Explorez tous les épisodes du podcast Digital Public Health Podcast
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| 041 - Kerstin Flohr: Digitale Gesundheitskompetenz in der Schule: Zwischen Handyverbot und Selbstkontrolle | 09 Nov 2025 | 00:27:17 | |
Host Rasmus Cloes spricht mit Kerstin Flohr, Wissenschaftlerin am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) derUniversität Bremen, über digitale Gesundheitskompetenz in Schulen, Berufsethos von Lehrkräften und warum Prävention oft erst beginnt, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Aus ihrer Forschung hat sie jedoch Ideen, wie sich das ändern ließe. Digitale Gesundheitskompetenz ist mehr als Technik: Informationen finden, verstehen, bewerten, anwenden – und das im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Kerstin Flohr zeigt, wie Lehrkräfte diese Kompetenz fördern wollen und warum das Thema ethisch ist: Verantwortung, Fürsorge, Wohlergehen – verankert vor allem im Berufsethos. Tablets erleichtern Planung und Kommunikation, doch Algorithmen spülen Fehlinformation ins Klassenzimmer. Lehrkräfte werden Anlaufstelle, richten Sprechstunden ein, agieren als Mediencoaches. Gleichzeitig fehlt Zeit, Anerkennung und ein Rahmen, der den Unterricht nicht überlädt. Kerstins empirisch-ethischer Ansatz verknüpft normative Pflichten (z. B. Förderung von Selbstbestimmung) mit Interviews. Ergebnis: Viele Lehrkräfte leisten bereits viel – kreativ, pragmatisch, oft zusätzlich. Der Unterricht leidet jedoch, wenn Geräte parallel genutzt werden und vom Lernen ablenken. Es braucht klare Regeln: wann, wie, wofür; plus Pausen und Erholung. Geräte sind da, Kompetenzen fehlen. Nach Pandemie und Digitalpakt blieb das Training für gesunden Umgang vielfach Stückwerk. Ein Handyverbot hilft bei einheitlichen Regeln – ersetzt aber keine Selbstregulation. Gefordert ist eine Strategie, die Analoges (Schreiben, Lesen, Faktenprüfung) und Digitales intelligent kombiniert. Was jetzt hilft: iPads aktiv einbinden, zugleich analoges Können sichern. Informationskompetenz trainieren, Quellen prüfen, eigene Bildschirmzeiten beobachten. Schulen brauchen Freiräume und Anerkennung für Prävention – damit alle Kinder das gleiche Rüstzeug bekommen, nicht nur die mit engagierten Einzellehrkräften. Timestamps 00:01:14 Warum Lehrkräfte & digitale Gesundheitskompetenz zusammengehören 00:08:23 Lehrkräfte als Lernbegleiter:innen & Mediencoaches; Integrationshürden 00:15:11 Prävention statt Feuerwehr – ins Curriculum damit 00:22:15 Handyverbot: Einheitliche Linie hilft, ersetzt aber keine Erziehung 00:26:17 – Was jetzt hilft: Duale Spur, klare Regeln, Kompetenzen üben Staff: | |||
| 040 - Prof. Dr. Tanja Schultz: Wie KI unseren Körper liest – die geheime Macht der Biosignale | 26 Oct 2025 | 00:32:27 | |
Im Gespräch mit Host Rasmus Cloes erzählt Prof. Dr.-Ing. Tanja Schultz, wie sie am Cognitive Systems Lab der Universität Bremen an der Schnittstelle zwischen Körper und Künstlicher Intelligenz forscht. Ihr Team untersucht Biosignale – elektrische, akustische oder muskuläre Aktivitäten des Körpers – um daraus zu verstehen, wie wir uns verhalten und wie Maschinen daraus lernen können, uns besser zu verstehen. Besonders stolz ist sie auf die Forschung zur lautlosen Kommunikation, bei der Sensoren im Gesicht Muskelaktivität messen und daraus Sprache rekonstruieren. Eine Chance für Menschen, die nicht mehr sprechen können. Mit dem neuen Projekt Biosignals Hub will Tanja einen Ort schaffen, an dem Bürger:innen selbst erfahren, was es bedeutet, wenn Körperdaten gesammelt, geteilt und verarbeitet werden. Dafür entsteht in Bremen eine große Infrastruktur: Server mit 40 Petabyte Speicher, neue Sensorik und mobile Geräte, die Biosignale im Alltag aufzeichnen können. Die Teilnehmenden entscheiden selbst, wann und was sie aufzeichnen. Ein Gegenentwurf zu den undurchsichtigen Datensammlungen großer Tech-Konzerne. Das Ziel ist nicht nur Forschung, sondern Aufklärung: Der Biosignals Hub soll Transparenz schaffen, welche Daten wir preisgeben und welche Macht darin liegt. Tanja betont, dass Menschen bewusst entscheiden sollten, ob und wie sie ihre Daten teilen wollen. Nur wer versteht, was gesammelt wird, kann sich wirklich dafür oder dagegen entscheiden. Bremen, so Tanja, sei mit seiner Universitätskultur und der Forschungsfreiheit der ideale Ort für dieses Projekt. Parallel dazu arbeitet sie in der DFG-Forschungsgruppe Lifespan AI, die gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS Methoden entwickelt, um Gesundheit und Krankheit über die gesamte Lebensspanne vorherzusagen. Dabei werden Kohortendaten mit neuen Biosignal-Aufzeichnungen kombiniert, um langfristige Muster besser zu erkennen. So entstehen Brücken zwischen klassischer Epidemiologie und KI-basierter Sensorforschung. Am Ende spricht Tanja über die gesellschaftliche Dimension ihrer Arbeit: Über Machtfragen, über die Verantwortung der Forschung und über neue Rechte, die wir brauchen – etwa das „Recht auf Vergessen“ in der KI. Sie fordert, dass Systeme lernen müssen, nicht nur Daten zu löschen, sondern auch das Gelernte wieder zu vergessen. Nur so könne Technologie menschlicher werden. Ihre Vision: eine digitale Zukunft, in der Aufklärung, Freiheit und Technologie nicht gegeneinander, sondern miteinander wirken. Timestamps 00:00 – 00:03:30 · Einführung - was sind Biosignale 00:03:30 – 00:08:50 · Biosignale, Sensorik und der Weg zum Biosignals Hub 00:08:50 – 00:13:30 · Infrastruktur, Datenspende und Portal-Idee 00:13:30 – 00:20:50 · Lifespan AI, Kooperation mit dem BIPS und neue Forschungsansätze 00:20:50 – 00:32:00 · Ethik, Datensouveränität und das Recht auf Vergessen Staff: | |||
| 031 - Sonja Schäfer: Digitales Organspenderegister: Wie Technologie Entscheidungen erleichtern kann | 25 May 2025 | 00:30:39 | |
Seit 2024 gibt es in Deutschland ein digitales Organspenderegister – doch was bringt es wirklich? In dieser Folge des Digital Public Health Podcasts spricht Rasmus Cloes mit Sonja Schäfer, der Organspendebeauftragten des Landes Bremen. Thema ist das neue digitale Organspenderegister, das seit März 2024 in Deutschland verfügbar ist. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, ob und wie die Digitalisierung dazu beitragen kann, mehr Menschen zur Entscheidung für oder gegen eine Organspende zu bewegen – und ob das allein ausreicht. Das digitale Register ermöglicht eine einfache Online-Erfassung des eigenen Willens zur Organspende. Doch der Zugang ist alles andere als niedrigschwellig: Hohe Hürden bei der Anmeldung, mangelnde Bekanntheit und fehlende digitale Aufklärung hemmen die Nutzung. Sonja Schäfer erklärt, warum ausgerechnet die Altersgruppe 45 bis 60 am aktivsten ist – und warum das persönliche Gespräch mit Angehörigen trotzdem das Wichtigste bleibt. Organspende: Vertrauen schaffen durch Aufklärung Ob Social Media, Schulunterricht oder die klassische Patientenverfügung: Aufklärung funktioniert auf vielen Ebenen. Sonja Schäfer schildert, wie sie junge Menschen für das Thema sensibilisiert und warum ein einzelnes Gespräch innerhalb der Familie oft entscheidender ist als jede technologische Lösung. Höre jetzt rein, um zu erfahren, warum Digitalisierung nur ein Teil der Lösung sein kann – und wie echte Aufklärung die Organspendebereitschaft langfristig stärken kann. #Organspende #DigitalesOrganspenderegister #Gesundheitsdigitalisierung #Patientenverfügung #PublicHealth #Gesprächskultur #VertrauenDurchAufklärung Timestamps: 00:01:38 – Was ist das digitale Organspenderegister und warum wurde es eingeführt? 00:04:18 – Hürden bei der Registrierung: Warum sich bisher so wenige eintragen 00:06:22 – Die Rolle von Kliniken und Angehörigen bei der Entscheidungsfindung 00:16:40 – Digitalisierung vs. Gesprächskultur: Warum Aufklärung wichtiger ist 00:21:00 – Wie Organe vergeben werden – Einblick in Eurotransplant und Algorithmen Staff: | |||
| 030 - Anouk Wellmann: Adipositas-Apps: Digitale Gesundheitsanwendungen auf dem Prüfstand | 11 May 2025 | 00:26:54 | |
Apps gegen Übergewicht – Können digitale Gesundheitsanwendungen Adipositas effektiv behandeln? Anouk Wellmann spricht mit Rasmus Cloes über Chancen, Herausforderungen und ethische Fragen. In dieser Folge des Digital Public Health Podcasts beleuchtet Rasmus Cloes gemeinsam mit Anouk Wellmann das Potenzial digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) zur Behandlung von Adipositas. Anouk, die Gesundheits- und Versorgungswissenschaften an der Universität zu Lübeck studiert, erklärt, welche Anforderungen Adipositas-Apps erfüllen müssen, um als medizinische Therapie anerkannt zu werden. Zu diesem Thema hat sie ihre Bachelor-Arbeit an der Universität Bremen verfasst. Das daraus entstandene Paper „One app fits all? Ethische Reflexion digitaler Gesundheitsanwendungen in der Adipositas-Versorgung“ hat sie in der Arbeitsgruppe von PD Dr. Solveig Hansen am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen geschrieben. In unserem Podcast gibt sie Einblicke in ihre Forschung zu DiGAs und diskutiert, warum es oft schwerfällt, den langfristigen Nutzen dieser Apps nachzuweisen. Medizinprodukt oder Lifestyle-App? Apps gegen Adipositas müssen als medizinische Produkte zertifiziert werden – doch inwieweit können sie den komplexen Anforderungen einer chronischen Erkrankung wie Adipositas gerecht werden? Anouk erklärt, wie aktuelle Apps aufgebaut sind und warum sie trotz medizinischer Zertifizierung nicht immer die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen abbilden. Ethik und Individualisierung: Wo stehen Adipositas-Apps? Ein weiteres zentrales Thema der Folge sind ethische Fragen: Werden die Bedürfnisse der Patient:innen ausreichend berücksichtigt? Und wie können DiGAs in ein multimodales Behandlungskonzept integriert werden, das auch langfristige Unterstützung bietet? Höre jetzt rein und erfahre, warum Adipositas-Apps noch viel Potenzial haben – und was passieren muss, damit sie Betroffene wirklich unterstützen können. Abonniere den Podcast, um keine Folge zu verpassen! #AdipositasApps #DigitaleGesundheitsanwendungen #DiGA #HealthTech #BlendedCare #EthikImGesundheitswesen #Gesundheitsdigitalisierung #Patientenversorgung Timestamps: 00:01:10 – Einführung: Was sind digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)? 00:02:53 – Adipositas-Apps: Was unterscheidet sie von herkömmlichen Fitness-Apps? 00:05:00 – Ethik und Patient:innenbedürfnisse: Wird der echte Versorgungsbedarf abgedeckt? 00:08:13 – Herausforderungen in der Langzeitbetreuung: Warum 90 Tage oft nicht ausreichen 00:16:57 – Blended Care: Wie Apps und analoge Therapien zusammenwirken können Staff: | |||
| 029 - Prof. Dr. Ansgar Gerhardus: Digitale Gesundheitsangebote gerechter gestalten – mit System! | 27 Apr 2025 | 00:19:09 | |
Wie können digitale Gesundheitsanwendungen gerechter, inklusiver und besser werden? Im Gespräch mit Host Rasmus Cloes erklärt Prof. Dr. Ansgar Gerhardus, wie ein neues Framework dabei hilft, digitale Angebote strukturiert zu bewerten – damit sie nicht nur technisch funktionieren, sondern auch wirklich bei den Menschen ankommen, für die sie gedacht sind.
Jeden Tag entstehen neue Gesundheits-Apps – doch nicht alle sind nützlich oder sicher. Das neue Framework von Ansgar und seinem Team hilft, den Überblick zu behalten und digitale Tools systematisch zu prüfen. Vergleichbar mit dem TÜV fürs Auto, bietet es klare Leitlinien, um die Qualität digitaler Interventionen abzusichern – bevor sie in die Anwendung gehen.
Von Zielgruppenverständnis über Datenschutz bis hin zur Barrierefreiheit: Das Framework deckt alle relevanten Dimensionen ab, die für gerechte digitale Gesundheitsversorgung entscheidend sind. Damit werden auch Themen wie Sprache, Zugang und kulturelle Sensibilität sichtbar gemacht – Aspekte, die oft zu kurz kommen.
Für wen lohnt sich das Framework?
Startups, Entwickler:innen, Krankenkassen – alle, die mit digitalen Gesundheitslösungen arbeiten, profitieren vom strukturierten Vorgehen. Es hilft nicht nur, rechtzeitig Probleme zu erkennen, sondern spart langfristig Ressourcen. Besonders in frühen Entwicklungsphasen ist es Gold wert, um blinde Flecken zu vermeiden und gerechtere Angebote zu schaffen.
Ansgar berichtet von zwei Pilotprojekten – u.a. einem Chatbot für pflegende Angehörige – und wie das Framework dabei half, kritische Punkte früh zu identifizieren. Auch eine Hochschule setzte es zur Selbstbewertung eines umfangreichen Programms ein – mit dem Fazit: „Wir hätten es gerne früher gehabt!“
Das Framework gibt es aktuell als Word-Dokument, bald vielleicht als Online-Tool. Ziel ist es, die Anwendung noch einfacher und intuitiver zu gestalten – inklusive Erinnerungsfunktion, Filteroptionen und Integration in Projektmanagement-Workflows. Denn strukturierte Entwicklung ist der erste Schritt zu mehr Gerechtigkeit im Digital Public Health.
Timestamps:
00:01:03 – Warum ein Framework? Der Vergleich mit dem TÜV Staff: | |||
| 028 - Jan Elsner: Startup im Gesundheitswesen: Skinuvitas Weg von der Idee zur Zulassung | 13 Apr 2025 | 00:41:09 | |
Warum dauert es in Deutschland oft Jahre, bis eine Gesundheitsinnovation marktreif ist? Jan Elsner berichtet Host Rasmus Cloes aus der Praxis: von klinischen Studien, Technik, Bürokratie – und einer klaren Vision. Skinuvita hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen mit chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis eine effektive und sichere Lichttherapie bequem von zu Hause aus zu ermöglichen – unterstützt durch digitale Infrastruktur und ärztliches Monitoring. Jan berichtet über seinen persönlichen Weg: Als Betroffener kennt er die Einschränkungen durch regelmäßige Arztbesuche und lange Anfahrten. Die Idee zu Skinuvita entstand aus diesem alltäglichen Leidensdruck – und entwickelte sich über Jahre hinweg zu einem zertifizierten Medizinprodukt mit App, Gerät und ärztlicher Betreuung. Im Gespräch mit Rasmus geht Jan auf die Hürden ein, die Gesundheitsstartups in Deutschland nehmen müssen: langwierige Studien, regulatorische Anforderungen, Datenschutz, technische Sicherheit – und die Skepsis vieler Akteure im Gesundheitswesen. Wie Skinuvita dennoch Partner aus der Dermatologie und Krankenkassen überzeugen konnte, erfährst Du in dieser Episode. Ein weiteres Thema: die Rolle von Digitalisierung und KI. Jan schildert, wie moderne Technologie hilft, Therapiedaten auszuwerten, Dosierungen zu steuern und Behandlungsverläufe sichtbar zu machen. Gleichzeitig bleibt Skinuvita nah an den Patient:innen – und an den Ärzt:innen, die zentral in den Behandlungsprozess eingebunden sind. Zum Schluss spricht Jan über die Zukunft: Welche weiteren Anwendungen sind denkbar? Welche Vision verfolgt Skinuvita über die Phototherapie hinaus? Und was rät er anderen Gründer:innen, die im Bereich Digital Health starten möchten? Diese Folge liefert wertvolle Einblicke für alle, die an der Schnittstelle von Gesundheit und Technologie arbeiten. Timestamps: 00:01:05 – Die Idee hinter Skinuvita: Jan Elsner erzählt, wie seine persönliche Erfahrung mit Psoriasis zur Gründungsidee führte. 00:04:11 – Warum ist Lichttherapie heute auch zu Hause möglich? Technische Innovationen und digitale Infrastruktur machen Telemedizin sicher und wirksam. 00:10:25 – Der Weg zur Zulassung: Wie Skinuvita die medizinische Zertifizierung als Medizinprodukt erhielt. 00:13:10 – Finanzierung & klinische Studien: Was es braucht, um ein Gesundheitsstartup in Deutschland zu finanzieren – und warum Studien so entscheidend sind. 00:29:18 – Tipps für Gründer:innen im Gesundheitsbereich: Jan teilt seine wichtigsten Learnings für alle, die selbst ein Health-Startup gründen möchten. Staff: | |||
| 027 - Sabrina Jacob: Wie die elektronische Patientenakte unser Gesundheitswesen verändert | 30 Mar 2025 | 00:32:37 | |
Endlich alles digital? Die elektronische Patientenakte verspricht bessere Versorgung und wichtige Forschungsdaten – ein Durchbruch oder ein weiteres ungenutztes Angebot? Darüber sprach Host Rasmus Cloes mit Sabrina Jacob, Leiterin der TK-Landesvertretung in Bremen. Ein Gespräch über digitale Chancen, Datenschutz und die Zukunft der Gesundheitsversorgung. Die elektronische Patientenakte (ePA) wird in Deutschland eingeführt und soll sowohl den einzelnen Patientinnen und Patienten als auch der Versorgungsforschung dienen. Sabrina Jacob von der Techniker Krankenkasse erläutert, welche praktischen Vorteile die ePA bietet, wie etwa den Zugriff auf alle relevanten medizinischen Unterlagen an einem Ort, wodurch Doppeluntersuchungen vermieden und die Versorgung insgesamt verbessert werden sollen. Ein wichtiges Thema im Gespräch ist der Datenschutz. Sabrina erklärt, wie sicher die Daten in der ePA gespeichert werden und welche Maßnahmen ergriffen wurden, um mögliche Sicherheitslücken zu schließen. Dabei betont sie, dass trotz bestehender Herausforderungen grundlegende Sicherheitsstandards sichergestellt sind. Darüber hinaus spricht sie über die Potenziale der ePA für die Versorgungsforschung. Durch die gesammelten Daten könnte die medizinische Forschung große Fortschritte machen und personalisierte Therapieansätze entwickeln. Sie erklärt, welche Anwendungen in der medizinischen Praxis durch die ePA verbessert oder sogar erst ermöglicht werden könnten. Eine zentrale Frage im Podcast ist, ob die Einführung der ePA tatsächlich eine digitale Revolution darstellt oder eher einen ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer umfassenden Digitalisierung des Gesundheitswesens. Sabrina betont dabei die Bedeutung eines schrittweisen Vorgehens, das es ermöglicht, aus der Praxis zu lernen und das Produkt kontinuierlich zu verbessern. Abschließend diskutieren sie, welche Herausforderungen es noch gibt, um die ePA flächendeckend nutzbar zu machen – von technischen Hürden bis hin zur Frage, wie weniger technikaffine oder ältere Menschen in den digitalen Wandel integriert werden können. Sabrina skizziert zudem eine Vision für die Zukunft, in der digitale Tools wie die ePA eine zentrale Rolle in einem effizienteren und patientenfreundlicheren Gesundheitssystem spielen könnten. Timestamps: 00:00 Begrüßung und Einführung 01:02 Was ist die elektronische Patientenakte (ePA)? 03:40 Praktische Vorteile der ePA für Patienten 07:07 Datenschutz: Wie sicher sind die Daten wirklich? 10:02 Potenziale der ePA für die medizinische Forschung 14:07 Digitale Revolution oder nur ein erster Schritt? 18:05 Herausforderungen bei der flächendeckenden Einführung 23:10 Digitale Kompetenz: Unterstützung technikferner Gruppen 27:06 Zukunftsperspektiven der ePA in der Versorgung 31:01 Fazit und Ausblick Staff: | |||
| 026 - Jennifer Horstmann: Mit Informatik gegen Dengue: Digitale Lösungen im Kampf gegen Mücken | 16 Mar 2025 | 00:25:16 | |
Mücken sind nicht nur lästige Blutsauger, sondern auch Überträger gefährlicher Krankheiten wie Dengue-Fieber. Jährlich infizieren sich Millionen Menschen weltweit, vor allem in tropischen Regionen. Doch wie kann Digitalisierung helfen, Ausbrüche schneller zu erkennen und die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen? In dieser Folge spricht Host Rasmus Cloes mit Jennifer Horstmann, Promovierende an der Universität Bremen. Sie berichtet von ihrer Arbeit an den Projekt DENCAI, das mit dem Transferpreis der Universität Bremen ausgezeichnet wurde und das mit künstlicher Intelligenz und mobilen Apps die Dengue-Bekämpfung in Thailand verbessert. Ein Algorithmus erkennt verdächtige Krankheitsfälle und unterstützt das Gesundheitspersonal vor Ort bei der Nachverfolgung und Analyse. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen der Entwicklung: Welche Herausforderungen gibt es bei der Digitalisierung von Public Health in Schwellenländern? Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Informatik und Public Health? Und könnte eine solche Technologie auch in Europa eine Rolle spielen, wo sich Dengue-Mücken durch den Klimawandel zunehmend ausbreiten? Ein besonders spannender Teil der Folge: Jennifer erzählt, wie Studierende aktiv an solchen Projekten mitarbeiten können und warum das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen so wichtig ist. Außerdem erfahren wir, wie sich die Erfahrungen aus Thailand auf andere Krankheiten und Regionen übertragen lassen. Hört rein und erfahrt, wie digitale Public Health-Lösungen die Welt verändern können! Timestamps: 00:00 Begrüßung und Vorstellung des Themas 00:42 Warum Mücken so gefährlich sind 02:12 Jennifers Einstieg ins Projekt 04:55 Entwicklung der Dengue-App 08:11 Herausforderungen bei der Umsetzung in Thailand 12:41 Wie das System in der Praxis funktioniert 18:24 Bedeutung für Deutschland und Europa 22:53 Fazit & Möglichkeiten zur Beteiligung Staff: | |||
| 025 - Prof. Dr. Eva Quante-Brandt: Digitalisierung und Sport: Was Vereine jetzt brauchen | 02 Mar 2025 | 00:28:21 | |
Wie verändert die Digitalisierung den Sport? Im Austausch mit Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, Präsidentin des Landessportbundes Bremen, bespricht Host Rasmus Cloes, wie Vereine während der Pandemie digital wurden, warum analoge Angebote so wichtig bleiben und welche Chancen KI für das Ehrenamt bietet. Während der Pandemie waren digitale Angebote eine kreative Lösung, doch aktuell kehren viele Vereine zu analogen Formaten zurück – warum ist das so? Ehrenamt und Nachwuchsarbeit sind zentrale Themen: Es fehlt nicht nur an Übungsleiter:innen, sondern auch an digitalen Strukturen, die Bürokratie abbauen und Prozesse vereinfachen könnten. Dabei sieht Eva gerade in der Kombination aus digitaler Organisation und analoger Gemeinschaft ein enormes Potenzial für den Sport. Sie teilt konkrete Beispiele, wie digitale Tools das Ehrenamt entlasten und Vereine zukunftsfähiger machen könnten. Der Sportverein als analoger Rückzugsort spielt eine entscheidende Rolle für Bewegung, Zusammenhalt und die psychische Gesundheit, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Corona hat verdeutlicht, wie wichtig solche Begegnungsorte sind – besonders in einer zunehmend digitalen Welt. Doch gerade kleinere Vereine kämpfen mit knappen Ressourcen, um die notwendigen Strukturen aufzubauen. Abschließend sprechen wir über die Rolle von Politik und Gesellschaft: Wie können öffentliche Mittel und digitale Technologien eingesetzt werden, um den Breitensport nachhaltig zu stärken? Welche konkreten Maßnahmen braucht es, um Vereine zukunftsfähig zu machen? Und was bedeutet das für die digitale und analoge Zukunft des Sports? Timestamps: 00:00 – Begrüßung und Vorstellung des Themas: Digitalisierung und Sport mit Prof. Dr. Eva Quante-Brandt. 02:00 – Digitaler Aufschwung durch Corona: Warum digitale Formate nach der Pandemie wieder verschwinden. 08:30 – Ehrenamt und Nachwuchsmangel: Wie Digitalisierung helfen kann, bürokratische Hürden abzubauen. 15:45 – Der Sportverein als analoger Treffpunkt: Warum Gemeinschaft und Begegnung im Sport so wichtig sind. 22:00 – Rolle der Politik: Was braucht es, um Vereine digital und nachhaltig zu stärken? Staff: | |||
| 024 - Sten Beneke: Digitalisierung & Gesundheit: Welche Rolle spielt Europa? | 16 Feb 2025 | 00:40:52 | |
Host Rasmus Cloes spricht mit Sten Beneke, dem Leiter des Brüsseler Büros der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Im Zentrum des Gesprächs: die Rolle Europas auf die Digitalisierung von Gesundheit. Auch wenn Gesundheitspolitik offiziell Sache der Mitgliedsstaaten ist, beeinflussen EU-Entscheidungen unser Gesundheitssystem zunehmend. Sten Beneke gibt spannende Einblicke in seine Arbeit als Lobbyist für die KBV in Brüssel. Er erklärt, warum der Begriff „Lobbying“ in Brüssel völlig normal ist – und sogar eine Schlüsselrolle in der Gesetzgebung spielt. Doch wie genau gelingt es, deutsche Interessen auf EU-Ebene zu vertreten? Digitalisierung & der Europäische Gesundheitsdatenraum Ein zentrales Thema des Gesprächs ist der Europäische Gesundheitsdatenraum (EHDS). Dieser soll ermöglichen, dass Patientendaten EU-weit sicher ausgetauscht werden können – für bessere Versorgung und Forschung. Doch Sten Beneke sieht auch große Herausforderungen, insbesondere bei Datenschutz und technischer Umsetzung. Schwierige Aufgaben aus Brüssel Hinzu kommt: Nicht alles, was die EU beschließt, ist einfach umzusetzen. Länder wie Deutschland stehen vor der Frage: Muss bestehende Infrastruktur für EU-Standards über Bord geworfen werden? Ein Beispiel: Die elektronische Patientenakte (ePA), die in Deutschland gerade erst Fahrt aufnimmt, könnte durch EU-Vorgaben stark beeinflusst werden. Und wie sieht es bei anderen Projekten aus? Während große Projekte wie der „Europe’s Beating Cancer Plan“ echte Fortschritte bringen, gibt es auch viel Bürokratie und PR-Maßnahmen, die echte Veränderungen ausbremsen. Kann Europa so wirklich mit China und den USA mithalten, wenn es um digitale Gesundheit geht? Sten Beneke zieht ein gemischtes Fazit. Time Stamps: 00:00 – Begrüßung & Vorstellung 01:03 – Was macht die Kassenärztliche Bundesvereinigung? 02:32 – Lobbyarbeit in Brüssel: Wie beeinflusst die KBV die EU-Gesetzgebung? 05:50 – Corona als Wendepunkt: Plötzlich mehr Zusammenarbeit in Europa? 07:54 – Der Europäische Gesundheitsdatenraum: Was steckt dahinter? 13:11 – Elektronische Patientenakte: Warum es in Deutschland so lange dauert 24:40 – EU-Gesetze sind beschlossen – doch jetzt beginnt erst die eigentliche Arbeit! 29:48 – Brüssel als Bürokratiemonster oder Innovationsmotor? 36:02 – Der „Europe’s Beating Cancer Plan“ – echte Fortschritte oder PR? 40:18 – Fazit: Was bedeutet das alles für unser Gesundheitssystem? Staff: | |||
| 023 - Bastian Dänekas: Zukunft des Kraftsports: KI, Smartwatches und die Vision vom perfekten Training | 02 Feb 2025 | 00:29:07 | |
Die Vision vom perfekten Workout: Automatische Wiederholungszähler, Echtzeit-Feedback und personalisierte Trainingspläne – so könnte das Krafttraining der Zukunft aussehen. Wie bringt Informatik das Krafttraining auf das nächste Level? In der aktuellen Folge des Digital Public Health Podcasts spricht Host Rasmus Cloes mit Bastian Dänekas, Wissenschaftler an der Universität Bremen, über die Verbindung von Informatik und Kraftsport. Bastian erzählt, wie er mithilfe von Bewegungsdaten und künstlicher Intelligenz daran arbeitet, Kraftsport für Anfänger zugänglicher und sicherer zu machen. Was braucht es, um digitale Feedbacksysteme zu entwickeln, die Bewegungen analysieren und individuell optimiertes Training ermöglichen? Zentrale Herausforderungen seiner Forschung sind die Erhebung von Bewegungsdaten und die Individualisierung von Trainingsalgorithmen. Dabei sieht Bastian vor allem Potenzial in der Nutzung von Smartwatches und anderen Gadgets, die Sportler:innen helfen könnten, Übungen korrekt auszuführen und motiviert zu bleiben. Zudem erklärt er, warum Krafttraining deutlich komplexer als Ausdauersport ist und wie digitale Technologien langfristig Plateaus überwinden könnten. Der Podcast beleuchtet nicht nur die Technik, sondern auch gesellschaftliche Fragen: Können Open-Access-Daten und politische Regulierung die digitale Transformation im Sport vorantreiben? Wie wichtig ist der Zugang zu günstigen, alltagstauglichen Lösungen für Freizeitsportler:innen? Und warum stehen wir erst am Anfang, wenn es um die Digitalisierung des Krafttrainings geht? Hört rein und erfahrt, wie moderne Technologien den Einstieg ins Krafttraining erleichtern und Motivation langfristig fördern könnten! Timestamps: 00:00 – Begrüßung und Thema: Informatik trifft Krafttraining – im Gespräch mit Bastian Dänekas. 02:00 – Von der Schulzeit zur Wissenschaft: Wie Bastian zur Sportinformatik fand und warum Bewegungsdaten im Fokus stehen. 08:30 – Digitale Gadgets im Krafttraining: Wie Smartwatches und Sensoren Bewegungsdaten liefern und analysieren. 15:45 – Individuelle Algorithmen: Warum maßgeschneiderte Feedbacksysteme der Schlüssel zur Zukunft des Trainings sind. 22:00 – Open-Access-Daten und Politik: Wie Standards und Datenspenden die Forschung und Innovation im Kraftsport fördern könnten. 29:00 – Vision der Zukunft: Automatisierte Systeme für Anfänger und die Rolle von Technologie in der Trainingsmotivation. Staff: | |||
| 022 - Dr. Stefan Schwenzer: Apotheken im digitalen Wandel: Wie sieht die Arzneimittelversorgung der Zukunft aus? | 19 Jan 2025 | 00:39:25 | |
Megakonzern oder lokale Apotheke: wer versorgt uns in Zukunft mit Medikamenten? In dieser Folge des Digital Public Health Podcasts spricht Host Rasmus Cloes mit Dr. Stefan Schwenzer, Inhaber der KOSMOS Apotheke in Bremen und als Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Bremen dort für Digitalisierung verantwortlich. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die Rolle der Apotheken in einem digitalisierten Gesundheitswesen. Konkret geht es zu Beginn um die Einführung des E-Rezepts. Stefan erklärt, wie es die Arbeitsabläufe in Apotheken erleichtert, aber auch neue Probleme mit sich bringt – etwa durch technische Ausfälle oder unzureichende Anpassungen an den Apothekenalltag. Ein weiteres zentrales Thema ist die Medikationssicherheit. Stefan beschreibt, wie digitale Werkzeuge genutzt werden, um Wechselwirkungen zu prüfen und Medikationspläne zu erstellen. Doch viele Apotheken schöpfen diese Möglichkeiten nicht aus, da finanzielle und personelle Ressourcen fehlen. Besonders kleine Apotheken können die hohen Kosten für digitale Neuerungen nur schwer tragen. Rasmus und Stefan sprechen außerdem über die Vision, Apotheken als „digitale Gesundheitskioske“ weiterzuentwickeln. Projekte wie digitale Blutdruckmessungen und Medikations-Coachings zeigen, welches Potenzial Apotheken in der Prävention haben. Dafür braucht es jedoch eine stärkere finanzielle Förderung durch die Politik, betont Stefan. Ein weiterer Diskussionspunkt ist der Wettbewerb mit Versandapotheken und internationalen Anbietern. Stefan kritisiert, dass die Digitalisierung oft große Marktplayer bevorzugt, während lokale Apotheken unter Druck geraten. Sein Appell an die Politik: Mehr Fokus auf Versorgungssicherheit und Unterstützung für Apotheken vor Ort. Zum Abschluss gibt Stefan einen Ausblick in die Zukunft der Apotheken. Er sieht in digitalen Innovationen große Chancen, mahnt aber, dass die persönliche Beratung und die Nähe zu den Patienten erhalten bleiben müssen. Apotheken können wichtige Partner im Gesundheitswesen bleiben – wenn die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Timestamps 00:01:10 – Einführung des E-Rezepts: Stefan erklärt, wie das E-Rezept den Apothekenalltag verändert und welche technischen Hürden es gibt. 00:08:45 – Medikationssicherheit durch Digitalisierung: Wie digitale Werkzeuge helfen, Wechselwirkungen zu erkennen und Medikationspläne zu erstellen. 00:17:30 – Apotheken als Gesundheitskioske: Stefan beschreibt die Möglichkeiten, Präventionsangebote in Apotheken zu integrieren. 00:24:20 – Wettbewerb mit Versandapotheken: Die Herausforderungen durch große Marktplayer und warum lokale Apotheken gestärkt werden müssen. 00:32:15 – Blick in die Zukunft: Stefan spricht über die Chancen und Grenzen der Digitalisierung für Apotheken und ihre Rolle im Gesundheitssystem. Staff: | |||
| 039 - Prof. Dr. Louisa Kulke: Eine Entwicklungspsychologin erklärt, was Bildschirme mit dem Gehirn machen | 12 Oct 2025 | 00:31:39 | |
Im Gespräch mit Host Rasmus Cloes erzählte Louisa Kulke, Professorin für Entwicklungspsychologie an der Universität Bremen, wie digitale Technologien unsere Wahrnehmung, unser Lernen und die Entwicklung sozialer Fähigkeiten beeinflussen – von Babys vor dem Tablet bis hin zu Erwachsenen in der KI-Ära. Louisa Kulke erklärt, dass schon Babys den Unterschied zwischen realer und virtueller Welt erkennen. In Experimenten zeigte ihr Team: Selbst drei Monate alte Kinder merken, dass man mit Menschen am Bildschirm anders interagiert als mit echten Personen. Babys zeigen Interesse, halten aber soziale Regeln ein, sie starren zum Beispiel Fremde in der Realität nicht an, obwohl sie neugierig wären. Kleine Kinder lernen nicht über Bildschirme – auch nicht mit „Peppa Pig“ auf Englisch. Erst echte soziale Interaktion ermöglicht Spracherwerb und Lernen. Dieses „Medien-Defizit“ nimmt mit dem Alter ab. Gleichzeitig warnt Kulke: Digitale Medien können süchtig machen, vor allem, wenn das Gehirn – noch in der Entwicklung – die Selbstkontrolle nicht vollständig beherrscht. In ihrer Forschung vergleicht Louisa echte soziale Interaktionen mit Video-Calls und virtuellen Szenarien. Ergebnis: Selbst Video-Gespräche oder Virtual Reality erreichen nicht die emotionale Tiefe realer Begegnungen. Das Gehirn reagiert anders und soziale Regeln wie gegenseitiges Wegsehen oder nonverbale Signale funktionieren digital kaum. Louisa Kulke beschreibt, wie sich das Gehirn an digitale Reize anpasst. Wenn Kinder oder Erwachsene ständig 30-Sekunden-Videos sehen, gewöhnt sich das Gehirn an kurze Aufmerksamkeitszyklen – der „Dauerlauf“ langer Texte fällt schwerer. Trotzdem warnt sie vor Alarmismus: Jede neue Technik – vom Buchdruck bis zum Fernsehen – wurde zuerst verteufelt. Entscheidend sei, kritisch zu prüfen, was stimmt, ob bei TikTok, ChatGPT oder Tante Erna. Kinder sollten digitale Medien erst unter Begleitung nutzen. Sie plädiert für frühe Medienbildung: Kinder sollen lernen, digitale Inhalte zu hinterfragen und selbst kreativ zu nutzen. Ihr Ausblick: Künftig will sie untersuchen, wie soziale Interaktionen mit Robotern funktionieren und ob Maschinen irgendwann menschliche Regeln wirklich verstehen können. Timestamps 00:00 – Echte Welt vs. Bildschirm 04:10 – Lernen braucht Interaktion 08:15 – Warum Zoom & VR keine echten Begegnungen ersetzen 15:05 – TikTok, KI & das aufmerksame Gehirn 21:12 – Wann Kinder Medien nutzen sollten – und was Babys schon wissen Staff: | |||
| 021 - Jan Wessels: Von der Idee zur Innovation: Health-Startups und die Bremer Gründerszene | 05 Jan 2025 | 00:39:31 | |
Viele junge Menschen träumen davon, ihre Ideen in einem eigenen Startup umzusetzen – auch im Bereich Digitalisierung und Gesundheit. Doch wie sieht der Weg von der Idee zur erfolgreichen Gründung aus? In dieser Folge des Digital Public Health Podcasts spricht Host Rasmus Cloes mit Jan Wessels, dem Gründer von Bremen-Startups. Gemeinsam beleuchten sie die Chancen und Herausforderungen für Gründer:innen in der Gesundheitsbranche und werfen einen besonderen Blick auf die Bremer Startup-Szene. Jan Wessels erklärt, wie wichtig Netzwerke und Events für Gründer:innen sind, um erste Schritte zu wagen und von Erfahrungen anderer zu lernen. Er teilt Einblicke, welche Formate es in Bremen gibt, wie sie funktionieren und wie sich Interessierte unkompliziert vernetzen können. Dabei zeigt er, wie wertvoll eine aktive Startup-Community für den Weg von der Idee zur Umsetzung ist. Ein spannendes Beispiel aus Bremen ist „Skinuvita“, ein Startup, das ein digitales Heimtherapiesystem für Menschen mit chronischen Hauterkrankungen entwickelt hat. Rasmus und Jan diskutieren, wie aus einer persönlichen Problemstellung eine innovative Geschäftsidee wurde und welche Rolle Netzwerke und Förderprogramme dabei spielten. Die beiden gehen auch darauf ein, warum Gründer:innen im Gesundheitsbereich oft mit Bedenken kämpfen – etwa vor der Bürokratie oder den hohen Anforderungen des Marktes. Jan erklärt, wie man diese Hürden überwindet und warum es sich lohnt, den Mut zur Umsetzung zu finden. Für alle, die sich für Startups im Bereich Digitalisierung und Gesundheit interessieren, bietet diese Folge konkrete Tipps und spannende Perspektiven. Ob als Gründer:in oder als Unterstützer:in – lass dich inspirieren und erfahre, wie du die ersten Schritte in der Welt der digitalen Gesundheit erfolgreich gestalten kannst. 00:02:00 – Die Bremer Startup-Szene: Jan Wessels über Netzwerke, Events und die Bedeutung einer aktiven Community Staff: | |||
| 020 - Rasmus Cloes: Sonderfolge zum Jahreswechsel! | 22 Dec 2024 | 00:13:44 | |
Diesmal kehren wir den Spieß um: Host Rasmus Cloes stellt nicht die Fragen, sondern beantwortet sie! Unsere studentische Hilfskraft Thomas hat die Moderation übernommen und spricht mit Rasmus darüber, wie der Digital Public Health Podcast entstanden ist, welche Folgen in diesem Jahr besonders herausgestochen haben und welche Pläne und Herausforderungen im kommenden Jahr anstehen. Erfahrt, was Rasmus antreibt, welche Geschichten ihn bewegt haben und wohin die Reise im Bereich Digital Public Health geht. Eine Folge voller Rückblicke, Einblicke und Ausblicke – perfekt für den Jahreswechsel. Wir freuen uns auf euer Feedback! Staff: | |||
| 019 - Dr. Timm Intemann: Wie die Digitalisierung den Umgang mit Gesundheitsdaten verändert | 09 Dec 2024 | 00:35:42 | |
Elektronische Patientenakte, Telemedizin und Big Data: Das sind sperrige Begriffe. Doch die Bedeutung von Daten im Gesundheitswesen wächst. Spätestens seit der Corona-Pandemie ist klar, dass das Thema uns alle betrifft. Im Gespräch mit Host Rasmus Cloes erläutert Dr. Timm Intemann, wie sich der Umgang mit Daten in der Gesundheitsforschung wandelt. Timm ist Operativer Projektleiter des Abteilungsübergreifenden Zentrums für Forschungsdateninfrastruktur und Data Science in der Epidemiologie am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS. Timm erläutert, was Gesundheitsdaten umfassen – von klinischen und Krankenkassendaten bis hin zu Umwelt- und Verhaltensdaten. Diese Bandbreite verdeutlicht, wie viele Faktoren Einfluss auf unsere Gesundheit nehmen und wie wichtig eine umfassende Datenerhebung ist. Timm betont dabei, dass auch Umwelteinflüsse wie Wetter oder Lärm als Gesundheitsdaten betrachtet werden können, da sie maßgeblich unsere Lebensqualität und Gesundheit beeinflussen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Herausforderungen der Datenverknüpfung in Deutschland. Timm erklärt, warum das föderale System in Deutschland eine effiziente Nutzung von Gesundheitsdaten erschwert. Er zieht einen Vergleich zu skandinavischen Ländern, die durch zentrale Register und Bürger-IDs wesentlich bessere Voraussetzungen für eine schnelle und datenschutzkonforme Datenverknüpfung bieten. Diese internationalen Vorbilder könnten wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der deutschen Forschungsinfrastruktur geben. Die elektronische Patientenakte (ePA) kommt seit Neuestem flächendeckend zum Einsatz, und Timm beschreibt, warum das Opt-Out-Verfahren ein großer Schritt vorwärts sein könnte. Gleichzeitig warnt er, dass es noch Jahre dauern könnte, bis die ePA den vollen Nutzen für die Forschung entfaltet, da sie zu Beginn noch unvollständig befüllt sein wird und erst mit der Zeit wertvolle Daten liefern kann. Künstliche Intelligenz und Big Data eröffnen neue Möglichkeiten für die Forschung, vor allem in der Mustererkennung und Prognose von Gesundheitsverläufen. Timm spricht über die Chancen, die diese Technologien bieten, um in großen Datensätzen unerforschte Zusammenhänge zu entdecken und die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Er betont jedoch auch, wie wichtig es ist, diese Daten verantwortungsvoll zu nutzen und nicht in die Falle einer unreflektierten Datenanalyse zu tappen. Abschließend geht es um Visionen für die Zukunft der Gesundheitsforschung. Timm zeigt auf, dass der ideale Umgang mit Gesundheitsdaten nicht nur auf Technologie angewiesen ist, sondern auch auf klare rechtliche Rahmenbedingungen und den menschlichen Austausch in der Forschung. Nur durch die Kombination aus fortschrittlicher Technologie, transparenten Prozessen und Expertenwissen kann das volle Potenzial von Gesundheitsdaten ausgeschöpft werden. Timestamps: [00:00:10] Vorstellung Dr. Timm Intemann und Einführung ins Thema Gesundheitsdaten. Staff: | |||
| 018 - Dr. Jörn Moock: Digitalisierung im Bremer Gesundheitsamt – vom Faxgerät zum Dashboard | 25 Nov 2024 | 00:28:38 | |
Das Gesundheitsamt Bremen verändert sich: Digitale Lösungen könnten nicht nur die Verwaltung modernisieren, sondern auch die Prävention revolutionieren. Host Rasmus Cloes sprach mit Dr. Jörn Moock, dem Leiter des Bremer Gesundheitsamtes, über die digitale Transformation im öffentlichen Gesundheitsdienst. Das Gespräch gewährt tiefe Einblicke in eine Verwaltung im Wandel – vom Einsatz neuer Technologien bis hin zu kulturellen Umbrüchen in der Behörde. Ein Kernpunkt war die Bürger:innennähe: Jörn erklärte, wie digitale Schnittstellen, Dashboards und mobile Anwendungen den Kontakt zwischen Bürger:innen und Gesundheitsamt erleichtern. Echtzeit-Daten ermöglichen es, Gesundheitstrends in Stadtteilen schneller zu erkennen und gezielt darauf zu reagieren. Ein weiteres Thema war der Datenschutz. Wie können Behörden sicher und effizient Daten austauschen? Jörn zeigte, wie das Gesundheitsamt die Balance zwischen technischer Machbarkeit und rechtlichen Anforderungen meistert – eine Herausforderung, die im Gesundheitswesen besonders sensibel ist. Die Digitalisierung verändert auch die interne Arbeitskultur. Schulungen, neue Abläufe und eine offene Fehlerkultur sind nötig, um den Wandel zu bewältigen. Das Ziel: mehr Effizienz und mehr Zeit für direkte Kontakte mit Bürger:innen. Zum Abschluss gab Jörn eine Vision: ein Gesundheitsamt, das mit smarter Prävention und innovativen Datenlösungen Vorbild für andere Städte werden könnte. Mit mehr Freiraum für persönliche Betreuung und schnellerer Reaktion auf Gesundheitsprobleme. Timestamps 02:09 – Bürger:innennähe durch Digitalisierung Wie digitale Lösungen den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen erleichtern können. 06:14 – Dashboard statt Berichtsflut Wie stadtteilbezogene Dashboards Gesundheitsdaten besser nutzbar machen. 16:00 – Digitalisierung im Arbeitsalltag Von digitalen Checklisten bis zu interaktiven Formularen: Effizienz im Gesundheitsamt. 23:15 – Kooperationen mit anderen Gesundheitsämtern Warum Interoperabilität entscheidend ist und wie das föderale System den Datenaustausch beeinflusst. 25:28 – Vision für die Zukunft Wie ein digitales Gesundheitsamt Bremen als Vorbild für andere Städte dienen könnte. Staff: | |||
| 017 - Dr. Monika Michaelis: Bremen als KI-Hotspot: das AI Center for Health Care | 11 Nov 2024 | 00:33:22 | |
Förderung, Forschung, Vernetzung – das AI Center for Health Care bildet Nachwuchstalente für die Zukunft des Gesundheitswesens aus. Doch auf ihrem Weg haben sie zahlreiche Hürden zu überwinden, die teils mit Bürokratie und teils mit ungleichen Ressourcen zusammenhängen. In dieser Episode des Digital Public Health Podcasts spricht Host Rasmus Cloes mit Dr. Monika Michaelis, der Koordinatorin des AI Center for Health Care an der U Bremen Research Alliance (UBRA). Im Gespräch stellt sich heraus: Bremen entwickelt sich zu einem führenden Standort für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen, und Monika erläutert, wie das Center dazu beiträgt, Forschungserkenntnisse direkt in die klinische Praxis zu bringen. Monika gibt Einblicke in interdisziplinäre Projekte, die Bereiche wie Bildgebung, Prothesenentwicklung und die Früherkennung von Demenz abdecken. Sie erklärt, wie das Center Forscherinnen und Forscher aus den verschiedensten Disziplinen – von Psychologie bis Materialwissenschaft – zusammenbringt und damit den klinischen Nutzen von KI-Anwendungen maximiert. Doch nicht alles läuft reibungslos: Der Zugang zu Gesundheitsdaten bleibt eine Herausforderung, die das Team besonders beschäftigt. Aber auch das Gründen scheint in Bremen schwerer zu fallen als in anderen Städten. Bei dem Center steht die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Fokus. Monika beschreibt, wie durch gezielte Unterstützung und Vernetzung Nachwuchstalente für KI und Gesundheitsforschung gewonnen werden. In dieser Folge erfahrt ihr: - KI und Medizin: Wie das AI Center for Health Care die Gesundheitsversorgung neu denkt - Interdisziplinäre Innovation: Warum das Zusammenwirken verschiedener Fachgebiete so wichtig ist - Bremen als KI-Standort: Wie die UBRA die Region stärkt - Förderung der nächsten Generation: Wie Nachwuchstalente gezielt unterstützt werden - Datenzugang als Hürde: Warum Gesundheitsdaten so zentral und oft schwer zugänglich sind Staff: | |||
| 016 - Simon Breul: Komfort & Selbstständigkeit im Alter: Kann Digitalisierung für Barrierefreiheit sorgen? | 28 Oct 2024 | 00:34:15 | |
Für ein barrierefreies Leben im Alter wird Technik immer relevanter: Bewegungsmelder, Sprachsteuerung und Notrufsysteme sind nur einige der Möglichkeiten. Doch hohe Kosten und geringe Akzeptanz von Betroffenen stellen oft große Hürden dar. Welche Entwicklungen könnten das ändern? Staff: | |||
| 015 - Dr. Tobias Hayer: Wie die Digitalisierung die Glücksspielsucht verändert | 14 Oct 2024 | 00:32:06 | |
Vom Spielautomaten zum Smartphone: Wie die Digitalisierung die Glücksspielsucht verändert Wie beeinflusst die Digitalisierung die Glücksspielsucht? Host Rasmus Cloes spricht mit Dr. Tobias Hayer, Psychologe und Glücksspielforscher an der Universität Bremen, über neuen Einstiegspfade in die Sucht und warum das Netz so gefährlich sein kann. Die neuen Gesichter der Glücksspielsucht Von der Spielhalle ins Internet: Neue Einstiegspfade Herausforderungen beim Jugendschutz und der Prävention Unterstützung für Betroffene: Welche Hilfsangebote gibt es? Hört jetzt rein, um mehr über die vielschichtigen Aspekte der digitalen Glücksspielsucht zu erfahren und zu verstehen, welche Maßnahmen tatsächlich helfen können. Staff: | |||
| 014 - Isa Nowak: Pflege & Digitalisierung – Wenn Eltern die Lösung selbst entwickeln müssen | 30 Sep 2024 | 00:26:17 | |
In dieser Folge spricht Host Rasmus Cloes mit Isa Novak, einer Sonderpädagogin und Entwicklerin einer App speziell für pflegende Eltern. Isa berichtet von ihren persönlichen Erfahrungen als Mutter eines pflegebedürftigen Kindes und den Herausforderungen, die sie dazu bewegt haben, eine digitale Lösung für Eltern in ähnlichen Situationen zu entwickeln. Isa erzählt von ihrem Weg, wie sie als Förderschullehrerin plötzlich vor der Herausforderung stand, Informationen über Pflege, bürokratische Hürden und Anträge zu sammeln, um ihre Tochter bestmöglich zu versorgen. Dabei wurde ihr klar, dass viele Eltern in Deutschland vor ähnlichen Problemen stehen und es eine enorme Wissenslücke gibt, die es zu füllen gilt. Gemeinsam sprechen sie darüber, wie schwierig es ist, sich im Dschungel der bürokratischen Anforderungen zurechtzufinden und wie die App helfen soll, diese Prozesse zu strukturieren und zu erleichtern. Isa teilt ihre Vision, die Organisation des Pflegealltags zu vereinfachen und so pflegenden Eltern mehr Zeit und Energie für ihre Kinder und sich selbst zu geben. Ein weiterer Fokus liegt auf den Herausforderungen bei der Entwicklung der App – sei es durch gesetzliche Regelungen, finanzielle Hürden oder die Suche nach einem passenden Geschäftsmodell. Isa gibt Einblicke in die Schritte, die sie und ihr Team bereits gegangen sind, und welche Meilensteine noch bevorstehen.
Timestamps: 0:00 – Einführung: Vorstellung von Isa Novak 2:30 – Isas persönliche Geschichte und Motivation 8:45 – Die größten Herausforderungen für pflegende Eltern 15:10 – Entwicklung und Ziel der App für pflegende Eltern 22:00 – Herausforderungen bei der App-Entwicklung in Deutschland 30:30 – Zukunftsperspektiven und Wünsche für pflegende ElternStaff: Staff: | |||
| 013 - Jens Crueger: Internetgeschichte: So wurde Dr. Google geboren | 16 Sep 2024 | 00:33:35 | |
In dieser Episode des Digital Public Health Podcasts spricht Host Rasmus Cloes mit Jens Crueger, einem Experten für Digitalisierung und die Geschichte des Internets. Gemeinsam beleuchten sie die Anfänge des Internets – von ARPANET über die Erfindung des World Wide Webs durch Tim Berners-Lee bis hin zur rasanten Entwicklung von Social Media. Außerdem diskutieren sie, wie das Internet die Art und Weise verändert hat, wie wir heute Gesundheitsinformationen suchen und teilen. Staff: Staff: | |||
| 012 - Dr. Kathrin Seibert: KI in der Pflege - Revolution oder Risiko? | 02 Sep 2024 | 00:33:32 | |
KI in der Pflege: Revolution oder Risiko? In der 12. Folge des Digital Public Health Podcasts sprechen wir mit Dr. Kathrin Seibert, Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen. Dr. Seibert, die auch ausgebildete Krankenschwester ist, spricht über die aktuellen Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation in der Pflege – mit einem Fokus auf künstliche Intelligenz (KI). Das Gespräch beleuchtet, wie KI und andere digitale Technologien bereits in der Pflege eingesetzt werden und welche Entwicklungen in der Zukunft erwartet werden können. Von der intelligenten Dienstplanerstellung bis hin zur sprachgesteuerten Pflegedokumentation – Dr. Seibert gibt spannende Einblicke in ihre Forschung und diskutiert die ethischen und praktischen Implikationen dieser Innovationen. Außerdem wird das Potenzial dieser Technologien zur Entlastung von Pflegekräften sowie zur Verbesserung der Versorgungsqualität thematisiert. Ein Muss für alle, die sich für die Zukunft der Pflege und die Rolle der Digitalisierung in diesem wichtigen Sektor interessieren. Timestamps: Abonniere den Kanal, um keine Folge zu verpassen, und hinterlasse uns gerne Feedback in den Kommentaren! #Pflege #Digitalisierung #Gesundheit #PublicHealth #KI Staff: | |||
| 038 - Meike Goos: Gründen in der Gesundheitsforschung: Wie BRIDGE aus Hochschulideen echte Start-ups macht | 28 Sep 2025 | 00:27:30 | |
Du hast eine Idee, die das Gesundheitswesen digital besser machen könnte – aber keine Ahnung, wie man daraus ein Start-up macht? BRDIGE könnte helfen. Host Rasmus Cloes sprach mit Meike Goos von BRIDGE – Gründen aus Bremer Hochschulen darüber, wie aus Forschung Unternehmertum wird – und was es dafür wirklich braucht. Was braucht es, damit aus einer vielversprechenden Idee aus Public Health ein tragfähiges Start-up wird? Meike Goos, Geschäftsführerin von BRIDGE - Gründen aus Bremer Hochschulen, begleitet seit Jahren Gründungsteams aus Hochschulen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit – unter anderem Skinuvita, WearHealth oder Aisencia. In dieser Folge gibt sie Einblicke in das Bremer Gründungsökosystem und erklärt, warum das Interesse an digitalen Gesundheitsideen rasant wächst. Viele Teams aus Public Health oder den Lebenswissenschaften stehen vor großen Herausforderungen: regulatorische Hürden, fehlende Finanzierungen oder zu wenig Wissen über den Markt. BRIDGE bietet dabei nicht nur Beratung und Veranstaltungen, sondern begleitet auch beim Zugang zu Förderprogrammen wie EXIST oder Pre-Start-up-Programmen in der Region. Wie gründet man eigentlich aus der Wissenschaft heraus – und was hält viele davon ab? Meike Goos spricht offen über typische Hemmnisse, mentale Blockaden, unsichere Finanzlagen und die Suche nach passenden Co-Founder:innen. Sie betont, wie wichtig interdisziplinäre Teams und langfristige Visionen sind – und warum es gerade in Bremen Raum für mehr Gründergeist im Gesundheitsbereich gibt. Die Folge zeigt außerdem, wie viel Potenzial im Transfer aus der Forschung steckt – und dass Gründung nicht nur „Business“ ist, sondern auch Impact haben kann: für die Versorgung, die Gesellschaft und die eigene berufliche Zukunft. Am Ende gibt Meike drei konkrete Tipps für alle, die mit dem Gedanken spielen, ihre Idee in die Praxis zu bringen. Timestamps 00:01:11 Was BRIDGE für Gründungsinteressierte bietet 00:03:01 Wie BRIDGE aus Ideen Start-ups macht 00:05:25 Gesundheit & Digitalisierung als Trendthema 00:08:11 EXIST, Fördermittel & Finanzierung 00:10:55 Gründung aus der Wissenschaft – Chancen & Hürden Staff: | |||
| 011 - Benjamin Schüz: Wie Desinformationen der Gesundheit schaden | 19 Aug 2024 | 00:35:21 | |
Gefährliche Lügen im Netz: Wie Desinformationen der Gesundheit schaden Staff: | |||
| 010 - Heinz Rothgang: Die (digitale) Zukunft der Pflege | 05 Aug 2024 | 00:38:34 | |
In dieser spannenden Episode des Digital Public Health Podcasts sprechen wir mit Prof. Dr. Heinz Rothgang über die Digitalisierung in der Pflege. Prof. Dr. Heinz Rothgang, Leiter der Abteilung Gesundheit, Pflege und Alterssicherung am SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen, bietet wertvolle Einblicke in die Möglichkeiten und Herausforderungen der digitalen Transformation in der Pflegebranche. Highlights der Episode:
Prof. Dr. Heinz Rothgang teilt seine umfassende Erfahrung und beleuchtet, wie digitale Technologien dazu beitragen können, die Pflege zukunftsfähig zu machen und welche Schritte notwendig sind, um diese Transformation erfolgreich zu gestalten.
#DigitalPublicHealth #DPHPodcast #HeinzRothgang #Pflege #Digitalisierung #Gesundheit #PublicHealth #Podcast Staff: | |||
| 009 - Chen-Chia Pan: Are game developers the better health scientists? | 22 Jul 2024 | 00:38:41 | |
In this episode of the Digital Public Health Podcast (the second recording in English), we speak with Chen-Chia Pan about the fascinating world of fitness trackers. Chen-Chia Pan, a Doctoral Research Fellow at the Leibniz Institute for Prevention Research and Epidemiology – BIPS and the University of Bremen, shares her expertise on the impact and challenges of fitness trackers in promoting physical activity. Highlights of the Episode:
Timestamps: 00:00 - Introduction 02:45 - Background of Chen-Chia Pan 05:30 - The Role of Fitness Trackers in Promoting Physical Activity 10:15 - Gamification in Health: The Case of Pokémon Go 20:00 - Addressing Challenges in Health Technologies 30:45 - Public Health and Private Sector Collaboration 35:00 - Future Directions in Digital Health 40:00 - Closing Remarks and Insights Info: #DigitalPublicHealth #DPHPodcast #ChenChiaPan #FitnessTrackers #HealthTech #PublicHealth #Podcast #HealthPromotion #Gamification Staff: | |||
| 008 - Hans-Henrik Dassow: Kann Digital Public Health gerecht sein? | 08 Jul 2024 | 00:36:28 | |
In unserer neuesten Folge des Digital Public Health Podcasts tauchen wir tief in die ethischen Fragestellungen der digitalen Gesundheit ein. Dieses Mal haben wir den Philosophen Hans-Henrik Dassow zu Gast, der uns spannende Einblicke in die philosophische Perspektive auf dieses komplexe Thema gibt. Hans-Henrik Dassow, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Bremen, bringt eine einzigartige Sichtweise auf die Ethik in Digital Public Health mit. Wir diskutieren unter anderem: 🔍 Gerechtigkeit und Gesundheit: Ist es fair, wenn Krankenkassen Rabatte für das Tragen von Schrittzählern gewähren? Welche ethischen Fragen stellen sich hier? 🧠 Philosophische Betrachtungen: Wie können philosophische Ansätze helfen, die Herausforderungen der digitalen öffentlichen Gesundheit zu verstehen und zu bewältigen? 💬 Gamification in der Gesundheit: Welche Vor- und Nachteile hat die Einbindung von spielerischen Elementen in Gesundheits-Apps? Was bedeutet das für die Datensammlung und deren Qualität? Erfahre mehr über Hans-Henriks Werdegang und seine Forschungen zu den ethischen Dimensionen der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Sein Studium umfasste Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Politikwissenschaft und Philosophie – ein Hintergrund, der ihn bestens für die vielschichtigen Fragen der Ethik in der Digital Public Health qualifiziert. Tauche ein in dieses faszinierende Gespräch und entdecke, wie ethische Überlegungen die Zukunft der digitalen Gesundheit prägen könnten. Abonniere unseren Kanal, um keine zukünftigen Episoden zu verpassen! 🔔 Jetzt reinhören und diskutieren! 🗣️ #DigitalPublicHealth #Ethik #Gesundheit #PublicHealth #Podcast #Philosophie #Gerechtigkeit Staff: | |||
| 007 - Markus Gerstmann: Jugend im Netz - Zwischen Chancen und Gefahren | 24 Jun 2024 | 00:25:09 | |
In dieser spannenden Folge des Digital Public Health Podcasts spricht Rasmus Cloes mit Markus Gerstmann, einem erfahrenen Medienpädagogen aus Bremen, über die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Leben von Jugendlichen. Markus teilt seine wertvollen Einblicke aus über 20 Jahren Arbeit in der Medienbildung und diskutiert, wie sich die digitale Welt auf die Jugend auswirkt, welche Herausforderungen und Chancen sie bietet und wie wichtig der analoge Ausgleich ist.
👉 Warum solltest du einschalten? Wenn du verstehen möchtest, wie die Digitalisierung das Leben der Jugendlichen prägt und wie wir ihnen helfen können, sich gesund und sicher in der digitalen Welt zu bewegen, ist diese Folge ein Muss. Erfahre, wie du als Elternteil, Pädagoge oder einfach als Interessierter die richtigen Ansätze findest, um junge Menschen zu unterstützen. Staff: | |||
| 006 - Benedikt Preuß: Kann die Digitalisierung die Pflege retten? | 10 Jun 2024 | 00:37:58 | |
Willkommen zur neuesten Folge des Digital Public Health Podcasts! 🚀 In dieser Episode tauchen wir tief in die Welt der digitalen Innovationen in der Pflege ein. Unser Gast, Benedikt Preuß von der Universität Bremen, koordiniert das Projekt "TCALL", das sich der Verbesserung der Langzeitpflege in Deutschland widmet. Erfahre aus erster Hand, ob digitale Technologien dazu beitragen können, die Pflegequalität nachhaltig zu verbessern. Themen dieser Folge:
Wenn Dir der Podcast gefällt, hinterlasse gerne einen Kommentar und teile das Video! 💬👥 Abonniere unseren Kanal und verpassen keine Folge mehr! Folge uns auf: Staff: #Digitalisierung #Pflege #Innovation #Gesundheit #DigitalHealth #Langzeitpflege #PflegeZukunft Staff: | |||
| 005 - Thomas Mildner: Wie Dark Patterns unser Verhalten manipulieren | 27 May 2024 | 00:36:56 | |
Staff: | |||
| 004 - Dr. Saskia Müllmann: Navigieren im Dschungel der Online-Gesundheitsinformationen | 13 May 2024 | 00:27:15 | |
In dieser Episode des Digital Public Health Podcasts sprechen wir mit Dr. Saskia Müllmann. Das Thema der Folge: Wie man verlässliche Gesundheitsinformationen im Netz findet. Staff: | |||
| 003 - Dr. Elida Sina: Social Media und Kinder | 29 Apr 2024 | 00:31:29 | |
Willkommen zu einer neuen Folge des Digital Public Health Podcasts! Dieses Mal begrüßen wir Dr. Elida Sina, die uns Einblicke in ihre Forschung zu den Auswirkungen sozialer Medien auf die Gesundheit von Kindern gibt. Elida hat herausgefunden, dass der intensive Gebrauch von Smartphones und sozialen Netzwerken das Essverhalten, die kognitive Leistung und den Stoffwechsel von Kindern negativ beeinflusst. Staff: | |||
| 002 - Laura Maaß: Erfolge und Herausforderungen als Nachwuchswissenschaftlerin | 15 Apr 2024 | 00:37:07 | |
In der zweiten Episode unseres Digital Public Health Podcasts sprechen wir mit Laura Maaß, einer vielversprechenden Wissenschaftlerin am Leibniz ScienceCampus Digital Public Health in Bremen. Laura gibt Einblicke in ihren beeindruckenden Werdegang in der Digital Public Health Forschung und erzählt von ihren Erfahrungen als Leiterin der Early Career Research Academy - einem besonderen Förderprogramm für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich Digital Public Health. Sie teilt nicht nur ihre wissenschaftlichen Erfolge, sondern spricht auch offen über die psychischen Herausforderungen, denen sie und viele ihrer Kolleginnen und Kollegen begegnen. Staff: | |||
| 037 - Robert Hrynyschyn: Virtuelle Realität, echter Einfluss? Wie VR Jugendliche vor Alkohol schützt | 14 Sep 2025 | 00:31:42 | |
Du stehst auf einer Hausparty, jemand drückt dir einen Shot in die Hand – doch alles passiert nur in der VR-Brille. Host Rasmus Cloes sprach mit Robert Hrynyschyn von der Charité – Universitätsmedizin Berlin über ein Forschungsprojekt zu VR in der Alkoholprävention. Im Kern steht die Frage: Kann eine digitale Simulation wirklich verändern, wie junge Menschen im echten Leben entscheiden? Staff: | |||
| 001 - Prof. Dr. Hajo Zeeb: Digitale Revolution im Gesundheitswesen? | 04 Apr 2024 | 00:35:26 | |
In der Premiere unseres Digital Public Health Podcasts tauchen wir mit Prof. Dr. Hajo Zeeb in die Tiefen digitaler Innovationen im Gesundheitswesen ein. Von der Entstehung des Begriffs Digital Public Health bis hin zu aktuellen Herausforderungen und Zukunftsaussichten. Erfahrt, wie Technologie und Ethik das Feld bestimmen, wo sie sich reiben und ob sie am Ende harmonieren können. Staff: | |||
| 036 - Prof. Dr. Kevin Dadaczynski: Fake News, KI & TikTok: Warum digitale Gesundheitskompetenz so wichtig ist | 31 Aug 2025 | 00:34:37 | |
Wie können Kinder und Jugendliche lernen, Gesundheitsinformationen im Netz richtig zu bewerten? Und welche Verantwortung haben Systeme wie YouTube oder TikTok? Darüber diskutiert Host Rasmus Cloes mit Kevin Dadaczynski, Professor für Gesundheitserziehung an der Universität Potsdam. Die Digitalisierung verändert, wie wir über Gesundheit sprechen, lernen und handeln. Doch wie können wir in einer Welt voller Informationen den Überblick behalten – und die richtigen Entscheidungen treffen? Kevin Dadaczynski erforscht seit vielen Jahren, wie sich Gesundheitskompetenz in digitalen Umgebungen entwickelt. Im Gespräch mit Rasmus geht es um die Chancen und Risiken, die gerade Kinder und Jugendliche dabei erleben. Ob Social Media, Generative KI oder Gaming: Neue Technologien schaffen Möglichkeiten, bergen aber auch Gefahren. Wie können wir verhindern, dass falsche Informationen dominieren – und stattdessen sichere digitale Räume fördern? Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Rolle von Schulen, Lehrkräften und Eltern: Sie alle können dazu beitragen, dass junge Menschen einen reflektierten Umgang mit Gesundheitsinformationen lernen. Und schließlich geht es um neue kreative Wege – von Gamification bis Social Listening – die zeigen, wie Public Health Forschung im digitalen Zeitalter neue Formen annimmt. Timestamps · 00:01 – Einstieg & Definition digitale Gesundheitskompetenz · 00:07 – Social Media, KI & die Informationsflut · 00:18 – Chancen & Risiken für Kinder und Jugendliche · 00:23 – Gamification & spielerische Ansätze · 00:32 – Ausblick: Regulation, Social Listening & Zukunft Staff: | |||
| 035 - Dr. Maximilian Schmidt: KI statt Mikroskop? Wie aisencia die Hautdiagnostik revolutionieren will | 17 Aug 2025 | 00:26:42 | |
Zwischen Mikroskop und Machine Learning entsteht eine Technologie, die den Alltag in Laboren verändert – und Fragen zu Verantwortung, Regulierung und der Zukunft des Berufs aufwirft. In der neuen Folge des Digital Public Health Podcast spricht Host Rasmus Cloes mit Max Schmidt, einem Mitgründer von aisencia. Max wechselt aus der Industriemathematik in die Hautdiagnostik und erklärt, warum Pathologen oft wie vor 100 Jahren arbeiten und wie aisencia mit KI den Unterschied machen will. Dabei treffen zwei Welten aufeinander: jahrzehntelange medizinische Expertise und datengetriebene Technologie. Max beschreibt Rasmus den gesamten Prozess und wie optische Scanner den Einstieg in die digitale Analyse ermöglichen. Am Beispiel von weißem Hautkrebs wird deutlich, wie aus einem analogen Arbeitsablauf ein digital unterstützter Prozess wird, bei dem KI Veränderungen im Gewebe markiert und eine Vor-Diagnose liefert. Aus einer Promotion entsteht ein Startup Max berichtet, wie aisencia durch das EXIST-Programm gefördert wird, warum betriebswirtschaftliche Expertise im Team entscheidend ist und wie der Sprung vom Uni-Projekt in den Markt gelingt. Früh stellt sich die Frage, wie man technologische Innovationen in einem streng regulierten Umfeld zur Zulassung bringt. aisencia entscheidet sich strategisch, zunächst ein Laborinformationssystem zu entwickeln, bevor komplexere KI-Produkte auf den Markt kommen. Diese Vorgehensweise erleichtert regulatorische Prozesse und öffnet den Weg für internationale Märkte – Australien ist dabei besonders im Fokus, nicht zuletzt wegen der hohen Hautkrebsrate und der innovationsfreundlichen Zulassungspraxis. Die Zusammenarbeit mit Pathologen steht im Zentrum der Produktentwicklung. Fachkräftemangel und steigende Fallzahlen machen den Einsatz von KI immer wichtiger, doch die finale Diagnose bleibt beim Menschen. aisencia sieht die KI als Werkzeug, das Routineaufgaben beschleunigt und die Qualität erhöht, ohne die Verantwortung aus den Händen der Expert:innen zu nehmen. Timestamps: Staff: | |||
| 034 - Dr. Irmhild Rogalla: Digitale Teilhabe: Warum Barrierefreiheit mehr ist als nur ein nettes Extra | 06 Jul 2025 | 00:30:20 | |
Host Rasmus Cloes sprach für den Digital Public Health Podcast mit Dr. Irmhild Rogalla, Leiterin des Instituts für digitale Teilhabe an der Hochschule Bremen, über Lösungen für eine barrierefreie digitale Welt. Dafür müssten Entwickler:innen und Politik gemeinsam Verantwortung übernehmen. Digitale Teilhabe bedeutet für Irmhild, dass wirklich alle Menschen Zugang zum digitalen Leben haben — unabhängig von Einschränkungen. Es geht nicht nur um Webseiten, sondern vor allem um Software, Anwendungen und Systeme, die schon in der Entwicklung barrierefrei mitgedacht werden müssen. Im Gespräch wird klar, dass Open-Source-Software zwar große Chancen für mehr digitale Souveränität bietet, in Sachen Barrierefreiheit aber oft besonders schlecht abschneidet. Die freiwilligen Entwickler-Communities haben meist weder ausreichend Ressourcen noch das nötige Wissen, um digitale Inklusion umzusetzen. Viele Menschen mit Behinderungen müssen sich mit improvisierten Lösungen helfen, um digitale Tools überhaupt nutzen zu können. Diese Workarounds sind aber fehleranfällig, schnell veraltet und führen dazu, dass echte Teilhabe oft nur scheinbar erreicht wird. Irmhild kritisiert diesen Zustand deutlich. Obwohl es in Deutschland gesetzliche Vorgaben zur Barrierefreiheit gibt, bleiben diese in der Praxis oft schwach oder werden nicht durchgesetzt. Ohne verbindliche Standards und ein starkes gesellschaftliches Bewusstsein bleibt das Thema häufig ein „nice to have“ statt einer Selbstverständlichkeit. Irmhild betont, dass echte Inklusion nur dann gelingt, wenn Menschen mit und ohne Behinderungen sich begegnen und zusammenarbeiten. Erst durch persönlichen Austausch entsteht Verständnis dafür, wie dringend Barrierefreiheit gebraucht wird und warum sie von Anfang an mitgedacht werden muss. Timestamps [00:00:00] Digitale Teilhabe bedeutet Zugang für alle, unabhängig von Einschränkungen [00:03:06] Open-Source-Software: Chancen und große Barrieren bei der Inklusion [00:10:45] Improvisierte Workarounds statt nachhaltiger Barrierefreiheit [00:18:12] Schwache Gesetze und fehlendes gesellschaftliches Bewusstsein [00:25:02] Echte Inklusion braucht Begegnung und gemeinsames Gestalten Staff: | |||
| 033 - Esteban Bayro-Kaiser: KI gegen Rückenschmerzen – Wearables für sichere Arbeitsplätze | 22 Jun 2025 | 00:26:43 | |
Rücken kaputt vom falschen Heben? Ein Wearable piept – bevor es weh tut. Esteban Bayro-Kaiser erzählt Host Rasmus Cloes im Digital Public Health Podcast, wie seine Firma WearHealth Industriearbeiter:innen schützt. Esteban Bayro-Kaiser hat in Chile Elektrotechnik studiert und in Bremen im Bereich künstliche Intelligenz promoviert. Aus der Forschung entwickelte sich WearHealth. Ein Startup, das mit Sensoren Arbeitsplätze sicherer macht. Das Ziel war von Anfang an klar: Technologie sinnvoll einsetzen, um reale Gesundheitsprobleme zu lösen. Das Herzstück von WearHealth sind kleine Sensoren, die auf der Kleidung getragen werden. Sie erkennen in Echtzeit gefährliche Bewegungen – etwa falsches Heben aus dem Rücken – und geben dem Träger durch Vibration sofort Feedback. Unternehmen erhalten anonymisierte Auswertungen und können Arbeitsplätze ergonomischer gestalten. Ein zentrales Anliegen: Die Daten der Mitarbeitenden bleiben anonym. Niemand wird individuell überwacht. Es geht um Muster, nicht um Menschen. Audio- oder Videoaufnahmen finden nicht statt. Dieses Prinzip ist entscheidend für die hohe Akzeptanz des Systems bei Beschäftigten, so Esteban. Ob in der Logistik, in der Fertigung oder sogar im Bergbau: WearHealth kann laut Esteban über 70 Prozent der ungesunden Bewegungen reduzieren. Die Mitarbeitenden berichten von weniger Schmerzen, mehr Sicherheit und empfehlen das System sogar weiter. WearHealth ist bereits in Europa, Südamerika und bald in den USA aktiv. Die langfristige Vision: weltweit gesündere Arbeitsplätze schaffen.
00:03:17 – 00:04:29 Von der Forschung zur Firma: Esteban erzählt, wie seine Promotion am KI-Institut Bremen zur Gründung von WearHealth führte – mit dem Ziel, echte Gesundheitsprobleme in der Arbeitswelt zu lösen. 00:12:15 – 00:13:38 Datenschutz statt Überwachung: Warum WearHealth bewusst keine personenbezogenen Daten erhebt und wie das Vertrauen der Mitarbeitenden gestärkt wird. 00:14:20 – 00:15:17 Wirkung, die spürbar ist: Rückmeldungen aus der Praxis: Weniger Schmerzen, bessere Bewegungsabläufe und hohe Weiterempfehlungsraten unter den Mitarbeitenden. 00:22:12 – 00:24:06 Die Vision: gesunde Arbeit weltweit: Wie KI, Dashboards und smarte Benachrichtigungen dabei helfen sollen, langfristig weltweit sicherere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Staff: | |||
| 032 - Claudia Bernhard: Was die Organspende von der Corona-Impfkampagne lernen kann | 08 Jun 2025 | 00:26:38 | |
In der vergangenen Folge zeigte sich: digitale Lösungen helfen nur bedingt, um Menschen zu helfen, die auf ein Spenderorgan warten. Mit der Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard bespricht Host Rasmus Cloes, welche digitalen Lücken die Politik füllen kann. Dabei greift sie aus Lehren der erfolgreichen Bremer Impfkampagne gegen COVID-19 zurück. Claudia Bernhard betont im Gespräch zunächst, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Organspende auf Bundesebene geregelt sind. Dennoch sieht sie Handlungsmöglichkeiten auf Landesebene – vor allem in der gezielten Informations- und Aufklärungsarbeit. Durch Bundesratsinitiativen könnten Länder wie Bremen bundespolitische Impulse setzen, doch strukturelle Verbesserungen vor Ort seien mindestens genauso wichtig, um das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen. Sie plädiert für einen langfristigen, dialogorientierten Weg, um das Vertrauen der Bevölkerung zu stärken. Bremen habe mit seiner Impfkampagne gezeigt, wie erfolgreiche Aufklärungsarbeit funktionieren kann: durch niedrigschwellige Kommunikation, direkte Ansprache in den Stadtteilen und multiperspektivische Ansätze, die kulturelle und sprachliche Vielfalt berücksichtigen. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die Lebendspende. Sie diskutieren die ethischen Herausforderungen, etwa den emotionalen Druck innerhalb von Familien oder die engen gesetzlichen Voraussetzungen, die eine Spende nur bei enger persönlicher Verbundenheit erlauben. Gleichzeitig wird deutlich: Die Lebendspende macht einen Großteil der Nierentransplantationen aus und könnte – bei verantwortungsvoller Ausweitung der Kriterien – eine zentrale Rolle spielen. Am Ende des Gesprächs richtet sich der Blick auf die Zukunft: Claudia Bernhard spricht sich für ein präventionsorientiertes, quartiersnahes Gesundheitswesen aus, in dem Organspende ebenso wie Ernährung, Bewegung und andere Themen selbstverständlich mitgedacht werden. Die entscheidende Botschaft lautet: Nur durch kontinuierliche Aufklärung, kulturelle Sensibilität und echte Investitionen in lokale Gesundheitsstrukturen kann langfristig ein gesellschaftlicher Wandel erreicht werden – auch bei der Organspende. #Organspende #Gesundheitspolitik #Bremen #Gesundheit
Intro & Erfahrungsbericht 00:00:37 – 00:04:01 Politische Zuständigkeiten 00:04:01 – 00:08:03 Aufklärung statt Pflicht 00:08:03 – 00:09:47 Lebendspende & Ethik 00:14:08 – 00:18:09 Zukunft & Gesundheitszentren 00:23:02 – 00:26:10 Staff: | |||
| 042 - Malte Bornholdt: Wie wird aus einer Idee eine DiGA? – Malte Bornholdt über Erfolg, Regeln & Millionenbudgets | 23 Nov 2025 | 00:32:33 | |
In der neuen Folge des Digital Public Health Podcast spricht Host Rasmus Cloes mit Malte Bornholdt über die wachsenden Kosten und die strengen Regulierungsschritte im DiGA-Markt. Doch was bedeutet das für Gründer, die heute mit einer neuen Idee starten – und welche Hürde entscheidet am Ende über Erfolg oder Scheitern? Malte zeigt, was es braucht, um eine funktionierende DiGA zu entwickeln: ein klares Konzept, eine stabile Software, die Zulassung als Medizinprodukt, eine sauber geplante Studie und Geduld. Viel Geduld. Denn aus kurzen Entwicklungszeiten entstehen heute komplexe Prozesse, die sich über Jahre ziehen und viel Fachwissen verlangen. Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist die Schmerz-App HELP, bei der aus einem erfolgreichen analogen Verfahren eine digitale Lösung für viele Tausend Betroffene entsteht. Malte schildert, warum diese App das Potenzial hat, Millionen Menschen zu helfen – und welche wissenschaftlichen und regulatorischen Schritte sie auf dem Weg zur DiGA durchläuft. Rasmus und Malte sprechen offen über Finanzierung, Studiendesign, das BfArM, die Rolle von Ärzt:innen und die Herausforderungen der Vermarktung. Denn eine zugelassene App reicht nicht: Sie muss genutzt werden, wirken und langfristig überzeugen. Genau hier trennt sich gute Idee von nachhaltigem Produkt. Zum Schluss wirft Malte einen Blick nach vorn: KI, erfolgsabhängige Vergütung, neue Zertifikate und die wachsende Bedeutung digitaler Versorgung. Trotz steigender Anforderungen zeigt er sich optimistisch – denn die Ideenentwicklung bleibt dynamisch, und der Bedarf an digitalen Lösungen wächst schneller als die Branche hinterherkommt. Timestamps 00:01:36 – Der Einstieg in die Gesundheitsbranche 00:07:47 – Start-ups, HELP-App & der Weg zur DiGA 00:16:24 – Warum manche Apps keine DiGA werden können 00:25:38 – Die Zukunft von Digital Health: KI & neue Modelle Staff: | |||
| 043 - Prof. Dr. Hajo Zeeb: Digital Public Health erklärt: Das erste große Handbuch zur Zukunft unserer Gesundheit | 07 Dec 2025 | 00:21:54 | |
In der aktuellen Folge des Digital Public Health Podcast spricht Host Rasmus Cloes mit Professor Dr. Hajo Zeeb über das erste umfassende Handbuch zu Digital Public Health. Das Buch trifft den Zeitgeist, behandelt aber ein wichtiges Thema nur am Rande. Im Gespräch erklärt Hajo, wie das Handbuch aufgebaut ist: Es beginnt mit übergreifenden Themen wie Gleichheit, Ungleichheit und Gerechtigkeit, führt dann in zentrale Herausforderungen wie Datenschutz und Ethik ein und widmet sich schließlich technologischen Perspektiven. Digitalisierung bietet Chancen, aber auch Risiken. Hajo beschreibt ein Verhältnis von „55:45 zugunsten der Chancen“ – aber nur, wenn Risiken aktiv adressiert werden. Auch die Grenzen digitaler Tools sind Thema. Hajo betont, dass Gesundheit ein Vertrauensbereich ist, in dem persönliche Interaktion weiterhin eine große Rolle spielt. Digitalisierung kann unterstützen, ersetzt aber nicht alle analogen Formen. Gleichzeitig zeigt das Handbuch, wie wichtig gemeinsame Sprache in interdisziplinären Teams ist – vom Glossar des Campus bis zur Frage, was ein Data Lake eigentlich bedeutet. Zentral im Gespräch ist zudem, was im Handbuch fehlt: Cybersecurity und Evaluation. Beides sind Bereiche, die Hajo als entscheidend für die Zukunft bezeichnet, aber die im Buch nur angerissen werden. Evaluation wird immer wichtiger – nicht nur Wirksamkeit, sondern vor allem Nutzung, Alltagstauglichkeit und echte Effekte auf Gesundheit. Digitalisierung entwickelt sich schnell, und klassische Studiendesigns reichen dafür oft nicht mehr aus. Zum Schluss sprechen sie über Zukunftsszenarien. Das Handbuch entwirft optimistische und pessimistische Bilder einer digitalen Gesundheitswelt. Die Wissenschaft sieht sich als Gestalterin und Begleiterin, die Entwicklungen testet, Missinformation bekämpft und gesellschaftliche Aufnahme beobachtet. Digitalisierung passiert – die Frage ist, wie wir sie formen. Genau dafür soll das neue Handbuch Orientierung geben. Timestamps 00:58 – 03:33 Chancen, Risiken & Gerechtigkeit digitaler Gesundheit 03:33 – 08:43 Analog vs. digital & gemeinsame Sprache im Campus 08:43 – 16:05 Fehlende Themen: Cybersecurity & Evaluation 16:05 – 21:32 Zukunftsszenarien & Rolle der Wissenschaft Staff: | |||
| 043.5 - Keine klassische Folge – dafür Weihnachtsgrüße und ein kleiner Wunsch | 21 Dec 2025 | 00:01:31 | |
persönliche Worte. 2025 war kein leichtes Jahr – global nicht, und für viele auch ganz persönlich nicht. Umso wichtiger ist es, jetzt kurz auf Pause zu drücken. Genießt die Zeit mit Familie und Freund:innen, lasst euch beschenken, schenkt selbst – und freut euch über die kleinen Momente, die ein Lächeln auslösen. Und falls ihr zwischen den Jahren doch nicht ganz ohne Digitalisierung & Gesundheit könnt: Schreibt gern in die Kommentare, welche Themen, Perspektiven oder Veränderungen ihr euch für den Podcast wünscht. Danke fürs Zuhören, fürs Mitdenken und fürs Feedback. Frohe Feiertage – und auf ein gemeinsames Weiterdenken im neuen Jahr. Staff: | |||
| 044 - Dr. Jan Demmerle: Digitalisierung in der Zahnmedizin: Was in der Praxis wirklich hilft | 04 Jan 2026 | 00:20:27 | |
In dieser Folge des Digital Public Health Podcast spricht Rasmus Cloes mit Dr. Jan Demmerle, Oralchirurg in Bremen, über den Stand der Digitalisierung in der Zahnmedizin. Jan schildert, wie digitale Prozesse heute vom Empfang bis zum Behandlungsstuhl Einzug halten und welche Veränderungen im Alltag einer Zahnarzt- und oralchirurgischen Praxis tatsächlich spürbar sind. Ein Schwerpunkt liegt auf digitaler Anamnese und Aufklärung. Patientinnen und Patienten erfassen ihre Angaben zunehmend digital, Aufklärungsgespräche werden visuell unterstützt und direkt dokumentiert. Jan beschreibt, dass dies nicht nur Abläufe vereinfacht, sondern auch das Verständnis für Behandlungen verbessert und die Kommunikation auf Augenhöhe stärkt. Auch diagnostisch zeigt sich der Wandel: 3D-Röntgen, digitale Abformung und bildgestützte Planung ermöglichen präzisere Entscheidungen und helfen, Eingriffe besser zu erklären. Gleichzeitig macht Jan deutlich, dass Digitalisierung in der Zahnmedizin nur dann funktioniert, wenn sie flexibel bleibt und unterschiedliche Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten berücksichtigt. Beim Thema elektronische Patientenakte ordnet Jan ein, welchen Nutzen strukturierte Informationen über Medikamente und Vorbehandlungen im Praxisalltag haben können. Gerade in der Zahnmedizin, wo Wechselwirkungen und Vorerkrankungen relevant sind, kann die ePA helfen, Risiken zu reduzieren – sofern Technik, Einwilligungen und Prozesse zusammenspielen. Zum Abschluss richtet sich der Blick nach vorn: Künstliche Intelligenz unterstützt bereits heute bei Recherche, Dokumentation und administrativen Aufgaben. Jan betont jedoch, dass KI in der Zahnmedizin vor allem entlasten soll – während die eigentliche Behandlung weiterhin Erfahrung, handwerkliches Können und ärztliche Entscheidung erfordert. Timestamps 00:01:02:18 – Wie digital sind Zahnarzt- und oralchirurgische Praxen? 00:04:12:09 – Diagnostik, Bildgebung und digitale Planung 00:09:12:07 – Elektronische Patientenakte in der Zahnmedizin 00:18:35:12 – Künstliche Intelligenz im Praxisalltag 00:20:22:17 – Fazit und Ausblick Staff: | |||
| 045 - Dr. Thomas Cordes: Bewegung und Pflegebedürftigkeit - kann KI alte Menschen trainieren? | 18 Jan 2026 | 00:31:59 | |
In dieser Folge des Digital Public Health Podcasts spricht Host Rasmus Cloes mit Dr. Thomas Cordes, Sportwissenschaftler an der Universität Bremen, über ein Thema, das für die Zukunft der Altenpflege zentral ist: Wie kann gezieltes Training den Abbau bei pflegebedürftigen älteren Menschen bremsen – und welche Rolle kann Künstliche Intelligenz dabei spielen? Thomas erklärt, dass seine Promotion zeigt, wie selbst hochaltrige, multimorbide Bewohner:innen in stationären Pflegeeinrichtungen von strukturierten Trainingsprogrammen profitieren. Zwar entstehen keine großen Leistungssprünge, doch Motorik, Kognition und psychosoziales Wohlbefinden bleiben stabil – während Menschen ohne Training im gleichen Zeitraum deutlich abbauen. Im Projekt KI-aktiv untersucht Thomas nun, wie ein Chatbot als digitaler Trainingsassistent eingesetzt werden kann. Die KI soll Pflege- und Betreuungskräfte bei der Planung und Anpassung von Übungen unterstützen – nicht als Ersatz für menschliche Kompetenz, sondern als Assistenzsystem, das Vorschläge macht, die anschließend fachlich geprüft werden. Gleichzeitig wird deutlich, wo heutige Systeme noch an ihre Grenzen stoßen. Besonders problematisch ist das fehlende Erinnerungsvermögen über längere Zeiträume hinweg. Ein individuelles Training lebt davon, dass frühere Belastungen, Fortschritte oder Rückschritte präsent bleiben – genau hier zeigt sich aktuell die größte Schwäche. Überraschend offen reagieren Pflegekräfte auf diese neue Technologie. Obwohl viele bislang kaum mit Tablets oder Chatbots gearbeitet haben, berichten sie in Interviews von Neugier und Interesse. Sie sehen die KI weniger als zusätzliche Belastung, sondern als Chance, ihr eigenes Handeln trainingswissenschaftlich zu verbessern. Am Ende zeichnet Thomas eine Vision, in der Pflegekräfte per KI in Sekunden Übungsvideos abrufen, Alternativen für gestürzte oder mobilitätseingeschränkte Bewohner:innen erhalten und perspektivisch sogar direktes audiovisuelles Feedback zur Übungsausführung bekommen. Prävention wird so skalierbar – und Bewegung rückt endlich dorthin, wo sie hingehört: in den Alltag der Altenpflege. Timestamps Training wirkt auch bei Pflegebedürftigkeit: 02:19–04:20 KI als Assistenz, nicht als Ersatz: 04:27–07:48 Grenzen heutiger Systeme: 08:00–10:21 Offenheit in der Pflegepraxis: 13:13–14:09 Vision: Videos, Feedback, Prävention: 23:02–25:34 Staff: | |||
| 046 - Clara Weritz: Zwischen App und Alltag: So funktioniert digitale Pflegehilfe | 08 Feb 2026 | 00:25:07 | |
In der aktuellen Folge des Digital Public Health Podcast spricht Host Rasmus Cloes mit Clara Weritz über digitale Hilfe in der häuslichen Pflege. Weritz arbeitet bei „fabel“, einer App, die Angehörige im Alltag entlasten, Organisation erleichtern und Wissen bündeln will. Im Gespräch geht es um Verantwortung, Überforderung und um die Frage, wie viel Technik Pflege wirklich braucht. Pflege findet in Deutschland meist im Verborgenen statt: zu Hause, zwischen Job, Familie und Schlafmangel. Millionen Menschen kümmern sich um Angehörige, oft ohne professionelle Unterstützung. Clara schildert, warum genau hier digitale Lösungen ansetzen müssen: nicht als Ersatz für menschliche Nähe, sondern als Werkzeug gegen Chaos und Überforderung. Clara erklärt, wie „fabel“ Pflege strukturiert. Termine, Medikamentenerinnerungen, Aufgabenverteilung, Wissenssammlung – alles soll an einem Ort zusammenlaufen. Die App wird zur digitalen Schaltzentrale für Familien, die oft improvisieren müssen. Entscheidend ist für sie dabei: Die Anwendung bleibt bewusst einfach. Technik soll helfen, nicht zusätzlich belasten. Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der Frage, wie „fabel“ entwickelt wird. Nutzerinnen und Nutzer liefern Feedback, testen Funktionen, melden Probleme zurück. Clara beschreibt, wie aus Rückmeldungen konkrete Verbesserungen entstehen. Pflege, so wird deutlich, lässt sich nicht standardisieren. Jede Familie hat andere Bedürfnisse – und jede App muss darauf reagieren. Auch wirtschaftliche und ethische Fragen kommen zur Sprache. Die Nutzung bleibt für Angehörige kostenlos. Finanziert wird das Angebot über Partner und Kampagnen. Gleichzeitig betont Clara die Bedeutung von Datenschutz und Datensparsamkeit. Sensible Informationen sollen geschützt bleiben. Vertrauen ist in der Pflege kein Nebenthema, sondern Voraussetzung. Zum Abschluss richtet sich der Blick nach vorn. Rasmus und Clara diskutieren, wie digitale Pflegeangebote künftig stärker mit Wissenschaft und Versorgung verzahnt werden könnten. Es geht um Wirksamkeitsnachweise, politische Rahmenbedingungen und langfristige Perspektiven. Claras Ziel ist klar: „fabel“ soll zur ersten Anlaufstelle werden, wenn Pflege plötzlich Teil des eigenen Lebens wird. Timestamps 00:00 – Begrüßung und Einführung in das Thema häusliche Pflege Staff: | |||
| 047 - Dr. Felix Holl: Katastrophenschutz digital: Was funktioniert wirklich? | 22 Feb 2026 | 00:31:42 | |
In der aktuellen Folge des Digital Public Health Podcast spricht Host Rasmus Cloes mit Dr. Felix Holl über digitale Technologien im Krisenfall. Felix ist promovierter Medizininformatiker, seit 2024 stellvertretender Leiter des Instituts DigiHealth an der Hochschule Neu-Ulm – und Berater für Gesundheitsinformationssysteme beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) sowie Delegierter für internationale Nothilfe. Im Gespräch geht es um Katastrophenschutz, Telemedizin, digitale Dokumentation und die Frage, was davon im Krisenfall wirklich hilft. Felix verbindet Informatik mit Notfallmedizin. Früh engagiert im Rettungsdienst, später in internationalen Einsätzen für das DRK und die Weltgesundheitsorganisation, erforscht er heute digitale Systeme für Krisenfälle. Er erklärt, warum Qualitätssicherung in Katastrophen überlebenswichtig ist – und wie digitale Reportings helfen, Fehlentwicklungen früh zu erkennen. Als positives Beispiel führt er das Red Cross Red Crescent Health Information System (RCHIS) an: ein elektronisches Dokumentationssystem für internationale Notfalleinsätze. Es funktioniert offline, synchronisiert später – und ermöglicht Telemedizin selbst unter schwierigen Bedingungen. Auch Deutschland steht im Fokus des Gesprächs: Corona-Warn-App, Cell Broadcast, elektronische Patientenakte. Was funktioniert? Wo scheitert es an Föderalismus, Finanzierung oder fehlender Wartung? Felix plädiert für ein Umdenken: Nicht nur neue Fahrzeuge und Zelte finanzieren – sondern auch „unsichtbare“ digitale Infrastruktur. Am Ende bleibt die Kernfrage: Sind wir bereit für die nächste Krise? Digitale Public Health kann helfen – wenn sie nachhaltig gedacht, finanziert und evaluiert wird. Timestamps 00:00 Einführung & Thema: Digitale Technologien im Krisenfall 06:01 Qualitätssicherung & Haiti-Beispiel 11:24 Telemedizin & Quarantänezentren 22:04 Informationsfluss beim Zugunglück & Koordinationsprobleme 26:37 Cell Broadcast & Warnsysteme Weiterführende Literatur zum Thema Holl, Felix and Clarke, Lauren and Raffort, Thomas and Serres, Elvire and Archer, Laura and Saaristo, Panu (2024) The Red Cross Red Crescent Health Information System (RCHIS): an electronic medical records and health information management system for the red cross red crescent emergency response units. Conflict and Health, 18, Art. 28. ISSN 1752-1505 Holl, Felix and Kircher, Jennifer and Herelendy, Attila J. and Sukums, Felix and Swoboda, Walter (2024) Tanzania’s and Germany’s Digital Health Strategies and Their Consistency With the World Health Organization’s Global Strategy on Digital Health 2020-2025: Comparative Policy Analysis. Journal of Medical Internet Research: JMIR (26), Paper e52150 (Digit. P). ISSN 1438-8871 Holl, Felix and Campbell, Elizabeth and Magrabi, Farah (2024) Climate change and global health informatics: What are the opportunities and challenges? In: AMIA 2024 Annual Symposium, November, 9-13, 2024, San Francisco, CA, USA. Holl, Felix and Schobel, Johannes and Swoboda, Walter (2024) Mobile Apps for COVID-19: A Systematic Review of Reviews. Healthcare, 12 (2). p. 139. ISSN 2227-9032 Holl, Felix and Flemisch, Fabian and Swoboda, Walter and Schobel, Johannes (2022) Apps for Covid-19 in Germany: assessment using the German Mobile App Rating Scale. JAMIA Open, 5 (4), Art. Paper ooac082. ISSN 2574-2531 Stitz, Marcel S.A. and S Staff: | |||
| 048 - Dr. Serge Autexier: Können Technik und KI älteren Menschen den Alltag erleichtern? | 08 Mar 2026 | 00:31:01 | |
In der aktuellen Folge des Digital Public Health Podcast spricht Host Rasmus Cloes mit Dr. Serge Autexier, dem Leiter des Bremen Ambient Assisted Living Lab (BAALL) am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen. In einer nachgebauten Wohnung erforscht das Team, wie Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen und Assistenzsysteme Menschen im Alltag unterstützen können. Serge erklärt, warum das Living Lab nicht „Smart-Home-Spielzeug“ zeigt, sondern Alltagstauglichkeit prüft: Welche Technik hilft wirklich? Was ist intuitiv bedienbar? Und was braucht es, damit eine Umgebung „intelligent“ wird – ohne dass sie Menschen überfordert oder ihnen Entscheidungen abnimmt, die sie selbst treffen wollen? Ein zentrales Thema ist die Lücke zwischen Forschung und Produkt. Im BAALL entstehen Demonstratoren, die Besuchende oft sofort überzeugen – inklusive der typischen Frage: „Warum gibt es das nicht zu kaufen?“ Serge beschreibt, warum Projektlogiken, Zuständigkeiten und Marktreife oft verhindern, dass gute Ideen direkt als Produkt landen – auch wenn Teilideen später an anderer Stelle wieder auftauchen. Konkretes Beispiel: Sturzprävention mit einem „smarten Rollator“. Aus der Praxis kam der Hinweis, dass falsch genutzte Rollatoren mit höherem Sturzrisiko zusammenhängen. In einem Projekt wurden Bewegungsdaten aufgenommen, durch Physiotherapeut:innen bewertet und genutzt, um eine KI zu trainieren, die Fehlbedienung erkennt und Hinweise geben kann. Das zeigt, wie nah KI im Gesundheitswesen an echter Prävention sein kann – und wie schnell man dann bei Fragen nach Medizinproduktanforderungen, Evidenz und Finanzierung ankommt. Auch geht es um Datenintegration: Wie kann man Krankenhausdaten und Alltagsdaten zusammenbringen, um Prognosen zu verbessern – etwa zur Steigerung der Lebensqualität bei Menschen nach einer Krebstherapie? Serge macht deutlich, warum das in der Praxis so schwer ist: Daten sind oft nicht verfügbar, Fragen im Kontext von Ethik und IT-Sicherheit kosten Zeit, und am Ende bleibt in vielen Projekten zu wenig Raum für saubere Evaluation. Zum Schluss ordnet Serge den KI-Hype ein: Große Sprachmodelle sind im BAALL nicht „einfach Teil der Lösung“ – Datenschutz, lokale Verarbeitung und Zuverlässigkeit sind gerade bei vulnerablen Gruppen entscheidend. Der Fokus liegt deshalb auf robusten, sicheren Systemen, die auf kleinen Geräten laufen können, nicht „mithören“ müssen und im Alltag nicht plötzlich ausfallen. Und er erklärt, warum viele Assistenzideen nicht an der Technik scheitern, sondern an Umsetzungspfaden: Wer baut es? Wer haftet? Wer bezahlt? Und wer weist den Nutzen nach? Staff: | |||
| 049 - Dr. Stefan Trapp: Elektronische Patientenakte (ePA): Fortschritt oder Baustelle im Praxisalltag? | 22 Mar 2026 | 00:40:31 | |
In der neuen Folge spricht Rasmus mit Dr. Stefan Trapp über die elektronische Patientenakte (ePA). Die ePA soll medizinische Informationen digital bündeln und den Austausch zwischen Praxen, Kliniken und Patienten erleichtern. So sind Befunde, Laborwerte und Verordnungen zentral verfügbar und das kann Behandlungen koordinieren, Doppeluntersuchungen vermeiden und besonders bei chronischen Erkrankungen den Überblick verbessern. Gleichzeitig zeigen sich jedoch klare Schwächen: fehlende Anbindungen, nicht durchsuchbare Dokumente oder eine mangelnde Standardisierung. Statt eines intelligenten Systems ist die ePA oft noch ein digitaler Aktenordner. Hinzu kommen sensible Fragen zu Datenschutz und Zugriffsrechten, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Ist die ePA also ein echter Fortschritt für die Versorgung, oder bleibt sie hinter ihren Möglichkeiten zurück? Und was müsste passieren, damit sie ihr Potenzial wirklich entfaltet? Genau darüber sprechen wir mit Dr. Stefan Trapp in dieser Folge! Staff: | |||