Entschädigt? Über DDR-Unrecht und Aufarbeitung – Détails, épisodes et analyse

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Podcast Entschädigt? Über DDR-Unrecht und Aufarbeitung

Entschädigt? Über DDR-Unrecht und Aufarbeitung

Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Société & Culture
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Fréquence : 1 épisode/52j. Total Éps: 6

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Wir sprechen mit Menschen, die DDR Unrecht erlebten und entschädigt wurden. Was haben sie erlebt? Wie blicken sie heute auf ihre Erfahrungen? Was bedeutet „Entschädigung“ in der eigenen Biografie?
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Ausreiseantrag und vermögensrechtliche Entschädigung. Marga und Dietmar Riemann über die Freiheit, Entscheidungen zu treffen

jeudi 5 septembre 2024Durée 46:39

Marga und Dietmar Riemann stellten Anfang 1986 einen Antrag auf Ausreise aus der DDR. Fast vier Jahre des Wartens, der Ämtergänge, der Schikanen, der Suche nach Unterstützung aus dem Westen, des Einpackens und wieder Auspackens folgten. Ende September 1989 durften sie schließlich die DDR verlassen. Dafür mussten sie ihr Haus „loswerden“. Eine Schenkung an loyale Empfänger, die Riemanns im Westen ausbezahlt hätten, verhinderte der Staat. Zehn Jahre lang kämpften Riemanns darum, im vereinigten Deutschland ihr Haus zurückzubekommen. Schließlich erhielten sie eine Entschädigung, diese war kaum höher als ihre Anwaltskosten. Dennoch sind Marga und Dietmar Riemann dankbar. Weshalb, und wie ihr Ringen mit den staatlichen Stellen aussah, erfahrt ihr in unserem Podcast. 

Das 2. SED-Unrechtsbereinigungsgesetz regelt u.a. die verwaltungsrechtliche Rehabilitierung, die wiederum Ansprüche nach verschiedenen Gesetzen begründen kann. Hierzu gehört das Vermögensgesetz, auf dessen Grundlage auch die Riemanns entschädigt wurden.  

Informationen zur verwaltungsrechtlichen Rehabilitierung: https://www.berlin.de/lageso/versorgung/soziales-entschaedigungsrecht/opfer-von-sed-unrecht/#berrehag 

Die Stiftung Situation Kunst betreut das fotografische Werk von Dietmar Riemann, aktuell noch bis 24.10.2024 mit einer Ausstellung in Saarbrücken: https://situation-kunst.de/ausstellungen/ausstellungen-2023/dietmar-riemann

Zur Erwähnung der Treffen Ausreisewilliger in der Treptower Bekenntniskirche siehe den heutigen Gedenkort: https://www.berlin.de/museum-treptow-koepenick/gedenkorte/artikel.853004.php

 Wegen der staatlichen Wohnraumlenkung war die Familiensituation möglicher Hauskäufer relevant. Weitere Informationen hierzu: https://www.mdr.de/geschichte/ddr/alltag/familie/wohnen-plattenbau-102.html#sprung1

Riemann nennt den „Abschnittsbevollmächtigten“ salopp „Ortsbevollmächtigten“, siehe hierzu: https://de.wikipedia.org/wiki/Abschnittsbevollm%C3%A4chtigter

Marga Riemanns Vater war Mitglied der SPD, zur Ost-Berliner Besonderheit der SPD-Büros bis 1961: https://spd.berlin/magazin/berliner-stimme/die-ostberliner-spd-von-1946-bis-1961/ 

Podcast-Host Elena Demke zu Mauerfotos aus Ost und West, dabei geht’s auch um Riemanns heimliche Aufnahmen: https://www.bpb.de/themen/deutsche-einheit/deutsche-teilung-deutsche-einheit/55860/mauerbilder-in-ost-und-west/ 

Die damalige Tschechoslowakische Sozialistische Republik wurde in der DDR oft umgangssprachlich „Tschechei“ genannt. Die historische Belastung des Begriffs wurde damals nicht breit diskutiert, siehe auch: https://mzv.gov.cz/bern/de/gegenseitige_beziehungen/kultur/offizielle_bezeichnung_unseres_landes_in.html

Politische Haft. Kapitalentschädigung und Opferrente. Katrin Siebeck über Solidarität und künstlerische Aufarbeitung

Épisode 1

jeudi 8 août 2024Durée 54:44

In der ersten Folge der neuen BABcast-Reihe geht es um Jugendliche, die 1983 einen Tunnel verschönern wollen und dafür ins Gefängnis kommen, um Stasi-Vernehmer, einen Schauprozess und um die Solidarität zwischen inhaftierten Frauen. Katrin Siebeck spricht über ihre Haftentschädigung und Opferrente: Wie erfuhr sie davon, wofür benötigt sie die Entschädigung? Katrin macht deutlich, wie Kunst verbinden und beim Bewältigen von Traumata helfen kann.

00:00-02:37 Intro

02:37-06:23 Malaktion und Verhaftung

06:24-07:31 Polizeigefängnis Keibelstraße

07:31-09:25 Untersuchungshaft

09:26-10:04 Reflexion

10:05-12:45 Stasi-Untersuchungshaftanstalt Pankow

12:25-14:29 Emotionale Folgen und Ausreiseantrag

14:30-16:11 Anwerbungsversuch der Stasi

16:12-19:59 Reflexion

20:00-20:55 Ausblick auf Ankunft im Westen

20:56-24:26 Gerichtsprozess

24:27-26:11 Transport in den Strafvollzug

26:12-31:56 Frauengefängnis Hoheneck

31:57-34:33 Geburtstagskleid und Performance

34:34-37:17 Hintergründe eines Totschlags

37:18-41:15 Entschädigungsantrag und Opferrente

41:16-48:04 Therapie und Kunst

48:05-50:00 Ausstellung und Wiedersehen

50:00-52:19 Rehabilitierung und Kapitalentschädigung

52:20-53:29 Outro

53:30-54:44 Nachtrag

Trailer. Entschädigt? Über DDR-Unrecht und Aufarbeitung

jeudi 1 août 2024Durée 02:20

In der neuen BABcast-Reihe "Entschädigt?" geht es um Menschen, die im Gefängnis, Kinderheim oder der Jugendpsychiatrie waren, die Stasi-Verfolgung oder amtliches Unrecht erlebten und deshalb eine Entschädigung oder Ausgleichszahlung erhielten. Hier könnt Ihr schon einmal reinhören. Am 8. August geht's dann los mit Folge Eins!

Leid und Unrecht in der Jugendpsychiatrie. Amalia über die zwei Seiten von Anerkennung

Épisode 3

jeudi 10 octobre 2024Durée 49:15

Amalia erlebte in den 1980er Jahren die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Ost-Berlin. In unserem Podcast erinnert sie sich an eine Atmosphäre von Verunsicherung und Demütigung, an Gewalt, die ihr widerfuhr und politisches Unrecht, das sie beobachtete. Sie erzählt, wie die Erziehungsforderungen der Diktatur dazu beitrugen, dass sie in der Psychiatrie landete. Amalia erhielt wegen des erlebten Unrechts eine Zahlung der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“. Eindrücklich spricht sie über die emotionale Herausforderung der Antragstellung und darüber, was es heißt, Unrecht anzuerkennen und dabei „nicht Opfer bleiben zu wollen“.

Weiterführende Links

Überblick zu neuerer Forschung, der die politische Instrumentalisierung der Psychiatrie in der DDR zurückhaltend einschätzt: https://www.springermedizin.de/psychiatrie-und-psychosomatik/psychotherapie/politischer-missbrauch-in-der-psychiatrie-der-ddr/19239756 

Mit besonderem Fokus auf die politische Instrumentalisierung von Medizin in der DDR allgemein: https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/205841/medizin-im-dienste-der-staatssicherheit/ 

In seinem Buch über die Geschichte der Psychiatrie in Herzberge kommt ein ehemaliger Arzt des Fachkrankenhauses für Neurologie und Psychiatrie zum Urteil, dieses sei „fest im Griff der Staatssicherheit“ gewesen: https://www.aerzteblatt.de/archiv/171155/Schicksal-einer-Anstalt-Historischer-Dreisprung 

Informationen zur Arbeit der Stiftung Anerkennung und Hilfe. Unter anderem mit dem Abschlussbericht, Ergebnissen des zugehörigen Forschungsprojekts und weiteren Betroffenenstimmen: https://www.bmas.de/DE/Soziales/Soziale-Entschaedigung/Stiftung-Anerkennung-und-Hilfe/stiftung-anerkennung-und-hilfe.html 

Die „Straße der Besten“ war eine Aufreihung von Porträtfotos der besten Schülerinnen und Schüler oder Arbeiterinnen und Arbeiter, s.a. das DDR-Glossar der Bundeszentrale für politische Bildung: https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42771/glossar-ddr-sprache/

 Ein Buch mit Zeitzeugenberichten aus der DDR-Psychiatrie, von einer ehemaligen Krankenschwester rezensiert: https://travelwithoutmoving.de/psychiatrie-in-der-ddr-erzaehlungen-von-zeitzeugen-von-thomas-r-mueller-und-beate-mitzscherlich/

Anerkennung von Versagen der Evangelischen Kirche. Lothar Rochau über Einmischung und Aufarbeitung

jeudi 14 novembre 2024Durée 01:00:33

Sein Vater war SED-Funktionär, aber Lothar Rochau ging eigene Wege. Langhaarig trampte er durchs Land, begeisterte sich für Blues und wurde Christ. Als Diakon organisierte er die offene Jugendarbeit in Halle-Neustadt. Bald kamen Hunderte Jugendliche: Hier gab es Musik, Kunst und Literatur, die mit ihrer Sinnsuche zu tun hatten. Auch Texte und Bilder, die in der DDR verboten waren. Die Stasi spitzelte und manipulierte. Rochaus Pfarrer-Kollegen im Neubaugebiet waren ohnehin eher staatsnah, und die Kirchenleitung schützte ihn und seine Arbeit nicht. Er wurde entlassen, verhaftet und zur Ausreise gedrängt. Sein Anwalt war Stasi-Spitzel; der Personalchef seiner Landeskirche war Stasi-Offizier im besonderen Einsatz. Bereits November 1989 zog Rochau wieder in die DDR. Die Kirche aber wollte ihn auch jetzt nicht. Er wurde Jugendamtsleiter und kämpfte jahrzehntelang um Schuldbekenntnis und Entschädigung seitens der Kirche.

Die Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM) richtete bislang als einzige Landeskirche ein Entschädigungs- und Anerkennungsverfahren für kirchliches Versagen und Mitschuld an DDR-Unrecht ein. Anträge konnten bis Ende April 2023 gestellt werden, der Abschlussbericht erscheint demnächst. Hier geht's zu einem Überblicksbeitrag: https://www.deutschlandfunk.de/evangelische-kirche-und-ddr-unrecht-gedemuetigt-100.html  

Die Interviewerin nimmt mehrfach Bezug auf das Buch, in dem Lothar Rochau seine Erinnerungen veröffentlicht hat: https://www.mitteldeutscherverlag.de/geschichte/kulturgeschichte/rochau,-lothar-marathon-mit-mauern-detail

Lothar Rochau lud die Sängerin Bettina Wegner (http://www.bettinawegner.de/) zu einem Werkstatttreffen der offenen Arbeit ein, als diese Auftrittsverbot in der DDR hatte. Dort sang sie auch dieses Lied: https://www.youtube.com/watch?v=fcdkwdfz0GA 

Lothar Rochau lernte als Jugendlicher den damaligen Schuhmacher und späteren Pfarrer Oskar Brüsewitz kennen, der sich später aus Protest gegen das Regime selbst verbrannte: https://www.stasi-mediathek.de/themen/person/Oskar%20Br%C3%BCsewitz/

Rochau erwähnt Spannungen mit Mitgliedern der staatsnahen „Christlichen Friedenskonferenz“ (CFK), die z.B. den Einmarsch der Warschauer Vertragsstaaten in die CSSR 1968 begrüßten und individuell Privilegien genossen: https://taz.de/!1659724/

Überblick und historische Analyse zur offenen Jugendarbeit der Ev. Kirche in der DDR: www.bpb.de/242954

Anerkennung als verfolgte Schülerin. Ruth Leiserowitz über Bildungshunger und Sympathie für unangepasste Lebensläufe

jeudi 17 avril 2025Durée 54:42

Eine Pfarrerstochter, die von Bildungshunger getrieben ist. Ein Lehrer, der den Kampf der Weltanschauungen als Konkurrenzkampf mit dem lokalen Pfarrer austrägt. Ein kirchliches Abitur, mit dem man in der DDR nicht studieren kann. Was heißt es, „verfolgte Schülerin“ in der DDR gewesen zu sein? Wie wird aus Umwegen eine Erfolgsgeschichte? Und wie lehrte das Aufwachsen in der Diktatur eine Professorin Empathie mit ihren Studierenden? Darum geht es in unserer neuen Folge.


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