In dieser Folge nehmen wir uns Anna Katharina Scheidemantels Roman "Statt aus dem Fenster zu schauen" vor – und auch diesmal spoilern wir bewusst NICHT das ganze Buch! Wir lassen euch mit Cliffhängern zurück, damit ihr noch richtig Lust habt, das Buch selbst zu lesen!
Auch in dieser Episode nutzen wir unser Storytelling-Format: Ich nehme Rabea mit auf die Reise, indem ich das Buch nacherzähle und sie reagiert live darauf und schlüpft in die Rolle der Kommentatorin. Gemeinsam tauchen wir ein in Sophies Geschichte – eine Geschichte über das Innehalten, wenn alle anderen weitermachen.
Was passiert, wenn du einfach alles über Bord wirfst? Nicht weil etwas Schlimmes passiert ist, sondern weil du an deinem Schreibtisch sitzt und merkst, dass du schon sehr lange aus dem Fenster schaust, statt irgendwas zu fühlen. Sophie, fünfundzwanzig, auf der Überholspur des Lebens – sehr gutes Abi, perfekter Lebenslauf, Praktikum in München – tätigt während der Arbeitszeit einen impulsiven Hauskauf. Dreitausend Euro. Online. In Günderode, Ostdeutschland. Irgendwo zwischen Nirgendwo und noch mehr Nirgendwo. Noch am selben Tag packt sie ihre Sachen und verlässt das Büro. Was sie vor Ort erwartet, ist eine Bruchbude. Aber Sophie krempelt die Ärmel hoch, renoviert von April bis August, legt einen Garten an, holt sich Hühner – und fragt sich dabei die ganze Zeit: Was mache ich hier eigentlich?
Wir sprechen über die großen Fragen: Gibt es noch Platz für einen als Individuum in einer Welt, die vor allem Lebensläufe sehen will? Warum leben wir so oft im Danach statt im Jetzt? Und was passiert, wenn man einfach mal bleibt, wo man ist, und schaut, was dann kommt? Anna Katharina Scheidemantel erzählt von einer jungen Frau, die den Mut hat innezuhalten, während alle anderen weitermachen und dabei lernt, dass Selbstfindung ein Prozess ist, kein Ziel.