Clio auf die Ohren – Détails, épisodes et analyse

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Clio auf die Ohren

Clio auf die Ohren

Andreas Frings

Éducation
Histoire

Fréquence : 1 épisode/30j. Total Éps: 27

Unknown

„Clio auf die Ohren“ ist der Podcast des Historischen Seminars an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Wir arbeiten aus der geschichtswissenschaftlichen Forschung und Lehre heraus. Manchmal podcasten hier Lehrende, manchmal Studierende, immer aber sind es Menschen mit großer Neugier und einer Begeisterung für geschichtswissenschaftliche Erkenntnisreisen. 

Manche Podcasts verstehen wir als eine Art Bohrung, um historische Tiefenschichten zu bergen, die im historischen Wissen unserer Gegenwart verschüttet worden sind. In anderen Podcasts begeben wir uns auf die Suche nach Antworten auf historische Fragen – und Ihr dürft neben uns herlaufen! Alle unsere Podcasts versuchen, die Grenzen des geschichtswissenschaftlich Diskutierbaren auszuloten: Wo sind diese Grenzen, wie erreichen wir sie? 

Das gilt auch für die Themenwahl: Nur zu gerne loten wir Themen jenseits des Alltagskanons aus. Dabei leitet uns eine Frage: Was können wir im Gespräch oder in der Suchbewegung zu einem konkreten historischen Problem über die Welt zu dieser Zeit lernen, politisch, sozial, ökonomisch oder kulturell? Begleitet uns gerne bei unseren Bohrungen und Suchbewegungen!

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„Über die schreckliche Eis-fahrt": Das Rheinhochwasser 1784

Saison 3 · Épisode 7

vendredi 28 février 2025Durée

Das Extremhochwasser im Winter/Frühjahr 1784, das mit Eisgängen und Überschwemmungen einherging, entfaltete seine Wirkung m Gegensatz zu regionalen Ereignissen (wie dem Erdbeben von Lissabon) überregional. Es führte zu Toten und Verheerungen in West-, Mittel- und Osteuropa. In diesem Podcast widmen wir uns einer Mikroperspektive und schauen uns die Auswirkungen dieses Hochwassers in Neuwied an, einer multikonfessionellen Stadt, die erst im 17. Jahrhundert neu begründet worden war. Dabei diskutieren wir mit Christian Zimmermann, der über diese Geschichte in lokalen Archiven geforscht und darüber auch seine Masterarbeit geschrieben hat, auf welche Art und Weise die Menschen vor Ort mit diesem Extremereignis umgegangen sind.

Literaturtipps:

  • Börngen, Michael; Tetzlaff, Gerd (Bearb.): Weikinn, Curt: Quellentexte zur Witte-rungsgeschichte Europas von der Zeitenwende bis zum Jahr 1850. Hydrographie – Teil 5 (1751-1800). Berlin, Stuttgart 2000.
  • Brázdil, Rudolf [u. a.]: European floods during the winter 1783/1784: scenarios of an extreme event during the ‘Little Ice Age‘. In: Theoretical and Applied Climatology 100 (2010), S. 163-189.
  • Deutschmann, Frank: Mikrogeschichte in St. Goar – Wer räumt hier eigentlich auf? Die Folgen einer Umweltkatastrophe im Jahre 1784. Gutenberg 2014.
  • Ennen, Edith: Eisgang und Hochwasser 1784 am Niederrhein. In: KÖRNER, Martin (Hrsg.): Stadtzerstörung und Wiederaufbau Band 1. Zerstörungen durch Erdbeben Feuer und Wasser. Bern [u. a.] 1999, S. 303-308.
  • Eßer, Reingard: „Ein sonderlich und erschröcklich Wasserflut“. Desaster-Management in der Frühen Neuzeit. In: Münch, Paul (Hrsg.): "Erfahrung" als Kategorie der Frühneu-zeitgeschichte (= Historische Zeitschrift Beihefte Neue Folge Bd. 31). München 2001, S. 217-227.
  • Fischer, Katrin: Historisch-geowissenschaftliches Wissen und die Möglichkeit der Prävention von Katastrophen. In: Darmstädter Atheneforum (Hrsg.): Katastrophen. Herausforderungen und Chancen. Baden-Baden 2018, S. 109-156.
  • Heuser-Hildebrandt, Birgit: Die Hochwasserkatastrophe von 1784 in Mainz. Ursachen, Auswirkungen, Krisenmanagement. In: Gonsenheimer Heimatbuch 14 (2006), S. 29-45.
  • Kleemann, Katrin: A Mist Connection. An Environmental History of the Laki Eruption of 1783 and its Legacy. Berlin; Boston 2023.
  • Muscheid, Helmut: Blöcke aus Eis rissen die Mauern der Häuser ein. Hochwasserkatastrophe 1784. In: Landkreis Neuwied (Hrsg.): Heimat-Jahrbuch des Landkreises Neuwied 1998. Neuwied 1998, S. 125f.
  • Pfister, Christian: Naturkatastrophen und Naturgefahren in geschichtlicher Perspektive. Ein Einstieg. In: Ders. (Hrsg.): Am Tag danach. Zur Bewältigung von Naturkatastrophen in der Schweiz 1500-2000. Bern [u. a.] 2002, S. 11-26.
  • Schmidt, Martin: Hochwasser und Hochwasserschutz in Deutschland vor 1850. Eine Auswertung alter Karten und Quellen. München 2000.
  • Spata, Manfred: Das Jahrtausend-Hochwasser von 1784 in Bonn und Beuel. Beueler Hochwassermarken als Erinnerung an die Eiswasserkatastrophe (= Kleine Beiträge zu Denkmal und Geschichte im rechtsrheinischen Bonn Bd. 4). Bonn 2017.
     

Historische Nachhaltigkeit: Mensch und Umwelt in der historischen Lehre

Saison 3 · Épisode 6

samedi 15 février 2025Durée

Nachhaltigkeit bedeutet, die Bedürfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden. Bei dieser „Nachhaltigkeit“ geht es also um eine Art Generationengerechtigkeit, und das ist für Historiker:innen schwierig zu greifen, denn zum einen beschäftigen wir uns normalerweise nicht mit zukünftigen Generationen, und zum anderen denken wir auch nicht gerade täglich über Fragen von Gerechtigkeit nach, denn das ist ein ethisches Geschäft. 
Im Sommersemester 2024 sind wir in sehr unterschiedlichen Hauptseminaren in verschiedenen Epochen der historischen Nutzung von Ressourcen, der Frage des Umgangs mit Ressourcen und des Umgangs des Menschen mit seiner natürlichen Umwelt nachgegangen. In diesem Podcast darf Andreas Frings Studierenden zu Nachhaltigkeit in der geschichtswissenschaftlichen Lehre interviewen. Wir sprechen über Nutzung von Ressourcen und Umgang mit Ressourcen. Genauer: Wir sprechen über Starkregenereignisse und verheerende Hochwasser im Spätmittelalter, über Wölfe als bedrohliches Stereotyp in der wissenschaftlichen Literatur der Frühen Neuzeit, Landgewinnung für die Landwirtschaft im sowjetischen Zentralasien und umweltpolitische Kontroversen rund um den Baikalsee, den tiefsten und wasserreichsten See der Erde. Und wir unterhalten uns an diesen Beispielen auch über das geschichtswissenschaftliche Studieren, das mit Überraschungen gepflastert sein kann.

Literaturtipps:
Wir verzichten für diesen Podcast auf Literaturverweise. Stattdessen laden wir Sie herzlich ein, selbst über ein Geschichtsstudium nachzudenken. Keine Lektüre kann den Besuch eines geschichtswissenschaftlichen Seminars ersetzen.

Ein Vulkan und ein Bürgerkrieg – das Großfürstentum Moskau um 1600

Saison 3 · Épisode 2

mercredi 1 mai 2024Durée

Zu den entscheidenden Wendepunkten der vormodernen russländischen Geschichte gehört die "Smuta", auch "die Zeit der Wirren" genannt. Damit meinen wir die Zeitspanne zwischen dem Ende der alten Rjurikidendynastie im Großfürstentum Moskau nach dem Tod Fjodors I., dem Sohn Ivans des Schrecklichen. Das war 1598. Vielleicht sollten wir da auch schon vom Zarentum Russland sprechen, denn Ivan der Schreckliche selbst, oder auf Russisch eher der Grausame, der Strenge, hatte sich 1547 zum Zaren krönen lassen. 1598 starb seine Dynastie mit seinem Sohn Fjodor aus; und erst 1613 gelang es, mit der Familie der Romanow eine neue, als legitim wahrgenommene Dynastie zu etablieren. Dazwischen beanspruchten mindestens fünf Menschen die legitime Herrschaft. Es gab Hungersnöte, vor allem ab 1601 – die klimatisch vielleicht härtesten Jahre der russländischen Geschichte, soweit wir sie kennen. Es gab ausländische Interventionen, etwa einen polnischen und einen schwedischen militärischen Einmarsch. Es gab mehrere falsche Zarensöhne, also Männer, die behaupteten, sie seien in Wahrheit der Sohn Ivans, der 1582 zur Welt gekommen und 1591 in Uglitsch an einem Unfall verstorben war.

Was hatten diese wirren Jahre mit einem Vulkanausbruch in Südamerika zu tun? Darum geht es in diesem Podcast, in dem Isabel Jarczyk mit Christoph Helo, Jan Kusber und Andreas Frings spricht. Dies ist der zweite Podcast der dritten Staffel von "Clio auf die Ohren" mit dem TItel "History for Future", in der es um klima- und umwelthistorische Geschichten geht.

Literaturtipps:

  • Chester Dunning, The Preconditions of Modern Russia's first Civil War, in: Russian History 25. 1998, S. 119–131.
  • Vladimir Klimenko, Sommerlicher Frost, ungeheure Hungersnöte und eine warme Arktis. Extreme klimatische Verhältnisse in Moskowien an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert, in: Dittmar Dahlmann u. Diana Ordubadi (Hg.), Die autokratische Herrschaft im Moskauer Reich in der ‚Zeit der Wirren‘ 1598-1613, Göttingen 2019, S. 57–76.
  • Geoffrey Parker, History and Climate. The Crisis of the 1590s Reconsidered, in: Claus Leggewie u. Franz Mauelshagen (Hg.), Climate Change and Cultural Transition in Europe (= Climate and Culture Ser), Boston 2018, S. 119–155.
  • Maureen Perrie, The Time of Troubles (1603-1613), in: dies. (Hg.), The Cambridge history of Russia. Band 1: From early Rus' to 1689 (= Vol. 1), Cambridge 2006, S. 409–434.
  • Kenneth L. Verosub u. Jake Lippman, Global Impacts of the 1600 Eruption of Peru's Huaynaputina Volcano, in: Eos Trans. AGU 89. 2008, S. 141.

Der Rhein im Lauf der Zeit: Zur regionalen Klimageschichte der Lebensader im Südwesten

Saison 3 · Épisode 1

lundi 1 avril 2024Durée

Noch im Winter 1962/63 fror der Rhein auf weiten Teilen zwischen Mainz und Emmerich zu und sorgte über Wochen für einen totalen Stillstand der Binnenschifffahrt. Die heutigen Winter vermögen kaum noch den Rhein oder andere, langsamer fließende Gewässer, zufrieren zu lassen. Nun sorgen Dürresommer und Wassermangel dafür, dass die Schifffahrt auf dem Rhein mit existenziellen Problemen zu kämpfen hat. Wie sich die Menschen, die an und auf dem Rhein leben, an die neuen Gegebenheiten anpassen und welche Auswirkungen der Klimawandel für Natur und Tierwelt im Südwesten hat, greift dieser erste Podcast der dritten Staffel von "Clio auf die Ohren" auf. 

In dieser dritten Staffel mit dem TItel "History for Future" geht es um klima- und umwelthistorische Geschichten. Zur Zeitgeschichte des Rheins interviewt Paul Martin Lorenz zum einen Robert Egeling  vom NABU-Rheinauen-Zentrum in Bingen und zum anderen Andreas Fink vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Literaturtipps:
Zu diesen Fragen gibt es noch keine überzeugende zeithistorische, umweltgeschichtliche Forschung.

Jüdische Einwanderung zweiter Wahl? Deutschjüdische Migration nach Israel, Stereotype und Repräsentation

Saison 2 · Épisode 7

vendredi 1 mars 2024Durée

Dass Israel allen Jüdinnen und Juden weltweit die Einreise und die israelische Staatsbürgerschaft ermöglicht, geht auf die Geschichte der Verfolgung der Vernichtung europäischer Juden durch den deutschen Nationalsozialismus zurück, zugleich aber auch auf eine Geschichte jüdischer Einwanderungen nach Palästina, die vor die Staatsgründung Israels 1948 zurückreichen und in mehreren Wellen, sog. "Alijahs", erfolgten. In der Einwanderung deutschsprachiger Jüdinnen und Juden vor allem in den 1930er Jahren, den sog. "Jeckes", kommen beide Aspekte zusammen, deren Geschichte von Rebecca Sarah Schlaadt, Alica Schirmer und Felix Marcel Hackhausen in diesem Podcast rekonstruiert wird. Und auch in anderer Hinsicht ist die Einwanderung der "Jeckes" interessant: Wir stoßen etwa auf ambivalente Stereotype, von denen wir einige auch aus bundesdeutschen Debattenlagen kennen. Die Sammlung und Musealisierung dieser Einwanderung ist auch keine "Erfolgsgeschichte", sie ist kompliziert und lohnt das genauere Hinschauen - und Hinhören.

Literaturtipps:

  • Armbruster, Jörg: Willkommen im Gelobten Land? Deutschstämmige Juden in Israel. Hamburg2 2017.
  • Feilchenfeld, Werner/Michaelis, Dolf/Pinner, Ludwig: Haavara-Transfer nach Palästina und Einwanderung deutscher Juden 1933-1939 (Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts, 26). Tübingen, 1972.
  • Herzig, Arno: 1933-1945: Verdrängung und Vernichtung. URL: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/7687/1933-1945-verdraengung-… [letzter Zugriff am 21.07.2022].
  • Hillenbrand, Klaus: Fremde im neuen Land. Deutsche Juden in Palästina und ihr Blick auf Deutschland nach 1945. Frankfurt, 2015.
  • Meier, Axel: Das Haavara-Transfer-Abkommen. URL: https://www.bpb.de/themen/nationalsozialismus-zweiter-weltkrieg/die-woh… [letzter Zugriff am 21.07.2022].
  • Erel, Shlomo (Hg.): Jeckes erzählen. Aus dem Leben deutschsprachiger Einwanderer nach Israel. Wien 2. Aufl. 2004.
    Feinberg, Anath: Jeckes. In: Diner, Dan (Hg.): Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur (EJGK). Band 3: He–Lu. Stuttgart/Weimar 2012, S. 180–183.
  • Siegemund, Anja (Hg.): Deutsche und zentraleuropäische Juden in Palästina und Israel. Kulturtransfers, Lebenswelten, Identitäten – Beispiele aus Haifa. Berlin 2016.

Braucht Deutschland ein Einwanderungsmuseum? Die deutsche Einwanderungsgesellschaft und ihre Darstellung in Ausstellungen und Museen

Saison 2 · Épisode 6

jeudi 1 février 2024Durée

Ist die deutsche Gesellschaft eine Einwanderungsgesellschaft? Oder eine von Zuwanderung geprägte Gesellschaft? Diese politisierende und emotionalisierende Frage hat ganz unterschiedliche gesellschaftliche Diskussionen ausgelöst. Bis heute gibt es trotz zahlreicher Sonderausstellungen kein nationales deutsches Einwanderungsmuseum - anders als etwa in den USA oder in Frankreich. Eine Initiative in Köln, die auf das Engagement migrantischer Gruppen zurückgeht (DOMiD: Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland), wird inzwischen aus öffentlichen Mitteln gefördert, um das zu ändern und in Köln (Stadtteil Kalk) ein "Haus der Einwanderungsgesellschaft" aufzubauen; inzwischen hat sich die Initiative für den Museumsnamen „SELMA“ entschieden. In diesem Podcast rekonstruieren Simon Paul Kohnert, Antonia Görgen und Michael Albert Klein die mäandrierenden Wege und Knackpunkte der bundesdeutschen Auseinandersetzung mit der eigenen Einwanderungsgeschichte mit einem Fokus auf deren Sammlung und Musealisierung.

Literaturtipps:

  • Beier-de Haan, Rosmarie (Hg.) (2005): Zuwanderungsland Deutschland. Migrationen 1500 - 2005. Ausstellungshalle von I. M. Pei, 22. Oktober 2005 bis 12. Februar 2006, Deutsches Historisches Museum, Berlin. Deutsches Historisches Museum. Wolfratshausen: Ed. Minerva.
  • Böse, Martina: „Ich entscheide mich dafür, MigrantInnen zu sagen“. Zur Vermittlung von „Gegenerzählungen“ und Repräsentationspolitik in der Ausstellung „gastarbajteri – 40 Jahre Arbeitsmigration“. In: Jaschke, Beatrice/Martinez-Turek, Charlotte/Sternfeld, Nora (Hg.): Wer spricht? Autorität und Autorschaft in Ausstellungen. Wien: Turia + Kant, S. 120–151.
  • DOMiD e.V. – Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland: Virtuelles Migrationsmuseum. Unter Mitarbeit von Dr. Ali Kemal Gün, Jens Grimmelijkhuizen, Ahmet Seze. Köln. Online verfügbar unter https://virtuelles-migrationsmuseum.org/.
  • Eryılmaz, Aytaç (2004): Deutschland braucht ein Migrationsmuseum. Plädoyer für einen Paradigmenwechsel in der Kulturpolitik. In: Motte, Jan/Ohliger, Rainer (Hg.): Geschichte und Gedächtnis in der Einwanderungsgesellschaft. Migration zwischen historischer Rekonstruktion und Erinnerungspolitik. Essen: Klartext-Verl., S. 305–319.
  • Eryilmaz, Aytaç (2012): Migrationsgeschichte und die nationalstaatliche Perspektive in Archiven und Museen. In: Thomas Hübel und Regina Wonisch (Hg.): Museum und Migration. Konzepte - Kontexte - Kontroversen. Bielefeld: transcript (Schriften zum Kultur- und Museumsmanagement), S. 33–48.
  • Eryılmaz, Aytaç/Rapp, Martin (2005): Geteilte Erinnerungen. In: Kölnischer Kunstverein u.a. (Hg.): Projekt Migration. Köln: DuMont, 578-585.
  • Fix, Maria; Gramlich, Eva; Mahn, Anne (Hg.) (2021): Arbeit & Migration. Geschichten von hier. Katalog zur Großen Landesausstellung 2021 Baden-Württemberg. TECHNOSEUM. Darmstadt: wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft.
  • Gogos, Manuel (Hg.) (2021): Das Gedächtnis der Migrationsgesellschaft. DOMiD - Ein Verein schreibt Geschichte(n). 1st ed. Bielefeld: transcript Verlag (Edition Museum, 51). Online verfügbar unter https://elibrary.utb.de/doi/book/10.5555/9783839454237.
  • Gosewinkel, Dieter (2005): Wer ist Deutscher? Deutsche Staatsangehörigkeit im 19. und 20. Jahrhundert. In: Rosmarie Beier-de Haan (Hg.): Zuwanderungsland Deutschland. Migrationen 1500 - 2005. Ausstellungshalle von I. M. Pei, 22. Oktober 2005 bis 12. Februar 2006, Deutsches Historisches Museum, Berlin. Wolfratshausen: Ed. Minerva, S. 90–105.
  • Kogoj, Cornelia; Ongan, Gamze (2012): Die Ausstellung Gastarbajteri – 40 Jahre Arbeitsmigration. In: Thomas Hübel und Regina Wonisch (Hg.): Museum und Migration. Konzepte - Kontexte - Kontroversen. Bielefeld: transcript (Schriften zum Kultur- und Museumsmanagement), S. 89–114.
  • Kölnischer Kunstverein u.a. (Hg.) (2005): Projekt Migration. Köln: DuMont.
  • Koschnick, Nana (2018): Migration sammeln. Wege und Möglichkeiten der musealen Dokumentation von Migration am Beispiel des Münchner Stadtmuseums. Unter Mitarbeit von Johannes Moser. München: Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität.
  • Porsché, Yannik (2018): Public representations of immigrants in museums. Exhibition and exposure in France and Germany. Cham: Palgrave Macmillan (Postdisciplinary studies in discourse).
  • Schönwälder, Karen (2005): Migration und Ausländerpolitik in der Bundesrepublik Deutschland. Öffentliche Debatten und politische Entscheidungen. In: Rosmarie Beier-de Haan (Hg.): Zuwanderungsland Deutschland. Migrationen 1500 - 2005. Ausstellungshalle von I. M. Pei, 22. Oktober 2005 bis 12. Februar 2006, Deutsches Historisches Museum, Berlin. Wolfratshausen: Ed. Minerva, S. 106–119.

Einwanderungsmuseen – Wozu eigentlich? Beispiele aus den USA und Frankreich

Saison 2 · Épisode 5

lundi 1 janvier 2024Durée

Die 2. Staffel von Clio auf die Ohren unter dem Label "Migrationen und Mobilität im 20. Jahrhundert" geht weiter! In den nächsten drei Folgen geht es darum, wie Einwanderungsgeschichten gesammelt und ausgestellt und damit zum Bestandteil von Geschichte werden. Ellis Island, Lower East Side Tenement Museum, Cité de l'histoire de l'immigration: In diesem Podcast widmen sich Annika Jäggi, Hannah Antoni und Leonie Sophie Renz einer vergleichenden Perspektive auf die drei international vielleicht bekanntesten Einwanderungsmuseen (zwei davon in New York, eines in Paris). Was wird dort gezeigt, wer trägt dafür die Verantwortung? Wie wurde der Ort für die Ausstellung gewählt? Mit diesen Fragen fächern sie das Tableau an Entscheidungen auf, die hinter einem solchen Einwanderungsmuseum stehen.

 

Literaturtipps:

  • Baur, Joachim (2005): Standpunkte und Standorte. „Points of Departure“ in drei New Yorker Immigrationsmuseen. In: Henrike Hampe (Hg.): Migration und Museum. Neue Ansätze in der Museumspraxis. 16. Tagung der Arbeitsgruppe Sachkulturforschung und Museum in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, Ulm 7.-9.10.2004. Münster: LIT Verlag Münster.
  • Baur, Joachim (2006): Commemorating Immigration in the Immigrant Society. Narratives of Transformation at Ellis Island and the Lower East Side Tenement Museum. Unter Mitarbeit von Mareike König und Rainer Ohliger. In: Mareike König und Rainer Ohliger (Hg.): Enlarging European Memory. Migration movements in historical perspective, Bd. 62: Thorbecke, Ostfildern (Beihefte der Francia: Forschungen zur westeuropäischen Geschichte, 62), S. 137–146. Online verfügbar unter https://perspectivia.net/receive/ploneimport_mods_00009680.
  • Baur, Joachim (2007): Zur Vorstellung der Grenze. Beobachtungen aus nordamerikanischen Migrationsmuseen. In: Markus Gottwald, Matthias Klemm und Birgit Schulte (Hg.): KreisLäufe. Kapillaren der Weltkultur. Münster: LIT Verlag Münster, S. 91–103.
  • Baur, Joachim (2009): Die Musealisierung der Migration. Einwanderungsmuseen und die Inszenierung der multikulturellen Nation. Bielefeld: transcript (Kultur- und Museumsmanagement). Online verfügbar unter http://dx.doi.org/10.14361/9783839412640.
  • Baur, Joachim (2011): Zur Repräsentation der Migration. Fokus Ellis Island. In: neues museum. die österreichische museumszeitschrift (3), S. 18–24.
  • Baur, Joachim (2012): Von Mythen, Masken und Migranten. Acht Ansichten aus Ellis Island. In: Thomas Hübel und Regina Wonisch (Hg.): Museum und Migration. Konzepte - Kontexte - Kontroversen. Bielefeld: transcript (Schriften zum Kultur- und Museumsmanagement), S. 167–192.
  • Djedouani, Nabil (2019): Rock Against Police, le film. La résidence « frontières » du GREC au Musée de l’histoire de l’immigration. In: hommesmigrations (1327), S. 161–166. DOI: 10.4000/hommesmigrations.10368.
  • Giuriceo, Judy (1999): Ellis Island Immigration Museum. In: News of Museums of History/Les Nouvelles des Musées d'Histoire (23), 14–18.
  • Green, Nancy L. (2007): A French Ellis Island? Museums, Memory and History in France and the United States. In: History Workshop Journal 63 (1), S. 239–253.
  • Grognet, Fabrice: How to Reconcile the Irreconcilable. The place of ethnology in the Museum of the Cité nationale de l’histoire de l’immigration. In: Padmini Sebastian (Hg.): Mobilizing communities and sharing stories. The role of the immigration museum in one of the most culturally diverse cities in the world. Museum international, LIX(59), 1-2 / 233-234, S. 48–55.
  • Jarrassé, Dominique: The Former Palace of the Colonies. The burden of heritage. In: Padmini Sebastian (Hg.): Mobilizing communities and sharing stories. The role of the immigration museum in one of the most culturally diverse cities in the world. Museum international, LIX(59), 1-2 / 233-234, S. 56–65.
  • Meza Torres, Andrea (2011): Die Cité nationale de l’histoire de l’immigration. Zwischen Präsentationspraxen und politischen Interventionen. In: neues museum. die österreichische museumszeitschrift (3), S. 26–30.
  • Meza Torres, Andrea (2012): Die Cité nationale de l’histoire de l’immigration und die ›Immigranten‹ im Kontext der Kolonialgeschichte. Interaktionen und politische Interventionen. In: Thomas Hübel und Regina Wonisch (Hg.): Museum und Migration. Konzepte - Kontexte - Kontroversen. Bielefeld: transcript (Schriften zum Kultur- und Museumsmanagement), S. 193–222.
  • Meza Torres, Andrea (2015): The museumization of migration in Paris and Berlin. Berlin, Humboldt Universität zu Berlin, Diss., 2014. Humboldt Universität zu Berlin, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät I, Berlin.
  • Minju Bae (2020): Unraveling “Under One Roof”. The Tenement Museum and Its Discontents. Labor: Studies in Working-Class History of the Americas. In: Duke University Press (17), Artikel 1, S. 75–90. Online verfügbar unter https://muse.jhu.edu/article/749065.
  • Ostow, Robin (2017): Occupying the Immigration Museum. The Sans Papiers of Paris at the site of their national representation. In: Global mobilities. Refugees, exiles, and immigrants in museums and archives. Unter Mitarbeit von Amy K. Levin. London, New York: Routledge.
  • Pardue, Diana (2004): Ellis Island Immigration Museum. In: Museum International 56 (3), S. 22–28. Online verfügbar unter https://www.academia.edu/7686156/Ellis_Island_Immigration_Museum.
  • Parker, Robert A.: The Ellis Island Immigration Museum (1991). In: Communication Arts, 32/2, S. 82–93.
  • R. E. Fulton, Erin Reid, Jackie Wait, Daniel Walter, Andy Urban: "We Are Workers in a Workplace Who Have Rights". Unionization, COVID-19, and the Place of Labor at the Lower East Side Tenement Museum. In: The Public Historian 05.2021 (43), Artikel 2, S. 81–102. Online verfügbar unter https://muse.jhu.edu/article/809553.
  • Scarabicchi, Caterina (2019): Curating, Displaying, Silencing? Postcolonial and Migrant Identities at the Musée National de l’Histoire de l’Immigration in Paris. Online verfügbar unter https://www.roots-routes.org/curating-displaying-silencing-postcolonial-and-migrant-identities-at-the-musee-national-de-lhistoire-de-limmigration-paris-by-caterina-scarabicchi/, zuletzt aktualisiert am 15.05.2019, zuletzt geprüft am 25.04.2022.
  • Sherman, Daniel J. (2016): The Perils of Patrimoine. Art, History, and Narrative in the Immigration History Museum, Paris. In: Oxford University Press (39), Artikel 3, S. 457–480. Online verfügbar unter https://www.jstor.org/stable/44654006.
  • Stevens, Mary (2007): Re-Membering the Nation. The Project for a Cité Nationale de l’Histoire de l’Immigration. University Collage London.
  • Stevens, Mary (2008): Immigrants into Citizens. Ideology and Nation-Building in the Cité National de l’Histoire de l’Immigration. In: Museological Review 13, S. 57–73.
  • Ural, Nur Yasemin (2015): Die Nation erzählen. »Cité nationale de l’histoire de l’immigration«. In: WerkstattGeschichte 70, S. 103–106.
  • Wallace, Michael (1991): The Ellis Island Immigration Museum. In: Journal of American History 78 (3), S. 1023–1032.

Mobilität und Stereotyp: Sinti und Roma in der deutschen und südosteuropäischen Wahrnehmung

Saison 2 · Épisode 4

vendredi 1 décembre 2023Durée

Die Wagen so bunt, die Pferdchen so zottig, sie zogen die Wagen so schwer? Stereotype über Mobilität, über "fahrendes Volk", über ständiges Wandern und ein Leben in Wohnwagen begleiten deutsche und südosteuropäische Sinti und Roma seit Langem. Diese stereotypen Beschreibungen kennen viele sicher auch aus dem Familien- oder Bekanntenkreis. Doch wie konnte sich das Bild der nomadenhaften Lebensweise bis heute so hartnäckig halten? Wie ist es entstanden? Wie hängen in diesem Stereotyp Mobilität und das ebenfalls hartnäckige Vorurteil halblegaler oder illegaler Erwerbswege zusammen? Und vor allem: Was macht das mit den Menschen, die so beschrieben werden? Über diese und weitere Fragen unterhalten wir uns in diesem Podcast mit Hans-Christian Maner vom Arbeitsbereich Osteuropäische Geschichte im Historischen Seminar der JGU Mainz. 

Literaturtipps

  • Christian Belzer: „Hier würde man uns nichts antun.“ Motive, Hoffnungen und Perspektiven von slowakischen Roma*-Flüchtlingen in Deutschland nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. In: Überdacht 5 (2023), S. 98-114. 
  • Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner. Eine Geschichte von Faszination und Verachtung. Berlin 2011.
  • Udo Engbring-Romang: Wiesbaden – Auschwitz. Zur Verfolgung der Sinti in Wiesbaden. Darmstadt 1997.
  • Gundula Fienbork /Brigitte Mihók /Stephan Müller: Die Roma. Hoffen auf ein Leben ohne Angst. Roma aus Osteuropa berichten. Reinbek bei Hamburg 1992.
  • Karola Fings: Sinti und Roma. Geschichte einer Minderheit.  München ²2019.
  • Herbert Heuß: Die Verfolgung der Sinti in Mainz und Rheinhessen. 1933 – 1945. Landau 1996.
  • Marian Luca: Zwischen Verfolgung und Selbstbehauptung. Die Minderheit der Roma in Rumänien im 20. und 21. Jahrhundert. In: Hans-Christian Maner, Rainer Ullrich (Hg.): Ethnische Minderheiten in Rumänien im 20. und 21. Jahrhundert. Mainz 2024, 115-140.
  • Norbert Mappes-Niediek: Arme Roma, böse Zigeuner. Was an den Vorurteilen über die Zuwanderer stimmt. Berlin 2012.
  • Oliver von Mengersen (Hg.): Sinti und Roma. Eine deutsche Minderheit zwischen Diskriminierung und Emanzipation. Bonn 2015.
  • Tobias Neuburger: Von Armutszuwanderern und Notreisenden. Antiziganismus in der Migrationsgesellschaft. In: Im Zwiespalt. Gaismair-Jahrbuch 2018 (2017), S. 139–147.
  • Ulrich Friedrich Opfermann: „Fahrendes Volk“. Binnenmigration in und aus dem alemannischen Raum im 19. und 20. Jahrhundert. In: Menschen in Bewegung. Lebenswelten im ländlichen Raum. Historische Erkundungen in Mittel- und Südbaden 4 (2019), S. 189–235.
  • Silvio Peritore /Frank Reuter (Hgg.): Inszenierung des Fremden. Fotografische Darstellung von Sinti und Roma im Kontext der historischen Bildforschung. Heidelberg 2011.
  • Katrin Reemtsma: Sinti und Roma. Geschichte, Kultur, Gegenwart. München 1996.
  • Romani Rose (Hg.): "Den Rauch hatten wir täglich vor Augen". Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma. Heidelberg 1999.
  • Romani Rose: Bürgerrechte für Sinti und Roma. Das Buch zum Rassismus in Deutschland, Heidelberg 1987.
  • Romani Rose: - Podcast "Jung & Naiv": Folge 699, Romani Rose (Zentralrat Deutscher Sinti & Roma), 4. April 2024.
  • Peter Sandner: Frankfurt - Auschwitz. Die nationalsozialistische Verfolgung der Sinti und Roma in Frankfurt am Main. Frankfurt 2002.

Flüchtlinge und Vertriebene in Rheinland-Pfalz

Saison 2 · Épisode 3

lundi 9 octobre 2023Durée

Dass nach dem Zweiten Weltkrieg viele Flüchtlinge und Vertriebene in den deutschen Besatzungszonen ankamen, ist sicher bekannt; dass eine Besatzungszone jedoch zurückhaltender war, sicher weniger: Die französische Besatzungszone im späteren Rheinland-Pfalz nahm anfangs nur wenige Menschen auf. Erst gegen Ende der 1940er Jahre änderte sich dies. Leider ist die Forschung in diesem Bereich bisher auch nicht sehr ausgeprägt. Wie sah denn die rheinland-pfälzische "Willkommenskultur" aus (gab es sie überhaupt)? Welche Rolle spielten etwa Stereotype über Menschen aus osteuropäischen Herkunftsregionen? Welche Quellen stehen uns heute überhaupt noch zur Verfügung, und wie gehen wir beispielsweise methodisch mit den Potentialen der Oral History um? Welche Rolle spielte ganz konkret das Aufnahmelager Osthofen? Über diese und weitere Fragen unterhalten wir uns in diesem Podcast mit Sarah Scholl-Schneider von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.

Literaturtipps:

  • Beer, Matthias: Flucht und Vertreibung der Deutschen. Voraussetzungen und Folgen. München 2011.
  • Kißener, Michael: Kleine Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz 1945-2005. Wege zur Integration eines „Nachkriegsbundeslandes“. Karlsruhe 2006 (Regionalgeschichte - fundiert und kompakt).
  • Kossert, Andreas: Flucht. Eine Menschheitsgeschichte. München 2020.
  • Messerschmidt, Rolf: Erinnerungskultur und gelungene Eingliederung – ein unlösbares Spannungsverhältnis? Regionalhistorische Integrationsbilanzen für Hessen und Rheinland-Pfalz. In: Krauss, Marita (Hrsg.): Integrationen. Vertriebene in den deutschen Ländern nach 1945. Göttingen 2008, S. 48-69. 
  • Müller, Rudolf: Die Aufnahme und Integration von Vertriebenen und Flüchtlingen nach 1945 im Landkreis Trier und im Kreis Saarburg. In: Landeskundliche Vierteljahresblätter 57 (2011), S.85-93. 
  • Panagiotidis, Jannis: Postsowjetische Migration in Deutschland. Eine Einführung. Mit einem Vorwort von Sergey Lagodinsky. Weinheim/Basel 2021 (erhältlich auch über die bpb: https://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/506477/postsowjetische-migration-in-deutschland/).
  • Pohl, Karin: Tagungsbericht: Integrationen. Vertriebene in den deutschen Ländern nach 1945, In: H-Soz-Kult, 26.09.2006, URL: www.hsozkult.de/conferencereport/id/fdkn-119984 (zuletzt abgerufen am 11.09.2024). 
  • Scholz, Stephan; Röger, Maren; Niven, Bill (Hrsg.): Die Erinnerung an Flucht und Vertreibung. Ein Handbuch der Medien und Praktiken. Paderborn 2015.
  • Sommer, Michael A.: Flüchtlinge und Vertriebene in Rheinland-Pfalz. Aufnahme, Unterbringung und Eingliederung. (Veröffentlichungen der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz, Bd.15). Mainz 1990.

Stein, Wolfgang Hans: Vertriebene, Flüchtlinge und andere Zonenfremde in Rheinland-Pfalz. In: Heyen, Franz-Josef (Hrsg.): Rheinland-Pfalz entsteht. Beiträge zu den Anfängen des Landes Rheinland-Pfalz in Koblenz 1945-1951 (Veröffentlichungen der Kommission des Landestages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz, Bd. 5) Boppard am Rhein 1984, S. 235-259.

Entortete Menschen? Displaced Persons im Deutschland der Nachkriegszeit

Saison 2 · Épisode 2

samedi 30 septembre 2023Durée

Am Ende des Zweiten Weltkriegs befanden sich viele Menschen in den Besatzungszonen, die nicht von dort stammten und nicht freiwillig dorthin gegangen waren: ehemalige Zwangsarbeiter:innen, Überlebende von Konzentrations- oder auch Kriegsgefangenenlagern, Zwangsverschleppte - und häufig genug Menschen, die entweder nicht ohne Weiteres nach Hause zurückkehren konnten oder dies aus nachvollziehbaren Gründen (etwa wegen der Ausdehnung des sowjetischen Machtblocks) nicht wollten. Wer waren diese Menschen? Wie sahen sie sich selbst? Und auf welcher Quellengrundlage können wir uns überhaupt mit der Geschichte dieser Menschen auseinandersetzen?

Über diese und weitere Fragen unterhalten wir uns in diesem Podcast mit Anne Friedrichs und Christina Wirth vom Sonderforschungsbereich 1482 »Humandifferenzierung« am Institut für Europäische Geschichte Mainz. Auf diese Weise wollen wir auch zur Wiedergewinnung einer relevanten, in der bundesdeutschen Geschichtskultur aber wohl eher verloren gegangenen Geschichte beitragen.

Literaturtipps:

  • Hannah Arendt, Es gibt nur ein einziges Menschenrecht, in: Die Wandlung 4 (1949), S. 754–770.
  • Displaced Person/Flüchtling – wer waren die „Displaced Persons“? Podcast Sone/Solche, Interview mit Christina Wirth. Download: https://www.ub.uni-mainz.de/sites/default/files/2024-08/Sone-Solche_E8-Displaced-Person-Fluechtling-Wer-waren-die-displaced-persons.mp3.  
  • Gerald Daniel Cohen, In War's Wake: Europe‘s Displaced Persons in the Postwar Order, Oxford: OUP 2012.
  • Anne Friedrichs, The re-making of a Europe of differences: Mobile lives and the globalization of categories in revolutionary and post-imperial times (c.1770–1970), in: European Review of History: Revue européenne d’histoire (2014), 1–25. URL:  https://doi.org/10.1080/13507486.2024.2385347.
  • Peter Gatrell, The Making of the Modern Refugee. Oxford 2015.
  • Sebastian Huhn und Christoph Rass: Displacement und Displaced Persons, in: Exil, Flucht, Migration. Konfligierende Begriffe, vernetzte Diskurse?, in: Jahrbuch für Exilforschung (40/2022), S. 38-49.
  • Wolfgang Jacobmeyer, Vom Zwangsarbeiter zum heimatlosen Ausländer. Die Displaced Persons in Westdeutschland 1945–1951, Göttingen 1985.
  • Christina Wirth, Die Befreiung und Kategorisierung jüdischer Frauen in Kaunitz (Westfalen) ab 1945. Ein Fallbeispiel für Differenzierungsprozesse in der Nachkriegszeit. Westfalen/Lippe - historisch. Abgerufen am 14. August 2024 von https://hiko.hypotheses.org/3987.

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