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Stell dir vor, du sitzt 2010 vor deinem Fernseher. Die Wahrscheinlichkeit, dass du gerade lineares TV schaust, liegt bei 84 Prozent. Heute, 15 Jahre später, sind es noch 39 Prozent.
Der Kasten an der Wand sieht fast gleich aus. Die Marke wahrscheinlich auch. Aber alles dahinter — wie wir Inhalte finden, wie wir konsumieren, wie Werbung dort funktioniert — wurde komplett auf links gedreht.
Ich erinnere mich noch, wie wir das Thema CTV letztes Jahr das erste Mal im Datalicious Podcast hatten. Damals hieß es: spannender Kanal, schöne Ergänzung zum klassischen TV. Aber irgendwie eben auch zerklüftet, schwer zu adressieren, ein bisschen unfertig. Tja. Ist das immer noch so? Spoiler: nicht mal mehr in Ansätzen.
Mein Gast ist Timur Cetin, Head of Data and Measurement GTM (EMEA) bei Samsung Ads.
Worüber wir reden:
Wir starten mit etwas, das ich mir selbst gerne mal sauber sortiert haben wollte: dieses ganze Abkürzungsdickicht. CTV, OTT, BVOD, SVOD, AVOD, FAST. Timur erklärt es so, dass du danach auf jeder Mediaplaner-Party mitreden kannst. Oder es zumindest versuchst.
Dann werfen wir einen Blick auf die letzten 24 Monate. Die Fragmentierung der Aufmerksamkeit. Die neue Akzeptanz von werbefinanziertem Streaming — Netflix, Disney und Amazon sind alle drin. Und eine Zahl, die mich wirklich umgehauen hat: Die CTV-Ad-Views in Europa sind im letzten Halbjahr um 31 Prozent gewachsen. In den USA nur um 8. Die Welle aus den Staaten erreicht uns also nicht — sie überrollt uns gerade.
Wir sprechen über den Homescreen als neue Werbebühne, inklusive eines schönen MINI-Cases mit einem Immersive Masthead. Ich erzähle nebenbei von meinem letzten Hotelaufenthalt in München, wo ich beim Einschalten des TVs eine Consent-Abfrage bekommen habe, die ich zum Spaß abgelehnt habe — und Timur erklärt mir geduldig, warum genau das ein Beleg dafür ist, dass die Branche es endlich richtig macht.
Wir gehen rein in Second Screen 2.0 — diesmal mit Daten: Was passiert, wenn 70 Millionen Samsung-TVs in Europa auf 20 Millionen Samsung-Smartphones treffen? Welche Targeting- und Wirkungs-Möglichkeiten ergeben sich, wenn man weiß, was Menschen vier Stunden am TV und dreieinhalb Stunden am Phone tun?