Im DMGD-Talk „Gesundheitspolitische Gespräche“ diskutieren Expertinnen und Experten über Chancen, Herausforderungen und Trends im Bereich Digitale Gesundheit.
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11 | Prof. Dr. Werner Mäntele
Épisode 11
vendredi 7 juillet 2023 • Durée 30:11
Prof. Mäntele erläutert die Funktionsweise der entwickelten Technologie zur nicht-invasiven Glucosemessung. Ziel sei es, „optische Verfahren zu nutzen, um chemische oder biochemische Messmethoden abzulösen oder zumindest zu ergänzen“. Er berichtet, wie die Validierung des Verfahrens durch Tests erfolgte, wie die Finanzierung sichergestellt werden konnte und wann die ersten Geräte auf den Markt kommen werden.
10 | Heinrich Böckelühr
Épisode 10
vendredi 2 juin 2023 • Durée 34:46
Heinrich Böckelühr betont, dass die Einbeziehung digitaler Prozesse in die gesundheitliche Versorgung sinnvoll und notwendig ist, um die Hausarztpraxen zu entlasten. Vor allem der Datenschutz dürfe Digitalisierungsprozesse nicht behindern, sondern müsse deren Nutzen in den Vordergrund stellen. Um die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen zu können, sollte zügig der nötige Rechtsrahmen geschaffen werden.
09 | Sonja Laag
Épisode 9
vendredi 5 mai 2023 • Durée 30:07
Sonja Laag beschreibt im Interview zunächst die historischen Hintergründe unseres Gesundheitssystems, bevor sie auf die daraus resultierenden strukturellen Probleme eingeht. Sie spricht von „einem Jahrhundert Strukturaufholbedarf, um die Berufspflege überhaupt in die Lage zu versetzen, mitgestalten zu können.“ Im Rahmen der Digitalisierung werde dringend eine „Kommission für Systemarchitektur“ benötigt, um zu prüfen, an welchen Stellen alte Komponenten im System nicht mehr passen. Auch sieht die Expertin die Notwendigkeit, Praktiker*innen in die Versorgungsgestaltung einzubeziehen.
Sonja Laag ist Expertin für eine integrierte Versorgungsinfrastruktur im Gesundheitssystem, ist seit dem Jahr 2002 bei der BARMER in Wuppertal als Versorgungsprogrammleiterin für Integrierte Versorgung tätig und ist Mitglied im IPAG-Expert*innenrat.
08 | Dr. med. André T. Nemat
Épisode 8
jeudi 6 avril 2023 • Durée 30:46
„Daten metaphrasieren wir mittlerweile als Rohstoff. [...] Diese zahlreichen Daten bilden zusammen mit wachsender Rechenleistung und algorithmischer Intelligenz die Treiber der Digitalisierung“, erklärt Dr. med. André T. Nemat im Gespräch mit Dr. Olaf Gaus. Das Qualitätsversprechen der Digitalisierung in der Medizin liege in der „Entwicklung des digitalen Zwillings“. Auf welche Weise solch ein „digitales Ich“ nicht nur aus medizinischen Daten entsteht, inwiefern die permanent erhobenen Big Data für Unternehmen wertvoll sind und warum es durch die großen Datenmengen zu einem Paradigmenwechsel in Medizin und Versorgung kommen kann, bei dem sowohl Prädiktion als auch Prävention einen immer größeren Stellenwert einnehmen, wird in dieser Ausgabe der Gesundheitspolitischen Gespräche thematisiert.
Dr. med. André T. Nemat studierte zunächst Ingenieurwissenschaften und dann Medizin. Er war 15 Jahre als Chefarzt für Thoraxchirurgie an Krankenhäusern maximaler Versorgungsstufen tätig und ist u. a. Gründer und Managing Partner des Institute for Digital Transformation in Healthcare an der Universität Witten/Herdecke.
07 | Prof. Dr. med. Martin Mücke
Épisode 7
vendredi 3 mars 2023 • Durée 30:09
„Gerade im Bereich der seltenen Erkrankungen spielt die Digitalisierung eine sehr große Rolle“, erklärt Prof. Mücke im Gespräch mit Dr. Gaus. „Man weiß noch nicht viel über diese Erkrankungen und es gibt nur wenige Experten, die sich damit auseinandersetzen.“ Das rare Wissen darüber könne mit Hilfe von KI-Anwendungen vermittelt werden. Auch könne KI von Betroffenen ausgefüllte Fragebögen auswerten und damit vor allem Allgemeinmediziner*innen, die nicht an einem der Zentren für Seltene Erkrankungen beschäftigt sind und sich diesen Erkrankungen nur mit sehr beschränkten zeitlichen Kapazitäten widmen können, bei der Diagnostik unterstützen.
Prof. Dr. med. Martin Mücke ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Direktor des Instituts für Digitale Allgemeinmedizin an der Universitätsklinik RWTH Aachen und Vorstandssprecher des Zentrums für Seltene Erkrankungen Aachen (ZSEA).
06 | Prof. Dr. David Matusiewicz
Épisode 6
jeudi 2 février 2023 • Durée 31:17
„Es gibt keine andere Branche, in der der Impact der Digitalisierung größer ist als im Gesundheitswesen.“, so Prof. Matusiewicz im Gespräch mit Dr. Olaf Gaus. „Das liegt zum einen daran, dass diese Branche rückständiger ist was Technologie angeht – im Gegensatz zu eCommerce, Automotive und anderen Branchen – und zum anderen gibt es nichts Wichtigeres als das Gut Gesundheit.“ Wie die digitale Transformation des Gesundheitswesens aussehen könnte und wie wichtig darauf abgestimmte Geschäftsmodelle sind, wird in dieser Ausgabe thematisiert.
Prof. Dr. David Matusiewicz ist Professor für Medizinmanagement an der FOM Hochschule für Ökonomie und Management. Er ist Dekan des Hochschulbereichs Gesundheit & Soziales und leitet das gleichnamige Forschungsinstitut (ifgs). Er unterstützt technologie-getriebene Start-ups im Gesundheitswesen. Sein kürzlich herausgegebenes Buch „Plattformen und Tech-Giganten“ (Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft) widmet sich zukunftsfähigen Geschäftsmodellen in der digitalen Gesundheitsökonomie.
36 | Jens Kamieth
Épisode 36
vendredi 10 octobre 2025 • Durée 31:09
„Das System steht massiv unter Druck, und zwar aus unterschiedlichen Richtungen“, erklärt Jens Kamieth MdL und bezieht sich auf den demografischen Wandel sowie die aktuelle wirtschaftliche Lage. Unter diesen Gesichtspunkten stellt sich dem Landtagsabgeordneten die Frage, wie eine qualitativ hochwertige Versorgung insbesondere im ländlichen Raum auch zukünftig sichergestellt werden kann. Jens Kamieth und Dr. Olaf Gaus sprechen über die Stärkung des Gesundheitsbewusstseins in der Bevölkerung, das wiederum einen gesünderen Lebensstil fördere und so zu mehr Lebensqualität verhelfe. So spricht sich Jens Kamieth als Jugendpolitiker dafür aus, dies schon in der Grundschule mitzudenken und durch Lehrpläne ein Bewusstsein für Gesundheitsthemen zu schaffen. Das sei in den Curricula bereits enthalten, müsse aber noch stärker im Unterricht etabliert werden.
Neben dem Bildungsaspekt sieht der Abgeordnete auch in Anreizsystemen hohes Potential zur Verbesserung des Gesundheitsverhaltens. Dazu gehören Beitragserstattungen durch Krankenkassen bei Teilnahme an Gesundheitsprogrammen. Solche Angebote müssten nach Einschätzungen des Politikers noch bekannter und weiter ausgebaut werden. Weitere Potentiale zur Stabilisierung des Gesundheitssystems stellen für Jens Kamieth eine effizientere Übermittlung von Patientendaten und die Auflösung von Doppeluntersuchungen dar. Schon auf dem Weg von der Notaufnahme in die eigentliche Fachabteilung entstünden Datenbrüche. „Wir müssen intensiv darüber nachdenken, dass wir versuchen den Ärzten wirklich nur die Arbeit zu lassen, die nur sie machen können und vorgelagerte und nachgelagerte Arbeiten bei Untersuchung, Anamnese oder Medikation in die Ebene der ärztlichen Mitarbeiter zu geben“, ergänzt Kamieth. Auch sei über Bürokratieabbau im Bereich der Gesundheitsversorgung nachzudenken.
Weiter diskutieren Jens Kamieth MdL und Dr. Olaf Gaus das Thema Datenschutz und die Diskrepanzen, die sich hier nach Ansicht des Abgeordneten ergeben, sowie über nächste notwendige Schritte aus politischer Sicht, um die Probleme im Gesundheitssystem nachhaltig anzugehen.
35 | Nils B. Krog
Épisode 35
vendredi 5 septembre 2025 • Durée 32:15
„Natürlich ist die Gesundheitsversorgung bei uns nicht nur systemrelevant, sondern auch gesellschaftlich enorm relevant“, so Nils B. Krog und erklärt: „Die Lebensqualität ist bei uns sehr eng mit der medizinischen und pflegerischen Versorgung verbunden“. Ressourcenmangel besteht sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten. In der Stadt gibt es eine hohe Dichte an Krankenhäusern mit entsprechend vielen Spezialisten. Die Wartezeiten für die Bevölkerung sind aber nicht anders als auf dem Land. Um dem Ressourcenmangel zu begegnen, brauche es eine Zuwanderung von Fachkräften. Es sei hilfreich, wenn diese schon eine Form von Arbeitszulassung erhielten, bis der Prozess der endgültigen Anerkennung der Berufsqualifikation abgeschlossen ist.
Um das System weiter zu entlasten, müsse der Abbau der Bürokratisierung massiv angegangen werden, beispielsweise bei der Delegation von Aufgaben. „Wer – in einem medizinisch-pflegerischen Gesamtkontext – darf etwas? Es ist häufig so, dass die erfahrene Krankenschwester oder die erfahrene Arzthelferin viele Sachen perfekt beherrscht“, findet der Vorstandsvorsitzende. Das müsse dem System zugutekommen, indem Kompetenzen durch größeren Handlungsspielraum stärker berücksichtigt werden. Auch im Bereich des Datenschutzes und der Dateneinsicht sieht Nils B. Krog Potenzial. Für die elektronische Patientenakte gibt es zum Beispiel mehrere Anbieter und eine entsprechend heterogene Umsetzungsstruktur. Ein einheitliches System würde weniger Aufwand bedeuten. „Es gibt ja auch nur einen digitalen Personalausweis“, so der Geschäftsführer des Ev. Krankenhauses.
26 | Dr. med. Phillipp Kurtz
Épisode 47
vendredi 8 novembre 2024 • Durée 31:14
“Wir haben mit dem TIM eine Lösung geschaffen, die erstmalig einen Rahmen schafft für ganzheitliche Kommunikation“, erläutert Dr. med. Phillipp Kurtz. Multimediales Kommunizieren mittels Bildern, Text, Sprache, Dokumenten oder Videos sei zwischen allen Beteiligten möglich. Neben Mediziner*innen, Pflegefachpersonen und Therapeut*innen sollen auch Patient*innen den TIM nutzen können. Der Messenger der Famedly GmbH ist bereits erhältlich und wird derzeit beispielsweise im Pilotprojekt TIMO TI-Modellregion Hamburg & Umland verwendet. Weitere TI-Messenger von anderen Anbietern werden folgen. Dr. Kurtz erklärt im Interview, dass unterschiedliche Messenger gemäß den Vorgaben der gematik GmbH untereinander interoperabel sein werden.
„TIM und ePA gehören untrennbar zusammen“, so der Mediziner. Während in der ePA insbesondere strukturierte Daten abgelegt würden, seien über den TIM schnelle Abklärungen unter den Beteiligten möglich. Des Weiteren wird im Gespräch erörtert, welche Vorteile sich durch die dezentrale Technologie ergeben, wie Nachrichten die richtigen Adressaten finden, welche Rolle das Matrixprotokoll der gematik GmbH spielt und warum zukünftig auch Chatbots in den TIM integriert werden sollten.
25 | Andrea Schmidt-Rumposch
Épisode 25
vendredi 11 octobre 2024 • Durée 32:22
Mit Bezug auf das neu erschienene Fachbuch „Human Hospital“, das Frau Schmidt-Rumposch zusammen mit Prof. Dr. med. Jochen A. Werner herausgegeben hat, beschreibt die Pflegedirektorin die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Medizin und Pflege: „Die gelungenste Operation wird nichtig, wenn die Nachsorge nicht funktioniert“. Vor dem Hintergrund der höher werdenden Zahl zu pflegender Menschen sieht Andrea Schmidt-Rumposch die Notwendigkeit, Pflegefachpersonen mithilfe der Digitalisierung insbesondere im Bereich der Administration zu entlasten. Dies führe zu mehr Pflegezeit für die Patient*innen, mehr Arbeitszufriedenheit bei den Fachkräften und somit zu höherer Personalbindung. Angesichts der aktuellen Versorgungslücken hebt Andrea Schmidt-Rumposch die Relevanz der Implementierung von Ambulanzzentren, der Umsetzung der Krankenhausreform und der Prävention hervor. „Wir brauchen in jedem Fall eine Erhöhung des Effizienzgrades in der Behandlung“, sagt auch Dr. Olaf Gaus.
Darüber hinaus erläutert Frau Schmidt-Rumposch anhand von konkreten Beispielen aus dem Universitätsklinikum Essen, welche Entwicklungsfortschritte im Bereich der klinischen Pflege bereits gemacht wurden. Hierbei geht sie u. a. auf die Ausbildung von ePA-Trainer*innen, die Erstellung von Bewegungsprofilen durch Sensorik an Patient*innenbetten, die Rolle der KI bei der Erkennung von Wundarten und die Entwicklung einer App für Chemotherapie-Patient*innen ein.