Retour

Explorez tous les épisodes du podcast America's Choice

Plongez dans la liste complète des épisodes de America's Choice. Chaque épisode est catalogué accompagné de descriptions détaillées, ce qui facilite la recherche et l'exploration de sujets spécifiques. Suivez tous les épisodes de votre podcast préféré et ne manquez aucun contenu pertinent.

Rows per page:

1–50 of 83

TitreDateDurée
Wer bestimmt den Kurs? Amerikas Parteien vor den Midterms 13 Aug 202600:50:19

Wofür stehen Demokraten und Republikaner im Jahr 2026? Ein Blick auf die Vorwahlen für die Midterms liefert erste Antworten: Die jüngsten Erfolge Trump-naher Republikaner und von den Democratic Socialists of America (DSA) unterstützter Kandidat*innen zeigen, dass die härtesten Kämpfe nicht nur zwischen, sondern zunehmend innerhalb der Parteien ausgetragen werden.  

Bei den Demokraten fordert ein erstarkender demokratisch-sozialistischer Flügel mit prominenten Figuren wie New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani den moderaten Parteiflügel heraus. Was bedeutet dies für den künftigen Kurs der demokratischen Partei? Bei den Republikanern ist Trump weiterhin tonangebend. Doch steht die republikanische Partei wirklich geeint hinter ihm? 

Gleichzeitig verändern sich auch die politischen und institutionellen Rahmenbedingungen der Midterms. Welche Auswirkungen haben Gerichtsurteile und politische Entscheidungen auf Wahlkreiszuschnitte, Wahlrecht und Wahlorganisation? Und was bedeutet dies für die amerikanische Demokratie? Darüber spricht Stormy Mildner in dieser Folge mit Julius van de Laar und Helena Wittlich.


O-Töne im Episoden-Intro:

Gavin Newsom – Juli 2026

Zohran Mamdani – Juni 2026

Donald Trump – Mai 2026

Donald Trump – Juli 2026

Alexandria Ocasio-Cortez – Juli 2026

America 250: Wer erzählt Amerika?07 Jul 202600:49:10

250 Jahre USA – doch woran genau wird eigentlich erinnert? Zum Jubiläum der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika wird gefeiert, gewürdigt und zurückgeblickt. Gleichzeitig wird über kaum etwas so intensiv gestritten wie über die Geschichte des Landes selbst. Was gehört ins Zentrum der nationalen Erzählung? Welche Perspektiven wurden lange ausgeblendet? Und wer entscheidet darüber, wie sich Amerika an seine Vergangenheit erinnert?

Geschichte ist nie nur Vergangenheit. Jede Generation blickt mit anderen Fragen auf dieselben Ereignisse und schreibt die nationale Erzählung ein Stück weit neu. Gerade im Jubiläumsjahr 2026 wird sichtbar, wie eng die Debatten über die amerikanische Vergangenheit mit den politischen Konflikten der Gegenwart verknüpft sind. 

Auch die Trump-Administration hat die Geschichtspolitik zu einem zentralen politischen Thema gemacht. Ob bei den Feierlichkeiten zum 250. Jubiläum, in Debatten über Schulcurricula, Denkmäler oder nationale Gedenkorte – immer wieder geht es um die Frage, welche Geschichte die Vereinigten Staaten über sich selbst erzählen wollen.

In dieser Folge von „America’s Choice“ sprechen wir mit Dr. Petra Dolata, Associate Professor für Geschichte an der University of Calgary (Kanada), und Dr. Petra Gödde, Professorin für transnationale Geschichte und die Geschichte der US-Außenbeziehungen an der Temple University (Philadelphia, USA) sowie Mitherausgeberin (Co-Editor) der Fachzeitschrift Diplomatic History, über die wechselnden Deutungen der US-amerikanischen Geschichte, die Bedeutung öffentlicher Erinnerungskultur und die politische Kraft historischer Narrative. Warum erzählt jede Generation die Geschichte Amerikas anders? Und was verraten die aktuellen Debatten über Vergangenheit, Politik, Identität und gesellschaftlichen Wandel in den USA von heute? 

MAGA im Stadion: Trumps Sport-Agenda und die WM 202625 Jun 202600:49:41

Sport ist in den USA weit mehr als Unterhaltung. Ob bei der Nationalhymne vor dem Spiel, den Olympischen Spielen oder den großen Profiligen – Sport dient immer auch als Projektionsfläche für nationale Identität und politische Botschaften. Unter Donald Trump wird diese Verbindung besonders sichtbar. Von den NBA Finals über Veranstaltungen der Ultimate Fighting Championship bis hin zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 nutzt Trump populäre Sportereignisse, um Bilder von Stärke, nationalem Selbstbewusstsein und amerikanischer Größe zu vermitteln. Besonders deutlich zeigt sich dies bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die die USA gemeinsam mit Kanada und Mexiko ausrichten. Während das Turnier Trump eine globale Bühne bietet, ist es zugleich von politischen Kontroversen geprägt: die verschärfte US-Einreisepolitik, die belasteten Beziehungen zu den Co-Gastgebern Kanada und Mexiko und der enge Draht zwischen Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino. In dieser Folge von „America's Choice“ sprechen wir mit dem Sportjournalisten und Autor RonnyBlaschke sowie U.S.-Korrespondent Dirk Hautkapp darüber, welche Ziele Trump mit seiner Sportpolitik verfolgt, was sie von früheren Präsidenten unterscheidet und was das für Athlet*innen, Fans und die WM 2026 bedeutet.

America First 2.0: Trumps Wirtschafts- und Handelspolitik im Stresstest21 May 202600:43:02

Mit America First stellt die Trump-Administration die Stärkung des U.S.-Binnenmarkts ins Zentrum der Handels- und Wirtschaftspolitik. Neben klassischen angebotsorientierten Maßnahmen der Steuersenkung und Deregulierung setzt die U.S.-Regierung verstärkt auf die gezielte Förderung strategischer Industrien, um Produktionskapazitäten zurück in die Vereinigten Staaten zu holen. Zusätzlich verfolgt Trump mit dem Einsatz von Zöllen eine protektionistische und transaktionale Handelspolitik, die zunehmend als geopolitisches Machtinstrument verstanden wird. Jedoch birgt die sicherheitspolitische Aufladung wirtschaftlicher Entscheidungen erhebliche Risiken.  Bereits im Februar 2026 hatte der Oberste Gerichtshof zentrale, auf Notstandsrecht gestützte Zollmaßnahmen für unzulässig erklärt. Jüngst im Mai erklärte ein U.S.-Handelsgericht auch die daraufhin auf alternativer Rechtsgrundlage neu eingeführten Zölle der Trump-Administration für rechtswidrig. Ein weiteres Risiko für Trumps wirtschaftspolitischen Ansatz bilden die hohen Energiepreise infolge des Kriegs gegen den Iran. Der steigende Ölpreis treibt die Inflation und dämpft Konsum sowie Investitionen. Zudem verschärfen die energiepolitischen Verwerfungen sowie Androhung neuer Automobilzölle die wirtschaftspolitischen Spannungen mit Europa. Kann unter diesen Umständen der Abschluss des neuen transatlantischen Handelsabkommens gelingen? Darüber sprechen wir in dieser Folge von „America's Choice“ mit Prof. Dr. Dr. Ulrike Malmendier, Cora Jane Flood Professor of Finance und Professor of Economics an der University of California, Berkeley, sowie Melanie Vogelbach, Leiterin des Bereichs Internationale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaftsrecht beim DIHK.

From America First to the Donroe Doctrine: US-Außenpolitik im Wandel21 Apr 202600:51:37

Venezuela, Iran – und als Nächstes Kuba? Drohungen gegen Grönland, Krieg im Nahen Osten: Folgt die US-Außenpolitik noch einer Strategie – oder nur noch der Logik von Macht und Gelegenheit? Und was bedeutet dies für Europa und Deutschland?

Donald Trump war 2024 mit dem Versprechen angetreten, Amerika aus neuen Kriegen herauszuhalten. Rund ein Jahr nach Beginn seiner zweiten Amtszeit zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Die USA stehen erneut im Zentrum mehrerer Konflikte – von der Intervention in Venezuela bis zum Krieg mit Iran, flankiert von Drohungen gegenüber weiteren Staaten sowie Überlegungen, strategisch relevante Territorien wie Grönland stärker unter US-amerikanischen Einfluss zu bringen.

Was als „America First“ begann – die Begrenzung internationaler Verpflichtungen und die Priorisierung innenpolitischer Interessen – ist zur sogenannten „Donroe-Doktrin“ geworden. In ihrem Zentrum steht die Sicherung geopolitischer Einflusszonen, der Zugang zu strategischen Ressourcen sowie die Abschreckung und Begrenzung rivalisierender Mächte. Militärische Interventionen, ökonomischer Druck und politische Einflussnahme scheinen dabei nicht mehr als Ausnahme, sondern als legitime Instrumente einer interessengeleiteten Außenpolitik verstanden zu werden.

Für Europa und insbesondere Deutschland bedeutet dies eine grundlegende strategische Herausforderung. Einerseits bleiben die USA zentraler sicherheitspolitischer Partner, andererseits verliert die transatlantische Beziehung an Verlässlichkeit und Berechenbarkeit. Gleichzeitig wird Europa zunehmend als nachrangiger Akteur in der US-amerikanischen Prioritätensetzung wahrgenommen und muss sich stärker eigenständig positionieren.

Darüber sprechen wir in der heutigen Folge von America’s Choice” mit unseren großartigen Gästen Gudrun Engel und Omid Nouripour.

Medienmacht: Die US-Infosphäre 202617 Mar 202600:46:28

Die US-Medienlandschaft verändert sich rasant. Immer mehr Amerikaner*innen beziehen ihre Nachrichten über soziale Medien, KI-Plattformen, Podcasts oder Inhalte von Influencer*innen und Content Creators statt über klassischer Medien. Medieninstitutionen und Journalist*innen stehen zusätzlich unter Druck – wirtschaftlich, politisch und institutionell. Digitale Plattformen wie Meta, Google oder X entscheiden somit zunehmend darüber, welche Informationen überhaupt sichtbar werden. In diesem fragmentierten Informationsraum verbreiten sich Mis- und Desinformation besonders schnell. Algorithmen sorgen dafür, dass selbst Nachbar*innen in völlig unterschiedlichen Nachrichtenrealitäten leben können.

In dieser Folge von „America’s Choice” sprechen wir mit Kerstin Zilm und Adrian Kreye über den aktuellen Zustand der US-Medienlandschaft und die politische Debatte rund um Desinformation.

Nach München: Wohin steuert die transatlantische Sicherheit?18 Feb 202600:52:51

Wie steht es um das transatlantische Sicherheitsversprechen? Die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) 2026 fand vor dem Hintergrund wachsender Unsicherheit über die künftige Rolle der Vereinigten Staaten im transatlantischen Bündnis statt. Besonders seit U.S.-Präsident Trumps Forderung nach der Besitznahme Grönlands, steht das nordatlantische Sicherheitsbündnis massiv unter Druck: Kann sich Europa auch in Zukunft auf Artikel 5 des Nordatlantikvertrags, die NATO-Beistandspflicht, verlassen? Die Erwartungen an die MSC 2026 waren entsprechend hoch. Insbesondere die mit Spannung erwartete Rede von U.S. Secretary of State Marco Rubio sollte Klarheit über den Zustand der transatlantischen Partnerschaft schaffen. Zwar schlug Rubio versöhnlichere Töne gegenüber den europäischen Partnern an, machte jedoch zugleich deutlich, dass eine erneuerte Zusammenarbeit an die außenpolitischen Prioritäten der Trump-Administration geknüpft sein wird.

Wie reagieren nun die europäischen Staaten auf Washingtons Erwartungshaltung? Gab es in München richtungsweisende Signale für eine künftig größere verteidigungspolitische Eigenverantwortung Europas? Besteht die Aussicht auf eine Erneuerung der transatlantischen Partnerschaft oder wird sich die sicherheitspolitische Entfremdung zwischen Europa und den USA weiter vertiefen?

In dieser Folge von „America’s Choice” schauen wir gemeinsam mit unseren Gästen Peter Rough, Jenny Leonard und Tobias Bunde auf die Geschehnisse der MSC 2026 und diskutieren gemeinsam: Was bedeuten die Ergebnisse der Konferenz für die transatlantischen Beziehungen und die globale Sicherheitsordnung?

Trump im ersten Amtsjahr: Erfolge, Rückschläge, Realität14 Jan 202600:48:03

Ein Jahr Trump 2.0 – Zeit, Bilanz zu ziehen. Vor fast einem Jahr begann Donald Trumps zweite Amtszeit in Washington – ein Jahr, das innen- wie außenpolitisch deutliche Akzente gesetzt hat. Von verschärfter Migrationspolitik über den Umbau staatlicher Institutionen bis hin zu Handelskonflikten und außenpolitischen Interventionen, zuletzt mit Blick auf Venezuela, war Trumps Kurs vor allem eines: disruptiv.

In einem tief gespaltenen Land könnten die Reaktionen kaum unterschiedlicher sein: Hier Massenproteste und laute Unzufriedenheit, dort eine republikanische Basis, die Trump weiterhin geschlossen den Rücken stärkt. Doch das Lagerbild ist weniger geschlossen, als es scheint. Während Trump bei manchen Themen punkten konnte, scheiterten andere Vorhaben und die Wahlen im November zeigten, dass bei Teilen der Wählerschaft die Zweifel wachsen.

In dieser Folge schauen wir zurück auf das erste Jahr Trump 2.0: Was kann Trump als innen- und außenpolitischen Erfolg verbuchen, wo sind Strategien gescheitert – und wie spiegeln sich diese Entwicklungen in der Zustimmung der Bevölkerung wider? Und was bedeutet all das für die USA im Jahr 2026?

MAGA wird MEGA – Die Neue Transatlantische Allianz17 Dec 202500:41:51

Rechte Bewegungen in Europa und die MAGA-Szene in den USA rücken enger zusammen. Ob JD Vances Auftritt in München oder Elon Musks offene Wahlkampfhilfe für die AfD: Hinter verschlossenen Türen und in digitalen Echokammern wächst ein transatlantisches Netzwerk, das längst mehr ist als lose Sympathie. Ein aktuelles Beispiel liefert die neue National Security Strategy der Trump-Administration, die europäische „patriotische“ Parteien ausdrücklich hervorhebt und offen als Verbündete markiert. Ein offizielles Dokument, das den politischen Schulterschluss über den Atlantik weiter sichtbar macht. Doch wer zieht tatsächlich die Fäden? Wie funktionieren diese Verbindungen im Alltag – und an welchen gemeinsamen Projekten wird bereits gearbeitet?


Ein Blick nach vorn zeigt, wie sich Gleichgesinnte in Washington und europäischen Hauptstädten gegenseitig stützen, Strategien teilen und voneinander lernen – manche bereits an den Schalthebeln der Macht, andere noch in der Opposition. Gleichzeitig verlaufen tiefe Konfliktlinien durch dieses Bündnis: Streit über Ukraine, China oder die Rolle der EU sorgt für Spannungen.

In ihrem im September erschienen Buch " Die Allianz der Neuen Rechten: Wie die Trump-Bewegung Europa erobert — Make Europe Great Again?" analysieren Juliane Schäuble und Annett Meiritz diese transatlantischen rechten Netzwerke umfassend. In dieser besonderen Folge von America's Choice schauen wir mit ihnen gemeinsam darauf, wie diese Allianzen funktionieren, welche Risiken sie für die Demokratie bergen und was das für die Zukunft der transatlantischen Beziehungen bedeutet.

Ein Jahr vor den Midterms 2026 – Schatten voraus?11 Nov 202500:45:43

Bis zu den US-Kongresswahlen 2026 ist es zwar noch ein Jahr, doch die politische Landschaft stellt längst die Weichen. Erste Stimmungsbilder zeigten sich bei den Gouverneurswahlen in Virginia und New Jersey sowie im Bürgermeisterwahlkampf in New York – etwa beim Wahlkampf-Messaging, in den Wählerdynamiken und in der Mobilisierungskraft beider Parteien. Das Referendum über die Zulassung neuer Wahlkreiskarten in Kalifornien stellt einen Stimmungstest dar und hat Auswirkungen darauf, ob die Demokraten im nächsten Jahr Sitze dazugewinnen können. Beide Parteien feilen derzeit an ihrer Botschaft. Zwar liegen die Umfragewerte für Trump auf einem historischen Tief, doch auch die Demokraten haben Mühe, eine klare und überzeugende Gegenbotschaft zu formulieren. Was wir aus den jüngsten Wahlen lernen können – und was im kommenden Jahr zu erwarten ist – besprechen wir in dieser Folge von „America’s Choice“ mit Dr. Melinda Crane und Elmar Theveßen.

Future States of America – Ein Blick auf die USA in 10 Jahren15 Oct 202500:57:50

Im Jahr 2017 blickte das Aspen Insight Projekt zehn Jahre in die Zukunft und fragte, welche Schlagzeilen wir wohl im Oktober 2025 lesen würden. Ein idealer Zeitpunkt also, um erneut nach vorn zu schauen.


Die Vereinigten Staaten stehen am Beginn einer entscheidenden Dekade. Innenpolitische Polarisierung und politische Gewalt erschüttern das Land, während die Trump-Regierung bestehende Normen infrage stellt und eine schnelle Neuausrichtung vorantreibt. Das hat weitreichende Folgen für Politik, Governance und Gesellschaft. Auch die transatlantischen Beziehungen geraten ins Wanken. Außenpolitisch handelt die zweite Trump-Administration transaktional. Offene Handelskonflikte und unsichere Sicherheitsgarantien schüren Spannungen, und die geopolitischen Prioritäten verschieben sich zunehmend nach Asien.


Welche Auswirkungen hat dieser innen- und außenpolitische Wandel auf die Zukunft der USA – gesellschaftlich, politisch und geopolitisch? Pünktlich zum Jubiläum der ersten Aspen Insight Ausgabe wagen wir in dieser Zukunftsfolge von „America’s Choice – Der USA Podcast“ gemeinsam mit Julian Müller-Kaler und Dr. Hendrik Ohnesorge einen Blick auf die kommenden zehn Jahre. Wir fragen: Wo stehen die USA im Jahr 2035? Und was bedeutet das für Europa und die Welt?

Back to School – Wissenschaft unter Druck in Trumps Amerika23 Sep 202500:52:47

Der Start ins neue akademische Jahr wird an US-Universitäten und Forschungseinrichtungen von politischen Auseinandersetzungen überschattet. Politische Einflussnahme und eine zunehmend ideologisch gefärbte Wissenschaftspolitik prägen das derzeitige Bild in den USA. Fördermittel stehen unter Druck – jüngst etwa durch die Streichung von mRNA-Forschungsgeldern durch Gesundheitsminister Kennedy. Wissenschaftliche Stellen werden abgebaut, Spitzenforscher wandern aus und internationale Studierende sehen sich mit langwierigen, komplizierten Visa-Verfahren konfrontiert.  

Für zusätzlichen Sprengstoff sorgen Trumps Pläne, das Bildungsministerium gänzlich abzuschaffen, ein Schritt, der das Fundament des amerikanischen Wissenschaftssystems erheblich ins Wanken bringen könnte. Während konservative Stimmen den Hochschulen ideologische Voreingenommenheit vorwerfen, warnen progressive Kräfte vor der Aushöhlung der freien Wissenschaft und einem beschleunigten Brain Drain. 

Doch was bedeutet dieser politische Kurs für die Zukunft der Wissenschaft in den USA? Wie verändert sich das internationale Ansehen amerikanischer Hochschulen? Und wie reagieren die Universitäten selbst auf diesen Druck? In dieser Folge von America’s Choice sprechen wir über den Kampf um den Campus und die Folgen für Forschung und Bildung in den USA – mit Dr. Claus Hecking, Wissenschafts- und Technologie-Korrespondent sowie Leiter des Bostoner Büros des SPIEGEL und Prof. Dr. Markus Thiel, Professor für Politik & Internationale Beziehungen an der Florida International University und Direktor des EU-Jean Monnet Center of Excellence. 

Schachbrett Ukraine – Wendepunkt oder Sackgasse?27 Aug 202500:38:13

Während an der Front in der Ukraine weiterhin gekämpft wird, verlagert sich die Aufmerksamkeit wieder auf die diplomatische Bühne. Donald Trump versucht, sich als möglicher Friedensstifter zu inszenieren. Doch zu welchem Preis wäre er bereit, Frieden in der Ukraine für sich zu beanspruchen? In Washington und den europäischen Hauptstädten wächst die Spannung zwischen der Hoffnung auf eine Öffnung in den Gesprächen und der Sorge, dass Moskau die Bühne für sein eigenes Spiel nutzt.

Diese Episode beleuchtet, warum gerade jetzt jeder Schritt und jedes Treffen von enormer Bedeutung ist. Wir sprechen darüber, ob es zu einem direkten Aufeinandertreffen zwischen Putin und Selenskyj kommen könnte, wie geschlossen der Westen tatsächlich agiert und ob die diplomatischen Initiativen eine echte Chance auf Deeskalation eröffnen oder in taktischem Stillstand enden.

In dieser Folge diskutieren wir diese wichtigen Themen mit Dr. Stefan Meister, Leiter des Zentrums für Ordnung und Governance in Osteuropa, Russland und Zentralasien der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), sowie mit Johanna Roth, US-Korrespondentin für DIE ZEIT in Washington.

Die USA im Schatten des Halbmonds – Neue Strategien in den Nahen Osten?31 Jul 202500:40:56

Die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu. Die USA haben iranische Atomanlagen bombardiert – und damit eine neue Eskalationsstufe erreicht. Teheran reagierte mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Katar. Auch das Rote Meer bleibt ein Brennpunkt: Huthi-Rebellen haben dort zwei Frachtschiffe versenkt. Gleichzeitig setzt Washington auf eine enge Zusammenarbeit mit Israel und den Schutz der internationalen Schifffahrtswege. Das wirft Fragen auf: Welche Ziele verfolgen die USA, und welche Folgen hat das für die Stabilität der Region? In Europa fallen die Reaktionen gemischt aus – zwischen vorsichtiger Unterstützung und deutlicher Kritik. Während die USA militärisch eingreifen, setzen viele europäische Staaten weiter auf Diplomatie. Wie belastbar ist das transatlantische Verhältnis – und droht eine strategische Entkopplung im Umgang mit Iran, Israel oder dem Jemen? Diese und weitere Fragen diskutieren wir in unserer neuen Folge von America’s Choice mit Gilda Sahebi, Journalistin, Ärztin und Politikwissenschaftlerin mit Fokus auf den Nahen Osten sowie Gordian Fritz, Leiter des RTL und n-tv Studios in Washington.

NATO 2025: Abschied vom transatlantischen Konsens?27 Jun 202500:47:03

Der transatlantische Konsens innerhalb der NATO ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Der NATO-Gipfel im Juni wirft seine Schatten voraus: Die Einigkeit der Allianz steht auf dem Prüfstand. Während die Staaten der EU vor allem auf eine gemeinsame Abschreckung gegenüber Russland setzen, drängen die USA zunehmend auf mehr Eigenverantwortung seitens der Europäer. Sie wenden sich immer mehr vom europäischen Kontinent ab und richten ihren Blick auf China, den Iran oder Israel. Wie verlässlich sind die USA als Schutzmacht in Zukunft? Braucht es eine strategische Neuausrichtung der NATO – und wenn ja, wie sieht diese aus?

Europas sicherheitspolitisches Bewusstsein wächst. Angesichts des zunehmend volatilen Verhältnisses zu den USA investieren europäische Staaten so viel in ihre Verteidigung wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Dennoch bleibt Europa auf absehbare Zeit auf die operative und strategische Unterstützung Washingtons angewiesen und vollzieht einen Balanceakt. Ist dies der Zeitpunkt für einen europäischen Pfeiler innerhalb der NATO? Welche sicherheitspolitische Rolle kommt der EU trotz begrenzter militärischer Kompetenzen zu? Und wie kann europäische Souveränität mit der Einbindung ins transatlantische Bündnis in Einklang gebracht werden?

Über diese Fragen diskutieren wir mit unseren großartigen Gästen Prof. Marina Henke, Professor of International Relations an der Hertie School und Direktorin des Centre for International Security sowie Gudrun Engel, Senior Correspondent and Leiterin des ARD Studio Washington.

Machtwechsel in Berlin – Kurswechsel im Westen? Merz, die Koalition und das transatlantische Verhältnis14 May 202500:40:55

Der Koalitionsvertrag wurde unterzeichnet, der neue Kanzler und die Minister*innen sind vereidigt. Die neue Regierung muss unter Hochdruck viele Aufgaben in Deutschland gleichzeitig angehen – doch die außenpolitischen Baustellen drängen besonders. Die Schwarz-Rote Regierung strebt danach, als starke Stimme Europas zu agieren. Zu den drängendsten Themen gehören unter anderem die geplanten Investitionen in die Bundeswehr und die nationale Sicherheit, die Vermeidung eines globalen Handelskrieges sowie die Unterstützung der Ukraine in ihrem Kampf gegen den russischen Aggressor. Inmitten der geopolitischen Spannungen zwischen den USA, China und Russland muss Deutschland seinen Platz finden. 

 

Ein weiteres zentrales Thema wird das Verhältnis der Koalition unter Bundeskanzler Merz zur US-Regierung sein. Als Transatlantiker alter Schule könnte Merz den transatlantischen Beziehungen neue Impulse geben. Unter der Trump-Administration zeigen sich jedoch in vielen Politikfeldern zunehmend starke Differenzen, sei es bei der Unterstützung der Ukraine oder im Welthandel. Es stellt sich die Frage nach souveräner europäischer Strategie oder transatlantischer Verbundenheit – ein Balanceakt, der seinesgleichen sucht.  

 

Wie viel Kontinuität und wie viel Kurswechsel ist unter der neuen Regierung zu erwarten? Kann Friedrich Merz mit Trump, und will er das? Diese und viele weitere Fragen diskutieren wir in dieser Folge mit unseren Expert*innen Sarah Schmidt, ARD-Korrespondentin in Washington sowie Dr. Melanie Amann, stellvertretende Chefredakteurin des SPIEGEL.

Die Anti-Trump-Bewegung: Protest, Politik und Machtkämpfe in den USA16 Apr 202500:45:49

Die Anti-Trump-Stimmen in den USA werden lauter: Große Menschenmengen versammeln sich in den USA, um gegen die Trump-Administration und dessen Berater Elon Musk, DOGE und das Project 2025 zu demonstrieren. Vor dem Kapitol, Rathäusern, Regierungsgebäuden und in Parks wird gegen den massiven Abbau von Arbeitsplätzen und die Gefährdung der amerikanischen demokratischen Grundordnung demonstriert. Auch Prominente solidarisieren sich mit den Protesten und zeigen zunehmend Haltung – darunter Alexandria Ocasio-Cortez, Bernie Sanders und zuletzt der demokratische Senator Booker mit seinem 25-stündigen Filibuster gegen Trump. Während es in Trumps erster Amtszeit zu massiven Protesten gegen ihn kam, blieben größere Proteste in den ersten Wochen seiner zweiten Amtszeit aus. Nun scheint sich die Unruhe zu einer größeren Protestbewegung zu entwickeln. 

 

Ein zentrales Thema ist auch die Positionierung der Demokraten gegenüber Trump. Die Partei steht vor der Herausforderung, zwischen einer konfrontativen Haltung und strategischer Zurückhaltung abzuwägen. Während einige progressive Stimmen auf entschiedenen Widerstand setzen, bevorzugen moderatere Kräfte in der Partei einen zurückhaltenderen, pragmatischen Ansatz. 

 

Wie erfolgreich sind die aktuellen Proteste? Wie positionieren sich die Demokraten und könnte dies ihr „Tea-Party-Moment“ werden? Diese und viele weitere Fragen diskutieren wir in dieser Folge mit unseren Expert*innen Cathryn Clüver Ashbrook, Executive Vice President und Senior Advisor bei der Bertelsmann Stiftung sowie Dr. Ralf Borchard, US-Korrespondent im ARD-Studio in Washington.

Made in Isolation: Wie der U.S. Protektionismus die Wirtschaft verändert21 Mar 202500:37:21

Alle Zeichen stehen auf Handelskrieg. Donald Trump setzt Zölle als Waffe ein – gleichermaßen gegen Nachbarn, Verbündete und politische Gegner. Sein Ziel: Die US-Wirtschaft ankurbeln, Produktionsstätten zurückholen und „Made in the USA“ wieder zum Standard machen. Doch geht diese Rechnung auf? Steht die US-Wirtschaft wirklich vor einem goldenen Zeitalter – oder führt Trumps Kurs in eine Sackgasse?Auch international sorgt seine Handelspolitik für heftige Reaktionen. Während einige Länder nachgeben, schlagen andere zurück: China, die EU und Kanada haben bereits mit Vergeltungszöllen reagiert. Der globale Handel steht an einem Wendepunkt. Bricht das System des transatlantischen und globalen Handels zusammen? Braucht es womöglich eine Reform der WTO?

Diese Themen diskutieren wir in dieser Folge mit Prof. Dr. Dr. Ulrike Malmendier, Cora Jane Flood Professor of Finance an der University of California in Berkeley und Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, sowie Bernd Lange, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender des Ausschusses für Internationalen Handel.

Trumps Alleingang: Russland first, Europa egal?26 Feb 202500:40:05

Donald Trump bricht mit der westlichen Geschlossenheit – und Europa steht außen vor. Während seine Administration hinter verschlossenen Türen mit Russland über den Ukrainekrieg verhandelt, wird der U.S.-Sondergesandte Kellogg nach Kiew entsandt. Doch statt Rückhalt für die Ukraine folgen Frontalangriffe: Trump nennt Präsident Selenskyj einen Diktator und verstärkt russische Narrative – ein geopolitischer Schock mit unvorhersehbaren Folgen. 

Europäische Führungskräfte suchen vereinzelt den Kontakt nach Washington, doch eine koordinierte Antwort bleibt aus. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz ließ Vizepräsident J.D. Vance keinen Zweifel daran, dass Europa für die USA keine Priorität mehr hat. Die transatlantischen Beziehungen und der Ukrainekrieg stehen an einem Wendepunkt: Droht eine Schwächung der NATO? Wird die EU zu größerer militärischer Eigenständigkeit gezwungen? Und was bedeutet Trumps Kurs für die Ukraine die europäische Sicherheitsarchitektur? 

Diese Themen diskutieren wir in dieser Folge mit Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, sowie Prof. Dr. Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr in München. 

Trump is Back: Was erwartet die Welt?23 Jan 202500:49:07

Donald Trump ist zurück im Weißen Haus und die Bestätigungsanhörungen für sein neu ausgewähltes Minister*innen Team laufen. Damit beginnt eine zweite Amtszeit, die womöglich noch unberechenbarer wird als die erste. In den ersten Tagen seiner Rückkehr werden innenpolitische und außenpolitische Weichen für die kommenden Jahre gestellt. Neue politische Maßnahmen in den Bereichen Wirtschaft, Gesundheit und Einwanderung werden eingeführt, die tiefgreifende Auswirkungen auf das Land haben könnten. Auf der internationalen Bühne wird Trumps Haltung gegenüber Europa, der NATO und globalen Machtverhältnissen nicht unbemerkt bleiben. In den letzten Wochen hat er bereits Vorschläge wie den Kauf von Grönland oder die Kontrolle des Panamakanals ins Spiel gebracht – Ideen, die einen ersten Einblick in die politischen Überraschungen geben, die uns erwarten könnten. Die Auswirkungen seiner Politik auf bestehende Allianzen und die daraus resultierenden geopolitischen Entwicklungen werden von entscheidender Bedeutung sein.

In dieser Folge werfen wir einen Blick auf die ersten Schritte der neuen Trump-Administration und ihre nationalen sowie internationalen Auswirkungen. Mit dabei sind Ralph Freund, Vizepräsident der Republicans Abroad Germany und Geschäftsführer der Unternehmensberatung & Beteiligungen Freund, sowie Ines Pohl, Leiterin des Deutsche Welle Studios in Washington.

Die letzten Amtshandlungen: Bidens Vermächtnis11 Dec 202400:48:41

Die Präsidentschaft von Joe Biden steuert auf ihr Ende zu, und die politische Welt fragt sich: Was bleibt von seiner Amtszeit? Mit Maßnahmen wie dem Wiedereintritt der USA ins Pariser Klimaabkommen, der massiven Unterstützung der Ukraine und zuletzt der umstrittenen Begnadigung seines Sohnes Hunter Biden, hat Präsident Biden die politische Bühne geprägt. Nun ist es an der Zeit, eine Bilanz zu ziehen und sein Vermächtnis genauer zu analysieren. Welche Errungenschaften definieren Bidens Präsidentschaft, und welche Maßnahmen prägen sein innen- und außenpolitisches Erbe? Wie hat er die Demokratische Partei geprägt, und welchen langfristigen Einfluss wird seine Zeit im Weißen Haus auf das Land haben? In der letzten Phase seiner Amtszeit setzt Biden alles daran, sein Erbe abzusichern – doch wie sieht seine Strategie aus, und welche Themen stehen dabei im Vordergrund?  

Gemeinsam mit unseren Experten Klaus Brinkbäumer, Journalist, Experte für Außenpolitik beim MDR Leipzig und Podcast Co-Host von „OK America?“ und Dr. Johannes Thimm, stellvertretender Forschungsgruppenleiter der Forschungsgruppe Amerika, Stiftung Wissenschaft und Politik, werfen wir in dieser Folge einen genauen Blick auf Bidens Vermächtnis und seine letzten Amtshandlungen. 

Wer wählte wen? Wählergruppen im US-Wahlkampf 2024 und in Zukunft21 Nov 202400:40:47

Traditionelle Wählerschaften, umkämpfte Zielgruppen und überraschende Verschiebungen – im U.S.-Wahlkampf 2024 war alles möglich. Donald Trump, der sich auf die Arbeiterklasse und Themen wie die schwächelnde Wirtschaft und Migration konzentrierte, konnte auch in den Hochburgen der Demokraten punkten: Beinahe 50 Prozent der Latinos – traditionell eine starke Wählerschaft der Demokraten – entschieden sich für Donald Trump. Auch bei jungen Wähler*innen verzeichneten die Republikaner Zuwächse, trotz Kamala Harris' intensiver Bemühungen, diese Gruppen für sich zu gewinnen. Was war der Schlüssel zu diesen Überraschungserfolgen? Welche Themen bewegten die Wähler*innen, und wie gelang es den Republikanern, diese Trends zu nutzen? Und vor allem: Was bedeuten diese Verschiebungen für die politische Landschaft der USA in Zukunft? In dieser Folge beleuchten wir, welche Wählergruppen für den U.S.-Wahlkampf 2024 besonders entscheidend waren, was sie bewegte, wie die Republikaner und Demokraten diese Zielgruppen erreichen wollten und wie die beiden politischen Lager ihre Strategien in Zukunft daran anpassen könnten.

Gemeinsam mit unseren Speaker*innen Constance Chucholowski, Founder und Managing Director von Candid Public Affairs und Vorsitzende der Democrats Abroad, und Roland Nelles, Chefkorrespondent und Büroleiter in Washington D.C., DER SPIEGEL, werfen wir einen Blick auf die entscheidenden Wählergruppen und ihre wichtigsten Themen im vergangenen Wahlkampf sowie auf die Strategien beider Parteien, sich künftig an diese anzupassen.

Politische Gewalt - eine wachsende Bedrohung für die Demokratie?22 Oct 202400:42:41

Die Erstürmung des US-Kapitols 2021 oder Schüsse auf den ehemaligen Präsidenten: Politische Gewalt wird in den USA zunehmend omnipräsent. Die kürzlich erfolgten Attentatsversuche auf Donald Trump haben den Wahlkampf 2024 erschüttert und schüren die Angst, dass sich die Gewaltbereitschaft weiter ausbreiten könnte. In einer zutiefst polarisierten Gesellschaft stehen sich die Lager unversöhnlich gegenüber und die Gefahr einer erneuten Eskalation scheint real – nicht zuletzt nach den Ereignissen vom 6. Januar 2021, als der Sturm auf das Kapitol die Welt schockierte. Wird es nach der Wahl 2024 zu neuen Gewaltausbrüchen kommen, wenn eine Seite das Ergebnis nicht akzeptiert? Wird Gewalt gegen politische Akteur*innen zunehmen? Diese Fragen stellen sich in einem zunehmend aufgeladenen, politischen Klima. Die amerikanische Demokratie wird auf die Probe gestellt und das Vertrauen in ihre Institutionen droht zu bröckeln. In dieser Folge sprechen wir mit unseren Expertinnen über die wachsende politische Gewalt, die Sicherheit gewählter Amtsträger*innen und die drängende Frage, ob die amerikanische Demokratie eine weitere Welle von Unruhen nach der Wahl verkraften kann.

In dieser Folge besprechen wir Themen rund um politische Gewalt im US-Wahlkampf 2024 mit Kerstin Kohlenberg, Redakteurin im Ressort Dossier der ZEIT und Autorin des Buches „Das Amerikanische Versprechen“, sowie Stefanie Bolzen, US-Korrespondentin bei WELT und Host des Podcast “This is America”.

Bilder, Narrative und Projektionsflächen im US-Wahlkampf: Die Macht des Bildes?25 Sep 202400:53:38

Blut läuft über sein Gesicht, die Faust ist triumphierend in die Luft gereckt, und im Hintergrund flattert symbolisch der Star-Spangled Banner. Das Foto des Attentats auf Donald Trump ging im Juli 2024 um die Welt. Inzwischen dient die Aufnahme aktiv seinem Wahlkampf, wird auf T-Shirts und Plakate gedruckt und als Zeichen für Donald Trumps Stärke und Souveränität inszeniert. Trump selbst resümiert: „Nur auf wichtige Präsidenten wird geschossen“. Im Gegensatz dazu setzt Kamala Harris auf Internet-Memes über ihr „verrücktes Lachen“ und ihren „brat summer“. Durch den Einsatz von Humor, der populäre kulturelle Momente und Trends aufgreift, konzentriert sich Harris' Kampagne darauf, sie als jung, dynamisch und nah an der Popkultur zu präsentieren. 

Im US-Wahlkampf 2024 geht es nicht nur um Worte, sondern um Bilder, Inszenierung aber auch den passenden Soundtrack. Die Kandidatinnen präsentieren sich gezielt und ihre Kampagnen erschaffen präzise Narrative, die auf Social Media verbreitet werden. Doch was steckt hinter diesen perfekt orchestrierten Auftritten? Und wie beeinflussen sie das Bild, das die Wählerinnen von den Kandidat*innen haben?"  

In dieser folge besprechen wir Themen rund um die Macht von Bildern und Narrativen im US-Wahlkampf 2024 mit unseren Gästen Rieke Havertz, Internationale Korrespondentin für die ZEIT mit einem Schwerpunkt auf US-Politik und Host des Podcasts Ok, America? sowie Julius van de Laar, Kampagnen- und Strategieberater mit langjähriger, internationaler Kampagnenerfahrung bei Van de Laar Campaigning und Podcast Host von Race to the White House.

On the Rise? The Labor Movement in the USA03 Jun 202400:47:51

Workers across the auto and service industries have recently made headlines with successful labor organizing campaigns and contract wins. Recent polls are also showing a growing popularity of unions among Americans. Still, there is considerable resistance to stronger labor organizing in politics, business, and the judiciary.

What are some examples of increased worker representation in the U.S.? Can we really consider the current environment to be a “Great Reset” for the American labor movement? What are the legal barriers to increasing membership in U.S. unions? Has the U.S. labor movement been inspired by European models of workers’ rights? In this episode, podcast host, Stormy-Annika Mildner from the Aspen Institute Germany, discusses these questions with Dr. Stephen Silvia, Professor at American University in Washington, D.C. and expert on comparative labor employment relations.

Die Bidenomics zwischen Wirtschaftspolitik, Kampagne und Theorie19 Mar 202400:38:30

From the Middle Out and the Bottom Up: Mit dieser Formel umreißt US-Präsident Joe Biden mantraartig die Wirtschaftspolitik seiner Regierung. Die Idee der sogenannten Bidenomics hat im Wesentlichen drei Komponenten. Umfangreiche Investitionen in den Mittelstand, Maßnahmen zur Ausbildung und Weiterbildung und die Förderung von Wettbewerb sollen Wirtschaftswachstum erzeugen. Im laufenden Präsidentschaftswahlkampf betont Biden, dass diese Wirtschaftspolitik die Trickle-Down-Economy der vergangenen vier Jahrzehnte beenden soll. Er wird sogar pathetisch und spricht davon, damit den amerikanischen Traum wiederbeleben zu wollen.

Was sind die Hauptprinzipien der Bidenomics? Gibt es dabei einen grundsätzlich neuen strategischen Ansatz? Laufen die Bidenomics auf einen protektionistischen Kurs hinaus? Wie sehr realisieren US-Bürgerinnen und -Bürger spürbare Veränderungen in ihrem alltäglichen wirtschaftlichen Status? Werden die Bidenomics eine erfolgreiche Wahlkampfstrategie sein? Die Podcast-Gastgeberin Julia Friedlander, Geschäftsführerin der Atlantik-Brücke, diskutiert diese Fragen mit Ulrike Malmendier, Cora Jane Flood Professor of Finance an der Haas School of Business der University of California in Berkeley, und Stormy-Annika Mildner, Direktorin des Aspen Institute Deutschland.

Two Years of War in Ukraine and No End in Sight21 Feb 202400:36:18

The end of February marks the second anniversary of Russia's invasion of Ukraine. The conflict has long since developed into a brutal trench war in the east and south of Ukraine. Russia has built a land bridge from its territory to the Crimean peninsula, which it has annexed since 2014. Hundreds of Ukrainian and Russian soldiers are dying every day. The USA, Germany and the EU are supporting Ukraine in its defense with weapons, ammunition, training, financial resources and humanitarian aid. Peace negotiations, let alone the reconstruction of the country, are a long way off. While Republicans and Democrats in the US Congress are unable to agree on a new aid package, the European Council was able to initiate new aid deliveries worth 50 billion euros after a lengthy blockade by Hungary. At the same time, other geopolitical developments such as the war in the Middle East are diverting the West's attention away from Ukraine.

Is a war of attrition becoming more and more entrenched? Where was the West wrong in its assessment of the war, and what are the consequences? To what extent does the dispute in Congress affect US support for Ukraine? What would happen to US support for Ukraine if Donald Trump were to win the presidential election? Podcast host Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Germany, discusses these questions with Max Bergmann, Director of the Europe, Russia and Eurasia Program and the Stuart Center at the Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington, D.C. and Julia Friedlander, CEO of Atlantik-Brücke.

Auftakt ins US-Wahljahr 2024: Vorwahlen, Kandidaten, Themen25 Jan 202400:45:40

Die USA entscheiden am 5. November dieses Jahres darüber, wer als Präsident oder Präsidentin das Land in den kommenden vier Jahren regieren wird. Vor wenigen Tagen fanden die ersten beiden Vorwahlen in den Bundesstaaten Iowa und New Hampshire statt. Während bei den Republikanern zwei Kandidat*innen um die Nominierung für die Partei konkurrieren, hat Präsident Biden in den eigenen Reihen der Demokraten kaum ernsthafte Konkurrenz. Inhaltlich wird auch 2024 wieder die volkswirtschaftliche Lage der Vereinigten Staaten von großer Bedeutung sein. Allerdings könnte auch die Außen- und Sicherheitspolitik, insbesondere im Kontext der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, bei diesen Wahlen eine bedeutendere Rolle einnehmen als in Vorjahren. Vor allem diese beiden Themen dürften in beiden Parteien den weiteren Verlauf der Primaries und Caucuses prägen.

 

Warum sind gerade die ersten beiden Vorwahlen traditionell wichtig für den Wahlkampf? Welche Schlüsse lassen sich aus den Ergebnissen ziehen? Schafft es Nikki Haley, eine ernsthafte Konkurrentin für Ex-Präsident Donald Trump zu bleiben? Inwiefern beeinflussen die Ergebnisse der Vorwahlen das Regierungshandeln und die Kampagne von Präsident Biden? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Peter Burghardt, US-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Washington, D.C. und Majda Ruge, Senior Policy Fellow des European Council on Foreign Relations (ECFR) in Berlin.

Amerikas Atmosphäre: Die Umwelt- und Klimapolitik der USA06 Dec 202300:49:28

Angesichts der globalen Dimension des Klimawandels braucht es eine weltweite politische und wirtschaftliche Anstrengung im Kampf gegen die Erderwärmung. Als einer der größten Emittenten von Kohlenstoffdioxid und anderen Treibhausgasen kommt es allerdings mitentscheidend auf die Vereinigten Staaten an. Insbesondere mit dem Inflation Reduction Act (IRA) investiert die US-Regierung von Präsident Biden erhebliche Mittel, um die erneuerbaren Energien und grüne Technologie zu fördern. Über das Volumen der IRA-Ausgaben, dessen Instrumente und den generellen Kurs der amerikanischen Umwelt- und Klimapolitik herrscht innenpolitischer Streit zwischen der Demokratischen und der Republikanischen Partei. Gleichzeitig blickt die Welt gespannt nach Dubai, wo in diesen Tagen die Klimakonferenz der Vereinten Nationen stattfindet. Die COP28 nimmt gewissermaßen eine globale Inventur der Klimapolitik vor. Die internationale Staatengemeinschaft ist aufgefordert, belastbare Ergebnisse und verpflichtende Ziele zu liefern.

 

Welchen Einfluss hat die Debatte über Klimapolitik auf die innenpolitische Landschaft der USA, und wie manifestiert sich dies in den aktuellen politischen Diskussionen? Wie hat sich der entscheidende Beitrag des Inflation Reduction Act zur Bekämpfung des Klimawandels auf die Debatte ausgewirkt? Was sind die bisherigen Ergebnisse der COP28, und inwiefern wird die nationale Klimapolitik der USA davon beeinflusst? Wie haben sich die Spannungen zwischen den USA und China auf den globalen Fortschritt im Kampf gegen den Klimawandel ausgewirkt, und wie sind die Aussichten angesichts der aktuellen diplomatischen Lage? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Petra Dolata, Associate Professor für Energie-Geschichte an der University of Calgary, und Dennis Tänzler, Director und Head of Programme Climate Policy bei Adelphi in Berlin.

Ein Jahr bis zur US-Wahl07 Nov 202300:47:49

In genau einem Jahr, am 6. November 2024, findet in den USA die nächste Präsidentschaftswahl statt. Derzeit deuten viele Anzeichen darauf hin, dass es zu einer Neuauflage des Duells zwischen Joe Biden und Donald Trump kommen wird: Während die Kandidatur des amtierenden US-Präsidenten Joe Biden für die Demokraten als sicher gilt, scheint sich der frühere US-Präsident Donald Trump laut Umfragen in den Vorwahlen seiner Partei durchsetzen zu können. Zu seinen parteiinternen Konkurrent*innen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner zählen unter anderem Ron DeSantis, Gouverneur von Florida, Nikki Haley, ehemalige Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen, sowie Tim Scott, einziger afroamerikanischer Republikaner im US-Senat.

Wie haben sich die verschiedenen Kandidat*innen in den Vorwahlkampagnen positioniert, und welche zentralen Themen prägen ihre Strategien im Rennen um die Präsidentschaftsnominierung? Welchen Einfluss haben die bisherigen Entwicklungen in den Vorwahlen auf die Dynamik und den Verlauf der kommenden Wahlkampfphasen? Welche Schlüsselthemen kristallisieren sich bereits in der Wahlkampflandschaft für 2024 heraus, und wie könnten sie das politische Narrativ beeinflussen? Inwiefern unterscheiden sich die Schwerpunktthemen des aktuellen Wahlkampfes von denen der vergangenen Jahre, und welche gesellschaftlichen Entwicklungen oder Ereignisse haben zu dieser Verschiebung der Schwerpunktthemen beigetragen? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Juliane Schäuble, USA-Korrespondentin des Tagesspiegels, und Kai Whittaker, MdB (CDU/CSU) und stellvertretender Vorsitzender der deutsch-amerikanischen Parlamentariergruppe.

Die Zukunft der KI-Regulierung: Aussichten in den USA18 Oct 202300:42:02

Spätestens seit der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 hat die Debatte um die Regulierung Künstlicher Intelligenz (KI) an Fahrt aufgenommen. Doch obwohl die amerikanische Tech-Unternehmen den KI-Markt dominieren und europäische Wettbewerber regelrecht überflügeln, ist die KI-Regulierung in der Europäischen Union deutlich weiter fortgeschritten als in den USA. So befindet sich der Artificial Intelligence Act (AIA) – die Digital-Strategie der Europäischen Union – im sogenannten Trilog und könnte noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Die USA verfolgen zunächst den Ansatz freiwilliger Selbsterklärungen der Tech-Giganten und trotz einer Reihe von Aktivitäten des Weißen Hauses und der Gesetzgeber in den letzten Monaten sind konkrete Maßnahmen noch in weiter Ferne.

Wie ist der aktuelle Stand der KI-Regulierungsdebatte in den USA und welchen Einfluss nehmen die amerikanischen Tech-Giganten darauf? Besteht trotz aller Differenzen die Möglichkeit einer gemeinsamen transatlantischen Führungsrolle bei der Etablierung globaler KI-Standards? Diese und weitere Fragen diskutieren die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, mit Katharina Wilhelm, Leiterin des ARD-Studios Los Angeles, und Martin Wegele, Director Government and Regulatory Affairs bei IBM in Berlin.

Pivot to Asia Reloaded: Bilanz von Bidens China-Politik04 Oct 202300:42:40

Die Hinwendung der USA zum Indopazifik war eine der wesentlichen strategischen Entscheidungen von Präsident Obama. Seitdem konzentriert sich die Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten vor allem auf diese bevölkerungsreiche und ökonomisch boomende Weltregion. Insbesondere im Wettbewerb mit China verfolgt die Regierung von Präsident Biden einen Ansatz zwischen De-Coupling und De-Risking. Die Konkurrenz zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt geht allerdings weit über ökonomische und technologische Fragen hinaus. Denn insbesondere in sicherheitspolitischer Hinsicht steigen die Spannungen zwischen den USA und China. Dies zeigen die Taiwan-Frage und die Territorialansprüche der Volksrepublik im Süd- und Ostchinesischen Meer.

Gelingt Präsident Biden die Wiederbelebung amerikanischer Industriestandorte in Schlüsseltechnologien? Wie reagiert China auf die verschärfte Konkurrenz mit den USA? Geht die US-Strategie für Taiwan auf? Inwieweit geht die Suche der USA nach demokratischen Staaten für Sicherheitspartnerschaften im Indo-Pazifik voran? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Matthias Naß, Internationaler Korrespondent der Chefredaktion der Wochenzeitung Die Zeit in Hamburg.

Politisiert und Polarisiert: Zum Zustand der US-Demokratie22 Aug 202300:45:21

Die Demokratische und die Republikanische Partei in den Vereinigten Staaten stehen schon lange in einem Spannungsverhältnis zueinander. In den vergangenen Jahren hat der Grad der Polarisierung weiter zugenommen. Kompromisse sind nur noch selten möglich. Dies hat Folgen für die politische Kultur und die Demokratie in den USA. In wichtigen Institutionen des Landes spielen sich Lagerkämpfe ab. Dies gilt für das Repräsentantenhaus und den Senat im Kongress. Zudem waren zuletzt die Entscheidungen des Supreme Court zum Ende der Affirmative Action nach 45 Jahren, zur Ablehnung der Student Loan Forgiveness und zur Arbeit von Webdesignern ausschließlich für Hochzeitsseiten von heterosexuellen Paaren sehr umstritten.

 

Wie zufrieden ist die amerikanische Bevölkerung mit ihrer Demokratie? Welche Themen sind in der US-Gesellschaft am stärksten umstritten? Ist US-Präsident Biden mit seinem Ruf als Brückenbauer auf dem Kapitolshügel schon jetzt gescheitert? Wie hat sich die Rolle des Supreme Court in Zeiten der Polarisierung geändert und wie wirkt sich dies gesellschaftlich aus? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Doris Simon, Korrespondentin für die USA und Kanada des Deutschlandradios (DLF) in Washington, D.C. und Sarah Wagner, stellvertretende Direktorin und Programmreferentin der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern.

Vor dem NATO-Gipfel: Die globale Sicherheitslage und Einigkeit des Bündnisses04 Jul 202300:37:45

Gipfel der nordatlantischen Vertragsorganisation stellen immer ein sehr spezielles Ereignis im weltpolitischen Kalender dar. Doch mit Blick auf den im Juli anstehenden NATO-Gipfel in der litauischen Hauptstadt Vilnius überschreiten die Erwartungen und die Spannung im Vorfeld das bisher gekannte Level. Dies hängt in erster Linie mit dem außen- und sicherheitspolitischen Zustand der Allianz im zweiten Jahr von Russlands Krieg gegen die Ukraine zusammen. Doch auch Chinas Drohgebärden gegenüber dem Inselstaat Taiwan stellen das Bündnis zunehmend vor strategische Herausforderungen. Für Freude dürfte dagegen in der NATO sorgen, dass Finnland als 31. und jüngstes Mitglied der Allianz erstmals an einem Gipfel teilnehmen wird. Insgesamt steht das westliche Verteidigungsbündnis vor alten Problemen und neuen Herausforderungen – und hat es dabei auch mit schwierigen Partnern zu tun, wenn man vor allem an den wiedergewählten türkischen Präsidenten Erdogan denkt.

 

Wie ist es aktuell um die transatlantische Unterstützung im Ukraine-Krieg bestellt? Wie positioniert sich die NATO im immer wichtiger werdenden Indo-Pazifik, speziell in der Taiwan-Frage? Welchen qualitativen Mehrwert bietet die Norderweiterung des Bündnisses in Bezug auf Finnland und Schweden? Inwiefern wird die Türkei auch weiterhin ein strategisch herausfordernder Bündnispartner sein, wie es bisher schon unter Präsident Erdogan der Fall gewesen ist? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Dr. Ben Schreer, Executive Director und Head des European Security and Defence Programme des International Institute for Strategic Studies-Europe (IISS) mit Sitz in Berlin.

Nach dem G7-Gipfel: Wie es jetzt weitergeht26 May 202300:42:22

Der G7-Gipfel im japanischen Hiroshima hatte eine umfangreiche Agenda zu bearbeiten. Russlands Krieg gegen die Ukraine und der Kampf gegen den Klimawandel ragten aus den thematischen Schwerpunkten heraus. Auch wenn sich die Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsnationen teilweise kontroverse Debatten lieferten, verständigten sie sich in der Abschlusserklärung auf eine Reihe von konkreten Ergebnissen. Immer mehr sind die G7 gefordert, die Interessen des globalen Südens mit in ihren Blick zu nehmen. Staaten wie Indien, Brasilien und Südafrika gewinnen zunehmend an internationaler Relevanz, sind aber häufig noch unterrepräsentiert in den etablierten Formaten des demokratischen Westens. Dieses Spannungsfeld begleitet die G7 und bedarf einer tragfähigen Lösung.

 

Wo steht die internationale Staatengemeinschaft im zweiten Jahr des Ukraine-Krieges und gibt es einen Ansatz zur Lösung dieser globalen Herausforderung? Sehen wir nach wie vor zu wenig Fortschritt im Kampf gegen den Klimawandel? Wie sieht die Bilanz der Ergebnisse von G7-Gipfeln der vergangenen Jahre in ihrer Wirkung aus? Wie können die G7 auf Forderungen und Interessen des globalen Südens effektiver eingehen? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Ulrike Franke, Senior Policy Fellow des European Council on Foreign Relations (ECFR) in Paris, und Roland Nelles, Chefkorrespondent und Büroleiter des Nachrichtenmagazins Der Spiegel in Washington, D.C.

Die Märkte zwischen Inflation und Bankenpleiten12 Apr 202300:42:01

Zuerst fiel in den USA die Silicon Valley Bank. Wenig später war dann die Credit Suisse in einer solchen finanziellen Notlage, dass die UBS sie übernommen hat. Und schließlich mussten weitere angeschlagene Banken in den Vereinigten Staaten ebenso wie die SVB aufgeben oder gerettet werden. Die Gründe für diese Pleiten sind vielschichtig und reichen weit zurück. Die Folgen der taumelnden Kreditinstitute sind noch nicht in Gänze zu überblicken. Klar scheint allerdings, dass die Zinswende der Notenbanken im Kampf gegen immer noch hohe Inflationsraten die jetzige Situation mit ausgelöst hat. Nun geht in Amerika wie in Europa die Sorge vor einer tiefen Rezession um. Die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank müssen in ihrer jeweiligen Geldpolitik einen schwierigen Spagat vollführen.

Warum sind gleich mehrere Banken auf beiden Seiten des Atlantiks in Schieflage geraten? Werden wir eine Renaissance der Weltfinanzkrise von 2008 und 2009 erleben oder waren die damals beschlossenen Reformen ausreichend für eine heutige Resilienz der Banken und Märkte? Könnten sich die Zentralbanken gezwungen sehen, umzusteuern und das Ende der Zinswende einzuleiten? Wo besteht noch weiterer Handlungs- und Reformbedarf, um die Finanzwelt und die Realwirtschaft nachhaltig zu stabilisieren und stärken? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Stefan Eich, Assistant Professor of Government der Georgetown University in Washington, D.C. und zurzeit Richard B. Fisher Member in der School of Social Science des Institute for Advanced Study (IAS) in Princeton, New Jersey.

Krise an der US-Südgrenze und kein Ende in Sicht?23 Mar 202300:45:50

Die humanitäre Lage an der amerikanischen Grenze zu Mexiko ist seit Monaten äußerst angespannt. Schätzungen gehen davon aus, dass es monatlich zu circa 200.000 illegalen Grenzübertritten von Menschen aus Zentral- und Südamerika kommt. Die US-Republikaner werfen der Regierung von Präsident Biden schweres Versagen in der Asyl- und Migrationspolitik vor. Die Opposition will Bidens Politik auch in diesem Feld in einem Untersuchungsausschuss des Kongresses aufarbeiten. Die Administration versucht, mit verschiedenen Mitteln und legislativen Initiativen gegen die Krise an der Südgrenze vorzugehen. Zu den umstrittensten Methoden zählen Pläne des Heimatschutz- und des Justizministeriums, dass Asylanträge in der Regel nur noch auf der mexikanischen Seite der Grenze, also von außerhalb der USA gestellt werden können. Bei Verstößen dagegen könnten Asylbewerber ohne ein Verfahren sofort wieder in ihre Heimatländer abgeschoben werden. Hilfsorganisationen kritisierten das Vorhaben scharf.

 

Wie ist die Situation sowohl auf der mexikanischen als auch auf der amerikanischen Seite der Grenze? Was sind die größten Hürden bei der Bewältigung des hohen Migrationsaufkommens und ist eine Entspannung überhaupt in Reichweite? Was hat US-Präsident Biden in seiner bisherigen Amtszeit in der Migrationspolitik erreicht? Welche Gesetzesinitiativen im Kongress haben derzeit Aussicht auf Erfolg? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Bastian Brauns, US-Korrespondent von t-online in Washington, D.C., und Johanna Roth, US-Korrespondentin von ZEIT Online in Washington, D.C.

Ein Jahr nach dem russischen Überfall: Der Ukraine-Krieg und seine Folgen14 Feb 202300:44:49

Der 24. Februar 2022 markiert eine historische Zäsur in der europäischen Sicherheitsarchitektur. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat langjährige Gewissheiten ad absurdum geführt und völkerrechtliche Prinzipien aufs Brutalste verletzt. Seit nunmehr einem Jahr herrscht ein zermürbender Abnutzungskrieg im Osten und Süden der Ukraine mit täglich Hunderten von Toten auf beiden Seiten. Der Westen versucht, mit einer zweigleisigen Strategie zu einer Lösung zu kommen. Einerseits liefern NATO- und EU-Staaten Waffen und Munition in bisher ungekanntem Ausmaß für die Selbstverteidigung der Ukraine. Anderseits haben die G7-Staaten Russland mit harten Wirtschafts- und Finanzsanktionen belegt. Dieser Ansatz soll letztendlich zu Friedensverhandlungen führen, die derzeit allerdings in weiter Ferne liegen. Eine Eskalation hin zu einem nuklearen Konflikt oder gar zum Dritten Weltkrieg soll auf jeden Fall vermieden werden. Das transatlantische Bündnis zeigt bisher ein hohes Maß an Geschlossenheit angesichts der größten Bedrohung auf dem europäischen Kontinent seit dem Ende des Kalten Krieges.

Wie ist die derzeitige Situation im Russland-Ukraine-Konflikt? Welchen Einfluss haben die westliche Unterstützung der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland auf den Kriegsverlauf? Sind den großen Worten von der Zeitenwende entsprechende Taten gefolgt? Wie lange können sich die europäischen Verbündeten noch auf das amerikanische Engagement in Europa verlassen? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Elmar Theveßen, Studioleiter des ZDF in Washington, D.C. und Dr. Liana Fix, Fellow for Europe des Council on Foreign Relations in Washington, D.C.

Nach dem Chaos im Kongress: Zur Lage der Republikanischen Partei26 Jan 202300:44:22

Der erste Monat des 118. US-Kongresses ist von beispiellosen Vorgängen geprägt. Insgesamt 15 Wahlgänge waren nötig, um Kevin McCarthy als neuen Sprecher des Repräsentantenhauses zu wählen. In den Runden davor hatten bis zu 20 ultrakonservative Mitglieder des Freedom Caucus in der Republikanischen Fraktion die Wahl McCarthys verhindert. Damit konnten über Tage die 435 Congresswomen und Congressmen nicht vereidigt werden. Das Repräsentantenhaus konnte seine Arbeit formal nicht aufnehmen. Die Zugeständnisse McCarthys an die rechten Vertreter seiner Fraktion sind immens. In den kommenden zwei Jahren werden moderate Kräfte der Grand Old Party mit America-First-Repräsentanten und dem Freedom Caucus um die Kontrolle der Partei ringen. Die Zeit bis zur nächsten Präsidentschaftswahl 2024 dürfte nicht nur im Kongress turbulent werden. Denn über allem schwebt der nach wie vor erhebliche Einfluss von Ex-Präsident Trump.

Wie sind die Ereignisse rund um die Wahl von Kevin McCarthy zum Speaker of the House einzuordnen? Welche Folgen wird McCarthys Wahl für die parlamentarische Arbeit im Repräsentantenhaus haben? Wie viel Macht und Einfluss haben ausgewählte Strömungen und Akteure innerhalb der Republikanischen Fraktion? Welche Auswirkungen sind von den parteiinternen Querelen zu erwarten mit Blick auf die Nominierung eines Präsidentschaftskandidaten und die Akzeptanz in der Wählerschaft? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Kerstin Klein, Korrespondentin im ARD-Studio in Washington, D.C. und Dr. Philipp Adorf, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn.

Neuer Handelsstreit unter Freunden? Warum US-Investitionen in Zukunftstechnologien die EU alarmieren20 Dec 202200:40:49

Der Inflation Reduction Act (IRA) der US-Administration von Präsident Biden schlägt hohe Wellen auf der europäischen Seite des Atlantiks. Denn ein milliardenschweres Förderprogramm innerhalb des im August vom Kongress verabschiedeten Gesetzes sieht vor, Unternehmen zu subventionieren, die auf amerikanischem Boden im Bereich der regenerativen Energien und nachhaltigen Technologien Produktionskapazitäten schaffen. Angefeuert durch sehr kritische Kommentare insbesondere von Frankreich und Deutschland, meldete die EU-Kommission Gesprächsbedarf bei der US-Regierung an. Eine Task Force soll nun die strittigen Punkte zu Tage fördern und die industriepolitischen Einwände der Europäer hinsichtlich einer Wettbewerbsverzerrung und protektionistischen Maßnahme der USA adressieren. Der Ausgang der Konsultationen ist derzeit völlig offen.

Was steckt hinter den 370 Milliarden US-Dollar an Subventionen bzw. Steuernachlässen im Bereich der erneuerbaren Energien und grünen Technologien? Wie ist die konkrete Umsetzung dieser umfangreichen Förderung auf US-Seite geplant? Woran stören sich die EU-Regierungen am IRA mit Blick auf die Industrie- und Wirtschaftspolitik sowie die Wettbewerbsfähigkeit? Wird es der Ende Oktober eingerichteten Task Force gelingen, die Wogen zwischen den USA und der EU zu glätten? Oder muss man mit einer Zuspitzung der Auseinandersetzung rechnen? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Heike Buchter, US-Korrespondentin der Wochenzeitung DIE ZEIT in New York, und Laura von Daniels, Leiterin der Forschungsgruppe Amerika der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.

Bidens Halbzeit: Was der Ausgang der Midterms für die USA bedeutet11 Nov 202200:37:44

Die Midterm Elections sind vorbei. Die USA haben in den Zwischenwahlen unter anderem einen neuen Kongress gewählt, aber auch 36 Gouverneure und zahlreiche wichtige politische Ämter auf der Ebene der Bundesstaaten. Die genaue Sitzverteilung und die neuen Machtverhältnisse im Repräsentantenhaus und im Senat waren im Vorfeld mit großer Spannung im In- und Ausland erwartet worden. Denn die Zusammensetzung des neuen Kongresses hat weitreichende Folgen für die zweite Hälfte von Bidens Präsidentschaft und die transatlantischen Beziehungen. Die Wahl ist auch ein erster Fingerzeig in Richtung Präsidentschaftswahl 2024.

Wie sehen die künftigen Mehrheitsverhältnisse im Senat und Repräsentantenhaus aus? Welche Resultate der Gouverneurswahlen ragen heraus? Welche Auswirkungen hatte die Lage der US-Wirtschaft, die durch hohe Inflation, einen starken Dollar und Turbulenzen an der Börse gekennzeichnet ist, auf den Ausgang der Midterm Elections? Welche anderen Themen haben die Wählerinnen und Wähler besonders bewegt? Was bedeutet nun der Wahlausgang für die regierenden Demokraten von Präsident Biden einerseits und die oppositionellen Republikaner andererseits für die kommenden zwei Jahre? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Dr. Meike Zwingenberger, Geschäftsführerin der Stiftung Bayerisches Amerikahaus in München, und Julian Heißler, US-Korrespondent der Wirtschaftswoche in Washington, D.C.

Die Midterms 2022: Positionen und Perspektiven22 Sep 202200:50:05

Am 8. November dieses Jahres sind die Amerikanerinnen und Amerikaner aufgerufen, die Volksvertretung des gesamten Repräsentantenhauses und etwa eines Drittels des Senats zu wählen. Außerdem finden in den Midterm Elections auch Gouverneurswahlen in einigen US-Bundesstaaten statt. Im Vordergrund des öffentlichen Interesses steht die Zusammensetzung des Kongresses. Derzeit hält die Demokratische Partei von Präsident Biden hauchdünne Mehrheiten in beiden Parlamentskammern und hat somit viel zu verlieren. Die Republikaner, die sich nach wie vor stark von Ex-Präsident Trump und dessen „Make America Great Again“-Bewegung beeinflussen lassen, befinden sich dagegen im Angriffsmodus. Ihr Ziel ist ein „split government“, also sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat zurückzuerobern. Prognosen über den Ausgang der Wahlen abzugeben, wäre unseriös. Dies zeigen allein schon die Primaries, die bislang abgehalten worden sind. Und es gibt auch in diesem Jahr wieder eine Reihe von heftig umkämpften Sitzen im Kongress, die mindestens über die nächsten zwei Jahre des Kurses der Vereinigten Staaten mitentscheiden.

 

Was lässt sich aus der Entwicklung der Vorwahlen und Ergebnisse für den Ausgang der Zwischenwahlen ableiten? Wie wirken sich die Wahlrechtsreformen und die Neueinteilung von Wahlbezirken in einzelnen Bundesstaaten auf die Wahlen aus? Auf welche Wahlduelle für Senat und Repräsentantenhaus legen politische Beobachter ein besonderes Augenmerk? Wie prägend wird der Wahlausgang der Midterm Elections für Präsident Bidens Agenda und den Präsidentschaftswahlkampf 2024 sein? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Cecilie Rohwedder, Contributor des Wall Street Journal (WSJ) im Büro in Washington, D.C., und Dr. Johannes Thimm, stellvertretender Leiter der Forschungsgruppe Amerika der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.

Transatlantische Energiepolitik: Ein neuer Spalt oder gemeinsamer Ansatz?25 Aug 202200:43:00

Die US-Regierungen der Präsidenten Biden, Trump und Obama haben zumindest eines gemeinsam: Die drei Administrationen haben Europa und insbesondere Deutschland stets davor gewarnt, dass Russland Energiepolitik als Waffe einsetzt. Denn Europas Abhängigkeit von fossilen Energieträgern aus Russland, insbesondere von Gas, war und ist noch immer hoch. In dem geopolitischen Kontext des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat sich die Warnung der USA in Richtung Europäische Union bewahrheitet. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen stellte unlängst fest, dass Russland im Zuge reduzierter Gasmengen durch die Pipeline Nord Stream 1 Europas Industrien und Bürgerinnen und Bürger erpresst. Die amerikanische Perspektive auf Europas Energiekrise könnte die Chance eines gemeinsamen Ansatzes einer verbesserten transatlantischen Energiepolitik bieten. Immerhin haben auch die amerikanische Gesellschaft und Unternehmen mit stark gestiegenen Energiepreisen zu kämpfen. Doch es droht ebenso die Gefahr eines neuen Zerwürfnisses der Partner. Jedenfalls dürfte sich der transatlantische Energiemarkt gravierend verändern.

 

Wie wird die energiepolitische Krise in Europa in den USA wahrgenommen? Inwiefern treffen die Energie-Engpässe Deutschland und die Vereinigten Staaten auf unterschiedliche Art? Welche Risiken gibt es in den amerikanischen Energiemärkten? Über welche Kapazitäten verfügen die USA derzeit in ihrem Energiesektor? Wird es der Europäischen Union gelingen, sich aus der energiepolitischen Abhängigkeit von Russland zu lösen? Was bedeutet die aktuelle Situation für den Umstieg in den USA und Europa auf erneuerbare Energien? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Dr. Sonja Thielges, Forschungsgruppenleiterin am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) in Potsdam, und Dr. Guntram Wolff, Direktor und CEO der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin.

Kippt der Supreme Court das Recht auf Abtreibung? Was das Ende von Roe v. Wade bedeutet17 Jun 202200:38:56

Bereits in wenigen Tagen könnte der Supreme Court eines der wichtigsten Grundsatzurteile in der Geschichte des Obersten Gerichtshofes kippen. Das in Roe v. Wade im Jahr 1973 verankerte Recht von Frauen auf einen Schwangerschaftsabbruch und damit auf körperliche Selbstbestimmung steht akut zur Disposition. Dies legt ein im Magazin Politico geleakter Urteilsentwurf von Richter Samuel Alito nahe. Sollte das Gericht diesem Urteil und seiner Argumentation folgen, wären die gesundheitlichen Konsequenzen für Amerikanerinnen weitreichend. Doch auch über Roe v. Wade hinaus könnte dieser Präzedenzfall langfristige innenpolitische Folgen für die USA haben. Denn der Supreme Court bereitet tatsächlich schon weitere schwerwiegende Urteile zu fundamentalen gesellschaftlichen Fragen vor, die auf ein nicht nur im Fall von Abtreibungen längst polarisiertes Klima treffen.

Wie begründen die konservativen Obersten Richter, das Grundsatzurteil zum landesweiten Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch nach fast 50 Jahren jetzt kippen zu wollen? Wie wird sich das erwartete Urteil konkret für betroffene Frauen auswirken? Wie unterschiedlich werden die einzelnen Bundesstaaten auf den zu erwartenden Urteilsspruch des Supreme Court reagieren? Wird der Präzedenzfall zur Abtreibung andere gesellschaftspolitische Errungenschaften – wie etwa die gleichgeschlechtliche Ehe – ins Wanken bringen? Könnte das Ende des Grundsatzurteils zu Roe v. Wade ein Game Changer für den Ausgang der Midterm Elections im November sein? Die Podcast-Hosts Julia Friedlander, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Sofia Dreisbach, Korrespondentin für Nordamerika der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Washington, D.C., und Prof. Dr. Christian Lammert, Institutsratsvorsitzender und Co-Abteilungsleiter der Abteilung Politik des John-F.-Kennedy-Instituts der Freien Universität Berlin.

Engere transatlantische Bande: Was der Trade and Technology Council leisten kann06 May 202200:44:28

Der Grundstein ist gelegt: Ende September 2021 kamen hochrangige Vertreter der Europäischen Union und der US-Regierung zum Inaugurationstreffen des EU-U.S. Trade and Technology Council (TTC) in Pittsburgh, Pennsylvania zusammen. Nun steht am 15. und 16. Mai dieses Jahres die zweite Verhandlungsrunde dieses vielversprechenden Gremiums am Rande von Paris an. Die Unterhändler in den insgesamt zehn Arbeitsgruppen sollen fortschrittliche transatlantische Freihandelsvereinbarungen erzielen, etwa in den Bereichen regulatorische Kooperation, stabile Lieferketten und grüne Technologie.

 Warum wurde der EU-U.S. TTC 2021 ins Leben gerufen? Wie kann man sich die konkrete Arbeitsweise innerhalb des TTC vorstellen? Wie wahrscheinlich ist es, dass der TTC neue Standards in der Spitzentechnologie für diverse Industriesektoren setzt – und was sind dabei die größten Hürden? Kann der TTC erfolgreich darin sein, den amerikanischen und europäischen Markt substanziell wirksamer vor den unfairen Handelspraktiken Chinas zu schützen? Die Moderatorin des Podcasts, Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutiert diese Fragen mit Julia Friedlander, C. Boyden Gray Senior Fellow und Director der Economic Statecraft Initiative im GeoEconomics Center des Atlantic Council in Washington, D.C., und Tyson Barker, Programmleiter Technologie und Außenpolitik der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin.

Die russische Herausforderung: Wie die USA und Europa sicherheitspolitisch agieren06 Apr 202200:42:59

Russlands Präsident Putin hat die völkerrechtlichen Prinzipien der nationalen Souveränität und territorialen Integrität beim Angriffskrieg gegen die Ukraine aufs Äußerste verletzt. Imperiales Handeln im Wettbewerb der Großmächte scheint damit in Europa zurückgekehrt zu sein. Von Putin ist bekannt, dass er die NATO und die Europäische Union spalten und die russische Einflusssphäre ausweiten will. Die internationale Staatengemeinschaft, allen voran die Vereinigten Staaten von Amerika und die EU, versuchen, dies mit aller Macht zu verhindern. Neben militärischer Hilfe für die Ukraine und Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen Russland legen sie dabei den Fokus auf eine robustere Sicherheitspolitik. Deutschland legt ein Sondervermögen Bundeswehr in Höhe von 100 Milliarden Euro auf und will von nun an mehr als zwei Prozent des BIP für Verteidigung ausgeben. Die Bundesrepublik investiert also in eine bessere Ausstattung ihres Militärs und rüstet deutlich auf, unter anderem mit der Bestellung von F-35-Kampfjets. Die NATO verstärkt ihrerseits die Battle Groups an der Ostflanke der Allianz mit zusätzlichen Soldaten. Jedoch gilt, dass das Bündnis auf keinen Fall in den Krieg eintreten oder sich einem russischen Nuklearschlag ausgesetzt sehen will.

Was genau ist zu erwarten von der von Olaf Scholz verkündeten Zeitenwende in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik und der anvisierten militärischen Aufrüstung? Reicht eine höhere Abschreckung durch die Neujustierung der transatlantischen Sicherheitspolitik aus, um Putin von seinem Expansionskurs abzuhalten? Wird insbesondere Deutschland, das jahrzehntelang eine Kultur der militärischen Zurückhaltung praktizierte, durch die Zeitenwende in seiner Außen- und Sicherheitspolitik seiner geopolitischen Verantwortung innerhalb der NATO und der EU gerecht? Welche Bedeutung hat Deutschlands Neuaufstellung im außen- und sicherheitspolitischen Bereich für das transatlantische Verhältnis? Die Podcast-Hosts David Deißner, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Aylin Matlé, Research Fellow im Programm Sicherheit und Verteidigung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin, und Marco Overhaus, Wissenschaftler der Forschungsgruppe Amerika der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.

Hohe Inflation in Zeiten des Krieges: Wie die Fed und die EZB dagegen vorgehen04 Mar 202200:38:19

Seit dem 24. Februar dieses Jahres führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die humanitäre Not ist entsetzlich. Die Konsequenzen für die Sicherheitsarchitektur in Europa und die Weltordnung sind noch nicht absehbar. Doch auch die wirtschaftlichen Folgen der Invasion werden gravierend ausfallen. Die G7, die EU und die USA haben umfassende und harte Sanktionen gegen Russland verhängt. Diese zielen unter anderem auf den russischen Finanz-, Energie- und Transportsektor ab, frieren Auslands-Vermögen von Oligarchen ein und verbieten diesen die Einreise in den Westen. Mehrere Banken der russischen Föderation sind vom internationalen Finanztransaktionssystem SWIFT ausgeschlossen worden. Dabei ist klar, dass diese Strafmaßnahmen auch negative Auswirkungen auf Europa und die Vereinigten Staaten haben werden. 

All dies dürfte auch einen Effekt auf die Inflationsraten in den USA und Europa haben, die derzeit ohnehin weit entfernt von der angestrebten Zielmarke von zwei Prozent sind. Im Januar dieses Jahres verzeichneten die USA eine Teuerungsrate von 7,5 Prozent im Vergleich zum selben Vorjahresmonat. Dies ist der höchste Wert seit 40 Jahren. In Deutschland lag die Inflation im gleichen Zeitraum bei 4,9 Prozent und in der Eurozone bei 5,1 Prozent. Ein Ende dieser Entwicklung ist noch nicht in Sicht. Die ultralockere Geldpolitik der Zentralbanken, also der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank, hat zu diesem hohen Inflationsniveau beigetragen. Als weitere wichtige Treiber gelten die höheren Öl- und Gaspreise sowie angespannte Lieferketten und eine länger anhaltende Materialknappheit. Das Board of Governors der Fed und der EZB-Rat kommen regelmäßig zusammen, um über geeignete geldpolitische Maßnahmen zur Senkung der Preissteigerung zu entscheiden. 

Wie wirken sich die gestiegenen Energiepreise und der wachsende Energiebedarf auf die Inflation aus? Welche Rolle spielt Russlands Krieg gegen die Ukraine als zusätzlicher Inflationstreiber in Bezug auf noch höhere Gaspreise? Inwiefern beeinflussen Lieferkettenprobleme und Engpässe bei Vor- und Zwischenprodukten die allgemeine Preissteigerung? Wie wird sich der Teilausschluss Russlands aus SWIFT auf die Weltwirtschaft auswirken? Werden die von Fed-Chef Powell für dieses Jahr angekündigten Schritte zur Erhöhung der Leitzinsen in den USA die Teuerungsrate nach unten drücken? Inwiefern hat die aktuell hohe Inflation oder eine potenzielle Entspannung politische Konsequenzen für US-Präsident Biden und die Demokratische Partei? Warum ist EZB-Präsidentin Lagarde im Gegensatz zu ihrem amerikanischen Amtskollegen Powell derartig zurückhaltend, was ein Zurückfahren oder Stoppen der Anleihekaufprogramme und die Erhöhung der Leitzinsen in der Eurozone angeht? Die Podcast-Hosts David Deißner, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Sophie Schimansky, Deputy Editor in Chief von Forbes DACH mit Sitz in Wien, und Prof. Dr. Galina Kolev, Senior Economist im Kompetenzfeld Internationale Wirtschaftsordnung und Konjunktur am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Putins Pläne und Amerikas Antwort: Was die Ukraine-Krise für Europa bedeutet10 Feb 202200:49:34

Während etwa 100.000 russische Soldaten an der Ostgrenze der Ukraine in Stellung gebracht sind, hat Präsident Putin sowohl von den USA als auch von der NATO konkrete Sicherheitsgarantien gefordert. Dazu zählen vor allem ein Ende der NATO-Osterweiterung und der Bündnisfreiheit sowie ein Abzug von Truppen und Waffen des Bündnisses aus früheren Staaten des Warschauer Pakts. Inzwischen haben die Vereinigten Staaten und die NATO schriftlich darauf geantwortet. Ihr gemeinsames Ziel ist es, den Dialog mit Russland zu suchen und eine Deeskalation herbeizuführen. US-Außenminister Blinken führt unermüdlich Gespräche mit den europäischen Verbündeten, aber auch mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow. Die Ukraine-Krise ist eine außenpolitische Priorität der Biden-Administration, obwohl sich die USA geopolitisch doch seit Längerem eigentlich gen Indopazifik orientieren und den Blick auf den strategischen Rivalen China richten.

 

Könnte die sehr gefährliche Situation tatsächlich entschärft werden durch Einigungen zwischen den USA, der NATO und Russland bei der Rüstungskontrolle und Transparenz in Bezug auf Manöver? Beindruckt das starke diplomatische Engagement der USA Präsident Putin? Fühlt er sich dadurch ernst genommen als Anführer einer wichtigen Macht in der Welt? Erleben wir womöglich mit Blick auf den Pivot to Asia zum letzten Mal, dass sich die USA für Frieden und Sicherheit in Europa einsetzen? Gibt es Anzeichen dafür, dass die EU in nicht allzu ferner Zukunft in der Lage sein wird, selbst für Stabilität auf dem europäischen Kontinent zu sorgen? Die Podcast-Hosts David Deißner, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Sabine Fischer, Senior Fellow der Forschungsgruppe Osteuropa und Eurasien der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin, und Klaus-Dieter Frankenberger, früherer verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik und Senior Commentator der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Looking back and ahead: Präsident Biden ein Jahr im Amt20 Jan 202200:45:34

Am 20. Januar 2021 wurde Joe Biden als 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt. Heute – ein Jahr später – lohnt es sich, eine erste Zwischenbilanz seiner Amtszeit zu ziehen. Auf der Ebene der Innenpolitik stechen sicherlich das riesige Konjunkturpaket und das überparteiliche Infrastrukturgesetz hervor. Außenpolitisch bleiben unter anderem die Rückkehr ins Pariser Klimaschutzabkommen und der höchst umstrittene Abzug aus Afghanistan in Erinnerung. Gleichzeitig gilt es, einen Ausblick auf das neue Jahr 2022 zu wagen und damit auf das Jahr der Zwischenwahlen, der sogenannten Midterm Elections.

 Welche innenpolitischen Leistungen und Versäumnisse der Biden-Administration stehen bisher zu Buche? Welche außenpolitischen Impulse und Fehlentwicklungen hat der Präsident zu verantworten? Ist der „Build back better“-Act, also die Sozial-, Familien- und Klimareform, noch zu retten und können wir noch andere große Gesetzes-Initiativen in 2022 erwarten? Inwieweit werden die Flügelkämpfe zwischen progressiven Kräften und dem moderaten Lager die Demokratische Partei und Präsident Biden beeinträchtigen und den Republikanern so möglicherweise die Mehrheit in beiden Kongresskammern bescheren? Die Moderatorin des Podcasts, Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutiert diese Fragen mit Hubert Wetzel, USA-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Washington, D.C., und Nora Müller, Bereichsleiterin Internationale Politik und Leiterin des Hauptstadtbüros der Körber-Stiftung.

Neue Signale? Die Ampel-Koalition und die transatlantischen Beziehungen21 Dec 202100:54:10

„Mehr Fortschritt wagen“: Unter diesem Leitgedanken sind die drei Koalitionspartner der neuen Ampel-Regierung angetreten. SPD, Grüne und FDP wollen den Aufbruch in praktisch allen Politikfeldern realisieren und Deutschland modernisieren. Das soll auch auf internationaler Ebene – und hier insbesondere in der transatlantischen Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten – gelten. Sowohl für die Außen- und Sicherheitspolitik als auch in der Wirtschafts- und Handelspolitik kommt es nun also darauf an, frische Akzente zu setzen und neue Pläne zu verwirklichen. Wird Deutschland sein Engagement und seine Verantwortung in der NATO, wie von den USA und vielen europäischen Partnern gefordert, merklich ausbauen? Bleibt die nukleare Teilhabe der Bundesrepublik und in diesem Zusammenhang die Tornado-Nachfolge ein Zankapfel der neuen Regierung? Was kann man an konkreter transatlantischer Kooperation von einer ambitionierten Klima- und Energiepartnerschaft erwarten? Der U.S.-EU Trade and Technology Council (TTC) ist ein transatlantisches Vorzeigeprojekt der vergangenen Monate. Doch erstaunlicherweise taucht er im Koalitionsvertrag nicht auf. Wie ist dies zu bewerten? Gerade im Wettlauf mit China sind Sozial- und Klimastandards für die verschiedenen Industriezweige von großer internationaler Bedeutung. Wann ist hier mit belastbaren Vereinbarungen bzw. Ergebnissen zu rechnen? Und was können wir von der neuen Regierung mit Blick auf den transatlantischen Freihandel erwarten? Die Podcast-Hosts David Deißner, Atlantik-Brücke, und Stormy-Annika Mildner, Aspen Institute Deutschland, diskutieren diese Fragen mit Gyde Jensen (MdB, FDP), stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag, Metin Hakverdi (MdB, SPD), Ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuss, und Dieter Janecek (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion und Leiter der AG Wirtschaft.

© My Podcast Data · Projet indépendant · Données issues d'Apple & Spotify