Was ist wirklich ADHS oder Autismus – und was schreiben wir unserer Diagnose vielleicht vorschnell zu?
Ausgangspunkt dieser Folge ist ein Gespräch von Lukas Klaschinski mit dem Psychologen und Stresscoach Jacob Drachenberg. Drachenberg beschreibt, wie er während einer schweren depressiven Episode plötzlich keinen Small Talk mehr führen konnte: Er konnte sich selbst kaum spüren – und auch sein Gegenüber nicht.
Das hat mich nachdenklich gemacht. Denn Schwierigkeiten mit Small Talk gelten online schnell als „Zeichen für Autismus“. Vergesslichkeit? ADHS. Empfindlichkeit gegenüber Ablehnung? RSD. Widerstand gegen Anforderungen? PDA.
Eine Diagnose kann unglaublich viel erklären und entlasten. Gleichzeitig verändert sie die Brille, durch die wir auf uns und unsere Vergangenheit schauen.
In dieser Folge geht es deshalb um die Fragen:• Was gehört tatsächlich zu ADHS oder Autismus – und welche anderen Erklärungen könnte es geben?
• Wann hilft uns eine Diagnose, uns besser zu verstehen?
• Wann beginnen wir, uns durch sie selbst zu begrenzen?
• Was kann ich wirklich nicht – und was glaube ich inzwischen, nicht zu können?
• Wie finden wir einen Weg zwischen „Ich muss mich ändern“ und „Ich bin eben so, die anderen müssen damit klarkommen“?
Für mich führt die entscheidende Frage am Ende weg von „Ist das typisch ADHS oder Autismus?“ und hin zu:
So bin ich gerade. Wo möchte ich damit hin? Was möchte ich verändern, was darf bleiben – und welche Unterstützung brauche ich dafür?
Im Video verwende ich mit Erlaubnis Ausschnitte aus:„Stresscoach: Was ich nach meinen Depressionen über Stress gelernt habe“ –
Lukas Klaschinski im Gespräch mit Jacob Drachenberg. https://youtu.be/Vqy0AgzYTOw
Danke Lukas!
Musik über Soundstripe lizenziert.