Jeden Morgen die Fußball-Analyse per Newsletter – kostenlos:
https://www.feverpitch.de/newsletter-anmeldungMan kann es deutschen Fußballfans kaum recht machen. Bei Gladbach wird
Rocco Reitz geschmäht, weil er den Verein Richtung Leipzig verlässt. In Dortmund
pfeifen sie Nico Schlotterbeck aus, weil er beim BVB bleibt. Was denn nun?
Schlimmer trifft's einen Beteiligten im Profifußball nur, wenn zwar Kompetenz zugestanden wird, aber das Geschlecht weiblich ist. Damit sind wir beim Thema des Wochenendes: Eine Frau wird Bundesliga-Trainerin.
Jeder wird's mitbekommen haben, trotzdem hier schnell die Fakten: Union Berlin trennte sich über Nacht vom zuletzt glück- und ratlosen Trainer Steffen Baumgart und setzte Marie-Louise Eta auf die Chefposition - eine Frau.
In der Überschrift zu seinem Kommentar im Hamburger Abendblatt bringt mein Kollege Kai Schiller die Situation auf den Punkt: "
Diesen Kommentar sollte es gar nicht geben." Aber so weit sind wir 2026 noch nicht.
Es ist eben keine Selbstverständlichkeit, dass Frauen Führungspositionen im Spitzenfußball einnehmen. Die Erkenntnis, dass die Befähigung für den Job nicht vom Geschlecht abhängig ist, setzt sich nur langsam durch.
Marie-Louise Eta geht ja nicht nur ein persönliches Risiko ein (wie jeder Trainer, der in der Bundesliga anheuert). Ihr unsichtbarer Gegner werden Vorurteile sein. Alex Steudel hat für seine Kolumne ein paar lesen müssen.
Wir dürfen da aber keine Unterschiede machen. Wenn sie taktische Glanzstücke zeigt, wird sie ebenso gefeiert, wie sie für Fehler am Spielfeldrand kritisiert wird. Nichts anderes wird sie wollen. Denn genau das ist: Gleichberechtigung.