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Explorez tous les épisodes du podcast Der Sozialkompass

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Wie gelingt Bildungsgerechtigkeit, Veronika Schippani-Stockinger?01 Sep 202600:36:08
„Wir versuchen ganz bewusst einen Kontrapunkt zu setzen zu einer starken Leistungsgesellschaft, indem wir die Kooperation in den Mittelpunkt stellen, weil wir glauben, dass das das Vorbild ist, das wir aus dem Evangelium leben können… Die Idee, Kindern eine günstige, sinnvolle Ferienbeschäftigung anzubieten, indem sie auf Jungscharlager, auf ein Ministrant:innenlager fahren, ist eine großartige. Nur wenn wir niemanden mehr haben, der da als Begleitperson mitfahren kann, dann bleibt das alles graue Theorie.“ Die Katholische Jungschar ist einer der größten Anbieter von Kinderbildungsangeboten in Österreich. Rund 100.000 Kinder nehmen regelmäßig an Jungschargruppen teil – sie verbringen dort ihre Freizeit, engagieren sich, erleben Gemeinschaft, Wertebildung und Glauben. Veronika Schippani-Stockinger ist Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar und dort für den Bildungsbereich zuständig. In Bezug auf Bildungsgerechtigkeit stellt sie fest, dass Kinder und Jugendliche in Österreich formal zwar denselben Zugang zu Bildungsangeboten haben, es in der Praxis jedoch ganz starke Unterschiede, bedingt durch die Herkunftsfamilie, gibt. Für sie hat Bildungsgerechtigkeit vor allem mit Zugang und Inklusion zu tun. Das beginnt schon damit, Kinder als Kinder – und nicht als kleine perfekte Erwachsene – wahrzunehmen. Für sie ist klar: Kinder sollen laut sein und Fragen stellen dürfen; ein gerechtes Bildungssystem kommt dem entgegen, geht auf Augenhöhe mit den Kindern und versucht, die Welt aus ihrer Perspektive zu sehen. Bildung bedeutet in der Katholischen Jungschar, die in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit tätig ist, vor allem Herzensbildung und ganzheitliche Begleitung der Kinder in ihrer gesellschaftlichen und persönlichen Entfaltung. Damit diese Funktion erhalten bleibt, äußert sie auch eine klare Forderung an die Politik, dass Ehrenamt leistbar sein muss. Denn auch die Gruppenleiter:innen müssen es sich (finanziell) leisten können, ehrenamtlich tätig zu sein. Darüber hinaus sprechen wir mit Schippani-Stockinger auch über die hohen Ansprüche an Kinder in den Schulen, den sich immer stärker auswirkenden Leistungsdruck sowie über die Auswirkungen der Digitalisierung und Smartphones. ________________________________________ Veronika Schippani-Stockinger ist Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar und dort für den Bildungsbereich in der Jungschar zuständig. Darüber hinaus ist sie in ihrem Hauptberuf Pädagogin und Lehrerin. Zur ksoe-Website: https://www.ksoe.at/podcast Gefördert durch die Österreichische Gesellschaft für politische Bildung.
Was ist antifaschistische Wirtschaftspolitik, Sabine Nuss?01 Aug 202600:37:29
„Kapitalismus ist per se krisenhaft. Das lässt sich schwer regulieren. Wir hören ständig, dass wir alle international wettbewerbsfähig sein müssen. Und für die internationale Wettbewerbsfähigkeit müssen wir den Gürtel enger schnallen. Alle. Was aber dazu führt, dass wir ein Herrschaftsverhältnis haben, das verschleiert wird. Ich kriege das ständig zu hören, wenn ich mich für Vergesellschaftung einsetze. Die will die DDR wiederhaben. Das ist alles Sozialismus und so, da müsste man ansetzen, dass man sagt, wir müssen die Betriebe wieder zu demokratischen Unternehmen machen und müsste die Wirtschaftssphäre durchgängig demokratisieren. Und da kann jeder was machen, in jedem Betrieb alle.“ Im Jahr 2024 sorgte ein Tweet von Isabella Weber für Aussehen, die konstatierte, dass ökonomische Krisensituationen den rechten Parteien zugutekommen – und festhielt, dass es Zeit sei, über antikapitalistische Wirtschaftspolitik zu sprechen. Zu deren Maßnahmen zählen u. a. Umverteilungsinstrumente wie die Vermögens- und Erbschaftssteuer, die Stärkung von Arbeitnehmer:innenrechten und staatliche Investitionen, um Arbeitsplätze zu schaffen und die grüne Reindustrialisierung einzuleiten – sowie staatlicher Katastrophenschutz in der Krise, wie etwa eine Deckelung der Gaspreise. Diese Maßnahmen gehen aus von der Idee des regulierbaren Kapitalismus. Für Sabine Nuss ist antifaschistische Wirtschaftspolitik zwar notwendig, aber nicht ausreichend: Sie bezweifelt, dass der Kapitalismus so stark reguliert werden kann, dass er dem Wohle aller dient und sieht ihn per se als krisenhaft, schwer regulierbar und von Herrschaftsverhältnissen durchdrungen. Zum anderen sei ökonomische Benachteiligung nicht der einzige Beweggrund, rechte Parteien zu wählen – wie sich anhand von Superreichen wie Elon Musk sehen lässt. Stattdessen zeigt sie auf, wie das dem Kapitalismus innewohnende Konkurrenzdenken ein solidarisches Miteinander verunmöglicht und ihn dadurch unter bestimmten Bedingungen anschlussfähig für rechtes Gedankengut macht – und was die bürgerliche Mitte damit zu tun hat. Zuletzt sprechen wir über einen Thomas-Bernhard-KI-Chatbot und die Probleme der Sozialdemokratie, die aktuellen Probleme an der Wurzel zu lösen.
Wie emotional darf Politik sein, Anna Durnová?01 Jul 202600:28:19
„Es geht gar nicht darum, ob wir eine Emotionalisierung in der Politik zulassen, sondern wie wir sie betreiben. Wir müssen mit den Emotionen arbeiten im Sinne davon, dass wir sie reflektieren müssen. Wir können nicht automatisch sagen, das ist eine Emotion, und deshalb ist es authentisch und richtig. Wir müssen uns zutrauen, über Emotionen zu sprechen, auch Emotionen ablehnen zu können, auch Emotionen sortieren zu können.“ Die Politik ist nicht vor Emotionalität gefeit, wie auch Schreiduelle im Hohen Haus immer wieder zeigen. Sind diese ein Ausdruck davon, dass es den Beteiligten um etwas geht, oder schaden solche Emotionen der politischen Debatte? Mit Anna Durnová sprechen wir über die Rolle von Emotionen in demokratischen Gesellschaften und wie diese helfen können, Gerechtigkeit herzustellen. Für Anna Durnová, Professorin für politische Soziologie an der Universität Wien, sind politische Emotionen stark eingebettet in unsere Sozialisierung – durch Herkunft, Gender und soziale Strukturen. Als solche prägen sie unsere Wahrnehmung von Politik. Doch die Rolle von Emotionen in der Politik hat sich stark verändert, zum einen durch die zunehmende Individualisierung, zum anderen durch die Emotionalisierung der Öffentlichkeit. Das sorgt dafür, dass oftmals individuelle Gefühle mit Argumenten gleichgesetzt werden. Emotionen traten laut Durnová in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in die politischen Debatten ein und wurden etwa durch Bürger:innenkonferenzen, Referenden, Diskussionen in Dörfern rund um den Bau von Kraftwerken sichtbar. Neben dem Aktivismus nutzt jedoch auch der Populismus Emotionen der Bürger:innen – vielfach jedoch, um diese zu manipulieren. Durnová plädiert dafür, sich zu trauen, über Emotionen zu sprechen. Wichtig für sie ist, dass Politiker:innen auf die Emotionen der Bürger:innen hören; diese gilt es jedoch einzuordnen – und sie dürfen auch abgelehnt werden. Anna Durnová ist Professorin für Politische Soziologie am Institut für Soziologie der Universität Wien und Faculty Fellow am Center for Cultural Sociology der Yale University. Zudem ist sie Mitglied der Redaktionsbeiräte der Zeitschriften „Policy & Politics“ und „Critical Policy Studies“. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Rolle von Emotionen in demokratischen Gesellschaften. Derzeit ist sie Konsortialleiterin des CIDAPE-Projekts (Climate, Inequality and Democratic Action: The Force of Political Emotions; Horizon Europe 2024–2027) und ist Hauptforscherin des ERC Advanced Grant LONERS (2026–2031). Im Jahr 2024 erhielt sie den Preis der Mattei-Dogan-Stiftung für europäische politische Soziologie. Gefördert durch die Österreichische Gesellschaft für politische Bildung
Was hat Klimapolitik mit Gerechtigkeit zu tun, Thomas Schinko?01 Jun 202600:30:56
„Bitte überlegen Sie, welche Probleme in der Klimakrise Ihnen wirklich Sorgen bereiten, und was eigentlich Ihr Einflussbereich ist. Die kollektive Wirksamkeit, wenn man gemeinschaftlich aktiv wird – das ist das Wichtige. Über solche Coalitions of the Willing könnten wir das Thema etwas in eine andere Richtung lenken, vielleicht viel effektiver aufstellen und es auch am Köcheln halten.“ In dieser Folge von Der Sozialkompass sprechen Henning Klingen und Markus Schlagnitweit mit dem Wirtschaftsforscher Thomas Schinko über die Frage, was der Klimawandel mit Gerechtigkeit zu tun hat – und warum Klimapolitik ohne Gerechtigkeitsfragen kaum funktionieren kann. Zum Zeitpunkt der Aufnahme gab es schon im Mai Temperaturen von über 30 Grad. Vor diesem aktuellen Hintergrund gehen wir den Fragen nach: Wer trägt Verantwortung für die Klimakrise? Wer leidet am stärksten unter ihren Folgen? Und wie kann Klimagerechtigkeit gelingen? Thomas Schinko erklärt, warum Klimagerechtigkeit weit mehr ist als die Verteilung von Emissionsrechten oder finanziellen Lasten. Unterschiedliche gesellschaftliche Vorstellungen von Gerechtigkeit prägen internationale Klimakonflikte ebenso wie die Beziehungen zwischen globalem Norden und Süden. Besonders Länder des globalen Südens empfinden viele klimapolitische Prozesse als ungerecht oder neokolonial geprägt. Ein weiterer Schwerpunkt der Episode ist die Rolle sozialer Bewegungen wie Fridays for Future. Schinko analysiert, warum die Klimadebatte derzeit an öffentlicher Aufmerksamkeit verloren hat und welche Chancen dennoch in neuen „Coalitions of the Willing“ liegen – also Bündnissen von Staaten und Akteur:innen, die beim Klimaschutz vorangehen wollen. Zum Abschluss geht es um die Handlungsmöglichkeiten jedes Einzelnen: Wie kann man angesichts der Größe der Klimakrise handlungsfähig bleiben? Schinko plädiert für einen realistischen Blick auf den eigenen Einflussbereich und betont die Bedeutung kollektiver Wirksamkeit – gemeinsames Handeln statt individueller Überforderung.
Wie viel Solidarität braucht eine gerechte Gesellschaft, Barbara Prainsack?01 May 202600:33:02
„Gerechtigkeitskonzeptionen ohne Solidarität hätten keine Hände, und Solidarität ohne Gerechtigkeit hätte kein Gehirn.“ Im Zentrum dieser Podcastfolge steht das Spannungsfeld zwischen Solidarität und Gerechtigkeit – zwei Begriffe, die oft zusammen genannt, aber selten klar unterschieden werden. Wir fragen, wie sie in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft zusammenwirken und was sie für sozialen Zusammenhalt und demokratische Stabilität bedeuten. Für Barbara Prainsack, Professorin an der Universität Wien, ist klar: Solidarität und Gerechtigkeit sind keine Gegensätze, sondern bedingen einander. Gerechtigkeit schafft Regeln und faire Verteilung, Solidarität zeigt sich im konkreten Handeln. Erst zusammen tragen sie eine funktionierende Gesellschaft. Ein zentraler Streitpunkt ist das Nullsummendenken: die Vorstellung, dass Gewinne der einen Verluste der anderen sind. Preinsack hält dagegen: Investitionen in Bildung, Gesundheit oder Armutsbekämpfung stärken langfristig alle – und machen Gesellschaften stabiler. Dabei spielt auch institutionalisierte Solidarität eine Schlüsselrolle: Sozialstaat, Steuern und öffentliche Infrastruktur schaffen Vertrauen und bilden die Grundlage für gelebte Solidarität im Alltag. Und schließlich geht es um die digitale Zukunft: Mit dem Konzept der „Datensolidarität“ plädiert Prainsack dafür, Nutzen und Risiken von Daten fairer zu verteilen.
Wie gerecht ist Österreich, Markus Marterbauer?01 Apr 202600:34:06
"Es gibt kein sachliches Argument gegen Erbschaftssteuern" Wenn Vermögen sich extrem konzentriert, gerät Demokratie in Gefahr. Das ist die zentrale These des österreichischen Finanzministers Markus Marterbauer. Im Gespräch erklärt er, warum Österreich in der Einkommenswelt vergleichsweise fair ist, in der Vermögenswelt aber nicht: Das reichste Prozent der Haushalte besitzt mehr als 40 Prozent des gesamten Vermögens. Wer so viel besitzt, formt auch Medien, Politik und Regeln. Aus Demokratie wird dann schleichend eine Oligarchie. Marterbauer liefert dazu einen ungewöhnlich klaren Befund: Die einzige Logik gegen Erbschaftssteuern ist Statusverteidigung. Und er zeigt, warum der Wohlfahrtsstaat die eigentliche "Gerechtigkeitsmaschine" ist: Nicht Steuerdebatten, sondern Bildung, Gesundheit und Pflege entscheiden, wie gerecht eine Gesellschaft wirklich ist. Coverbild: Grafik: ksoe / Pressefoto Markus Marterbauer © Parlamentsdirektion BKA/Andy Wenzel
Wird Recht den Menschen gerecht, Barbara Helige?01 Mar 202600:30:11
„Wir haben die Sorge, dass an dieser ganz tiefen Basis, die existentiell ist für einen demokratischen Rechtsstaat, genagt wird.“ Im Kern der neuen Podcast-Staffel steht die Frage nach Gerechtigkeit(en). Wir möchten der Frage nachgehen, was Gerechtigkeit(en) in einer pluralistischen Gesellschaft bedeuten kann und welche Rolle sie für den sozialen Frieden spielt. Für Barbara Helige haben Gerichte eine zentrale Funktion für den sozialen Frieden, da sie vermitteln, was Recht und Unrecht ist. Die Richterin und Präsidentin der Österreichischen Liga für Menschenrechte zählt zu den führenden Stimmen in Fragen richterlicher Ethik und Unabhängigkeit und hat sich wie kaum eine andere mit den ethischen Grundlagen der Rechtsprechung sowie der Verantwortung der Justiz auseinandergesetzt. Mit ihr sprechen wir über die Rechtsnormen, unter denen sich eine Gesellschaft wohlfühlt und die Bedeutung der Akzeptanz von Recht und Rechtsprechung – auch im Spannungsfeld von Social Media. Außerdem diskutieren wir die Gefahren autoritärer Tendenzen und die Rolle der Europäischen Menschenrechtskonvention sowie die Notwendigkeit, deren Grundlagen zu schützen.
Ist der soziale Friede noch zu retten?01 Feb 202600:52:14
Der frühere EU-Politiker Othmar Karas, die Sozialethikerin Linda Kreuzer, die Juristin Leokadia Grolmus, der Filmemacher Sebastian Bobik und der Journalist Christian Rathner diskutierten beim "ksœ-Forum" über den Zusammenhang von sozialem Frieden und Verständigung.
Galoppiert die Politik an den Menschen vorbei, Lothar Lockl?01 Jan 202600:32:12
Lothar Lockl, ehemaliger Wahlkampfleiter von Van der Bellen, über politische Kommunikation, fehlende Visionen und warum Wertschätzung erfolgreicher ist als politischer Boxkampf.
Wie transportiert man konfliktfrei zwei Millionen Menschen am Tag, Anna Maria Reich-Kellnhofer?01 Dec 202500:31:27
"Wenn in einem U-Bahnzug, wo 900 Menschen reinpassen, plötzlich so ein vereintes Lächeln ist: das sind meine Magic Moments bei den Wiener Linien." Rund 2,4 Millionen Menschen fahren täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der Wiener Linien; manche davon wahrscheinlich grantig, mit Sorgen oder im Stress. Trotzdem verläuft die tägliche Öffi-Reise in den meisten Fällen harmonisch. Wir fragen uns: Wie bringt man Menschen auf engem Raum zusammen, ohne dass Konflikte entstehen? Kann eine originelle Durchsage nicht nur erheitern, sondern auch deeskalieren? Und welche Überlegungen stecken dahinter? Wir sprechen mit Anna Maria Reich-Kellnhofer über die Kommunikation der Wiener Linien, deren Ziele und darüber, was funktionierender und konfliktarmer öffentlicher Verkehr mit sozialem Frieden zu tun hat.
Wie kann Europa (wieder) zusammenwachsen, Othmar Karas?01 Nov 202500:33:05
Wir leben in Zeiten von „Bubbles“, dem Rückzug in Echokammern und dem Erstarken radikaler Strömungen. Dies schlägt sich auch europapolitisch nieder und Parteien wandern weiter an die Ränder bzw. ziehen sich in Nationalismus zurück – eine Gefahr für den sozialen Frieden. Doch wie kann der der gesellschaftliche Dialog und das Finden von gemeinsamen Nennern wieder gelingen, gerade über Nationalgrenzen hinweg? Wie entsteht Gemeinschaft zwischen Menschen, die weit voneinander entfernt leben? Wir sprechen mit Othmar Karas über seinen Blick auf Europa, die gesellschaftliche Mitte, „konstruktiven und konfrontativen Dialog“ und was ihm sozialer Friede politisch wie persönlich bedeutet.
Was ist Synodalität, Josef Marketz?01 Oct 202500:30:01
„Mir geht es bei Synodalität gar nicht so sehr darum, wer ‚vorne‘ oder ‚hinten‘ geht, sondern vielmehr um die Straße, den Weg, auf dem wir uns befinden. Unter Papst Franziskus war es wieder möglich, über Themen wie Geschlechterrollen, Frauenweihe oder Homosexualität zu sprechen, etwas, das früher mehr oder weniger tabuisiert war. Ich denke, es würde generell etwas zur Entkrampfung so mancher Kommunikation in unserer Gesellschaft führen, wenn wir das Prinzip der Synodalität öfter anwenden würden.“ Wir sprechen mit Bischof Josef Marketz über das Prinzip der Synodalität. Er erklärt den synodalen Weg als dialogische Entscheidungsfindungsmöglichkeit zwischen allen Beteiligten, unabhängig von ihrer Position in der kirchlichen Hierarchie. Außerdem thematisiert er, wie Synodalität auch außerhalb der Kirche angewandt werden kann und was ihm der synodale Weg persönlich bedeutet.
Wie erklärt man KI in der Schule, Alicia Bankhofer?01 Sep 202500:30:10
„Eltern sollten sich mit den Dingen beschäftigen, die ihre Kinder am Handy machen. Sie sollten vielleicht mitspielen oder auch sagen: ‚Zeig mir was du magst, erzähl mir wie das geht‘ und im Prinzip ein Stück weit mitmachen. Ein zweiter Tipp, den ich sehr gut finde, ist, dass man gemeinsam mit dem Kind Bildschirmzeiten beschließt. Und als drittes: viele, viele Gespräche und Beziehungsarbeit. Wenn wir diese drei Dinge schaffen, dann sind wir glaube ich ein bisschen besser drauf als andere.“ KI Bilder generieren, Fake News erkennen oder sogar selbst programmieren lernen – digitale Bildung ist in Schulen zentraler Bestandteil des Lehrplans. Doch wie sieht sie in der Praxis aus? Wir sprechen mit der Lehrerin Alicia Bankhofer über praktische und pädagogische Herausforderungen, aber auch die Chancen, die digitale Bildung für junge Menschen bieten kann. Außerdem fragen wir sie, was sie sich für die Zukunft digitaler Bildungsformate wünscht und was digitale Kompetenzen in der Schule mit sozialem Frieden in der Gesellschaft zu tun haben.
Können öffentliche Medien zum sozialen Frieden beitragen, Alexander Filipovic?01 Aug 202500:32:19
„Meines Erachtens gehören TikTok und andere Dinge viel stärker reguliert – wenn man beispielsweise den Like-Button abschaffen würde, dann hätten wir sofort eine weniger polarisierte und wahrscheinlich auch interessantere öffentliche Diskussion. ... Ich meine, dass ein starkes öffentlich-rechtliches Rundfunksystem zusammen mit privatwirtschaftlich organisierten journalistischen Medien die beste Art und Weise ist, Qualität zu sichern.“ Zeitungssterben, Social Media Shitstorms und polarisierte Meinungen – gelingende öffentliche Kommunikation scheint so schwierig wie kaum zuvor. Gleichzeitig ist das Aushandeln gesellschaftlicher Werte gerade in krisenhaften Zeiten essentiell. Wir sprechen deshalb mit dem Sozialethiker Alexander Filipović über Ethik in der öffentlichen Kommunikation und fragen ihn: Wie können Medien „gut“ kommunizieren? Wie spricht man über gesellschaftliche Herausforderungen, Krisen und Skandale verständlich und differenziert? Und wie kann es gelingen, polarisierende Themen im Sinne des „sozialen Friedens“ aufzubereiten? Ein Podcast der [ksœ - katholische Sozialakademie Österreichs](https://www.ksoe.at/home).
Wie tritt man Fake News entgegen, Andre Wolf?01 Jul 202500:30:28
Social Media Dienste filtern einen Großteil der Nachrichten, die wir konsumieren. Gleichzeitig sind sie Orte, auf denen die Unterscheidung zwischen Wahrheit, versehentlich geteilter Falschmeldung und gezielter Desinformation nicht leicht fällt. In der aktuellen Podcastfolge fragen wir uns deshalb: Wie erkennt man Falschmeldungen und Desinformation? Wie tritt man dieser entgegen? Und welche Rollen spielen Medienkompetenz und Diskussionskultur im Netz für den sozialen Frieden innerhalb unserer Gesellschaft?
Wie kann man Rechtspopulismus entschlüsseln, Ruth Wodak?01 Jun 202500:31:27
Wir sprechen mit der Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak über die Sprache des Rechtspopulismus: Wie – und warum – wird politische Sprache, die auf Ausgrenzung anderer basiert, gesellschaftlich normalisiert? Ist diese Art der Kommunikation ausschließlich im rechtsextremen Lager zu finden oder auch in anderen politischen Gruppierungen? Und: Wie kann man – im Sinne des Sozialen Friedens – einer Sprache entgegentreten, die teilen, ausgrenzen und agitieren möchte?
Was hat die Zweite Republik in 80 Jahren geprägt, Heinz Fischer?27 Apr 202500:30:47
"Der zentrale Punkt war, man hat aus der Geschichte gelernt, man hat die alten Todfeindschaften überwunden, man hat sich zur Zusammenarbeit bekannt undman hatte die Unterstützung der österreichischen Bevölkerung. Das war eine reale Chance, sie ist genutzt worden und sie hat uns auf die Straße der Demokratie geführt, so sehe ich das." Am 27. April feiert die Zweite Republik ihren 80. Geburtstag. Wir sprechen mit dem ehemaligen Bundespräsidenten und Nationalratspräsidenten Heinz Fischer über ihre Entwicklung: Welche Herausforderungen gab (und gibt es), um demokratische Strukturen und gesellschaftlichen Zusammenhalt aufzubauen und zu festigen? Welche Meilensteine lassen sich festmachen? Und: Was wünscht er der Zweiten Republik zum 80. Geburtstag?
Wie findet man Kompromisse in der Politik, Regina Petrik?01 Apr 202500:31:33
"Das Wichtigste ist der 'Gute Streit', einen Konflikt fair und respektvoll auszutragen; der Wille gemeinsam eine Lösung zu finden. Es braucht gemeinsame Bereiche, wo man sich einigen kann und das Ziel, einen guten Kompromiss finden zu wollen, der für möglichst viele Menschen eine Verbesserung der Situation in sich birgt. Wenn man dieses Ziel nicht hat, kann man es auch nicht erreichen." Wir sprechen mit der Generalsekretärin der KAÖ und ehemaligen Politikerin Regina Petrik über das Erreichen gemeinsamer Lösungen in der Politik: Welche Grundhaltungen und Strategien braucht es? Wie ist es um die politische Kompromissfindung in Österreich bestellt? Und was bedeutet (politische) Kompromissbereitschaft für den Sozialen Frieden?
Wie schaffen wir Sozialen Frieden, Franz Küberl?01 Mar 202500:32:28
Wir sprechen mit dem ehemaligen Caritas-Präsidenten Franz Küberl über gesellschaftlichen Zusammenhalt und seine Erfahrungen aus zwei Jahrzehnten Caritas-Arbeit. Wie hat sich gesellschaftliche Verständigung verändert? Worauf können wir positiv zurückblicken und wie können wir sozialen Frieden für die Zukunft gestalten?
Wie machen wir Wohlstand zukunftsfähig, Maja Göpel?01 Feb 202500:31:51
„Also all denen, die sagen, ich denke nur noch an mich, biete ich an, mal in den Wald zu gehen und ein paar Tage alleine klarzukommen, wenn die anderen alle so doof sind. Und dann können wir nochmal darüber sprechen, was eigentlich Sicherheit und Wohlstand ausmacht und wo der herkommt. Für mich wäre die Fortschrittsformel heute wirklich eine sehr hohe Lebensqualität und stabile Versorgungssicherheit bei geringstmöglichen ökologischen Fußabdruck. Wir brauchen eigentlich mehr Europa, um insgesamt effektiver zu werden. Und von daher ist der Vorsatz, jeden Tag ein Schritt mehr in diese Richtung zu gehen, das, was ich gerne in der Zukunft sehen würde.“ In unserer aktuellen Podcastfolge sprechen wir mit Maja Göpel über ihr neues Buch „Werte. Ein Kompass für die Zukunft“ und darüber, wie wir Veränderung gestalten können - sowohl als Einzelperson als auch als Gesellschaft. Ganz besonders interessiert uns dabei natürlich, wie Wohlstand und gutes Leben für alle zukunftsfähig gemacht werden kann.
Welche Werte verknüpfen wir mit Besitz, Felicitas Sommer?01 Jan 202500:35:45
„Die Vision vom Einfamilienhaus wirkt zwar auf den ersten Blick wunderschön, aber wir könnten – alleine was den Platz betrifft - gar nicht für alle Einfamilienhäuser bauen, allein für Deutschland wären damit 42% der Fläche versiegelt. Auch die Vorstellung, dass an der Grundstücksgrenze das Private beginn, ist zu kurz gedacht: Ein Haus hat einen Einfluss auf den Wasserverbrauch, auf das Mikroklima, auf die Raumaufteilung einer Kommune. Das heißt, diese künstliche Trennung, die eine Grundstücksgrenze vorgibt, passiert in der Realität nicht, sondern ein Gebäude ist immer eingebunden in eine Gemeinschaft und oder ein Ökosystem.“ Das „Eigenheim“ steht oft für Wohlstand, finanzielle Absicherung und die gesellschaftliche Norm. Gleichzeitig sind Immobilien Spekulationsobjekt und - vor allem im ländlichen Bereich - Treiber für Versiegelung. Wir sprechen mit Felicitas Sommer (TU München) über das Spannungsfeld zwischen (Boden-)Besitz und ökologischer und sozialer Gerechtigkeit sowie darüber, welche alternativen Modelle für Eigentum zukunftsfähig sind. Ein Podcast der [ksœ - katholische Sozialakademie Österreichs](https://www.ksoe.at/home). [Weitere Infos](https://www.ksoe.at/podcast)
Wie denken vermögende Familien über ihre gesellschaftliche Position, Marliese Weißmann?01 Dec 202400:36:57
„Unser Ausgangspunkt war erstmal, dass es in der soziologischen Forschung kaum Wissen über Reichtum gibt – ganz im Gegenteil zu Armut oder Prekarität, wo man über die Lebenslagen und Problematiken sehr viel weiß. Konkret treibt uns die Frage um, wie Reichtum entsteht, gesichert und auch weitergegeben wird. Deshalb untersuchen wir die sozialen Kontexte vermögender Familien. Mit diesem Blick können wir Prozesse der Produktion bzw. Reproduktion von Reichtum einfangen: Welche Selbstverständlichkeiten, welche Orientierung gibt es? Welche Werte werden weitergegeben?“ Wer von Wohlstand spricht, der darf von Reichtum nicht schweigen. Deshalb sprechen wir in unserer neuesten Folge mit der Soziologin Marliese Weissmann über das Forschungsprojekt „Reichtum als soziale Beziehung“, in dem die Werte und Traditionen vermögender Familien untersucht werden.
Wie geht Klimaschutz ohne Verzicht, Karl Steininger? 01 Nov 202400:34:14
Ganz wesentlich beim wirtschaftlichen Übergang in eine Welt, die nicht mehr unsere planetaren Grenzen überschreitet, ist die Frage: Gestalten wir diesen Übergang bewusst oder lassen wir ihn passieren mit sehr chaotischen und wahrscheinlich sehr ungerechten Folgen? Denn wenn wir den Übergang gestalten, machen wir es uns viel leichter und können dem nachspüren, was wir im Leben oder als Gesellschaft eigentlich wollen. Es geht beim Klimaschutz deshalb auch darum, aufzuzeigen was gewinnen wir individuell, was gewinnen wir als Gemeinschaft? Ein Podcast der [ksœ - katholische Sozialakademie Österreichs](https://www.ksoe.at/home). [Weitere Infos](https://www.ksoe.at/podcast)
Was ist das Gegenteil von Wohlstand, Monir Fazeli?01 Oct 202400:31:35
„Wohlstand ist nicht nur finanzieller Reichtum, sondern auch die Sicherheit, ohne Sorge seine Zeit selber zu planen und ohne Existenzangst leben zu können. Er bedeutet außerdem, dass man nicht gleich sein soziales Ansehen verliert, wenn z.B. der Job weg ist, weil alle denken, man wäre selbst schuld. Als politische Maßnahme ist daher ein zentrales Anliegen zur Armutsbekämpfung, die Sicherheit für alle zu schaffen, ein Leben in Würde leben zu können.“ In unserer aktuellen Podcastfolge haben wir mit Monir Fazeli über Armut und die Umstände, die dazu führen können, dass Menschen in Österreich von Armut betroffen sind, gesprochen. Sie erzählt von ihrem individuellen politischen Engagement in der Armutsbekämpfung sowie notwendigen systematischen Maßnahmen dafür.
Was bedeutet Wohlstand im hohen Alter, Beatrix Auer?01 Sep 202400:31:38
„Wohlstand hängt auch damit zusammen, dass Menschen sich gerade gegen Ende des Lebens geliebt fühlen, dass sie das Gefühl haben, es ist wer da, dem bin ich was wert. Ich glaube gerade diese Perspektive korrespondiert mit dem Thema Wohlstand: Ich bin im Alter was wert. Ich bin wertvoll.“ In unserer neuesten Podcastfolge haben wir mit Beatrix Auer, Leiterin der Seniorenpastoral der Erzdiözese Wien, gesprochen. Sie erzählt davon, wie sich Wohlstandsvorstellungen zwischen jungen und alten Menschen unterscheiden können, was im Alter für gutes Leben gebraucht wird und wieviel ein „wohlhabendes“ Leben im Rückblick bedeuten kann.
Wie geht Wohlstand und Klimaschutz zusammen, Katharina Rogenhofer?01 Aug 202400:32:42
„Wenn man sich für ökologische und Umweltthemen einsetzt, wird man oft mit dem Vorwurf konfrontiert, dass man den Menschen alles verbieten wolle. Aber ich drehe es lieber um. Ich sage dann immer: Auf was verzichten wir denn eigentlich heute schon, was wir durch Klimaschutz gewinnen könnten? Öffentlichen Raum in Städten, Grünflächen für Naherholung, gerade für die Menschen, die in kleinen Wohnungen wohnen, etc. Wir verzichten ja durch unseren gegenwärtigen, nicht-klimagerechten Lebensstil auf so viel, was wir durch Klimaschutz gewinnen können.“ In unserer neuesten Podcastfolge haben wir mit Katharina Rogenofer, Mit-Initiatorin von Fridays for Future Austria und Vorständin des Kontext Instituts, über die Zusammenhänge zwischen Wohlstand und Klimaschutz gesprochen. Es geht darum, wieso die Verteilung von Wohlstand für Klimaschutz relevant ist, wie Klimaschutzmaßnahmen auch zur sozialen Gerechtigkeit beitragen können, und ob unsere Gesprächspartnerin selbst zuversichtlich in die (Klima-)Zukunft blickt. Ein Podcast der [ksœ - katholische Sozialakademie Österreichs](https://www.ksoe.at/home).
Was bedeutet Zeitwohlstand, Hanna Völkle und Lukas Heck?01 Jul 202400:35:44
Stress! Zwischen Job, Familie, alltäglichen Erledigungen und Freizeit-Programm fragen sich viele Menschen, wie sie ihre Zeit besser nutzen und einteilen können. Doch Zeitdruck, mangelhafte Zeitplanung und fehlende Zeitsouveränität (und deren positiver Gegenpart Zeitwohlstand) haben oft nicht nur individuelle, sondern auch strukturelle Ursachen – von ungleich verteilter Sorgeverantwortung bis zur Gestaltung von Städten. Wir haben mit Hanna Völkle und Lukas Heck, Wissenschaftler*innen der HWR Berlin und der WU Wien gesprochen: über ihre Definition von Zeitwohlstand, Burn und Bore outs und v.a. auch darüber, was Zeit und Gerechtigkeit miteinander zu tun haben. Ein Podcast der [ksœ - katholische Sozialakademie Österreichs](https://www.ksoe.at/home).
Gibt es Verteilungsgerechtigkeit zwischen Männern und Frauen, Karin Schönpflug?01 Jun 202400:35:48
"Was hat Wert und was hat keinen Wert? Für die Ökonomie hat etwas keinen Wert, wenn es nicht produktiv ist für den Markt, der Wert der unberührten Natur, ohne die es kein Leben gibt, wird beispielsweise nicht abgebildet. Genauso wie der Wert der unbezahlten Arbeit im Haushalt. Das ist alles im Sinne der modernen Ökonomie wertlos und nicht ein Teil des Bruttoinlandsprodukts. Wir können aber auch unsere Werte anders denken und Care-Arbeit als wichtige Arbeit anerkennen, die harte Arbeit ist und die ordentlich bezahlt werden muss." In unserer Podcastfolge mit Karin Schönpflug sprechen wir über feministische Ökonomie, die Vermögensverteilung zwischen Männern und Frauen sowie darüber, wie junge Menschen für die Neubewertung von Care-Arbeit kämpfen.
Gibt es Grenzen des Verzichts, Evelyn Dawid?01 May 202400:34:56
"Ein Mensch, der in Armut lebt, jongliert ständig mit dem Geld: Da ist eine Rechnung zu zahlen - geht sich das dieses Monat noch aus? Kann ich mir eine Reparatur leisten oder den Schulausflug der Kinder? Das war für die untere Mittelschicht bisher nicht so, die mussten sich solche Fragen nicht stellen. Das ändert sich zunehmend durch die Teuerung und wir haben eine ganz neue Gruppe, die sich bestimmte Dinge einfach nicht mehr leisten kann." In unserer neuen Podcastfolge zur Teuerung haben wir mit Evelyn Dawid gesprochen. Sie forscht seit 20 Jahren zum Thema Armut und soziale Ausgrenzung und spricht mit uns über die sozialen Folgen der Inflation.  Ein Podcast der [ksœ - katholische Sozialakademie Österreichs](https://www.ksoe.at/home). Moderiert und produziert von [Henning Klingen](https://www.henning-klingen.de/). [Weitere Infos](https://www.ksoe.at/podcast)
Gibt es Alternativen zum Ego-Kapitalismus, Patrick Kaczmarczyk?01 Apr 202400:36:34
"Ego-Kapitalismus definiere ich als kurzsichtige und rücksichtslose Verfolgung von Eigeninteressen als Maxime des politischen Handelns. Dazu braucht es Alternativen und das ist so ein bisschen wie eine Reparatur am fahrenden Wagen, das heißt, man muss diese Alternativen hochfahren, ohne dass man das bestehende Modell vollends gegen die Wand fährt." Ein Gespräch mit Patrick Kaczmarczyk über die Verteilung von Wohlstand und potentielle Hebel um Wohlstand für möglichst alle Menschen möglich zu machen. Ein Podcast der [ksœ - katholische Sozialakademie Österreichs](https://www.ksoe.at/home). Moderiert und produziert von [Henning Klingen](https://www.henning-klingen.de/). [Weitere Infos](https://www.ksoe.at/podcast)
Was ist Wohlstand, Sebastian Thieme?01 Mar 202400:41:31
„Man muss vielleicht auch ein Verständnis von Wohlstand entwickeln, das bestimmte Dinge offen lässt, das auch Konzepte wie Zeitwohlstand miteinschließt oder die Tatsache, dass unbezahlte Care-Arbeit existiert. Wohlstand bedeutet ja auch, dass man im Prinzip sein eigenes Leben in die eigenen Hände nehmen kann.“ Im Staffelauftakt für unsere Staffel 2 zum Thema "Wie geht Wohlstand für alle?" spricht Sebastian Thieme, wissenschaftlicher Referent für Ökononomie der ksœ, über Wohlstandsmessung, die Erweiterung unseres Verständnisses von Wohlstand und die Notwendigkeit von Wirtschaft im Sinne des Gemeinwohls, eingebettet in planetare Grenzen. Ein Podcast der [ksœ - katholische Sozialakademie Österreichs](https://www.ksoe.at/home). Moderiert und produziert von [Henning Klingen](https://www.henning-klingen.de/). [Weitere Infos](https://www.ksoe.at/podcast)
Vor welchen globalen Herausforderungen steht die Arbeitswelt, Jeremias Adams-Prassl?01 Feb 202400:34:26
"Wenn wir über KI und Arbeitswelt sprechen, denken viele Menschen vor allem daran, dass die Roboter kommen und uns alle Jobs wegnehmen, das entspricht natürlich nicht ganz der Realität. Gleichzeitig aber heißt das überhaupt nicht, dass KI nicht die Arbeitswelt sehr stark verändert. Sie nimmt uns nicht die Jobs weg, aber sie verändert die Jobs und die Arbeit, die wir sehen." In der letzten Folge unserer ersten Staffel sprechen wir mit Univ.-Prof. Jeremias Adams-Prassl (Universität Oxford) über KI-basierte Änderungen in der Arbeitswelt von Kammerjägern bis zu Managern, die ethischen Herausforderungen und wie KI reguliert werden kann.
Wie schafft man faire Arbeitsbedingungen in der Gig Economy, Christoph Leuchtenmüller?01 Jan 202400:26:36
Am Bau, auf Märkten, beim Putzen: Unser tägliches Leben wird von Menschen gestemmt, die teilweise mit ihrem Lohn unter der Armutsgrenze leben. Wir haben irrsinnig kleine Löhne in Sparten, die essenziell für unser Zusammenleben und für das Funktionieren unserer Gesellschaft sind. Und jede Sparte, in der man sich organisiert, stützt ein gemeinsames Streben nach besseren Arbeitsbedingungen, nach besseren Rechten und unterstützt somit auch die anderen Branchen.“ Christoph Leuchtenmüller, Betriebsrat des Fahrradkurierdiensts Pink Pedals in Graz, spricht mit uns darüber, wie sich Menschen in einer Branche engagieren und organisieren, die sich oft durch besonders schlechte Arbeitsbedingungen auszeichnet. Er erklärt, wie gute Arbeit auch in Kurierdiensten möglich ist - und warum Fahrradkurier sein Traumjob ist.
Warum bleibt Sorgearbeit immer noch Frauensache, Uta Meier-Gräwe?01 Dec 202300:29:04
"Die unbezahlte und unterbezahlte Care-Arbeit ist das Fundament, das Rückgrat der am Markt vermittelten Produktion von Waren und Dienstleistungen. Wir brauchen eine Neujustierung der Wirtschaft, die Care zentriert und den Blick darauf schärft, was Menschen brauchen. Das betrifft sowohl Care, im Sinne von Kümmern um Menschen als auch den sorgsamen Umgang mit der Natur." Wir sprechen mit Uta Meier-Gräwe, Professorin für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienforschung, über systematische Zusammenhänge zwischen Klimakrise und Care-Krise, die Anstellung pflegender Angehöriger und den Zusammenhang zwischen Care-Arbeit und Fachkräftemangel.
Was ist Freiwilligenarbeit wirklich wert, Eva More-Hollerweger?01 Nov 202300:34:16
"Freiwilligenarbeit hat keinen Marktpreis, aber sie hat eine ökonomische Bedeutung und damit auch einen ökonomischen Wert. Das ist nicht ganz leicht zu messen, weil sie einer ganz anderen Logik als Erwerbsarbeit entspricht, aber wenn man es sich über 40 Arbeitsstunden und das Jahr durchrechnet, erbringt ehrenamtliche Tätigkeit die Arbeitsleistung von mehr als 600.000 Erwerbstätigen." In unserer zweiten Folge zum Thema Ehrenamt sprechen wir mit Eva More-Hollerweger (Wirtschaftsuniversität Wien) über den Wirtschaftsfaktor Freiwilligenarbeit. Das Gespräch befasst sich mit den Grenzen der "ökonomischen Brille" zur Quantifizierung von Freiwilligenarbeit, der Anerkennung unbezahlter Arbeit und ihren Wert - auch über streng wirtschaftliche Kriterien hinaus.
Ist Freiwilligenarbeit wirklich unbezahlbar, Ruth Simsa?01 Oct 202300:34:11
„Auf der einen Seite ist es wunderschön – da machen Leute etwas ehrenamtlich für andere und das Gemeinwohl; aus dem Gedanken heraus: ‚Ich mache eine Arbeit, die ich für wichtig halte‘. Auf der anderen Seite ist natürlich schon auch die Frage wichtig: Wofür bezahlen wir als Gesellschaft Geld und wofür nicht? Muss etwas gratis gemacht werden oder leisten wir uns, es zu bezahlen?“ In unserer ersten Folge zum Thema Freiwilligenarbeit sprechen wir mit Univ.-Prof. Dr. Ruth Simsa über Freiwilligenarbeit zwischen sozialen Engagement Einzelner und den Pflichten des Sozialstaates. Im Fokus der Folge steht sowohl die gesellschaftsintegrierende Rolle der Freiwilligenarbeit als auch die Frage, ob freiwillige Arbeit wirklich unbezahlbar ist und ob sie immer "gute Arbeit" ist.
Was passiert, wenn Arbeitslosigkeit neu gedacht wird, Lukas Lehner?01 Sep 202300:45:01
„Am Anfang stand die Erfahrung eines 50-jährigen Arbeitssuchenden, der trotz hunderter Bewerbungen keinen Job fand.", sagt Lukas Lehner von der Universität Oxford über den Beginn des Projekts MAGMA. Es ist das weltweit erste evidenzbasierte Modellprojekt einer Arbeitsplatzgarantie und wird derzeit in Marienthal durchgeführt. Wir sprechen mit ihm über Jobgarantien und welche Auswirkungen sie sowohl auf Langzeitarbeitslose als auch auf die Gesellschaft haben. Darüber hinaus geht es um die historischen Voraussetzungen des Ortes, Gründe für Arbeitslosigkeit, aber auch darum, ob und wie man Arbeitslosigkeit gesellschaftlich anders denken könnte.
Wann macht Arbeit wirklich Sinn, Anna Wall-Strasser?01 Aug 202300:38:40
„Die sogenannte Flexibilisierung hat eigentlich nur auf der einen Seite stattgefunden, dass eben Menschen da sein sollen, wenn die Arbeit da ist; sie ist aber nicht so gestaltet, dass Menschen so flexibel sein können, wie es für ihr eigenes Leben günstig wäre.“ Im Gespräch mit der KABÖ-Bundesvorsitzenden Anna Wall-Strasser sprechen wir über den immateriallen Wert von Arbeit und die Frage „Wann macht Arbeit Sinn?“. Wir sehen uns an, was Menschen brauchen, um gern in die Arbeit zu gehen, und wie Erwerbsarbeit gestaltet sein kann, um unterschiedliche Lebensrealitäten zu berücksichtigen.
Grundeinkommen verlosen: Wofür arbeitet, wer nicht muss, Dorothee Herzog?01 Jul 202300:33:42
"Wir haben uns zum Ziel gesetzt, das Grundeinkommen einfach ganz praktisch auszuprobieren und zu sehen, was macht das eigentlich mit den Menschen?", sagt Dorothee Herzog von der gemeinnützigen Organisation "Mein Grundeinkommen". Wir sprechen mit ihr über das Verlosen von Grundeinkommen, welche Auswirkungen das auf die GewinnerInnen hat und wie das bedingungslose Grundeinkommen Antworten auf aktuelle gesellschaftliche Fragen liefern kann.
Wie funktioniert die 4-Tage-Woche in der Praxis, Christian Ebner?01 Jun 202300:30:24
"Jetzt ein Jahr darauf zurückblickend muss ich sagen: das passt." Christian Ebner, Geschäftsführer von Elektro Kagerer, spricht über die Einführung der 4-Tage-Woche in seinem Betrieb; darüber, warum er die Idee fast über Bord geworfen hat und wie es dennoch funktioniert hat.
Wohin entwickelt sich der österreichische Arbeitsmarkt, Stefan Angel?01 May 202300:34:52
Im Gespräch mit dem WIFO-Ökonom Stefan Angel "Wir haben rund 4 Millionen Erwerbstätige in Österreich - es lohnt sich über die verschiedenen Formen von Arbeit zu diskutieren", sagt WIFO-Ökonom Stefan Angel im ksœ Podcast-Gespräch. Seine Einschätzung zur Entwicklung des österreichischen Arbeitsmarkts und warum man sich auch abseits von unmittelbarer Verwertbarkeit fragen muss, was eigentlich "Gute Arbeit" ist, diskutieren wir in der ersten Episode des ksœ Podcasts.
361° Sozialkompass - Der Podcast über gesellschaftliche Orientierung und Lösungswege25 Apr 202300:04:32
Der ksœ-Podcast 361° Sozialkompass widmet sich aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und den Menschen, die dafür Orientierungsmöglichkeiten und Lösungswege bieten. Gemeinsam mit ihnen versucht er, mehr über die Voraussetzungen für ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander zu erfahren. Einmal im Monat treffen Markus Schlagnitweit und Henning Klingen Personen aus Theorie und Praxis, um mit ihnen herauszufinden: „In welche Richtung kann es weitergehen?“
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