bibelwissenschaftern umstritten. Als Autor wird er nicht erwähnt, aber schon früh mit ihm gleichgesetzt. Wann und wo Matthäus geboren wurde, ist unbekannt. Er war vermutlich Jude und arbeitete als Zöllner in der Hafenstadt Kafarnaum am See Gennesaret. Er trieb also für die römische Besatzungsmacht Steuern ein und war bei den Einheimischen entsprechend unbeliebt. Jesus rief ihn direkt von seiner Arbeit zu sich und lud sich zum Entsetzen der Pharisäer bei ihm zum Essen ein. Bei Lukas und Markus wird Matthäus in derselben Situation Levi genannt. Aus seinem Beruf kann man schließen, dass er gebildet gewesen sein muss. Nach der Auferstehung soll Matthäus in Äthiopien und Persien missioniert und dort um das Jahr 42 das Martyrium erlitten haben. Das Matthäusevangelium ist das erste Buch im Neuen Testament, obwohl es nicht das älteste ist. Es wurde aber als bedeutender eingestuft, weil es der Tradition nach von einem Apostel geschrieben wurde und nicht, wie Markus und Lukas, nur von Apostelschülern. Matthäus Evangelistensymbol ist der Mensch, da er sein Buch mit dem Stammbaum Jesu beginnt, also die menschliche Natur Christi betont. Da der Mensch oft mit Flügeln dargestellt wird, wird er gerne mit einem Engel verwechselt. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 15. September: Edith von Wilton | 09 Sep 2024 | 00:01:44 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Bei der Mutter, einer Nonne, im Kloster aufzuwachsen, das klingt unglaublich, ist aber passiert – im 10. Jahrhundert in England. Edith von Wilton hieß die Heilige, und sie blieb nicht die einzige, denn auch ihr Vater und ihr Halbbruder wurden heiliggesprochen. Edith wurde um 961 in der Grafschaft Kent im Ort Kemsing geboren. Ihr Vater war König Edgar der Friedfertige. Ihre Mutter Wulftrud wurde unehelich von ihm schwanger, lehnte seinen Heiratsantrag aber ab, da sie ins Kloster wollte. Sie blieb ein Jahr bei ihm und zog dann mit ihrer Tochter ins 180 km entfernte Kloster Wilton, das Edgar fortan finanziell unterstützte. Edith wuchs also im Kloster bei ihrer Mutter auf, die Nonne und Äbtissin wurde. Das Kloster war auch eine Art Internat für adelige Mädchen, Edith war nicht allein. Nach dem Tod des Vaters war Edith etwa 13, erbte ihr Halbbruder Eduard den Thron. Nach seiner Ermordung zwei Jahre später wäre er ihr zugestanden, doch sie lehnte ab. Sie arbeitete lieber im Kloster, kümmerte sich um Arme und pflegte Kranke. Sie soll gebildet, schön, weise, handwerklich geschickt und großzügig gewesen sein, sowie eine große Tierfreundin. Edith starb schon mit 23 Jahren am 16. September um 984 an Fieber und galt da bereits als Heilige. Sie wurde Patronin von Wilton, etliche Kirchen wurden ihr geweiht. Das mächtige Kloster Wilton bestand bis zur Reformation 1539. Dargestellt wird Edith als Äbtissin mit Krummstab, einem Kirchenmodell oder kranken Menschen. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 15. Dezember: Heilige Christina | 15 Dec 2024 | 00:01:32 | |
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer. Im 23. Bezirk befindet sich das Schulzentrum Sankta Christiana. Dessen Namensgeberin war eine der großen Frauen der Kirche. Sie hat der Überlieferung nach im 4. Jahrhundert das Christentum nach Georgien gebracht. Die Georgische Orthodoxe Apostelkirche stellt sie den Aposteln gleich. Auf den Ikonen wird sie als Priesterin abgebildet. Christiana wurde wohl um die Wende zum vierten Jahrhundert in der Türkei geboren, war Sklavin und entkam ins heutige Georgien. Dort lebte sie als Einsiedlerin und erwarb sich einen Ruf als Heilerin. Bald nannte man Nino (Nina), wie die fromme Frau eigentlich hieß, Christiana, die zu Christus Gehörende. Nachdem sie den König und dessen Frau geheilt hatte, erklärte dieser das Christentum zur Staatsreligion. Christiana starb 361. Über ihrem Grab steht heute ein Kloster. Unterhalb dessen ist eine Quelle, der heilende Kräfte zugeschrieben werden. Der Platz zählt zu den heiligsten in Georgien. Und wie kommt diese georgische Heilige in den 23. Bezirk? Nun, sie ist die Patronin des Ordens der Schwestern der heiligen Kindheit Jesu und Mariens, dem Schulerhalter des nach ihr benannten Schulzentrums. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 13. Dezember: Heilige Lucia | 12 Dec 2024 | 00:02:05 | |
Patronin der Notare und der Elektriker Wären wir in der Karibik auf der Insel St Lucia, hätten wir es vermutlich nicht nur wärmer, sondern wir hätten heute frei. Die Insel wurde nämlich an einem 13. Dezember entdeckt und nach der Tagesheiligen benannt – nach Lucia. Lichterkranz als Symbol der Nächstenliebe Ihr Name ist Programm: Lucia, das ist die Leuchtende. Sie bringt das Licht. Das ist besonders in der dunklen Jahreszeit wichtig. Geleuchtet hat Lucia für Christus. Sie lebte an der Schwelle zum 4. Jahrhundert auf Sizilien im heutigen Siracusa. Lucia verbinden wir mit dem Brauch, dass ein Mädchen einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf trägt und der Familie Süßigkeiten bringt. Tatsächlich ist überliefert, dass sich Lucia einen Lichterkranz aufsetzte, um nämlich in der Dunkelheit beide Hände zum Tragen von Speisen für Bedürftige freizuhaben. Eine Art Stirnlampe des 4. Jahrhunderts. Das rief auch die Elektriker auf den Plan, die Lucia deshalb zu ihrer Patronin erwählten. Vom Verrat zur Verehrung Lucia wurde ermordet, weil sie ihre Verlobung löste, um sich Gott zu weihen. Der Ex-Verlobte zeigte sie aus Rache als Christin an. Der Schuß ging aber nach hinten los, denn Lucias Popularität begann dadurch erst so richtig, die Liste der Bräuche, die sich um sie ranken, und der Patronate, die die Lichtbringerin innehat, ist schier endlos.
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| 4. Dezember: Heilige Barbara | 03 Dec 2024 | 00:01:35 | |
Die Nothelferin der Bergleute Für die meisten Menschen ist heute der Barbaratag. Sie stellen Zweige von Kirsch- oder Apfelbäumen ins Wasser. Dieser Brauch ist natürlich Aberglaube, und auch die Existenz der Barbara von Nikomedien ist nicht gesichert. Sie ist auch eine der vierzehn Nothelfer. Die schaurige Legende von Barbara Gelebt haben soll sie gegen Ende des 3. Jahrhunderts in der heutigen Türkei. Gegen den Willen ihres Vaters ließ sie sich taufen. Ein Turm, mit dem sie dargestellt wird, spielte eine zentrale Rolle. Hier wurde sie von ihrem Vater eingeschlossen. Sie floh, wurde wieder gefangen. Details des schaurigen Martyriums erspare ich Ihnen. Am Schluss wurde die Arme von ihrem Vater eigenhändig enthauptet. Dieser wurde gleich darauf vom Blitz getroffen und verbrannte. Das soll sich am 4. Dezember um das Jahr 306 abgespielt haben. Schutzheilige der Artillerie und Bergleute Dieser Blitzschlag machte Barbara später zur Schutzheiligen der Artillerie. Da die Heilige – der Legende nach – von einem Felsen geschützt wurde, der sich öffnete und sie verbarg, wählten die Bergleute sie zu ihrer Patronin, und neben ihnen noch Geologen, Architekten, Maurer, Steinhauer, ... Die Barbarazweige soll sie übrigens selber in der Gefangenschaft zum Blühen gebracht haben. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 30. November: Heiliger Andreas | 29 Nov 2024 | 00:01:32 | |
Falls Sie Andreas heißen, dann darf ich Ihnen zum Namenstag gratulieren. Andreas ist einer der Namen, die tatsächlich über Jahrtausende hinweg populär geblieben sind. Momentan rangiert er auf Platz 32 der beliebtesten Vornamen. Es ist ein kraftvoller, denn das griechische Wort „andreios“ heißt „mannhaft, tapfer, tüchtig“. Populär wurde der Name durch einen Apostel. Bedeutung des Andreaskreuzes Andreas war der Bruder des Petrus. Dieser hat zwar kirchlich die größere Karriere gemacht, im profanen Alltag aber hat sich Andreas durchgesetzt. Spuren von ihm finden sich in Form des Andreaskreuzes, das wie ein X aussieht. In der Chemie warnt es vor gesundheitsschädlichen Stoffen. An Bahnübergängen mahnt es zur Vorsicht vor möglicherweise herannahenden Zügen. Der Ursprung des Andreaskreuzes liegt im Martyrium des Apostels. Er wurde gekreuzigt, allerdings auf einem Kreuz, das die Form eines X hatte, weil der Todeskampf dadurch noch verlängert wurde. Die Brüder Petrus und Andreas sind daher leicht zu unterscheiden. Petrus hält den Schlüssel zum Himmelreich, Andreas trägt das x-förmige Kreuz. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||
| 24. Jänner: Franz von Sales | 23 Jan 2025 | 00:01:29 | |
Gentleman unter den Heiligen Chablais, Diözese Genf, Ende des 16. Jahrhunderts. Im Schutz der Dunkelheit heftet ein Mann Flugblätter an Türen, Bäume und Tore. Warum? Nun – bis vor kurzem war Chablais von Calvinisten besetzt, der Bevölkerung ist aber noch immer von den Machthabern unter Strafe verboten, katholische Predigten zu hören. Mit seiner Idee zum Erfolg Der junge Mann ist Priester und denkt sich daher: Wenn die Leute nicht zu meinen Predigten gehen dürfen, gehen meine Predigten eben zu ihnen. Er hat Erfolg – vier Jahre später ist die Bevölkerung wieder katholisch. Und fast 400 Jahre später wird ihn diese „Presseaktion“ das Patronat für die Journalisten einbringen. Ein Leben im Dienst der Nächstenliebe Besagter Priester ist Franz von Sales. 1567 in Savoyen geboren, wurde er Jurist, Priester, Ordensgründer, Bestsellerautor und Bischof seiner Heimatdiözese Genf. Er war ein echter Seelsorger, besuchte als erster Bischof alle Pfarrkirchen, kümmerte sich um die Kinder- und Erwachsenenbildung, sprach so viel wie möglich in der Landessprache und nicht in Latein, und das alles mit großer Herzlichkeit. Gründer, Autor und Kirchenlehrer Man nennt ihn daher den „Gentleman unter den Heiligen.“ 1604 gründete er den Orden der Salesianerinnen. Sein Buch „Anleitung zum frommen Leben“ zählt bis heute zu den Top Ten der christlichen Weltliteratur. Franz von Sales starb, hoch verehrt, im Alter von 55 Jahren am 28. Dezember 1622. 1877 wurde er zum Kirchenlehrer erklärt. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch "Von Bischofsstab bis Besenstiel" von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem Digital-Abo. | |||