Explorez tous les épisodes du podcast BTS Podcast | Real Stories. Unfiltered.
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| BTS Revival: Dr. Frank-Steffen Walliser (CEO Bentley) | 29 Oct 2026 | 01:10:56 | |
Wie aus einem Kind, dessen erstes Wort Auto war, der CEO von Bentley wurde, warum er nach 29 Jahren Porsche noch einmal alles auf eine Karte setzte und weshalb Verantwortung erst dann zählt, wenn es gerade nicht läuft. Zur Feier des Podcast-Revivals holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein Wiederhören. Frank-Steffen Walliser ist seit gut vierzehn Monaten CEO und Chairman von Bentley Motors, einem 106 Jahre alten englischen Unternehmen, das vor über einem Jahrhundert selbst ein Startup war. Max ist ein bisschen starstruck, denn seine ersten Automotive-Videos hat er einst mit dieser Marke gedreht. Aufgenommen an einem besonderen Ort in München, dem Marks. Am Anfang steht ein Kind, dessen erstes Wort tatsächlich Auto war, das jedem Fahrzeug hinterherguckte, jede Marke kannte und Autos in seine Schulhefte kritzelte. Über das technische Gymnasium und ein Maschinenbaustudium in Stuttgart kam er 1995 als Praktikant zu Porsche, mitten in der Krise, als es nur ein einziges Modell in Produktion gab. Aus dem Praktikum wurden 29 Jahre. Er erzählt seine Stationen, von der Wettbewerbsanalyse über den Job als Vorstandsassistent, den ihm eine Verdeckgeräusch-Analyse einbrachte, über den Motorsport bis zur Gesamtprojektleitung des 918 Spyder, den fast alle für unverkäuflich und technisch nicht machbar hielten. Dann kam das Bentley-Angebot. Kein Fluchtgrund, denn er war rundum zufrieden, sondern die Lust auf die unternehmerische Aufgabe, eine Marke mit Tradition durch die Transformation zu führen, in einem zehnmal kleineren, agileren Team. Er hat sich ein Buch gekauft und die Historie Seite für Seite gelesen, seine Frau war sofort dabei, und wenige Monate später zogen beide nach England. Es geht um Führung, und zwar in ungewöhnlicher Tiefe. Warum Verantwortung erst dann zählt, wenn es nicht läuft. Der Hauptsatz des Projektmanagements, wenn man nichts hört, läuft es nicht. People oder Prozesse zuerst, seine Antwort ist ein bewusstes fünfzig zu fünfzig. Warum er lieber jemanden einfängt als sofort Zäune zu bauen. Und die Erkenntnis, dass man als Führungskraft Tag und Nacht unter Beobachtung steht, Nahbarkeit kann man nicht spielen, also isst er in der Kantine und jeder darf sich an seinen Tisch setzen. Dazu die vielen Lehren aus dem Rennsport, No Excuses nach der karierten Flagge, Profis arbeiten nicht nachts, sie schlafen, und Klarheit in jeder Entscheidung. Bei Bentley geht es ihm nicht um andere Kunden oder andere Autos, sondern um Wahrnehmung, die Marke aus dem Core heraus wachsen zu lassen, nicht einen neuen Core zu definieren. Sein größtes Learning, wie viel man aus der Unternehmensleitung heraus wirklich bewegen kann, und dass der schwerste Schritt immer das Anfangen ist. Sein Antrieb bleibt die Verantwortung für 4000 Mitarbeitende und die Freude, wenn ein Auto alle sagen lässt, das will ich haben. Ein zweiter Teil, dann ganz über Bentley und in England, ist schon versprochen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Doctolib mit Deutschland CEO Nikolay Kolev | 27 Oct 2026 | 01:03:30 | |
Der zweite Teil, diesmal über den Arbeitgeber, warum Terminbuchung nur noch zwei Prozent des Produkts ausmacht, weshalb Kultur ein Hard-Faktor ist und warum Europa eigene Player in seinen Schlüsselindustrien braucht. Nikolay Kolev ist zum zweiten Mal zu Gast, eine Premiere, denn er hat noch nie einen Podcast zweimal gemacht. Seine erste Folge war eine der bestgehörten des Jahres. Er verantwortet Doctolib in Deutschland und sitzt im globalen Exec-Team, im fünften Jahr in diesem Projekt. Nach dem persönlichen Kennenlernen in Teil eins geht es diesmal tiefer in den Arbeitgeber und in die Zukunft. Zum Einstieg der Schnelldurchlauf seiner Stationen, von den frühen Online-Payment-Jahren in London über Deloitte, wo er das Venture-Geschäft mit aufbaute, bis zum Europachef von WeWork, wo er Turnaround und IPO mitmanagte. Seine wichtigsten Learnings, immer den Raum suchen, in dem man nicht der Schlaueste ist, Wichtiges und Dringendes vom bloßen Lärm unterscheiden, und Resilienz, individuell wie kollektiv. Max und Nikolai sprechen offen über Fokus in einer Welt voller Grundrauschen, über das Handy als Zeitfresser und über die generationalen Prägungen, die man als Führungskraft erst erkennen und dann durchbrechen muss. Ein großes Thema ist Kultur als Hard-Faktor. Bei Doctolib heißt das Playbook, wer bei Performance glänzt, aber kein Alignment mit der Kultur hat, ist weg. Dazu der schöne Gedanke, der Kompass wurde vor der Uhr erfunden, die Richtung zählt mehr als die Zeit. Und die Erkenntnis, dass man die Extrameile nie für eine Firma geht, sondern für die Menschen im Team, oft auch für sich selbst. Dann Doctolib selbst. Aus einem reinen Terminbuchungstool ist ein umfassender Gesundheitsbegleiter geworden, Terminierung macht heute nur noch zwei Prozent des Codes aus. Praxisverwaltungssoftware, KI-Telefonassistent, KI-Sprechstundenassistent, der die Behandlung transkribiert und den Arztbrief vorschlägt. Nikolai erklärt das teure, ineffiziente deutsche System, in dem 75 Prozent keinen Termin bekommen und Ärzte drei Stunden täglich mit Bürokratie verbringen. Eine Zahl bleibt hängen, zehnmal so viele Menschen sterben an Fehlmedikation wie im Straßenverkehr, rund 22.000 gegenüber 2.000. Am Beispiel von Max' eigenem Sturz die Treppe hinunter zeigt er, wie KI ausgerechnet die Menschlichkeit zurückbringt, weil der Arzt wieder Augenkontakt halten kann statt zu dokumentieren. Zum Schluss geht es um Europa. Nikolai ist ein brennender Europäer und plädiert leidenschaftlich für souveräne europäische Player in Schlüsselindustrien wie Gesundheit, für einen mündigen Umgang mit KI und gegen Überregulierung. Sein prägendster Ratschlag, von einem holländischen Mentor, der Fast Track liegt nicht auf der Autobahn, sondern beim schmutzigsten Fenster, das keiner putzen will, sei ein Problem Solver und eine Finish-Line-Person. Ein dritter Teil ist schon versprochen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Highlights: Frank Marrenbach Althoff (CEO Althoff Gruppe) | 24 Oct 2026 | 00:13:07 | |
Die stärksten Momente der Folge in kompakter Form, vom Family Spirit über Zuhause bei Freunden bis zur Evolution im Umgang mit Krisen. Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Frank Marrenbach, geschäftsführender Gesellschafter der Althoff Hotels, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Frank erzählt, warum ihn Familienunternehmen ein Leben lang faszinierten, von Taittinger über Oetker bis Althoff, und was diesen Unternehmertypus ausmacht, gegroundet, selbstbewusst, aber zurückgenommen. Er spricht über den Glauben an die Beeinflussbarkeit der Zukunft, heute baust du am Morgen, und über das Lebensglück, mit seiner Frau Silke einen Partner an der Seite zu haben, der ihm den Rücken freihält. Dann geht es um den Kern von Hospitality, Haltung allein reicht nicht, es braucht auch ein System. Am Beispiel des Gästeversprechens Zuhause bei Freunden erklärt er, wie aus Seele und Struktur wirkliche Gastfreundschaft entsteht, warum Hotels soziale Orte sind und warum gutes Essen und Spitzengastronomie dazugehören. Zum Schluss teilt Frank seine persönlichste Erkenntnis aus den Pandemiejahren, eine Evolution im Umgang mit der Belastung anderer, sich nicht über die eigene Position zu stellen, nicht zu relativieren, sondern sich an das eigene Gefühl zu erinnern und zu fragen, wie man jemandem wirklich zur Seite stehen kann. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Althoff Gruppe mit CEO Frank Marrenbach | 20 Oct 2026 | 01:00:55 | |
Wie ein Junge mit der Liste der besten Hotels im Portemonnaie zum Chef von 18 Häusern wurde, warum man als Gastgeber nie sagen darf was man nicht meint und weshalb das Diktat des Mittelmaßes die eigentliche Gefahr ist. Frank Marrenbach ist geschäftsführender Gesellschafter der Althoff Hotels, ein Unternehmen mit drei Marken, 18 Hotels in vier Ländern und rund 2000 Mitstreiterinnen und Mitstreitern, deren Mission es ist, wunderbare Orte der Gastfreundschaft zu schaffen und Gäste zum Träumen zu bringen. Frank hat eine klassische Ausbildung zum Hotelkaufmann gemacht, später Bachelor und MBA, fühlt sich aber bis heute als Hotelier und nicht als CEO. Sein ganzes Leben galt Familienunternehmen, den Taittingers, der Familie Oetker und dem Brenners Park Hotel, das er lange führte. 2019 lud ihn Thomas Althoff ein, Partner zu werden. Ein Ritterschlag, der sich sofort als Auftrag anfühlte, denn er begann im März 2020, mitten in der Pandemie, dem denkbar härtesten Moment für die Branche. Es geht um den Ursprung. Mitte der Achtziger hatte Frank keine Ahnung, was er machen sollte, spielte viel Fußball, und sein Vater riet ihm zur Dienstleistung. Zwischen Hotel und Bank entschied er sich naiv und emotional für die Hotelhalle, weil sie ihm moderner schien als der Kassenbereich. Ihn faszinierten die Eleganz, die sozialen Orte, die Ästhetik. Früh war ihm klar, er will Hoteldirektor werden. Er schnitt sich die jährliche Liste der besten Hotels der Welt aus einer Finanzpublikation aus, faltete sie klein und trug sie im Portemonnaie mit sich, London, Paris, Baden-Baden, er hat gezielt danach gearbeitet. Sein Vater gab ihm die 4M-Formel mit, man muss Menschen mögen, man muss nicht rechnen können. Und die Erkenntnis, dass man Menschen annehmen muss, weil sie verschieden sind. Frank spricht über Führung als höchst belohnende Aufgabe, über das ständige Ringen mit dem eigenen Ego und darüber, dass er sich nie über seine hierarchische Position definieren möchte. Ein schöner Gedanke, den er mitbringt, ich bin mein Leben lang Berufsanfänger. Im Kern geht es um die Seele. Max erzählt von einem Erlebnis im Orania Berlin, wo ihn am nächsten Morgen eine fremde Person mit Namen ansprach, und Frank ordnet ein, warum Haltung allein nicht reicht, sondern auch ein System braucht. Sein Leitsatz zieht sich durch, als Gastgeber kannst du nicht immer sagen was du meinst, aber du darfst nie sagen was du nicht meinst, sonst höhlt es dich aus und du wirst zum freundlichen Phrasendrescher. Dazu die Wertschätzung des unsichtbaren Maschinenraums, des Stewardings, und der Gedanke, dass er selbst für den Gast der unwichtigste Teil des Unternehmens ist. Zum Schluss wird es persönlich. Frank spricht über die existenzielle Krise der Pandemiejahre als prägendste Zeit, über Selfcare und finanzielle Vorsorge, und über eine Evolution in seinem Umgang mit der Belastung anderer, nicht mehr relativieren, sondern sich an das eigene Gefühl erinnern und fragen, was man gemeinsam tun kann. Er verteidigt leidenschaftlich die Spitzengastronomie gegen das Gerede von ihrem Tod, warnt vor dem Diktat des Mittelmaßes und schließt mit seinem Ratschlag, die beste Zeit ist immer jetzt. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Highlights: Marcus Asam (CEO asambeauty) | 17 Oct 2026 | 00:12:34 | |
Die stärksten Momente der Folge in kompakter Form, von den eigenen Wirkstoffen aus der Traube über das Loslassen bis zur Kunst, echt zu sein. Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Marcus Asam, dem Gründer der Beauty-Marke M. Asam, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Marcus erzählt, warum er immer gestalten wollte und ein schlechter Arbeitnehmer ist, wie er 2002 mit einer Beauty-Marke startete und warum ihm Authentizität so wichtig ist, mit eigenen Wirkstoffen aus der Traube, mit OPC und Resveratrol, lange bevor Longevity ein Modewort war. Er spricht über das Loslassen und das Vertrauen in sein Team, über Produkte, von denen der Kunde erst gar nicht weiß, dass er sie braucht, und über die Höhen und Tiefen des Unternehmertums, das man wirklich wollen muss. Und es wird persönlich. Marcus erzählt, warum der Weg für ihn das Ziel ist, wie ihn ein Solo-Trip nach Bali wieder erdete und was sein härtestes Learning war, endlich Nein sagen zu lernen und echt zu sein, auch mit den eigenen Schwächen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Revival: Susan Schramm (CMO Motel One) | 15 Oct 2026 | 01:05:46 | |
Warum sie im durchschnittlichsten Dorf Deutschlands schon Marktforschung erlebte, wie sie erste Frau CMO bei McDonald's wurde und was es heißt, eine geliebte Marke behutsam weiterzuentwickeln. Zur Feier des Podcast-Revivals holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein Wiederhören. Susan Schramm ist seit anderthalb Jahren CMO von Motel One, und sie bleibt dabei angenehm bescheiden. Vieles, was die Marke groß gemacht hat, schreibt sie den Gründern Dieter Müller und Ursula Schelle-Müller zu. Ihre Aufgabe ist die vielleicht schönste und schwierigste zugleich, eine geliebte Marke zu bewahren und behutsam weiterzuentwickeln, ohne den Kern zu verlieren. Max blickt mit ihr zurück auf einen ungewöhnlichen Weg. Aufgewachsen ist sie in Haßloch in der Pfalz, dem durchschnittlichsten Dorf Deutschlands und jahrzehntelang berühmter GfK-Testmarkt, wo Marktforschung schon in ihrer Kinderstube lag. Sie ging für ein Jahr nach Frankreich, studierte dann BWL in Mannheim und landete bei einer Werbeagentur, die McDonald's betreute, den Erfindern von Ich liebe es. Dann kam der große Sprung. Über eine glückliche Fügung ging sie in die USA und durfte zwei Jahre lang die weltweite Allianz von McDonald's und Disney verantworten. Ihre Möbel waren gerade auf dem Weg über den Atlantik, als der 11. September geschah. Sie erzählt vom Finding-Nemo-Meeting bei Pixar, bei dem der Regisseur den Film zwei Stunden lang erzählte, und von der Premiere auf dem blauen Teppich in Hollywood. Zurück in Deutschland blieb sie fast zwei Jahrzehnte bei McDonald's und wurde dort die erste Frau in der Rolle der CMO. Sie erzählt vom Anruf mit Blick auf die Oper von Sydney, vom Imposter-Syndrom, von Kampagnen mit Oleg Popov und Heidi Klum und vom Ein-Euro-Cheeseburger, auf den Deutschland gewartet zu haben schien. Nach sechs Jahren als CMO ging sie bewusst und ohne Plan, genoss die Auszeit auf einer Parkbank mit Zeitung und Kaffee, bis Motel One ganz unerwartet auf sie zukam. Heute gestaltet sie zwei Marken, Motel One mit dem neuen Claim Designed for you und das jüngere, erlebnisgetriebene The Cloud One, mit dem die erste deutsche Hotelkette überhaupt in den USA eröffnet hat. Zum Schluss teilt Susan ihr wichtigstes Learning. Man muss mit Herzblut bei dem sein, was man tut, mit sich selbst im Reinen sein und nicht neidisch auf andere schauen, sondern die Dinge so gestalten, dass sie für einen selbst passen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind asambeauty mit CEO Marcus Asam | 13 Oct 2026 | 01:11:34 | |
Wie aus einer Idee mit seiner Frau eine der größten Beauty-Marken Deutschlands wurde, warum Community die wichtigste Währung ist und was es heißt, endlich Nein sagen zu lernen. Marcus Asam ist 53 und seit Ende zwanzig Unternehmer. Aus einer Idee, die er 2002 gemeinsam mit seiner Frau startete, ist eine der bekanntesten Beauty-Marken Deutschlands geworden, mit fast 500 Mitarbeitenden und mehreren Produktionsstandorten im Land. Max blickt mit ihm hinter das Gründertum, hinter die Höhen und die Tiefen, die kaum jemand sieht. Am Anfang steht der Vater, der ein kleines Kosmetikunternehmen hatte, und seine Frau, die als Producerin bei einem Shoppingsender arbeitete. Weil beide dasselbe Initial tragen, ein M, wurde daraus M. Asam. Von der ersten Sendung an war das Produkt ausverkauft, schon vor der Vorschau. Es folgten die USA, England, Italien, Japan und Korea, im ersten Jahr Millionenumsätze. Alles made in Germany, mit eigenen Wirkstoffen aus der Traube, mit OPC und Resveratrol, lange bevor Longevity ein Modewort war. Nach Jahren im Teleshopping entschied sich Marcus bewusst für den nächsten Sprung, holte einen Investor an Bord und baute die Marke zu einer echten Marke im Handel aus, bei Müller, Rossmann und dm. Aus vierzig Millionen wurden rund zweihundert. Heute ist der eigene Online-Shop der größte Kanal. Er spricht offen über den Preis, den dieser Erfolg hatte. Über 16- bis 18-Stunden-Tage, über die Zerreißprobe eines Familienunternehmens und über eine Phase, in der er mental völlig durch war. Erst zehn Jahre später kam heraus, dass er Mitte dreißig einen Mini-Schlaganfall hatte. Ein Ayurveda-Aufenthalt in Indien wurde für ihn zum Reset, seither passt er besser auf sich auf. Dann geht es um das Heute, um ein Transformationsjahr mit einem neuen Team, um die Frage, warum starke Communities und echtes Vertrauen die wichtigste Währung geworden sind, und darum, wie sich das Marketing-Spiel durch künstliche Intelligenz gerade komplett neu schreibt. Zum Schluss wird es persönlich. Marcus erzählt vom Loslassen, von Freiheit und Unfreiheit als Unternehmer und von seinem härtesten Learning, endlich Nein sagen zu lernen. Sein bester Rat, glaub an dich selbst, hör auf deine innere Stimme, und wenn du ein Störgefühl im Bauch hast, dann lass dich zu nichts überreden. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Highlights: Thomas Schlereth (CEO Banzai Legacy Lab) | 10 Oct 2026 | 00:13:20 | |
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Thomas Schlereth, dem Architekten und Gründer des Banzai Legacy Lab am Starnberger See, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Thomas erzählt, wie ihn die Leidenschaft für Autos schon als Kind packte, warum es sich lohnt, früh zu erkennen, wofür ein Kind wirklich brennt, und wie er über Umwege zur Architektur kam. Er spricht offen über eine seiner härtesten Lektionen, mit dem Modulbau war er viel zu früh dran und musste ein Unternehmen wieder schließen. Ein Amerikaner sagte ihm damals, man sei erst ein wirklich guter Unternehmer, wenn man einmal pleitegegangen ist. Er nimmt uns mit ins Berlin der Neunziger, als eine Stadt zusammenwuchs, zu seiner ersten Hotel-Skizze im Modulbau von 1997, die er erst 2016 in Garching verwirklichte, und zu dem, was für ihn in einer immer lauteren Welt bleibt, die ruhigen, präsenten Momente statt des ständigen Events. Und natürlich geht es um Banzai, das teuerste Skateboard seiner Kindheit, sowie um sein Lebensmotto aus dem Taoismus, Wu Wei, das Handeln durch Nichthandeln und das Vertrauen darauf, dass die Dinge so kommen, wie sie kommen müssen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Banzai Legacy Lab mit CEO Thomas Schlereth | 06 Oct 2026 | 01:20:54 | |
Warum ein Architekt ein Hotel in zwölf Monaten baut, wieso Dinge eine Seele haben und was Handeln durch Nichthandeln mit einem guten Leben zu tun hat. Thomas Schlereth ist Architekt, 64, und ein Mensch, der Beruf und Berufung verschmolzen hat. Heute steht er hinter dem Banzai Legacy Lab am Starnberger See, einem Zuhause für Klassiker, Sport- und Sammlerautos, das weit mehr sein will als eine Garage. Max blickt mit ihm hinter die Kulissen eines Ortes, an dem sich Autoliebe, Design und echte Begegnung treffen. Am Anfang steht die Leidenschaft für Autos, die ihn schon als Vierjährigen packte, mit Matchbox-Autos, obwohl seine Eltern gar nicht autoaffin waren. Er fuhr mit acht Traktor, mit neun Motorrad. Studiert hat er dann Architektur, in Innsbruck und München, mit Diplom im Mauerfalljahr 1989. Er erzählt, wie er in Berlin und Dresden in die Bauträgerei stolperte, obwohl er Baustellen bis heute hasst, und wie er mit dem Modulbau viel zu früh dran war und ein Unternehmen wieder schließen musste. Ein Amerikaner sagte ihm damals, man sei erst ein wirklich guter Unternehmer, wenn man einmal pleitegegangen ist. Seine Idee vom Hotel aus vorgefertigten Modulen skizzierte er schon 1997, umgesetzt hat er sie erst 2016 mit dem Soulmade in Garching, in Holzmodulbauweise, 140 Zimmer in nur zwölf Monaten statt der üblichen zwei Jahre. Nicht in der Masse mitzuschwimmen, sondern anders und innovativ zu sein, ist sein Lebenskredo. In einer immer digitaleren Welt setzt er auf das, was bleibt, die echte Begegnung, das Handwerk und die Aufmerksamkeit, die für ihn das größte Gut ist. Dann geht es um Banzai. Als Kind bewunderte Thomas das teuerste Skateboard seiner Zeit, ein Aluminiumbrett für 299 Mark, das der Vater ihm nicht kaufte. Jahrzehnte später sicherte er sich die Markenrechte, legte das Board neu auf und verband die kultige Marke aus Kalifornien mit seiner zweiten großen Liebe, den Autos. Sport, Liebe und Design auf vier Rädern. Das Banzai Legacy Lab ist am Ende ein Hospitality-Konzept für Autos und ihre Menschen, mit bis zu 250 Stellplätzen, Werkstatt, Detailing und einem eigenen Foto- und Filmstudio. Für Thomas geht es dabei nie um den Preis, sondern um Geschichten. Er erzählt vom Film über eine Cobra, deren Rennfahrer-Witwe an ihrem alten Auto noch ihre Fingerabdrücke fand, und von der Frage, die den Kern ausmacht, können Dinge eine Seele haben. Zum Schluss teilt Thomas seine Lebensweisheiten. Das Leben lebt man vorwärts und versteht es rückwärts. Höre nur auf Menschen, die ein Leben führen, das du dir selbst wünschst. Und sein Motto aus dem Taoismus, Wu Wei, das Handeln durch Nichthandeln, das Vertrauen darauf, dass die Dinge so kommen, wie sie kommen müssen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Highlights: Alexia Genta (Gérald Genta Heritage) | 03 Oct 2026 | 00:13:09 | |
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Alexia Genta, der Tochter des legendären Uhrendesigners Gérald Genta, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Die Folge ist auf Englisch. Alexia erzählt, wie sie einige Jahre nach dem Tod ihres Vaters ihre Mission fand, sein Erbe am Leben zu halten und ihn auch als Maler anerkennen zu lassen, seinen größten Traum. Der Wendepunkt kam während Corona, als alle nur über Royal Oak und Nautilus sprachen und ihr klar wurde, wie wenig die Welt über den Rest seines Werks weiß. Ihre nüchterne Erkenntnis, wenn sie es nicht tut, ist sie die letzte Generation, die es kann. Sie spricht über die starken Frauen der Familie, allen voran ihre Mutter Evelyne, die 1981 ein Unternehmen am Rande der Pleite übernahm und Stück für Stück gesund machte, damit ihr Mann frei schaffen konnte. Und über ihren Vater, der ihr riet, keine Hausaufgaben zu machen, ihr das Uhrendesign nicht beibringen konnte, weil Genies nicht lehren, ihr dafür aber das Wichtigste zeigte, das Beobachten. Zum Schluss geht es um die Wiederbelebung der Marke Gérald Genta und um die Frage, warum ihr Vater als Designer und bei den Komplikationen seiner Zeit immer voraus war. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Revival: Nicolas Lindner (CEO Annemarie Börlind) | 01 Oct 2026 | 01:00:15 | |
Zur Feier des Podcast-Revivals holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein Wiederhören. Nicolas Lindner führt Annemarie Börlind in dritter Generation, gemeinsam mit seiner Schwester Alicia. Die Naturkosmetikmarke aus Calw im Schwarzwald gibt es seit 66 Jahren, gegründet nur vierzehn Jahre nach dem Krieg, als Naturkosmetik alles andere als hip war. Heute beschäftigt das Familienunternehmen rund 260 Menschen und ist komplett eigenfinanziert. Am Anfang steht seine Großmutter, die eigentlich Buchbinderin war und wegen eigener Hautprobleme begann, sich aus einem Kräuterbuch eigene Rezepturen zu mischen. Ihr Credo, was ich nicht essen kann, gebe ich nicht auf meine Haut. Lange wurde sie als Kräuterhexe belächelt, am Ende war sie die Grande Dame der Naturkosmetik. Nicolas hat sie, die mit 95 Jahren starb, noch selbst erlebt und mit ihr gearbeitet. Er erzählt, wie er über eine Ausbildung in der Kosmetik, ein Studium in München, eine Station im Private Equity und ein eigenes Startup mit bunten Plastikuhren am Ende doch den Weg zurück ins Familienunternehmen fand. 2013 stieg er ein, wurde ins kalte Wasser geworfen und übernahm schon 2015 die Marketingleitung, obwohl es gar nicht sein Fach war. Sein großes Projekt, der Relaunch der Marke, bei dem jede Verpackung, jede Schrift und jedes Bild neu gedacht wurde, modern, aber ohne die starke Historie über Bord zu werfen. Dann kam der Nachhaltigkeitstrend, und plötzlich wollten alle grün sein. Nicolas spricht offen darüber, wie aus der geschützten kleinen Naturkosmetik-Welt ein Haifischbecken wurde, warum ein Konzern nicht über Nacht Naturkosmetik werden kann und wie das Unternehmen mit seiner Mission 2025 selbst nachlegte. Er erzählt vom Wegbruch des China-Geschäfts während Corona, vom Aufbau eigener Niederlassungen in Shanghai und Philadelphia und davon, wie sein Vater ausgerechnet drei Monate vor dem Lockdown in Rente ging. Ein Höhepunkt ist die Geschichte hinter dem Testimonial Matthias Schweighöfer, der die Marke aus eigenem Antrieb feierte, per Direktnachricht gewonnen wurde und bei einem Rundgang im Schwarzwald so kreativ wurde, dass er den Werbespot gleich selbst vorspielte. Herausgekommen sind schwarze Augenpads, die zum Super Bowl in den USA starten sollen. Zum Schluss teilt Nicolas seine Motivation und seine Learnings. Verantwortungsvolles Unternehmertum statt reiner Gewinnmaximierung, das Unternehmen als Lehen, das man besser an die nächste Generation weitergibt, und die Erkenntnis aus den Krisen, dass man es nicht allein stemmen kann, sondern ein starkes Team braucht. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Gérald Genta Heritage mit Alexia Genta | 29 Sep 2026 | 01:03:45 | |
Alexia Genta trägt einen der größten Namen der Uhrenwelt, den ihres Vaters Gérald Genta, des Designers hinter Royal Oak und Nautilus. Diese Folge ist auf Englisch. Lange wollte Alexia genau das nicht sein, nur die Tochter. Sie baute sich eine eigene Karriere fernab der Uhren auf, unter anderem bei Unilever und beim Luxushaus Valextra, aus Angst, als Nepo Baby zu gelten. Dann kam die Erkenntnis, dass Unabhängigkeit nicht heißt, sich vom Werk der Eltern zu lösen. Der Wendepunkt kam während Corona. Plötzlich sprach die ganze Welt über Royal Oak und Nautilus, die Preise explodierten, und Alexia wurde bewusst, wie wenig die Menschen über den Rest seines Werks wissen, den Ingenieur, den Polerouter, die Arbeiten für Cartier und Van Cleef und seine eigene Marke. Die beiden berühmten Uhren kratzen nur an der Oberfläche. Sie ließ alles stehen, begann zu forschen, öffnet bis heute Kisten, liest Korrespondenz mit Marken und Vorständen und sucht in Archiven nach unbekannten Entwürfen. Aus dem Erklären der Vielseitigkeit wurde das Erklären des Menschen, und das wurde ihr Warum. Ihre nüchterne Erkenntnis, wenn sie es nicht tut, ist sie die letzte Generation, die es kann, weil nur sie ihn noch persönlich kannte. Sie spricht über die starken Frauen in dieser Geschichte, allen voran ihre Mutter Evelyne, die 1981 mit dreißig in eine Fabrik am Rande der Pleite kam, sich alles selbst beibrachte und das Unternehmen Stück für Stück gesund machte, damit ihr Mann frei schaffen konnte. Und sie spricht über ihre eigene Rolle heute, die Geschichte wahrhaftig zu halten in einer Zeit, in der sich mit Geld und PR fast jede Erzählung biegen lässt. Ihr Kompass, ruhig bleiben, immer weiter recherchieren, das Laute ausblenden und mit den Menschen sprechen, denen es wirklich um die Sache geht. Ihr Antrieb ist am Ende ganz einfach und ehrlich. Sie will ihren Eltern etwas zurückgeben. Von manchen als wenig ehrgeizig empfunden, für sie aber der stärkste Motor überhaupt. Der beste Rat, den ihr Vater ihr mitgab, blende alles um dich herum aus und vertraue dem, was du tust, und geh nie einen Kompromiss bei der Qualität ein. Eine Folge über Vermächtnis, über die Kraft, an sich selbst zu glauben, und über eine Tochter, die dem Genie ihres Vaters die Anerkennung gibt, die ihm zu Lebzeiten oft verwehrt blieb. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Highlights: Oliver Heilmer (VP Design BMW) | 26 Sep 2026 | 00:12:52 | |
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Oliver Heilmer, dem BMW-Chefdesigner, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Heilmer erzählt, warum er nach acht Jahren als Mini-Chefdesigner zurück zu BMW und zur neuen Klasse ging, ohne eine Sekunde zu zögern, und wie sich für ihn der Kreis schloss, als er plötzlich wieder an Produkten arbeitete, die er selbst in der frühen Phase begonnen hatte. Er spricht über Timing und Bauchgefühl, über die Frage, ob unser Leben geskriptet ist oder Zufall, und über seine Überzeugung, dass man wagen muss, weil der größere Fehler ist, etwas nicht gewagt zu haben. Er nimmt uns mit zurück in die Kindheit, zu den Landmaschinen, an denen er nicht die Geschwindigkeit liebte, sondern die Details, das von der Erde polierte Metall und den Übergang zum alten Lack, und wie daraus die Faszination fürs Zeichnen wurde. Und er erklärt, warum ein Designer nicht am Zeichenbrett am stolzesten ist, sondern wenn er sein fertiges Auto endlich in der realen Welt fahren sieht. Zum Schluss geht es um künstliche Intelligenz, um Präzision, um die Frage, wem die Daten gehören, und darum, wie KI das Erzählen ganzer Lebenswelten verändert. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind BMW mit VP Design Oliver Heilmer | 22 Sep 2026 | 00:59:27 | |
Warum die höchste Auszeichnung für einen Designer nicht das Zeichenbrett ist und wie ein Dreier auf dem Bauernhof alles auslöste. Oliver Heilmer ist seit Dezember 2024 in einer neuen Rolle bei BMW und gestaltet die Designzukunft der Marke mit. Für ihn war es ein Homecoming, nach acht Jahren als Chefdesigner von Mini, davor Designworks in Los Angeles und sechzehn Jahren BMW. Design ist für ihn Berufung, und Fahrzeuge faszinieren ihn, seit er denken kann. Am Anfang steht ein Bild, das sich bei ihm eingebrannt hat. Der Bauernhof seiner Großeltern in der Nähe von München, in dessen Hof irgendwann der Dreier seines Onkels stand. Er war vielleicht acht. Stundenlang saß er in diesem Auto, das er nicht fahren durfte, drückte jeden Knopf, bewegte die Scheibenwischer. Fahren durfte er dagegen die Landmaschinen, die er wie Monster fand, und schon damals achtete er auf die Details, auf das von der Erde polierte Metall, auf den Übergang zum alten Lack. Aus dieser Faszination fürs Bewegen und Beobachten wurde die Faszination fürs Zeichnen. Erst Landmaschinen, dann Dragster, irgendwann sein eigenes Auto mit Logo, Silhouette und Package. Der Weg zu BMW begann mit einem Professor in Pforzheim, Gerd Friedrich, und seinen verdammt coolen Autos. Über ein Praktikum kam Heilmer hinein und fühlte sich schnell zu Hause, schon als Praktikant durfte er an Serienprojekten mitarbeiten. Seine Diplomarbeit widmete sich sogar Booten, weil BMW früher einmal Boote baute. Was ihn bis heute hält, ist die Vielfalt, die Design innerhalb einer einzigen Marke haben kann, von der Serie bis zu Themen, die erst in sieben Jahren auf die Straße kommen. Ehrlich spricht er über Timing und Bauchgefühl. Bei allen drei großen Wechseln, zu Designworks, zu Mini und zurück zu BMW, hat er keine Sekunde überlegt. Er ist ein Kopfmensch, der die meiste Zeit in der Zukunft denkt, aber am Ende immer aus dem Bauch entscheidet. Sein Leitgedanke, man muss wagen, denn der größere Fehler ist, etwas nicht gewagt zu haben. Das vielleicht überraschendste Geständnis der Folge, Heilmer zeichnet kein einziges Auto mehr, seit rund zehn Jahren nicht mehr richtig. Er vergleicht es mit dem Spitzensport, irgendwann trifft man mit den eigenen Werkzeugen nicht mehr den Zeitgeist, und die jungen Talente im Team faszinieren ihn. Seine Rolle heute ist für ihn nicht Politik, sondern Sinnstiftung, oft über bewusst naive Fragen. Und die höchste Auszeichnung ist für ihn ohnehin nicht das inszenierte Zeichenbrett, sondern ein fertiges Auto, das sich in der realen Welt bewegt. Dann geht es um gutes Design, über eine simple Reisekaffeemaschine, über Uhren mit Handaufzug und das Ritual dahinter, über Knöpfe gegen Touchscreen und über künstliche Intelligenz, Präzision und die Frage, wem eigentlich die Daten gehören. Sein bester Rat kam einst von einem Designer, der im Praktikum hinter ihm saß, just do what you feel. Und sein Antrieb ist so stark, dass er für dieses Gespräch sogar direkt aus dem Krankenhaus kam. Das, sagt er, ist sein Motor. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Highlights: Franziska Gregor (Co-Founderin Serviceplan Culture) | 19 Sep 2026 | 00:12:09 | |
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Franziska Gregor von Serviceplan Culture, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Franziska verrät, woran ihr Team erkennt, was wirklich ein Trend ist und was nur ein Hype, an Plattformen, an Daten und an persönlichen Kontakten in die Communities, ergänzt um einen diversen Culture Council. Reddit nennt sie eines der letzten echten sozialen Medien, weil dort noch die Community entscheidet und nicht der Algorithmus. Sie erklärt, warum Snapchat für eine jüngere Zielgruppe wieder an Relevanz gewinnt und warum künstliche Intelligenz das Vertrauen untergräbt. Ihr Kernsatz, Vertrauen ist die große Währung der Zukunft, und die entsteht durch Community und Culture. Dann geht es um die Gamescom und um echte Community-Arbeit statt gekaufter Aufmerksamkeit. Die entscheidende Frage lautet immer, was kann eine Marke der Community bringen, bevor sie überhaupt einen Stand mietet. Franziska erzählt von ihrem eigenen Highlight, dem KFC-Store zum Japantag in Düsseldorf, den sie mit einer Berliner Manga-Schule komplett neu erdacht hat, von einer Kampagne für Snipes und Nike über Female Rap Culture, bei der Zuhören wichtiger war als Senden, und von Marken wie Essence, die den offiziellen Cosplay-Wettbewerb unterstützt haben. Und sie erzählt, warum die Gamescom-Community so besonders ist, tolerant, wertschätzend, barrierefrei und wunderbar divers. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Revival: Nic Lecloux (CMO True Fruits) | 17 Sep 2026 | 01:07:20 | |
Warum Gründen das letzte legale Abenteuer ist und wie aus einem Saftladen eine Kultmarke wurde. Zur Feier von fast zwanzig Jahren True Fruits und dem Revival des Podcasts holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein Wiederhören. Nic Lecloux ist einer der drei Gründer und der Marketing-Chef von True Fruits, der Marke mit den frechsten Sprüchen Deutschlands. 2006 hat er das Unternehmen mit Inga und Marco gegründet, heute ist der kleine Saftladen mit rund vierzig Leuten Marktführer bei Smoothies. Die beiden anderen, sagt Nic augenzwinkernd, hätten in den ersten Jahren seinen intellektuellen Rollstuhl geschoben. Er erzählt, wie alles begann. Marco und Inga entdeckten die Smoothies in einem Auslandssemester im schottischen Aberdeen, wo Innocent längst ein Riesengeschäft war, und kamen mit dem Größenwahn zurück, das auch in Deutschland zu wagen. Nic, gebürtiger Troisdorfer, kam über ein Praxisprojekt an der kleinen Fachhochschule bei Bonn dazu. Gründen war damals alles andere als sexy, Ingas Mutter fragte nur, warum sie dafür studiert habe. Die Anfänge waren ein einziges Sich-Durchfragen. Ein Chemiker im Team konnte eine Kläranlage bauen, aber keinen Fruchtsaft abfüllen. Also googelten sie nach einem Fruchtsaftguru und landeten bei einem Professor in Trier, der erst lachte und dann half. Der erste Prototyp war viel zu dickflüssig, die erste Abfüllung eine Katastrophe, und ein Professor prophezeite, ihr Preis von zweifünfzig für 250 Milliliter werde nie funktionieren. Doch sie wollten kein billiges Saftgetränk sein, sondern eine Marke. Dazu gehörte eine eigene Flasche, und der Hersteller machte sie nur unter einer Bedingung, einer Tagesproduktion von bis zu über einer Million Stück. Als mittellose Studenten zogen sie es trotzdem durch, finanziert über einen Businessplan-Wettbewerb, Gründerkredite und zwei Investoren aus Bonn. Sein erstes Gehalt verdiente Nic nebenbei als Doormanager bei der Telekom. Weil die Flasche erst im November kam und plötzlich eine Million Flaschen im Lager standen, mussten sie den klassischen Weg über die Gastronomie fallen lassen und direkt in den Handel gehen. Der Durchbruch kam ausgerechnet über die Tankstelle, über eine Listung bei Lekkerland und Aral, inspiriert vom Vorbild Red Bull. Zum Schluss teilt Nic seine wichtigsten Learnings. Immer fragen, wenn man keine Ahnung hat, aber der eigenen Vision treu bleiben. Sich auf die Lösung konzentrieren statt auf das Problem. Sich auf das Schlimmste vorbereiten und auf das Beste hoffen. Und einer seiner schönsten Sätze, gründen ist das letzte legale Abenteuer. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Serviceplan Culture mit Co-Founderin Franziska Gregor | 15 Sep 2026 | 00:56:57 | |
Franziska Gregor ist zum zweiten Mal zu Gast, diesmal aus der Ferne. Sie hat sich, wie sie selbst sagt, zu einem kulturellen Schweizer Taschenmesser entwickelt. Angefangen hat sie klassisch in der Werbung als Beraterin, das ist über zwanzig Jahre her. Sie kommt aus einer hart arbeitenden Familie, war die Erste, die studiert hat, und hätte am liebsten Kunst studiert, was damals nicht möglich war. Also wurde es Medienmanagement, viele Agenturen, Zeit in den USA und in Südkorea, dann TikTok, wo sie das Creative-Partnerships-Team leitete, und schließlich Serviceplan, wo sie mit Nico und Sven Serviceplan Culture gründete. Heute, nach fast tausend Tagen, dreht sich alles um Innovation, Partnerships und die neuesten Plattformen und Trends. Im Kern geht es um Culture, das ehrliche Erzählen von Geschichten aus kulturellen Communities, ohne sie zu kommerzialisieren oder zu verwässern. Franziska beschreibt ihre Rolle wie einen Selector an der Clubtür. Eine Marke kann sich mit noch so viel Geld nicht einfach in eine Community einkaufen, es braucht jemanden, der den echten Fit herstellt. Woran man erkennt, was wirklich relevant ist und was nur ein Trend, macht sie an drei Dingen fest, an Plattformen, an Daten und an persönlichen Kontakten in die Communities, ergänzt um einen diversen Culture Council. Reddit nennt sie eines der letzten echten sozialen Medien, weil dort noch die Community entscheidet und nicht der Algorithmus. Sie nimmt Max mit durch die spannendsten Märkte, Japan mit seiner Präzision, Südkorea, die Ukraine als Impulsgeber für Mode, China mit echter Designkompetenz. Alles erneuert sich etwa alle drei Jahre, beschleunigt durch Social Media, wo On- und Offline längst verschmelzen. Ihr Lieblingsbeispiel ist BookTok, das gedruckte Buch im Regal, die Community im Netz. Ein großes Thema ist die Verschiebung der Plattformen. Weil jüngere Menschen die klassischen Kanäle verlassen und künstliche Intelligenz das Vertrauen untergräbt, ziehen sich viele in kleinere Kreise zurück. Genau deshalb, sagt Franziska, wird Vertrauen zur eigentlichen Währung der Zukunft, geprägt durch Community und Culture. Sie glaubt an Snapchat als unterschätzte Plattform und daran, dass Marken auf YouTube noch längst nicht am Limit sind. Dann geht es um die Gamescom, die größte Gaming-Messe der Welt mit fast 370.000 Menschen, und um die Frage, warum Gaming alles andere als Nische ist. Gaming ist ein ganzes Ökosystem, von Collectibles über Cosplay bis zu Twitch. Franziska erzählt, wie Marken wie eBay, Essence oder L'Oréal dort wirklich in die Community investiert haben, statt nur ein Logo aufzukleben. Und warum Menschen anderen beim Spielen zuschauen, erklärt sie mit einem schönen Vergleich, den sie von Felix Schütz mitgebracht hat, so wie man Fußball schaut, ohne selbst zu spielen. Besonders am Herzen liegt ihr die Vielfalt dieser Welt. Die Gamescom erlebt sie als tolerant, wertschätzend und divers, auch wenn der Gegenwind gegen Streamerinnen und Gamerinnen zuletzt größer geworden ist. Sie erzählt von ihren eigenen Highlights, dem KFC-Store zum Japantag in Düsseldorf, den sie mit einer Manga-Schule komplett neu erdacht hat, und einer Kampagne für Snipes und Nike über Female Rap Culture in Deutschland und Frankreich. Am Ende teilt sie ihr größtes Learning. Unsere Branche braucht mehr Vielfalt, auch der Lebenswege, und mehr unbequeme Menschen mit Persönlichkeit. Nicht jeder kann alles, und das ist gut so. Wie bei einem guten Gericht braucht es unterschiedliche Zutaten. Oder, wie Max es mit einem Satz von Ana Roš zusammenfasst, what grows together, goes together. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Rolls Royce mit Director of Design Domagoj Dukec | 28 Jul 2026 | 01:10:32 | |
Wie aus dem Jungen, der Chefdesigner bei BMW ins Poesiealbum schrieb, der Director of Design von Rolls-Royce wurde, warum man sich jeden Titel erarbeiten muss und warum Menschlichkeit der letzte Unterschied zur künstlichen Intelligenz ist. Domagoj Dukec ist zum dritten Mal zu Gast, eine Ehre, die Max sonst nur Tim Raue und Jan Hartwig zuteilwerden ließ. Heute in einer neuen Rolle. Dukec ist Director of Design bei Rolls-Royce, und das Besondere daran ist, dass der Chefdesigner hier Teil des Vorstands ist, mit einer Siebtelstimme an jedem Dienstag. Design bekommt ein Gewicht, das es in der Industrie sonst selten hat. Rolls-Royce baut rund sechstausend Autos im Jahr, BMW verkauft zweieinhalb Millionen. Dukec versteht die Marke deshalb gar nicht als Autohersteller, sondern als House of Luxury, näher an Patek Philippe als an einem Fließband. Und genau diese Nähe zu ganz wenigen Kunden ist es, die ihn heute reizt. Dann geht es zurück an den Anfang. Schon mit dreizehn wusste er, dass er Autodesigner werden will. In sein Poesiealbum schrieb er Chefdesigner bei BMW, so wie andere Astronaut schreiben. Ein frühes Angebot von BMW lehnte er ab, aus Angst, sich den Traum zu früh zu verbrennen. Stattdessen ging er nach Spanien und dann zehn Jahre nach Paris, zu Citroën, wo er Exterieurchef wurde. Beworben hat er sich nie, weder dort noch bei BMW. Sichtbarkeit und ein Netzwerk aus Designers Nights führten ihn irgendwann zu Adrian van Hooydonk, mit dem er sich fand. Als er endlich zu BMW kam, war es erst einmal ein Kulturschock, vom Designstudio am Meer in das nüchterne Forschungszentrum. BMW, sagt er, ist wie eine sehr anständige Familie, bodenständig, ordentlich, wo man sich jeden Titel erst erarbeiten muss. Das war für ihn kein Makel, sondern Sicherheit, gerade als frischgebackener Familienvater. Er wurde, was er sich als Kind vorgenommen hatte, Chefdesigner von BMW, und führte mit der Neuen Klasse den größten Umbruch der Marke an. Kein reines Designthema, sondern ein Haltungsthema, bei dem Milliarden bewegt werden, ohne dass sich irgendetwas empirisch beweisen lässt, nur mit Überzeugung. Mit der Neuen Klasse war für ihn das Kapitel abgeschlossen. Und dann kommt der ehrlichste Teil. Mit fünfzig, nach fünfundzwanzig Jahren im Design, hatte er sein Lebensziel erreicht und stellte fest, dass am Ziel keine Glückseligkeit wartet, sondern eher Erschöpfung. Wo ist noch Wachstum, wo die Herausforderung, wo die Schmetterlinge im Bauch. Er dachte sogar darüber nach, die Autobranche ganz zu verlassen und ein Restaurant zu eröffnen. Am Ende wurde es Rolls-Royce, die Marke, die er insgeheim immer am liebsten gemacht hätte. Dazwischen erzählt er von den großen Nieren, für die er bekannt ist und die er gar nicht als sein Verdienst versteht, vom Missverständnis, er wolle polarisieren, obwohl er das Klare und Zeitlose liebt, und von der Frage, was gutes Design überhaupt ausmacht. Seine Antwort, der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Design ist nicht mathematisch, sondern immer Kontext, Marke und Zeitgeist. Und er ist nicht Chefdesigner, weil er den besten Geschmack hätte, sondern weil er den richtigen Menschen zuhört und die richtigen Zutaten zusammenbringt. Am Ende landen die beiden bei dem, was Rolls-Royce für Dukec ausmacht und was ihn mit Max verbindet. Menschlichkeit. Die Handwerkskunst, die man spürt, die Wärme, die Hände hinterlassen haben. Vielleicht ist genau das der letzte Unterschied zur künstlichen Intelligenz. Ein vierter Teil, dann nur über Rolls-Royce, ist schon versprochen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Rügenwalder Mühle mit CMO Steffen Zeller | 21 Jul 2026 | 01:04:11 | |
Warum eine Marke einen Standpunkt braucht, Fehler dazugehören, Kopf und Bauch zusammengehören und es am besten schmeckt, wenn es allen schmeckt Steffen Zeller ist seit viereinhalb Jahren CMO der Rügenwalder Mühle, einer 192 Jahre alten Marke, die fast jeder in Deutschland kennt. Gebürtiger Ulmer, im Kindergartenalter nach Günzburg gezogen, mit langen blonden Haaren und einem Dialekt, den keiner verstand. Erste Generation seiner Familie, die studieren durfte, die Eltern haben sich alles abgespart. Sein Weg ins Marketing war ein Umweg. Acht Wochen Physik, dann gemerkt, das ist es nicht. BWL international, Praktika von Investmentbanking bis VW, einfach ausprobieren, was Spaß macht. Über einen L'Oréal-Wettbewerb und eine Diplomarbeit kam die Erkenntnis, dass Marken seine Leidenschaft sind. Er wollte zu großen Marken. Bei Kraft Foods fing er im Vertrieb an, betreute die Rewe, arbeitete sich hoch bis in die Datenwelt. Der Sprung ins Marketing war schwer, eine Fürsprecherin, Uschi Wagener, machte ihn möglich. Später baute er bei Iglo die Veggie-Marke mit auf und pendelte nach London. Als in der Corona-Zeit sein Pendlervertrag auslief und zwei Angebote auf dem Tisch lagen, entschied er sich für die Mühle, aus dem Wunsch, zurück in den Mittelstand zu gehen. Einen Fünf-Jahres-Plan hatte er nie. Er macht das, was sich gut anfühlt, und bringt Kopf und Bauch zusammen, seine Mathe-Physik-Seite und sein Gefühl. Selbstständigkeit schließt er nicht aus, never say never. Dann geht es um die eigentliche Geschichte, wie man eine Wurstmarke vegan macht, ohne die Wurzeln zu verraten. 2014 kamen die ersten pflanzlichen Produkte, gleicher Produktionsprozess, nur mit Pflanzen. Mit Corona und Fridays for Future kam der große Schub. Als Mittelständler steckt die Mühle in einer Sandwich-Position, zwischen den ganz Großen mit ihrer Skalierung und den lauten, schnellen Startups. Zellers Antwort ist das Beste aus allen Welten, die Fehlerkultur der Startups und die Tradition der eigenen Marke. Bewusst undogmatisch heißt alles Rügenwalder Mühle, Fleisch wie vegan, kein erhobener Zeigefinger. Am besten schmeckt es, wenn es allen schmeckt. Alle an einen Tisch, selbstbewusst über alles sprechen, kompromisslose Produktqualität. Nur so wird Marketing glaubwürdig. Eine Marke muss einen Standpunkt haben, sonst ist sie nur gefällig, und wer allen gefällt, gefällt am Ende niemandem. Die Hater und die Videos über den angeblichen Untergang blendet er aus, ein alter Chef sagte ihm einmal, reframe das im Kopf, man kann immer besser werden. Über Fehler spricht Steffen offen. Sein größter kam früh. Er wollte die Kraft-Dressings unter Miracle Whip premiumisieren, sauber durchgerechnet, auf dem Papier perfekt. Seine Mutter sagte, Mayonnaise im grünen Salat funktioniert nie. Sie hatte recht, das Segment fuhr gegen die Wand. Sein Learning, theoretisches Marketing, das wie eine mathematische Gleichung gebaut ist, ist gefährlich. Kopf und Bauch müssen zusammenkommen. In seinem Team lebt er Fehlerkultur über Mut, Neugier und Ownership, sogar Fuck-up-Sessions, in denen jeder erzählt. Nur denselben Fehler zweimal machen, das darf nicht passieren. Er erzählt von der Feierabend-Kampagne, die einen alten Claim aus den Neunzigern neu belebt und bei System One herausragend getestet hat, vom Wurstpromoter-Stunt, vom Mühlenretreat für die Gen Z und von Paul Ripke, der sich die Mühle auf einen Zahn gravieren ließ und ein Jahr lang damit herumlief. Glaubwürdigkeit, sagt Steffen, kann man sich nicht kaufen. Zum Schluss der beste Ratschlag seines Lebens, von Irene Rosenfeld und von Uschi Wagener. Marketing braucht vor allem gesunden Menschenverstand und ein Gefühl für Menschen, der Rest kommt von allein. Und seine Motivation ist einfach, das zu tun, was Energie gibt, und das zu lassen, was Energie zieht. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Max Richard Leßmann | 31 May 2026 | 01:20:41 | |
Max Richard Leßmann arbeitet mit Worten. Mit 14 gründete er eine Band, davor schrieb er schon Gedichte. Über die Musik kam er mit Künstlern verschiedener Genres in Kontakt. Seit fast neun Jahren postet er jeden Tag ein Gedicht auf Instagram. Heute hat er knapp 180.000 Follower, einen Spiegel-Bestseller und einen Roman geschrieben, "Sylter Welle", eine Liebeserklärung an seine Großeltern. Sein erstes einschneidendes Kunsterlebnis: mit etwa zehn hörte er Falcos "Genie" im Radio und war so aufgewühlt, dass er die Polizei anrufen wollte. Da merkte er, was Kunst in einem auslösen kann. Als Kind mit ADHS hat er sich oft verloren gefühlt, ist angeeckt, hatte das Gefühl, im System Schule nicht zu funktionieren. Aber in der Musik, im Theater, in der Literatur war auf einmal etwas, das er konnte. Die ersten drei Jahre hat seine tägliche Gedicht-Routine kaum jemanden interessiert. Er hat in den luftleeren Raum geschrieben. Dann wurde es geteilt, eine Community entstand. Warum er weitermachte, obwohl es niemanden interessierte? Er würde keine Videos machen, die niemand guckt. Aber er würde jeden Tag schreiben, auch wenn es niemand liest. Das ist seine natürlichste Ausdrucksform. Oft nimmt er sich gar nichts vor, die Worte setzen sich in ihm zusammen, fließen aus dem Stift, und er ist selbst überrascht. Mit 16 oder 17 traf er Casper nach einem Konzert in Flensburg, vor 120 Leuten, noch vor dem XOXO-Album. Casper sagte ihm: diesen Text hätte ich gerne selber geschrieben. Dieser Moment hat ihn über Jahre getragen, durch tiefe Täler gebracht, weil da ein Mensch war der ihn verstand. Später durfte er an einem XOXO-Refrain mitarbeiten, der wurde aber nicht genommen. Wieder das Gefühl: nicht gut genug. Aber Caspers Wertschätzung war so groß, dass er ihn an Prinz Pi weiterempfahl. Aus dem Niederschlag wurde ein Umweg. So kam er zum Album Kompass ohne Norden, später zum Hinterland-Song La Rue Morgue, zur Arbeit mit Clueso. Die Arbeit mit Casper war immer das Schwierigste. Einmal saß er mit Casper, Drangsal, Arzumjot und Olsen zwei Stunden lang an einer einzigen Zeile. Leichtigkeit ist für ihn, auch wegen seiner psychischen Geschichte, oft ein schwer erreichbarer Zustand. In der Kunst aber entstehen die besten Sachen genau dann, wenn man leicht ist und Spaß hat. Mit Clueso schreit er sich vor Freude an. Sein Schreiben ist Befreiung. Er sitzt in einem fensterlosen Raum und schafft sich Türen und Fenster durch Worte. Mit Stift und Papier kommt er aus der Depression, aus den dunklen Gedanken. Seine höchste Form: in einfachen, klaren, knappen Worten komplexe Gefühle zu kondensieren, sodass jemand denkt, genau so versuche ich es schon immer zu erklären. An Schreibblockaden glaubt er nicht. Das Gefühl, dass nichts rauskommt, hat mit Erwartungen, Ängsten und Bewertungen zu tun, nicht mit der Sache selbst. Solange man Gedanken hat, kann man schreiben. Die rosa Balaclava trägt er das ganze Jahr, auch im Sommer. Eine Art Rückzugsort mit Fenstern nach draußen, eine 365-Tage-Umarmung. Sein bester Ratschlag kam von Herbert Grönemeyer. Es ging ihm an dem Tag nicht gut, er fühlte sich wie vorm Tor mit einem Krampf im Bein. Grönemeyer sagte: ändere nicht dein Rezept. Der größte Fehler erfolgreicher Leute sei zu denken, jetzt müsse man besonders clever sein. Bleib bei dem, wie du es immer gemacht hast, das hat dich hierher gebracht. Der schlechteste Ratschlag, den er oft bekam: das ist kein Beruf, davon kann man nicht leben. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind The Fritten mit Co-Gründerin Leonie Schüssler | 24 May 2026 | 01:08:06 | |
Leonie Schüssler, Co-Gründerin von The Fritten, einer Kreativberatung die seit November am Markt ist. Vorher Strategiechefin Ogilvy Deutschland-Österreich. Davor Cosnova und Henkel. Sie hatte nie ein klassisches Karriereziel. Mit 26 rutschte sie bei Zoeva, einem Kosmetik-Startup, in eine Führungsrolle, weil eine Bloggerin ihre Pinsel in einem YouTube-Video benutzte und das Startup über Nacht explodierte. Sie musste Führung von heute auf morgen lernen. Was ihr half: sie war mal Türsteherin, da hat sie Menschenkenntnis gelernt. Ihr Leitsatz: wenn der Job mich zum Arschloch macht, ist es nicht mein Job. Vor 15 Jahren wurden Emotionen und Empathie im Business noch nicht groß geschrieben. Sie ist ein sehr emotionaler, empathischer Mensch, ist damit angeeckt, hat es aber beibehalten. Vor zwei Jahren sagte jemand zu ihr: Leonie, du bist total bei dir. Das bei sich bleiben war ein harter Weg. Aber da lag der größte Hebel. Führungskräfte-Einsamkeit ist real. Du musst funktionieren, kannst dich nicht mit deinem Team über Sorgen austauschen. Sie hatte eine Phase wo sie nicht mehr ganz bei sich war, dadurch konnte sie nicht mehr gut führen. Vor zwei Jahren war sie in einer Negativspirale im Job. Sie hat sich eine Übung auferlegt: jeden Tag einer random Person ein random Kompliment machen. Klingt banal, verändert aber was. Du suchst plötzlich nur noch nach positiven Dingen. Das hat ihren Blick wieder aufs Positive gelenkt. Bei Henkel musste sie feststellen: nicht ihre Welt. Heimweh. Sie war in Düsseldorf, als die Krebsdiagnose eines engen Freundes kam. Zwei Wochen später ist ihr Großvater gestorben. Sie dachte: das ist es mir nicht wert. Dann kam Ogilvy. Das Nachhausekommen. Sie kannten sie noch als Azubi, die kleine Leo kommt wieder, plötzlich ist sie deren Vorgesetzte. Fünf Jahre dort. Irgendwann kam sie an ihre Grenzen durch KI und Effizienzdruck, wollte sich nicht verbiegen. Sie hat sich ein Jahr Zeit genommen. Ihr ehemaliges Team hat ihr Love Letters geschrieben, berührende Nachrichten. Sie musste erst mal lernen, sich selbst so zu sehen. Aber dann hat sie gelernt: Leichtigkeit und Positives im Business-Kontext ist eine totale Stärke. Wenn du Veränderung liebst, merkst du: da liegt ein riesengroßer Hebel drin. So kam die Business-Idee The Fritten. November 2024, Trump-Wiederwahl, Ampelbruch, Rechtsruck. Sie hat sich gefragt: was trage ich eigentlich dazu bei dass es besser wird? Sie hat Gespräche mit UnternehmerInnen geführt. Was rauskam: große Angst vor Veränderungen, Negativspirale, Stillstand. New Normal gibt es nicht mehr. Daraus ist entstanden: wir müssen UnternehmerInnen an die Hand nehmen, Chancen aufzeigen. Kreativität ist der Business-Skill unserer Zeit. Sie sehen wirtschaftliche Stabilität als riesengroßen Faktor für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ihre JFK-Analogie: als die USA total zerrüttet waren, sagte er: wir fliegen auf den Mond. Er hat eine Vision in die Köpfe gepflanzt. Uns fehlt gerade das Wofür. The Fritten hat sie mit Sia und Nils, den sie noch aus Türsteher-Zeiten kennt, gegründet. Sie ist der Kleber. Ihre Kreativberatung liegt zwischen Agentur und Unternehmensberatung. Für sie ist die Big Idea eine Wachstumsidee. Warum The Fritten? Schwimmbad-Pommes waren ein unbeschwerter Moment. Aber Sia sagte: eigentlich spannender ist, dass unter der Schale der Kartoffel viele Potenziale liegen. Irgendwann kam jemand durch Kreativität auf die Idee, aus der Kartoffel Fritten zu machen, eines der bekanntesten Produkte der Welt zu schaffen. Sie wollten unbedingt Fritten heißen, ein schönes prägnantes deutsches Wort. Bescheuert genug dass jeder schmunzeln muss. Genau das wollten sie erzeugen: Leichtigkeit, Positives. Ihr bester Ratschlag: bleib du selbst. Ihre Motivation: ihr gefällt die Welt draußen nicht. Sie will verändern, antreiben, Menschen anstecken, etwas Positives in die Welt tragen. Dieser Schwere draußen entschieden etwas entgegensetzen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Trigema mit Geschäftsführerin Bonita Grupp: 100 Jahre Familie | 17 May 2026 | 01:02:01 | |
Bonita Grupp ist 36, führt seit 2024 mit Bruder Trigema in vierter Generation. Schwäbische Alb, Bullarding. Gegenüber Firma aufgewachsen. Als Kind in Firma gespielt. Familienunternehmen Alltag. Wichtig: keine Stelle schaffen, über Stelle kommen, die gebraucht wurde. 2013 E-Commerce. Herausfordernde Branche. Wuchs mit Höhen Tiefen auf. Anfang 2000er Krise, 95 Prozent Absatz Deutschland. Seit 2020 Corona krisenerprobter. Shops schlossen, 50 Prozent Umsatz weg, 48 Stunden Maskenproduktion umgestellt. Gaskrise, vollstufige Produktion: nur Garn kaufen, Rest im Haus. Wertschöpfungstiefe 78 Prozent. Gasverbrauch reduzieren, zeitweise kein Türkis. Energiesystem mehrere Beine, Sommer 60 Prozent Solar. Fachkräftemangel: 70 ehemals Geflüchtete, 42 Nationen. Jede Krise stärkt. 40 Verwaltung, 1200 insgesamt. Bonita seit 13 Jahren. Konzernkarrieren nicht üblich. Bulletproof Mindset. Seit fünf Jahren Krise zu Krise. Bereit zu handeln. 2018 Personal. 1200 Mitarbeiter, 80 Prozent Frauen, 650 Näher. Nähen körperlich anspruchsvoll. Andere Länder: nur bis 40 arbeiten. Trigema: bis 40 Jahre oder länger. Deutschkurse, Integration, Wohnraum, Tiny Häuser. Marketing, Social Media. Devise: Inhouse. Nie Milliarde, okay. Agiler. Gesundes Wachstum. Trigema Einzige mit 78 Prozent Wertschöpfung Deutschland. Nicht Riesenmarge wie Adidas, 52 Prozent Lohnanteil. Was investierst, fließt zu 52 Prozent in Löhne. Umkreis 70 Kilometer produzieren. Nachhaltig. Textilbereich größter Umweltverschmutzer. Altkleidercontainer abgeschafft. Trigema viel Baumwollanteil. Langlebigkeit, Qualität. T-Shirts halten zehn Jahre. Kreislaufwirtschaft. 2006 erstes kompostierbares T-Shirt. Vor zwei Jahren 100 Prozent recycelte Baumwolle. Warum Leben so schwer? Warum nicht Asien? Bonita: Schwer machen wir nicht. Machen, was wir immer machten. Bullarding früher 26 Textilbetriebe, mittlerweile nur Trigema. Alle Produktion Ausland verlagert. Vater baute Marke auf. Andere verlagerten, gibt es nicht mehr. Einmal verlagert, immer weiter: Osteuropa, China, Vietnam, Bangladesch, Myanmar. Preisdruck nicht eingehen. Know-how vor Ort. Anfang belächelt. Mittlerweile: gut, nicht verlieren. Schwäbische Alb führende Textilregion Ende 19. Jahrhundert bis 70er. Wo Boden karg. Menschen arm, viele Schafe, Wolle. Urgroßvater gründete 1919 mit Bruder. Trigema: Trikotwarengebrüder Meier. Vater bekam mit, 70er 80er verlagerte, Firmen verschwanden. Am Standort bleiben, Niedergang überleben. Mitarbeiter über Generationen. Nischen: Qualität, Nachhaltigkeit, Innovation. Produktion vor Ort, kein Problem Überbestände. Corona: Poloshirts nicht gefragt, Jogginghosen. Produktion umsatteln. Monat Meeting, Trends, zwei Wochen Produkt im Markt. Mit Bruder gut, ergänzen sich. Vater loslassen? Nach 50 Jahren teilt weiterhin. Entschied: übergibt. 84, froh, wir übernehmen. Früh ins Unternehmen. Wertschöpfungstiefe kaum andere Europa. Bonita mit 21. Master 22, England. Zukunft: Mittelstand Angst KI. Wie 2000ern Internet. Nicht Angst. Möglichkeiten. Letztes Jahr Logistiksystem KI, Output 40 Prozent gesteigert. Demografischer Wandel, nächste fünf Jahre 30 Prozent Rente, 400 Leute. KI Chance. Nachhaltigkeit. Ehrliches T-Shirt. Textilindustrie aus Umweltverschmutzer-Ecke rausholen. Anbieter wie Temo Shein schleusen Textilien ein. Landet Müll. Aktuell Bekleidung. Über 100 Jahre weiterentwickelt. In 10 bis 20 Jahren vielleicht Putzlappen, Leute bereit Preis zahlen, okay. Von Familie: aktiv sein, schnell umsetzen. Vater: Probleme nicht zu groß werden. Wachsam, reagieren. Flexibel. Über 100 Jahre Ups Downs. Glück: 100 Prozent familien geführt. Nicht abhängig Investoren. Unternehmertum nicht Last, Berufung. Lebe, liebe Produkt. Job Hobby. Gehe Mindset raus, inspirieren. Balance. Wissen, wer man ist ohne Arbeit. Jeden Tag gerne macht. Dann bereit, nicht Stunden zählen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Curated mit Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Felix Banaszak | 14 May 2026 | 00:54:34 | |
Felix Banaschak ist seit 2024 Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Mit 36 Jahren, verheiratet, Vater, pendelt er zwischen Duisburg und Berlin. 2009 tritt Felix drei Wochen vor der Bundestagswahl ein, weil er Agenda 2010 ablehnte. Grüne Jugend, nach sechs Monaten Landesvorstand. 2014 zurück nach Duisburg, Kreisverband am Boden, 40.000 Euro verschuldet. 2017 Tiefpunkt: Grüne stürzen in NRW von 12 auf 6,4 Prozent. Felix ist 27, Menschen fragen: Willst du Landesvorsitzender werden? Das Muster: Felix kommt, wenn alles kaputt ist. Kampfkandidatur, Lippenpiercing, Leute sagen: Nimm das Metall raus. Januar 2018 gewählt. Mit Mona Neubaer: Wie müssen die Grünen auftreten? In viereinhalb Jahren von 6,4 auf 18 Prozent. 2021 Bundestag, verhandelt ersten schwarz-grünen Koalitionsvertrag NRW. Am Tag der Unterschrift endet Amtszeit als Landesvorsitzender. Jahre als Abgeordneter, freie Wochenenden. September 2024: Lang und Nouripour treten zurück, steht in der Zeitung. Größte Krise seit Jahren. Felix war häufig Feuerwehrmann. Passt nicht in Lebensplanung. Tochter ist zwei. Wie soll er guter Parteivorsitzender und Vater sein? Präsenz größer Perfektion. Windeln wechseln, krankes Kind. Seine Frau: Vielleicht musst du es für sie tun. Zu meiner Verantwortung gehört, ihr eine Welt zu hinterlassen, in der sie gleiche Freiheitsrechte genießt. Felix und Franziska Brantner: Im Zweifel Familie vor. Felix trennt Rolle und Person. Hass gilt dem Vorsitzenden, nicht dem Menschen. Lob auch nicht zum Ego-Streicheln. Ricarda Lang: Ich fühlte mich wie Sprechroboter, habe mich verloren. Felix will frei sprechen. Manchmal ist schlechte Presse gute Presse. Felix gibt Interview im Playboy. Er will sprechen, wie Männer sich nicht aus Gleichberechtigung verabschieden. Wenn er in der Taz spricht, lesen das die, die eh zustimmen. Provokation: Femizide und neue Männlichkeit in Magazin für alte Männlichkeit. Felix bekommt Nachrichten: Ich dachte, Grüne haben mit mir nichts zu tun. Genau das Ziel. Felix' Politik: Familie, die sich Geld für Mallorca zusammenspart, soll sich nicht schämen. Menschen mit geringem Einkommen haben winzigen Anteil an Klimaerhitzung. Wir müssen weniger fliegen, Alternativen ausbauen. Warum kein Nachtzugnetz? Wie vorwerfen, für 30 Euro Eurowings statt 140 Euro Bahn? Ansatz: Menschen Leben ermöglichen im Einklang mit Werten und planetaren Grenzen. Fahrradweg: Fahrradfahrer freuen sich, Autofahrer auch. Verkehrswende aus Liebe zur Freiheit. Füreinander. Aufgabe: Politik als Politik für die vielen formulieren. Felix in feministischer Partei, Doppelspitzen, quotierte Listen. Ist Botschaft, wir machen Politik für Frauen, schon ganze? Oder: Politik für Gleichberechtigung, davon profitieren alle? Progressive Kräfte haben Raum gelassen. Welche Rolle wird Männern angeboten? Felix wird seinen Ansprüchen nicht gerecht. Eingeübte Rollenmuster. Wer sorgt für kranke Kinder? Felix hatte Anfrage für Vortrag. Antwort: Morgen bringe ich Tochter ins Bett. Seine Frau hat Termine. Seine Arbeit nicht immer wichtiger. Kita-Gruppe: außer Felix nur Mütter. Andere Väter haben viel zu tun. Vermutlich nicht. Warum schwer für junge Männer, Rolle zu finden? Alte Vormachtstellung in Frage gestellt. Keine Vorbilder. Neue Ordnung nicht etabliert. Unsicherheit. Starker Mann über TikTok sagt, geh pumpen, findet Resonanz. Kriegt man Keil rein, dass daraus nicht wird: Deswegen unterwerfen? Patriarchat nicht weg. 32 Prozent Frauenanteil Bundestag, gleich wie 90er. Gewalttaten gegen Frauen steigen. Toxische Männlichkeit, da ist was dran. Männer sind Teil des Problems. Aber nicht genetisch verdammt. Welches Bild wird angeboten? Felix' Motiv: In Menschen etwas wecken. Wenn er erzählt und sieht, das macht was, gehen Leute raus mit Motivation. Felix nicht zufrieden mit Welt. Will nicht niederbrennen. Welt gestalten. Bester Ratschlag: Bei sich bleiben. Man ist am stärksten bei sich. Wenn man sich verbiegt, geht es schief. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind nunc mit Co-Founder Dominik Maier: Any Beans & perfekter Kaffee | 10 May 2026 | 01:39:24 | |
Max trifft Dominik Maier, einen der drei Gründer hinter Nunc. Mit Nunc haben sie den Genussgraben überbrückt. Stell dir vor, du gehst ins Lieblingscafé, bekommst einen Flat White. Dann gehst du nach Hause und da fällt das ab. Das nennen sie Genussgraben. Viele würden gerne zum Barista werden. Das hat zur Folge, dass wenige Menschen dieses Erlebnis zu Hause bekommen. Die Vision mit Nunc war, müsste das nicht anders gehen? Könnte man nicht Convenience und Qualität nach oben entwickeln? Fast forward, heute sind sie im Nunc Studio. Man könnte auch in Berlin, München, Konstanz ins Studio gehen. Der Spülmaschinen-Moment. Er hat seine Mitgründer getroffen und wusste, Bauchgefühl stimmt. Es geht darum, die gleichen Werte zu vertreten. Durchzechte Nacht, aber wir stehen zusammen da und räumen die Küche auf. Like-minded people, unterschiedliche Kompetenzen, aber gemeinsam anpacken. Sie haben zu dritt gegründet. Marius ist Luft- und Raumfahrtingenieur, bei NASA Ames gearbeitet. Kümmert sich um Produktion, Produkt, Daten. Markus hat Medizintechnik gemacht, war in Brasilien, hat dort seine Liebe zum Kaffee gefunden. Dominik macht BWL, schaut durch Schlüssellöcher. Durfte 60 Länder, über 10.000 Leute coachen. Er hat gesehen, was nicht funktioniert. Da kommt die Überzeugung her, bei Neuartigem auf die Menschen schauen, nicht auf die Technologie. Ideas are cheap. Am Schluss geht es um Execution. Unternehmertum kommt von Unternehmen, nicht von Unterlassen. Das bringt wenig, wenn du Ideen nicht umsetzt. Das zeichnet ein Team aus. Die Vision hinter Nunc war, no more bad coffee. Neun von zehn Erwachsene trinken täglich Kaffee. Weltweit ist Kaffee eines der meistkonsumierten Getränke. Wir sind im letzten Jahrhundert stehen geblieben. Scheitern. Sie haben am Shutter-Mechanismus über 100 Varianten ausprobieren müssen. Jedes Mal machst du einen Versuchsaufbau und merkst, es funktioniert nichts. Der Algorithmus. Sie mussten 200.000 Shots machen. In Konstanz stehen nachts Studenten und machen einen Shot nach dem anderen, müssen vermessen, Sensordaten erfassen. Jede Nacht, über ein Jahr. Any Beans. Neun Sensoren eingebaut, Algorithmen geschrieben, 120 Mal Mechanismus 3D drucken. Du baust vier Jahre, du scheiterst 119 Mal. Nicole, vierfache deutsche Baristameisterin, im Team. Schweizer Baristameister, holländische Baristameister, Weltbarista-Champions zur Seite. Die Hypothese war, wenn man genügend Daten hat, müsste man das, was ein Barista kann, übersetzen können. Sie mussten 200.000 Shots machen. Kundenzentrisch. Vor fünf Jahren haben sie gesagt, in der Branche wird wenig über den Kunden ins Zentrum gestellt, sondern die Technik. Die Branche war Technik und Maschinen fokussiert. Viele fühlen sich nicht abgeholt. Wenn dir das klar wird, baust du die Firma rund um den Kunden. Sie geben kleine Legomännchen an jeden im Team. Das ist der Kunde. Bei Diskussionen stellen sie den Kunden ins Zentrum. KI und Daten. KI ist kein Selbstzweck, sondern sollte dienen. Das nennt er Lipstick on the Pick-Syndrom. Viele Hersteller machen das. Ich habe was und klebe KI drauf. Aber es ist ein schlechtes Produkt. KI ist eine Art, Kundenmehrwert zu erzeugen. Das geht nur mit Daten. KI ist nutzlos ohne Daten. Faszination über Leidenschaft. Leidenschaft hat die Gefahr, dass sie dich ausbrennen kann. Deswegen ist er zu Faszination übergegangen. Selbst wenn er wenig Energie hat, wacht er auf und denkt, ich bin fasziniert. Mit Faszination kommt er weit. Founder Day. Einmal im Monat haben sie einen Founder Day. Health of the Company, KPIs durchgehen, strategische Arbeit. Ganz wichtig, der Tag startet und endet mit, wie geht es dir? Die erste Stunde geht es nicht um KPIs, sondern wie geht es uns dreien? Ratschlag. Erst die Axt schärfen, dann den Wald. Je mehr Klarheit man hat, desto besser. Einfach Klarheit schaffen, Axt schärfen. Da kann einem KI helfen, ein Mensch, ein Gespräch. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Curated Brabus mit CEO Constantin Buschmann | 07 May 2026 | 01:11:16 | |
Max trifft Constantin Buschmann, 41, Eigentümer und CEO von Brabus. Jemand hat ihm gesagt, er hätte ein 20-jähriges Dienstjubiläum. Er war geflasht, weil er nie nachgedacht hat, wann er angefangen hat. Brabus ist ein Familienunternehmen. Sein Vater hat das 1977 angefangen. Er hatte die Chance, das mit ihm zusammen zu machen, bis er plötzlich verstorben ist. Und er den Laden übernommen hat. Es ist eine Achterbahnfahrt. Die geht nach oben und nach unten. Unternehmertum bedeutet, das gar nicht wissen zu können. Du kommst an einen Punkt, wo du dich fragst, sind das deine Entscheidungen? Wenn du den Job ernst nimmst und nicht nur der Erbe bist, sondern sagst, ich übernehme Verantwortung. Verantwortung kannst du nicht simulieren. Hier kommen jeden Tag 500 Menschen zur Arbeit. Die sich darauf verlassen, dass da einer aufsteht mit der richtigen Festplatte. Du kannst in die Verantwortung gehen. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Oder rausgehen. Aber in diesem Halbzustand wird das Unternehmen zugrunde gehen. Klarheit, Konsequenz, Verantwortung sind die Währungen. Nicht Geld. Geld ist der Treibstoff. One Second Wow. Das ist die Mission von Brabus. Der Grund, warum sie jeden Morgen aufstehen. Sie machen Luxusprodukte, die dich sofort begeistern sollen. Du stehst vor dem Auto und denkst, boah, ja. Du hast in einer Sekunde keine Zeit, rational Design zu untersuchen. Du gehst entweder rein oder weiter. Er hat damals den Laden gesehen. Sein Vater hat sich wirklich totgearbeitet. Er ist durch den Laden gelaufen. Er hat zu den Technikern gesagt, ihr könnt Design zeichnen, 3D Bauteile konstruieren. Warum warten wir, bis Mercedes-Benz eine neue E-Klasse über den Zaun schmeißt? Dann machen wir Front, Seite, Heck, Räder, Fahrwerk, Motor. Und dann schlafen wir wieder ein. Der größte OEM-unabhängige Tuner für Mercedes-Benz. Das war die Identität. Bis 2018. Sie haben Autos fotografiert auf weißem Fliesenboden. Photoshop? Was ist das? Sie waren 0,0 digital aufgestellt. Er hat gedacht, habt ihr nachgedacht, ein Motorrad zu designen? Warum nicht ein Boot? Was ist die Welt der Kunden? Das ist der entscheidende Switch. Der Kunde, der sich für ein Auto interessiert, interessiert sich auch für ein Boot, ein Motorrad, ein Wohnmobil, vielleicht ein Apartment. Fashion Show für Autos war ein Ding, was er rumgetragen hat. Ihm haben erzählt, du bist total bekloppt. Er fand es langweilig, wie der 300. Auto auf die 300. Bühne fährt. Sie haben das gemacht, weil er es nicht aus dem Kopf gekriegt hat. Und auf einmal kriegt er zweieinhalb Milliarden Impressions. Ist ja so gaga. Gleichzeitig legt das die Latte für den nächsten Legostein so hoch. Unternehmer sind Funkenfänger. Die Funken sind die Ideen. Millis Creative Director und sie ist der Funke. Dass Millie Creative Director ist, hat nichts damit zu tun, was er mit ihr zusammen ist, sondern sie ist eine wandelnde Zeitgeistmaschine. Der Maßstab, den sie gegenseitig an sich anlegen, ist der absolut härteste. Die Amazon-Serie One Second Wow ist eine konsequente Fortsetzung dessen, was sie auf YouTube, TikTok, Insta tun. Du kannst nicht bei YouTube eine Welt zeigen und bei Amazon Prime eine andere. Das muss funktionieren. Das ist Authentizität. Wenn Menschen ihre Meinung sagen, ist das in Ordnung. Es ist meine Aufgabe, damit umzugehen. Die zweite Kategorie ist, wo er klaren Strich zieht. Wenn Millie eine Nachricht bekommt, wenn wir das nächste Mal sehen, stechen wir dich ab. Damit kannst du nur auf eine Art umgehen, nämlich deinen Anwalt anrufen und eine Anzeige erstatten. Ein Ratschlag: TTB, Time to Broke. Wenn du Mist baust und das systematisch tust, bist du in drei, vier Jahren pleite. Größe ist nicht entscheidend. TTB ist immer gleich. Mit dem Erfolg steigt das Risiko. Risiko und Erfolgschancen halten sich immer die Waage. Du musst jeden Tag aufstehen und Gas geben. Wenn du das nicht selber tust, wird das niemand anders für dich übernehmen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Gerald Charles mit CEO Federico Ziviani: Masters of Shaped Engineering | 03 May 2026 | 01:00:00 | |
Max trifft Federico Ziviani, CEO von Gerald Charles. Die Marke wurde 2000 von Gerald Charles Genta gegründet, dem Picasso der Uhrmacherei. Der Mann, der die Royal Oak für Audemars Piguet designt hat, die Nautilus für Patek Philippe, die Pasha de Cartier. Die Legende der 70er und 80er. Sie haben die letzten 11 Jahre seiner Designs. Ein Schatz. Federicos Hintergrund: Finance, Software Engineer, Computer Science University College London. Sein Vater Franco Ziviani, heute President, hat Audemars Piguet Italy vor über 40 Jahren gegründet. Sein Vater blieb bei AP bis 2023. Er wurde Chief of Europe und rechte Hand des Global CEO. Federico lernte auf dem Feld über Uhrmacherei. Er hatte die Chance, mit Gerald Charles Genta himself rumzuhängen, aber auch CEOs von großen Uhrenunternehmen. Die einzige Gelegenheit, seinen Vater zu sehen, war, mit ihm zur Arbeit zu gehen. Er hatte seinen kleinen Schreibtisch in Mailand bei AP und seinen Sitz beim Business Dinner. Er wurde verpflichtet, schon im Alter von drei, vier Jahren, am Dinner sitzen zu bleiben. Alle sprachen Französisch. Er hat Französisch durchs Zuhören gelernt. Er war angry auf seinen Vater. Dad, warum lässt du mich nicht aufstehen. Jetzt versteht er es und ist dankbar. Warum hat er eine Marke mit Gerald Charles gestartet? Weil er sich sehr leicht langweilt. Sie haben keine neue Marke gebaut. Gerald Charles ist die letzte Marke von Gerald Charles Genta. Im Jahr 2000 geht Gerald zu Franco und sagte, Franco, ich habe meine alte Marke verkauft, ich will eine neue bauen. Aber ich bin kein Brand Builder. Du weißt, wie man meiner Marke Raum gibt. Drei Jahre danach hat Gerald ihnen die Marke verkauft und er blieb als Director-in-Chief. Die einzige Familie, die Gerald Charles Genta als Creative Director für so lange hatte. Für die letzten 11 Jahre von Geralds Leben haben sie Bespoke-Uhren gemacht. Durchschnittspreis 100.000 Schweizer Franken vor 20 Jahren, heute 500.000 CHF. Sie hatten diese Schatzkammer von tausenden Skizzen. Als er 2018 sah, was sie hatten, ist es dasselbe, als ob man 200 Gemälde von Picasso im Keller findet. Der Wendepunkt war das Archiv. Als er all diese Archive sah, war es ein Gefühl. Nicht Monate von Kalkulation. Es war eine Sekunde. Die Entscheidung wurde in einer Sekunde getroffen. Wegen der Lücke im Markt. Es gibt nicht genug Innovation, nicht genug Passion. Ist er mehr Thinker oder Feeler? Er startet mit dem Gefühl und dann bulletprooft er es. Er analysiert. Er versucht fünf Gründe zu finden, warum das nicht funktionieren wird. Masters of Shaped Engineering. Master bedeutet Erfahrung, Geschichte, Erbe. Shaped bedeutet, sie mögen keine gewöhnlichen Dinge. Engineering bedeutet Technologie. Sie produzieren 1500 Uhren jedes Jahr. 35 bis 40 Referenzen. Ihr ikonisches Gehäuse ist das Maestro-Gehäuse. Inspiriert von Barock-Architektur in Rom. Francesco Borromini ist ein in der Schweiz geborener Architekt aus dem 17. Jahrhundert, der nach Italien arbeiten ging. Gerald Charles Genta war Italiener, sehr arm, und er ging in die Schweiz arbeiten. Dialog zwischen Borromini und Genta. Sie haben Time Only, Chronograph, Skeleton, Tourbillon, Jumping Hour. Und die Neuheit: Perpetual Calendar. Das erste voll geformte Uhrwerk mit Mikro-Rotor und Perpetual Calendar ever in 400 Jahren Uhrmacherei. Fünf Jahre Forschung. Er wird stolz, wenn er praktische, reale, authentische Zeichen sieht. Ein Kunde trägt das Gerald Charles Openwork, Lefty, sodass man Sport spielen kann. Er sagt, ich bin so happy, endlich kann ich eine Uhr tragen, wenn ich Golf spiele. Das war das Ziel. Sein Daily Driver: Niemals sich mit weniger zufrieden zu geben, immer einen Millimeter mehr zu pushen. Und bezüglich Inspiration: Sein Vater. Franco, sie komplementieren sich sehr. Er ist der Pragmatische. Franco ist der Viewer. Er ist 70, aber super energetisch. Er reist die Welt. Er ist sehr optimistisch. Er ist wirklich eine Inspiration. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Doctolib mit Deutschland CEO Nikolay Kolev: 3000 Mitarbeiter, 30 Millionen Nutzer | 26 Apr 2026 | 01:13:16 | |
Max trifft Nikolay Kolev, CEO von Doctolib Deutschland. Doctolib ist der Gesundheitsbegleiter für Menschen und das Schweizer Messer für Ärzte. Sie helfen bei Akutterminen, Gesundheitsdaten, Blutbildern, Rezepten. Für Ärzte die gesamte Versorgung von Patientenaufnahme bis ins Behandlungszimmer. Knapp 3000 Mitarbeiter, 1000 in Deutschland. Vor 12 Jahren gestartet, in Deutschland Zehnjähriges im Spätherbst. Heute kommen 75% der Menschen gar nicht zum Arzt durch. Der Zugang zum System ist versperrt. Gleichzeitig leben wir im zweitteuersten Gesundheitssystem der Welt. Knapp 30 Millionen Menschen nutzen den Service. Drei große Themenkomplexe: Erstens, gnadenlose Entbürokratisierung. Für jedes neue Gesetz musst du zehn wegfallen lassen. Zweitens, Digitalisierung durch KI. Ein KI-Agent hilft Ärzten während der Behandlung zu transkribieren. Du bist Arzt, ich bin Patient, du hast einen Fragenkatalog, ich antworte, du musst gleichzeitig dokumentieren, mir zuhören, an die nächste Frage denken. Multitasking hoch 10. Diesen Vorgang nehmen sie komplett ab, 75% Zeitersparnis. Das bringt Menschlichkeit zurück. Wenn du bei einem Arzt sitzt, wo es um einen wichtigen Befund geht, willst du Fokus, Augenkontakt, Zeit, Empathie. Dritter Block: Das System ist auf Kuratives fokussiert. Wir behandeln Krankheit. Wir sind nicht darauf fokussiert, länger gesund zu sein. Prävention ist unfassbar wichtig. Longevity fängt damit an, dass die letzten 20 Jahre annähernd so sein können wie die ersten 60. Es gibt klare Richtlinien. Wenn du diese Richtlinien an den Mann, an die Frau bringst, sodass Vorsorge stattfindet, ist schon mal so viel Land gewonnen. Wir haben jedes Jahr über eine halbe Million neue Krebskranke. Tendenz jünger werdend. Sie haben letzten Sommer individualisierte Gesundheitsversorgung gemacht: Für dich steht jetzt diese Untersuchung an. Du kannst direkt den Termin buchen. Niki studierte International Business Administration in Ingolstadt und Salamanca. Bei McKinsey angefangen als Unternehmensberater. Sofia geboren, mit neun nach Erlangen gekommen. Erstes Projekt: Zack, Flugticket nach Sofia, Privatisierung von Baufirmen. Im Hilton Hotel, Zimmer neben Jean-Claude Van Damme. Dann nach London, Payments Company übernommen, die zum Gegenentwurf von PayPal wurde. Moneybookers, später Skrill. 2008, er war 27. Kam das iPhone raus. Dann Financial Crisis. 2009 bei Alibaba, Vertrag mit Alipay. Dann kam Fukushima. Stunden vor IPO den IPO nicht gemacht. Dann die Firma verkauft für über eine Milliarde an CVC. Dann zur Unternehmensberatung Kearney Digital-Business aufbauen. Sechs Jahre Partner bei Deloitte, Venture-Geschäft aufgebaut. Dann kam Anruf für WeWork. Adam brauchte jemanden für Europa-Geschäft. Ostern 2019. 47 Milliarden groß. Turnaround und IPO gemacht, dann raus, weil Stan, Gründer von Doctolib, ihn angesprochen hat. Vor vier Jahren CEO fürs Business in Deutschland. Zwei Kinder, Sohn fast 14, Tochter fast 11. Prägendste Erfahrung. Frau Anwältin, Finnin. Er hat 10x mehr gemacht mit seinen Kindern als seine Peers. Würde seinem jüngeren Ich sagen, mach noch mehr davon. Noch radikaler, noch mehr Zeit. Die Intensität der Bindung kommt nicht von One-Offs. Warst du in für dich vermeintlich irrelevanten Augenblicken da. Er hat sich angewöhnt, ganz bewusst durch die Tür reinzukommen. Nicht ich hatte einen schlimmen Tag, sondern hey, wie war dein Tag. Sein Ratschlag: Du musst die schmutzigen Fenster ganz links und rechts suchen, nicht durchs große Fenster gucken. Fast track ist da, wo es hart und schmutzig ist. Das musst du sauber bekommen. Was ihn motiviert: Sich mit Leuten zu umgeben, die ihm Energie geben, wo er das Gefühl hat, da ist noch Luft nach oben. Mit Leuten, die besser sind. Zu sehen, dass Dinge funktionieren und einen Impact haben. Finishline-Mentalität. Nicht über zehn Dinge reden, sondern über zwei und beide über die Ziellinie bringen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Curated mit Sternekoch und Unternehmer Tim Raue | 23 Apr 2026 | 01:04:59 | |
Tim Raue spricht im Podcast offen über seinen persönlichen und unternehmerischen Weg – vom Berliner Kiez zum international gefeierten Spitzenkoch. Die Episode taucht ein in Raues strikte Alltagsroutinen, seine Ansprüche an sich selbst und seine Erfahrungen mit Transformation, Unternehmergeist und Partnerschaft. Dabei werden nicht nur seine Kochkunst und die Gastronomie beleuchtet, sondern auch zentrale Lebensthemen wie Sicherheit, Wertschätzung, Selbstpflege und die Rolle von Fehlern als Wegweiser. Die drei Key Learnings aus dem Gespräch:
Tim Raues Leben Tim Raue, geboren 1974 in Berlin, wuchs in schwierigen Verhältnissen im Kreuzberger Kiez auf und war in seiner Jugend zeitweise Mitglied einer Straßengang. Sein Perspektivwechsel kam durch eine Kochlehre, die ihn schnell zum Küchenchef werden ließ. Mit 23 leitete er das Restaurant Rosenbaum, ab 2002 das „44“ im Berliner Swissôtel, erkochte dort seinen ersten Michelin-Stern und wurde „Koch des Jahres“. Seit 2010 führt Raue sein eigenes Restaurant „Tim Raue“ in Berlin, das zu den „World’s 50 Best Restaurants“ zählt und mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist. Er betreibt viele weitere gastronomische Projekte in Deutschland, der Schweiz und Dubai, ist kulinarischer Berater, Markenbotschafter und TV-Persönlichkeit (u. a. „Kitchen Impossible“, „Chef’s Table“ und „Ready to Beef“). Mit mehreren Kochbüchern und einer Autobiografie hat Raue seine Geschichte und Philosophie öffentlich gemacht. Sein unverwechselbarer Stil – asiatisch inspiriert, aromenstark und voller kreativer Freiheiten – hat die deutsche Spitzengastronomie maßgeblich geprägt. Die Folge inspiriert mit ehrlichen Einblicken in Mindset, Krisenbewältigung und Mut zu neuen Projekten – vom eigenen Restaurant bis zur Spiciness der „SPIZZA-Pizza“. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind 3Bears mit Founderin Caroline Nichols: 10 Jahre 3Bears | 19 Apr 2026 | 01:18:15 | |
Max trifft Caro von 3Bears, die bessere Oat Brand in jedem Haushalt sein will. Vor zehn Jahren sind sie mit Porridge gestartet und werden im Mai zehn Jahre alt. Damals waren sie schockiert, wie viel versteckter Zucker in den Supermärkten steht. Damit wollen sie aufräumen. Der Name 3Bears basiert auf Goldilocks und den drei Bären. Sie haben wochenlang Namen gebrainstormt. Einen haben sie angemeldet: Mottkorn. Von Haferkorn mal modern. Sie saßen am Viktualienmarkt, dachten, vielleicht funktioniert das besser mit einem Radler. Ihr Mann, I don't know, it sounds harsh. Sie war bei Zöttl und der Produktionsleiter hat gesagt, um Himmels Willen, Mordkommission, Modrig, Lebensmittelmotte. Ihr Mann hatte ihr von diesem Märchen erzählt. Goldilocks and the Three Bears ist in England so bekannt wie Hänsel und Gretel. Sie haben eine Fokusgruppe gemacht und alle fanden es cool. Die Domain war frei. Caro studierte Kulturwirtin in Passau. Ihr haben Sprachen Spaß gemacht und der Studiengang war alles und nichts. VWL, Jura, Philosophie, Geografie. Interdisziplinäres Denken. Im Gründertum hilfreich, weil sie oft alles verstehen muss. Sie hat ihren Mann beim Praktikum bei Siemens in Manchester kennengelernt. Fast 20 Jahre zusammen. Sie war 21 und es war so easy. Sehr unterschiedlich, aber das ergänzt sich. Ihr Opa war Unternehmer im Mineralöl-Bereich. Als sie gesagt hat, sie gründe, hat er gesagt, überlegt dir das gut. Aber das hat sie nicht tangiert. Die Idee war so groß, als sie in England den Porridge-Trend gesehen hat. Sie sind naiv gestartet, hatten keine Ahnung vom Handel. Es ist vielleicht gut, wenn man naiv rangeht. Sie hatte eine Vision, diesen Motor. Leute sagen, wo nimmst du diese Energie her. Aber die stirbt nicht aus, weil sie mehr Potenzial sieht. Sie sind von Porridge zu Overnight Oats geworden. Bircher-Müsli neu gedacht mit geilen Sorten. Macht keiner. Mit Hafermilch haben sie vor sechs Jahren ausprobiert, aber das ist Commodity. Sie haben viele Sachen ausprobiert, aber Breakfast ist ihr Homebase. Die Menschen lieben 3Bears für außergewöhnliche Geschmacksrichtungen, Convenience. Sie sind 35 Leute, gesund gewachsen. Nachhaltiges Wachstum. Sie bauen solide was auf und können sich selbst treu bleiben. Ihr Leben genießen. Sie priorisiert Schlaf. Zwei-, dreimal die Woche joggen, mittlerweile ohne Musik. Thai-Massage sonntags, eine Stunde. Das ist ihr Reset. Zwei Kinder, drei und sechs. Keine Nanny. Normale Office-Zeiten. Mila im Kindergarten bis halb vier, Leon in Mittagsbetreuung bis vier. Manchmal holt sie ihn um drei. Wenn sie zu viel weg ist, sagt Mila, ich habe dich so vermisst. Caros Grundlearning ist immer wieder aufstehen. Sie hat Tränen geweint, gedacht, wird das funktionieren. Du hast immer wieder Challenges. Wie baue ich eine Firma auf, führe ich Menschen, motiviere ich. Da Energie schöpfen und sagen, ich mache das noch. Es gibt Kritik, aber I'm doing this. Wir haben nur dieses eine Leben und dabei Spaß zu haben. Im Coaching kam raus, was ihr wichtig ist, ist Spaß. Viele wollen Fame, Ruhm, Geld. Sie lebt im Moment und will Spaß. Ihre Motivation für 3Bears ist, warum machen uns so viele Lebensmittel eher krank. Das kann nicht sein. Sie will bessere Lebensmittel rund um die Haferflocke, weil sie an diese Superpower glaubt, in lecker, easy, um Menschen das Leben besser zu machen. Key Learnings:
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| Behind VAST mit CCO Kris Young und Lead Astronaut Andrew Feustel: Von der ISS zur ersten kommerziellen Raumstation | 16 Apr 2026 | 00:25:09 | |
Max trifft Andrew Feustel, Lead Astronaut bei VAST, und Chris Young, Chief Operating Officer, in Long Beach, California. VAST baut die erste kommerzielle Raumstation der Welt. Andrew war 23 Jahre NASA-Astronaut und ist jetzt bei VAST, weil er erkannte, dass der Plan sehr gut übereinstimmt mit dem, was er für erfolgreich hält. Kommerziell bedeutet, eine Low Earth Orbit Plattform für Astronauten, private Personen, Organisationen und souveräne Nationen bereitzustellen. Andrew glaubte nicht, dass er sich entschieden hat, Astronaut zu werden, sondern dass er eines Tages im Human Spaceflight Program arbeiten würde. Er kann die Puzzleteile alle jetzt sehen, wenn er zurückschaut. Nach 23 Jahren als NASA-Astronaut hatte er das Glück, VAST vorgestellt zu werden. Chris kam nach Andrew. Die Firma hat erst 2021 begonnen und ist sehr schnell gewachsen. Vor zwei Jahren 200 Mitarbeiter, jetzt über 1.000. Vier Gebäude in Long Beach. Sie denken nicht an Ersatz der ISS, sondern an Fortsetzung der menschlichen Präsenz im Low Earth Orbit. Die ISS wurde über 11 Jahre zusammengebaut und operiert jetzt seit 25 Jahren mit Menschen an Bord. Aber sie erreichen den Punkt, an dem die ISS nicht mehr die gleichen Sicherheitsmargen haben wird. Ihr Ziel ist, Menschlichkeit zu ermöglichen, im Weltraum zu leben und zu arbeiten. Breitere Zugänglichkeit ermöglichen. Idealerweise sollten alle Menschen fliegen können. Der menschenzentrierte Designaspekt ist wichtig. Nicht nur Funktion, sondern auch Form. Menschen können effizienter operieren, sich wohler fühlen. Was Max gesehen hat, fühlt sich wie ein Zuhause an. Heute sind die meisten Menschen fähig zu fliegen. Es ist keine Frage der Fähigkeit, sondern ob sie Transport und Destinationen haben. Sie haben Transport, jetzt brauchen sie Orte, wo man hingehen kann. Chris war schon immer motiviert von Weltraum. Seine Eltern schickten ihm ein Diagramm über das Sonnensystem, das er als Fünfjähriger gemacht hatte. Er verbrachte viele Jahre bei anderen Firmen mit dem Ziel, Menschen in den Weltraum zu bringen. Als sie erfolgreich fliegen konnten, erkannte er, dass der limitierende Faktor ist, keinen Ort zu haben. Er ist fokussiert darauf, die nächste Destination bereitzustellen. Haven 1 ist ein Puzzleteil. Haven 2 sind vier Teile. Der North Star ist, Milliarden von Menschen zu ermöglichen, im Weltraum zu leben. Im Weltraum zu leben ist nicht einfach. Dein Körper verändert sich. Ein Weg ist künstliche Gravitation. Wenn man etwas dreht, kann man via Zentrifugation eine Kraft erzeugen, die sehr ähnlich zu Gravitation ist. Das Kino-Universum macht es leicht zu glauben. Aber jetzt in Long Beach glaubt Max wirklich daran. Das stärkste ist der Glaube, dass wir eine Zukunft haben. VAST hat die Macht zu sagen: Wir schaffen das. Zusammen. Haven One, die erste kommerzielle Raumstation, fliegt nächstes Jahr. Ohne Gravitation wachsen Kristalle und Moleküle anders. Proteine für Pharmazeutika wachsen viel größer, freier, in drei Dimensionen. Man kann Kristalle machen, die viel reiner und effizienter sind. Manufacturing im Weltraum ist eines ihrer Ziele. Die ISS war 99,99 Prozent Forschung. Jetzt können sie die Haven-Plattformen nutzen, um Manufacturing-Umgebungen zu kreieren. Dinge außerhalb der Erde machen, die der Erde nutzen. Warum mit IWC zusammenarbeiten? Sie sind eine kommerzielle Organisation. Ihre Firma stimmt sehr gut mit IWC auf der Engineering-Front überein. Die Präzision und Schönheit. Eine großartige Verbindung zwischen Engineering-Exzellenz und Verfeinerung. Warum haben sie die Tore geöffnet? Ein Schlüsselprinzip im Human Spaceflight ist Transparenz. Was sie tun, ist unglaublich schwierig und gefährlich. Wenn man durch das Hauptquartier geht, sieht man nicht viele Wände. Alle Manufacturing-Einrichtungen sind in Glas. Die Öffentlichkeit reinzulassen ist sehr wichtig. Transparenz und Ehrlichkeit entscheiden manchmal, ob man lebt oder stirbt. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind IWC Schaffhausen mit CMO Franzsika Gsell: Engineering Dreams für die Ewigkeit | 14 Apr 2026 | 01:13:30 | |
Max trifft Franziska Gsell, Chief Marketing Officer bei IWC Schaffhausen seit elf Jahren, in ihrer Heimat. Franziska ist in Schaffhausen geboren und mit der Muttermilch hatte sie schon IWC-Berührung, denn ihr Vater ist Ingenieur und bekam von ihrer Mutter zum Studiumabschluss eine IWC geschenkt. Als Kind träumte sie davon, Ballerina zu werden, aber heute ist sie im Marketing. Sie studierte BWL und war zuerst in der Fashion tätig, dann im Verkauf, weil sie wusste, dass es Marketing sein müsste, aber sie konnte kein guter Marketeer sein ohne zu wissen, wie man verkauft. Von der Fashion ging sie in die Bierindustrie und die hatten Wetten abgeschlossen, wie lange sie bleiben würde, aber es waren acht Jahre bei Felsschlöschen Karlsberg. Dann war sie bei Lindt Marketingchefin, danach CEO von Fogal, und von dort ging es zu IWC. Als sie mit 19 ging, sagte sie, sie komme nie zurück, aber jetzt ist sie zurück. Sie hatte schon immer große Träume und glaubt, dass wenn du dir vorstellen kannst, was du willst, sich das manifestieren wird. Bei IWC kann die Kaufreise zwei Jahre dauern, und die Challenge ist, mit der richtigen Antwort aufzutreten. Sie ist heute noch so, dass sie sich jedes Produkt anschaut, das sie je betreut hat, und sie hat Jahre gekämpft, ein Bier von Frauen für Frauen zu machen, und es gibt es noch. Bei IWC geht es um ein Produkt, das auf deiner Haut sitzt und mit dir durchs Leben geht wie ein Freund. Jede mechanische Uhr hat ein mechanisches Herz, das weit länger tickt als unser menschliches Herz, und IWC stellt sicher, dass jede Uhr, die jemals gebaut wurde, auch restauriert werden kann. Als Smartwatches rauskamen, hatte sie eine Wette mit dem Chief Digital Officer, der sagte, das ist Disruption, aber sie sagte nein, denn das eine ist ein schönes Produkt mit dauerhaftem Wert versus eine Device. IWC positioniert sich als Engineers of Watchmaking und besetzt das seit fast drei Dekaden. Sie haben ihr Spielfeld definiert: Die Ingenieure mit Mindset und Neugier, die Instrumentenuhren mit 90 Jahren Pilotengeschichte, das Design mit Less but better, und die Menschen mit ihren Träumen. Engineering Dreams bedeutet, Träume einfangen und aufs Handgelenk zaubern. Sie begründen die Engineer Society, weil der Ingenieur nerdy ist, aber auch sexy. Wenn sie eine Person als Talent wählen, ist das immer jemand, der mit IWC schon zu tun hatte. Ed Sheeran ist ideal, weil er IWC wirklich mag und ein echter Uhren-Nerd ist. Sie haben immer ein Augenzwinkern. Smartwatch and a half fand Max unfassbar gut gemacht, und mit Kurt Klaus, als Louis mit Cape kam, zeigten sie Kurt auch mit Cape. Kurt Klaus ist 91 und hat vor über 40 Jahren den ewigen Kalender entwickelt. Die Formel 1 ist ganz wichtig, aber es hat zehn Jahre gedauert, bis das breite Publikum sah, dass sie dort sind. Der Formel-1-Film war etwas vom Größten, über vier Jahre Arbeit mit 120 Uhren am Set. Top Gun hatten sie vorher schon. Die Colors of Top Gun mit Farbkeramik war mutig. Der Portugieser Chronograph in Ceratatanium ist Materialwissenschaft at its best. Die Zusammenarbeit mit Vast ist spannend, denn Vast ist fünfjährig, IWC fast 160-jährig. Sie hatten schon neun Uhren im Space. Der Venture ist ein Vertical Drive, bei dem ein Astronaut die Uhr mit Handschuh bedienen kann. Haven One startet im März 2027, und sie haben den Pitch gewonnen, die ISS 2030 abzulösen. Franziskas Ratschlag ist, nie die Träume aufzugeben, groß zu träumen und nie zurückzuschauen, denn du lebst nur jetzt. Being a part of engineering eternity. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Curated Bentley mit Chairman and Ceo Dr. Frank-Steffen Walliser | 12 Apr 2026 | 01:10:56 | |
Wie führt man einen Mythos in die Zukunft? In dieser BTS-Episode spricht Host Max Ostermeier mit Frank-Steffen Walliser, CEO von Bentley Motors. Walliser erzählt, warum der Sprung nach 29 Jahren Porsche zu Bentley für ihn mehr Unternehmertum als Karrierewechsel war – und wie sich das Steuer bei einer globalen Luxusmarke anfühlt. Gemeinsam geht es durch sein Lebenswerk: Vom Kindheitstraum Auto, über Meilensteine als Gesamtprojektleiter (918 Spyder), Motorsport- und Serienentwicklung, bis in die britische „Dream Factory“. Ehrlich und detailverliebt gibt Walliser Einblicke in die Herausforderungen der Elektromobilität, Innovationskultur und erklärt, warum Teamspirit, Risikobereitschaft und Vertrauen ins eigene Netzwerk alles sind – und mit welchem Führungsstil Bentley seine Transformation meistert. Highlights:
Informationen zu Frank-Steffen Walliser, CEO Bentley Frank-Steffen Walliser ist seit rund 14 Monaten CEO und Chairman von Bentley Motors Limited, einer der traditionsreichsten Luxusautomarken der Welt. Nach 29 Jahren in leitenden Positionen bei Porsche, wo er unter anderem als Gesamtprojektleiter den legendären 918 Spyder verantwortete und im Motorsport sowie der Serienentwicklung breite Expertise sammelte, wechselte er zu Bentley. Walliser ist Maschinenbauingenieur, Unternehmer durch und durch, leidenschaftlicher Netzwerker und bekannt für seinen direkten, bodenständigen Führungsstil. Er setzt bei Bentley auf eine kluge Balance zwischen Tradition, konsequenter Transformation (insbesondere im Bereich E-Mobilität) und Teamspirit. Persönlich bezeichnet er sich als jemanden, der nie einen klassischen Karriereplan hatte, sondern jede Aufgabe mit vollem Engagement, Klarheit und Neugierde für Menschen, Technik und Business anging. Seine Motivation zieht er aus Verantwortung für die 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie aus dem Antrieb, Produkte und die Marke nachhaltig weiterzuentwickeln und zu positionieren. Ein Podcast für Auto-Fans, Markenliebhaber, Führungskräfte und alle, die wissen wollen, wie sich Leidenschaft und Luxus neu denken lassen. Host: Max Ostermeier Gast: Frank-Steffen Walliser, CEO Bentley Themen: Leadership, Heritage & die Kunst der Transformation Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Wonderbears mit Founderinnen Anke & Sophia Schneiderhan: Made in Germany statt China | 05 Apr 2026 | 01:13:10 | |
Max trifft zum ersten Mal ein Mutter-Tochter-Gründer-Duo. Sophia und Anke Schneiderhan aus München haben Wonder Bears gegründet, Supplements in Gummibärchenform. Anke war 25 Jahre Physiotherapeutin mit zwei Praxen in München und wollte etwas anderes machen, als Sophia ihr Studium beendet hatte. Die beiden fahren regelmäßig nach New York und suchen nach Trends. Sophia hat BWL in London studiert, gemodelt, war in Mailand und lebte eineinhalb Jahre in New York. Dort hat sie den Start-up-Spirit eingeatmet, Freundeskreis im Tech- und FinTech-Bereich, Blockchain-Praktika bei einem Venture Capital Fonds. Nach Berlin und London-Abschluss stand sie vor der Frage: Wohin mit mir? Mama hatte ein Unternehmen gegründet und sie beschlossen, das zusammen zu machen. Anke hatte schon immer eine Leidenschaft für Supplements und hat mit Patienten oft über lästiges Tabletten schlucken gesprochen. Ihre Idee: Supplements bequem anbieten, süße Bärchen mit fünf Kalorien, Stevia gesüßt. Der medizinische Hintergrund zieht sich durch – beide Eltern aus der Medizin, immer auf Bio und beste Qualität geachtet. Sophia findet es richtig, kein klassisches medizinisches Produkt wie Kapseln zu machen, sondern das moderne amerikanische Denken aufzubrechen und etwas zu machen, was Spaß macht und trotzdem qualitativ höchstes Niveau ist. Das Konzept ist, das Gehirn auszutricksen. Tabletten sind medizintechnisch und nicht attraktiv, Gummibärchen sind ein Fun-Produkt mit Belohnungscharakter. Max findet das den richtigen Weg: Das Leben lebenswert machen, dem Körper etwas Gutes tun und sich dabei belohnen. Sophia ist mit Reismilch und Mandelmilch aufgewachsen. Anke war nie die öko-angehauchte Mutter, sondern realistisch vorwärts schauend mit dem Wissen, was Böden heute noch können. Diese Awareness hat sie seit 25 Jahren. Der Weg war judgey und kontrovers, vor allem früher bei wenig Forschung zu alternativen Milchsorten. Sie unterstützen mit Ocean Lover die Kinderhilfsorganisation von Jork Horvist am Starnberger See und achten auf grüne Verpackungen. Sie wollten von Anfang an viel zurückgeben. Sie sind den schwierigsten Weg gegangen, kostenintensiv und painful für ein Startup. Komplett bootstrapped. Die erste Marketingagentur riet: In China produzieren. Anke ist rausgegangen und hat den Kopf geschüttelt. Sie haben erst überlegt, vielleicht doch Kapseln, weil sie viel Schrott probiert haben. Aber sie blieben bei der Vision: Made in Germany durch und durch. Gestartet mit drei Produkten: Biotin H, Hyaluron Skin, Ashwagandha Chill. Vor zwei Wochen vier weitere: Burn mit Apple Cider Vinegar, Matcha, Immune für Erwachsene und Kids. Sieben Produkte, Pouches kommen noch. Wichtiges Learning beim Packaging: Am Anfang zu weiblich. Mit neuem Label jetzt Unisex, denn was eine Frau braucht, braucht auch ein Mann. Einen Produzenten finden war extrem schwierig. Vier Monate Rappel. Auf Messen gesucht, schließlich einen Generationsbetrieb in Schwaben gefunden: Ich habe Lust auf euch und will euch fördern. Vegan war höchstes Gut, Pektin statt Gelatine, meistens zuckerfrei, keine Farbstoffe, keine Chemie. Erst Notartermin, dann Forschung. Gerade Launch 2.0 mit Redesign. Man wächst mit Marke und Idee. Ziel ist Niche Beauty bei Douglas und Biomärkte. Die Zusammenarbeit zwischen Mutter und Tochter ist außerordentlich schön. Anke hat Sophia auf jedem Weg begleitet. Ankes Mantra: Jeden Tag selbst in der Hand. Morgens den Tag neu betrachten, Ballast abschmeißen oder sich reinsteigern. Sophias Devise: Es kommt, wie es kommen soll. In Annahme gehen: Warum findet mich das jetzt? Die Aufgabe annehmen und weitergehen. Key Learnings: • Mutter-Tochter-Duo: Transgenerationales Know-how • Gehirn austricksen: Belohnungscharakter statt Tabletten • Made in Germany: Schwierigster Weg ist richtiger Weg • Bootstrapped statt China: Qualität vor Kostenersparnis • Vegan, zuckerfrei, Stevia: Keine Kompromisse • Pivots normal: Umsetzung anders als Idee • Dream Big: Niche Beauty, Biomärkte, Hotels Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Rose Bikes mit Director Product & Brand Anatol Sostmann: Vom Katalog-Versand zur Design-Ikone | 29 Mar 2026 | 01:14:05 | |
1907 Bocholt. Ein Fahrradhandel. Sommer Fahrräder, Winter Kachelöfen und Nähmaschinen. Ende der 70er der Rose-Katalog: 800.000 Auflage, 1.000 Seiten, das Radsport-Shopping-Medium schlechthin. Mail Order aus dem Karteikasten unter der Kasse. Erwin Rose sollte bei der ZEG Rennräder spezifizieren, bringt italienische Stahlrahmen und wird abgekanzelt: unverkäuflich. Missverständnis: Erwin macht Räder für ernsthaften Radsport, ZEG will massentauglich. "Ich mache das, wofür ich stehe", sagt Erwin und eröffnet eine Radsport-Boutique. Custom-Made für Kunden, die 100, 150 Kilometer anreisen. 80er Nishiki Generallizenz Europa, 90er/2000er Red Bull – nicht der Energy Drink, eigene Marke mit Open Mold Rahmen aus Taiwan und Kanada. 2008 kommen Anwälte. Red Bull Austria will alle Nizza-Klassen. Marke wird abgekauft, Switch zu Rose Bikes. Anatol Soestmann: Betriebswirt, Radsportler, 2008/2009 München Startup-Inkubator. 2010/2011 Track Bicycle Schweiz, Post-Lance-Armstrong-Ära. Posterboy gefallen, Marke muss neu verbunden werden. "Marketing interessierte mich, 10 bis 20 Stunden pro Woche auf dem Rad. Zu einem gewissen Teil verblendet, aber auf fitte Art." Fünf Jahre Track, Presscamps weltweit. 2016 Frau schwanger, zurück NRW. Rose ambivalent: "D2C-Geschäftsmodell, das alle wollten. Aber angestaubtes Image." Bewerbung: "Geschäftsmodell ist Zukunft. Müssen schönere Fahrräder machen, zeitgemäßer vermarkten. Dann doppelt so viele." Heute viermal so viel. Problem 2016: Magazine entwickeln Testbriefe. Rose entwickelt aufs Lastenheft: Magazintest Note 1. "Problem: Du verhinderst Innovation. Testbrief gleich geblieben, wir stecken Millionen in Entwicklung." Anatol startet Head of Marketing. Drei Jahre: Logo gestreamlined, Color und Graphics verändert, minimalistische Linie. Seit acht Jahren Design Gen München. Sieben Jahre her Director Product & Brand, gesamter Wandel: patriarchisch zu Management geführt, klassisch zu Experience-Based Design. Teams jetzt in Erlebnissen organisiert. Tribes: Brand Manager, Produkt Manager, Marketing Manager, Content Manager, Communications Manager, Grafik Designer in einem Team. Radsport-Experiences: Race (Wettkämpfer), Adventure (Abenteurer), Adrenalin (Wagemutige). Urban: Comfort, Utility, Statement. Experience Codes: Bedürfnisstrukturen emotional wecken ohne Worte. Nur übers Produkt, Bild, Bewegtbild. 2014, 107 Jahre nach Gründung, erster Store München. Acht Jahre Pause, dann Köln, Berlin, Hamburg. Jede Millionenstadt erschlossen. Bis 2019 Custom-Made Einzelradmontage, gedeckelt 20.000 Fahrräder. Heute viermal so viele, drei Viertel Umsatz daraus. Einzelradmontage verlassen, Marke skalieren. Anatols Mantra: "Gleichgewicht sehr wichtig. Zero esoterisch, eher kybernetisch. Kreisläufe funktionieren. Anspannung und Entspannung leben. Gutes Design ist nicht im Gleichgewicht – es IST Gleichgewicht." Key Learnings: • 119 Jahre: Von Kachelöfen zu Carbon • Experience-Based Design: Teams in Erlebnissen statt Kategorien • Tribes statt Hierarchie: Interdisziplinär Race/Adventure/Adrenalin • Testbrief verhindert Innovation • D2C-Geschäftsmodell: Marke direkt an Kunden • Design IST Gleichgewicht • Angestaubt zu Love Brand in 10 Jahren Perfekt für: Designer, Produktmanager, Marketer, Radsportler, Transformations-Interessierte. Zitat: "Mir ist Gleichgewicht sehr wichtig. Zero esoterisch, eher kybernetisch. Kreisläufe müssen funktionieren. Gutes Design ist nicht im Gleichgewicht – es IST Gleichgewicht." – Anatol Soestmann Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Curated mit der Band Deine Freunde | 22 Mar 2026 | 01:26:29 | |
13 Jahre, 150 Songs, 500 Konzerte – und niemand außerhalb der Family-Bubble kennt sie Max hat zum ersten Mal eine Band im Podcast: Deine Freunde. Lukas, Pauli, Flo – 13 Jahre Musik für Familien. 50/50 Eltern und Kinder. Ausverkaufte Hallen. 10.000 Menschen. Außerhalb der Family-Bubble kennt sie niemand. "Die perfekte Art von Berühmtheit." Die Schnapsidee Lukas und Pauli: "Great Paluka" – "erfolglos, aber mit Liebe". Flo bei Echt, Pauli 24 Jahre DJ bei Fettes Brot. Flo arbeitete mit Kindern drei bis zwölf. "Paulis Beats – Kinder sind darauf viel mehr angesprungen. Die Musik gab es nicht: die so klingt und Texte hat, die ihre Lebenswirklichkeit abbilden." Erstes Treffen St. Pauli. Direkt "Schokolade" – größter Hit. "Unser Nordby Nature." Erstes Konzert: Hinterhof Hamburg, Palettenbühne, 40-50 Leute. "Eltern hatten voll Bock." Die harten Jahre Stadtfeste: "Leute zum Stehenbleiben bringen." Werbeagentur Berlin: "3.000 Euro, für jeden einen Kaui, erstes Mal. Auf Balkon gespielt, hat keinen interessiert." Österreich: acht Tickets. "Backstage: Machen wir das? Dann komplett Show durchgezogen." Der Awakening: Familien Album zwei: "Eltern nicht hinten an Bar, sondern voll dabei." Elternlieder: "Elternvertreterwahl Kita. Ein, zwei Songs pro Album für Eltern. Kinder singen mit." DMs: "Meine Kinder zu alt, kann ich alleine kommen?" – "Natürlich." Die Parallelwelt "Leute ohne Kinder checken uns nicht. Perfekte Berühmtheit: Familien kennen uns, außerhalb niemand. Unbehelligt durch Alltag." Stefan Raab, Sesamstraße, 1Live Krone, Echo (Jahr der Abschaffung), Lollapalooza, Elbphilharmonie, Tollwood 10.000. "Journalist: 'Karriere-Höhepunkt Elbphilharmonie.' Dabei spielen wir dreimal Stadtpark Hamburg – 15.000 Tickets. Pixar-Film ist auch nicht nur Kinderunterhaltung." Kinder wollen tanzen Max: "Kindergärten, Kitas – legen Grundstein. Pädagogische Mitarbeiter nicht honoriert. Schießen uns ins Bein." Flo: "Kinder haben keinen Bock zu sitzen. Lieben tanzen. Warum nehmen wir Bewegung weg?" Lösung: Kinderbereich vor Bühne. "Polizeiabsperrband. 3.000 Kinder. Dahinter Speckgürtel Eltern. Tanzen gelöst – sehen andere Kinder." Schwere Themen Checker Tobi Tod und Sterben: "Früher: Thema nicht anfassen. Aber Kinder haben Grundinteresse. Brennt in denen." Max' Vater: Schlaganfall, Amnesieanfälle. Ostern: "Mutter: 'Schaff Noah weg.' Ich: 'Müssen ihm erklären.'" Deine Freunde: "Zwischendurch Überforderung vor Kindern zeigen – nicht alles wissen. Pädagogisch wertvoll." "Auf den Dächern": Fußbälle auf Dächer. "Vordergründig Fußbälle. Nicht plakativ. In Zwischentönen." Kreative Freiheit "Kein Radioredakteur. Nicht am Nabel der Zeit. Jetzt Disco, jetzt Country. Basis immer Hip-Hop." Ein Wochenende: Stefanie Hertel Rundfunk. Dann Fusion – "300 Nachtruppen, Pupillen groß." Jetzt Orchester. Das Business Lukas schneidet Videos. Pauli vertont Hörspiele. Flo inszeniert Theater. "Kommt immer aus uns. Muss sich richtig anfühlen." "Verzichtet auf Sachen, die Großes versprochen hätten. Passt nicht. Wenn was von uns kommt, 100% dahinter." Eigenes Label. "Zwei, drei Jahre rumgedacht. Gut genug vorbereitet. Beste Entscheidung." Meeting – nach 13 Jahren. "Damit nichts überfällt. Zurück zur Kreativität." Learning Pauli: "Letztes Jahr sehr krank. Erste Mal in 13 Jahren zwei Konzerte absagen. Totales Kopf-Chaos." "Welle der Liebe. 'Gute Besserung.' Es gibt Lösung mit offener Kommunikation." Flo: "Genug Zeit für Familie. Nicht Leben lang Erfolg hinterherlaufen und feststellen: Fuck, zu viel hinten übergefallen." Lukas: "Wenn was Neues. Sehr schnell raus, wenn sich wiederholt. Hörspiel, Orchester, Gesangsunterricht – immer neue Herausforderungen." Die Zukunft 150 Lieder, acht Alben, drei Hörspiele, Buch, Podcast, Tony-Figuren, Orchester. "Nicht nur Musik. Breit gefächert. Deine-Freunde-Franchise." Rolf Zuckowski: "Ersten Plattenvertrag. Fand krass, dass es nicht nach ihm klang. Spielen ihm jedes neue Album vor – Exklusiv." Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Schloss Schauenstein mit 3-Michelin-Sterne-Koch und Partner Marcel Skibba: Warum echter Luxus keine Langustinen braucht | 15 Mar 2026 | 00:59:43 | |
Der Küchenchef mit 19 Gault-Millau-Punkten über das Scheitern mit 21, die Kunst der Reduktion, warum Wagyu-Kaviar langweilig ist und weshalb Arroganz in der Sterneküche fehl am Platz ist Max reist in die Schweiz – zu einem der stillsten Drei-Sterne-Köche: Marcel Skibba, Küchenchef im Schloss Schauenstein. 19 Gault-Millau-Punkte, drei Michelin-Sterne. Marcel lässt die Kunst sprechen. Mit 21 gescheitert Marcel träumte vom Piloten-Dasein. Mit elf eröffneten die Eltern ein Restaurant. Der passionierte Küchenchef prägte ihn: "Wenn wir frei hatten, sind wir in den Großmarkt, haben Bücher gekauft, coole Sachen eingekauft." Mit 21 übernahm Marcel das Restaurant. "Ich dachte, ich kann es rumreißen." Aber die Region unerschlossen, Winter karg. Nach drei Jahren: keine Bank wollte einen Kredit. Eine sagte: "Wenn du morgen zumachst, kann ich dir übermorgen einen geben." Marcel machte es. Bezahlte alle aus. "Wie fühlte sich das an?" – "Als scheitern. Aber wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich die nächste." Der Sprung Bewerbung bei Sterne-Restaurants. Hotel Dollenberg: ein Stern. Zwei Wochen vorher: zweiter Stern. "Eine Welt brach zusammen. Ich hatte keine Erfahrung, keine Ahnung, ob ich überlebe." Er überlebte. Drei Jahre. Dann La Vie Osnabrück – drei Sterne. Weitere drei Jahre. Die Absage Bewerbung bei Andreas Caminada. Absage – kein Platz. Drei Jahre später: zweiter Versuch mit Freundin. Nach Probearbeiten: "Nicht das Richtige." Sommelier rief an: "Ihr müsst kommen!" Sie überredete Marcel. Von 1.400 Euro zum Teilhaber Einstieg: "1.400 Euro monatlich, keine Miete bezahlt. Mit Kredit nichts übrig. Man lernt kämpfen, sparen. Man lebt asketisch." Stellvertreter, dann Eniv-Restaurant St. Moritz (Sharing-Konzept). Marcel zögerte: "Ich wollte drei Sterne kochen." Machte es trotzdem. Ohne Druck. Ergebnis: zwei Michelin-Sterne für Sharing-Konzept. "Damit hat keiner gerechnet." Andreas: Teilhaber im Schloss. "Die Vergangenheit hat gezeigt, dass er sich auf mich verlassen kann." Luxus neu definieren "Wir kochen nicht mit edlen Produkten. 2015, 2016: regional und saisonal – auf Drei-Sterne-Niveau." Statt Steinbutt, Trüffel, Kaviar: Saibling, Zander, regionales Fleisch. "Wir definieren Luxus neu. Corona zeigte: Zeit ist Luxus. Zeit mit Familie. Sonne genießen." Gerichte: "Raus in den Garten, inspirieren lassen. Sehr reduziert, erwachsen, mit Twist. Sie wirken banal – keine Kochbanane aus Nicaragua – aber man twistet sie dahin, wo man sie gerne hätte." Wagyu-Kaviar ist langweilig Max: "Mich langweilt die Gastronomie. Überall Wagyu mit Kaviar. Reichtum, aber Einfallslosigkeit. Oder 140 Komponenten – das checkt meine Zunge nicht." Marcel: "Steinbutt mit Kaviar braucht nicht viel. Burre drauf, lecker. Sichere Bank. Damit kriegst du jeden. Aber es erzählt keine Geschichte." "Zuchtzander fordert heraus. Andere Aminosäurenstruktur, weniger Umami. Das Produkt so verarbeiten, dass es für sich spricht – ohne es zu vergewaltigen – das ist die Herausforderung." Arroganz? Fehl am Platz Film "Im Rausch der Sterne": Koch fehlt "nur Arroganz". Marcel: "Arrogant sein, nie verstanden. Kein Erfolg stellt dich über jemand anderen." Max: "Du bist so humble. In höchster Rangklasse Menschen wie du, am Boden geblieben. Wahnsinn." Die Handschrift Marcel: "Andreas und ich haben uns gemeinsam entwickelt." Max: "Michelin bewertet den Küchenchef. Das bist du. Du bist jeden Tag da. Du bist das Weiterdenken." Andreas: "Du kannst mich besser kopieren als ich dich. Aber wir müssen einen Step weiter." Marcel ist dieser Step. Key Learnings: • Scheitern gehört dazu • Demut schlägt Arroganz • Luxus neu definieren • Regionalität fordert heraus • Reduktion ist Kunst • Eigene Handschrift finden • Vertrauen aufbauen Perfekt für: Foodies, Gastronomen, Köche, Fans authentischer Küche. Zitat der Episode: "Ein Steinbutt mit Kaviar ist eine sichere Bank. Damit kriegst du jeden. Aber es erzählt keine Geschichte – weder über dich noch über dein Restaurant." – Marcel Skibba Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| BTS Curated mit Parloa Co-founder und CEO Malte Kosub | 08 Mar 2026 | 00:44:26 | |
Wie ein Hamburger Serial Entrepreneur mit über 300 Mitarbeitern die Kundenkommunikation revolutioniert, warum sein Personal AI-Agent dich nach 20 Minuten zurückruft und weshalb "die Extrameile kein Ausnahme, sondern Status Quo" sein muss Max empfängt Malte Kosub, CEO von Parloa – über 300 Mitarbeiter, Büros in Berlin, München, New York. Malte war nie angestellt, gründete bereits in der Schulzeit. Vision: Weltmarktführer für AI-Kundenkommunikation aus Deutschland. Vom Musikwettbewerb zu Liebeserklärungen "Talented" – größter Musikwettbewerb für Schulen, 200+ Schulen, Partner wie Sennheiser. Dann "Wandnotiz" – Liebeserklärungen an Städte: Hamburg, Stuttgart (mit Smudo), Ruhrgebiet. "Drei Wochen lang zehn Stunden täglich Pakete gepackt." Eines der ersten Unternehmen mit Rechten für Songtexte auf Poster. Verkauft. 2017: Her wird Realität Alexa, Google Assistant, Spracherkennung auf menschlichem Niveau. "Future of Voice" – eine der ersten Conversational AI-Agenturen. "Film 'Her' – 2017 Science Fiction. Jetzt sind wir da." Keine Plattform für skalierbare KI. Geburtsstunde Parloa. Dein Personal AI-Agent "Du rufst an: 'Hey Max, upgraden Premium Economy? Ruf in 20 Minuten nochmal an.' Nach einer Sekunde: 'Hey Max, entschieden?' WhatsApp geht auch. Montags ruft er dich an: 'Nur noch ein Platz.'" "1-zu-1-Beziehung. Kein Unternehmen konnte sich eine Person pro Kunde leisten. Jetzt kannst du das." Von 30 Sekunden zu Echtzeit 2022 Plattform neu. "2022: 30 Sekunden pro Antwort. Funktioniert nicht." Wette auf Large Language Models. "Aufgegangen." Heute: E-Commerce, Versicherungen, Banken, Energie, Reisen. Ideal: 500.000+ Kundeninteraktionen/Jahr. Überraschungen "Ist das für Ältere?" Malte: "Ältere adaptieren extrem schnell, führen lange Gespräche, finden großen Spaß." "Generation unter 20 – Voice ist mit Abstand relevantester Kanal. Revival." Bootstrapped bis Series C Lange ohne Kapital. Dann: 2022 Seed, 2023 Series A, 2024 Series B, 2025 Series C. "Alle zwölf Monate." Wendepunkt: November 2022, ChatGPT. Berlin, München, New York Berlin: Headquarter. München: Talent (Microsoft, ServiceNow). Westküste? "Neun Stunden Zeitverschiebung – nein." New York: "Bestes KI-Ökosystem." Silicon Valley? "Mag kommen." Asien? "Mehr Büros folgen." "Crazy ist gut" Value: Ambition. Malte: "Wenn andere nicht sagen, ihr seid komplett crazy, ist eure Vision nicht groß genug." Vision: "Weltmarktführer für Gesprächsplattform. Customer Support ist nur Schritt eins. Aus Deutschland global führend." Extrameile = Status Quo Max: "Wir tun uns schwer, Menschen zu finden, die die Extrameile denken." Malte: "Value: 'Going the extra mile is not an exception, it's the status quo.'" Ansatz: "Nicht fragen 'Bist du bereit?' Sondern: Haben sie es letzte Woche gemacht? Beispiele." Reality Check: "Härtester Job deines Lebens. Olympia für Gold. Warum? Woanders weniger arbeiten, mehr verdienen. Dann siehst du in den Augen, ob sie es intrinsisch fühlen." Key Learnings: • Konsistenz und harte Arbeit • Kontinuierliche Neuerfindung • Groß denken – "crazy" ist gut • Extrameile = Status Quo • Fokus ist entscheidend • An sich arbeiten ist Teil des Jobs Perfekt für: Gründer mit Visionen, Tech-Interessierte, AI-Fans, HR-Profis, Tech-Believer. Zitat der Episode: "Wenn andere nicht über euch sagen, dass ihr komplett crazy seid, wenn ihr über unsere Visionen redet, dann ist das, was ihr erzählt, nicht groß genug." – Malte Kosub Hör jetzt rein und erlebe, wie ein deutscher Entrepreneur die Zukunft der Kundenkommunikation baut – mit der Vision, Weltmarktführer zu werden. #BehindTheScenes #BTSPodcast #Parloa #MalteKosub #AI #ArtificialIntelligence #AIAgents #CustomerSupport #Startup #Entrepreneurship #SerialEntrepreneur #TechStartup #GermanStartup #WorldDomination Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Bündnis 90/Die Grünen mit Bundesvorsitzenden Felix Banaszak: Wie Politik menschlich bleibt | 01 Mar 2026 | 00:54:34 | |
Ein ehrliches Gespräch über Gleichberechtigung, neue Männlichkeitsbilder und warum progressive Politik im Playboy stattfinden muss Max öffnet erstmals die BTS-Bühne für einen Politiker: Felix Banaszak, 36, Co-Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Die Geschichte eines Mannes, der 2009 mit Lippenpiercing in die Partei eintrat und heute eine der verantwortungsvollsten Positionen innehat. Der Feuerwehrmann aus Duisburg Felix kommt aus dem Duisburger Norden – Wahlkreis mit geringster Wahlbeteiligung bundesweit. Als Teenager: "Was machst du in einer Partei? Da wird man doch korrumpiert." 2009 trat er trotzdem ein. Sein Muster: Er kommt immer in Verantwortung, wenn alles am Boden liegt. 2017 lag der Kreisverband 40.000 Euro verschuldet. Mit 27 wurde er Landesvorsitzender NRW. Bei der Kandidatur: "Nimm mal das Metall aus dem Gesicht." Die Grünen von 12% auf 6,4% abgestürzt. Mit Mona Neubaur: In viereinhalb Jahren auf 18%. Neuer Politikstil – weniger oberlehrerhaft, mehr auf Augenhöhe. Vater oder Parteichef? September 2024: Lang und Nouripour treten zurück. Felix' Tochter war zwei. "Ich hatte mir vorgenommen, anwesender Vater zu sein. Es kommt auf Windeln wechseln an, nicht nur Quality Time." Er mit seiner Frau: "Ich kann das nicht wegen unserer Tochter tun." Sie: "Vielleicht musst du es für sie tun." Mit Franziska Brantner: "Im Zweifel geht Familie vor. Wir halten einander den Rücken frei." Politik im Playboy Felix gab ein Playboy-Interview über Feminismus. "In der taz lesen das nur die, die zustimmen. Aber wenn ich über toxische Männlichkeit reden will, muss ich dahin, wo die Männer sind." Später: Nachrichten von jungen Männern: "Ich dachte, die Grünen hassen mich. Das hat mich überrascht." Gleichberechtigung ist harte Arbeit Max erzählt von seinem Sohn nach Checker-Tobi: "Warum haben wir die Welt kaputt?" Er kämpft gegen "toxische Männlichkeitsmindsets": "Ich dachte, ich bin gleichberechtigt. Aber wir sind weit weg." Seine Frau wird gefragt, wie sie es mit Kindern schafft – er nie. Felix: "Ich merke jede Woche, dass ich meinen Ansprüchen nicht gerecht werde." Er sagte einer Einladung ab: "Morgen bringe ich meine Tochter ins Bett." Erster Impuls: "Ich habe einen Terminkonflikt." Beide: Millennials haben Druck von beiden Seiten. Aber sie stellen die richtigen Fragen. Verkehrswende aus Liebe zur Freiheit "Wir machen Verkehrswende nicht aus Hass aufs Auto, sondern aus Liebe zur Freiheit – füreinander. Als Autofahrer freue ich mich über Fahrradwege." Er kritisiert: "Eine Familie spart für Mallorca und soll sich schämen? Während andere mit Luxusjachten rumschippern?" Forderung: "Macht Alternativen attraktiv." Bei sich bleiben Größtes Learning: "Bei sich selbst bleiben. Man ist am stärksten im Einklang mit seinen Werten." Ricarda Lang: "Ich war ein Sprechroboter. Ich habe mich verloren." Felix: Das passiert mir nicht. Key Learnings: • Politik ist kein gradliniger Weg • Beste Lösungen entstehen in Krisen • Familie ist keine Verhandlungsmasse • Gleichberechtigung beginnt bei eigenen Mustern • Progressive Politik muss raus aus der Komfortzone • Authentisch bleiben ist alternativlos Perfekt für: Junge Menschen mit Politikinteresse, Väter und Mütter im Gleichberechtigungskampf, alle an neuen Männlichkeitsbildern Interessierten. Zitat der Episode: "Ich kann das doch nicht wegen unserer Tochter tun." – "Vielleicht musst du es für sie tun." Hör jetzt rein und erlebe einen Parteichef, der nicht nur über Veränderung spricht, sondern sie lebt – auch wenn's wehtut. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Brabus mit CEO Constantin Buschmann: One Second Wow | 22 Feb 2026 | 01:10:48 | |
In dieser außergewöhnlichen Folge öffnet Constantin Buschmann die Türen zu einer Welt, die die meisten nur von außen kennen: Brabus. Was viele nicht wissen – hinter der Luxusmarke, die für PS-Monster und millionenschwere Custom-Cars steht, steckt eine Geschichte über Verantwortung, Transformation und den Mut, komplett neue Wege zu gehen. Was dich in dieser Folge erwartet: 🚗 One Second Wow: Wie Constantin die gesamte Unternehmensphilosophie von Brabus neu definierte – weg vom "größten OEM-unabhängigen Mercedes-Tuner", hin zu einer Marke, die in einer Sekunde begeistern muss 💡 Die Transformation: Von reiner Automotive-Expertise zu Booten, Motorrädern, Fashion Shows und einer eigenen Amazon Prime Serie – wie und warum Brabus zum Lifestyle-Universum wurde ⚡ Energie vs. Souveränität: Die zentrale Balance im Unternehmerleben – warum eine Marke "knistern" muss, aber gleichzeitig absolute Souveränität braucht, um zu bestehen 👥 Führen mit Milly: Der ehrliche Einblick, wie es wirklich ist, mit der Partnerin zusammenzuarbeiten – die Härte, die Herausforderungen und warum es trotzdem die beste Entscheidung war 🎬 Hinter den Kulissen der Serie: Warum Constantin sich für die Amazon-Dokumentation entschied, obwohl alle abrieten – und wie Authentizität zur wichtigsten Währung wurde 🔥 Scheuklappen abbauen: Wie das Team bei Brabus lernte, anders zu denken – von weißen Fliesenböden mit Fugen bis zu weltweiten Fashion Shows für Autos Besondere Momente:
Constantin's wichtigste Learnings:
Diese Folge ist für alle, die verstehen wollen:
Die Realität des Unternehmertums: Constantin spricht schonungslos offen über die Schattenseiten: Das Gefühl, mit eineinhalb Füßen im Burnout zu stehen. Die Unmöglichkeit, wirklich abzuschalten. Der ständige Spagat zwischen kreativer Energie und kaufmännischer Verantwortung. Und die Erkenntnis, dass man jeden Tag aufstehen muss – weil es sonst niemand für einen tut. Warum diese Folge besonders ist: Max trifft einen Unternehmer, der nicht nur über Erfolg spricht, sondern auch über die Momente, in denen die Achterbahn kopfüber stehen bleibt. Der erklärt, warum Deutschland stolz sein kann auf solche Marken. Und der zeigt, dass echte Authentizität bedeutet, die gleichen Werte auf allen Kanälen zu leben – ob YouTube, Instagram oder Amazon Prime. Shownotes:
Spoiler: Das ist nur Teil 1 – Constantin kommt definitiv wieder! Viel Spaß mit dieser intensiven, ehrlichen und inspirierenden Folge! Dein Max Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Leica mit Global Director Corporate Communications Johannes Winter: 100 Jahre Präzision | 15 Feb 2026 | 01:10:59 | |
In dieser Episode empfängt Max Ostermeier Johannes Winter, Global Director Corporate Communications bei Leica. Das Gespräch bietet einen faszinierenden Einblick in eine Marke, die seit über 100 Jahren für Präzision, Authentizität und fotografische Exzellenz steht. Johannes Winter, 52, gelernter Jurist und seit Januar 2024 bei Leica, erzählt von der bewegten Geschichte – vom Erfinder der 35mm-Kleinbildkamera bis zur globalen Marke mit 90% Auslandsumsatz. Besonders eindrucksvoll: Er transportierte die Kamera Nummer 126, die erste erfolgreiche Kleinbildkamera der Welt, persönlich im Handgepäck nach New York – unbezahlbare Fotogeschichte in einer Pappschachtel. Die digitale Krise 2005 stand Leica kurz vor dem Aus. Die Digitalfotografie war eine existenzielle Bedrohung – technische Probleme machten es schwierig, Sensoren in traditionelle Gehäuse zu integrieren. Die Rettung: Dr. Andreas Kaufmann übertrug die Markenwerte mit strategischem Weitblick in die digitale Welt. Die M9 schrieb 2009 erneut Kamerageschichte. Authentizität im KI-Zeitalter Die M11P war weltweit die erste Kamera mit Content-Authenticity-Chip (C2PA), der lückenlos dokumentiert, wann ein Foto aufgenommen wurde, von wem und welche Änderungen vorgenommen wurden. Winters Vision: "Es wird das Human-Made-Logo geben – wie heute das Bio-Siegel." Reduktion als Philosophie Die M-Kamera verzichtet bewusst auf Videofunktion und Autofokus. "Wir haben die Hälfte der Menüpunkte wie die Konkurrenz, aber die gleichen Funktionen", erklärt Winter. Reduktion als Stärke, nicht Schwäche. Persönliche Reise 14 Jahre bei Condor, inklusive der dramatischen Insolvenz 2019. "Das Team und ich sind an unsere Grenzen gekommen." Diese Erfahrung prägte seinen Führungsstil: offene Feedback-Kultur und die Überzeugung, dass Wachstum nur außerhalb der Komfortzone passiert. 100 Jahre Leica Mit zwei Wochen Vorlaufzeit entwickelte Winter 2024 eine globale Kommunikationsstrategie, die 450 Millionen Menschen erreichte – Äquivalenzwert im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Herausforderung: dezentrale Märkte unter ein strategisches Dach bringen. Community statt Kunden "Leica ist eine Community Brand." Um 120 Monobrand-Stores weltweit hat sich eine globale Gemeinschaft gebildet. Die Zusammenarbeit mit Fotografen wie Steve McCurry ist authentisch – sie lieben die Produkte, nicht die Bezahlung. Die Smartphone-Strategie überzeugt: Die Leica Lux App greift Signale direkt an der Hardware ab und emuliert ikonische Objektive. "Ein Einstieg, der den Weg zur echten Leica ebnet." Werte, die bleiben Mitarbeiter in zweiter und dritter Generation, Karrieren von 40 Jahren. Max' Beobachtung: "Bei Leica sind die Menschen dankbar, für diese Marke arbeiten zu dürfen." Key Learnings: • Authentizität wird zum Luxusgut in der KI-Welt • Reduktion schafft Differenzierung • Krisenbewältigung durch Werte statt Kompromisse • Community entsteht durch Authentizität • Wachstum passiert außerhalb der Komfortzone • Globale Strategie braucht lokale Freiheit Perfekt für: Fotografen, Kommunikationsprofis, Unternehmer, Marketer und alle, die deutsche Ingenieurskunst schätzen. #BehindTheScenes #BTSPodcast #Leica #Fotografie #Authentizität #KI #Kommunikation #Markenstrategie Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind 3 Michelin Stars mit Jan Hartwig: Kritik, Kontrolle, Kreativität | 08 Feb 2026 | 01:08:50 | |
In dieser Episode von Behind the Scenes spricht Max mit Drei-Sterne-Koch Jan Hartwig, der als Eigentümer und Küchenchef seines Restaurants „Jan“ in München im Museumsquartier seinen Traum vom eigenen Haus lebt. Jan beschreibt, wie er nach vielen Stationen nun in seinem eigenen Restaurant nicht nur am Herd steht, sondern zugleich Gastgeber, HR-Verantwortlicher, Sales-Mann und Unternehmer in Personalunion ist. Ein zentrales Thema des Gesprächs ist der Begriff Perfektion: Jan erzählt, dass er seit 26 Jahren kocht, sich in seinem beruflichen Umfeld extrem sicher fühlt und sein Arbeitsumfeld so gestaltet hat, dass Abläufe möglichst kontrollierbar sind – vom Fisch filetieren „mit verbundenen Augen“ bis zu eingespielten Teamstrukturen. Gleichzeitig betont er, dass es absolute Perfektion nicht gibt und dass der eigentliche Maßstab ist, wie man mit Fehlern umgeht, sie reflektiert, einsieht und sich entschuldigt. Max und Jan sprechen darüber, wie hart sowohl eigene Ansprüche als auch die Erwartungshaltungen von Gästen sein können. Jan schildert, wie Gäste manchmal ihren eigenen schlechten Tag – ein misslungenes Date, ein schwieriges Geschäftsessen – auf ein Gericht projizieren, weil das der einfachste gemeinsame Nenner für Frust ist. Max ermutigt ihn, auf „die wenigen Unzufriedenen“ weniger Gewicht zu legen, und Jan ergänzt, dass ihm bei vielen Menschen Demut und Reflexion fehlen. Besonders persönlich wird die Folge, wenn Jan von seiner zweijährigen Tochter erzählt. Er beschreibt, wie sie ihm mit der „Brechstange“ beibringt, Kontrolle abzugeben, sich auf unplanbare Situationen einzulassen und in kleinen Momenten – etwa wenn sie morgens den Rollo öffnet und ihm die Augen zuhält, weil es zu hell ist – echte Perfektion zu erkennen. Max und Jan arbeiten heraus, dass Perfektion im Zwischenmenschlichen durchaus existieren kann: in Geburtsmomenten, in der Begegnung mit einem geliebten Menschen oder in der Übergabe der drei Sterne, während die selbst gesetzten Maßstäbe in der Küche immer unerreichbar bleiben und gerade deshalb Antrieb sind. Für Hörerinnen und Hörer, die sich für Fine Dining, Leadership, mentale Seiten von Spitzenleistung und die Balance zwischen Anspruch und Menschlichkeit interessieren, bietet diese Folge einen selten offenen Blick in das Innenleben eines der besten Köche Deutschlands. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind hitschies mit CEO Philip Hitschler-Becker: Von Ufos bis McFlurry | 01 Feb 2026 | 00:57:18 | |
In dieser Episode von Behind the Scenes spricht Max mit Philip Hitschler-Becker, der das Traditionsunternehmen hitschies in vierter Generation führt und aus einem klassischen Süßwarenhersteller eine digitale Lovebrand gemacht hat. Das Unternehmen produziert seit 1929 Süßigkeiten wie hitschies-Schnüre, Ufos und Drachenzungen, sitzt an der Kölner Stadtgrenze in Hürth und vertreibt seine Produkte heute bereits in 46 Länder weltweit. Philip erzählt Max, wie das Unternehmen lange im Überlebensmodus war, bevor etwa vier Jahre nach seinem Einstieg der Turnaround gelang und sich die Dynamik hin zu Wachstum, Kreativität und Experimentierfreude drehte. Ein herausragendes Beispiel ist die Kooperation mit McDonald’s: Nach anderthalb Jahren Entwicklung einer Rezeptur mit Soße, Säure und Produktkomponenten entstand ein McFlurry mit gefriergetrockneten hitschies, der auf TikTok zum Hype wurde. Laut Philip war zeitweise „jedes vierte TikTok“ dieses Produkt, die Rekordzahlen führten dazu, dass der McFlurry regelmäßig schon mittags ausverkauft war. Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf Social Media und Personal Branding: Philip beschreibt im Gespräch mit Max, wie hitschies ohne nennenswertes klassisches Marketingbudget durch organisches Wachstum und eine konsequente Community-Arbeit auf TikTok, Instagram, YouTube und LinkedIn gewachsen ist. Die beiden arbeiten gemeinsam die These „Menschen folgen Menschen“ heraus, Philip erklärt, warum er sein eigenes Profil „Philip Hitschler“ geöffnet hat, sich als Gesicht der Marke positioniert und heute auf jeder Packung abgebildet ist. Die Episode beleuchtet auch persönliche Motive und Verantwortung: Philip berichtet Max, wie es ist, zusammen mit seinen Geschwistern ein Familienunternehmen zu führen, was es bedeutet, Arbeitsplätze zu sichern und gleichzeitig mutig neue Wege zu gehen. Dazu gehören Projekte wie der hitschies-Porsche, dessen Geschichte er ausgehend von einem alten Spielzeugauto seines Großvaters bis zum real folierten Wagen für die Süßwarenmesse erzählt – ein Symbol dafür, wann aus „nur Geld verdienen müssen“ wieder „Spaß und Kreativität ausleben“ werden kann. Für Hörerinnen und Hörer, die sich für Markenaufbau, organisches Social Media Marketing, Familienunternehmertum und den Spannungsbogen zwischen Tradition und digitaler Sichtbarkeit interessieren, bietet diese Folge mit Max und Philip einen sehr ehrlichen und inspirierenden Blick hinter die Kulissen von hitschies. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind BANZAI: Wie aus einem Skateboard-Brand eine Bewegung wird | 25 Jan 2026 | 01:05:11 | |
In dieser Episode von Behind the Scenes trifft Max auf Ole Kloth und Carl Friedrich Kolb im Banzai Legacy Lab – einem hybriden Ort zwischen Atelier, Archiv, Showroom und Zukunftswerkstatt. Banzai ist ursprünglich als ikonischer Skateboard-Brand bekannt, hat sich aber längst zu einer Marke entwickelt, die Lifestyle, Sammlerkultur und Storytelling miteinander verbindet. Ole erzählt, wie er „gefühlt schon ewig“ für Tommy, den Wiederbeleber und Founder von Banzai, arbeitet und heute die operativen Bereiche rund um Marke, Legacy Lab und zukünftige Projekte verantwortet. Carl Friedrich beschreibt, wie er das Lab mit kuratierten Erlebnissen und Inhalten füllt und welche Rolle der Ort für die Community, Partner und Kunden spielt. Ein zentrales Motiv der Folge ist der Begriff „Legacy“: Was bleibt, wenn ein Produkt verkauft ist? Wie kann man die Geschichte eines besonderen Objekts – etwa eines limitierten Boards oder eines Autos – so bewahren, dass Besitzer und Sammler auch Jahre später noch emotional damit verbunden sind? Die beiden erklären, wie Banzai physische Produkte digital erweitert, Geschichten dokumentiert und sie beispielsweise über Web3- und Blockchain-Technologien langfristig zugänglich macht, ohne in reine Spekulation abzurutschen. Die Episode zeigt, wie stark Banzai von Leidenschaft und Community lebt: Der Host berichtet, dass Banzai immer wieder wie „Breadcrumbs“ in seinem Leben auftauchte und die Marke schon aus der Distanz über Social Media spürbar war. Im Gespräch wird deutlich, dass für Ole und Carl Friedrich nicht nur das Produkt, sondern das Gefühl dahinter entscheidend ist – von der Inszenierung im Raum bis zur Art, wie Menschen vor Ort empfangen werden. Für Hörerinnen und Hörer, die sich für Markenaufbau, Kulturprojekte, Storytelling, Sammlerszenen und die Schnittstelle zwischen analoger und digitaler Welt interessieren, bietet diese Folge tiefe Einblicke in ein Projekt, das bewusst größer denkt als klassische Produktvermarktung. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind douglas mit CMO Rik Strubel: Shades of Green | 18 Jan 2026 | 01:04:53 | |
In dieser Episode begrüßt der Podcast-Host Marketing- und Beauty-Experte Rik Strubel, der seit rund einem halben Jahr als CMO die Marke Douglas verantwortet. Douglas ist heute Europas Marktführer im Premium-Beauty-Segment – online wie offline – mit einem der größten E‑Commerce-Geschäfte der Branche und fast 2.000 Filialen in Europa. Rik erzählt, wie ihn „Shades of Green“ schon durch seine Karriere begleiten – von früheren Stationen bis hin zu seiner aktuellen Rolle bei Douglas – und warum ihn gerade diese Marke reizt. Er beschreibt, wie Douglas für ihn perfekt zusammenbringt, was er in den letzten Jahren gelernt hat: den Aufbau und die Skalierung von E‑Commerce, die Integration von KI, die Konsolidierung und Restrukturierung digitaler Geschäftsmodelle sowie das Lernen einer neuen Welt – des stationären Retail. Ein spannender Teil des Gesprächs widmet sich seiner Herangehensweise an neue Jobs: Rik spricht bewusst mit möglichst vielen Menschen im Unternehmen, um ein echtes Gefühl für Kultur, Herausforderungen und Potenziale zu bekommen. Er berichtet, dass ihn die Gespräche bei Douglas „sehr, sehr positiv beeindruckt“ haben und erklärt, warum dieses Umfeld für ihn der ideale Ort ist, um Beauty, Brand-Building und Commerce weiterzudenken. Die Folge taucht außerdem in zentrale Marketingfragen ein: Was macht gutes Marketing heute aus? Wie schafft man es, eine Marke emotional aufzuladen und zugleich datengetrieben zu arbeiten? Rik schlägt den Bogen von seiner Historie in der Entwicklung von Beauty-Produkten über die Arbeit im FMCG-Bereich bis hin zum Aufbau von Marken wie Westwing, denen er zu deutlich mehr Sichtbarkeit und Glanz verholfen hat. Für Hörerinnen und Hörer, die sich für Marketing, E‑Commerce, Retail-Transformation, Personal Branding und moderne Führung interessieren, liefert diese Episode eine Mischung aus Praxiswissen, Karriere-Einblicken und einer sehr persönlichen Perspektive auf die Beauty- und Handelswelt. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Marks Feinkost mit den Gründern Cornelius Dornier und Kaspar Triller: Zwischen Oase und Schnellboot | 11 Jan 2026 | 01:12:38 | |
In dieser Folge von Behind the Scenes geht es an einen Ort, der in München längst Kultstatus hat: Marks Feinkost am Kufsteiner Platz, ein Delikatessenhaus mit Bistro, das von vielen Gästen als echte Oase inmitten der Stadt beschrieben wird. Zu Gast sind Kaspar und Cornelius, die Betreiber hinter Marks, die aus einem traditionsreichen Feinkostladen von 1964 ein lebendiges Gesamtkonzept aus Delikatessenhandel, Bistrobetrieb, Office-Catering und Events aufgebaut haben. Sie erzählen, wie Cornelius das marode Geschäft entdeckte, warum aus einer vermeintlichen „Schnapsidee“ ein erfolgreiches Unternehmen wurde und wieso Kaspar vom dualen Studium im Luxus-Catering und einem Philosophiestudium in Wien schließlich hinter der Theke in Bogenhausen gelandet ist. Du erfährst, wie die beiden sich gefunden haben – vom ersten Projektauftrag über den Moment, in dem aus einem Dreimonatsvertrag eine langfristige Partnerschaft wurde, bis hin zur Entscheidung, Kaspar zum Gesellschafter zu machen. Dabei sprechen sie offen über Vertrauen, gemeinsame Werte, Konflikte und darüber, weshalb echte Freundschaft im Unternehmertum vor allem in Krisenzeiten sichtbar wird. Ein großer Teil des Gesprächs dreht sich um die Frage, wie man einen Ort schafft, an dem sich Menschen „wie zu Hause“ fühlen: über Teamkultur, außergewöhnlich stabile Belegschaft, gelebte Wertschätzung und das Bewusstsein, dass Architektur und schöne Produkte allein nicht reichen, wenn die Seele des Ladens – die Menschen – fehlt. Kaspar und Cornelius erklären, warum sie ihr Team als ihr wichtigstes Kapital sehen und weshalb jede Personalentscheidung, jede Geste der Großzügigkeit und jeder Kontakt mit Gästen Teil dieser Philosophie ist. Natürlich geht es auch um gescheiterte Experimente und Learnings: von Cold-Brew-Kaffee, der nach „Katzenpisse“ schmeckte, über aufwendig entwickelte Automatenkonzepte für Kanzleien, die in der Praxis scheiterten, bis hin zu Wachstumsstrategien, die sich im Nachhinein als Übermut herausstellten. Aus diesen Erfahrungen entstand der Entschluss, den „Werkseinstellung“-Knopf zu drücken, kleiner und fokussierter zu denken und das Unternehmen gesund profitabel zu machen, statt um jeden Preis zu wachsen. Ein weiteres Thema: Wie Marks Feinkost durch Corona ging – ohne staatliche Hilfen, aber mit einem starken Netzwerk aus Stammkunden, Nachbarn und Partnern. Die beiden berichten, wie sich ihr Blick auf Verantwortung, Unternehmertum und Gemeinsinn in dieser Zeit verändert hat, warum Werte wie Zuverlässigkeit, Präsenz und Demut heute eine noch größere Rolle spielen und wieso sie sich eher als „Schnellboot“ denn als großer Tanker sehen. Wenn du wissen willst, wie man einen Feinkostladen in eine Institution verwandelt, was radikale Kundenorientierung praktisch bedeutet und welche Rolle biografische Brüche, Bauchentscheidungen und Humor dabei spielen, wird dich dieses Gespräch inspirieren. Perfekt für alle, die Gastronomie, gutes Essen, Unternehmertum und echte Geschichten aus dem echten Leben lieben Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Esquire mit Chefredakteur Dominik Schütte: Kein Macho-Muff, nur gute Typen | 04 Jan 2026 | 01:04:02 | |
Schütte schildert zunächst, was Esquire heute ist: eine traditionsreiche Brand (90 Jahre international), die in Deutschland bewusst als Digital-First-Marke gestartet ist – Launch von Esquire.de im März 2020, am Abend vor dem ersten Lockdown. Er erklärt die Rolle von Burda und Hearst, die Positionierung zwischen Titeln wie Vogue, Harper’s Bazaar, InStyle oder L, und warum Esquire für ihn “Lifestyleguide für gute Typen” ist, nicht einfach ein klassisches Männermagazin. Ein großer Block dreht sich um Storytelling in Zeiten von KI: Schütte betont, dass echte Geschichten immer an Menschen gebunden bleiben – etwa wenn ein Kollege George Clooney am Comer See zuhause besucht, während dessen Familie im Garten feiert und mitten im Interview das Kind von einer Biene gestochen wird. Solche Erlebnisse könne KI weder erleben noch ersetzen; Aufgabe von Esquire sei es deshalb, das Menschliche, den Zugang, die Perspektive und das Einordnen in den Mittelpunkt zu stellen, KI aber klug für Distribution und Aufbereitung zu nutzen. Schütte zeichnet Esquire als inklusives Medium: Zielgruppe sind “gute Typen” – Menschen mit Herz am rechten Fleck, unabhängig von Geschlecht oder Identität. Im Heft finden sich männlich konnotierte Themen wie Autos, Uhren, Mode, aber subversiv erzählt – Roadtrips statt PS-Porno, Styling statt Spezifikationen, plus Formate wie “Innenansichten”, in denen ausschließlich nicht-cis-hetero-Autorinnen und Autoren schreiben. Gleichzeitig will Esquire konservative Männer nicht ausschließen, sondern herausfordern, ohne sie mit moralischem Zeigefinger zu verprellen. Ein weiterer Schwerpunkt ist Print im Jahr 2025: Statt 12 Ausgaben pro Jahr setzt Esquire bewusst auf vier dicke, saisonale Magazine (Frühling, Sommer, Herbst, Winter) mit starkem Coffee-Table-Charakter und dichter Anzeigenlage. Burda spielt hier die Stärke im Kioskgeschäft aus; am Point of Sale wird Esquire oft zusammen mit Spiegel gekauft, weil Leser Premium-Journalismus und hochwertige Lifestyle-Inhalte kombinieren. Parallel dazu baut die Marke mit Events wie dem Esquire Townhouse ein Live-Ökosystem: eine Mischung aus TED-Talk, Panel und Party, bei der etwa Männlichkeitsbilder, Demokratie oder Kriegserfahrungen diskutiert und Marken erlebbar gemacht werden. Sehr persönlich wird es, wenn Schütte über seine Biografie spricht: geboren in Essen, als Kind mit der Familie an den Ammersee gezogen, wo sein Vater – ein “deutscher Mad Men”-Werber der 60er/70er – bei einer Dienstreise tödlich verunglückte. Er wächst anschließend in Nürnberg auf, vor allem geprägt von Mutter, Oma und einem sehr strengen Großvater, dessen alte Männlichkeitsbilder (“Ein Mann rennt keiner Straßenbahn hinterher”) er rückblickend reflektiert und teilweise bewusst bricht. Heute lebt er als Vater mit intensiver Vater-Tochter-Zeit und beschreibt, wie sehr ihn diese Rolle emotional verändert und seine Sicht auf Männlichkeit, Empathie und Verantwortung geschärft hat. Zum Schluss geht es um innere Arbeit: Schütte plädiert leidenschaftlich für Therapie – einzeln und als Paar – als Form der “inneren Wundversorgung”, damit Menschen bewusster lieben, führen und entscheiden können. In seiner Arbeit als Chefredakteur und Dozent an der Deutschen Journalistenschule versteht er sich als Teil eines Safe Spaces für junge Journalist:innen, der Grenzen respektiert, aber auch klare, konstruktive Klartext-Gespräche über den Zustand des Journalismus und über Verantwortung in Medien führt. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Tim Raue: Disziplin, Scheitern & Spicy Business | 28 Dec 2025 | 01:04:59 | |
Tim Raue spricht im Podcast offen über seinen persönlichen und unternehmerischen Weg – vom Berliner Kiez zum international gefeierten Spitzenkoch. Die Episode taucht ein in Raues strikte Alltagsroutinen, seine Ansprüche an sich selbst und seine Erfahrungen mit Transformation, Unternehmergeist und Partnerschaft. Dabei werden nicht nur seine Kochkunst und die Gastronomie beleuchtet, sondern auch zentrale Lebensthemen wie Sicherheit, Wertschätzung, Selbstpflege und die Rolle von Fehlern als Wegweiser. Die drei Key Learnings aus dem Gespräch:
Tim Raues Leben Tim Raue, geboren 1974 in Berlin, wuchs in schwierigen Verhältnissen im Kreuzberger Kiez auf und war in seiner Jugend zeitweise Mitglied einer Straßengang. Sein Perspektivwechsel kam durch eine Kochlehre, die ihn schnell zum Küchenchef werden ließ. Mit 23 leitete er das Restaurant Rosenbaum, ab 2002 das „44“ im Berliner Swissôtel, erkochte dort seinen ersten Michelin-Stern und wurde „Koch des Jahres“. Seit 2010 führt Raue sein eigenes Restaurant „Tim Raue“ in Berlin, das zu den „World’s 50 Best Restaurants“ zählt und mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet ist. Er betreibt viele weitere gastronomische Projekte in Deutschland, der Schweiz und Dubai, ist kulinarischer Berater, Markenbotschafter und TV-Persönlichkeit (u. a. „Kitchen Impossible“, „Chef’s Table“ und „Ready to Beef“). Mit mehreren Kochbüchern und einer Autobiografie hat Raue seine Geschichte und Philosophie öffentlich gemacht. Sein unverwechselbarer Stil – asiatisch inspiriert, aromenstark und voller kreativer Freiheiten – hat die deutsche Spitzengastronomie maßgeblich geprägt. Die Folge inspiriert mit ehrlichen Einblicken in Mindset, Krisenbewältigung und Mut zu neuen Projekten – vom eigenen Restaurant bis zur Spiciness der „SPIZZA-Pizza“. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind Mirko Borsche: Vom Kiosk-Büro in München zu McQueen, On & Supreme | 21 Dec 2025 | 01:14:38 | |
Im Gespräch erzählt Borsche, wie aus einem improvisierten “Kiosk-Büro” mit Gasheizung und Außentoilette Schritt für Schritt das heutige Bureau Borsche wurde, das mit nur fünf bis sechs Personen globale Markenprojekte stemmt. Er beschreibt, wie wichtig ihm Räume mit Seele sind: erst der kleine Kiosk, dann eine Galerie-Wohnung mit Dachterrasse und Open-House-Atmosphäre, in der Freunde aus Kunst und Musik mitarbeiteten – immer als Gegenentwurf zu sterilen Büros. Ein Schwerpunkt ist München als Standort: attraktiv für Natur, Berge und Familie, aber verschlossen, träge und international schwerer zugänglich als etwa Berlin. Borsche kritisiert die Stadt für zu wenig Mut zu kulturellen Orten und nennt Beispiele wie das Bergson, das als privat initiiertes Leuchtturmprojekt “am Arsch der Welt” steht, statt in der Stadt ein internationales Zentrum zu bilden. Sehr persönlich wird es, wenn er über seine drei Kinder, Patchwork-Konstellationen und Vater-Tochter-Restaurantdates spricht. Er zeigt, wie gemeinsame Rituale, echte Augenhöhe (z.B. Restaurantwahl, gleicher Teller statt Kinderkarte) und viel Zeit zusammen seine Sicht auf Führung und Respekt geprägt haben – sowohl privat als auch in der Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden. Im zweiten Teil diskutiert Borsche seine Haltung zur Branche: Er erzählt von hunderten gewonnenen Awards und seinem bewussten Austritt aus dem ADC, weil das System sich in Richtung Fake-Cases, Irrelevanz und Männerbündelei entwickelt habe. Heute gewinnt sein Studio Talente aus aller Welt ohne “Award-Showreels”, sondern durch echte, veröffentlichte Arbeit und Mundpropaganda. Er kritisiert Pitches als unfair und strukturell problematisch: Oft sei längst eine Agentur gesetzt, andere liefern unbezahlt Ideen, die später in abgeschwächter Form übernommen werden. Zum Schluss geht es um aktuelle Projekte und seine Art, mit Kunden und Trends umzugehen. Bureau Borsche arbeitet u.a. am Redesign von Alexander McQueen, einer Lifestyle-Linie mit On (IKON-Kollektion), Theaterprojekten in Kopenhagen und Fashion- und Kultmarken wie Rimowa oder Supreme, für die sie jahrelang Grafiken für die wöchentlichen Drops entwickelt haben. Borsche erklärt, dass er keine “Trends in zehn Jahren” vorhersagt, sondern mit Kunden so tief in Gespräche geht, dass sich neue Wege fast wie ihre eigene Idee anfühlen – eine Art Inception im Branding. Über Mirko Borsche Mirko Borsche wurde 1971 in Tegernsee geboren und wuchs in der Nähe von München auf. Seine frühe Leidenschaft für Graffiti prägte seinen Blick auf Typografie, Bildsprache und den Umgang mit Schrift im öffentlichen Raum. Nach Studien in Kingston (Postgraduate Graphic Design), einem Master in London und einem Diplomstudium Kommunikationsdesign an der FH Augsburg startete er als freier Art Director u.a. für Levi’s, MTV und Mercedes-Benz und arbeitete später bei Springer & Jacoby. Bekannt wurde er mit Editorial Design: Er gestaltete Magazine für die Süddeutsche Zeitung, war maßgeblich an der Gründung und Gestaltung des Jugendmagazins NEON beteiligt und ist seit 2007 Creative Director des ZEITmagazins. 2007 gründete er in München sein eigenes Studio Bureau Borsche, das heute international für Marken wie Nike, Balenciaga, Rimowa, Bavarian State Opera, Inter Mailand, Supreme, Apple und BMW arbeitet und vielfach ausgezeichnet wurde. Borsche erhielt zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, darunter den Titel “Visual Leader of the Year” der Lead Academy. Seine Arbeiten wurden in Museen und Ausstellungen gezeigt, etwa in der Pinakothek der Moderne und der Neuen Sammlung in München sowie in Städten wie Amsterdam, Barcelona, Stockholm, Seoul und Tokio. Er gilt als einer der prägendsten europäischen Grafikdesigner seiner Generation und als Stimme, die die Kreativbranche regelmäßig kritisch hinterfragt. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind DSSLR mit Gründer Christoph Dassler: Legacy Meets Lifestyle | 14 Dec 2025 | 01:21:20 | |
Christoph Dassler, Unternehmer und Gründer der Marke DSSLR, erzählt im Podcast seine persönliche Geschichte vom Erbe der berühmten Dassler-Familie bis hin zum Aufbau einer neuen Premium-Sport- und Lifestyle-Brand. Er beschreibt seine Motivation, zurück in die Sportbranche zu kommen, seine Werte rund um Authentizität, Nachhaltigkeit und kompromissloses Design. Im Gespräch geht es um den Spagat zwischen Familientradition und persönlicher Vision, die Bedeutung von Qualität und Innovation im Sporttextilbereich sowie um wichtige Learnings aus Herausforderungen und Rückschlägen. Wichtigste Key Learnings:
Christoph Dasslers Leben Christoph Dassler ist Unternehmer und Gründer von DSSLR, einer jungen, hochpreisigen Sport- und Lifestyle-Marke mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Funktionalität. Er stammt aus der legendären Dassler-Familie, die seit den 1920er Jahren mit Adidas und Puma weltweite Sportgeschichte schreibt. Christoph hat sich bewusst für einen eigenen Weg abseits der Familienunternehmen entschieden, um eine eigenständige Marke zu etablieren, die Sport und Design auf Premium-Niveau verbindet. Er studierte Betriebswirtschaft und Medien, sammelte Berufserfahrung in Marketing und Beratung, bevor er 2023 die Marke DSSLR gründete. Sein Konzept vereint technische Innovationen mit edlen, nachhaltigen Materialien und einem urbanen Lifestyle. Die Marke richtet sich an Menschen, die sportlich aktiv sind, aber gleichzeitig Wert auf Ästhetik und Umweltbewusstsein legen. Christoph arbeitet mit bekannten Designern und Sportlern zusammen, etwa bei der Entwicklung einer Tennis-Kollektion und sucht aktiv den Kontakt zu Talenten und Multiplikatoren in der Szene. Sein Fokus liegt auf einem nachhaltigen, langfristigen Markenaufbau unter Wahrung von Tradition und familiären Werten, zugleich offen für moderne Produktentwicklung und kreative Vermarktung. Die Episode gibt exklusive Einblicke in eine spannende Gründerreise mit großer Tradition, moderner Vision und dem klaren Ziel, mit hochwertigen Produkten und Leidenschaft neue Maßstäbe im Sport-Luxussegment zu setzen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||
| Behind BRABUS mit CMO Stefan Ponikva: Vom BMW-Gamechanger zum Mittelstands-Rockstar | 07 Dec 2025 | 01:34:32 | |
Im Gespräch erzählt Ponikva, wie er als gebürtiger Wiener über ein Praktikum 2003/2004 bei BMW in München “hängen geblieben” ist, obwohl ursprünglich nur sechs Monate geplant waren. Aus einem befristeten Job in einer internen Agentur wird schnell Verantwortung: Er betreut mit Mitte 20 den BMW Pavillon am Lenbachplatz, baut interne Netzwerke auf und wird zum internen “Umsatzkönig”. Seine Leidenschaft für Autos, Marken und Menschen zieht sich dabei konstant durch seine Erzählungen. Es folgen Stationen im Lifestyle-Marketing von MINI, wo er Lizenz- und Fashion-Kooperationen (Taschen, Schuhe, Brillen, Messen wie Bread & Butter) aufsetzt und das Markenbild für jüngere Zielgruppen schärft. Später wechselt er ins Sportmarketing von BMW (Golf, Segeln, Formel 1) und entwickelt nach dem Ausstieg aus der Formel 1 mit ein neues globales Sponsoring- und XDrive-Konzept, inklusive groß angelegter Wintersport-Offensive in über 30 Skigebieten. Er beschreibt, wie ihn die Kombination aus Zeitgeist-Verständnis, Neugier und Innovationsfreude antreibt und wie wichtig ihm ist, Trends global (von Hongkong bis Brasilien) früh zu erkennen. Einen großen Raum nimmt seine Zeit als Head of Brand Management BMW i & ConnectedDrive und später als Vice President Brand Communication & Brand Experience ein. Er erzählt von der Markteinführung der Pionierfahrzeuge BMW i3 und i8, der Idee des “Speedboats” BMW i mit direkter Berichtslinie zum CMO, der Entwicklung von “Forwardism” als Leitidee und von Kooperationen mit kulturellen Ikonen (z.B. Pharrell Williams, KITH), Festivals (Coachella, ComplexCon) und neuen Messeformaten wie der IAA Mobility in der Stadt. Im letzten Teil des Podcasts geht es um seinen bewussten Ausstieg nach 22 Jahren BMW: Die innere Stimme werde lauter, Mitarbeitende merkten, dass er “nicht mehr ganz der Alte” sei, und er entscheidet sich nach der CES in Las Vegas 2024, zu gehen. Es folgen acht Monate Auszeit mit 31 Skitourentagen, Bergtouren, Marathontraining und sehr viel Familienzeit, in denen er seine Rolle als Vater und Partner neu justiert und mental “geerdet” aus der Konzernwelt herauswächst. Über ein zufälliges Kennenlernen von BRABUS-CEO Constantin Buschmann beim ADC Festival in Hamburg entsteht schließlich der Wechsel in den Mittelstand, den er als “Dreamjob” beschreibt, weil er dort 100% Impact und eine junge, hungrige Mannschaft sieht. Top 3 Key Learnings aus dem Gespräch Führung heißt fördern und fordern – aber im geschützten Rahmen Ponikva betont, wie entscheidend es ist, jungen Talenten früh Verantwortung zu geben, ohne sie gleich “auf das ganz kalte Eis” zu schicken. Er reflektiert offen eigene Fehler: manchmal zu viel Verantwortung zu schnell, manchmal zu lange gezögert mit Beförderungen – und leitet daraus ab, dass gute Führung darin besteht, Freiräume zu schaffen und gleichzeitig Sicherheit zu bieten. Zeitgeist und Neugier als strategischer Wettbewerbsvorteil Sein Erfolgsrezept beschreibt er als Mischung aus hoher Energie, Mut, Kreativität, Innovationsgier und dem intrinsischen Wunsch, den Zeitgeist zu verstehen – heute und morgen. Genau dieses Mindset habe ihn befähigt, Marken wie MINI und BMW mit unkonventionellen Kooperationen, neuen Messekonzepten und Pionierprojekten wie BMW i3/i8 zukunftsfähig und kulturell relevant zu positionieren. Karrierebrüche bewusst gestalten und identitätsstiftend nutzen Nach 22 Jahren Konzernkarriere erlaubt er sich, ohne Sicherungsnetz auszusteigen, nutzt Bergtouren und Skitouren wie eine geführte Meditation, um die eigenen Bedürfnisse, Familienrollen und nächsten beruflichen Ziele zu klären. Statt im “Loch” zu landen, erlebt er diese Phase als Aufbau mentaler Muskeln und als Basis, um gezielt ein Umfeld zu wählen, in dem Wirkung, Werte und Privatleben besser zusammenpassen – in seinem Fall der Mittelstand mit BRABUS. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. | |||