Hören wir Politikerinnen und Politikern eigentlich richtig zu? Yasmine M'Barek tut es. Jeden zweiten Dienstag spricht sie in "Ehrlich jetzt?" mit einem Spitzenpolitiker oder einer Spitzenpolitikerin über ihr Herzensthema und diskutiert Fragen, für die in Talkshows und Nachrichtensendungen kein Platz ist.
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Wie beendet man seine Karriere, Karamba Diaby?
Épisode 36
mardi 27 août 2024 • Durée 35:16
Karamba Diaby will sich aus dem Bundestag zurückziehen. Im Podcast
erklärt der SPD-Politiker die Hintergründe seiner Entscheidung und wieso
er weiterhin in Halle politisch aktiv sein wird.
Der begeisterte Kleingärtner adressiert Veränderungen im Bundestag, die
er seit seinem Einzug vor elf Jahren beobachte. Der Ton sei rauer
geworden. Er sei der Meinung, "dass diese aggressive Redeweise und
aggressive Botschaften, die immer gesendet werden, Nährboden für Gewalt
auf der Straße werden". Vor allem seit dem Einzug der AfD ins Parlament
im Jahr 2017.
Diaby kandidiere aber aus verschiedenen Gründen nicht für die nächste
Bundestagswahl, unter anderem, weil er bereits 63 ist. Aber auch die
Masse der Drohungen, auch gegen sein Team, könne er nicht ignorieren.
"Ich habe keine Statistik geführt, aber regelmäßig Anzeige erstatten
müssen in den letzten Jahren. Ich würde sagen, mindestens zwei, drei in
der Woche." Diaby plädiert dafür, den Staat zu stärken, denn diejenigen,
die Hass schüren, seien nicht in der Mehrheit.
Alle zwei Wochen begrüßt ZEIT-ONLINE-Redakteurin Yasmine M'Barek bei
"Ehrlich jetzt?" einen Spitzenpolitiker oder eine Spitzenpolitikerin.
Sie können sich zu ihrem Herzensthema erklären und über Fragen
diskutieren, für die in Nachrichtensendungen und Talkshows kein Platz
bleibt. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns per Mail über
ehrlichjetzt@zeit.de.
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Olaf Scholz: "Ich bin nicht Kanzler geworden, weil ich ein schönes Leben will" (Wiederholung vom 19.03.2024)
Épisode 35
mardi 13 août 2024 • Durée 39:29
Host Yasmine M'Barek empfiehlt zur Sommerpause eines ihrer vergangenen
Gespräche: Mit Olaf Scholz über Respekt. Wofür er respektiert werden
will, wie man der AfD begegnen muss, und warum er glaubt, dass der
ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt für Waffenlieferungen an die
Ukraine plädiert hätte.
Im Podcast erklärt der Kanzler außerdem, warum es ihn nicht wundert,
dass wir uns aktuell von einem respektvollen Miteinander entfernt
hätten. Es seien "unruhige, unsichere Zeiten", in denen es "etwas
ruppiger zugeht". Im Umgang mit dem russischen Angriffskrieg setze er
deshalb auf Besonnenheit und hofft, dafür respektiert zu werden: "Dass
ich mich nicht drängen lasse von all den Lautsprechern und
Generalfeldmarschällen, die durch die Talkshows geistern, sondern etwas
tue, was notwendig ist, um die Ukraine zu unterstützen."
In Bezug auf die Taurus-Debatte sagt Olaf Scholz: "Wir unterstützen die
Ukraine mehr als alle anderen europäischen Ländern mit sieben Milliarden
Waffenhilfe dieses Jahr. Aber ein ganz konkretes Waffensystem halte ich
nicht für geeignet, jetzt auch noch zusätzlich zu liefern." Diese
Entscheidung des Kanzlers solle akzeptiert werden.
Schließlich geht es auch um das Image der streitenden Ampel. Olaf Scholz
sagt, dass der öffentliche, häufige Streit der Regierung die vielen
Punkte überschatten würde, auf die man sich einigen konnte. Und ergänzt:
"Man kann sich auch leise einigen."
Alle zwei Wochen begrüßt ZEIT-ONLINE-Redakteurin Yasmine M'Barek in
Ehrlich jetzt? einen Spitzenpolitiker oder eine Spitzenpolitikerin.
Diese können sich zu ihrem Herzensthema erklären und über Fragen
diskutieren, für die in Nachrichtensendungen und Talkshows kein Platz
bleibt. Die nächste reguläre Folge erscheint am 27. August.
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Lamya Kaddor: "Es reicht zu sagen, ich widerspreche extremistischen Positionen"
Épisode 31
mardi 9 avril 2024 • Durée 43:34
In der neuen Episode Ehrlich jetzt? diskutieren die Grünenabgeordnete
Lamya Kaddor und Yasmine M'Barek über die Gesellschaft und Extremismus
von allen Seiten, der sich manchmal gegenseitig bedingt.
Politische Ereignisse wie der Nahostkonflikt verschärfen Antisemitismus,
Islamismus und Islamfeindlichkeit, sagt Kaddor im Podcast. Gleiches
gelte auch für Links- sowie Rechtsextremismus. Dabei würden bestimmte
Debatten wie die über den Islam mittlerweile differenzierter geführt
werden: "Diese Hochphase, würde ich sagen, haben wir publizistisch
überwunden. Es stehen jetzt nicht mehr andauernd in irgendwelchen
Bestsellerbuchregalen reißerische Titel über muslimisches Leben".
Einerseits erlebt Kaddor einen Teil der Gesellschaft, "der offener wird,
der insgesamt die Grauschattierungen innerhalb unserer Gesellschaft doch
sieht und sehen will". Gleichzeitig aber gebe es einen großen Teil in
der Gesellschaft, der "demokratiefeindlich eingestellt" sei. Dem müsse
jeder Bürger begegnen. Jeder sollte um die Demokratie besorgt sein und
"selbst etwas dafür tun, diese Demokratie zu verteidigen". Etwaigen
antidemokratischen Positionen zu widersprechen, sei ein guter Anfang,
sagt die Grünenpolitikerin.
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Christian Dürr über Migration: "Dauernd über Grenzen zu reden, heißt ja nur, ich lehne mich zurück"
Épisode 25
mardi 26 mars 2024 • Durée 43:18
In der neuen Episode Ehrlich jetzt? diskutieren der
FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Dürr und Yasmine M'Barek über
Migration.
Dem Liberalen fehle die Trennung zwischen Arbeitsmigration und
humanitären Verpflichtungen. Das führe auch in der Debatte zu
Vermischung, sagt der FDP-Fraktionschef im Podcast: "Dauernd über
Grenzen zu reden, heißt ja nur, ich lehne mich zurück und versuche etwas
vermeintlich Falsches zu begrenzen, weil ich muss es richtig machen."
Stattdessen solle Arbeitsmigration attraktiver werden und im Fokus
stehen: "Sollten wir nicht von Anfang an das Signal ausstrahlen: Es ist
leicht, nach Deutschland zu kommen, wenn man durchstarten will,
ranklotzen will?"
Außerdem müsse man politisch für Ordnung beim Thema sorgen: "In
Deutschland ist alles durchreguliert und alles geordnet. Aber in der
Migrationspolitik herrscht Unordnung." Aktuell prüft die
Bundesregierung, ob Deutschland Asylverfahren in Drittstaaten auslagern
kann. Dürr befürwortet das, jedoch sei dies nur eine "Unterkategorie".
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Olaf Scholz: "Ich bin nicht Kanzler geworden, weil ich ein schönes Leben will"
Épisode 24
mardi 19 mars 2024 • Durée 39:17
Zu Ehrlich jetzt?, dem Politikpodcast moderiert von Yasmine M'Barek,
bringen Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker ein selbst gewähltes
Thema mit. Gast dieser Folge: Bundeskanzler Olaf Scholz. Sein Thema:
Respekt. Wofür er respektiert werden will, wie man der AfD begegnen
muss, und warum er glaubt, dass der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt
für Waffenlieferungen an die Ukraine plädiert hätte.
Im Podcast erklärt der Kanzler außerdem, warum es ihn nicht wundert,
dass wir uns aktuell von einem respektvollen Miteinander entfernt
hätten. Es seien "unruhige, unsichere Zeiten", in denen es "etwas
ruppiger zugeht". Im Umgang mit dem russischen Angriffskrieg setze er
deshalb auf Besonnenheit und hofft, dafür respektiert zu werden: „Dass
ich mich nicht drängen lasse von all den Lautsprechern und
Generalfeldmarschällen, die durch die Talkshows geistern, sondern etwas
tue, was notwendig ist, um die Ukraine zu unterstützen.“
In Bezug auf die Taurus-Debatte sagt Olaf Scholz, „wir unterstützen die
Ukraine mehr als alle anderen europäischen Ländern mit 7 Milliarden
Waffenhilfe dieses Jahr. Aber ein ganz konkretes Waffensystem halte ich
nicht für geeignet, jetzt auch noch zusätzlich zu liefern.“ Diese
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Tilman Kuban: "Ihr müsst nicht mehr mit den Russen"
Épisode 23
mardi 12 mars 2024 • Durée 34:07
Im Podcast "Ehrlich jetzt?" diskutieren der CDU-Bundestagsabgeordnete
Tilman Kuban und Yasmine M'Barek über Naivität in der Politik.
Mit Blick auf den Angriffskrieg auf die Ukraine seien die letzten 15
Jahre Politik vergossene Milch, sagt Kuban. Nun gehe es um eine
Perspektive für Sicherheitspolitik und darum, "sich selbst bewusst zu
werden, was das bedeutet, in Sicherheit zu leben". Die Zeitenwende seien
mehr als 100 Milliarden für die Bundeswehr – und das sei "leider etwas,
was in Deutschland noch keiner richtig verstanden hat". Es gehe jetzt
darum, weiterzudenken und sich unabhängig zu machen, beispielsweise in
der Energiepolitik.
Dazu brauche es auch bessere Handelsabkommen, beispielsweise mit Indien.
Kuban verweist auf die Abhängigkeit vieler Staaten von Russland, sowohl
in der Energiebranche als auch in der Waffenindustrie. Neue
Partnerschaften seien wichtig. Es sei "klug, diese Rüstungspolitik und
unsere Verteidigungsindustrie als geopolitischen Hebel zu nutzen".
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Svenja Schulze: "Wir müssen uns mit der kolonialen Vergangenheit auseinandersetzen"
Épisode 22
mardi 27 février 2024 • Durée 41:00
In der neuen Episode Ehrlich jetzt? diskutieren die
Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze und Yasmine M'Barek über
Entwicklungsarbeit und Schuldbegriffe.
Im Podcast erklärt die Ministerin, warum sie den Begriff
Entwicklungshilfe nicht mehr verwendet. Hilfe würde suggerieren, dass
"der Große den Kleinen mal etwas abgibt". Zusammenarbeit sei das Ziel.
Für die Ministerin bedeutet Entwicklungspolitik auch, sich mit der
Vergangenheit auseinanderzusetzen – auch der kolonialen Vergangenheit.
Gerade auf dem afrikanischen Kontinent sieht Schulze die Dringlichkeit
von Zusammenarbeit, um Stabilität für alle zu gewähren.
Zur aktuellen humanitären Lage in Gaza sowie den zurzeit eingestellten
Zahlungen an das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA sagt Schulze: "Wenn wir
überall, wo es schwierig ist, keine Hilfe mehr leisten würden, würden
wir gar keine Entwicklungszusammenarbeit mehr machen".
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Hubertus Heil: "Ich habe erlebt, dass CDU und CSU gar nichts mehr vorhatten"
Épisode 21
mardi 13 février 2024 • Durée 43:05
Im Podcast Ehrlich jetzt? diskutieren der Bundesarbeitsminister
Hubertus Heil und Yasmine M'Barek über Verantwortung – in der Regierung,
im Kampf gegen rechts und im Privaten.
Gegen Rechtspopulismus helfe es nicht nur, Probleme zu benennen, man
müsse auch Zuversicht ausstrahlen, dass sie lösbar sind. "Wenn ich nicht
die Zuversicht hätte, dass man Probleme lösen kann, dann wäre das ja
vollkommene Resignation." In der großen Koalition seien aber viele
Probleme liegen geblieben. Er habe erlebt, "dass CDU, CSU damals am
Ende gar nicht mehr was Böses vorhatten oder was Schlechtes. Sondern
eigentlich gar nichts mehr. Und man nennt es Reformstau."
Politische Verantwortung sieht Heil auch bei seinem stark kritisierten
Vorhaben, Arbeitsverweigerer zu sanktionieren. Dem fügt er hinzu: "Es
gibt aber eine ganz kleine Gruppe von Leuten, die Totalverweigerer sind
und da finde ich, ist es auch eine Frage der Solidarität mit den anderen
im Bürgergeld, dass man die nicht in einen Topf wirft. Es ist eine ganz,
ganz kleine Gruppe."
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Andreas Audretsch: "Die CDU muss sich über ihre Macht klar werden”
Épisode 20
mardi 30 janvier 2024 • Durée 45:16
Im Podcast Ehrlich jetzt? diskutieren der stellvertretende Vorsitzender
der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Andreas Audretsch und
Yasmine M'Barek über Allianzen in der Politik.
Audretsch sagt: Alle Demokraten hätten die Aufgabe, Rechtsextremismus zu
dekonstruieren und dann über die eigentlichen Themen pluralistische
Debatten zu führen, beispielsweise mit dem Blick auf die Bauernproteste:
"Da muss man sagen, hier sind die Telegram-Kanäle, wo man schon an der
Übersetzung sieht, dass die aus dem Russischen mit Maschine übersetzt
sind. Und gleichzeitig muss ein breiter Diskurs über die Frage der
Zukunft der Landwirtschaft geführt werden".
Nicht nur die Politik müsse geschlossen gegen Rechtsextreme auftreten.
Wie gefährlich die Unterwanderung von Gewerkschaften und Verbänden sei,
könne man beispielsweise in Frankreich beobachten. "Wenn da Allianzen
entstehen zwischen Gewerkschaften und Rechtsextremen, zwischen Verbänden
und Rechts, dann haben wir ein substanzielles Problem, weil dann eine
ganze Gesellschaft irgendwann in eine Situation gerät, die Demokratie
nicht mehr ausreichend zu verteidigen".
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Franziska Brandmann: Kann Christian Lindner demütig sein?
Épisode 19
mardi 16 janvier 2024 • Durée 39:03
Die FDP-Politikerin Franziska Brandmann und Yasmine M'Barek diskutieren,
ob es im politischen Betrieb an Demut fehlt. Sie halte Demut für die
richtige Antwort auf die aktuelle angespannte Stimmung in Deutschland,
sagt sie. Denn das sei das "Gegenteil von Hochmut und Arroganz".
Zwar habe ihrer eigenen Partei das Ausscheiden aus dem Bundestag 2013
Demut vermittelt. Aber dass die Umfragewerte der FDP aktuell sinken,
habe auch damit zu tun, dass sie "manchmal ein bisschen
besserwisserisch" rüberkomme.
Obwohl es innerhalb der Regierung bei wichtigen Themen wie der
Schuldenbremse keine Einigkeit gibt, hält sie ein Ende der Ampel für die
falsche Lösung. Forderungen der Union nach Neuwahlen kritisiert sie als
"flotzig".
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