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Explorez tous les épisodes du podcast Bunnybrains - Leben und Schreiben mit ADHS

Plongez dans la liste complète des épisodes de Bunnybrains - Leben und Schreiben mit ADHS. Chaque épisode est catalogué accompagné de descriptions détaillées, ce qui facilite la recherche et l'exploration de sujets spécifiques. Suivez tous les épisodes de votre podcast préféré et ne manquez aucun contenu pertinent.

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#17 Szenen | Was ist beim Schreiben einer guten Szene zu beachten?25 Nov 202400:33:02

Heute geht es um Szenen. Wir tauchen also in ein eher handwerkliches Thema ein und schauen uns an, was eine Szene zur Szene macht, was eine gute Szene braucht, wann Szenen überflüssig sind und was sie von Kapiteln unterscheidet. 


Die drei wichtigsten Erkenntnisse aus der Folge:

  1. Eine Szene ist die kleinste Erzähleinheit. Zeit, Setting, und zentraler Aspekt spielen dabei eine Rolle. Szenen können beliebig in Kapitel unterteilt werden, je nach Gefühl des Autors oder der Autorin. Ex kann lange Kapitel geben, die mehrere Szenen beinhalten, aber auch kurze Kapitel, die nur einen Teil einer Szene erzählen. 
  2. Es gibt einige Elemente, die eine Szene mitbringen sollte. Dabei kommt es aber darauf an, was für eine Geschichte erzählt werden soll. Wir sprechen hier vor allem von Genre-Literatur, da spielen z.B. Spannungsbogen und Konflikt eine Rolle, ebenso wie die Frage, ob die Szene für die Gesamthandlung oder Charakterentwicklung relevant ist.
  3. Ob Szenen vorm oder während des Schreibens erarbeitet werden und wie viel man dabei konkret über bestimmte Elemente und stilistische Mittel nachdenkt ist unterschiedlich. Manche, wie Anne, brauchen sehr viele Runden um eine Szene zu erarbeiten, andere haben ein Gefühl und arbeiten damit. Alles ist ok, wenn am Ende eine gute Szene dabei herauskommt.

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#16 Vom Plotten ins Schreiben | Denkst du eher visuell oder verbal?18 Nov 202400:36:55

Viele von uns kennen das. Man setzt sich zu Beginn seines Romanprojektes hin und skizziert erst einmal einen sogenannten Plot, also eine Übersicht darüber, was tatsächlich in der Geschichte von Anfang bis Ende passiert. Und wenn wir damit fertig sind stehen wir plötzlich vor der Herausforderung, das ganze zu schreiben. Der Wechsel fällt hier oft schwer, da die beiden Prozesse so unterschiedlich sind. Das Plotten ist sehr analytisch und findet in der Vogelperspektive statt, das Schreiben führt einen dagegen in den Kopf der Figuren und lenkt den Fokus auf Details und Emotionen. Wie gelingt hier der Wechsel? Und ist es überhaupt immer ratsam, vor dem Schreiben zu Plotten?

Im Laufe der Folge sind wir ein wenig vom Thema abgekommen, da wir im Gespräch festgestellt haben, wie unterschiedlich unser Denken funktioniert. Wo Anne eher verbale Gedankenstränge hat, denkt Erina in Bildern und anderen Eindrücken. Deswegen haben wir uns darüber ausgetauscht, wie sich das in unserem jeweiligen Schreibprozess widerspiegelt.

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#7 Bewertungen | Wie gehen wir mit Feedback und Rezensionen um?15 Sep 202400:36:40

Wir sprechen in dieser Folge über Bewertungen. Bewertungen gehören für uns als Autor:innen zum Alltag, im Positiven wie im Negativen. Lektorate machen unsere Bücher besser, negative Rezensionen können weh tun. Gerade mit ADHS sind Bewertungen ein sehr sensibles Thema das mit vielen Emotionen verbunden ist.

 

Wir fragen uns deshalb, welchen Wert Rezensionen haben, wie wir mit negativen Bewertungen umgehen können und wie man konstruktive Kritik gibt.


Die drei wichtigsten Punkte aus der Folge:

  1. Rezensionen von Büchern sind nicht immer objektiv. Bewertungen werden aus verschiedenen Beweggründen geschrieben und nicht alle entstehen, um eine ehrliche Meinung zum Buch abzugeben. Wie bei allen Informationen im Internet, sollten wir als Leser:innen auch hier selektieren und darauf schauen, welche Rezensionen für uns relevant sind.
  2. Insbesondere mit ADHS nehmen wir negatives Feedback oft sehr schwer und landen schnell in einer Abwärtsspirale. Es gibt verschiedene Methoden, damit umzugehen, z.B. das Feedback erst einmal eine Weile liegen zu lassen, aktiv um positives Feedback zu bitten oder mit einer vertrauten Person über die negativen Gefühle zu sprechen.
  3. Wenn man selbst Feedback gibt, dann sollte das ehrlich und wertschätzend passieren. Außerdem hilft es zu fragen, welches Feedback eine Person haben möchte. Bei Rezensionen ist das schon komplizierter. Hier gilt vor allem: auf Sachebene bleiben und nicht persönlich werden.

 

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#6 Dialoge | Was unterscheidet einen guten von einem schlechten Dialog?08 Sep 202400:28:39

Die meisten Geschichten haben Dialoge in irgendeiner Form. Doch was unterscheidet einen "guten" von einem "schlechten" Dialog? Wie umgangssprachlich darf es in einem Dialog zugehen? Und welche verschiedenen Zwecke kann ein Dialog verfolgen? Über das alles und noch mehr sprechen Anne und Erina in dieser Folge.



Die drei wichtigsten Punkte:


1. Ein guter Dialog, ganz egal in welchem Genre, zeichnet sich dadurch aus, dass er den Lesefluss nicht stört. Er erfüllt immer einen Zweck und die Figuren, die daran teilnehmen, haben ihre eigene Agenda, sie verfolgen eigene Ziele und sagen nicht einfach nur plump, was der Autor oder die Autorin jetzt gerade dem Publikum mitteilen möchte.
2. Ein Dialog kann natürlich Umgangssprache enthalten. Es sollte nur immer authentisch und lesbar sein. Da man hier nicht genau weiß, wen man im Publikum vor sich hat, sollte man hiermit, wie bei allen Sachen, eher sparsam und gezielt umgehen.

3. Ein Dialog kann verschiedene Zwecke erfüllen. Er kann die Beziehung zwischen Charakteren darstellen, ein strategisches Gespräch über den weiteren Vorgang beinhaltet, einen entspannenden Effekt haben, reflektierend sein. Ganz egal, welchen Zweck man mit dem Dialog, als Autor oder als Autorin verfolgt, man muss man sich darüber im Klaren sein und den Dialog dementsprechend schreiben.
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Bücher dieser Folge (Spoilerwarnung):
» Game of Thrones
» House of the Dragon
» Wolkenschloss von Kerstin Gier
» Der Pfau von Isabel Bogdan
» Holzfällen von Thomas Bernhardt
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#5 Trendthema ADHS | Haben wir nicht alle ein bisschen ADHS? 01 Sep 202400:30:21

In dieser Folge sprechen wir über das Thema ADHS bzw. über das Phänomen, dass immer mehr Menschen die Diagnose bekommen und gerade in den sozialen Medien Tipps zur Selbstdiagnose oder zum Umgang mit ADHS aufploppen und das Thema sich zu einer Art „Trend“ entwickelt.


Wir sprechen darüber, was es heißt ADHS zu haben und warum die Störung relevant ist. Wir stellen uns die Frage ob wir nicht alle ein bisschen ADHS haben, warum Diagnostik wichtig ist und wo Interesse aufhört und Selbstdiagnose anfängt. 


Disclaimer: Wir sind keine ausgebildeten Ärztinnen, Psychiaterinnen oder Psychologinnen. Wir sprechen hier über unsere Erfahrungen, Meinungen und das, was wir uns angelesen haben. Wenn ihr glaubt, dass bei euch ADHS vorliegen könnte, dann wendet euch für einen differenzierte Diagnostik bitte an einen Fachmenschen.


Die drei wichtigsten Punkte aus der Folge:

  1. ADHS ist momentan gerade in den sozialen Medien wahnsinnig präsent. Das heißt nicht, dass plötzlich alle ADHS haben. Viele Dinge spielen in der Diagnostik eine Rolle, vor allem auch der Leidensdruck. Die meisten, die ihre Diagnose erst im Erwachsenenalter bekommen, haben eine lange Leidensgeschichte hinter sich und diverse andere Diagnosen bekommen. 
  2. Eine Diagnose ist nicht das Endziel. Die Diagnose ist wichtig, um die richtige Behandlung zu bekommen, um im Leben mit ADHS umgehen zu können, aber auch um andere Erkrankungen auszuschließen, die ggf. behandelt werden sollten.
  3. Wenn man sich fragt, ob man ADHS hat, dann passiert das, weil man ein Problem hat, Halt oder eine Lösung sucht. Eine Selbstdiagnose und die Auseinandersetzungen mit dem Thema kann ein wichtiger Schritt sein, sollte aber trotz langer Wartezeiten von einem Fachmenschen abgeklärt werden.


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#4 Buchclub | Wie gut sind die Twists in "Wenn sie wüsste" von Freida McFadden?25 Aug 202400:32:42

Das Buch „Wenn sie wüsste“ von Freida McFadden steht weltweit auf den Bestseller-Listen und ist der Auftakt zur Reihe „The Housemaid“. Die Leser:innen sind vor allem begeistert von den Twists.


Grund genug, das Buch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wie haben uns die Twists gefallen? Haben sie uns überrascht und warum oder warum nicht? Was denken wir über die Struktur des Buchs und wie geht die Autorin mit dem Thema psychische Krankheiten um?

 

Spoilerwarnung: In dieser Folge verraten wir Ende, Twists und andere Details. Falls ihr das Buch also noch lesen möchtet, dann hört die Folge lieber erst nach der Lektüre.

 

Die wichtigsten drei Punkte aus der Podcast-Folge:

  1. Obwohl die Twists viele Leser:innen von den Socken gehauen und dem Buch zu seinem Erfolg verholfen haben, haben sie uns nicht wirklich überrascht. Dafür waren uns bestimmte Darstellungen einfach zu offensichtlich. Spannend war das Buch trotzdem.
  2. Die Nutzung verschiedener Perspektiven, bei der eine Perspektive bis zur Mitte des Buches zurückgehalten wird ist ein interessantes Instrument, um Spannung zu erzeugen bzw. aufrecht zu erhalten. Das wurde hier gut umgesetzt.
  3. Der plakative Umgang mit psychischen Erkrankungen passt zwar zur Handlung, den Twists und den Charakteren, ist für uns aber trotzdem kritisch zu betrachten. Die Darstellung hinterlässt einen Nachgeschmack, weil die Autorin unserer Meinung nach die Chance versäumt hat, Stigmatisierung zu thematisieren.


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#3 Ende | Was macht ein gutes Romanende aus?18 Aug 202400:30:15

Wenn man einen Roman schreibt, dann kommt man unweigerlich irgendwann an den Punkt, wo man ihn auch beenden muss. Aber was gibt es da zu beachten? Was sind die Schwierigkeiten? Und wie geht man vor?

Über diese Fragen sprechen Anne und Erina in der #3 Folge des Bunnybrains Podcast.


Ihr wollt in die Unterhaltung einsteigen? Macht dies gerne in der Kommentarfunktion unserer Website oder auf Instagram.


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Bücher/Filme/Serien dieser Folge (Spoilerwarnung):
» Das Ende von Harry Potter » Vicky Cristina Barcelona » Game of Thrones » Herr der Ringe » Roald Dahl - Die Wirtin » Ulf Kvensler - Der Ausflug » Castle » How I Met Your Mother
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#2 Plotbunnies | Wie viele Projekte kann man auf einmal schreiben?11 Aug 202400:29:35

Als Autorinnen mit ADHS und zu vielen Ideen verzetteln wir uns gerne mal. Warum? Weil wir vielen niedlichen Hasen hinterherjagen, anstatt ordentlich ein Projekt nach dem anderen abzuarbeiten.


Die drei wichtigsten Punkte aus der Folge:

  1. Der Impuls mehrere Dinge parallel zu verfolgen entsteht oft durch ein vermeintliches Gefühl von Sicherheit. Wenn man z.B. mehrere Dinge parallel verfolgt, dann ist es nicht so schlimm, wenn eines der Projekte scheitert. Aber auch ADHS-Symptomatik spielt hierbei eine Rolle, genauso wie Aspekte unserer Sozialisierung.
  2. Priorisierung und Fokus sind wichtig um Ziele zu erreichen und Überforderung und Stress entgegen zu wirken. Es ist aber auch völlig in Ordnung, an mehreren Projekten gleichzeitig zu arbeiten und der Kreativität freien Lauf zu lassen. Für unterschiedliche Menschen funktionieren in unterschiedlichen Phasen unterschiedliche Dinge.
  3. Gegen das eigene Gehirn zu arbeiten blockiert. Letztendlich ist alles eine Frage der Ressourcenverteilung. Wenn man mehrere Plotbunnies beherbergt, dann bekommt jedes einzelne weniger Futter und wächst weniger schnell. Aber auch dieses Vorgehen kann letztendlich zielführend sein.


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#1 Vorstellung | Wer sind wir, was wollen wir, was bieten wir?05 Aug 202400:23:23

Hier findest du Gespräche über das Leben und Schreiben mit ADHS, über Psychologie, Bücher und alles, was uns bewegt. Neue Folgen gibt es immer Montags.

Wir wollen Mehrwert bieten.

Dabei gehen wir so tief, wie 30 Minuten Zeit es erlauben.

Bei uns gibt es Persönliche Einblicke, Ermutigung für Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit oder ohne ADHS, Tipps zur Selbstorganisation, zur Motivation und zum Umgang mit dem eigenen Gehirn.
Wir sinnieren über das Schreibhandwerk, sprechen über Psychologie und Bücher.

Versprecher, verlorene Faden und Zungendreher bleiben erhalten. Sie sind Teil von uns. Und wir sind zu faul, sie alle rauszuschneiden.

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Trailer | Was euch hier erwartet17 Jul 202400:03:10

Willkommen bei den Bunnybrains. Wir sind Anne und Erina und wir sprechen in unserem Podcast über das Schreiben. Meistens. Manchmal auch über andere Dinge. Wie zum Beispiel Eichhörnchen.

Wir gehen kompakt und auf den Punkt in die Tiefe. Unsere Gespräche finden auf Augenhöhe mit unseren Hörer:innen statt. Wir wissen es schließlich auch nicht besser.

Der Podcast erscheint immer montags. Wenn wir es nicht vergessen.


Music by Mattes Wissing - https://www.matteswissing.de/

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#15 Buchclub | Wie ist der Genremix in Sarah Pinboroughs "Sie weiß von dir" umgesetzt?11 Nov 202400:34:01

Es gibt wieder eine Buchclub Folge. Dieses Mal sprechen wir über „Sie weiß von dir“ von Sarah Pinborough. In diesem Thriller geht es im Louise, die eine Affäre mit einem Mann anfängt, der sich dann als ihr Chef herausstellt und auch noch verheiratet ist. 

Und mit seiner Frau freundet sich Louise zufällig auch an. Die hat allerdings eine düstere Agenda.

Achtung Spoiler Alarm: Wir fassen die Handlung am Anfang der Folge so gut es geht zusammen und verraten die größten Twists inklusive der Auflösung. Wir unterhalten uns über das Genre, die Perspektiven und Show don’t tell und gehen in der Diskussion vor allem auch auf die Auflösung ein. Wenn du das Buch noch nicht gelesen hast, es aber gern lesen möchtest, dann höre die Folge lieber nach der Lektüre.


Unsere drei wichtigsten Erkenntnisse aus der Folge:

  1. Der Genremix zwischen Thriller und Fantasy bzw. Horror ist Geschmackssache. Die übernatürlichen Elemente werden in der Handlung gut eingeführt und vorbereitet, aber nicht auserklärt, was insbesondere für Horrorfans unbefriedigend sein kann. Auch dass man ohne das Wissen um die übernatürlichen Elemente nicht selbst auf die Auflösung kommen kann, kann das Lese-Erlebnis schmälern. Allerdings sorgt gerade die Sprengung der Genregrenzen für einen sehr guten Twist.
  2. Die Wahl der Perspektiven ist in diesem Roman sehr gut getroffen. Sowohl die Wahl der Perspektivfiguren, als auch von personalem und Ich-Erzähler unterstützen die Geschichte inhaltlich. 
  3. Gerade Louise denkt ein bisschen viel darüber nach, was sie gerade erlebt, dadurch doppeln sich show und tell an einigen Stellen. Es wird etwas erklärt, das dann nochmal gezeigt wird und umgekehrt. Dadurch können beim Lesen Längen entstehen. 


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#14 Bauchgefühl | Wann ist es sinnvoll auf die eigene Intuition zu hören?04 Nov 202400:37:15

Manche Entscheidungen treffen wir mit dem Bauch, andere mit dem Kopf. Anne fällt es oft schwer zu entscheiden, wann was besser ist. Entweder weil ihr Kopf ihren Bauch übertönt oder weil das Bauchgefühl gar kein Bauchgefühl ist, sondern Angst. Deswegen sprechen wir in dieser Folge darüber, was ist dieses Bauchgefühl eigentlich ist und welche Mechanismen dahinter stecken. Wann ist es sinnvoll dem eigenen Instinkt zu vertrauen, wann sollten wir eher auf andere hören? Wie trifft man die „richtige“ Entscheidung? Und gibt es das überhaupt?


Die drei wichtigsten Punkte aus der Folge:

  1. Das Bauchgefühl ist der Teil unseres Gehirns der sehr schnell Informationen auswertet ohne den Umweg über unser Bewusstsein zu gehen. Dabei werden vergangene Erfahrungen ebenso einbezogen, wie Kontextinformationen. Das Ganze ist also keine magische Eingebung, sondern unbewusste Informationsverarbeitung. Je mehr Vorerfahrungen wir in einer Situation haben, desto verlässlicher ist das Bauchgefühl.
  2. Es ist wichtig zu unterscheiden, ob die Stimme in unserem Kopf unsere eigene ist, oder die einer anderen Person. Und ob wir eine Entscheidung treffen, weil wir etwas vermeiden, oder weil es tatsächlich eine gute Idee ist. Es gibt viele Aspekte, die hier eine Rolle spielen und vielleicht auch verschiedene Ebenen von Bauchgefühl. Vielleicht hilft ein Bauchgefühl für das Bauchgefühl?
  3. Es ist immer besser eine Entscheidung zu treffen, als sie nicht zu treffen, weil wir uns nur dann vorwärts bewegen, wenn wir etwas entschieden haben. Wenn es doch nicht die beste Lösung war, dann haben wir immerhin etwas dazu gelernt, das bringt uns auch weiter. 


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#13 Schreiben im Alltag mit ADHS unterbringen | Wie gelingt es dir?28 Oct 202400:39:09

Egal, ob man einen Brotjob nebenbei hat oder ob man Vollzeit schreibt, manchmal ist es gar nicht so leicht, das Schreiben im Alltag mit oder ohne ADHS unterzubringen.

Was sind dabei mögliche Störfelder, die durch ADHS entstehen? Wie bringen wir persönlich das Schreiben im Alltag unter? Sind Routinen und Pläne dabei ein Muss oder eher ein Hindernis? Das und mehr erfahrt ihr in unserer 13. Folge.


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#12 Hart vs. Cosy | Werden Thriller immer härter und was hat es mit Cosy Crime auf sich?20 Oct 202400:33:41

Wir sprechen darüber, dass Genres wie Thriller oder Horror gefühlt immer härter, expliziter und brutaler werden. Wer liest das? Warum ist das so beliebt? Und ist „Härte“ einfach nur ein Trick, um es beim Schreibhandwerk nicht so genau nehmen zu müssen? Auf der anderen Seite werden auch Cosy Genres immer beliebter, wie Cosy Crime oder Cosy Fantasy, wo die Einsätze niedrig sind und die gemütliche Atmosphäre im Vordergrund steht. Ist das der Gegenentwurf zu den immer härteren Geschichten? Und was ist eigentlich mit dem Bereich dazwischen?


Die drei wichtigsten Erkenntnisse aus der Folge:

  1. Wir lesen Geschichten gern, in denen es hart zugeht, weil wir so sicher im Sessel sitzend unsere Grenzen austesten können. Um die Grenzen des Genres zu erweitern muss hart immer härter werden. Schließlich muss das letzte „härteste“ was du je gelesen hast übertroffen werden. Allerdings kommt wahrscheinlich irgendwann ein Wendepunkt, wo Leser:innen übersättigt davon sind und Spannung wieder eher auf anderem Weg erzeugt werden muss.
  2. Brutalität wirkt oft erst einmal wie Effekthascherei und wird vor allem im Marketing eingesetzt, um Leser:innen zu finden. Aber auch extreme Darstellungen muss man schreiben können, es gehört ein gewisses Verständnis der menschlichen Psyche und menschlicher Reaktionen dazu, so etwas schreiben zu können.
  3. Cosy ist ein Gegenentwurf zu extremen und vor allem triggernden Geschichten. In Cosy Geschichten ist man beim Lesen sicher. Nichts Schlimmes passiert, die Fallhöhe ist nicht allzu hoch und es gibt sicher ein Happy End. Es geht mehr um das gute Gefühl, als um die Spannung.


Bücher dieser Folge (Spoilerwarnung): » Die drei Sonnen (Cixin Liu) Du möchtest uns erreichen? » Instagram: @bunnybrains.podcast » E-Mail: hallo@bunnybrains.de » Website: www.bunnybrains.de Du möchtest uns einen Kaffee spendieren? » Ko-Fi: ko-fi.com/bunnybrains

#11 Opferhaltung mit ADHS | Wer trägt die Schuld?14 Oct 202400:35:02

Wir alle kennen das sicher: manchmal ist die ganze Welt gegen einen und man hat das Gefühl, es gibt gute Gründe dafür, warum man die Dinge nicht tun kann oder warum sie einem nicht gelingen und diese Gründe liegen außerhalb von einem selbst. Man ist in der sogenannten "Opferhaltung". Wir sprechen in dieser Folge darüber, ob Menschen mit ADHS vermehrt zur Opferhaltung neigen oder nicht, und wenn ja, warum das eventuell so ist. Wir überlegen, ob Opferhaltung tatsächlich immer nur etwas Schlechtes ist oder ob sie in manchen Situationen einen Zweck erfüllt. Und wir stellen uns der Frage, warum es überhaupt wichtig ist, herauszufinden, wer die Schuld hat und was wir statt der Klärung der Schuldfrage tun können.
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#10 Buchclub | Funktioniert das offene Ende von "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" von Håkan Nesser?07 Oct 202400:29:20

Das Buch „Kim Nowak badete nie im See von Genezareth“ von Håkan Nesser ist langsam erzählt und setzt einige Elemente ein, um dennoch Spannung zu erzeugen. Ob das funktioniert und wenn ja, wie, darüber scheiden sich die Geister. Neugierig geworden? Dann hör rein in unsere 10. Folge.

Das Buch erzählt die Geschichte des 14-jährigen Erik und seines Sommers im Jahr 1962, den er mit seinem Freund Edmund und seinem älteren Bruder Henry in einem Ferienhaus verbringt. Die unbeschwerten Tage werden von einem mysteriösen Mord überschattet, der das Leben der Jungen tiefgreifend beeinflusst und von dem Erik rückblickend als Erwachsener erzählt. Das Buch ist eine Mischung aus Coming-of-Age-Roman und Krimi, in dem Themen wie Schuld, Verlust und das Erwachsenwerden im Mittelpunkt stehen.

Bücher dieser Folge (Spoilerwarnung):
» "Kim Novak badete nie im See von Genezareth" von Håkan Nesser

» "Die Leiche" von Stephen King (Verfilmung: "Stand by me" von Rob Reiner » "Wer die Nachtigall stört" von Harper Lee

» "Harry Potter" von J.K.Rowling


Blog, von dem wir den Buchvorschlag haben: » https://www.instagram.com/in_buechern_leben/
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#9 Schreibtheorie | Wann ist die Auseinandersetzung mit Theorie sinnvoll?29 Sep 202400:28:44

Romane zu schreiben ist ein kreativer Prozess, eine Kunst. Wie bei anderen Künsten zum Beispiel Malerei oder Musik, gehört auch ein gewisses Maß an Handwerk dazu, ein Werk zu erschaffen. Beim Schreiben gibt sehr viele Quellen zur Theorie: Bücher, Online-Kurse, ganze Studiengänge.


Aber müssen wir uns wirklich mit Theorie auseinandersetzen? Gibt es ein zu viel an Theorie? Und wann im Schreibprozess sollten wir unser theoretisches Wissen an besten anwenden?


Die drei wichtigsten Punkte aus der Folge:

  1. Schreibtheorie kann dabei helfen, ein besseres Gefühl dafür zu bekommen wann und warum Texte funktionieren. Wie bei anderen Künsten auch kann es hilfreich sein, sich mit der Theorie auseinanderzusetzen, um Fortschritte zu machen. Es ist aber kein Muss. Auch Lesen oder ein Lektorat einarbeiten können helfen, die Fähigkeiten zu verbessern.
  2. Wenn der Konsum von Theorie zur Vermeidungsstrategie wird, dann ist es besser, sich ein Weile davon fernzuhalten. Theorie sollte beflügeln, nicht hemmen.
  3. Theorie kann beim Planen eines Romanes helfen, wenn man das gelernte sofort anwendet. Auch in der Überarbeitung ist die Anwendung von Theorie sinnvoll, um den Text zu verbessern. Während des Schreibens der Rohfassung blockieren zu viele Methoden eher.

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#8 Ableismus | Wie "positiv" darf man ADHS betrachten?23 Sep 202400:40:08

Der Begriff "Ableismus" beschreibt eine (systematische) Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen.


Obwohl das Thema zu politischen Debatten einlädt, gehen wir nicht in der Tiefe auf diesen Aspekt ein. Vielmehr reflektieren wir, wie wir selbst über Menschen mit ADHS und unsere eigene Erfahrung sprechen.


Wie positiv darf man ADHS eigentlich betrachten? Wie genau sieht Ableismus bei ADHS aus? Und wie wird es in Literatur und Film dargestellt?


All das und mehr besprechen wir in unserer Folge #8.


Ein Hinweis: Wir sind keine ausgebildeten Psychiaterinnen Psychologinnen oder Psychotherapeutinnen. Wenn ihr aus irgendeinem Grund den Verdacht habt, dass ihr vielleicht ADHS haben könntet, dann wendet euch bitte an einen Experten oder eine Expertin.
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#73 Juryarbeit | Was können wir als Autor:innen aus der Arbeit einer Buchjury lernen?09 Mar 202600:34:50

Die heutige Folge weicht vom Format her ein wenig vonunseren anderen Folgen ab. Das liegt daran, dass es kein freies Gespräch ist, sondern ein Interview.

Wie ihr euch vielleicht erinnert, hatte ich vor zwei Wochen bereits Ela und Anne zu Gast, in deren Anthologie ich eine Kurzgeschichte veröffentlichen durfte. Damals habe ich als Teilnehmerin gespannt von außen auf den Prozess geschaut, wie man aus einer Menge an Texten die passenden auswählt. In dieser Folge erzähle ich von meinen Erfahrungen auf deranderen Seite – als Jurymitglied eines Buchpreises.

Der Wortwelten Buchpreis wurde im Rahmen der gleichnamigen Buchmesse in Münster im November 2025 verliehen. Dafür habe ich (Erina) als Jurorin viele verschiedene Texte gelesen, manche nur in Teilen, manche ganz, und mir ist aufgefallen, dass mir einige wesentlich besser gefallen haben als andere. Obwohl wir ein vorgegebenes Punktesystem hatten, habe ich mich gefragt, was meine persönlichen Bewertungskriterien sind und wie konkret sie sich äußern.Ein wichtiger Punkt – wie ihr noch öfter hören werdet – ist die Immersion – also wie sehr die Geschichte mich einnimmt und vergessen lässt, dass ich eine Geschichte lese. Zu dem Thema wird es auch noch eine eigenständige Folge geben.

Welche Elemente haben gut funktioniert, welche weniger gut? Was hätten einige Texte besser machen können? Was haben andere besonders gut gemacht? Was können wir als Autorinnen von diesen Erfahrungen für unser eigenesSchreiben lernen?

Bücher:» Welcome to my Ghost World vonCatherine Strefford

 

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#72 Gamification | Kann man aus dem Leben mit ADHS ein Spiel machen?23 Feb 202600:34:23

Ich liebe kleine Spiele. Manchmal ein bisschen zu sehr. Ich kann stundenlang Tetris spielen und mich an meinem eigenen Highscore messen. Aber man kann diese Affinität ja auch für seine Zwecke nutzen. Stichwort: Gamification.

Wenn eine Aufgabe zu langweilig ist, dann machen wir ein Spiel draus. Sticker kleben, Wettbewerbe, lustige Apps mit bunten Bäumen, auszubrütenden Eiern oder rennenden Zombies. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich das Leben ein bisschen spielerischer zu gestalten.

Deswegen reden wir in dieser Folge darüber, warum das funktioniert, was wir schon ausprobiert haben und was für Gefahren dabei bestehen können.  


3 Punkte aus der Folge:

  1.  Gamification kann langweilige oder auch langwierige Aufgaben spannender machen. Dabei gibt es verschiedene Mechanismen. Manche Gamification-Ansätze nehmen einem Entscheidungen ab, andere machen Fortschritt sichtbar oder arbeiten mit Belohnungen und kurzer Feedback-Schleife. Meistens funktionieren die Methoden aber leider nur für eine Weile, bevor sie dem ADHS-Gehirn langweilig werden.
  2. Wir haben schon eine ganze Menge Gamification Ansätze ausprobiert. Von Apps über Wettbewerbe und Challenges bis hin zu selbst gebauten Systemen. Es kann helfen, dem Dopamin zeitweise ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Es gibt diverse Angebote und Möglichkeiten, die unterschiedlich lange Wirkung zeigen.
  3. Man sollte sich nicht zu sehr auf Gamification verlassen, um sein Leben in den Griff zu kriegen. Es ist ein hilfreicher Ansatz, aber auch nicht ohne Schwierigkeiten. Manchmal vergessen wir zum Beispiel, um was es eigentlich geht und spielen nur noch das Spiel. Dann verlieren wir den Kontakt zu unseren Projekten, geben beim ersten Hindernis auf oder biegen alles so hin, dass es zum Gamification-Ansatz passt. 


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#63 Smalltalk | Warum ist die Frage "Wie geht es dir?" so schwer zu beantworten?15 Dec 202500:38:36

Ach Mensch, du auch hier? Voll schön, dich zu sehen. Wie geht es dir denn? Willkommen beim Bunnybrains Podcast, wo wir über das Leben und Schreiben mit ADHS sprechen. Und über Small Talk. Zwar nur heute, aber dafür in paradoxer Tiefe. Wie stehen wir zu Small Talk? Wie beantwortet man die Frage „Wie geht es dir“ richtig? Welche Fragen kann man stattdessen stellen? Und wie kann man Small Talk so steuern, dass er einem vielleicht sogar Spaß macht? Über all das und mehr sprechen wir in der 63. Folge. Also komm rein, nimm einen Keks und eine unangenehme Sitzposition ein und lerne, wie man Small Talk nicht hält.


#podcastüberadhs #autorinnenleben #smalltalk #lebenmitadhs


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#62 Buchclub | Wie erzählt Richard Osman im „Donnerstagsmordclub“ stimmig aus mehreren Perspektiven?08 Dec 202500:31:49

Wir haben den Donnerstagsmordclub von Richard Osman gelesen, den Auftakt zu einer Cosy Crime Reihe, an der man kaum mehr vorbeikommt. Wir wollten wissen, was so besonders an der Geschichte um vier ermittelnde Rentner:innen ist und ob wir uns der allgemeinen Begeisterung anschließen. 

Worum geht's? In der Seniorenresidenz Coopers Chase tagt wöchentlich der Donnerstagsmordclub, bestehend aus Geheimagentin Elizabeth, Psychiater Ibrahim, Gewerkschaftsführer Ron und Krankenschwester Joyce. Eigentlich bearbeiten sie ungelöste Mordfälle zum Spaß – aber dann passiert ein Mord direkt vor ihrer Haustür und natürlich lassen sie es sich nicht nehmen, sich ein bisschen einzumischen.

 

Wie hat uns der Roman gefallen?

  • Richard Osman hat es geschafft, mit der Gruppe ermittelnder Rentner:innen eine Cosy Crime Reihe zu schreiben, die leicht und zugänglich ist und Humor hat, sich gleichzeitig aber auch traut sich tiefer mit verschiedenen Facetten des Themas Tod auseinanderzusetzen. Neben den liebenswürdigen und einprägsamen Charakteren war es das, was uns am meisten begeistert hat.  
  • Durch die vielen Charaktere, Geschichten, Perspektiven und Red Herrings wird es mitunter allerdings auch ein wenig verwirrend. Die vielen Nebenstränge passen zum Roman und bauen eine runde und greifbare Welt auf, machen die Geschichte aber manchmal ein kleines bisschen langsatmig.
  • Der Roman wird aus sehr vielen verschiedenen Perspektiven erzählt. Uns ist kaum eine Haupt- oder Nebenfigur eingefallen, die nicht an irgendeiner Stelle ein Perspektivkapitel bekommen hat. Deswegen hat die Erzählung, obwohl sie technisch im Ich- bzw. personalen Erzähler geschrieben ist, fast etwas Auktoriales. Wir bekommen dadurch das Gefühl, das hier wirklich eine Gruppe ermittelt und einen Einblick in die Gemeinschaft der Seniorenresidenz. Wir sehen: Hinter allen Figuren steckt eine Geschichte, niemand ist einfach nur Randfigur. Und dadurch stecken wir selbst mitten drin. 

 

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#61 Spaß am Schreiben (2) | Wieso macht Schreiben manchmal keinen Spaß und wie findet man den Spaß wieder?01 Dec 202500:38:40

Schreiben macht Spaß. Darüber haben wir in der letzten Folge ausführlich gesprochen und ich war nach der Aufnahme richtig motiviert. Aber leider ist das nicht an allen Tagen so. Oft genug sitzen wir da und sind frustriert, der Text will nicht, wir haben keine Energie und überhaupt ist alles doof. In dieser Folge, Teil 2 zum Thema Spaß am Schreiben, sprechen wir deswegen über die Kehrseite. Warum macht Schreiben oft keinen Spaß, obwohl wir es doch freiwillig machen? Wieso verlieren wir den Spaß am Schreiben und wie können wir ihn zurückgewinnen?

 

Drei Erkenntnisse aus der Folge:

  1. Sobald man nicht mehr nur für sich, sondern für ein potenzielles Publikum schreibt, macht das Schreiben nicht immer Spaß. Wenn ein Kapitel nicht so will wie wir, wenn Ängste sich breit machen, vor Kritik oder davor, dass das alles nirgendwo hinführt, dann muss man sich manchmal ganz schön zwingen, trotzdem dran zu bleiben. Das gehört dazu und durchhalten lohnt sich trotzdem. Nur wenn wir weitermachen, dann können sich auch die schönen Seiten des Schreibens wieder zeigen. 
  2. In verschiedenen Situationen können verschiedene Dinge dafür sorgen, dass wir den Spaß am Schreiben verlieren oder wiederfinden. Ob es gerade Freiheit oder Deadlines sind, einfach weitermachen oder nochmal in die Planung des Textes gehen, das merkt man meistens nur durch Ausprobieren. Klar ist aber: Wenn es uns nicht gut geht, wir gestresst sind oder angeschlagen, dann macht auch das Schreiben in der Regel keinen Spaß. Wir sollten uns also immer gut um uns und unser Wohlbefinden kümmern. 
  3. So langweilig es klingt: Routine kann dabei helfen, den Spaß am Schreiben wiederzufinden. Wenn wir tief in unseren Projekten drinstecken, Sicherheit in unseren Prozessen haben und wissen, dass wir uns selbst und unsere Romane ernst nehmen, dann fällt uns das Schreiben oft leichter. Und wenn Schreiben leicht ist, dann macht es am meisten Spaß!


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#60 Spaß am Schreiben (1) | Wann hast du Spaß am Schreiben?24 Nov 202500:35:55

Manchmal macht Schreiben keinen Spaß. Wir wissen das. Wir lamentieren oft genug darüber. Also warum quälen wir uns, warum schreiben wir überhaupt? Die Antwort ist, weil es uns hin und wieder tiefe Befriedigung gibt. Diese Folge soll uns – und euch – daran erinnern. Sie soll motivieren, erfreuen und den Funken wieder erwecken, wenn man gerade kurz davor ist, alles hinzuwerden und Llamazüchter zu werden. In Phasen des Frustes surfe ich oft im Internet rum, auf der Suche nach anderen Schriftsteller:innen, die mir Motivation schenken. Heute wollen wir diese Autorinnen sein.

#autorinnenleben #autorinmitadhs #adhspodcast #schreibmotivation


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#59 Medikamente | Welche Erfahrungen hast du mit ADHS Medikamenten gemacht?17 Nov 202500:56:12

In dieser Folge berichten wir von unseren persönlichen Erfahrungen, welche Medikamente wir bereits genommen haben und wie wir die Wirkung erlebt haben.

Sascha J. Dorn hat uns über Instagram kontaktiert und gebeten, eine Folge über unsere Erfahrungen mit ADHS-Medikamenten aufzunehmen. Da sie selbst ADHS hat und in ihrem Leben verschiedene Medikamente ausprobiert hat, haben wir sie kurzerhand in die Folge eingeladen und sind sehr glücklich darüber, dass sie der Einladung gefolgt ist.

(PSST: Ihr könnt noch bis zum 20.11.2025 für ihren Hör-Adventskalender für Kinder ab 5 Jahren anmelden. https://saschajdorn.ch/adventskalender/ - Die Anmeldung ist kostenlos, aber eine Spende wird immer gerne gesehen. Und falls ihr es verpasst habt: nächstes Jahr gibt es einen Neuen. :))

#adventskalender #podcastüberadhs #schreibenundadhs #autorinnenleben #adhsmedikamente


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#58 Selbststrukturierung | Wann braucht es Nachsicht, wann Konsequenz?03 Nov 202500:45:19

Wenn man ein Buch schreibt, dann sitzt einem am Anfang selten eine Agentur oder ein Verlag im Nacken. Niemand wartet auf das Buch, niemandem fällt auf, wenn wir einen Monat länger brauchen, als wir uns vorgenommen haben – oder auch ein Jahr, solange wir niemandem von unseren Plänen erzählen. Wir sind selbst dafür verantwortlich, dran zu bleiben, durchzuhalten, uns aber gleichzeitig auch nicht zu übernehmen und über unsere Kräfte zu gehen. Gerade mit ADHS ist das Thema Selbststrukturierung, wenn man von außen keine Vorgaben bekommt, schwierig. Wann sollten wir konsequent sein und auch Dinge tun, auf die wir gerade keine Lust haben, und wann ist es an der Zeit, nachsichtig zu sein und sich nicht dafür zu verurteilen, dass man etwas schon wieder nicht geschafft hat?

 

Ein paar Gedanken aus der Folge:

  1. Sich selbst ohne äußeren Kontext zu organisieren ist schwierig. Das gilt nicht nur für Menschen mit ADHS, hier aber besonders. Eins der Probleme ist, dass externe Belohnung oder Bestrafung wegfallen. Es macht nichts, wenn man später anfängt oder Aufgaben gar nicht erfüllt. Wenn man seine Ziele nicht kommuniziert, dann fällt das nicht Nicht-Erreichen gar nicht auf. Außerdem ist eine Sache, Ziele zu setzen und Pläne zu machen, eine ganz andere, diese Pläne dann auch einzuhalten und die Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.
  2. Die Balance zwischen Nachsicht und Konsequenz zu finden ist nicht leicht. Aber es gibt ein paar Punkte, an denen man ansetzen kann, um zu schauen, was momentan vielversprechender ist. Drücke ich mich davor, mich überhaupt erst an eine Aufgabe zu setzen, oder blockiere ich, wenn ich davorsitze? Verschiebe ich eine Aufgabe immer wieder oder habe ich an einem einzelnen Tag keine Motivation oder Kraft dafür? Wenn man ehrlich zu sich ist, dann erkennt man meistens, was man braucht.
  3. Nachsicht und Konsequenz sind keine Gegenteile, sondern erfüllen beide langfristig dieselbe Funktion. Nachsicht schützt uns davor, uns zu übernehmen und auszubrennen, Konsequenz sorgt dafür, dass wir unsere langfristigen Ziele erreichen. Beide schützen uns und unsere Ziele, das eine schützt vor Überlastung und das andere vor Orientierungsverlust. Und es ist möglich beides zugleich zu praktizieren. 


Annes YouTube-Kanal, auf dem ihr sie ab nächstem Jahr auf ihren Reisen als Autorin begleiten könnt: https://www.youtube.com/@anne.solveig.autorin


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#57 Leistungs- und Konformitätsdruck | Was schuldet man der Gesellschaft?20 Oct 202500:50:36

„Müßigang ist aller Laster Anfang.“ So heißt es häufig undfür viele Menschen ist dies eine Botschaft, die sie früh verinnerlicht haben. Man muss leisten, um einen Wert zuhaben, um etwas zu verdienen – sei es Geld, Ansehen oder sogar Rechte. Doch was bedeutet Leistung überhaupt? Kann sie losgelöst von der Leistung anderer bewertet werden oder ist sie in ihrem Kern hierarchisch? Was genau schuldet man der Gesellschaft? Und was ist im Gegensatz dazu Faulheit – wunderschön oder Charakterschwäche?


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#56 Wachstum | Wie wichtig ist persönliches Wachstum wirklich?06 Oct 202500:45:36

Neulich saß ich auf dem Sofa und aus heiterem Himmel dachte ich: Ich bin jetzt bereit für Wachstum. Irgendwie hatte ich das Gefühl, die Version von mir, die da saß platzte aus allen Nähten, will mehr und kann auch mehr erreichen. Deswegen habe ich sofort Erina geschrieben und gesagt, dass wir dringend über das Thema Wachstum sprechen müssen.

Denn so wichtig und grundlegend Wachstum für uns Menschen ist, so viele Tücken und Gefahren birgt sie auch. Deswegen beschäftigen wir uns in dieser Folge mit der Frage, was Wachstum eigentlich ist, wann Wachstum angebracht ist und was es mit der Komfortzone auf sich hat.


Die Folge ist länger geworden als üblich und auch länger als erwartet. Das liegt daran, dass das Thema so viele Aspekte mit sich bringt, über die es sich nachzudenken lohnt. Es fällt mir auch ein bisschen schwer, die Folge in drei Punkten zusammenzufassen, deswegen lasse ich hier vieles, über das wir gesprochen habe, weg, und picke einfach mal drei Punkte heraus.

  1. Wir haben die These aufgestellt, dass Wachstum aus Leidensdruck entsteht. Wenn alles in Ordnung ist und wir uns genauso wohlfühlen, wie alles ist, dann haben wir keinen Grund, irgendetwas zu verändern. Aber manchmal wird uns die Komfortzone einfach zu eng, und dann meldet sich das Bedürfnis nach etwas Neuem. Genauso wie unser Körper ist auch unser Geist faul, er wächst nur so viel, wie nötig.
  2. Wachstum existiert nur im Kontext. Zeit, Umgebung, Bedingungen, Situationen – das alles hat einen Einfluss darauf, wie wir wachsen und vor allem, wie wir unser Wachstum wahrnehmen. Äußere Umstände können uns zum Beispiel zurückwerfen und unsere Bemühungen, unseren Ursprungszustand wieder zu erlangen ist auch Wachstum, selbst wenn wir in diesem Bereich schonmal „größer“ waren.
  3. Ein reines Wachstumsmindset kann gefährlich sein. Wenn wir immer nur "höher, schneller, weiter" denken, dann brennen wir in unserem Hamsterrad irgendwann aus. Aus der Komfortzone zu kommen ist wichtig, aber nicht zu viel auf einmal. Um es mal mit Jogging-Vokabular zu sagen: Zone-2-Training führt zu Wachstum, dauerhaftes Verausgaben darüber zu Erschöpfung.  


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#55 Absagen: Update 2 | Was macht das Absagen sammeln mit uns?29 Sep 202500:32:39

Es ist Herbst, Spooky Season. Meine liebste Zeit des Jahres beginnt. Aber das heißt auch: Drei Viertel des Jahres sind schon vorbei. Zeit also, die unerfüllten Vorsätze nochmal rauszukramen und vielleicht doch noch das Ruder herumzureißen.

In dieser Folge gibt es deshalb ein Update zu unserem Vorhaben aus Folge 22: Chancen schaffen und Absagen sammeln. Wer hat’s geschafft, dranzubleiben und wer muss im Endspurt nochmal richtig Gas geben? Wir sprechen in der Folge nicht nur über unseren Wettbewerb, sondern auch über Überforderung, Versagen, Erwartungen und die schlechten Phasen. Weil all diese Dinge eine Rolle spielen. Dieser Wettbewerb macht etwas mit uns, und so soll es ja auch sein. 


In unserem Gespräch über den Zwischenstand, haben wir einige Themen angeschnitten: 

  1. Nur weil man von einer Sache total begeistert ist, es super läuft und man sein ganzes Leben danach ausrichtet, heißt das nicht, dass man diese Sache nicht im nächsten Moment wieder komplett vergessen kann. Aus den Augen, aus dem Sinn, das ist mit ADHS leider ziemlich oft der Fall. Das kann ärgerlich sein oder auch mal richtig in die Hose gehen. So blöd das auch ist, es hilft nicht, sich deswegen fertig zu machen. Vielleicht kann man ja da weitermachen, wo man aufgehört hat.
  2. Verzögerte Reaktion kann bei so einer Aktion wie dem Absagen sammeln in zwei Richtungen ein Problem sein. Wenn wir eine Bewerbung oder Anfrage abschicken, dauert es in der Regel eine Weile, bevor wir mit einer Reaktion rechnen können. Dass wir nicht sofort bestätigt werden, kann verhindern, dass wir das Ganze überhaupt erst machen. Hier hilft der Wettbewerb, wir können unsere Bewerbungen eintragen und sehen sofort, wie die Zahl steigt. Aber im Falle von Zusagen können auch Verpflichtungen entstehen. Und auch die treten verzögert ein. Es kann also passieren, dass man sich übernimmt, ohne es zu merken.  
  3. Chancen schaffen heißt auch Entscheidungen treffen. Und eine Entscheidung für etwas ist in den meisten Fällen gleichzeitig eine Entscheidung gegen etwas anderes.  Gerade mit ADHS sehnen wir uns nach Abwechslung und es kann schnell langweilig werden. Deswegen gehen im Kopf schon vorher die Alarmglocken an und verhindern, dass wir uns für etwas entscheiden, aus Angst, das andere dann eben nicht mehr machen zu können.


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#54 Selbstsabotage | Wie hört man damit auf, sich alles auszureden?22 Sep 202500:29:51

Hast du das schonmal erlebt?

Du möchtest schreiben, aber du redest dir ein, dass du es erst darfst, wenn die Spülmaschine ausgeräumt ist. Du willst einen Partner finden, aber immer, wenn es mit jemandem ernster wird, findest du einen Fehler, der dich die Beziehung beenden lässt. Manchmal halten wir uns selbst von den Dingen ab, die wir eigentlich tun möchten – weil wir Angst haben. Angst vor negativen Gefühlen, Angst vor Versagen, Angst davor, verletzt zu werden.

Doch warum lassen wir diese Angst unser Leben bestimmen? Und was kann man dagegen tun?


In unserer neuen Folge sprechen wir über das Thema
Selbstsabotage.


#selbstsabotage #schreibenmitadhs #lebenmitadhs
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#71 Anthologie | Welche Arbeitsschritte stecken hinter der Veröffentlichung einer Kurzgeschichtensammlung? (Mit Ela Bellcut und Anne Danck)16 Feb 202600:46:13

Heute geht es um etwas völlig anderes. Im letzten Jahr habeich – Erina – die große Ehre und Freude gehabt, dass meine Kurzgeschichte für eine Anthologie ausgewählt und veröffentlicht wurde. Das Buch trägt den Titel „Eine Schnurrhaarspitze voll Magie“ und wurde von den Fantasy-Autorinnen Ela Bellcut und Anne Danck im Selfpublishing herausgegeben. Ela ist gelernte Fotografin und, wie sie selbst sagt, „ein laufendes kreatives Chaos“, Anne dagegen ist promovierte Verhaltensbiologin. Die beiden sind sich 2017 auf der BuchBerlin über den Weg gelaufen und es war Synergie auf den ersten Blick.

 

Ich habe die beiden im Rahmen mehrerer Buchmessen persönlich kennenlernen dürfen. Und nachdem sie mir immer mal wieder kleine Anekdoten zum Veröffentlichungsprozess erzählt haben, wollte ich unbedingt mehr erfahren.Deswegen habe ich die beiden zu einem Gespräch eingeladen.

 

Wir sprechen unter anderem darüber, wie die Ausschreibungzustande kam, welche Schritte bei der Veröffentlichung eines solchen Buches überhaupt durchlaufen werden und was die beiden aus dem Projekt mitgenommen haben.

(PSST: Es gibt noch Exemplare zu kaufen. Der Gewinn geht zugleichen Teilen an das Tierheim Berlin & das Franziskus Tierheim Hamburg.)

 

Bücher:

» Spendenanthologie: "Eine Schnurrhaarspitze vollMagie": Alle Verkaufsstellen sind zu finden aufhttps://elabellcut.de/spendenanthologie-eine-schnurrhaarspitze-voll-magie/

» Anthologie: "Charlies Mutmach-Geschichten":https://www.amazon.de/Charlies-Mutmach-Geschichten-Jugendliche-Alex-Planet/dp/3756818721

 

Unsere Gäste

» Website von Ela Bellcut: https://elabellcut.de/ |@ela.bellcut

» Website von Anne Danck: https://annedanck.de/ | @annedanck

 

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#53 Neurodivergente Autor:innen | Jurenka Jurk: Wie baut man sich als als neurodivergente Person ein gutes Fundament?15 Sep 202500:56:41

In der Buchbubble kennt man Jurenka Jurk als Gründerin von der Romanschule. Sie ist überzeugt: Schreiben ist ein Handwerk, das man lernen und verfeinern kann und gibt Autor:innen deswegen Mittel, Wege und Gemeinschaft an die Hand, um genau das zu tun.

In dieser Folge haben wir mit ihr über das Thema Neurodivergenz beim Schreiben gesprochen. Jurenka selbst lebt mit Lese- und Rechtschreibschwäche und Hochsensibilität.

Wie geht sie damit um?

Wie wirkt sich das auf ihr Schreiben aus?

Und wie gestaltet sie ihren Alltag, um das Beste aus ihren Stärken herauszuholen?

Und was rät sie als Schreibcoach ihren Schützlingen?

Schau unbedingt auch bei der Online-Autorenmesse vom vom 25. bis 28. September 2025 vorbei. Neben vielen tollen Interviews und Workshops gibt es auch eine Portion Bunnybrains. Jurenka hat sich mit uns zum Thema Zeitmanagement für Autor:innen mit (und ohne) ADHS unterhalten – sehr hörenswert!

Die Anmeldung ist kostenlos: https://www.romanschule.de/online-autorenmesse/

(Foto Copyright @Fritz Philipp)


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#52 Meinung vs. Offenheit | Wie halten wir Ambivalenz aus?08 Sep 202500:33:09

Irgendwie hat man oft das Gefühl, dass die Welt von einem erwartet, klar Position zu beziehen. Zu allem, ständig und sofort. Wir sollen für etwas stehen, eine klare Botschaft haben, eine eindeutige Identität. Aber manchmal ist es gar nicht so einfach, eine klare Meinung zu haben – und selbst wenn, dürfen wir diese Meinung ändern? Uns verändern? Was sagt das über uns aus? Wie geht man damit um, wenn man plötzlich etwas anderes vertritt? Muss man sich dafür rechtfertigen? Und wie lernt man, Ambivalenzen bzw. Unstimmigkeiten auszuhalten und die eigene Unsicherheit anzuerkennen? Darum geht es in dieser Folge.


Ein paar Gedanken aus der Folge:

  • Natürlich dürfen wir unsere Meinung ändern, es wäre seltsam, wenn wir das nicht tun würden. Als Menschen bewegen wir uns, wachsen, lernen. Veränderung gehört dazu. Warum wir unsere Meinungen ändern kann verschiedene Ursachen haben. Es ist etwas anderes, ob ich ständig nur allen nach dem Mund rede, um es allen Recht zu machen, oder ob ich etwas dazugelernt, eine neue Perspektive gewonnen habe, und deswegen Dinge anders sehe. 
  • Auch im Umgang mit dieser Veränderung gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Man kann das Gespräch suchen, erklären, warum man etwas anders sieht als zuvor. Aber man muss sich auch nicht immer erklären. Manchmal darf man Dinge auch einfach stehen lassen.
  • Nicht nur zwischenmenschlich sind wir oft nicht der gleichen Meinung, auch innerlich können sich die eigenen Ansichten widersprechen. Das führt zu inneren Spannungen, Ambivalenzen, die schwer auszuhalten sind. Wenn wir selbst zu einer positiven Diskussions- und Fehlerkultur beitragen, dann wird es für uns alle leichter, damit umzugehen. 


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#51 Buchclub | Wie schafft Juli Zeh in "Über Menschen" Sympathie?01 Sep 202500:31:58

In der neuen Buchclub-Folge geht es um den Roman „ÜberMenschen“ von Juli Zeh.

Er erzählt die Geschichte von Dora, die während der Corona-Pandemie aus Berlin in ein brandenburgisches Dorf zieht, um Abstand von ihrem Leben und ihrer Beziehung zu gewinnen. Dort trifft sie auf ihren Nachbarn Gote, der offen rechte Ansichten vertritt und scheinbar all das verkörpert, wovor Dora geflohen ist. Trotz ihrer Vorbehalte entsteht eine unerwartete Nähe, die Dora zwingt, ihre eigenen Vorurteile und Vereinfachungen zu hinterfragen.

 

Der Kernkonflikt des Romans liegt in der Konfrontation zwischen individuellen Begegnungen und gesellschaftlichenFeindbildern: Wie geht man mit Menschen um, die politisch oder kulturell auf der „anderen Seite“ stehen, wenn man ihnen im Alltag zugleich Fürsorge, Menschlichkeit und Nähe nicht absprechen kann?


Wir teilen in dieser Folge unsere persönliche Leseerfahrung. Dabei sprechen wir über das Unbehagen, das bei einem solchen Kernkonflikt aufkommt und über die Ideen, die sich dahinter verbergen.


#buchclub #julizeh #adhspodcast #literaturpodcast #autorinnenleben #buchbesprechung


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Bücher dieser Folge (Spoilerwarnung):

» Über Menschen von Juli Zeh


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#50 Langeweile | Was bringt sie uns und wie ertragen wir sie?25 Aug 202500:32:09

Langeweile. Ein unangenehmes Gefühl – gerade für Menschen mit ADHS. Nicht nur das, für viele von uns ist esregelrecht schmerzhaft, unerträglich. Deswegen versuchen wir es zu vermeiden, indem wir uns dauerhaft ablenken. In der heutigen Zeit ist das leichter als je zuvor. Videospiele, Social Media, Filme, Alkohol – für jeden Geschmack ist etwasdabei. Aber ist das so gut? Erfüllt Langeweile einen Zweck? Verlieren wir etwas, wenn wir sie mit allen Mitteln vermeiden? Können wir überhaupt kreativ sein, wenn wir keine Langeweile mehr empfinden, die uns dazu zwingt? Über diese Fragen und mehr sprechen wir in der heutigen Folge.

#langeweile #adhspodcast #autorinnenpodcast


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#49 Sichtbarkeit | Können wir uns als Autor:innen hinter unseren Büchern verstecken?11 Aug 202500:42:25

Wenn wir Bücher nicht nur schreiben, weil wir Spaß daran haben, Geschichten zu erschaffen, sondern auch, um gelesen zu werden, dann dürfen wir uns früher oder später mit dem Thema Marketing oder Sichtbarkeit beschäftigen. Bei dem Thema zucken viel Autor:innen zusammen und als Bunnybrains haben wir damit noch eine weitere Baustelle zu jonglieren.

Wir sprechen in dieser Folge darüber, wie es uns mit dem Thema geht, ob und warum wir überhaupt sichtbar werden sollten und ob die Qualität des Buches darunter leidet.


3 Aspekte aus der Folge:

  1. Beim Thema Marketing kommen bei vielen Autor:innen vor allem erstmal Zweifel, Sorgen und Überforderung auf. Neben Alltag, Leben, Job und Schreiben ist das noch etwas, um das wir uns Gedanken machen sollen. Wo die Zeit hernehmen? Wenn man sich aber mal auf das Thema einlässt, dann stellt man schnell fest, dass man auch hier sehr kreativ werden kann. Und dann kann der Funke so sehr überspringen, dass man vergisst, dass man eigentlich schreiben wollte.
  2. Wenn man Bücher verkaufen will, dann stellt sich früher oder später auch die Frage des Marketings. Denn ohne in der ein oder anderen Form sichtbar zu werden, ist es schwer – wenn auch nicht unmöglich – Leser:innen zu finden. Das heißt aber nicht, dass man sich selbst in eine Schublade stecken muss, in die man nicht passt. Es gibt unzählige Möglichkeiten, auch über Instagram & Co hinaus, so dass man etwas finden kann, was Spaß macht.
  3. Die Qualität des Buches kann unter Marketingbemühungen leiden, muss es aber nicht. Klar, wenn wir uns selbst um Sichtbarkeit kümmern müssen, dann ist das Zeit, die wir nicht ins Schreiben investieren. Und die ständige Präsenz auf den sozialen Medien ermüdet und löst negative Gefühle aus. Aber wir können uns Systeme schaffen, in denen beides co-existieren kann.


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#48 Gedankenarbeit | Warum ist es sinnvoll, schmerzhafte Situationen aufzuarbeiten?28 Jul 202500:30:51

Manchmal erleben wir Situationen, die unangenehm oder sogar schmerzhaft sind – so sehr, dass wir alles daransetzen, sie schnell wieder zu vergessen. Auch gedanklich. Das ist eine natürliche Reaktion des Gehirns, immerhin ist es sein Job, uns vor Gefahren zu schützen – auch vor emotionalen.

Doch ist das so gut? Man hört oft, dass man sich unangenehmen Erinnerungen stellen soll, ist da was dran? Und wenn ja, wie macht man das überhaupt? Darüber sprechen wir heute.

 

Wichtig: Wir sind keine Therapeutinnen, Psychologinnen oder Ärztinnen. Alles, was wir hier teilen, basiert auf unseren persönlichen Erfahrungen und dem Wissen, das wir uns überdie Zeit selbst angeeignet haben. Wenn dich etwas davon betrifft oder beschäftigt, hol dir bitte professionelle Unterstützung.

 

Wir freuen uns, dass du reinhörst – und hoffen, dass du etwas für dich mitnehmen kannst.

 

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#47 Mid-Book-Crisis | Warum will man beim Schreiben der Buch-Mitte alles hinschmeißen?14 Jul 202500:30:25

Die Mitte des Buches ist erreicht. Bergfest. Halbzeit. Oder auch: Krise. Viele Autor:innen kennen die negativen Gefühle, die auftauchen, wenn man beim Schreiben bei der Hälfte ankommt. Die Motivation lässt nach, ein riesiger Berg an Arbeit liegt noch vor einem und man sieht mehr Probleme als Lösungen. Warum das so ist und was uns die Mid-Book-Crisis sagen will, darüber sprechen wir in dieser Folge.

 

3 zentrale Aspekte aus der Folge :

  1. In der Mitte des Projekts fehlt uns der Glanz des Neuen und die Euphorie des Endspurts. In der ersten Hälfte des Projekts stellen wir Fragen, machen Töpfe auf, finden uns in der Welt zurecht. In der zweiten Hälfte wird alles wieder enger und wir müssen uns anstrengen, alle Stränge wieder zusammenzuführen. Das kann zäh sein. Wir sehen plötzlich ganz klar, wie viel Arbeit noch vor uns liegt.
  2. Die Mid-Book-Crisis gehört dazu. Die meisten Autor:innen durchleben sie und sie sagt nichts über die Qualität des Projekts aus. Es kann helfen, sich klar zu machen, warum man diese Geschichte am Anfang schreiben wollte, oder auch, ob man mit den Ideen vom Anfang noch etwas anfangen kann, oder die Richtung wechseln sollte. Auch einen Klappentext zu schreiben oder ans Ende des Buches zu springen um eine spätere Szene zu schreiben, kann helfen. 
  3. Die Krise in der Mitte zeigt uns, dass wir inzwischen so tief in der Geschichte drin stecken, dass wir bestimmte Probleme überhaupt erst sehen können. Sie zeigt uns, dass wir uns weiterentwickelt haben. Und wenn wir es schaffen dran zu bleiben, dann erlaubt sie uns und der Geschichte echtes Wachstum.


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#46 Prävention | Wie kann man einem Burnout vorbeugen?30 Jun 202500:42:46

In dieser Folge geht’s um ein Thema, das viele von uns betrifft: Burnout – und die ganzen kleinen Vorstufen, die oft viel zu lange übersehen werden.

Gerade mit ADHS fühlt man sich schnell überfordert, obwohl man manchmal das Gefühl hat, eigentlich gar nicht genug geschafft zu haben und „hinterherzuhängen“.

Woher kommt diese Erschöpfung? Was steckt dahinter – und was kann man tun, um besser für sich zu sorgen?

Wichtig: Wir sind keine Therapeutinnen, Psychologinnen oder Ärztinnen. Alles, was wir hier teilen, basiert auf unseren persönlichen Erfahrungen und dem Wissen, das wir uns über die Zeit selbst angeeignet haben. Wenn dich etwas davon betrifft oder beschäftigt, hol dir bitte professionelle Unterstützung.

Mit dieser Folge läuten wir einen Rhythmuswechsel ein.

Um unsere Ressourcen zu schonen, produzieren wir unsereregulären Podcastfolgen fürs erste nur noch alle zwei Wochen, anstatt jeden Montag.

Doch keine Sorge, zwischendurch werden immer mal wieder Interviews, Kollaborationen oder spontane Buchclubfolgen eingestreut.


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#45 Rejection Sensitivity | Tintenliebe Podcast: Wie geht man mit Rejection Sensitivity im Lektorat um?23 Jun 202500:39:36

Diese Woche haben wir uns mit dem Tintenliebe-Podcast zusammengetan, um über das Thema Rejection Sensitivity im Lektorat zu sprechen. Stephan und Miriam sind Lektor:innen und wir haben uns zusammen mal angeschaut, was die Angst vor Zurückweisung für beide Seiten bedeutet und wie wir damit umgehen können. 

 Diese Folge hier ist Teil einer Doppelfolge. Hier hört ihr Teil 1, wo wir darüber sprechen, wie sich Rejection Sensitivity anfühlt und warum sie problematisch sein kann. Teil 2 gibt es beim Tintenliebe Podcast, dort haben wir über den Umgang mit Rejection Sensitivity gesprochen. 


3 zentrale Aspekte aus der Folge:

  1. Rejection Sensitivity ist ein Spektrum. Problematisch wird es da, wo Feedback und wahrgenommene Zurückweisung einschränken, weil z.B. Feedback nicht angenommen werden kann oder Rückmeldungen schon vorher aus dem Weg gegangen wird. Bei Rejection Sensitivity ist negatives Feedback nicht einfach nur unangenehm, sondern kann erschüttern und damit Ängste und starke Zweifel auslösen.
  2. Für Lektorierende kann das Problem von zwei Seiten kommen. Auf der einen Seite erfordert es Empathie und eine sanfte Kommunikation, um mit Autor:innen mit Rejection Sensitivity umzugehen. Aber auch was das eigene Tun, die Herangehensweise und Fähigkeiten im Lektorat angeht, können Ängste vor Zurückweisung auftreten.
  3. Kommunikation ist von beiden Seiten nicht nur hilfreich, sondern entscheidend dafür, dass eine Zusammenarbeit funktionieren kann, wenn auf einer Seite Rejection Sensitivity besteht. Es hilft, offen darüber zu sprechen, was beide Seiten voneinander brauchen. Über den Umgang zwischen Autor:innen und Lektor:innen in Bezug auf Rejection Sensitivity sprechen wir, wie gesagt, tiefergreifend im Tintenliebe Podcast. 


Hier findest du den Tintenliebe-Podcast:

» https://open.spotify.com/show/6XC3lh2hOXPEOYtOeObs7V

» https://www.instagram.com/miriams_wortgarten/

» https://www.instagram.com/lektorat_berg/

» https://www.tiktok.com/@tintenliebe.podcast


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#44 Autor:innen mit ADHS | Vivien Verley: Was verändert sich mit einem Verlagsvertrag?16 Jun 202500:51:51

In unserer Reihe Autor:innen mit ADHS haben wir in dieser Folge Besuch von Vivien Verley. Vivien ist nicht nur Autorin für Kinder- und Jugendbücher, sondern auch Mediendesignerin. Typisch ADHS hat sie mehrere Leidenschaften, die sie verfolgt. Ihre Diagnose hat sie erst seit knapp anderthalb Jahren, und das hat viel verändert, weil sie endlich eine Erklärung dafür hat, warum manche Dinge bei ihr anders laufen, als bei anderen.

Viviens Jugendbuch Thea Magica erscheint im September bei Ravensburger und sie erzählt in der Folge von ihrem langen und teilweise auch sehr frustrierenden Weg zur Verlagsautorin. Wir sprechen über Ängste, Zweifel, aber auch über Erfolge und darüber, warum dranbleiben sich lohnt.

  • Dranbleiben lohnt sich, das hat Viviens Weg gezeigt. Bei den wenigsten Autor:innen klappt es mit dem Verlagsvertrag beim ersten Versuch. Meistens pflastern viele Absagen und gescheiterte Versuche den Weg, so auch bei Vivien. Wenn man bei Zurückweisung gleich aufgibt, dann weiß man nie, ob man es nicht vielleicht doch geschafft hätte, wenn man drangeblieben wäre. Was natürlich nicht heißt, dass die Zurückweisung nicht wehtut. 
  • Vivien hat sich nach vielen negativen Erfahrungen ein System aus Menschen aufgebaut, denen sie vertraut, die sie unterstützen und sich mit ihr freuen. Dort kann sie auch ihre Ängste und Zweifel lassen. So ein System kann viel Halt geben und den Weg in seinen Höhen und Tiefen leichter machen. 
  • Vivien hat nochmal betont, dass Konkurrenzkampf und -denken in der Buchbranche absolut unnötig und wenig hilfreich sind. Wir gehen als Autor:innen alle unseren eigenen Weg, haben unsere Struggles, Ängste und Unzulänglichkeiten. Da müssen wir uns das Leben nicht gegenseitig noch schwerer machen. Schließlich lesen Leser:innen ja nicht nur die Bücher einzelner Autor:innen. Es bringt es uns viel mehr, uns gegenseitig helfen, statt uns ein Bein zu stellen.

Mehr über Vivien Verley findest du hier:

» Instagram: @vivienverley

» Viviens Buch Thea Magica erscheint am 01.09.2025 bei Ravensburger


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#70 Therapeutisches Schreiben | Wie hilft man sich durch kreatives Schreiben selbst?09 Feb 202600:35:31

Gerade unter Autor:innen wird Schreiben häufig mit einemgewissen Leistungsgedanken gleichgesetzt. Wir wollen Geschichten schreiben, die anderen gefallen und diese womöglich auch veröffentlichen – und sobald andere Menschen involviert sind, braucht man Zeitpläne, Fortschritt und ein wenig Zielgerichtetheit.

Was wir dabei manchmal vergessen ist, dass Schreiben auchein Selbstzweck sein kann. Manchmal wird es als therapeutisches Mittel eingesetzt. Es kann dabei helfen, die Gedanken zu ordnen, Emotionen zu verarbeiten, Situationen zu verstehen und mit Krisen umzugehen. Dabei geht es nicht um das Endprodukt, sondern um den Prozess und das, was währenddessen im schreibenden Menschen vor sich geht.

In dieser Folge sprechen wir über unsere persönlichenErfahrungen mit dem Thema. Wie genau kann das kreative Schreiben bei der Selbstheilung oder Selbstfürsorge helfen? Was bedeutet „kreatives Schreiben“ überhaupt? Welche verschiedenen Methoden und Prompts kennen wir?


Ehe wir in die Folge starten, noch ein kleiner Disclaimer:Wir sind keine ausgebildeten Therapeutinnen, Psychologinnen oder Ärztinnen. Alles, was wir hier austauschen, sind unsere eigenen Ansichten, Erfahrungen und das, was wir zu dem Thema recherchiert haben. Die Methoden, über die wir in dieser Folge reden, dienen der Selbstfürsorge, aber sie ersetzen im Ernstfall keineTherapie. Solltest du Hilfe benötigen such dir bitte professionelle Unterstützung.


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#43 Musik | Ordnung für das ADHS Gehirn?02 Jun 202500:39:37

Musik hat viele verschiedene Eigenschaften. Sie löst Emotionen aus, sortiert die Gedanken, speichert Erinnerungen und ruft sie wieder hervor, vereinheitlicht menschliches Handeln in Tanz und Arbeit, sie beruhigt, regt auf, regt an, schafft ein Gefühl von Verbundenheit, kann identitätsstiftend sein.


Jeder hat einen anderen Zugang zur Musik.


In dieser Folge sprechen wir darüber, welchen Bezug wir zur Musik haben. Wann hören wir Musik, zu welchem Zweck und mit welchen Mitteln? Wie wirkt Musik im Zusammenhang mit unserer individuellen ADHS-Erfahrung? Gibt es eine Verbindung zwischen Melodien und dem Schreiben?


Wir sind Anne und Erina und wir wünschen euch mit
dieser Folge viel Spaß.


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#42 Identität | Können wir beeinflussen, wie andere uns sehen?26 May 202500:39:18

Heute sprechen wir über das zweite Thema hinter der Genre-Frage: Die Frage nach der Identität. Wer will ich sein? Wie möchte ich wahrgenommen werden? 

 

Viele Menschen mit ADHS, gerade Frauen oder weiblich gelesene Personen, verbringen sehr viel Zeit und Energie damit, zu masken, also sich ihrer Umwelt und vor allem den Bedürfnissen anderer anzupassen. 

 

Auch für Autor:innen ist die Frage nicht ganz unerheblich, weil der Mensch hinter dem Buch immer zentraler wird und Autor:innen nicht mehr nur Schreibende sind, sondern oft auch in der öffentlichen Wahrnehmung stehen und eine Persona erschaffen, einen Teil von ihnen, der sich öffentlich zeigt. 

 

Und als Autorinnen mit ADHS stehen wir nun da und fragen uns: Wie sehr können und sollten wir steuern, wie wir wahrgenommen werden? Dabei haben wir ganz verschiedene Aspekte des Themas Identität angesprochen und sind ein bisschen auf Erkundungstour gegangen.

 

3 Gedanken aus der Podcast-Folge:

  1. Wir sind als Menschen sehr soziale Wesen und vor allem auch emotional abhängig von unserer Umwelt. Deswegen ist es ganz natürlich, dass unsere Identität zu großen Teilen im Austausch mit anderen Menschen entsteht und stattfindet. Wie andere Menschen uns sehen hat Einfluss auf unser Selbstbild. Und um möglichst gemocht – also aus einer Gruppe nicht ausgestoßen zu werden – versuchen wir naturgemäß einen gewissen Einfluss darauf zu nehmen, wie man uns sieht. 
  2. Die Frage wie viel Einfluss wir auf die Wahrnehmung der anderen haben ist nicht ganz eindeutig zu beantworten. Eine der Fragen ist: Wo fängt Kontrolle an und wo hört sie auf? Beeinflussen oder steuern wir andere? Was davon können wir überhaupt? Und wie sehr lassen wir uns von anderen beeinflussen?
  3. In verschiedenen Kontexten verschiedene Rollen anzunehmen ist nicht nur normal, sondern im sozialen Gefüge sogar notwendig. Wichtig ist dabei die Frage der Freiwilligkeit. Muss ich jemand bestimmtes sein oder ist die Darstellung eines bestimmten Aspekts von mir ein Ausdruck, den ich aus eigenem Antrieb wähle?

 

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#41 Sicherheit in Regeln | Warum sollte man sich absichtlich einschränken?19 May 202500:29:14

In der Genre-Folge habe ich bereits gesagt, dass ich unter anderem deswegen gern wüsste, welches Genre mein Buch hat, weil ich mich in Begrenzungen kreativer fühle. Wenn alles möglich ist, bin ich überfordert, aber sobald mir eine Grenze einen Raum schafft, explodiert meine Kreativität vor Möglichkeiten. Und genau darüber unterhalten wir uns heute.

 

3 Gedanken aus der Podcast-Folge:

  1. Regeln fördern die Kreativität auf vielen Ebenen. Sie können Sicherheit und Halt geben, einen Fokus schaffen und damit gegen Überforderung helfen. Sie sorgen für Tiefe statt Breite, weil man sich in einem kleineren Bereich bewegt und dadurch genauer hingucken muss. Wir müssen innerhalb von Grenzen neue Wege finden und stoßen dabei auf überraschende Lösungen.
  2. Zu starre Grenzen können die Kreativität allerdings auch einschränken. Wenn man Regeln irgendwann nur noch strukturell verfolgt, ohne zu reflektieren, ob das dem Inhalt dient, dann arbeiten wir nicht mehr kreativ, sondern nur noch ab.
  3. Es ist hilfreich, sich immer wieder mal zu fragen: Warum habe ich diese Grenze gesetzt? Was habe ich mir davon erhofft? Und vor allem: Erfüllt sie diesen Zweck noch? Grenzen müssen auch zu einem passen, wenn sie einfach nur von außen vorgegeben werden, ohne dass man selbst einen Mehrwert darin sieht, dann sind sie nicht hilfreich.

 

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#40 Echokammern | Wie gut ist es, sich mit Seinesgleichen zu umgeben?12 May 202500:44:00

„Bubbles“ – Seifenblasen.

So nennt man einen virtuellen oder gesellschaftlichen Raum, in dem man sich mit anderen Menschen über bestimmte Themen austauscht.

Sei es die „ADHS“-Bubble oder die „Buch“-Bubble – sie alle bieten ein Gefühl von Sicherheit, Unterstützung und Zugehörigkeit.

Doch wie so oft im Leben gibt es auch hier eine andere Seite, die man kritisch betrachten sollte. Bubbles können dazu führen, dass wir den Kontakt zu Menschen außerhalb unserer eigenen Blase verlieren und komplexe Themen zu sehr vereinfachen. In einer sogenannten „Echokammer“ werden eigene Meinungen oft eher bestätigt als hinterfragt.

 

In dieser Folge sprechen wir darüber, welche Erfahrungen wir mit Bubbles und Echokammern gemacht haben – und welche Chancen und Risiken wir darin sehen, sowohl für jeden Einzelnen als auch für die Gesellschaft.
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#39 Absagen: Update | Wie läuft es mit unserem Chancen-Schaffen-Jahr?05 May 202500:34:09

Für das Jahr 2025 haben wir uns vorgenommen, in Bezug auf unser Schreiben Chancen zu schaffen und zu nutzen. Wir haben in Folge 22 ausführlich über unseren Plan gesprochen. Ein Drittel des Jahres ist schon wieder vorbei und Hörerin Hanna hat uns gefragt, wie es eigentlich läuft und sich eine Folge mit einem Update gewünscht. Dem kommen wir natürlich sehr gern nach und sprechen darüber, welche Chancen wir uns geschaffen haben, was das mit unserem Mindset gemacht hat und wie zufrieden wir mit dem Prozess sind.

 

Falls du auch einen Wunsch hast, worüber wir hier mal sprechen sollen, dann schreib uns gern, wir sind offen für Vorschläge und freuen uns von dir zu hören.

 

3 Gedanken aus der Podcast-Folge:

  1. Chancen warten überall: Ausschreibungen für Anthologien und Stipendien, potenzielle Interviewgäste, Vereine oder Kontakte. Alles zählt, keine Chance ist zu klein um zu gelten, schließlich weiß man nie, was sich woraus noch ergeben kann.
  2. Durch das Sammeln der Absagen und den Wettbewerb, wer die meisten Absagen bekommt, verändert sich die Bewertung einer einzelnen Absage. Weil wir verschiedene Figuren im Spiel haben, ist es nicht so schlimm, wenn eine rausfällt. Und jede Absage ist ein Gewinn, der einen potenziell in Führung bringt. Das klingt vielleicht ein wenig an den Haaren herbeigezogen – aber es funktioniert tatsächlich. Auch die Hemmschwelle Chancen wahrzunehmen sinkt.  
  3. Auch wenn der Prozess gut funktioniert, es ist sinnvoll immer mal wieder kritisch hinzuschauen, ob er seinen Zweck erfüllt und wie es uns damit geht. Wir schaffen in diesem Jahr nicht nur Chancen, wir lernen auch sehr viel über uns, was wir wollen und was wir nicht wollen. 

 

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#38 Genre-Erwartungen | Muss man das Genre beim Schreiben schon kennen?28 Apr 202500:32:52

Muss ich das Genre meines Buches beim Schreiben schon kennen? Das ist so eine Frage, bei sich unter Autor:innen die Geister scheiden. Wenn man nach dem Markt schreibt, dann kennt man natürlich das Genre und ist darauf bedacht, alle Erwartungen zu erfüllen.

Aber es kann auch dann sinnvoll sein, sich vor oder während des Schreibens mit dem Genre auseinanderzusetzen, wenn man die eigene Herzensgeschichte schreibt.

Ich habe ein wenig Schwierigkeiten, mein aktuelles Projekt einzuordnen und das macht mir immer wieder Bauchschmerzen. Ich will mein Genre kennen und gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass es mich einengt. Mal wieder so ein Bunnybrain-ADHS-Paradox.

Deswegen sprechen wir in dieser Folge darüber, ob man das Genre kennen muss, wie man dabei trotzdem bei sich bleibt und was passiert, wenn man in andere Richtungen denkt.


Zusammenfassung:

  1. Man muss das Genre beim Schreiben nicht kennen. Die Geschichte erzählt einem in der Regel, was sie braucht. Aber, wie immer, ist die Antwort nicht ganz so einfach, wie sie erst einmal aussieht. Denn es kann helfen, das Genre zu kennen. Grenzen können die Kreativität stärken und klare Regeln können dazu führen, dass wir uns als Autor:innen sicher fühlen. Manchen hilft es, das Genre beim Schreiben zu kennen, andere fühlen sich davon eingeengt.
  2. Das Genre ist ein Werkzeug, kein Käfig. Es dient vor allem dazu, ein Buch zu verkaufen. Natürlich kann man beim Schreiben schon darauf achten, was Leser:innen eines Genres erwarten, aber eine Geschichte muss deswegen nicht künstlich in eine Richtung gedrängt werden. Vielleicht hilft es, mehr in Stimmung und Atmosphäre zu denken, als in Genre.
  3. Neue Genres entstehen immer wieder, momentan in irritierender Kleinteiligkeit, in der alles existiert. Das macht die Regeln nicht unbedingt klarer, womit wir wieder am Anfang wären. Halt findet man darin nicht, aber vielleicht eine gewisse Freiheit.


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#37 Gedankenspirale vs. Heilung | Wann denkt man zu viel und wann zu wenig über ein Thema nach?21 Apr 202500:33:02

In Folge 37 dreht sich bei uns alles um Gedankenspiralen – ein Thema, das gerade vielen von uns mit ADHS sehr vertraut ist.
Kennst du das? Dein Gehirn schlingt sich um einen Gedanken und kaut ihn wieder und wieder durch, obwohl es dir damit Schmerzen bereitet.  

„Du überdenkst das“, heißt es dann häufig von außen.

„Lenk dich ab, denk nicht so viel darüber nach."

„Don’t feed the beast“.

Und ja – es stimmt schon: Gedanken können wachsen, wenn wir ihnen zu viel Aufmerksamkeit schenken. Aber genauso wahr ist, dass es manchmal hilft, Dinge auszusprechen, um sie einordnen zu können.

Und genau da liegt die spannendeFrage:
Wo ist die Grenze?
Wann ist es hilfreich, sich mit Gedanken auseinanderzusetzen – und ab wann wird es selbstschädigend?
Wie bildet man sich eine Meinung, wenn im eigenen Kopf so viele Stimmen durcheinanderreden?
Und was kann helfen, wenn man immer wieder in solche Gedankenschleifen rutscht?


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#36 Autor:innen mit ADHS | Juri Pavlovic: Wie repräsentiert man neurodivergente Erfahrungen in der Literatur?14 Apr 202500:47:07

Jeder Mensch ist anders - und erlebt ADHS auf ganz eigene Weise.

Deswegen laden wir regelmäßig Autor:innen mit ADHS in unseren Podcast ein, um mehr über ihre persönlichen Erfahrungen zu erfahren.

Heute dürfen wir Juri Pavlovic bei uns begrüßen. Juri nutzt die Pronomen sie, er und sier. Für diesen Podcast haben wir uns auf „sie“ geeinigt. In der Buchbubble ist Juri bekannt wie ein bunter Hund – nicht zuletzt wegen ihrer farbenfrohen Haare und ihres Hundes Fee. Sie ist Fantasyautor:in, Lektor:in und Begründer:in der Marke „Kapitel Eins“ (früher „Textehexe“) wo sie mit Ihrem Team Lektorats- und Coachingdienstleistungen anbietet. Erina hat Juri kennengelernt, als sie für den Zeilenschlinger gemeinsam eine Podcastfolge zum Thema „Diversität in der Fantasy“ aufgenommen haben.

Juri setzt sich leidenschaftlich dafür ein, die Lebensrealitäten queerer Autor:innen sichtbarer zu machen und unsere literarische Landschaft durch respektvoll und authentisch dargestellte diverse Charaktere zu bereichern.

Geboren 1972 in Bayern, lebte sie lange in einem Umfeld, in dem weder Queerness noch Neurodivergenz einen Raum hatten. Ihre ADHS-Diagnose erhielt sie daher erst mit etwa 50 Jahren.

Wir sprechen in dieser Folge mit ihr über die Frage, wie sich ihr Selbstverständnis, ihr Schreiben und ihr Leben nach der späten Diagnose verändert haben. Außerdem geht es um neurodivergente Figuren in der Literatur – und darum, ob es Unterschiede gibt, worauf man bei der Repräsentation queerer Personen im Vergleich zu neurodivergenten achten sollte.

Hier findest Juri Pavlovic
» Veröffentlichungen: https://amrun-verlag.de/susanne-pavlovic/
» Instagram: https://www.instagram.com/textehexe/
» Website: textehexe.com | kapitel-eins.de
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